WMDEDGT Dezember 2016

Wie immer am 5. eines jeden Monats fragt Frau Brüllen, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache.

Montag Morgen. Der Tag beginnt mit einem pünktlich zur Aufstehzeit (06:30 Uhr) quatschenden Kind und mit Kieferschmerzen und einem verspannten Rücken bei mir. Ich hab wohl mal wieder die Zähne nachts aufeinander gepresst. Auch der Mann ist nicht ausgeschlafen. Er steht auf und versucht das Kind anzuziehen, scheitert aber wie immer an der Hose. Die beiden gehen schon mal runter zum frühstücken, ich habe noch ein paar Minuten Schonfrist, die ich auch brauche um überhaupt halbwegs wach zu werden. Gut geschlafen ist was anderes.

Ich ziehe mich an und gehe ebenfalls runter. Frühstück vorbereiten, ein bisschen Radio hören, Frühstück essen, alles wie immer. Ich muss mit Müsli (mit viel Joghurt) im Mund niesen, das ist natürlich überflüssig. Das Kind sagt erst „Danke“ und dann „’sundheit!“
Der Mann verabschiedet sich sehr pünktlich, um 18 Uhr ist Eigentümerversammlung, da muss er rechtzeitig zu Hause sein. Das KInd verabschiedet ihn an der Tür und zieht sich dann ihre Stiefel und ihre Mütze an. In Kombination mit den nackten Beinen sieht das ziemlich lustig aus!

Ich beende mein Frühstück und gehe in die Küche. Das Kind darf die Spülmaschine anstellen, ich schmiere Brote. Schließlich überrede ich sie, die Stiefel auszuziehen und gehe mit ihr hoch, Zähneputzen. Das klappt so halbwegs, sie lässt sich auch willig Hände und Mund waschen, sowie Haare bürsten. Erst als es ans Hose anziehen geht, ist es nicht mehr so einfach. Die eigentlich angedachte Latzhose ist nicht genehm. Ich entscheide mich angesichts der Minustemperaturen für eine dünne Hose mit Strumpfhose drunter und muss dann doch einmal laut werden, weil sie sich so gar nicht anziehen lässt. Ich habe sofort ein schlechtes Gewissen und entschuldige mich. Schließlich ist sie fertig und wir können runter gehen.

Dort können jetzt enldich die Stiefel angezogen werden. Ich suche mir noch ein paar Ohrringe aus, was sofort das Kind auf den Plan ruft: „Ich auch!“ Ich gebe ihr einen großen Ohrring zum spielen, der aber bald uninteressant ist, schließlich sind da immer noch die Stiefel. Wir ziehen sie gemeinsam an an. Dann muss das Beebi her, also ihre Puppe. Die liegt auf dem Tisch. Ich darf sie aber nicht holen, das möchte das Kind selbst machen. Dann ist der Schal vom Beebi verschwunden. Ich habe den Mann im Verdacht, also dass er ihn am Freitag in der Kita vergessen hat. Kind und Puppe setzen sich in den Buggy. Ich bin jetzt auch fertig und wir können los. Tür abschließen, das Kind im Buggy zudecken und die großartige Winteratmosphäre bewundern. Es ist viertel vor acht und noch sehr dämmrig. außerdem etwas neblig und alles ist überfroren. Wunderschön!
Ich bringe den Müll weg, dann gehen wir zur Kita. Kaum sind wir unterwegs, zieht das Kind die Mütze aus und eine Minute später auch die Decke von ihren Beinen. Nicht zum ersten Mal kommt mir der Verdacht, dass das Kind entweder sehr viel Hitze oder überhaupt kein Temperaturgefühl hat. Es sind übrigens -4°C draußen.

Auf dem Weg zur Kita halte ich zweimal an und fotografiere die Eiskristalle, die alles überziehen. Ich bin ganz begeistert und denke wieder einmal, dass der Winter doch wirklich schön sein kann und dass es eigentlich keinen Schnee braucht. Nur Frost.

