Nein!

Eine der Sachen mit Kind, die mir derzeit am meisten Sorgen bereitet, ist die berühmte „Terrible Two“-Phase. Auch Trotzphase oder, etwas netter, Autonomiephase genannt.
Immer wieder liest man von am Boden liegenden und schreienden Kindern im Supermarkt oder meinetwegen auch beim amerikanischen Präsidenten.

Dazu dann Kommentare anderer Leute über das schlechterzogene Kind, wundervoll. Der Traum aller Eltern.

Meine Mutter behauptet, wir (also mein Bruder und ich) hätten diese Phase nie gehabt. Naja, wir haben ja aber schon mit ein paar Wochen alleine im Zimmer durchgeschlafen. Man weiß es nicht.

Das Kind wird also in etwa sechs Wochen zwei Jahre alt. (Hier Lamento über „Wo ist bloß die Zeit geblieben?“ einfügen.)
In der Autonomiephase stecken wir schon. Bisher geht es aber. Sie will alles, was sie kann alleine machen und nun mal auch eben vieles, was sie noch nicht so kann.

Aus einem vollen Tetrapak Milch in einen Becher gießen z.B. Oder alleine in den Bus einsteigen. Während Muttern noch mit dem Buggy hantiert. Überhaupt, Buggy. Eigentlich so praktisch. Und meistens nur ein Klotz am Bein, weil das Kind den größten Teil der Zeit nicht darin sitzen will. Und wehe man setzt sie rein, eben weil man in den Bus einstiegen oder eine große Straße überqueren will.

Das mit dem Bus führt also in letzter Zeit zu großen Dramen. Mit langanhaltenden Schluchzern. Großen Krokodilstränen. Sirenenartigem Geheul. Und das, so wie gestern in einem vollbesetzten Bus, mit mittelalten Damen, die meinen ihren Senf dazugeben zu müssen: „Geht das auch noch etwas lauter?“ „Was WILL sie denn?“ „Ach, Sie wissen das auch nicht??“ (Da hatte jemand eindeutig keine Ahnung von Kindern.)

Kleiner Exkurs zum Thema ÖPNV: Ich bin immer wieder fasziniert von den Menschen im öffentlichen Nahverkehr. Meistens wird man ignoriert, das ist für gewöhnlich in Ordnung, vor allem, wenn das Kind mal wieder den überaktiven Kasper gibt. Dann gibt es die, die einem unbedingt helfen wollen. Und wenn es beim Aussteigen aus dem Bus ist. Der abgesenkt ist. Und direkt am Randstein steht. Die greifen einem dann auch schon mal ungefragt an den Buggy und ich weiß dann wieder, wie Rollstuhlfahrer sich fühlen müssen, wenn ihnen ohne zu fragen „Hilfe“ aufgedrängt wird. Wenn man aber wirklich Hilfe braucht, weil beispielsweise mal wieder der Fahrstuhl kaputt ist und man eine große Treppe rauf- oder runter muss, dann laufen die Leute an einem vorbei und glotzen wie die Fische. Zum Glück kann das Kind laufen und der Buggy ist leicht, also läuft die Kleine die Treppen selbst rauf/runter und ich trage den Buggy.

Nun, also, unsere kleine Dramaqueen. Es ist natürlich hilfreich, wenn man das Kind soweit alles machen lässt, was es kann. Meinetwegen auch im Kochtopf rühren (natürlich nur, wenn ich direkt dabei stehe). Bisher war es aber auch recht einfach, herauszufinden, was denn das Problem ist bzw. was das Kind will. Ich fürchte, das wird sich auch mit der Zeit ändern.

Das gewünschteste Wunschkind empfiehlt, wenn es denn zu spät ist und das Kind in einem Wutanfall hängt, es mimisch und mit Worten zu spiegeln. Ich stelle mir das irgendwie schwierig vor. Immerhin ist es gut zu wissen, dass das eigene tröstende Gequatsche in dem Augenblick gar nicht zum Kind durchdringen kann. Ich werde mich mal selbst beobachten und schauen, wie ich das umsetzen kann.

