WMDEDGT September 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt gegen halb fünf, etwa. Das kleine Kind weint in ihrem Zimmer, der Mann holt sie zu uns rüber und sie kuschelt sich an mich. Da es noch sehr dunkel ist, gehe ich davon aus, dass es noch recht früh ist. Ich kann leider nicht mehr einschlafen und muss eigentlich auch mal aufs Klo. Ich döse vor mich hin und gucke irgendwann aufs Handy. 5:03 Uhr. Super. Weder schlafen noch auf Klo gehen lohnt noch.

Ich schlafe natürlich trotzdem wieder ein und träume einen wirren Traum, in dem der Mann, ein Zug, ein Boot, viel Eis und Schnee und meine Hausschuhe vorkommen. Oh, und ich flirte mit jemandem, ich kann aber nicht mehr rekonstruieren, mit wem. Der Mann wird’s wohl nicht gewesen sein.

Der Wecker klingelt um 6:05 Uhr und ich penne sofort wieder weg. Zehn Minuten später werde ich wieder wach, der Mann ist bereits angezogen. Ich messe meine Temperatur (hallo Hochlage) und stehe um 20 nach sechs auf.

Das kleine Kind ist auch schon wach und berührt mich immer wieder, während ich mich anziehe. Ich staune immer, wieviel mehr Körperkontakt sie sucht und braucht im Gegensatz zu ihrer großen Schwester.

Ich wickle sie und ziehe sie ebenfalls an. Dann gehen wir runter zum Frühstück. Same procedure as every day. Die Kinder möchten Musik hören und suchen sich abwechselnd ein Lied aus. Um 7:00 Uhr geht der Mann aus dem Haus.

Das kleine Kind hat mittlerweile aus zwei Brötchenhälften das Innere gezupft und etwas von der Kruste gegessen und steuert jetzt die dritte Hälfte an, was ich unterbinde. Sie kriegt ein Viertel vom Brötchen, ist damit aber nicht zufrieden. Aber ich möchte halt auch gerne noch was essen und sie kriegt schließlich in der Kita nochmal Frühstück.

Der Frust fürs Kind geht weiter, denn sie möchte ein Lied hören, kann mir aber nicht verständlich machen, welches sie meint. „Kind, lern sprechen!“, denke ich mir und gehe in die Küche, Brote schmieren.

Um kurz vor halb acht gehen wir nach oben, das große Kind muss sich noch anziehen, außerdem Zähneputzen, Haare machen und so weiter.

Halbwegs pünktlich sind wir wieder unten, ich räume noch ein paar Dinge vom Boden und stelle die Stühle hoch, damit Ernie, unser Staubsaugerroboter, mal wieder seinen Job verrichten kann. Das große Kind vermisst ihre Schuhe und sitzt untätig auf dem Boden herum. Das ist natürlich sehr hilfreich.

Ich finde die Schuhe unter meiner Tasche. Das kleine Kind haut auf Socken nach draußen ab, wo ich sie mir kralle und ohne Umstände in den Buggy setze. Das große Kind will mit dem Fahrrad fahren. Ok.

Also, alles nach draußen. Kind mit Fahrradhelm versorgen und das Fahrrad aus dem Schuppen holen. Es ist zehn vor acht, los geht’s.

Wir kommen ohne Zwischenfälle fast pünktlich in der Kita an. Ich gebe die Kinder im Bewegungsraum ab und lasse mich vom großen Kind und ihrer Freundin rausschubsen.

Ich gehe zur U-Bahn und fahre in die Innenstadt. Auf dem Weg zum Büro denke ich über das Datum nach. Beim Aufwachen war ich sicher, es sei der fünfte, also WMDEDGT. Dann kam ich aber über Umwege darauf, dass doch erst der vierte sein müsste und hab ich mich geärgert. Schließlich rechne ich von Samstag rückwärts, da ist nämlich hundertprozentig der siebte und komme drauf, dass wirklich der fünfte ist.

Im Büro ist noch keiner, das finde ich ganz angenehm. Kaum bin ich online, schreibt mich ein Kollege an. Wir diskutieren eine Weile, wie wir verhindern, dass einer unserer Nutzer sehenden Auges in sein Unglück läuft, finden aber keine Möglichkeit.

Dann beginne ich diesen Beitrag.

Gegen halb zehn tätige ich ein paar Anrufe. Bzw. ich versuche es. Zunächst rufe ich den Vermieter unserer Ferienwohnung an. Wir wollen nächste Woche anreisen und haben bisher noch keine Rechnung erhalten. Ich will sichergehen, dass alles in Ordnung ist. Ich erreiche ihn nicht. Dann rufe ich meine Frauenärztin an, um einen Termin auszumachen. Ich rufe wider Erwarten außerhalb der Sprechzeiten an (hä?) und erfahre von der Ansage, dass Sie eh bis 13.09. im Urlaub ist. Ich mache mir eine Notiz, nach dem Urlaub wieder anzurufen.

Danach folgte ein Anruf beim Kinderarzt. Ich brauche einen Termin für die U9 vom großen Kind. Ich hatte schon eine Mail geschrieben, aber außer „Danke, wir suchen einen Termin raus und melden uns wieder bei Ihnen“ kam noch nichts weiter. Es ist nicht dringend, aber ich hätte das gerne erledigt.

Die Praxis legt mich in die Warteschlange und dann auf den AB. Ich bitte um Rückruf.

Kaum bin ich wieder am Platz, ruft mich der Vermieter an. Er sei grade auf der Autobahn (ich hoffe für ihn, dass er eine Freisprechanlage hat), er sei sich aber sicher, dass alles in Ordnung ist, er würde bei der nächsten Raststätte aber sicherheitshalber mal nachsehen. Nun gut.

Ich aktualisiere meinen Text und arbeite weiter vor mich hin. Außerdem trinke ich Kaffee.

Um kurz nach elf ruft die Kinderarztpraxis zurück. Ich stünde auf der Liste, man würde sich zurückmelden, sobald es wieder Termine gäbe, offenbar ist alles grade ganz furchtbar eng. Soso. Das ging aus der E-Mail damals nicht so hervor, dann hätte ich ja gar nicht erst angerufen.

Ich lösche mal wieder viele Fake-Nutzer.

Ich bin müde. Ich beobachte das Schauer-Wetter. Ich lese mal wieder etwas darüber, dass es für die Rettung der Welt (Stichwort Klimawandel) wohl zu spät ist. Aber ich bin wohl abgestumpft. Ich habe resigniert. In 30 Jahren sind wir alle tot, spätestens in 50. Mir tut es sehr leid für die Kinder und ich hoffe, dass ich das ganze Thema noch so lange wie möglich von ihnen fern halten kann.

Um 13:30 Uhr ist Feierabend. Ich fahre zur Kita und hole erst das große Kind, sie ist gerade beim Tauziehen, und dann das kleine Kind ab. Die ist noch nicht ganz angezogen und freut sich, mich zu sehen. Ich ziehe sie vollständig an und lasse dann kurz ihren Erzieher, der wie immer ein bisschen zu gut gelaunt ist, an meinen dystopischen Überlegungen zur Klimakrise teilhaben. Er ist ein bisschen irritiert. Vielleicht hätte ich die Klappe halten sollen, aber totschweigen nützt ja auch nichts. Ich habe oftmals den Eindruck, dass das Ausmaß des Ganzen noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist.

In der Garderobe spreche ich mit einer Mutter, bei der wir morgen eingeladen sind. Das große Kind will ihre Freundin schon seit Monaten besuchen und nun klappt es wohl endlich. Sie fragt mich, was ich eigentlich beruflich mache und ich erkläre es ihr, auf englisch, deutsch spricht sie nur sehr gebrochen. Sie ist überrascht, von so etwas hat sie noch nie gehört. Ich wundere mich mal wieder.
Der Besuch morgen setzt mich mal wieder unter Druck. Ich sollte vermutlich was mitbringen, weiß aber nicht so recht, was.
Ich will auch nicht als die unhöfliche Deutsche gelten.

Die Kinder und ich gehen heim. Das Wetter ist weiterhin schauerlich, ich habe die Hülle für den Buggy nicht dabei und so beeilen wir uns. Zu Hause angekommen, überfällt mich tiefe Müdigkeit und daraufhin Genervtheit. Außerdem habe ich seltsame Unterbauchschmerzen. Sie fühle sich an wie Mittelschmerz, aber den hatte ich doch gestern abgehakt?
Am liebsten würde ich mich aufs Sofa legen und schlafen, aber ich muss auch noch kochen. Ich mache den Kindern Haferflocken und gehe dann in die Küche. Ich koche One-Pot-Pasta mit Spinat, Champignons und Lachs. Zwischendurch muss ich das frustrierte kleine Kind beruhigen, welches mir mal wieder nicht klarmachen kann, welches Lied sie hören will. Und dann fällt sie auch noch vom Stuhl. Herrgott!

