2: Erste Hebammenvorsorge (16+2) – Hmmmm

Gestern war meine Hebamme zu ersten Vorsorge da und sie hat… nichts gemacht. Ja genau. Hä?

Meine Hausgeburtshebamme war immer sehr gründlich, die hat alles gecheckt, Blutdruck, Urin, Bauch abgetastet, Bauch vermessen, Fundusstand usw.
Ähnliches hatte ich natürlich auch für diesmal erwartet.

Wir unterhielten uns ein wenig, ob alles in Ordnung sei, ob ich schon ein Klopfen spüre und ähnliches.
Sie meinte, in der 17. Woche würde es sich noch nicht lohnen, den Bauch abzutasten oder mit dem Höhrrohr nach den Herztönen zu horchen. Ein Dopton nutzt sie leider nicht. Das hatte sie schon gesagt und hat mich eigentlich auch nicht gestört, denn meine frühere Hebamme hatte auch immer mit dem Höhrrohr gehorcht und auch schon recht früh die Herztöne hören können.

Tja. Und nun sitz ich hier. Und bin unzufrieden. Und besorgt. Denn ich dachte ja eigentlich, ich würde das Kind spüren. Aber in den letzten zwei, drei Tagen irgendwie nicht mehr so.
Ist also irgendwas nicht in Ordnung? Oder ist das ganz normal und es ist halt grade wieder etwas ruhiger? Oder hatte ich es gar nicht gespürt, sondern bloß ein paar Blähungen?

Ich überlege, meine Frauenärztin anzurufen, die ist nur heute vormittag leider nicht da. Und nachmittags müsste ich das Kind mitschleppen, das wäre unideal.

Letzte Nacht habe ich mich mindestens eine Stunde herumgewälzt und die Situation bedacht.

Wenn die gute Frau doch bloß ein Dopton verwenden würde.

P.S. Die nächste Vorsorge bei ihr wird auf jeden Fall deutlich ausführlicher. Mir geht es ja gut. Und eigentlich mag ich dieses Entspannte ja auch…

 

Wöchentlicher Statusbericht XIII (2)

Wie weit bin ich: 16+1
Bauchumfang: am Bauchnabel 89 cm
Gewicht: 59 kg (öhm?)
Der beste Moment diese Woche: Ich spüre seit einer Woche definitiv das Baby! Eine durchschlafene Nacht. Das Turnen letzten Montag, das erneute Treffen mit einer hochschwangeren Frau am Mittwoch und der Musikgarten letzten Donnerstag. Viele Kontakte, ich bin sehr zufrieden derzeit.
Das war doof: Weiterhin latente Kopfschmerzen, es ließ sich aber aushalten.
Ich vermisse: Nichts.
Appetit/Heißhunger auf: Saft.
Wehwehchen/Symptome: Kopfschmerzen. Gelegentliches Sodbrennen. Hin und wieder Schmerzen in der linken Hüfte, die in den Po ziehen, sobald ich Gewicht aufs linke Bein bringe. Phasenweise ein harter Bauch.
Ich freue mich: auf die erste Hebammenvorsorge morgen nachmittag.
Gekauft/Bestellt/Erledigt: Die Namenssuche ist für beide Geschlechter abgeschlossen!

So war es bei Nummer 1.

Raum (15+2)

Das Baby nimmt immer mehr Raum ein. Das ist nicht nur wörtlich gemeint und auf meinen wachsenden Bauch bezogen (beim letzten Mal hatte ich dieselben Maße in derselben Schwangerschaftswoche, das finde ich merkwürdig), sondern allgemein, in unserer Familie, unseren Gedanken.