In der Kita angekommen, will das Kind zunächst nicht mit rein, sondern lieber das Gartentor öffnen und schließen. Schließlich kommt sie aber doch und ich ziehe sie aus. Leider ist ihre Lieblingserzieherin heute nicht da, weshalb sie bei der Übergabe etwas skeptisch ist. Aber auch die anwesende Erzieherin ist sehr lieb und alles geht gut.

Auf dem Weg zur Bahn werde ich wieder von den Eiskristallen in den Bann gezogen und verpasse fast meine U-Bahn. Aber es klappt doch noch. In der Bahn schreibe ich mit einer Freundin, die mit den Kitaerziehern nicht so viel Glück hat wie wir und lese in meinem Buch.

Auf dem Weg ins Büro treffe ich meinen Kollegen und unterhalte mich mit ihm über Kinofilme bzw. Kinos an sich.

Um viertel vor acht fange ich an, diesen Beitrag zu schreiben und arbeite dann erstmal.

Es klingelt. Unsere Steuerberaterin steht vor der Tür. Sie ist eine sehr liebe Frau (was meine Chefs anders sehen :D) und wir unterhalten uns eine Weile über Kinder (sie hat drei, ein Paradebeispiel für die berühmte Vereinbarkeit) und Hunde.

Nachdem sie gegangen ist, kocht der Kollege Kaffee.

Zum Dank erheitere ich ihn mit folgendem Tweet:

Feierabend um halb zwei.

Ich gehe zu Karstadt und kaufe Wolle für ein Puppenjäckchen. Die Tochter meiner Freundin wird demnächst ein Jahr alt und bekommt eine Puppe. Und die braucht unbedingt Kleidung! Vermutlich werde ich des Kindes Beebi dann auch eine Jacke stricken.

Um 14 Uhr hole ich das Kind aus der Kita. Wir wollen zusammen einkaufen gehen.

Abholen und einkaufen verlaufen erfreulich unkompliziert. An der Kasse bekommt das Kind einige Tiersticker geschenkt, die sie sehr interessant findet. Es ist sogar ein Tukan dabei, den sie aus einem Zoobuch kennt.

Wir fahren mit dem Bus nach Hause.

Dort möchte sie Wasser, Apfel und zu. Wasser bekommt die sofort, bei den anderen beiden bestehe ich auf vorherigem Händewaschen. Wie üblich dauert die Diskussion eine Weile an.

Ich lüfte solche das Wohnzimmer und betrachte seufzend das Hygrometer, welches 29% Luftfeuchtigkeit anzeigt. Zum Glück habe ich noch  eine Ladung Wäsche in Planung , die sollte das Problem vorübergehend entspannen.

Das Kind willigt ein, Hände zu waschen und bekommt ein Stück Schokolade und einen Apfel. Ich räume  die Einkäufe ein und die Spülmaschine aus.

Dann gehe ich kurz in den Keller, um eine Maschine mit 60 Grad-Wäsche anzustellen. Das Kind bekommt unterdessen einen Wutanfall, ich finde aber nicht heraus, was das Problem ist.

Nun packt sie weitere Tiersticker aus. Dann finde ich im Rucksack das Päckchen vom Adventskalender aus der Kita. Da war das Kind nämlich heute dran. Sie packt es aus. Darin ein Kinderriegel und ein Schleich-Fuchs. Das gefällt mir.

Ich bastele ihr für die Aufkleber ein kleines Heftchen und  lege mich dann etwas aufs Sofa, um zu lesen. Das Kind isst ihren Riegel  und den Apfel. So und mit Quatsch machen verbringen wir einige Zeit.

Um 16 Uhr mache ich uns etwas zu essen warm, werde aber von einer sehr vollen Windel unterbrochen.

Dann essen wir Gemüse-Hackpfanne mit Reis. Das Kind isst geschickt um die Paprika herum.

Gegen viertel vor fünf beginne ich die Wäsche aufzuhängen.