Als ich fertig bin mit Kochen, bin ich total kaputt und setze mich aufs Sofa. Leider ist keine Zeit für ein Nickerchen. Die Kinder dürfen ein Safteis essen, ich esse meine Nudeln. Um viertel vor vier fällt mir auf, dass wir allmählich mal lossollten. Das große Kind braucht fünf Minuten, um sich Socken anzuziehen, weshalb wir später loskommen, als geplant. Der nächste Bus reicht auch noch, rechne ich mir auch. Tatsächlich hätten wir locker pünktlich sein können, wenn denn der Anschlussbus gekommen wäre. Ich bin stinkesauer, denn dieser Bus ist vor vier Wochen auch schon mal ausgefallen. Er wird angezeigt in der App, aber wenn man dann rumsteht und wartet, wird er auf einmal gestrichen. Nächstes Mal nehmen wir wieder die andere Strecke, egal, wie das Wetter ist. Diesmal laufen wir also die zwei Stationen und kommen ganz knapp pünktlich.

Der Raum, in dem die Eltern warten können, ist schon ungewohnt voll. Die letzten zwei Wochen war ich fast allein mit dem kleinen Kind, heute sind da noch Babys und Eltern sitzen am Tisch und essen Kuchen. Mir wird auch was angeboten, aber Bienenstich geht leider aufgrund der Mandeln nicht. Ich sollte vermutlich socializen, spätestens, als ich der Name unserer zukünftigen Grundschule fällt, aber ich bin zu müde und so sitze ich nur auf dem Sofa und lese mein Buch. Das kleine Kind ist irritiert von den Babys und klebt die meiste Zeit an meinem Bein. Trotzdem geht die Dreiviertelstunde recht schnell rum.

Um viertel nach fünf kommt das große Kind strahlend aus dem Raum. Ich freue mich sehr, dass es ihr so viel Spaß macht!
Ich frage sie, ob sie nochmal Pipi muss, sie verneint. Fehler. Im Bus muss sie ntürlich doch! Memo an mich selbst: Nach der Probe immer aufs Klo. Drei von viermal war jetzt was.
Sie muss jetzt aber aushalten bis zu Hause. So weit ist es auch nicht. An der Bushaltestelle versucht sie aus mir rauszuleiern, dass wir einen zweiten Buggy anschaffen. Oder noch einen Sitz an den vorhandenen Buggy machen. Ich bin echt irritiert. Wie kann man so faul sein? Dann spricht mich eine ältere Frau an, was ich eigentlich von der u-Bahn-Streckenverlängerung halten würde, da wäre ja hier alles dicht. Ich meine, ich hätte mich noch nicht so recht damit beschäftigt, es würde uns nur indirekt betreffen. Dann kommt auch der Bus.

Nach dem Aussteigen treffen wir an der Ampel auf den Mann. Das große Kind überredet ihn, dass er sie trägt. Seufz. Lange kann er sie aber auch nicht tragen. Ich erwähne das Wort „Pipi“ und plötzlich können alle ganz schnell laufen. Geschafft!

Die Kinder haben Hunger. Das große Kind kriegt Brot, das kleine Kind Griesbrei. Ich lege Wäsche zusammen.
Nach dem Essen wird geduscht, mit Haarewaschen. Ich brauche ewig, bis ich das große Kind zum Ausziehen überredet habe. Ich drohe, sie mit Klamotten in die Dusche zu stellen.

Schließlich sind alle sauber und im Schlafanzug. Die Kinder dürfen noch „Stinky und Dirty“ und „Peppa Wutz“ sehen, dann gehts ins Bett. Das große Kind möchte Bibi Blocksberg hören. Das kleine Kind wird vom Mann ins Bett gebracht, ist darüber aber nicht erfreut, sie wollte, dass ich das mache. Nee, heute nicht. Ab nächstem Mittwoch muss ich das für elf Tage jeden Tag machen.

Ich schreibe diesen Teil vom Beitrag. Es ist 20 vor acht. Vielleicht schaffe ich es heute mal, rechtzeitig ins Bett zu gehen. Nötig wärs. Immerhin sind die komischen Bauchschmerzen verschwunden. Vielleicht war es doch Mittelschmerz.
Ich muss noch was essen und nachher noch ein wenig Yoga üben.

Gute Nacht!

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Zwei Jahre! (zum zweiten)

Geliebtes kleines Kind,

zwei Jahre bist du nun bei uns! Auch dein zweites Lebensjahr verging so schnell, wenn auch nicht ganz so schnell wie dein Babyjahr, hab ich zumindest so den Eindruck.

Zwei Jahre, da beginnen doch die berühmten Terrible Two? Naja, es geht. Ja, du bist schon in der Autonomiephase angelangt, aber es hält sich wirklich in Grenzen. Solange du hin und wieder selbst bestimmen darfst, was du anziehen möchtest oder mal etwas selber machen darfst, ist eigentlich alles in Ordnung. Da bin ich schon ganz anderes gewohnt. Wir wissen natürlich aber bei dir auch schon eher, wie man am besten mit der „Trotzphase“ umgeht und lassen dich viel gewähren. Du bist tatsächlich auch schon sehr selbstständig.

Und furchtlos außerdem. Du kletterst überall herum, probierst alles aus und bist auch Menschen gegenüber, denen du nicht unbedingt jeden Tag begegnest, sehr offen.
In der Kita hast du dich schnell eingelebt und fühlst dich sehr wohl. Lustigerweise liebst du die gleiche Erzieherin am meisten, die auch schon deine große Schwester sehr gemocht hat. Ist sie morgens da, stürzt du dich in ihre Arme und ich bin abgeschrieben. Mittags hole ich auch immer ein fröhliches Kind ab, es ist also wirklich alles prima in dieser Hinsicht.
Du liebst deine Erzieher:innen und laut deren Aussage streichelst und küsst du sie wohl auch immer mal. Das ist schon sehr niedlich!

Essen klappt in der Kita auch, Berichten zufolge verlangst du oft mehrmals einen Nachschlag. Das kenne ich von zu Hause nicht unbedingt. Höchstens bei Nudeln. Stattdessen praktizierst du gerne Dinner Cancelling, irgendwie scheinen dir die diversen Angebote nicht zu passen. Mit ziemlich genau anderthalb Jahren hab ich dich abgestillt, was erfreulich problemlos lief.

Du bist leider eher ein Hungerhaken. Die U7 vor einigen Wochen hat ergeben, dass du mit 10kg auf 90cm eher untergewichtig bist. Auf der Perzentile bist auch abgefallen und die Ärztin riet mir, doch mal zu versuchen, dich etwas mehr anzufüttern. Ich gebe mein Bestes, aber zwingen kann ich dich ja auch nicht.
Ansonsten war sie aber sehr zufrieden mit dir. Motorisch bist du ganz weit vorne. Du hast direkt an deinem ersten Geburstag begonnen zu laufen. Ende Mai bist du von der Rutsche gefallen und hast dir den rechten Arm angeknackst. Der musste für gut zwei Wochen ruhig gestellt werden, was dich gar nicht gestört hast. Überhaupt bist du im Großen und Ganzen einfach ein sehr zufriedenes und fröhliches Kind.

Sprachlich hapert es allerdings. Stand heute besteht dein aktiver Wortschatz aus genau 16 Wörtern, inkl. Mama und Papa. Dazu kommen einige Lautmalereien, vor allem Tiergeräusche und eben Gestiken. Da du aber alles verstehst, liegt es vermutlich eher nicht am Gehör. Dein passiver Wortschatz ist auch riesig. Wir warten erstmal ab. Manchmal hab ich den Eindruck, dass du einfach nur zu stur zum Sprechen bist. Zwei-Wort-Sätze klappen aber immerhin schon lange. Und natürlich: „Nein!“ Und: „Neihein!“

Schlaftechnisch hat es sich in den letzten paar Monaten sehr verbessert. Zwar musste dich zuletzt immer der Papa hinlegen, weil du bei mir überhaupt nicht zu Ruhe kamst, aber auch das scheint sich zu ändern. Mittlerweile schläfst du immer öfter einfach in deinem Bett ein anstatt auf dem Arm. Die allermeisten Nächte hast du in den letzten Woch auch durchgeschlafen. Pünktlich zum zweiten Geburtstag hast du ein großes Bett in deinem eigenen Zimmer bekommen. Die ersten beiden Nächte darin hast du ohne Mucks durchgeschlafen. (Die darauffolgenden beiden Nächte eher nicht.)

Bei deiner großen Schwester hab ich über ihre langen braunen Locken geschrieben. Nun, das kann ich bei dir nicht unbedingt. Erstens bist du blond, zweitens hast du keine Locken und drittens, tja, du hast einfach nicht so viele Haare. Vor einigen Monaten habe ich im Nacken die Deckhaare abgeschnitten, weil sich deine Frisur immer mehr zum Vokuhila entwickelte. Aber so richtig kommen deine Haare nicht in Gang. Sie sind auch recht dünn und ich weiß gar nicht, nach wem du da schlägst. Deine Eltern sind ja genauso haarig wie deine Schwester. Wir hoffen mal das Beste!

Wie schon erwähnt, bist du meist ein sehr fröhliches Kind. Ich nenne dich oft meinen kleinen Sonnenschein und möchte dich immer abknutschen, weil du so niedlich bist! Frech bist du allerdings auch und ziemlich selbstbewusst. Oft stemmst du deine Hände in die Seite, das ist zu lustig. Wir nennen dich oft auch unsere kleine Schauspielerin. Deine Stimmung kann in Sekundenbruchteilen wechseln. Vor einiger Zeit dachten wir, du seist unerwartet im Auto eingeschlafen. Bis du plötzlich den Kopf gehoben und uns mit einem „Haa!“ angegrinst hast. Das hatte ich auch noch nicht erlebt.