Immerhin, das Bahnfahren hat ja demnächst ein Ende. Nur noch 20 Tage in der alten Kita! Und dann schleichen wir zu Fuß in die neue… ;)

Alles in Butter

Nix neues bei uns. Alle gesund, das Kind redet endlich ein bisschen, will sagen, aus ihrem Gequatsche kristallisieren sich immer mehr Wörter heraus. Flugzeuge sind ihre aktuelle Leidenschaft. Immer wieder schaut sie zum Himmel auf und rennt auch sofort auf die Terrasse, wenn sie eines hört. Sie fordert das Baby meiner Freundin (8 Monate) zum Rutschen auf und füttert sie (naja, versucht es) mit ihrem Brot.
Sie ist veinfach wahnsinnig niedlich und ich bin jeden Tag dankbar, ihre Mutter sein zu dürfen.

Mein Kinderwunsch besteht nach wie vor, jetzt hat der Mann es wieder ein bisschen nach hinten geschoben. Ich übe mich in Geduld. Und habe die Hoffnung auf ein Frühlings- oder Sommerbaby schon längst begraben. Naja, irgendwann.

In der Kita läuft es gut, der Personalwechsel scheint keine größeren Spuren hinterlassen zu haben. Toll ist, dass sie nun wirklich jeden Vormittag raus gehen. Das war sehr lange nicht der Fall, da blieben sie aus Personalmangel oft auch bei schönem Wetter drinnen. Dennoch, in fünf Wochen werden wir uns verabschieden und das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Nächstes Wochenende gibts eine Premiere. Der Mann und ich werden zwei Tage und Nächte weg sein und das Kind kommt so lange zur Oma. Ich bin ein bisschen nervös. Und vermisse sie jetzt schon.

Derzeit herrscht Hochsommer, wie wohl überall in Deutschland. Doch langsam aber sicher schleicht der Herbst näher. Und in gut anderthalb Monaten wird das Kind schon zwei!

Hallo!

Oh, ich hatte mich ja gar nicht abgemeldet. Das Kind und ich waren ja im Urlaub.
10 Tage bei meinen Eltern, es war sehr schön, aber auch sehr anstregend. Wenn auch nicht so anstrengend wie letztes Jahr, als ich mit dem 10 Monate alten BAby unterwegs war. Diesmal ließ sie sich doch viel eher von Oma und Opa bespaßen und auch ohne mich zum Spielplatz nehmen o.ä.
Wie erwartet war das Insbettbringen das nervigste, es mussten natürlich viele neue Eindrücke verarbeitet werden und so konnte es auch schon mal 22 Uhr werden, bis endlich Ruhe war. Dafür haben wir morgens ausgeschlafen, auch mal schön.
Einen Tag war sie krank, ausgerechnet als wir an den Bodensee wollten, um Verwandte zu besuchen. Sie war sehr jammerig und atmete so merkwürdig ächzend, als würde sie sich demnächst übergeben. Dem war zum Glück nicht so und nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf wurde es dann schon besser. Sehr merkwürdig.

Außerdem haben wir eine Schulfreundin von mir besucht, deren Sohn jetzt sieben Monate alt ist. Sehr niedlich, aber ich habe mich schon sehr an die Zeit damals mit dem Kind in dem Alter erinnert gefühlt. Wenig Schlaf, immer nur das Kind rumtragen, weil sonst nicht zufrieden und so weiter.

Wir haben den Zoo besucht und waren Eis essen und es war wirklich eine schöne Zeit, aber ich bin froh, wieder beim Mann zu sein. Die Flüge waren übrigens jweils recht entspannt.

Mit dem Kind hatten wir aber viel Spaß. Meine Eltern haben verzweifelt versucht, ihr ein „Oma“ oder „Opa“ zu entlocken, doch sie weigert sich. Da sind wir Eltern ein bisschen dran schuld. Zur Unterscheidung der beiden Omas hatten wir ihr beigebracht, meine Schwiegermutter auf polnisch zu bennen, Oma bedeutet in dieser Sprache „babcia“. Das spricht sie ganz prima aus und nun nennt sie auch meine Mutter babcia. Den Opa benennt sie gar nicht. Lustig irgendwie, zumal die deutschen Wörter doch deutlich einfacher sind.
Meine Eltern sind jetzt ein bisschen konsterniert. Und natürlich traurig, weil sie ihre Enkelin erst im Oktober wiedersehen und dann auch nur kurz.

