15 Monate oder eineinviertel Jahre (2)

Meine liebe kleine Maus,
soeben habe ich mir nochmal den Bericht zum 15. Monatsgeburtstag deiner großen Schwester durchgelesen und muss wieder einmal feststellen, wie unterschiedlich ihr doch seid. Zwei (Überraschung) völlig verschiedene Menschen.

15 Monate bist du nun also alt und doch wirklich endlich ein Kleindkind. Du bist ein stets gut gelauntes Mädchen und motzt eigentlich nur bei Müdigkeit, wenn deine Schwester dir mal wieder was weggenommen hat (oder wir) oder wenn du dir wehgetan hast, was leider öfter vorkommt. Du hast wohl meine Tollpatischigkeit geerbt.

Motorisch bist du total fit. Pünktlich zu deinem ersten Geburstag fingst du an zu laufen. Es sieht immer noch ziemlich witzig aus, weil du recht breitbeinig läufst, ein bisschen wie ein Cowboy, aber es geht gut. Die ersten Winterstiefel kannst du schon auftragen.

Sprachlich isses nicht so weit her. Du sagst recht zuverlässig Mama und Baba/Papa, aber das wars dann auch. Natürlich brabbelst du vor dich hin, aber irgendwelche eindeutigen Worte sind noch nicht dabei. Nun, das wird sicher kommen. Dafür kommunizierst du mit Kopfschütteln und Nicken, das klappt eigentlich auch sehr gut. Du verstehst uns jedenfalls prima, sogar Anweisungen wie: „Bring das mal in die Küche zu Papa!“ führst du prompt aus.

Bücher magst du sehr. Oft sitzt du vor unserem Bücherregel, räumst ein Fach aus, nimmst dir ein Buch nach dem anderen vor und guckst es dir ganz ernsthaft an. Mir fällt grad auf, dass ich sehr wenig Bücher angucke mit dir, vielleicht sollte ich das mal verstärken.

Musik ist ebenfalls großartig. Kaum läuft welche, oder es singt jemand, fängst du sofort an, dich zu bewegen. Entweder du gehst in die Knie und wackelst mit dem Hintern oder du bewegst deine Arme. Es hat manchmal viel von Schlangenbeschwörung.

In der Kita läuft es auch ganz gut. Das Abgeben ist allerdings momentan hart. Seit du vor zwei Wochen fünf Tage lang Fieber hattest (überhaupt hast du recht häufig Fieber, das bin ich gar nicht gewöhnt), ist ein bisschen der Wurm drin. Wir waren schon bei „die Arme nach der Erzieherin ausstrecken“, aber momentan schreist du ganz bitterlich, wenn ich dich an die Erzieherin übergeben will. Dass es nicht immer deine Bezugserzieherung ist und oft auch nicht der gewohnte Raum, ist allerdings sicher nicht ganz unschuldig daran. Da du dort aber problemlos isst und schläfst und eigentlich auch recht zufrieden wirkst, wenn ich dich abhole, denke ich schon, dass du dich wohl fühlst. Mir wurde bisher nichts gegenteiliges berichtet.

Apropos Essen: Du isst nach wie vor ziemlich gut (den Erzieherinnen zufolge auch gerne mal doppelte Portionen) und probierst recht bereitwillig alles. Obst ist nach wie vor deine absolute Favoritennahrung.

Zähne hast du schon ganze acht. Gestern kam der letzte Schneidezahn durch. Mal sehen, was als nächstes folgt.

Bis gestern bist du auch noch in der Babyschale gefahren. Diese scheint größer zu sein, als die die wir beim großen Kind hatten. Denn du bist eigentlich nicht kleiner als sie damals. Deine genauen Maße muss ich allerdings noch nehmen.
81 cm und etwas über 9 kg.
Gewachsen bist du seit deinem Geburtstag 3,5 cm und erstaunlicherweise 2 cm kleiner als deine große Schwester damals.
Jedenfalls wirst du ab sofort im ersten Folgesitz fahren und ich bin mir sicher, dass dir das Vorwärtsfahren zusagen wird.