Bücher und Musik sind weiterhin das Größte. Morgens finde ich dich regelmäßig auf dem Bett deiner Schwester, wo du dir in Ruhe ihre Bücher anschaust und wenn es im Wohnzimmer plötzlich so ruhig ist, dann hockst du vor dem Regal und guckst ein Buch nach dem anderen an.

Du bist ein großartiges Kind und wir sind jeden Tag dankbar, dass Du bei uns bist!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Deine Mama, dein Papa!

WMDEDGT August 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Ich bin schon vor dem Wecker wach, naja, so halb, und döse so vor mich hin. Das große Kind geht aufs Klo, ich frage mich, wieviel Uhr es wohl sein mag, da klingelt der Wecker auch schon. Halb sieben. Kurz danach gehen die Rollläden hoch, ich kann noch zehn Minuten liegenbleiben. Ich hasse früh aufstehen. Ich möchte nichts lieber, als mich umzudrehen und noch eine Stunde oder anderthalb zu schlafen.

Morgen muss ich noch eher aufstehen, da beginnt die Kita wieder. Heute ist der letzte Tag der Schließzeit. Außerdem kommen morgen meine Eltern für eine Woche zu Besuch, da ist noch einiges zu tun, bis sie da sind.

Jetzt erstmal aufstehen, Klo, waschen, ins Schlafzimmer gehen und sich wundern, wo denn das kleine Kind geblieben ist. Der Mann ist nur so halb wach, das kleine Kind liegt weder neben ihm noch im Kinderbett, sondern sitzt fröhlich plappernd mit drei Kuscheltieren vor dem Spiegel. Sie freut sich, mich zu sehen und stellt mir die Tiere mit ihren typischen Lautmalereien vor.

Anziehen, Frühstück machen, frühstücken. Das große Kind muss mehrfach gebeten werden, doch auch mal runter zu kommen und dann, doch bitte wenigstens ein halbes Brötchen zu essen. Nun, ich muss ich heute nicht mit den hungrigen Kindern rumschlagen.

Nach dem Frühstück schmiere ich meine Brote und gehe dann Zähneputzen. Da noch genug Zeit ist, hole ich danach Ernie (unseren Staubsaugerroboter), damit er heute mal den Dachboden saugt. Dort muss ich heute die Betten für meine Eltern beziehen, da ist es gut, wenn mal durchgesaugt wurde. Mir fallen dabei allerdings noch ein paar Spinnweben an den Dachfenstern auf, der Staubsauger muss wohl trotzdem mal nach oben geschleppt werden.

Beim wieder Runtergehen fällt mir der kleine aufblasbare Pool auf, den wir eine Zeitlang als Badewannenersatz genutzt haben. Eine der Luftkammern ging leider relativ bald kaputt und mittlerweile sind die Kinder wohl eh rausgewachsen, ich beschließe also, ihn wegzuschmeißen. Wir haben einfach zuviel Müll, es ist schlimm.

Ich verabschiede mich also von Mann und Kindern, packe Rucksack, Büchereitasche und Pool und gehe erst zu den Mülltonnen, dann zur Bushaltestelle. Just in time, der Bus biegt grade um die Ecke. Ich fahre ein paar Stationen und steige dann in die U-Bahn um, wo ich ein neues Buch beginne.

Etwa zehn Minuten später steige ich aus. Auf dem Weg zur Arbeit muss ich noch zu Budni. Ich komme an einigen E-Scootern vorbei und muss mal wieder an den Artikel denken, in dem stand, dass diese Roller nur eine Lebensdauer von etwa vier Wochen haben. Die Menschheit kann sich echt nur Mist ausdenken, habe ich den Eindruck.

Bei Budni kaufe ich Schokocreme und suche wieder mal vergeblich nach den Zahnbürsten der Eigenmarke, die ich bisher immer für die Kinder gekauft hatte. Die wurden offenbar aus dem Sortiment genommen, sehr ärgerlich. Da muss ich mal nachfragen. Ich kaufe zwei einzelne, das bedeutet auch wieder mehr Müll. Seufz.

Ich komme etwa zehn Minuten zu spät (8:40 Uhr) im Büro an, ein Kollege ist schon da.

Die anderen trudeln mit der Zeit ein. Ein Kollege war zwei Wochen im Urlaub, in der Türkei. Ich wundere mich mal wieder, was alle an der Türkei finden, mich kriegen da keine zehn Pferde hin. Allerdings ist seine Frau Türkin und deren Eltern haben ein Sommerhaus, es klingt ziemlich gut. Es hat halt alles seine guten und schlechten Seiten.

Chef1 kommt an, er war ein langes Wochenende in den Dolomiten. Der Klimawandel ist in diesem Büro eher kein Thema. Doppelseufz.

Ich arbeite vor mich hin, übers Wochenende bleibt immer einiges liegen.

Die Arbeit ist ganz ok heute, ich nehme zwischendurch eine Lebensmittellieferung entgegen, die sehr viel Schokolade beinhaltet. Zwar nicht unbedingt meine Sorten, aber immerhin. Außerdem kopiere ich eine Geschichte aus einem Buch, welches ich später in der Bücherhalle zurückgeben will. Der Kopierer kann sogar bunt, wunderbar!

Außerdem poste ich auf der Facebook-Seite von Budni die Frage, wo eigentlich die besagte Zahnbürsten seien. Man antwortet mir, man werde es an die entsprechende Fachabteilung weiterleiten.

Um halb zwei mache ich Feierabend und gehe zu besagter Bücherhalle. Mein Lesestoff geht nämlich schon wieder zur Neige.
In der Bücherhalle leihe ich mir die drei geplanten Bücher aus, werfe noch einen Blick in den Flohmarkt und in die Jugendbibliothek, werde aber nicht fündig. Naja, in ein paar Tagen wollen wir eh wieder hierher kommen. Das große Kind freut sich schon.

Ich fahre nach Hause, wo ich kurz nach halb drei ankomme. Die Kinder belagern mich sofort und erzählen mir von ihrem Tag. Sie waern mit Papa beim goldenen M und wir haben jetzt ein neues rosa Glas. Und ein überflüssiges Spielzeug. Soso.

Weil ich ziemlich Hunger habe, schicke ich die Kinder raus in den Garten und wärme mir Reste vom Vortag auf.
Danach will der Mann putzen. Er räumt oben auf und fängt schon mal an zu staubsaugen, während ich unten aufräume.
Als er oben fertig ist, sauge ich das Sofa ab und nehme dann das große Kind mit auf den Dachboden, um die Betten für meine Eltern zu beziehen. Als wir fertig sind, kommt auch das kleine Kind hoch und wir sehen alle zusammen ein wenig aus den Dachfenstern. Die Nachbarn zwei Häuser weiter sehen uns und winken, wir winken zurück.

Dann hängen wir im Schlafzimmer rum, die Kinder spielen mit Filzschnüren und dem Hüpfkissen und hüpfen und springen vor sich hin. Schließlich ist der Mann fertig mit putzen und kommt ebenfalls hoch. Prompt stößt das kleine Kind sich den Kopf, beide Kinder heulen, der Mann bringt Safteis. Weil das kleine Kind etwas davon auf mein Bett kleckert, beschließe ich das als endgültiges Zeichen anzusehen und ziehe das Ehebett ab. Ich hatte es eh vor, konnte mich aber noch nicht so recht aufraffen.

Der Mann hilft mir beim Neubeziehen. Als ich die Wäsche in die Maschine stopfe, ist es etwa zehn vor fünf. Ich habe grade angefangen, die Kellertreppe zu fegen, da klingelt es. Die Nachbarin von ganz vorne in der Reihe steht vor der Tür und fragt, ob sie mal unsere Fenster ansehen kann. Die haben wir vor gut zwei Jahren neu machen lassen und es all unseren NAchbarn weiter empfohlen (die alten Fenster waren von 1982…) und nun wollen gleich viert Parteien ihre Fenster neu machen lassen. Vor ein paar Tagen fragte schon eine andere Nachbarin, ob sie mal unsere Fenster angucken kann.

Als sie wieder weg ist, fege ich die Treppe fertig und wische die Fensterrahmen ab, das wollte ich auch schon seit längerem machen. Danach räume ich die Küche auf. Der Mann ist unterdessen nochmal kurz einkaufen gegangen.

Ich schreibe mit meiner Freundin in Frankfurt. Rein zufällig hören wir mal wieder gleichzeitig Rammstein. Wir verabreden, wenn wir alt sind, gemeinsam in eine WG zu ziehen und nichts anderes zu hören. Ich hatte vor ein paar Tagen meine Alben runter in die Küche gebracht, aber offenbar eines auf dem Dachboden vergessen. Ich will das gleich nachholen und kündige den Kindern an, die Badewanne fertig zu machen.

Meine Freundin gesteht mir, dass ihr erstes Album von den Prinzen war, was ich zum Anlass nehme, direkt mal meine fünf eigenen Prinzen-CDs zu fotografieren. Wir sind uns offenbar ähnlicher als gedacht. Das besagte Rammstein-Album findet sich nicht. Ärgerlich. Ich überlege, es neu zu kaufen.