Danach albern das Kind und ich herum, wobei ich feststelle, dass sie heimlich zwei weitere Zähne bekommen hat. Nun fehlen nur noch die beiden letzten Backenzähne oben.

Um 20 nach sechs klingelt der Mann. Das Kind öffnet ihm mit der Mundharmonika in der Hand und teilt ihm mit, dass ich auch da sei, was den Mann natürlich nicht so sehr überrascht.

Das Kind darf ein wenig mit dem iPad spielen, der Mann und ich unterhalten uns. Um kurz vor sechs geht er zur Eigentümerversammlung.

Das Kind darf baden und spielt dabei Whirlpool. Zum Glück kann man die Dusche zu machen. Sie gibt sich dafür Mühe, die Duschtür ordentlich sauber zu machen. ;)

Danach abtrocknen und anziehen. Um halb sieben gibt es Abendessen. Haferflocken wie meistens. Das Kind beschäftigt sich weiter mit den Tierbildern und lernt, was ein Faultier ist.

Kurze Zeit später kommt der Mann heim, mit Luftballontieren in der Hand. Die hat der Nachbar fürs Kind gemacht.

Die Versammlung war wohl recht ergiebig, nur dass die beiden Parteien um die es ging, gar nicht da waren. Wir bekommen demnächst neue Nachbarn und die machen sich direkt nach unbeliebt. Mal sehen,  was das noch wird.

Um kurz nach sieben nimmt der Mann das Kind mit nach oben und bringt sie ins Bett.

Ich stricke und schaue etwas Fernsehen.

Ich muss noch duschen, ansonsten wird der Abend nicht mehr lang.

Als ich später die Haustür abschließe, entdecke ich, dass der Nikolaus da war. Ein kleiner Sack voll  Süßigkeiten fürs Kind hängt am Türgriff. Wir haben tolle Nachbarn!

Gute Nacht!

Lieblingstweets im November 2016

Frosch-Spezial:

Puppenmutti

Das Kind ist in den letzten beiden Wochen zur Puppenmutti mutiert. Sie kam mit einer kleinen Puppe im Arm von ihrem Omatag wieder und seitdem gibt es nur noch „Beebi“ für sie.
Ich finde das sehr faszinierend, konnte ich doch schon als Kind nichts mit Puppen anfangen und habe auch heute noch Schwierigkeiten damit. Ich bin mehr so der Typ „Kuscheltiere und Bücher“.

Jedenfalls, die Puppe ist quasi ein viertes Familienmitglied. Sie schläft mit dem Kind im Bett, ist bei den Mahlzeiten dabei, kriegt (manchmal) die Zähne geputzt, muss mit angezogen werden (da sie keine weiteren Klamotten hat, halt die Sachen vom Kind, wenigstens so tun als ob) und darf natürlich auch mit in die Kita.
Das Kind setzt sie aufs Töpfchen, steckt sie in ihre Winterstiefel und setzt sie liebevoll in ihren Buggy, bevor sie ebenfalls reinklettert. Dann wiederum schmeißt sie sie einfach in ihre Kiste oder lässt sie achtlos in der Küche liegen. Um eine halbe Stunde später verzweifelt danach zu suchen.

Ich hab dem Beebi mal einen Schal gestrickt, damit es jetzt im Winter nicht frieren muss. Meine Mutter meinte, sie macht einen Pullover.

Auch der Mann hat das Beebi schon sehr angenommen, das ist schon ziemlich niedlich, wie er mit Kind und Puppe interagiert.

Da fragt man sich fast, wozu man eigentlich ein zweites Kind braucht. ;)

Sooo groß!

WAs man ja gerne bei Kindern eines bestimmten Alters macht, ist zu fragen: Wie groß ist die/der $NamedesKindes?“ und dann reckt das Kind die Arme in die Luft: „Sooo groß!“
Wahnsinnig niedlich und wir haben das schon lange nicht mehr gemacht, denn: Das Kind ist groß!

Ich bin immer wieder fasziniert, was sie schon alles kann!