Das Kind besteht jetzt darauf, jedesmal, wenn sie mich aufs Klo begleitet, liebevoll meinen Bauch zu streicheln. Und „Hallo, Milch!“ zu meinen Brüsten zu sagen. :D
Ob sie es verstanden hat, dass da in ein paar Monaten wirklich ein Baby sein wird? Nein, ich glaube nicht. Ich wurde letztens gefragt, ob sie sich ein Brüderchen oder ein Schwesterchen wünscht und bin aus allen Wolken gefallen. Damit kann sie noch gar nichts anfangen. Sie weiß wohl, dass es Mädchen und Jungen gibt, zumindest kennt sie diese Worte, aber inwiefern die sich unterscheiden und dass es dann auch eine entsprechende Bezeichnung für das Baby geben wird… nein, das ist noch ganz weit weg von ihr und ich werde den Teufel tun, irgendwelche Fragen oder Erklärungen zu liefern und womöglich schlafende Hunde zu wecken.

Was das Geschlecht angeht, so werde ich ja alle naslang von diversen Leuten danach gefragt. Ich bin schon sehr genervt, schließlich sitze ich nicht alle naslang beim Ultraschall. Mir ist schleierhaft, warum das für andere Menschen so wichtig ist. Mittlerweile hab ich auf stur geschaltet und werde es wahrscheinlich gar nicht verraten. Falls das Kind sich im nächsten Ultraschall überhaupt entsprechend zeigt.

Seit letzter Woche spüre ich das Baby. Zunächst wollte ich es nicht glauben, es kam mir viel zu früh vor, aber gestern war es dann doch eindeutig, dass das nicht nur Blähungen waren. In der ersten Schwangerschaft wollte ich das lange nicht wahrhaben, weil es sich so anders anfühlte als erwartet. Zudem hatte ich eine Vorderwandplazenta. Vor der 19./20. SSW war da nichts.
Ich freue mich wahnsinnig über diese kleinen leichten Stupser. Diesmal konnte ich es kaum erwarten, ein Zeichen vom Baby zu kriegen.
Bisher läuft diese Schwangerschaft so nebenher. Normal bei den Geschwisterkindern, fordert das große Kind derzeit doch noch alle Aufmerksamkeit. Doch ich bemühe mich nun, in ruhigen Minuten Kontakt zum Baby aufzunehmen und ihm meine Liebe zu versichern. <3

Eine ebenfalls Freundin hat mich auf eine Studie zu den psychologischen Faktoren in Schwangerschaft/Geburt/Wochenbett aufmerksam gemacht. Da es eine Aufwandsentschädigung gibt, war sogar der Mann sofort dabei. Ich frage mich, ob er sich ahnt, worauf er sich eingelassen hat. Ich liebe solche Studien und hätte vermutlich auch ohne Geld mitgemacht.

Apropos Geld: Der Vorteil am zweiten Kind ist ja, dass man nicht so viel anschaffen muss. Das meiste ist noch da. Größte Anschaffung bisher: eine neues Auto. Das alte war ein kleiner Dreitürer und wurde zu allem Überfluss im Januar bei einem Unfall zum wirtschaftlichen Totalschaden. Nun haben wir uns für einen gebrauchten Kombi entschieden, heute holen wir ihn ab. Romantisch, zum Valentinstag!

Ansonsten brauchen wir nicht viel. Eine neue Babyschale, definitiv, die alte war schon gebraucht und hat jetzt ihre maximale Anzahl an Nutzungsjahren überschritten. Eine neue Wickelauflage, die alte ist nun doch ziemlich auf und ich gehe optimistisch davon aus, dass das große Kind rechtzeitig trocken sein wird. Babykleidung sollte auch ausreichend da sein, sogar in weitgehend neutralen Farben. In ein paar Wochen werde ich mal anfangen zu sortieren. Ich freu mich drauf!