Das große Kind folgt mir auf den Dachboden, danach kommen der Mann und das kleine Kind. Wir stopfen die Kinder in die Badewanne. Ich räume mal wieder auf und wasche den Kindern die Haare, der Mann bereitet das Abendessen vor. Meine Freundin schickt mir einen Link zu einem kürzlich stattgefundenen Chorwettbewerb. Ich höre mir den Gewinnertitel und den deutschen Beitrag an und bin vor allem von letzterem beeindruckt. Beide Titel haben wir ebenfalls schon mal im Chor gesungen, aber diese Versionen sind deutlich anspruchsvoller. Ich schicke den Link in unsere Chor-WhatsApp-Gruppe.

Bis die Kinder endlich aus der Wanne sind, ist es nach halb sieben. Sie essen rasch was und dürfen dann noch eine Folge Peppa Wutz gucken. Der Mann bringt das kleine Kind ins Bett, ich mache dem große Kind noch Bibi und Tina an.

Danach schreibe ich diesen Beitrag zu Ende. Ich muss mal noch was essen und etwas Zweisamkeit steht auch noch auf dem Programm.
Mal sehen, was außerdem heute noch im Fernsehen läuft.

Gute Nacht!

Bucket List – Update

Im Gespräch mit einer Freundin kam das Thema Bucket List auf. Auf ihrer ganz weit oben stand der Besuch eines Rammstein-Konzertes, das hat sie jetzt geschafft. Ich hab derer schon drei erlebt, das vierte folgt nächstes Jahr, das brauch ich also nicht draufschreiben.

Mir fiel dann ein, dass ich auch schon mal eine erstellt hatte, nämlich hier.

Das war allerdings 2013. Hilfe, wo ist die Zeit hin? Zwar konnte ich schon Punkte durchstreichen, aber aktuell ist was anderes.

1. Heiraten. Kinder kriegen. Eins, zwei oder sogar drei? (Na, drei ist unwahrscheinlich) Verheiratet, zwei Kinder, Familienplanung abgeschlossen.
2. Klassischer Punkt auf ca. 80% dieser Listen: Das Nordlicht sehen.
3. Wahlweise: An einen Ort reisen, wo es dunkel genug ist, dass man endlich mal alle sichtbaren Sterne sehen kann. In Mitteleuropa schon gar nicht mehr möglich.
4. Mich tätowieren lassen. Ist in Planung.
5. Mit einem großen Chor ein großes Werk (egal, ob religiös oder weltlich) aufführen. Anfang des Jahres habe ich Carmina Burana gesehen. Auf der Bühne standen sechs Chöre, dazu die Hamburger Symphoniker. Es war großartig und ich habe mir sehnlichst gewünscht, ich könnte auf die Bühne steigen und mitsingen.
Hier kann ich ebenfalls updaten: Im Juni habe ich mit einem Projektchor (ca. 80 Leute) drei Stücke bei der Nacht der Chöre aufgeführt. Das war schon ganz gut. Wenn ich Glück habe, kann ich 2020 bei einem richtig großen Chor in der Elbphilharmonie mitsingen. Daumen drücken!
6. Die Küste Norwegens mit den Hurtigruten abfahren.
7. Alle deutschen Meeresinseln besuchen. Die Liste ist übrigens länger als gedacht. Probieren wirs erstmal mit den 20 größten.
8. In ein Casino gehen. Ist schon geplant.
9. Aus aktuellem Anlass füge ich hinzu: Einen Garten haben. Egal wie. Oder zumindest einen sehr großen Balkon. Mit unserem Umzug 2016 erledigt. Es ist kein großer Garten, aber ausreichend.

Zu Punkt 7:
Rügen
Usedom
Fehmarn
Sylt
Föhr
Pellworm
Poel
Borkum
Norderney
Amrum
Langeoog
Ummanz
Spiekeroog (in Planung)
Hiddensee
Juist
Langeneß (Hallig)
Norderoogsand
Wangerooge
Baltrum
Hooge (Hallig)

Die kursiven sind schon geschafft.

WMDEDGT Juli 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich so den ganzen Tag lang machen.

Die Nacht war ok, ich habe beim großen Kind geschlafen, welches um halb zwei mal aufs Klo musste. Der Wecker klingelt um fünf nach sechs. Ich messe meine Temperatur und fühle mich, als habe ich meine Regel bekommen, doch das bestätigt sich nicht.

Ich bin müde, sehr müde, wie immer. Schließlich raffe ich mich auf, gehe aufs Klo und ziehe mich an. Die Kinder schlafen bzw. dösen noch.

Frühstückszeit. Der Mann hat heute Home Office, da das neue Bett vom kleinen Kind geliefert werden soll, dazu später mehr. Er weckt das kleine Kind und zieht sie an, in der Zwischenzeit kommt das große Kind runter und beklagt sich über die vorhandenen Brötchen. Das kleine Kind wird vom Mann runtergebracht. Sie ist gut drauf, wie immer. Beide wollen Saft trinken, der ist fast alle. Zum Glück ist Freitag, da wird eingekauft.

Ich frühstücke das übliche, schmiere danach meine Brote und ärgere mich über die unaufgeräumte Küche. Die letzten Nachmittage war ich ständig beschäftigt und hatte keine Zeit mal in Muße sauberzumachen. Heute Nachmittag werde ich kochen, danach wird’s dann ordentlich werden. Hoffentlich.

Um halb acht Abmarsch nach oben zum Anziehen und Zähneputzen. Das große Kind sucht sich ihre Sachen nach sehr groben Vorgaben von mir aus. Ich passe meist nur noch temperaturtechnisch an, wenn Sie buntgemustert rumlaufen will, ist mir das gleich.

Das kleine Kind kriegt ein anderes Oberteil an. Zähneputzen, Haare machen, fertig.

Verabschiedung vom Mann, Schuhe anziehen. Da das Wetter momentan eher mittel ist, ziehe ich dem kleinen Kind mal wieder die geschlossenen Schuhe an. Vorher teste ich anhand der Sohle, ob die eigentlich noch passen. Tatsächlich passen sie nur noch haarscharf. Da sind also wieder neue fällig.

Um zehn vor acht gehen wir los. Das ist fünf Minuten zu spät. Diese Woche sind wir ständig zu spät, nachdem wir letzte Woche immer überpünktlich waren. Es ist ein Rätsel.

Das große Kind läuft wie üblich fünf Meter hinter mir her, träumt und singt vor sich hin. Es ist ja niedlich, aber auch echt anstrengend. Ich treibe sie ständig an.

Um kurz nach acht sind wir da. Ich gebe beide Kinder problemlos ab und mache ich mich wieder auf den Weg.

Die U-Bahnen sind pünktlich und so bin ich es wider Erwarten auch. Im Büro bin ich die erste. Erstmal aufs Klo gehen!

Dann kommt auch der erste Kollege an. Heute wird ein ruhiger Tag. Der eine Chef ist nicht da, der andere Kollege im Urlaub.

Ich muss gestehen, dass ich erstmal eine ganze Weile auf Facebook rumänge. Meine Freundin und ich haben beschlossen, dass wir versuchen werden, für nächstes Jahr ein Klassentreffen auf die Beine zu stellen. Wir haben dann 15 Jahre Abi, das trifft sich doch ganz gut. Meine Freundin hat auch direkt mal eine Nachricht an einige Leute geschrieben und es stellt sich raus, dass eine ganze Menge unserer ehemaligen Mitschüler:innen bei Facebook angemeldet ist. Ob die auch alle aktiv sind, wird sich zeigen.

Leider ist das Organisieren von Hamburg bzw. München aus nicht so einfach, da sind wir auf andere angewiesen. Ich bin noch skeptisch.

Schließlich arbeite ich doch mal was und beginne dann, gegen halb zehn diesen Beitrag zu schreiben. Hunger krieg ich auch. Das war wohl nicht genug zum Frühstück.

Das Handy summt, ein Mann ist dran und fragt, ob wir zu Hause seien, er habe eine Lieferung. Ich versichere ihm, dass mein Mann am Start ist.

Um zehn nach zehn mache ich mir Kaffee. Ich habe leichte Kopfschmerzen und hoffe, dass der etwas hilft. Dazu ein paar Schokokekse.

Der Mann meldet von zu Hause, der Staubsaugerroboter sei unter der untersten Treppenstufe durchgefahren und abgestürzt. Prima, das sind über zwei Meter. Auf dem Foto sieht er heil aus, aber der Mann scheint nicht in der Lage zu sein, ihn mal zu testen. Muss ich auch nicht verstehen.

Ich mache auf Ebay Kleinanzeigen ein Paar nahezu ungetragene Schuhe fürs kleine Kind klar. Die Frau will sie noch heute losschicken.

10:48 Uhr: Der Mann meldet, das Bett sei da. Nachdem gestrigen Kommunikationschaos mit der dem Internet zufolge unfähigen Speditionsfirma ist das ausgesprochen erfreulich. Bevor wir das Bett allerdings aufbauen können, müssen noch einige andere Dinge geschehen. Aber immerhin ist es da.

Dann melde ich mich für eine Studie zum Thema Zyklusbeobachtung an, auf die ich am Tag zuvor aufmerksam gemacht wurde. Ursprünglich war ich nicht interessiert, unter anderem, weil eine einführende Veranstaltung in Berlin Pflicht ist. Das Ganze ließ mich aber nicht los und so hab ich die Formulare doch ausgefüllt. Mit einer kleinen Lüge: Abgestillt habe ich nicht vor >6 Monaten, sondern erst vor viereinhalb. Aber bis das losgeht, sind die sechs Monate auch rum. Dachte ich.