Überschattet wurde der Urlaub von der Nachricht, dass beide Haupterzieherinnen der Krippengruppe der Kita gekündigt haben. Die eine sollte Mitte August gehen, die andere Ende August. Letztere haben wir jetzt dann tatsächlich gar nicht mehr gesehen. Von der anderen werden wir uns heute verabschieden. Ich bin wirklich traurig, da beide das ganz toll gemacht haben und es ist natürlich auch blöd fürs Kind. Im Oktober muss sie sich eh umgewöhnen und jetzt wird sie in den letzten paar Wochen nochmal mit ganz neuen Leuten konfrontiert.
Es gab zu dem Thema auch einen Elternabend, den der Mann besucht hat. Er hatte einen guten Eindruck, aber ich bin ganz froh, dass wir nur noch anderthalb Monate dort sind. Auch wenn man natürlich keine Garantie hat, dass es in der neuen Kita besser laufen wird.

Ich hoffe das Beste.

Gestern und heute war Alltag, morgen machen wir uns wieder auf die Socken und fahren die Verwandtschaft besuchen. Und schieben vielleicht noch ein kleines Mittagessen auf dem Gut ein, auf dem wir vor fast vier Jahren geheiratet haben. Wie schnell doch die Zeit vergeht!

Sommerloch

Also „Sommer“. Damit ist es ja mal wieder nicht so weit her. Ein paar Tage konnten wir schon auf der Terrasse und im Planschbecken verbringen.
Aber zuletzt regnet es sehr viel. Wir haben aber ja jetzt einen Garten und wissen das daher durchaus zu schätzen.

Das Wetter führte auch dazu, dass wir ein länger geplantes Treffen mit Freunden (eigentlich gedacht im Schrebergarten mit Grillen und Co) zu uns ins Wohnzimmer verlegen mussten. Immerhin, es blieb trocken und wir konnten die Kinder (insgesamt 4 an der Zahl) auch mal auf die Terrasse werfen.

Vier Kinder und insgesamt acht Erwachsene. Davon zwei Schwangere, die eine schon ziemlich hochschwanger. Hach, da wurde ich doch schon wieder sehnsüchtig!

Der Mann und ich konnten uns am Wochenende übrigens tatsächlich auf einen ungefähren Zeitpunkt für einen erneuten Hibbelstart einigen. Später als gedacht, aber mittlerweile ist es ok für mich.
Ich bin auch überzeugter denn je, dass dem Kind ein Geschwisterchen sehr gut tun würde. Mit den anderen Kindern kam sie, nach anfänglicher Skepsis, wunderbar klar, und das war wirklich schön zu beobachten.

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Sonst so? Urlaub machen wir ja keinen, jedenfalls keinen „richtigen“. Ende nächster Woche fliege ich mit dem Kind für 10 Tage zu meinen Eltern. Ich schwanke zwischen Grauen und Vorfreude.
Zunächst sind eine Stunde Flug zu überstehen. Noch ist das Kind keine zwei Jahre alt, weshalb sie keinen eigenen Sitzplatz hat. Mit dem auf dem Schoß sitzen hat sie es nicht so und mit mal ein bisschen stillsitzen erst recht nicht. Ich hoffe, dass es nicht so voll wird und sie etwas mehr Platz zum Rumwurschteln hat.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Zubettbringen. Das klappt bei mir nach wie vor nicht wirklich. Gut, wenn der Mann nicht dabei ist, wird es schon irgendwie gehen, aber es ist halt alles etwas unentspannt. Naja, ist ja Urlaub.

Ansonsten werde ich so einige Leute wiedersehen, unter anderem eine langjährige Freundin, die im Januar Mutter wurde. Den Kleinen kenne ich bisher nur von Bildern und ich bin schon gespannt!

Wir wollen außerdem in den Zoo und zum Bodensee, meine Cousine samt Familie besuchen. Die kennen das Kind nämlich auch noch nicht.

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Das Kind selbst ist momentan (*auf Holz klopf*) ganz gut drauf. Von gelegentlichen theatralischen Ausbrüchen angesehen, wenn irgendwas nicht so läuft wie gedacht, mal abgesehen.
Mit dem Sprechen haperts immer noch, sie hat zuletzt nicht wirklich viel dazugelernt, saugt aber begierig alles auf. Mal sehen, wann sie platzt.

Die Wege zur Kita und zurück sind derzeit auch wieder recht entspannt. Das Kind lässt sich meist brav in den Buggy setzen und will auch nicht mehr alle Knöpfe drücken. Eine wahre Wohltat!