Ihre Socken selbst anziehen und seit kurzem auch die Winterstiefel, was mir tatsächlich Zeit spart. Denn ich kann währenddessen meine Schuhe anziehen und muss dann bei ihr nur noch die Klettverschlüsse richtig zu machen. Ok, ich muss drauf achten, dass der richtige Schuh an den richtigen Fuß kommt, aber die Trefferquote ist schon ziemlich hoch.
Und manchmal müssen wir halt in Winterstiefeln Zähne putzen, weil sie es kaum erwartne kann, loszukommen und dann halt schon mal die Stiefel anzieht. Während ich noch frühstücke.

Sie macht das Licht an und aus, schließt Türen, bringt Dinge in den Müll, hilft mir beim aufräumen und fängt an sich im Putzen zu üben (die Dusche ist ebenerdig, das passt prima).

Vor allem liegt es aber am Sprechen, dass das Kind schon so groß wirkt. Ich lag letztens neben ihr im Bett, habe drauf gewartet, dass sie einschläft und sagte zu ihr: „Mama ist kaputt.“ Da antwortet sie: „Ich auch ‚putt!“ Überhaupt hat sie sehr früh verstanden, dass man ich sagt, statt des eigenen Vornamens. Den sagt sie erst seit ein paar Tagen, dafür aber auch direkt fast korrekt. Und sie ist recht reflektiert. Wenn sie weint, sagt sie ein paar Minuten später: „Ich ‚weint!“ Und als sie letztens hinfiel, sagte sie nach dem Aufstehen: „Ich ‚fallt!“ Das finde ich schon ne reife Leistung in dem Alter.

Wir sind jetzt dann also bei 3-Wort-Sätzen und das sind ja wirklich schon richtige Aussagen. Beliebt ist nach wie vor: „Nein, du nicht!“, wenn man ihr unerbeten helfen will. Oder manchmal auch einfach so, wenn man unschuldig nebendran sitzt. Dazu der Anfang der Fragen-Phase: „Was (ist) DAS denn?“ In ungläubigem Ton vorgetragen. :D

Und gestern fragte sie mich im Keller: „Was machst du?“ und mir ist noch nie so bewusst geworden, wie groß sie tatsächlich schon ist.

Lieblingstweets im Oktober 2016

Ansichten

Vor kurzem erschien das Buch vom gewünschtesten Wunschkind. In meiner Twitter-Timeline las ich Lobeshymnen und weil es um genau die Phase geht, in der wir grade stecken, nämlich der Autonomiephase, habe ich es mir ebenfalls bestellt.

Was soll ich sagen? Ich kan mich den Lobeshymnen nur anschließen. Noch habe ich es nicht fertig gelesen, aber schon es hat mir schon nach der Hälfte immer wieder die Augen geöffnet. Es ist so unsagbar hilfreich! Ich denke, ich habe mich bisher ganz gut geschlagen als Mutter, aber wir fangen ja grade erst an und ich glaube, es tut mir und dem Kind sehr gut, wenn ich nochmal mehr Verständnis zeigen kann.

Gestern habe ich auch angefangen, mir Sätze anzustreichen. Was ich normalerweise nie tun würde, aber diesmal erschien es mir wichtig und richtig. Ich habe auch dem Mann schon einiges vermitteln können. Am liebsten hätte ich, dass er es liest, aber dazu werde ich ihn wohl nicht bringen können.

Am allerliebsten hätte ich, dass meine Mutter es liest. Ich bin derzeit wieder froh, über die Entfernung, die zwischen uns liegt. Denn meine Mutter hat für die ganzen, meines Erachtens völlig normalen, Eigenarten des Kindes nur wenig Verständnis. Denn wir (also mein Bruder und ich) hatten ja sowas alles nicht. Wir hatten auch keine Trotzphase.
Da frage ich mich immer: Liegen da jetzt einfach 25 Jahre Verklärung zwischen? Oder hat sie einfach instinktiv so viel richtig gemacht? Zumindest in diesem Punkt. Denn dass wir das Kind zu selbstständigem Verhalten ermuntern, findet sie ja durchaus gut. Das hat sie bei uns auch gemacht.