Wöchentlicher Statusbericht XII (2)

Wie weit bin ich: 15+1
Bauchumfang: am Bauchnabel 88 cm
Gewicht: 58kg
Der beste Moment diese Woche: Letzten Mittwoch ein weiteres schönes Gespräch mit einer anderen Schwangeren. Das Kind hat sich im Cafe prima benommen. Am Donnerstag waren wir im Musikgarten und auch das war sehr schön. Außerdem haben wir ein neues Auto. Morgen holen wir es ab.
Zudem bilde ich mir manchmal ein, das Baby zu spüren.
Das war doof: Leide erneut unter Kopfschmerzen, die am Samstag Abend ganz besonders heftig waren, das hatte ich selten in der Stärke.
Ich vermisse: Es ist immer ein bisschen fies, wenn jemand in meiner Gegenwart Alkohol trinkt.
Heißhunger: Saft. Fanta. Und von dem Fenchelrisotto hätte ich sogar länger als drei Tage essen können.
Wehwehchen/Symptome: Kopfschmerzen. Gelegentliches Sodbrennen. Schmerzen im unteren Rücken. Im Bauch zieht es teilweise. Schlaflosigkeit.
Ich freue mich: auf meinen Urlaub, der leider erst in knapp vier Wochen startet.
Gekauft/Bestellt/Erledigt: Nichts weiter.

So war es bei Nummer 1.

Wöchentlicher Statusbericht XI (2)

Wie weit bin ich: 14+1
Bauchumfang: am Bauchnabel 88 cm
Gewicht: 58kg (hoppla!)
Der beste Moment diese Woche: Kontakt über das Internet zu anderen (werdenden) Müttern. Am Freitag habe ich mich drei Stunden mit einer anderen Schwangeren unterhalten, die erfreulicherweise genau gegenüber auf der anderen Straßenseite wohnt.
Das war doof: Schick anziehen für die Taufe gestern unmöglich. Sehe aufgrund des Bauches aus wie reingeschossen. Schlaflose Stunden des nachts.
Ich vermisse: im Moment nichts.
Heißhunger Ich wüsste grad nichts.
Wehwehchen/Symptome: Gelegentliches Sodbrennen. Schmerzen im unteren Rücken. Im Bauch zieht es teilweise. Schlaflosigkeit.
Ich freue mich: auf eine volle Woche.
Gekauft/Bestellt/Erledigt: Nichts weiter.

So war es bei Nummer 1.

WMDEDGT Februar 2017

Der Tag beginnt früh. Sehr früh. Nachdem der Mann am Abend zuvor vollmundig erzählt hatte, dass das Kind ja wirklich prima schläft nachts, müssen wir sie zwischen halb vier und halb fünf vom Aufstehen abhalten. Nachdem wir sie zu uns ins Bett geholt haben, schlafen wir immerhin alle bis kurz vor sieben. 

Ich stehe mit dem Kind auf und gehe mit ihr hoch auf den Dachboden, wo meine Eltern schlafen. Mein Vater ist erst am Abend zuvor angekommen und hat seine Enkelin noch nicht gesehen. Ich kuschle mich kurz zu meiner Mutter ins Bett und erzähle von dem Traum, den ich hatte. Das Kind kommt an und quetscht sich zwischen uns. Sie sieht sehr niedlich aus und ich bin mal wieder ziemlich verliebt. 

Ich lasse sie bei der Oma und gehe duschen. Danach ziehe ich mich an und beginne ich am Handy diesen Beitrag, bis das Kind mit der Oma runterkommt. 

Ich versuche das Kind zum Wickeln und Anziehen zu überreden, bin aber nur mäßig erfolgreich. Sie besteht darauf, von der Oma fertig gemacht zu werden. Na gut. Dann kommt der Mann vom Brötchen holen zurück und sie ist beleidigt, weil sie ihn nicht die Tür öffnen durfte. Wir holen das nach, Hauptsache Kind glücklich. 

Frühstückszeit. Ich habe mit Schmerzen im unteren Rücken zu kämpfen und dem üblichen mangelnden Appetit. 

Um viertel vor neun sind wir fertig. 

Das Kind darf ein wenig am iPad spielen und der Mann zeigt mit eine sehr wirre taiwanesische Werbung für den SuperBowl. Dieser findet heute Nacht statt und der Mann plant ihn komplett anzusehen. Da bin ich ja mal gespannt! 