Der Mann und ich sind derzeit oft begeistert, was für ein niedliches und leicht verrücktes Kind wir doch in die Welt gesetzt haben! <3

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Ich selbst bin, wie so viele in meiner Filterblase, im Pokemon Go-Fieber. Ich finde dieses Spiel einfach klasse! Pokemon mochte ich schon immer, obwohl ich das nie gezockt habe, sondern nur damals die Serie angesehen habe. Die kleinen Biester jetzt wiederzusehen, hat ziemlich viel von "Ich fühle mich in meine Jugend zurückversetzt!" Und dass man wirklich rausgehen und ordentlich Strecke machen muss, gefällt mir großartig, von der Augmented Reality mal ganz abgesehen. Man entdeckt ziemlich viele Details und unsere Nachbarschaft kenne ich nach zwei längeren Streifzügen am Wochenende jetzt doch ganz gut.

Mal sehen, wie lange ich süchtig bleibe. ;)

WMDEDGT Juli 2016

Endlich hab ich mal wieder dran gedacht und es ist auch erst halb elf. ;-) Hier gibts die anderen.

Ich werde einmal um 2 Uhr wach, weil das Kind schreit. Das tut sie häufig so einmal pro Nacht. Meistens brüllt sie „Meine, meine!“ oder auch mal „Aua! Aua!“. So ersichtlich ist es nciht, warum sie so schreit, wahrscheinlich Verarbeitung des Tages, jedenfalls lässt sie sich beruhigen und wir schlafen weiter bis 6 Uhr. Um fünf nach sechs klingelt der Wecker, ich messe meine Temperatur und sinniere über meine neue Menstasse nach. Das Kind schläft weiter. Aufstehen, waschen, anziehen, um 20 nach kommt der Mann und weckt doch mal das Kind, was sich etwas schwieriger gestaltet, offenbar ist sie noch ziemlich müde. Es klappt dann aber doch alles ohne größere Wutanfälle. Da sie immer mehr selbst machen will, ist vieles ein Eiertanz geworden. Was gestern noch ging, darf man heute schon nicht mehr machen.

Das Kind wird angezogen und frühstückt Joghurt und Brötchen mit Nutella, welches sie sich selbst draufschmiert. Der Mann unterstützt aber etwas.

Ich bereite ebenfalls mein Frühstück, sowie unsere Brotdosen vor. Während ich frühstücke, ist das Kind fertig und möchte saubergemacht werden. Sie spielt etwas und holt dann eins ihrer großen Pappbilderbücher. Leider habe ich keine Zeit und verweise daher an den Mann, der das Buch mit ihr anschaut.
Ich mache die Brotdosen fertig und gehe dann mit dem Kind zum Zähnputzen. Das geht derzeit ganz gut. *klopft auf Holz*

Das Kind kriegt vom Mann Socken und Schuhe sowie eine Jacke angezogen, praktischerweise geht er heute erst nach uns aus dem Haus. Um viertel nach sieben brechen wir auf Richtung Bushaltestelle. Der Weg dorthin, sowie die Fahrt mit Bus und dann der Bahn laufen an sich recht ereignislos ab, das Kind möchte nur zweimal den Türöffnerknopf drücken, bringt mehrere Leute zum Lächeln und schafft es dann an der vorletzten Haltestelle doch noch rasch auf den Behindertennotrufknopf zu drücken. Peinlich peinlich! Das ist schon das zweite Mal, dass das passiert. Diesmal kann ich es zum Glück problemlos sofort dem Fahrer erklären, das letzte Mal musste ich durch die ganze Bahn laufen, weil die Verbindung nicht so richtig zustande kam. Ich hoffe, dass mir das kein drittes Mal passiert.

Wir dackeln Richtung Kita. Das KInd bleibt erfreulicherweise die Hälfte des Weges im Buggy sitzen, will dann aber aussteigen und ein und dieselbe Stelle immer wieder laufen. Ich lasse sie ein paar Mal gewähren, fange sie dann aber doch ein und bewege mich mit ihr Stück für Stück vor, da sie immer wieder zurücklaufen will. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Sie findet es immerhin wahnsinnig lustig. Schließlich sind wir da, holen den Schlüssel für den Buggyraum, stellen selbigen ab und gehen dann hinunter zum Gruppenraum. Ich gebe das Kind ab, welches mich mit ihrem üblichen „Tiss“ verabschiedet.