Schlaftechnisch sieht es derzeit eher mittelmäßig aus. Du wirst noch gestillt und das kann nachts gerne mal ausarten. Immerhin kann dich der Papa problemlos ins Bett bringen, sogar wenn ich zu Hause bin. Auch ein-, zweimal beruhigen geht, aber irgendwann hast du die Nase voll. Vorerst möchte ich aber nicht abstillen, der Winter steht vor der Tür und ich denke, es kann dir nicht schaden, noch ein paar Monate Muttermilch zu bekommen. Hin und wieder gibt es auch ganz gute Nächte. Es passt schon!

15 Monate also schon und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Monate!

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WMDEDGT November 2018

Endlich hab ich mal wieder dran gedacht.
Am jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Der Tag beginnt um 6:18 Uhr. Ich bin erstaunt, weil es schon so spät ist. Hat das kleine Kind etwa seit viertel vor elf durchgeschlafen? Ich kann mich an kein Aufwachen erinnern. Eine ziemlich gute Nacht also, die haben schon seit vielen Wochen Seltenheitswert.
Der Mann steht auf, geht aufs Klo und teilt mir mit, das große Kind befinde sich nicht in ihrem Bett. Viele Orte kann es nicht geben, wo sie sein kann und ich erhalte dann auch eine Nachricht von meiner Freundin, das Kind sei oben bei ihnen auf dem Dachboden.
Dort nächtigen seit Donnerstag unsere Freunde aus München. Die beiden großen Mädchen, die eigentlich im Kinderzimmer schlafen, haben sich nach oben geschlichen und meine Freundin um eine Geschichte angebettelt.
Ich stehe auf, wickle das kleine Kind und ziehe sie an und gehe dann hoch auf den Dachboden. Vier kleine Mädchen im Alter von 9 Monaten bis genau vier Jahre wuseln durcheinander. Alle hatten eine gute Nacht. Sehr schön!
Der Mann kommt vom Brötchen holen zurück und deckt den Tisch.
Alle bis auf den Besuchspapa sitzen gegen halb neun am Tisch. Schließlich kommt auch er runter und bekommt von seiner Tochter und Frau ein Lied vorgesungen.
Das große Kind fragt nach der Medizin, die sie vor ein paar Tagen nehmen musste. Es hat sich herausgestellt, dass sie Würmer hat. Wie unangenehm, besonders mit dem Besuch. Sie sind aber entspannt und das Entwurmungsmittel scheint auch zu wirken. Sie muss sie erst nächste Woche wieder nehmen und dann zwei Wochen später nochmal.
Schließlich haben alle gegessen. Ich denke darüber nach, ob die vorhandenen Reste fürs MIttagessen ausreichen werden.
Tisch abräumen und spülen. Die Kinder werden fertig angezogen.
Gegen halb zehn den Lapt auf den Tisch und logge mich bei Eventim ein. Um Punkt zehn Uhr beginnt der Vorverkauf für Fanclubmitglieder für die Rammstein-Stadion-Tour nächstes Jahr und meine Freundin und ich wollen beim Münchner Konzert auf jeden Fall dabei sein. Nach Hamburg kommen sie leider nicht.
Dann gehe ich in den KEller und kümmere mich mal wieder um die Wäsche. Würmerbedingt wasche ich derzeit sehr viel. Um kurz vor zehn ruft meine Freundin mich aufgeregt nach oben. Die letzten paar Minuten hibbeln wir vor dem PC, um zehn Uhr aktualisiere ich die Seite und natürlich ist die Anfrage überwältigend. Wir sind im Warteraum. 30 Sekunden. Nochmal 30 Sekunden und nochmal. Nach ein paar Minuten haben wir tatsächlich die Möglichkeit, Karten auszuwählen. Wir entscheiden uns für die zweitbeste Kategorie im Rang. Meine Freundin wäre gerne in den Innenraum gegangen, aber das halte ich einfach nicht aus, so leid es mir tut.
Zweimal 3 Minuten später kann ich den Kauf abschließen und kaufe dann direkt noch Innenraumkarten für meinen Bruder.
Wir klatschen uns ab, ziehen alle an und gehen auf den Spielplatz. Meine Freundin teilt direkt allen auf Facebook unsere Pläne mit, was dazu führt, dass ich später noch weitere Tickets für München kaufen muss, eine gemeinsame Freundin will sie ihrem Freund und ihrem Bruder schenken. Nun sind meine sechs Tickets aufgebraucht und wir sehr zufrieden. Wir nutzen das entsprechende Wochenende (Pfingsten) direkt für den Gegenbesuch in München. Wunderbar! Nur noch sieben Monate!