Nun finden die Einführungsveranstaltungen an verschiedenen Terminen statt, ich hätte nur an einem Zeit gehabt. Beginn: 9:45 Uhr. Da es noch keine Ortsangabe gibt, bin ich nun doch raus. Schade, das wäre sehr interessant gewesen.

Zwischendurch arbeite ich aber auch mal was. Tatsächlich. Leider nicht sehr konzentriert, die Kopfschmerzen bleiben mir erhalten. Schließlich nehme ich eine Tablette dagegen.

Es ist sehr ruhig im Büro, wir sind nur zu dritt und es sagt kaum jemand ein Wort.

Um halb zwei mache ich Feierabend.

Ich fahre mit der U-Bahn und habe beim Umsteigen noch ein recht unangenehmes Erlebnis mit einem blinden Mann, den ich helfenderweise höflich angesprochen hatte. Nun, er brauchte meine Hilfe nicht. Ich hab ihm darauf innerlich gewünscht, er möge dann doch einfach gegen die nächste Wand laufen, danach sah es nämlich aus. Tja.

Ich hole die Kinder ab und gehe mit ihnen nach Hause. Der Mann ist daheim.
Wir tragen die Einzelteile vom Bett erstmal runter in den Keller. Der Staubsaugerroboter ist noch in tadellosem Zustand.
Dann streiten wir uns, weil noch Geld von zwei Leuten fehlt, für die ich vorgestern Rammstein-Tickets gekauft hatte. Es handelt sich um zwei Freundinnen meines Bruders. Wir rechnen rum, meines Erachtens fehlt nur noch genau das Geld von den beiden, dem Mann zufolge fehlt mindestens doppelt so viel. Was Blödsinn ist, weil ich jeden Geldeingang auf Korrektheit überprüft habe. Schließlich sieht er es ein und ich schreibe meinem Bruder, er möge da nochmal erinnern.

Dann besprechen wir den Einkauf und die Planung des Wochenendes.
Er fährt mit dem großen Kind einkaufen und Blumengießen in der Wohnung seiner Mutter, ich bleibe mit dem kleinen Kind daheim, welches darüber nicht amused ist. Man verspricht ihr einen Kinderriegel.
Wir gucken uns ein paar Bücher an, dann möchte sie unbedingt „bunn“ geschminkt werden. Ich hole also die Palette aus dem Regal und male ihr hübsche bunte Linien ins Gesicht. Sie darf mich dann ebenfalls anmalen. Danach gehe ich in die Küche, mache dort erstmal ein wenig sauber und bereit denn Spinat-Lachs-Sahne-Sauce vor. Das kleine Kind guckt Bücher an und spielt in der Kinderküche.

Nach etwa anderthalb Stunden sind die beiden wieder da. Im Schlepptau zwei Kuscheltiere aus Omas Wohnung und die versprochenen Kinderriegel. Und Milchbrötchen. Ich beschließe, es ist Zeit, Eis vorzubereiten. Die Grundlage sind Milchmädchen und Sahne sowie etwas Vanillearoma. Die eine Hälfte vermische ich mit einem Erdbeer-Nektarinen-Basilikum-Brei, die andere mit geschmolzener Schokolade und Schokostreuseln. Das wird lecker!

Zu dem oben erwähnten Spinat mit Lachs koche ich Reis. Eigentlich waren Nudeln angedacht, aber irgendwie habe ich keine Lust auf Nudeln. Der Mann probiert kritisch und empfiehlt noch etwas Salz.

Während ich mit dem Eis beschäftigt bin, badet der Mann die Kinder. Es kreischt wie üblich, aber mit Haarewaschen sind sie schon fertig, als ich hochgehe. Das kleine Kind ist ganz blau im Gesicht. Das sei die Malseife, erklärt man mir.
Ich wasche die Malseife und die Schminke ab und spüle dann die Kinder ab. Raus aus der Wanne und ab in die Handtücher. Ich trage das kleine Kind in ihr Zimmer zum Anziehen. Das große Kind brüllt nach Papa, weil sie „wie ein Baby getragen werden will“. Papa ist aber mit Abendessen machen beschäftigt. Ich erbarme mich irgendwann und schleppe sie in ihr Zimmer, wo sie nach einem neuen Schlafanzug sucht, statt den erst drei Nächte getragenen nochmal zu nehmen.

Abendessen. Die Kinder essen Brot, Haferflocken, Babybrei. Letzteren möchte immer das kleine Kind haben, aber das meiste esse dann doch ich auf.

Nach dem Essen dürfen die Kinder noch Peppa Wutz gucken. Um sieben Uhr gehen wir nach oben. Zähneputzen, Bettzeug austauschen, heute schläft der Mann beim großen Kind. Die Kinder machen Quatsch miteinander. Schließlich lese ich dem großen Kind noch eine Geschichte vor, bevor ich ihr eine gute Nacht wünsche. Der Mann bringt das kleine Kind ins Bett.

Ich gehe runter und koche meine Menstasse aus. Dann gehe ich ins Wohnzimmer, wo sich plötzlich die Sofadecke bewegt. Das große Kind hat sich runtergeschlichen. Sie kann nicht schlafen. Ich ignoriere sie weitgehend und stelle fest, dass mein Bruder das fehlende Geld geschickt hat.

Oben schreit das kleine Kind, der Mann resigniert. Ich geh also hoch und löse ihn ab. Er schickt das große Kind zurück ins Bett.
Ich probiere gut zwanzig Minuten das kleine Kind ins Bett zu bringen, bis er gegen 20 Uhr wieder reinkommt. Wir beschließen, dass der Mittagsschlaf in der Kita gekürzt werden muss. Das große Kind schläft immer noch nicht. Ich lese ihr noch zwei Geschichten vor und schicke sie nochmal aufs Klo. Der Mann ist schließlich erfolgreich.

Wir treffen uns im Wohnzimmer, wo ich erstmal einen sehr langen Blogartikel von ihm gegenlesen muss. Dann schreibe ich diesen hier zu Ende. Aus irgendeinem Grund habe ich fürchterlich Hunger, dabei hab ich doch vorhin erst Abend gegessen.

Mal sehen, was es noch gibt. Wir gucken erstmal noch eine Folge Stranger Things.

Gute Nacht!

WMDEDGT Mai 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Die Nacht ist unruhig, ich schlafe beim großen Kind und sie wird wahlweise wach, weil sie Angst im Dunkeln hat, was trinken will oder ihr Po juckt. Letzteres ist ein Alarmzeichen, schließlich hatte sie vor einem halben Jahr Würmer. Es scheint aber nur so ein Jucken zu sein.
Zwischendurch bin ich einfach so wach, auch weil mein Magen etwas Stress macht.

Um halb acht ist die Nacht endgültig vorbei, weil das kleine Kind antappst kommt. Der Mann geht Brötchen holen.
Ich ziehe die Kinder und mich an. Beim Frühstück reden wir darüber, dass wir heute 13 Jahre zusammen sind. Das große Kind will wissen, das bedeutet. Dass wir uns seit 13 Jahren Kussis geben, ist offenbar nicht so verständlich. 13 Jahre Sex finde ich etwas unpassend. Auf die einfachste Erklärung, dass wir uns seit 13 Jahren lieb haben, kommt mal wieder keiner. Wir sind wirklich rasend romantisch.

Nach dem Frühstück möchte das große Kind eine Geburtstagskarte für den Opa malen, der hat kommenden Samstag Geburtstag und wir werden zu Besuch sein. Leider ist sie mit keinem ihrer Entwürfe zufrieden, sie zerknüllt sie wegen eines falschen kleinen Striches in einer Wolke. Ich kann mit diesem Perfektionismus nicht umgehen, finde aber, ich könnte auch mal was malen und hole eines meiner Malbücher raus. Ich male ein Mandala aus, natürlich möchte das große Kind prompt auch. Das kleine Kind schmiert währenddessen mit einem Textmarker rum. Das große Kind macht das wirklich ganz toll und ordentlich. Sie lobt mich leider ungefähr alle zwei Minuten, was mit der Zeit etwas nervig wird. Sie möchte natürlich auch ständig zurückgelobt werden.

Irgendwann reicht es, räume auf und gehe dann Wäsche aufhängen und die Bäder putzen. Der Mann geht mit den Kindern raus, das große Kind möchte Radfahren üben. Der Knoten ist am ersten Mai geplatzt, nun folgt die Feinarbeit.

Das kleine Kind ist angeschlagen und jammerig. Ich hole sie wieder rein. Ich will ihr Nasentropfen geben, sie verweigert jedoch. Sie jammert im Schlafzimmer vor sich hin, während ich weiter das Bad putzen. Als ich wieder ins Schlafzimmer komme, hat sie sich in ihr Bett gelegt und ist eingeschlafen. Sie röchelt vor sich und wird in der kommenden Stunde noch dreimal, trotz später gegebener Nasentropfen und Hustensaft, aufwachen. Um 12 Uhr ist endgültig Schluss mit Schlafen. Das ist etwas wenig, aber sie ist nun zum Glück wieder besser drauf.