Da ich genug Zeit habe, gehe ich zu Fuß zum Büro. An einer grünen Fußgängerampel werde ich fast überfahren, die Fahrerin stoppt etwa 30cm vor mir und guckt blöd. Ich weise auf die grüne Ampel hin und gehe kopfschüttelnd weiter. War wohl ein Auto mit eingebauter Vorfahrt.

Im Büro angekommen, ist mein Kollege schon da. Er hat später noch einen Arzttermin, erklärt er. Ich mache meine üblichen Aufgaben, trinken Kaffee, nehme Pakete und eine Wasserlieferung entgegen.
Währenddessen recherchiere ich eifrig weiter zum Thema Menstasse. Eventuell schreibe ich da später noch einen Beitrag zu.

Jetzt ist es 10:48 Uhr.

Ich bestelle eine Menstasse und eine neue Handytasche. Zwischendurch arbeite ich aber auch mal was. ;)

Um kurz nach halb zwei mache ich Feierabend. Ich habe ausnahmsweise nichts einzukaufen und trödle Richtung U-Bahn-Station, wo ich noch etwas Pause mache, bis ich um zwei an der Kita sein muss.

In der Kita selbst herrscht mal wieder Personalmangel, weshalb die Gruppen teilweise zusammengelegt wurden. Dem Kind macht sowas zum Glück nicht so viel aus. Ich ziehe sie an und gebe ihr einen Fruchtriegel.

Der Weg zur U-Bahn ist mal wieder mühsam. Zunächst läuft sie brav mit und lässt sich an der Kreuzung auch in den Buggy setzen, will später aber wieder aussteigen und in die andere Richtung rennen. Da ich dafür nicht so viel Zeit habe, lasse ich sie nur kurz gewähren und setze sie unter Geschrei in den Buggy.

An der Station wartet noch eine andere Kitamutter. In der Bahn selbst entdeckt das Kind ein winziges Baby. Die Fahrt selbst verläuft soweit ruhig.

Um 15 Uhr haben wir einen Termin in der neuen Kita des Kindes. Ab Oktober wird sie nah von daheim betreut werden und dafür müssen wir sie erstmal anmelden. Der Termin ist nicht in den Kalender eingetragen, was die Leiterin wundert, aber sie hat Zeit und so erledigen wir die ganze Angelegenheit. Die Kita ist anders als unsere jetzige, aber es ist sehr vielversprechend und ich hoffe, dass das Kind dort genauso gut aufgehoben sein wird wie jetzt. Den Vertrag unterschreibe ich noch nicht, sondern nehme ihn mit heim, um ihn dort mit dem Mann zu besprechen.

Der Rest vom Heimweg verläuft ruhig, ich muss das Kind allerdings mit Eis bestechen, damit sie die Kita überhaupt verlässt. Wie schon bei der Besichtigung findet sie den Außenbereich unwiderstehlich. :)

Zu Hause angekommen essen wir Eis mit Erdbeeren und gucken Bücher. Da es grade mal trocken ist, spielt das Kind ein bisschen im Garten. Ich mache was zu essen warm. Als wir am Tisch sitzen, kommen Sturzbäche vom Himmel. Keine zehn Minuten später strahlt die Sonne wieder vom blauen Himmel, bis selbiger wieder seine Schleusen öffnet. So geht das den Rest des Tages. Vielleicht haben wir doch April.

Wir spielen ein bisschen und ich lese etwas. Außerdem versuche ich meine Oma anzurufen, aber sie geht nicht ran.
Gegen 10 vor sechs kommt der Mann heim. Er war beim Friseur. Das Kind freut sich wie immer sehr ihn zu sehen und sagt: „Hi!“

Sie darf ein wenig mit dem iPad spielen, während der Mann duschen geht. Dann macht er ihr Haferflocken und sie essen zusammen zu Abend.

Gegen viertel vor sieben darf ich in der Wanne die Haferflocken vom Kind waschen. Die Zeit bis das Kind ins Bett geht vergeht mit eincremen, anziehen, rumrennen, Blödsinn machen, wickeln, telefonieren, pinkeln (auf den Teppich), Zähneputzen und Buch angucken.

Der Mann bringt das Kind zum Schlafen und ich aktualisiere endlich diesen Beitrag.