Auf dem Spielplatz powern wir die Kinder aus. Das große Kind fällt von der Seilbahn, das kleine will unbedingt Karussell fahren, darf dann die steile Rutsche runterrutschen und wird von Papa aufgefangen. Der Hit! Wir machen viele Fotos von den Kindern.
Dann schläft das Baby ein, das kleine Kind wird kurze Zeit später vom Mann schon mal heim- und ins Bett gebracht. Der Rest macht sich dann auch bald auf den Weg.

Zu Hause gibt es Mittagessen. Der Mann hat noch ein paar kleine Pizzen gekauft, die die großen Kinder begeistert weghauen. Wir essen Kartoffelsuppe und Lasagne. Alles ist leer, alle sind satt. So soll es sein!
Die kleinen Kinder schlafen noch ziemlich lange. Das kleine Kind wacht um viertel nach eins auf, das Baby etwas später. Nun kriegen auch sie Mittagessen.

Unsere Freunde packen ihr Zeug zusammen und suchen einen orangenen Stapelbecher. Sie suchen ihn sehr ausdauernd und als wir ihn schon abgeschrieben haben, findet meine Freundin ihn im Regal.
Die Kinder malen noch eine Runde und dürfen dann eine Folge Paw Patrol schauen. Wir kümmern uns um den Proviant.
Gegen 15 Uhr verabschieden wir unsere Freunde. Sie werden jetzt sechs Stunden mit dem Zug zurückfahren.
Es war ein schönes Wochenende und wir freuen uns auf das Wiedersehen!

Es wird Zeit, aufzuräumen und zumindest die Bäder zu putzen. Letzteres macht der Mann. Danach geht er mit dem großen Kind eine Runde Fahrrad fahren, während ich endlich meine Mutter anrufe. Wir haben aufgrund ständiger Besucher in letzter Zeit seit anderhtalb Wochen nicht gesprochen. Ich bringe sie bezüglich Besuch, Würmer und Chorkonzert auf den neuesten Stand und wir überlegen, wann wir uns nächstes Jahr sehen. Vielleicht machen wir im September Urlaub zusammen.
Ich erfahre, dass mein Vater eine Wundrose hatte. Ich halte mit der Thrombose meiner Schwiegermutter dagegen. Ein bisschen mehr Gesundheit für alle wäre schön!

Danach beschließe ich, endlich die ganzen Bananen im Kühlschrank zu verarbeiten und Schoko-Bananen-Muffins zu backen. Das große Kind möchte gerne helfen. Das kleine Kind räumt die Schränke aus und wird immer wieder vom Mann eingefangen. Schließlich schafft sie es, eine Packung Paniermehl auszuleeren, aber ich bin tiefenentspannt. Kann man auffegen.

Um halb sechs kommt das kleine Kind in die Badewanne. Ich räume unterdessen den Dachboden auf. Noch mehr zu waschen!
Etwa 20 Minuten später folgt das große Kind, sie hockt eine halbe Ewigkeit darin. Währenddessen bekommt das kleine Kind Abendessen.
Als das große Kind aus der Wanne kommt, fangen die Kinder an, sich kichernd und kreischend durch den Flur zu jagen. Davon hab ich immer geträumt. Kinder sind was tolles!
Nach dem Anziehen gibt es noch Haferflocken für das große Kind und die üblichen Folge Paw Patrol vor dem Schlafen gehen. Ich esse solange zu Abend.
Um kurz nach sieben bringen wir die Kinder ins Bett. Der Mann das kleine und ich das große Kind.

Danach genießen wir etwas Zweisamkeit auf dem Sofa. Dann guckt der Mann Football, ich muss direkt rein zum kleinen Kind. Es ist etwa 20 Uhr. Mir fällt ein, dass ich noch diesen Beitrag schreiben will und notiere ein paar stichpunkte auf dem Handy.

Es ist jetzt 20:43 Uhr. Ich werde noch etwas stricken, dann duschen und ins Bett gehen. Morgen ist wieder Allltag.

Gute Nacht!

Vier Jahre!