Das große Kind und ich haben in der Zwischenzeit die Sendung mit der Maus gesehen, der Mann hat sich um das Mittagessen gekümmert.

Wir machen etwas Quatsch in der Küche, die Kinder wollen Saft trinken. Dann gehen wir raus, damit der Mann in Ruhe weiter kochen kann. Es gibt Reis und Hühnchen. Ich muss mal wieder das große Kind aus ihrem Bett zerren. Vorher hatte sie mir noch erzählt, sie sei ja so hungrig, und nun kann ich sie kaum zum Essen überreden. Es ist so nervig.

Schließlich haben alle halbwegs gegessen. Es ist 13 Uhr. Der Mann legt sich auf meinen Vorschlag hin ein wenig im Schlafzimmer hin, ich mache solange die Küche sauber. Dann steht mal wieder Wickeln an. Das ist momentan ein mittleres Drama, das kleine Kind hasst das Sauber machen und ich weiß nicht, ob sie es nur unangenehm findet oder ob da mal was vorgefallen ist. Ich werde in der Kita nachfragen müssen.

Der Mann will mit den Kindern in den Park fahren, ich bin mit zwei Freundinnen zum Kuchenessen verabredet. Wir brechen gleichzeitig auf, sie mit dem Auto, ich mit dem Bus.

Ich erwische wider Erwarten die geplante Bahn und muss mich an der Zielstation durch die Menschenmenge quetschen, es findet ein Straßenfest statt.

Wir haben einen schönen Nachmittag zu dritt, meine eine Freundin hatte Geburtstag und wir feiern sie ein wenig. Meine andere Freundin hat ihr knapp fünf Monate altes Baby mitgebracht und wir betüdeln ihn ein wenig. Als er müde wird, verlassen wir das Café und stehen noch ein wenig im Park in der Sonne. Wir werden von einer älteren Frau angesprochen, die von Parents4Future ist und für die große Demo am 24. Mai wirbt. Ich weiß noch nicht, ob ich mich da aufraffen kann. Aber wichtig wäre es natürlich.

Schließlich verabschieden wir uns. Es ist mittlerweile 17 Uhr. Mit Bus, Bahn und Bus fahre ich nach Hause und bin gegen viertel vor sechs daheim. Hier ist das kleine Kind frisch gebadet, todmüde und entsprechend motzig drauf. Wir kredenzen den Kindern Abendbrot und ich lasse mir vom Nachmittag im Park erzählen. Dann dürfen beide noch ne Runde Paw Patrol gucken.

Schlafenszeit. Es ist erst 20 vor sieben, aber heute sind alle kaputt. Das kleine Kind heult vor sich hin, sie muss Zähneputzen, Schnodderabsaugen, Nasentropfen und Hustensaft geben über sich ergehen lassen und schläft auf dem Arm des Mannes ein, noch ehe ich mit dem Zähneputzen beim großen Kind fertig bin. Ich habe den Eindruck, dass ihr Husten besser geworden ist und hoffe auf eine halbwegs erholsame Nacht.

Der Mann und ich genießen etwas Zweisamkeit auf dem Sofa. Dann fällt mir ein, dass ich ja noch diesen Text schreiben wollte. Es ist jetzt 19:48 Uhr. Das kleine Kind hat schon ein paar Mal gehustet und gejammert, aber es ist insgesamt wirklich besser geworden. Ich werde noch zu Abend essen, neue Overnight Oats vorbereiten und meine Serie („Russian Doll“) weiter schauen.

Morgen ist wieder Montag und Alltag.

Gute Nacht!

WMDEDGT April 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt um 3 Uhr, als ich von einem lauten „Mama! Mama!“ geweckt werde. Das große Kind hat ins Bett gemacht. Wunderbar. Ich ziehe sie um und das Bett ab und lege mich wieder hin.

Nach einiger Zeit schlafe ich wieder ein, bis um fünf nach sechs der Wecker klingelt. Ich bin sehr müde und würde alles dafür geben, einfach liegen bleiben zu dürfen. Ursprünglich hatte ich mir diesen Tag freigenommen, es dann aber wieder geändert. Hätte ich es mal bleiben lassen.

Das kleine Kind ruft. Ich gehe ins Schlafzimmer, sie schläft aber schon unruhig weiter. Beide Kinder waren gestern Abend erst gegen 20:30 Uhr im Bett, die Kita hat heute zu, es wäre also ganz gut, wenn sie etwas länger schliefen.

Ich bin gerade im Bad, da tapst schon das große Kind herein. Soviel dazu.

Ich mache ihr ein paar Haarspangen rein und schicke sie runter zum Mann. Dann ziehe ich mich an, das kleine Kind schläft nach wie vor.

Dann gehe ich zum Frühstück runter. Die Kinder kriegen Brötchen, ich esse auch eins, dazu Müsli und Schwarztee. Im Großen und Ganzen das gleiche wie jeden Morgen. Der Mann berichtet von der Nacht. Einmal Wickeln und ein Ausraster vom kleinen Kind, man kann sie wohl als gut bezeichnen, die Nacht.

Wir besprechen den Tagesablauf, dann verabschiedet er sich gegen zehn vor sieben.

Das große Kind fragt, ob Oma und Opa schon wach sind (Oma ist grad aufgestanden), ob sie heute wieder fahren (nein), wann sie fahren (Montag).

Das kleine Kind wacht um viertel nach sieben auf, ich wickle sie und ziehe sie an. Unpraktischerweise hat sie schon eigene Vorstellungen, was sie anziehen möchte. Das Kleid und die Leggins werden verworfen, stattdessen ein T-Shirt über dem Body und eine bestimmte Strumpfhose. Auf diese Autonomie hätte ich ja gut noch verzichten können.

Jetzt aber, Frühstück. Das große Kind knabbert an einem Nutellabrötchen. Vor drei Tagen hat sie sich übergeben und hat das Essen seitdem irgendwie fast völlig aufgegeben. Ich weiß nicht, wovon sie lebt. Das kleine Kind isst fast ein ganzes Brötchen.

Meine Mutter und ich diskutieren über die Fridays-for-Future-Demos. Der Hamburger Ableger wird wohl wieder an meinem Bürofenster vorbeiführen.

Ich breche die Diskussion ab, als es um unseren Haushalt geht. Ich weiß genau, wo unsere Schwachpunkte sind und habe keine Lust ständig mit der Nase darauf gestoßen zu werden. Ich stehe, was das Thema angeht, allein auf weiter Flur. Den Mann interessiert es nicht, da ist es schwierig, in großem Stil was zu ändern.

Nun gut. Ich schmiere mir meine Brote und packe das Restessen von gestern ein. Heute werde ich von meinen Eltern und den Kindern von der Arbeit abgeholt, wir wollen in ein Café und dann eine neue gebrauchte Nähmaschine kaufen.

Um 8 Uhr verabschiede ich mich. Das kleine Kind ist nicht sehr erfreut darüber, aber da muss sie durch. Ich nehme den Bus, der praktischerweise grade kommt und fahre zur übernächsten U-Bahn-Haltestelle. Da verpasse ich die U-Bahn. Das wirft meine Pläne, vor der Arbeit noch zu Budni zu gehen, über den Haufen. Ich möchte ungerne zu spät kommen.

Im Büro angekommen, versuche ich mal wieder den Kinderarzt zu erreichen. Das kleine Kind braucht einen Termin für die U7 und eigentlich könnte ich auch gleich einen Termin für die U9 vom großen Kind ausmachen. Obwohl mein Anruf der erste in der Warteschleife ist, wie am Tag zuvor auch schon, wird das ganze abgebrochen. Ich spreche auf den Anrufbeantworter und bitte um einen Rückruf.

Dann kümmere ich mich um eine Rücksendung. Ich hatte dem großen Kind Schuhe bestellt, die sich als viel zu niedrig für ihren Spann herausgestellt haben. Wir müssen wohl doch mal ins Geschäft gehen. Ich hasse Schuhgeschäfte, die Auswahl ist meistens Mist.

Dann beginne ich diesen Beitrag. Es ist jetzt neun Uhr, außer mir ist noch keiner im Büro, ich hätte locker noch zu Budni gehen können. War ja klar.

Allmählich trudeln doch die ersten Kollegen ein.

Ich arbeite etwas, lese Twitter nach und werde schließlich gegen 10 Uhr von der Kinderarztpraxis angerufen. Ich bekomme einen Termin für in 3,5 Monaten. Es ist ein bisschen gruselig, dass man so früh anrufen muss, die Praxis ist völlig überlaufen. Zum Glück sind die Kinder meist fit und gesund.

Ich arbeite vor mich hin, entdecke zwischendurch ein halbes Dutzend Kleider bei Boden, die ich am liebsten alle hätte, sind halt nur ein bisschen teuer. Sehr.

Dann weise ich Chef1 auf ein bestimmtes, nach wie vor bestehendes Problem hin und erfreulicherweise nimmt er sich dessen an.

Gegen halb eins esse ich was. Meine Mutter hat gestern sehr großzügig und lecker gekocht und da ich heute sonst keine Zeit zum Mittag essen haben werde, esse ich halt mal im Büro.

Um halb zwei mache ich Feierabend und warte vor dem Büro auf meine Familie.