Ich weiß es nicht.

Nur dass ich mir gestern beim Skypen mal wieder anhören durfte, dass wir das Kind nicht in den Schlaf begleiten, sondern sie einfach ins Bett legen und die Tür hinter uns zu machen sollen, das hat mich doch wieder etwas fuchsig gemacht. Ich habe dann laut und duetlich gesagt, sie möge es bitte akzeptieren, dass wir das nicht tun werden, sondern sie weiterhin so wie bisher ins Bett bringen werden. Das wollte sie nicht.

Ich verstehe nicht, was ihr Problem ist.

Sie hat damals zur Geburt gesagt, sie wolle sich nicht in unsere Erziehung einmischen. Haha.
Meine Schwiegermutter hingegen hat noch kein einziges Mal irgendwas in die Richtung gesagt. Die meint, wir müssten das selbst am besten wissen. Danke, genauso ist es richtig.
Zum Glück wohnt meine Schwiegermutter in der Nähe und meine Eltern weit weg. Das klingt fies, ich habe ja sonst auch ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber in diesem Fall ist es wirklich besser so.

Zwei Jahre!

Geliebtes Kind, zwei Jahre bist du nun schon bei uns und es waren die schönsten zwei Jahre meines bzw. unseres Lebens!

Auch in deinem zweiten Lebensjahr ist wieder viel mit dir passiert, auch wenn die Entwicklungen natürlich nicht mehr so ins Auge fallen, wie noch im ersten Jahr.

10 Tage nach deinem ersten Geburtstag konntest du laufen und ich staune immer noch darüber. Auch in der Zeit danach hat sich gezeigt, dass du motorisch wahnsinnig fit bist. Du kletterst sehr gerne (das hast du von Mama) und hängst dich wie ein Äffchen überall hin, wo es geht. Rutschen ist dein Liebstes und so hast du zum zweiten Geburtstag eine Rutsche von uns bekommen. Bis die aufgebaut war, hattest du eine harte Geduldsprobe zu bestehen. Geduld ist nicht so deins, aber das kann man in dem Alter wahrscheinlich auch nicht erwarten.

Reißverschlüsse sind gar kein Problem, du hältst den Stift beim Malen korrekt und auch Gabel oder Löffel sehen in deinen Händen schon ziemlich ordentlich aus.
Zum Geburtstag hast du ein sehr niedliches Holzpuzzle von den Großeltern bekommen, das kannst du mit ein bisschen (mehr) Hilfe tatsächlich auch schon legen.

Unerschrocken bist du außerdem. Du stürzt dich ohne zu zögern eine fünf Meter lange Röhrenrutsche hinunter. Machst auf dem Spielplatz alles nach, was die größeren auch machen. Kletterst die steile Treppe zum Dachboden hoch. Und wieder runter. Als letztens der Teppichverleger da war, bist du ohne Not hoch zu ihm und hast ihm bei der Arbeit zugesehen.

Bei Menschen, die nicht Mama, Papa oder babcia sind, brauchst du immer erst ein wenig, um aufzutauen, aber dann lässt du dich begeistert bespaßen. Hauptsache Action!

Zwei größere Veränderungen gab es im letzten Jahr. Anfang April sind wir in unser Haus gezogen und Mitte Mai habe ich dich endgültig abgestillt. Beides hast du besser mitgemacht als erwartet.

Mit dem Essen hast du es nicht so. Zwar bist du nicht ganz so krüsch wie deine Mutter als Kind, aber phasenweise isst du nur ziemlich geringe Mengen und du bist auch nicht daran interessiert, neues Essen auszuprobieren.