Endlich, endlich ist dein vierter Geburtstag da! Du hast im Prinzip seit dem letzten Geburtstag darauf hingefiebert und ich glaube nicht, dass es einen Tag gab, an dem der Geburtstag nicht Thema war. Du hast oft Kuchen backen und Kerzen anzünden und singen gespielt, du hast genau aufgezählt, wen du einladen willst (Mama und Papa wurden des öfteren ausgeladen) und nun ist es endlich soweit.

Du wirst vier und wir feiern das ganze gebührend mit deinem ersten Kindergeburtstag. Vier Kinder durftest du einladen und ich bin schon gespannt, wie das laufen wird.

Du bist sehr groß geworden im letzten Jahr. Wenn ich mir die Bilder aus der Zeit von der Geburt deiner kleinen Schwester angucke, fällt es sehr auf. Eindeutig kein Kleindkind mehr!

Ich kann viel aus meinem Bericht vom letzten Jahr übernehmen. Du quatscht uns nach wie vor die Ohren voll, bist wahnsinnig eloquent, manchmal drückst du dich viel gewählter aus, als wir Erwachsenen es tun würden. Oder du beschimpfst uns als „Kaka, Pipi und Pups“ oder „Du alte Gurke!“, aber ich schätze mal, das ist normal in dem Alter.

Das iPad liebst du ebenfalls weiterhin, natürlich. Besonders viel Bedeutung hat aber die Serie „Paw Patrol“, die du täglich gucken darfst und die mit Eifer nachspielst. Ansonsten müssen wir dem Medienkonsum immer noch ziemlich Grenzen setzen. Dein Vater ist leider kein gutes Beispiel und ich bin mit dem Handy oft auch nicht besser.

Auch beim Essen hat sich nicht viel verändert. Du isst vielleicht 20 Lebensmittel, weigerst dich zu probieren und isst leider für meinen Geschmack viel zu viel zwischendurch. Die Kinderärztin meinte, du solltest nichts zwischendurch essen, es sei denn, es handelt sich um rohes Gemüse, da musste ich dann doch lachen. Sehr realitätsnah!
Die U8 hast du ansonsten mit Bravour bestanden und du bist auch gar nicht zu dünn, wie ich befürchtet hatte.

Du bist ja ziemlich pünktlich zu deinem dritten Geburtstag trocken geworden und seit dem Sommer hast du auch keine Nachtwindel mehr. Das funktioniert meist ganz gut, seit wir dich abends immer noch mal aufs Klo setzen, noch etwas besser. Pipiwäsche wasche ich dennoch immer mal wieder. Aber so ist es halt.

Deine kleine Schwester liebst du nach wie vor über alles. Also meistens. Leider nimmst du ihr nach wie vor auch zuverlässig das Spielzeug weg oder schubst sie einfach um, wenn es dir in den Kram passt, da komme ich mir auch immer etwas hilflos vor. Das kleine Kind fängt aber allmählich an sich zu wehren, du wirst dich wohl noch ziemlich umgucken.

Beeindruckt bin ich von deinen Malkünsten! Innerhalb kürzester Zeit hat sich dein Gekrakel zu sehr eindeutigen Objekten gewandelt. Blumen, Häuser, Menschen. Gerne in allen Regenbogenfarben. Dein Lieblingsfarbe ist auch konsequenterweise jede fünf Minuten eine andere.

Außerdem kannst du mittlerweile schreiben. Noch nicht flüssig natürlich und auch nicht alle Buchstaben, aber wenn man dir buchstabiert, schreibst du zuverlässig und meist gut lesbar. Am häufigsten kommt natürlich dein Name und der deiner Schwester vor sowie der deiner Freundin aus München. Ich finde das recht erstaunlich für das grade mal vierte Lebensjahr.
Die Zahlen und Ziffern kannst du ja schon länger, allmählich fängst du auch in kleinen Bereichen zu addieren. In knapp zwei Jahren kommst du in die Vorschule. Besser ist das!