Wir versuchen die Sendung mit der Maus in der Mediathek anzusehen, scheitern aber an technischen Problemen. Die Großeltern packen stattdessen das Kind zum Spazierengehen ein.
Ich schreibe eine Karte. Wir sind heute auf eine Taufe eingeladen und der Mann ist Pate!

Meine Eltern kommen wieder und berichten, das Kind habe einen PowerNap gehalten. Wundert mich nicht, aber ich bin froh, heute mit dem Mittagsschlaf nichts zu tun zu haben. 

Ich schiebe zwei Aufbackbrezeln in den Ofen und ziehe mich um. Meine normale schwarze Hose passt noch, aber das Oberteil werde ich  immer zurechtziehen müssen und der Gürtel ist auch doof. Nun denn, es geht nicht anders. 

Um kurz vor halb zwölf verabschieden wir uns. Die Taufe ist zwar erst um 13 Uhr, aber leider haben wir derzeit kein Auto. Wir müssen ziemlich weit in den Norden von Hamburg und fahren entsprechend lang. Daher bin ich ganz froh damit, das Kind bei Oma und Opa lassen zu können. Die haben selten genug Exklusivzeit mit ihr. Win-win-Situation!

Die Taufe ist recht schön und in wirklich kleinem Kreise. Der Täufling ist offenbar begeistert, in den Kreis der Kirche aufgenommen zu werden und strahlt und strampelt fröhlich! 

Danach fahren wir mit einem Onkel zum Restaurant, eingequetscht zwischen zwei älteren Damen sitze ich hinten. Das Essen ist sehr lecker (Rinderfilet!) und wir sitzen ganz schön beisammen. Gegen Ende wird es unentspannt, weil es dem Kleinen zu viel wird. Leider sehen die Eltern seine Zeichen nicht so und beenden das Zusammensein zu spät. Naja. 

Zum Glück können wir auch für den Heimweg die Mitfahrgelegenheit nutzen. Meinem Rücken gefällt das nicht, aber wie sagt meine  Mutter immer so schön: „Besser schlecht gefahren, als gut gelaufen.“ 

Daheim war alles problemlos. Das Kind hat geschlafen und gegessen und sie sind mit der U-Bahn gefahren. Vermisst wurden wir nicht. Große Kinder sind praktisch! 

Wir essen zu Abend und sehen dann Nachrichten, während das Kind rumturnt. Schließlich nehme ich sie mit nach oben. Zähneputzen und umziehen sind ein einziger Act. Schließlich übernimmt der Mann, der sie auch ins Bett bringt. 

Wir schauen noch den Tatort und gehen rechtzeitig ins Bett. Also, alle, bis auf den Mann! 

Wöchentlicher Statusbericht X (2)

Wie weit bin ich: 13+1
Bauchumfang: am Bauchnabel 86,5 cm
Gewicht: 56,5 kg
Der beste Moment diese Woche: War irgendwas besonders toll? Vielleicht, dass wir endlich mal wieder die Sonne sehen durften.
Das war doof: Traurigkeit darüber, so wenig Kontakt zu anderen (Eltern) zu haben. Oma hat offenbar schon wieder vergessen, dass sie ein viertes Urenkelchen kriegt. :/
Ich vermisse: im Moment nichts.
Heißhunger Appetit auf: Feldsalat.
Wehwehchen/Symptome: Gelegentliches Sodbrennen.
Ich freue mich: auf den Besuch meiner Eltern Ende der Woche. Außerdem treffe ich mich am Donnerstag mit den Mädels. Kommenden Sonntag sind wir auf eine Taufe eingeladen und der Mann wird Pate sein!
Gekauft/Bestellt/Erledigt: Ich hab ne Hebamme, yay! Und, fürs Protokoll: Seit 24.1. trage ich wieder Umstandshosen.

So war es bei Nummer 1.

Hebamme: check!

So, einen weiteren Punkt, der mir etwas im Magen lag, konnte ich abhaken, nämlich die Hebamme.
Ich hatte ja bereits im Dezember ein Kennenlerngespräch mit einer, mit der ich aber überhaupt nicht klarkam.