Das Schlafen ist seit dem Abstillen deutlich besser geworden. Abends haben wir jetzt wirklich Feierabend. Wir bringen dich abwechselnd ins Bett und für gewöhnlich schläfst du gegen 20 Uhr und meldest dich dann auch nicht mehr. Du schläfst des öfteren durch, es gibt aber auch oft noch Nächte in denen du jammerst oder sogar kreischend aufwachst. Gerne auch mehrmals. Den Grund dafür haben wir noch nicht gefunden, aber auch das wird wohl vorübergehen.

Den Wechsel in die neue Kita hast du gut mitgemacht. Morgens bist du noch etwas unsicher, aber mittags hole ich bisher immer ein sehr gut gelauntes Kind ab, das ist schon große Verbesserung zur alten Kita.

Vor etwa zwei Monaten ist endlich der Knoten zum Sprechen geplatzt. Du wiederholst alles, was wir sagen (auch Schimpfwörter, natürlich. Ähem.) und sprichst verlässlich in Zwei-Wort-Sätzen. Das ist einfach toll, jeden Tag machen wir wieder große Augen, was für neue Wörter du benutzt.
Besonders konnten wir jetzt am Wochenende staunen, denn du kannst jetzt bis 10 zählen. Das finde ich in dem Alter schon ziemlich bemerkenswert. Deinen eigenen Namen hingegen sagst du immer noch nicht, nichtmal eine Abwandlung davon. Dafür tauchte kürzlich das erste Personalpronomen auf: „Ich auch!“

Du bist eine Kasperliese, wie meine Mutter immer sagt. Eine kleine verrückte Maus. Du lachst sehr viel und sehr albern, wenn du nicht grade Dramaqueen spielen musst, machst Blödsinn und beobachtest unsere Reaktion. Abends erzählen uns der Mann und ich gegenseitig, was du wieder von dir gegeben hast. Das wird noch sehr lustig in den nächsten Jahren!

Kleidung ist nicht so deins. Auch in der neuen Kita bist du schon berüchtig für „Socken ausziehen“, gerne auch die Hose dazu. Auch zu Hause bist du eigentlich immer barfuß und es kann auch vorkommen, dass du bei 12°C Außentemperatur nur mit einer Windel bekleidet herumläufst. Gut, im Haus ist es natürlich etwas wärmer, aber so warm? Eigentlich nicht. Im Winter wirst du wohl oft Strumpfhosen tragen müssen. Aber auch zu sonstiger Kleidung, also z.B. ein Shirt über dem Body muss man dich meist geduldig überreden. Und Schuhe gehen nur, wenn du dich gründlich an sie gewöhnt hast. Ich habe dir bereits Winterstiefel gekauft, die du bisher nur angewidert angesehen hast.

Wir nennen dich gerne unser Hippiemädchen. Dazu passen deine langen (wirklich langen, jeder macht Bemerkungen darüber) braunen Locken, bei denen ich es bisher nicht übers Herz bringe, sie mal etwas in Form zu schneiden. Einen Friseurbesuch würdest du ziemlich sicher noch nicht mitmachen. Bisher behelfen wir uns mit Haarspangen (3-4 Stück), gelegentlich einem Zopfgummi und vielleicht versuche ich mich mal am Flechten.

Unser Hippiemädchen also. Unsere süße Maus, unser kleine Motte, unsere geliebte Tochter! Du bist das Beste, was uns passiert ist und wir sind jeden einzelnen Tag glücklich, dich bei uns zu haben!

Deine Mama, dein Papa!

Ein- und Umgewöhnung II – fertig

Nur fünf Tage hats gebraucht, dann war die Eingewöhnung in der neuen Kita beendet.

Am Montag bin ich mit ihr hin und saß dann eine gute Stunde mehr oder weniger tatenlos herum. Ok, ich hab ihr erklärt, dass sie jederzeit an das Tablett mit den Bechern und den kleinen Wasserkannen darf, um zu trinken bzw. dass sie immer die Erzieherin fragen darf. Ich glaube, sie hat es verstanden und mir wurde später auch gesagt, sie hätte gut getrunken und man würde jetzt auch nochmal eine extra Trinkpause machen.
Es war auch schön zu sehen, wie gut sich das Kind sich mit dieser einen Erzieherin versteht. Es ist zwar nicht ihre Bezugserzieherin, aber die, die morgens meist als erste da ist. Das Kind ist auch eine der ersten und bekommt so morgens extra viel Aufmerksamkeit, das finde ich eine schöne Sache.