Ich warte ziemlich lange, will dann noch kurz zur Drogerie, erhalte dann aber einen Anruf von meiner Mutter. Einige Verwirrungen später haben wir uns schließlich gefunden und fahren mit dem Bus ins Nähmaschinenhaus. Dort werden wir recht schnell fündig. Zwar ist die Maschine teurer als gedacht, ich bekomme sie jedoch von meinen Eltern zum Geburtstag geschenkt. Wir bekommen noch ein Fläschchen Sekt und die Kinder Luftballons. So macht Geldausgeben Freude. ;)

Danach gehen wir ins Café nebenan und essen Kuchen und Eis.

Die Kinder benehmen sich die ganze Zeit vorbildlich.

Schließlich fahren wir mit Bus und Bahn nach Hause. Beim Aussteigen aus der Bahn lässt mein Vater die Nähmaschine fallen. Super! Ist aber nichts passiert. Die Familie fährt schon mal heim, ich erstehe bei Budni noch einige Dinge fürs Wochenende.

Zu Hause angekommen freut sich das große Kind über eine Karte ihrer Freundin. Wir beschließen, ihr auch eine zu schreiben. Praktischerweise hab ich kürzlich erst welche gekauft.

Ich ziehe Jacke und Schuhe gar nicht erst aus und fahre mit dem Mann und meinem Vater direkt wieder los zum Baumarkt.

Wir sind dort erfolgreich, ich verliere aber gleich zu Anfang aus Dämlichkeit meine Einkaufswagenmarke. Die hab ich schon ewig. Wirklich doof.

Schwer bepackt fahren wir wieder nach Hause. Morgen können die Kinder in sauberem neuem Sand spielen und ich kann bald Tomaten pflanzen.

Es ist halb sechs, beide Kinder müssen baden und Haare waschen. Das große Kind möchte eigentlich erst Abend essen, aber das kommt später.
Um viertel nach sechs, um genauer zu sein. Das kleine Kind verdrückt fast zwei Scheiben Brot, das große Kind immerhin eine.

Weil das kleine Kind nur eine Dreiviertelstunde geschlafen hat, muss sie direkt nach dem Abendessen ins Bett. Bis sie schläft, ist es 20 nach sieben. Derzeit ist es etwas nervig sie ins Bett zu bringen, weil sie nicht so wirklich zu Ruhe kommt.

Der Mann bringt das große Kind ins Bett. Den Rest des Abends hängen wir nur herum und sehen fern.

Gute Nacht!

Abgestillt (2)

Das kleine Kind ist nun abgestillt. Wie so vieles verlief auch dieses völlig anders als beim großen Kind.

War sie als Baby an der Brust nur so mittelinteressiert, änderte sich dies in etwa, als sie ein Jahr alt wurde und in die Kita kam. Besonders die Nächte wurden deutlich schlechter und ich habe viel geflucht und zwischenzeitlich befürchtet, ich würde wohl ewig, also mindestens zwei Jahre lang stillen. Zumal der Mann nachts bzw. ab etwa 22 Uhr nicht mehr von ihr geduldet wurde. Da hatte dann bitte Mama samt Brust parat zu stehen.

Im Januar wollte ich dann mal einen Schnitt beim nächtlichen Stillen machen und mich ausquartieren, doch das ging schief, bevor ich überhaupt richtig ins Bett gegangen war. Das kleine Kind war kaum zu beruhigen, also haben wir es erstmal wieder sein gelassen.

Dennoch habe ich es mit dem neuen Jahr geschafft, tagsüber abzustillen. Das Interesse war einfach nicht mehr da, am Wochenende legt der Mann das kleine Kind zum Mittagsschlaf, da hatte sich das Thema tagsüber dann auch bald erledigt.

Als nächstes ging es dem Einschlafstillen an den Kragen. Zweimal bin ich gescheitert, beim dritten Mal klappte es endlich. Seitdem schläft sie einfach auf meinem Arm ein. Gleichzeitig ging es auch nachts in kleinen Schritten voran. Der Mann wurde wieder geduldet, sie schlief leichter wieder ein, manchmal auch einfach so. Wir hatten aber auch einige Nächte, in denen ich die Brust verweigert habe und wir dann alle sehr lange wach waren.

Vor einiger Zeit quartierte sich dann der Mann aus Krankheitsgründen zum großen Kind aus und Ende Februar beschloss ich dann, das jetzt mal durchzuziehen und habe die Brust verweigert und ausgehalten. In der ersten Nacht habe ich noch zweimal gestillt, in der zweiten Nacht nur noch einmal, allerdings beide Seiten und in der dritten Nacht gar nicht mehr. Und das war es dann auch. Hin und wieder würde sie nachts noch gerne, aber das Thema ist durch.

Die Nächte sind leider noch nicht nennenswert besser geworden. Zwar gab es zuletzt schon ein paar Nächte, in denen sie bis zu sieben Stunden am Stück schlief, aber vom wirklichen Durchschlafen sind wir noch weit entfernt. Nun ist sie auch wieder erkältet, zudem sind nach wie vor die Eckzähne auf dem Weg, es wird also vorerst nicht leichter werden.

Immerhin muss ich auch bei diesem Kind nichts weiter abgewöhnen. Keine Flasche, keinen Schnuller, keinen Daumen.

Das große Kind habe ich 19 Monate und neun Tage gestillt, das kleine Kind 18 Monate und 16 Tage. In den gut drei Jahren Stillzeit hatte ich bis auf einige kleinere und größere Milchstaus keine weiteren Probleme, tatsächlich fiel mir das Stillen sogar ziemlich leicht. Trotzdem kann ich jede Frau verstehen, die sich aus welchen Gründen auch immer dagegen entscheidet. Und fühle gleichzeitig mit jeder Frau mit, die gerne stillen möchte, es aber warum auch immer nicht kann.

Dieses große Thema ist also durch. Ich bin froh drum, nicht so krass erleichtert, wie damals beim großen Kind, dafür aber auch kaum wehmütig.

Weiter geht’s!

WMDEDGT März 2019

Wie jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen was wir eigentlich den ganzen Tag so machen..

Die Nacht verbringe ich beim großen Kind. Die letzten Nächte mit dem kleinen Kind waren extrem schlauchend, aber nun ist sie abgestillt. Immerhin. Jetzt ist der Mann mal dran.

Ich schlafe etwa fünf Stunden, bis ich um kurz nach vier wach werde. Pünktlich mit dem großen Kind, das mal pinkeln muss. Ich gehe auch, kann aber erstmal ne Weile nicht wieder einschlafen.

Der Wecker klingelt um fünf nach sechs, ich stehe eine Viertelstunde später auf. Die Kinder schlafen beide noch selig.

Waschen, Anziehen, Frühstücken. Der Mann weckt die Kinder und zieht das kleine Kind an. Die Nacht war wohl ganz ok.

Der Mann verabschiedet sich um kurz vor sieben. Ich füttere die Kinder ab, schmiere mir Brote und ziehe das große Kind an und das kleine Kind müslibedingt um.

Zähneputzen, Haaremachen, jeden Morgen dasselbe Spiel.

Eigentlich will ich noch eine Waschmaschine anschmeißen, aber das schaffe ich zeitlich nicht mehr. Nun, ob ich die Wäsche um drei aufhänge oder um fünf, ist wahrscheinlich auch egal.

Ich bereite das Wohnzimmer für Ernie vor, der fährt immer um 9 Uhr los und saugt.

Als wir aus dem Haus kommen, steht wie immer in letzter Zeit das Auto der Eltern des Nachbarn. Die bringen momentan immer den Enkel in die Kita, um die Mama zu entlasten. Vor zwei Monaten kam da nämlich noch ein kleines Schwesterchen an. An sich finde ich diesen Oma-und-Opa-Service ja gut, aber allem Anschein nach haben sie keinen Kindersitz im Auto und ich bin die ganze Zeit am überlegen, ob ich da mal was sagen soll. Oder der Polizei einen Tipp geben, mal bei der Kita Kontrolle zu machen.

Wir kommen pünktlich in der Kita an. Das große Kind sucht ihre Hausschuhe. Die sind ein paar Tagen verschollen. Ärgerlich, natürlich sind die ganz neu.

Ich verabschiede mich problemlos und werde vom großen Kind rausgeworfen.

Ab zur Arbeit. Dort bin ich die Erste und werde aus Urlaubs- und Krankheitsgründen wohl noch ne Weile allein bleiben. Ich nutze die Zeit, den Karton auszumessen, mit dem ich etwas verschicken muss. Leider ist er um einen Zentimeter zu breit. Ich verständige mich mit der Empfängerin und verkleinere den Karton mit Schere und Klebeband. Nun sollte es hinhauen.

Dann ist doch mal ein bisschen was zu tun. Da ich immer noch allein bin, lasse ich nebenher die Mädchensitzung des ZDF laufen. Ich liebe Karneval, in Hamburg ist da aber nicht viel los. Also gar nichts. Bis auf den Fasching in der Kita. Ich wundere mich mal wieder, dass auf der Mädchensitzung zwar der ganze Saal voller Frauen ist, auf der Bühne aber fast ausschließlich männliche Redner. Wäre genau diese Sitzung nicht mal eine super Möglichkeit das zu ändern?