Kaum bin ich damit fertig, poltert und schreit es im Schlafzimmer. Offenbar hat sich das grade eingeschlafene Kind aus dem Bett gerollt. Sie weint und möchte von mir getröstet und schließlich auch ins Bett gebracht werden. Das ist die nächste Stunde leider eher unerfolgreich. Zwar ist sie recht ruhig, schält sich aber zweimal aus ihrem Schlafsack. Um kurz nach halb neun probiert der Mann es noch mal und ist auch nach kurzer Zeit erfolgreich. Ziemlich spät fürs Kind, mal sehen, wie sie morgen so drauf ist.

Wir genießen etwas Zweisamkeit auf dem Sofa. Dann zockt der Mann, ich lese mein Buch zu Ende und gehe gegen 22 Uhr duschen.

Um halb elf liegen wir im Bett, tauschen noch ein paar liebevolle Bemerkungen übers Kind aus und dann: Gute Nacht!

Lieblingstweets im Juni 2016

Nerven

Einer meiner häufigsten Gedanken in den letzten Wochen und Monaten war, dass so ein älterwerdendes Kind ja schon echt cool ist. Also Babys sind echt super, aber diese ganzen Features, Laufen, Sprechen, sich ein bisschen selbst beschäftigen, manchmal auch machen, was Mama oder Papa sagen, das hat schon was.

Ok. Diese Phase dauert nur wenige Monate an, dann kommt nämlich die „Ich kann das alles selber“-Phase. Genannt auch Trotz- oder Autonomiephase, und die nimmt grade erst Fahrt auf.

Vor ein paar Tagen las ich auf Twitter folgenden Tweet:

Ich schätze mal, da ist viel wahres dran.

Das Kind möchte also möglichst alles selbst machen und ich bemühe mich, sie gewähren zu lassen. Eben weil, siehe oben und sie ist natürlich viel zufriedener. Ein zu weit aufgemachter Schlafsack (sie öffnet den selbst, der Reißverschluss hatte sich aber letztens verklemmt) kann schon einen ziemlichen Wutanfall auslösen.

Dazu das klassische Kleinkind-Dilemma: etwas selber machen wollen, aber nicht können und WEHE, Mama will helfen! Woah!

Und selbstverständlich möchte sie auch nicht mehr im Buggy fahren. Sie kann ja selbst laufen. Nun kennen alle Eltern kleiner Kinder die Geschwindigkeit eines Spaziergang mit eben diesen kleinen Persönchen. Ich nenne es Spazierenstehen.
Nur leider stehen wir eben für gewöhnlich nicht spazieren, sondern haben ein Ziel, morgens die Kita, nachmittags unser Zuhause.
Der Weg zur U-Bahn dauert in halbwegs flotter Gehgeschwindigkeit etwa 10 Minuten. Mit Kind zu Fuß 20-40 Minuten, je nach Uhrzeit und Wetter. Das kann ich umgehen, indem wir den Bus nehmen, da brauchen wir nur noch etwa 5 Minuten bis zur Bushaltestelle.

Dann fahren wir U-Bahn. Allerwichtigstes Feature der U-Bahn sind die Knöpfe zum Öffnen der Türen. Die MÜSSEN gedrückt werden!!1 Und wenn das grad nicht geht, dann drückt man halt den nächstbesten Knopf, bspw. den Notrufknopf. So geschehen vorgestern, morgens im Berufsverkehr. Große Freude. Zum Glück hatte der Fahrer Verständnis und wir haben die Bahn auch nur etwa zwei Minuten aufgehalten. Zum Glück habe ich die Fähigkeit, andere Leute komplett auszublenden, ich habe also keine Ahnung, wie so um uns reagiert wurde. Auch praktisch bei Brüllanfällen in aller Öffentlichkeit.

Immerhin, grade haben wir so halbwegs den Kompromiss, sie darf möglichst an jeder Haltestelle den Knopf drücken und die Türen öffnen, dafür bleibt sie zwischen den Stationen im Buggy. Sie dauerhaft auf dem Arm halten, geht nicht, da habe ich letzte Woche mit Überlastungsschmerzen im Unterarm bezahlt.