Um kurz nach neun setzte sie sich erwartungsfroh an den Frühstückstisch und ich hab beschlossen, dass sie das ganz prima ohne mich kann. Ich hab mich verabschiedet und sie schien das auch völlig ok zu finden. Mittags bekam ich dann auch einen sehr positiven Bericht, musste aber nochmal darum bitten, dass sie um halb zwei geweckt wird, das kam das letzte Mal nicht an.
Übrigens war beim Abholen meine Schwiegermutter dabei, die außer uns ebenfalls die Erlaubnis hat, das Kind abzuholen und ich wollte sie schon einmal vorstellen und ihr zeigen, wo sie das Kind findet.

Gestern morgen war ich kaum eine Viertelstunde da, das Kind fuhr fröhlich auf einem kleinen Auto durch die Gegend und es war wieder ganz in Ordnung für sie, dass ich mich bald verabschiedet habe. Beim Abholen teilte mir die Bezugserzieherin mit, viele Kinder seien heute weinerlich gewesen, allerdings nicht dauerhaft, immer mal wieder habe sich auch was zum Lachen gefunden. Mein Kind war eben auch dabei. Ich weiß, dass sie aber gerne aus Solidarität mitheult.
Als ich in der Gruppe ankam, hüpfte sie fröhlich auf einem Hüpfpferd und, Wunder oh Wunder, ließ sich auch durch meine Ankunft überhaupt nicht dabei stören. Nachdem ich fast ein Jahr lang ein Kind abgeholt habe, das es kaum erwarten konnte, sich jammernd bis schluchzend in meine Arme zu werfen, ist das meines Erachtens ein sehr gutes Zeichen.

Heute Morgen dann der Härtetest. Ich habe eigentlich heute noch Urlaub, war mir aber sehr sicher, dass ich den nicht brauchen würde. Ich habe sie also heute Morgen verhältnismäßig flott abgegeben. Sie war nicht so richtig glücklich darüber, hat aber nicht geweint und mir dann nochmal mit der Erzieherin aus dem Fenster gewunken.
Zudem wird heute in ihrem LIeblingsspielraum (da sind z.B. die Puppen und die Kinderküche) eine Hochebene aufgebaut. Aber es ist ja Ausflugstag. Ablenkung dürfte es genug geben.

Ich meinte, man könne mich jederzeit anrufen, wenn etwas sei. Bisher ist das Handy ruhig.

Fünf Tage also nur. Ich köntne mir allerdings gut vorstellen, sich in zwei Wochen oder so nochmal was daran ändert und das Abgeben vielleicht mit Tränen verbunden sein wird. Wenn sie endgültig verstanden hat, dass sie jetzt dauerhaft in dieser Kita sein wird. Wir werden sehen.

Alles in allem bin ich sehr stolz auf mein großes Mädchen und froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben.

Ein- und Umgewöhnung

Die neue Kita ist heute leider zu, ich kann also schon mal ein erstes Resümee der Eingewöhnung ziehen. Meine Infos sind allerdings fast alle aus zweiter Hand, da ja der Mann diese Woche mit ihr dort war.

Ich war ja überzeugt, dass sie das problemlos mitmachen würde und tatsächlich, es läuft prima. Gleich am ersten Tag, am Dienstag, blieb sie die gesamten sechs Stunden dort. Inkl. Frühstück, Morgenkreis, Geburtstag nachfeiern, Mittagessen und Mittagsschlaf. Der Mann war allerdings natürlich fast die ganze Zeit dabei. 