Ich arbeite weiter vor mich hin, wundere mich über merkwürdige Nutzeranfragen und recherchiere noch ein Möbel für unser Schlafzimmer. Das gibt’s nur gar nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Um halb eins mache ich mir mein Essen warm. Normalerweise esse ich im Büro nur Brot, aber heute passt es ausnahmsweise mit dem warmen Mittagessen. Wir sind heute auch nur zu dritt, da stört das nicht so.

Halb zwei, Feierabend. Ich fahre mit der U-Bahn und hole die Kinder aus der Kita. Heute Nachmittag treffen wir uns ein letztes Mal mit meiner Freundin und deren Tochter. Übermorgen ziehen sie leider weg, so dass wir uns nicht mehr regelmäßig sehen können. Sehr schade! Wir essen Eis und Waffeln in einer Eisdiele im Einkaufszentrum. Danach gehen wir noch zusammen zu Budni, wo ich einem Türstopper in Form einer Eule nicht widerstehen kann. Das kleine Kind auch nicht. Sie liebt Eulen!

Dann verabschieden wir uns. Wir müssen noch ein paar Dinge im Supermarkt kaufen. Auch das ist bald erledigt, wir gehen noch für Brezel und Brötchen zum Bäcker und fahren dann mit dem Bus nach Hause.

Gegen 20 nach vier sind wir da. Ich verräume die Einkäufe. Das große Kind muss mal aufs Klo. Um viertel vor fünf kann ich endlich die Waschmaschine anschmeißen. Ich bin ziemlich kaputt und möchte am liebsten auf dem Sofa rumgammeln, aber das ist natürlich keine Option. Wir hören etwas Musik und gucken Bücher. Ich wundere mich etwas, weil der Mann noch nicht da ist, kann mich aber erinnern, dass er noch irgendwo hinwollte nach der Arbeit. Leider fällt mir nicht mehr ein, was das war.

Um viertel vor sechs stecke ich die Kinder in die Badewanne äh das Planschbecken. Also erst das kleine Kind, das große weigert sich zunächst, da ich ihr Haarewaschen angedroht habe. Das kleine Kind will dann auch gar nicht, dass ihr die große Schwester Platz wegnimmt, aber schließlich sind alle drin. Da kommt auch der Mann. Er hat ein neues Notebook gekauft. Das war das also.

Das kleine Kind kommt zuerst aus der Badewanne, der Mann kümmert sich um sie, während ich dem großen Kind unter dem üblichen Geschrei die Haare wasche. Es ist so nervig.

Dann brüllt es von unten. Jemand möchte offenbar sein Abendessen nicht essen. Ich ziehe dem großen Kind den Schlafanzug an und schicke sie runter. Nach dem Abendessen gibt es noch die übliche Folge Paw Patrol, dann gehen alle vier nach oben, Zähneputzen und dann ins Bett. Ich lese noch eine Geschichte vor und bringe dann das kleine Kind ins Bett. Das ist mittlerweile sehr einfach, ich halte sie einfach auf dem Schoß, bis sie einschläft. Meist kann ich dabei sogar noch etwas lesen.

Um halb acht verlasse ich das Schlafzimmer. Der Mann zeigt mir unten das neue Notebook, dann genießen wir etwas Zweisamkeit auf dem Sofa.

Dienstags Abends läuft immer Visite im NDR, ich habe ein Faible für solche Sendungen und staune über die Möglichkeiten der Medizin.

Um 22 Uhr gehen wir ins Bett. Gute Nacht!

18 Monate oder anderthalb Jahre (2)

Kleines Kind, nun bist du schon anderthalb. Haben wir nicht grad erst deinen ersten Geburtstag gefeiert?

Du hast dich im letzten halben Jahr sehr verändert. Gefühlt war das sogar mehr Veränderung als im ganzen Babyjahr. Du bist kein Baby mehr, auch wenn dich in der Kita immer noch viele als solches bezeichnen. Schuld daran sind sicher deine großen Augen und die immer noch irgendwie aus der Art geschlagenen blonden dünnen Haare auf deinem Kopf. Einen 1a Vokuhila hast du mittlerweile.

Gewachsen bist du auch, xx cm groß und wiegst etwa zehn Kg. Dazu hast du 12 Zähne, alle Schneidezähne und vier Backenzähne. Wir warten auf die Eckzähne, aber da lässt du dir mal wieder Zeit.

Du trägst bereits das zweite Paar Winterstiefel deiner Schwester auf und das ist immerhin schon Gr. 23. Was das angeht, kommst du eindeutig nicht nach mir.

Niedlich bist du! So unglaublich niedlich. Ich starre dich jeden Tag verliebt an und möchte dich ständig abknutschen vor lauter Niedlichkeit. Noch lässt du dir das gefallen. Du gibst auch selber Küsse, richtige, kein Abgelecke mit offenem Mund und wir konkurrieren alle darum, wer einen bekommt und wer nicht. Besonders deine große Schwester ist sauer, wenn sie mal keinen bekommt.

Laufen tust du bekanntlich seit deinem ersten Geburstag und das ist schon längst nichts besonderes mehr. Du wackelst fleißig durch die Gegend und läufst laut deinen Erzieherinnen auch beim Krippengruppenausflug immer mehr. Auch im Buggy zu sitzen ist dir leider nicht mehr so genehm, aber lasse ich dich laufen, stehst du gerne mal wie angewurzelt in der Gegend rum und irgendwann ist einfach die Zeit rum.

Überhaupt bist du gerne draußen. So ziemlich jeden Tag stehst du mit Jacke, Mütze und Schal in der Hand vor uns und hast auch schon mindestens einen Stiefel an, manchmal deinen, manchmal einen deiner Schwester. Ich freue mich darauf, wenn es endlich warm genug ist, dass man einfach so die Tür aufmachen kann.

In der Krippe gefällt es dir sehr gut. Du hast dich super eingewöhnt und deine Erzieher:innen sind sehr zufrieden mit dir. Schlafen und Essen klappt auch problemlos und du spielst immer mehr auch mit den anderen Kindern.

Wie es zu erwarten war, hast du direkt ein paar Viren eingesackt. Und noch ein paar mehr. Im November und Dezember warst du jede zweite Woche daheim. Jetzt im neuen Jahr ist es etwas besser geworden. Toitoitoi.

Du bist, wie schon deine Schwester, motorisch sehr geschickt, sowohl fein- also auch grobmotorisch. Tuben drehst du problemlos auf und übst dich an ersten puzzeln.

Sprechen ist dafür überhaupt nicht deins. Dein Wortschatz besteht aus „Mama“, „Papa“, „Baba“ (Tschüss) und „Wow“. Dazukommen noch ein paar Laute wie „Oh-oh!“, „Ja“ und „da“. Der ganze Rest wird mit Geplapper und der Silbe „Ba“ in allen Variationen aufgefüllt. Außerdem kannst du ein paar Tierstimmen nachmachen, dein Paradegeräusch ist hierbei die Ente (manchmal auch Frosch), das ist schon täuschend echt.

Ich bin gespannt, wann es bei dir klick macht. Zwar kannst du dich mit verschiedenen Gesten, Nicken und Kopfschütteln ganz gut verständlich machen. Und an mangelnder Ansprache liegt es jedenfalls nicht und du verstehst auch wirklich alles, was wir sagen und befolgst Anweisungen wie „Bring die Hose bitte ins Schlafzimmer in den Wäschekorb!“ problemlos.

Bücher und Musik sind dein Leben, da bist du ganz Tochter deiner Mutter. Die Bücher guckst du gerne auch alleine an, und um uns klarzumachen, dass du Musik hören willst, zeigst du einfach auf „Alexa“. Du tanzt auch gerne mal und das ist natürlich zu süß!

Was nicht ganz so süß ist, sind unsere Nächte. Als Baby hast du ja ziemlich gut geschlafen, aber seit August werden die Nächste immer schlechter und jetzt mit dem neuen Jahr ist es nochmal ne Stufe runtergegangen. Aktuell wachst du gerne mal halbstündlich auf. Wirklich schön. Immerhin hab ich recht zuverlässig einen Feierabend, das ist auch viel wert.

Es wird Zeit abzustillen. Tagsüber haben wir das schon seit etwa anderthalb Monaten geschafft, nur nachts kommen wir nicht davon los und vorher werden die Nächte wohl auch nicht besser.

Erschwert wurde das Abstillen bisher dadurch, dass du deinen Papa nachts total abgelehnt hast. Ab etwa 22 Uhr war Schicht im Schacht, hat er versucht dich zu beruhigen, endete das in einem Höllengebrüll. Entsprechend war ich die restliche Nacht stets gezwungen, die Brust auszupacken, auch wenn der Papa immer wieder versucht hat, mich zu entlasten.

Aber, und das lässt mich etwas positiver in die Zukunft blicken, in den letzten Nächten machen wir kleine Fortschritte. Der Papa darf dich nun auch beruhigen und kann das auch sehr schnell. Leider hält das nicht sehr lange an, aber immerhin. Ich arbeite am Insbettbringen ohne Stillen und bin letztens auch fast erfolgreich gewesen, aber du wolltest dann doch lieber Papa haben. Außerdem hast du eine Plüscheule in dein Herz geschlossen und wenn du die im Arm hältst, klappt das mit dem Wiedereinschlafen oft ganz gut, auch ohne Brust.

Es wird also werden!

Wir sind sehr dankbar, dass es dich gibt, kleine Maus!