Daraufhin hab ich alle Hebammen kontaktiert, die irgendwie in Frage kamen und bekam auch ein paar Antworten, darunter zwei, die noch Schwangere für den August aufnahmen. Mit einer habe ich ein Gespräch ausgemacht, bei der andern hab ich erst gezögert, da sie meinte, sie ginge Ende August/Anfang September in den Urlaub. Aber mir geht es in erster Linie um die Vorsorge, die Nachsorge war mir beim ersten Mal schon nicht soo wichtig, bzw. ich habe die Hebamme nicht so lange gebraucht, wie sie letztlich kam. Also habe ich mit etwas hin und her und Verzögerung ein weiteres Gespräch ausgemacht. Und ien paar Tage später das erste wieder abgesagt, es passte mir vom Gefühl her einfach nicht.

Und das war auch richtig so. Gestern musste ich mich also beeilen, das Kind abzuolen (es war zum Glück größtenteils kooperativ), da wir bereits für viertel nach zwei verabredet waren. Sie stand auch schon tatsächlich auf der Einfahrt und war mir gleich sympathisch. Ohne Umstand hat sie den Buggy ins Haus geschoben, während ich mich um Gemüsekist und Post gekümmert habe. Das Kind war etwas verwirrt, weil da plötzlich eine Frau war.

Wir setzten uns hin und unterhielten uns sehr gut. Sie ist sehr entspannt und wie die meisten Hebammen natürlich skeptisch, was die ganze Technik und Überwachung und Co angeht. Sie hatte mich, als sie es gut fand, dass ich den Zuckertest verweigern möchte (da schreibe ich n och gesondert was zu). Das Krankenhaus, in welches ich gerne gehen möchte, empfiehlt sie sehr, was mich nicht überraschte.

Wir waren uns also bald einig, dass sie mich betreuen und die Vorsorgen im Wechsel mit meiner Frauenärztin machen wird. Für die Nachsorge wären dann noch drei bis vier Wochen Zeit, je nachdem, wann das Kind kommt und ich denke, das ist auch völlig ausreichend.

Wäre das also erledigt! Wunderbar!

Ein ganzes Dorf…

— Ich hab einfach meine Gedanken runtergeschrieben, daher ist der Text vielleicht etwas wirr.—

„Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Ein Sprichwort, das scheinbar veraltet ist, an dem jedoch viel dran ist.

Heutzutage heißt es nicht mehr Dorf, sondern Netzwerk. Oder Clan. Leute, auch außerhalb der Familie, die irgendwie helfen können bzw. mit denen man sich gegenseitig hilft oder die einfach für einen da sind, egal wie.

Nichts entbehre ich derzeit mehr. Ich arbeite bekanntlich Teilzeit und bin dann nachmittags mit dem Kind allein. Wie gerne würde ich mich nachmittags mal mit jemandem zum Kaffetrinken verabreden, im Idealfall mit gleichaltrigen Kindern. Je mehr Leute, desto entspannter, da habe ich schon gelernt.

Doch da ist niemand. Die einzige Freundin, die in diese Kategorie fiel, ist ans andere Ende der Stadt gezogen. Ein spontanes Treffen fast unmöglich, zumal ihre Tochter dort in die Kita geht und meine eben bei uns zu Hause. Da bleibt nachmittags für ein Treffen keine Zeit mehr, die Kinder sollten schließlich dabei sein. Bleibt nur das Wochenende.

Auch meine restlichen Bekanntschaften mit kleinen Kindern wohnen irgendwo in der Stadt und weil es fast alles nur die Frauen der Schulfreunde vom Mann sind, treffen wir uns zwar ab und zu und finden das auch ganz nett, aber mega Freundschaften sind das jetzt auch nicht. Zumindest von meiner Seite nicht, ich passe oft nicht so richtig rein.