Nachdem er sie dort schlafen gelegt hatte, ist er nach Hause gegangen und ich habe sie dann abgeholt. Vermutlich ein bisschen fies, aber ich bin ja Fan von „ins kalte Wsser schmeißen“. ;) Sie war auch nur ganz kukrz verwirrt, als sie aufgewacht ist und ich bin dann auch bald darauf gekommen, um sie abzuholen. Sie hat übrigens nicht geweint beim abholen.
Lustig war noch eine Nachricht des Mannes, in der er aufzählte, was sie alles getan hatte, nämlich neben spielen vor allem essen. Brot, Geburtstagstorte, einen Teller Nudeln, und dazu zwei Monsterwindeln produziert.

Am nächsten Tag, dem Mittwoch, war ein Ausflug auf einen nahegelegenen Spielplatz geplant. Der Mann ging dorthin mit und wurde dann gegen viertel nach elf nach Hause geschickt. Das hat dem Kind offenbar nichts ausgemacht, mir wurde allerdings beim Abholen gesagt, sie habe quasi nichts gegessen (warum serviert man in einer Kita Krautsalat? Und den Grießbrei zum Nachtisch mochte sie auch nicht. Und auch kein Obst. Na gut.) und das Einschlafen habe etwas länger gedauert. Ihre Bezugserzieherin hat sich neben sie gelegt, bis sie schlief, das fand ich schon ziemlich gut.
Sie schlief übrigens noch, als ich ankam und ich habe darum gebeten, sie immer um halb zwei zu wecken.

Gestern ging der Mann kurz vorm Morgenkreis, auch hier ohne Probleme. Später erzählte man mir, sie habe einmal etwas geweint (nicht beim Abschied), sie ließ sich aber schnell wieder beruhigen. Beim Essen saß ein Junge neben ihr, der sich ihr offenbar ein bisschen verpflichtet fühlt (so drückte es die Erzieherin aus) und ihr immer wieder mal über den Arm gestrichen hat. Essen war wieder nicht so viel, was aber daran lag, dass schon wieder ein Geburtstag gefeiert wurde und sie sich entsprechend am Kuchen bedient hatte.

– Bevor jetzt jemand was denkt, es wird grundsätzlich in der Kita sehr auf gesunde Ernährung und nicht so viel Zucker geachtet, aber Geburtstage sind Ausnahmen und nun mal nicht gleichmäßig übers Jahr verteilt. Mir ist es gleich, ich verwehre ihr Süßigkeiten bekanntlich nicht (alles in Maßen) und wenn ich weiß, sie hatte vormittags Kuchen, kriegt sie halt nachmittags nichts mehr. –

Sie wurde gerade angezogen, als ich ankam, wollte aber natürlich dringend zu mir und sich von mir fertig anziehen lassen.
Dann entdeckte sie einen kleinen Ball, der ganz dringend mit nach Hause musste und die Erzieherin meinte, kein Problem, sie kann ihn ja am Montag wieder mitbringen.

Dann bin ich dran mit eingewöhnen, ich habe drei Tage Urlaub, bin mir aber recht sicher, dass ich die nicht alle brauchen werde.
Der Mann meinte gestern noch, dass die eine Erzieherin fände, dass das Kind schon recht weit in ihrer Entwicklung sei und dass das mit der Eingewöhnung ja wirklich außergewöhnlich gut klappen würde, was sie auch direkt ins Entwicklungsheft geschrieben habe. Soso. Da ist man ja doch ein bisschen stolz. ;)

Einzige kleine Sache, die ich am Montag dringend ansprechen muss: Ich fürchte, das Kind trinkt nicht genug bzw. hat nicht genug Gelegenheit zum Trinken. Sie verlangt beim Abholen immer noch recht vehement nach „‚assa!“ und saß wohl gestern direkt als erste am Frühstückstisch, weil sie so Durst hatte. Leider haben die Kinder dort nicht, wie in der alten Kita, wo sie (theoretisch, es hat nicht immer geklappt) jederzeit drauf Zugriff hatte. Ich hoffe, dass sich eine Lösung finden wird.