Nach dem Aussteigen aus der Bahn folgt der Fußweg zur Kita. Wiederum knappe zehn Minuten. Das Kind möchte laufen, hat jetzt aber die Angewohnheit gerne mal stehenzubleiben, umzudrehen, zu heulen, wieder stehenzubleiben, doch vorwärts zu gehen und so weiter.
Ganz besonders schön ist dieses Stehenbleiben, wenn wir eine Straße überqueren. Sie muss dann an meine Hand, was sie für gewöhnlich auch bereitwillig tut, nur leider lässt sie des öfteren zwei Meter vorm Gehweg los und will sich hinsetzen. Auf die Straße. Sechsspurig, kurz vor Ende der Grünphase (ja, das weiß sie nicht, ist mir klar).
Das PRoblem ist, dass ich sie dann irgendwie auf den Gehweg bringen muss und da ich immer auch noch den Buggy zu manövrieren habe, läuft es auf zerren am Arm hinaus. Da ist es natürlich vorbei, jede gute Laune und Gutwilligkeit ist verschwunden. Sie will dann auch immer wieder unbedingt zurück auf die Straße, heute war sie so schnell, dass ich es nicht verhindern konnte und sie fast einer Radfahrerin vors Rad lief. Es war zum Glück nicht die sechsspurige Straße.

Laufen ist dann eh vorbei, Buggy auch, ich trage ein sich windendes brüllendes Kind, allerdings nur ein paar Meter weit. Dann läuft sie vielleicht doch, um das Spiel mit dem stehenbleiben, heulen, zurücklaufen und so erneut zu beginnen.

Ich schaffe es zum Glück bisher sehr geduldig und verständnisvoll zu sein, ich habe einen relativ großen Zeitpuffer, bis ich im Büro sein muss und den schöpfen wir auch grade so ziemlich aus.

Trotz allem habe ich heute ein beim Abschied heulendes Kind in der Kita abgeliefert. Das hatten wir seit einem halben Jahr nicht mehr.
Im Moment brauchen wir etwa eine Stunde von Tür zu Tür. Normal wären etwa 35 Minuten. Das ist zu lang, weshalb wir auch die Kita wechseln wollen.

Es gibt eine, die ganz ideal auf dem Weg zur U-Bahn liegt. Die besichtigen wir morgen und ich hoffe sehr, dass sie uns zusagt und außerdem ab Herbst ein Platz frei ist.

Bis dahin kaufe ich mir einen Schoner für meine Nerven. ;)

Sprich mit mir!

Mit so einem kleinen Kind hat man ja lauter sehnlichst erwartete Meilensteine. Greifen, krabbeln, sitzen, laufen, das erste „Mama“ und dann irgendwann das Gequatsche, bis einem die Ohren abfallen und man staunt, was in so einem kleinen Gehirn alles vor sich geht.
Das Kind war ja bisher doch eher immer von der flotten Truppe, darüber, dass sie mit 12 Monaten laufen konnte, wundere ich mich immer noch.

Nun warten wir also aufs Sprechen lernen. Und ich warte jeden Tag sehnlicher. Zwar kommuniziert sie durchaus, eben mit den üblichen Wörtern „alle“, „Ball“, „bitte“ und „auf“ und ähnliches. Dazu die Tierstimmen. Ich habe letztens in meinem eigenen Tagebuch nachgelesen und festgestellt, dass meine ersten Wörter mit den des Kindes zum größten Teil übereinstimmen. Das sind wohl einfach so die normalen Wörter, zu denen die KInder einen Bezug haben bzw. die wir Erwachsene am häufigsten verwenden.

Gleichzeitig ist es wahnsinnig frustrierend, fürs Kind und für mich. Meistens zeigt sie und macht ein etwas nervötendes „Äh, äh“, um zu bedeuten, dass sie irgendwas haben will. Dann muss man raten. Aber oft genug komme ich einfach nicht drauf, was sie will. Gestern hatte sie mein Handy in der Hand und machte immer auffordernd „Wua, wua, wua!“. Ich weiß bis jetzt nicht, was sie gemeint hat und hätte am liebsten geweint, weil mir das so leid tat. Ich konnte sie ablenken, aber es macht mich schon ein bisschen irre.

Sie hat auch derzeit eine Art Obsession mit Decken, vor allem der Sofadecke. Sie sitzt dann immer da und sagt „Keke? Keke? Keke?“ in immer verzweifelter werdendem Ton. Und ich verstehe einfach nicht, was sie meint. Meistens decke ich sie zu, das scheint dann auch hin und wieder das richtige zu sein, aber eben nicht immer.