Das war schon immer mein Problem, alle, mit denen ich mich gut verstehe, haben immer jemanden, mit dem sie sich noch besser verstehen.
Zudem neige ich offenbar dazu, die Leute unbewusst vor den Kopf zu stoßen, was eigentlich das letzte ist, was ich will, aber so ist es wohl.

An Selbstbewusstsein mangelt es mir eigentlich nicht, aber wenn es darum geht, mit fremden Leuten in Kontakt zu kommen, bin ich eine feige Sau.

Auslöser für diesen Text war übrigens ein Streit mit dem Mann, der meinte, er würde gerne auf die Fahrt nach München zu meiner Schulfreundin samt Familie verzichten, aus finanziellen Gründen. Ich bin regelrecht zusammengebrochen, denn die wenigen Freundschaften, die ich habe, würde ich gerne pflegen. Ihm fehlt für das Thema das Verständnis. Er ist bei allen Leuten recht beliebt, kann super Kontakte knüpfen und pflegen, findet mit jedem ein Thema, über das er sich unterhalten kann. Er hat in den letzten Jahren mehrfach die Arbeitstelle gewechselt und hält noch Kontakt mit Leuten vor 10 Jahren. Ich bin mehr so: aus dem Auge, aus dem Sinn. Dank sozialer Medien schaffe ich es immerhin, mit drei meiner Schulfreundinnen regelmäßig in Kontakt zu bleiben. Leider wohnen diese alle weit weg.

Nun denn, wie lernt man also neue Leute kennen?

Seit drei Wochen gehe ich mit dem Kind zum Kinderturnen. Da haben wir einen Nachmittag was sinnvolles zu tun und es gibt genügend andere Mütter, mit denen man Smalltalk halten kann. Gestern habe ich das allerdings nicht geschafft, dafür war eine Bekannte da. Die wiederum eine sehr schwangere Freundin mit dabei hatte. Ich wusste, dass diese Bekannte kommen würde, hatte aber nicht mit der Freundin gerechnet. Und schon war ich gehemmt, konnte mit niemandem reden und habe mich ausschließlich aufs Kind konzentriert. Natürlich hab ich auch mit der Bekannten geredet, aber das waren kaum ein paar Sätze.
Immerhin, eine andere Mutter hat mich wieder erkannt und wir haben uns gegrüßt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Und sonst? Ich hatte auf die Kita gehofft. Aber da sieht man beim Bringen und Abholen doch auch imemr nur dieselben Eltern, die soweit alle recht nett sind, aber da ist dann auch niemand, mit dem man gerne mal näher in Kontakt kommen möchte.

Das ist auch so ein Problem: Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll. Aber mit den meisten Müttern (in erster Linie), mit denen man auf die eine oder andere Art verkehrt, möchte ich gar nichts weiter zu tun haben. Weil es einfach zu viele Unterschiede gibt. Angeblich lernt man auf dem Spielplatz gut Leute kennen. Tja, auf dem Spielplatz in der Nähe, der eh nicht besonders toll ist, gibt es nur rauchende Mütter, deren Töchter Renesmee heißen (kein Scherz!). Das sind völlig andere Welten. Ok, es liegt auch an unserem Stadtteil.

Unsere Nachbarn sind nur Rentner, wobei das Haus neben uns verkauft wurde, wo tatsächlich eine kleine Familie einziehen wird. Die sich leider schon unbeliebt gemacht haben. Es wurde zwar geklärt, aber ein Beigeschmack bleibt. Hier bleibt abzuwarten.

Und sonst? Auf Twitter habe ich viel Kontakt. Da wohnen die netten Menschen aber halt auch irgendwo in Deutschland oder gar der Schweiz oder Österreich. Auch keine Lösung.

Einen Teil meiner Hoffnungen setze ich auf nebenan.de. Vielleicht findet sich da ja jemand.

Zudem gibt es in Hamburg die sogenannten Elternschulen, die alles mögliche anbieten. Die café-ähnlichen Angebote sind leider meist vormittags, aber ab Juni werde ich dann ja mehr Zeit dafür haben.