Wir schauen momentan sehr viel Bücher an, in denen einfach Objekte zu sehen sind und sie zeigt dann auf das, was sie interessiert und sagt „Wawa?“ und ich bennene das Wort. Wir reden ja auch wirklich viel mit ihr, und so saugt sie jeden Tag ziemlich viele Wörter auf. Nur raus kommen sie bisher nicht.

Sorgen mache ich mir keine. Jedes Kind hat bekanntlich sein eigenes Tempo. Nur, wenn ich dann gleichaltrige Kinder sehe, die schon Drei-Wort-Sätze sagen und den eigenen Namen verwenden (hier bisher gar nicht), dann ist das immer etwas merkwürdig. ;-)

Frust und Freude

Derzeit ist mein Leben eigentlich ziemlich gut. Ich freue mich jeden Tag wieder darüber, dass wir so ein schönes Haus in einer angenehmen Gegend gekauft haben. Der Mann ist weiterhin prima und das Kind sowieso.

Selbiges tritt jetzt allerdings in die Wutzwerg-Phase ein. Vorgestern hat schon Blumenpost darüber gebloggt. Zwar ist es nicht ganz so, aber kleine brüllende Kinder, die sich über scheinbare Nichtigkeiten aufregen, sind ja doch irgendwie alle ähnlich. Am Montag bekam ich shcon einen wunderbaren Vorgeschmack, als wir die Ersatzgroßeltern besuchten und ab Punkt fünf Uhr alles den Bach runter ging. Auslöser war das Windelwechseln. Da sie sich gar nicht beruhigen wollte, sind wir nach Hause gefahren, das bedeutet in diesem Fall einmal quer durch die Stadt. Im Bus ging es, in der U-Bahn hat sie fast die ganze Zeit gebrüllt. Zu Hause ging es grade weiter, ich habe sie in die Badewanne gesteckt, weil das normalerweise immer für gute Laune sorgt, aber über den Punkt waren wir schon hinweg. Auch ihren geliebten Joghurt wollte sie nicht essen, obwohl ich mir sicher war, dass sie Hunger hatte. Insgesamt ging das Spektakel etwa anderhalb Stunden und ich muss gestehen, ich wurde gegen Ende auch mal laut, weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Als der Mann nach Hause kam, war dann alles wieder gut.

Heute Morgen dann ähnlich, Zähneputzen ist ja immer ein Drama und dann wollte ich ihr auch noch ein anderes Oberteil anziehen. Ende vom Lied war ein auf dem Boden liegendes brüllendes Kind, das weder im ersten Stock bleiben noch mit runter kommen wollte. Ich hätte sie gerne in Ruhe ausbrüllen lassen, aber leider mussten wir los. Schuhe und Jacke anziehen war natürlich auch nicht gewünscht, zum Glück ist ja aber derzeit nicht so kalt, sie kam also so mit. Auf meinem Arm, anders ging es gar nicht. Da beruhigte sie sich zum Glück auch völlig und war dann in der U-Bahn so gut drauf, dass sie vor dem Aussteigen den Hinweisaufklebern auf der Fensterscheibe (für Kinderwagen und Rollstühle) Küsschen gab. Dieses Kind! <3

Jedenfalls hat das heute Morgen den Ausschlag bei mir gegeben, uns doch mal nach einer anderen Kita umzuschauen. Ich liebe ja unsere Kita und lasse darauf auch nichts kommen, nur leider ist sie eben nicht sehr nahe. An meinem Arbeitsplatz ja, aber nun, wo wir umgezogen sind und dort auch wirklich bleiben werden, wäre eine wohnortnahe Kita doch einfach viel praktischer. Bisher hat mir aber bei dem Gedanken an einen Wechsel das Herz geblutet, weil ich die Erzieherinnen auch so mag. Aber im Herbst würde das Kind eh die Gruppe wechseln und ich denke, das wäre dann, wenn, der beste Zeitpunkt. Zumal sie ja auch später dort in der Gegend in die Schule gehen soll. Und wir würden morgens so viel Zeit sparen.
Auf dem Weg zur U-Bahn liegt eine Kita, die ich heute mal angeschrieben habe. Vielleicht haben wir ja Glück!

(Eigentlich wollte ich noch über zwei andere Dinge schreiben, aber das passt grade gar nicht. Die kriegen eigene Blogeinträge.)

Lieblingstweets im Mai 2016