Und demnächst müssen wir wohl mal wieder zum Kinderturnen. Ständig bist du dabei irgendwelche Übungen zu machen und wenn es das vom Stuhl fallen vor lauter Rumhampeln beinhaltet. Tja, wer nicht hören will muss fühlen!
Was deine Motorikfähigkeiten allerdings noch nicht ergeben haben, erstaunlicherweise, ist Fahrradfahren. Du hast von uns ein Fahrrad als vorgezogenes Geburtstagsgeschenk bekommen und es fällt dir schwerer als ich erwartet hatte. Aber vielleicht erwarte ich doch ein bissschen viel von einer nun Vierjähren!

Ich bin schon sehr gespannt, was uns dein neues Lebensjahr bringt!

Herzlichen Glückwunsch zu Geburstag, geliebte große Tochter! Du bist ein Quatschkopf, unser großer Brosch, unser verrücktes Mädchen! Wir haben dich lieb!

Deine Mama, dein Papa

Ein Jahr (zum zweiten)

Geliebtes kleines Sonnenscheinkind, ein Jahr bist du nun alt!
Kein Jahr meines Lebens ist schneller verflogen als dieses erste mit dir.

Vor einem Jahr lag ich alleine in einem Krankenhauszimmer, denn du befandest dich im Kinderkrankenhaus, mit Papa an deinem Bett. Im Nachhinein treibt mir das die Tränen in die Augen, damals fand ich es zwar nicht ideal, aber auch nicht soo schlimm. Es hat letztlich weder bei dir noch bei mir irgendwelche Spuren hinterlassen. Unsere Bindung ist wunderbar, tatsächlich bist du in letzter Zeit ein ziemliches Mamakind geworden.

Was du immer noch nicht so recht bist: ein Kleinkind. Du bist unser Baby und du wirst das auch noch eine ganze Weile bleiben. Äußerlich hast du dich in den letzten Monaten so gut wie gar nicht verändert, wenn man ins Fotoalbum sieht, könntest du vom Gesicht her auch erst ein halbes Jahr alt sein. Deine blonden Haare, die soviel kürzer sind, als damals die deiner Schwester, sind sicherlich nicht ganz unschuldig daran.

Ansonsten lässt du jedoch keinen Zweifel daran, dass du jetzt ein Kleinkind bist. Motorisch bist du schon weit entwickelt. Seit knapp drei Wochen stehst du frei auf und stehst dann wie ein Erdmännchen in der Gegend herum. Oft denken wir, dass du jetzt jeden Augenblick losläufst. Das hast du bisher nicht gemacht, doch vor zwei Tagen hat dich die Badewanne so sehr gelockt, dass du die ersten beiden freien Schritte getan hast. Am Lauflernwagen und an der Hand läufst du schon richtig gut!

Dein Hobby ist Essen. Egal, was man dir anbietet, du greifst begeistert zu und knabberst drauf rum. Und das mit erst fünf Zähnen. Aber es funktioniert. Bei den Zähnen lässt du dir immer sehr viel Zeit. An jedem Zahn wird mehrere Wochen gearbeitet, deshalb war ich sehr erstaunt, als ich plötzlich den fünften Zahn entdeckt habe.

Du bist das entspannteste Kind überhaupt. Dich bringt kaum etwas aus der Ruhe, es sei denn, man nimmt dir was weg. Spielzeug meistens. Oder wenn du mal wieder ein Tablet ergaunert hast. Das sehen wir aber nicht gern. Und dann ist das Geschrei groß.
Drama ist natürlich auch, wenn du dir weh tust. Du bist ein ziemlich unfallträchtiges Kind, und ich drohe oft, dich ab sofort komplett in Schaumstoff einzuwickeln. Bisher bist du zum Glück mit ein paar Beulen und Kratzern davon gekommen. Toitoioi!

In acht Tagen beginnt die Eingewöhnung in die Kita. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dir dort gefallen wird.
Aber eigentlich bin ich optimistisch. Du hast du liebste Bezugserzieherin der Welt und du magst es gerne, wenn Action ist!

Kleines Mädchen, ein Leben ohne dich ist unvorstellbar! Wir gratulieren dir ganz herzlich zum ersten Geburtstag und freuen uns auf unser weiteres Leben mit dir!

WMDEDGT August 2018

Jeden fünften eines Monats sammelt Frau Brüllen unseren Beiträge.

Die Nacht ist mittelgut. Irgendwann, es ist noch dunkel, ist das Baby auf einmal wach, sehr wach und scheint Anstalten zu machen, jetzt nicht mehr zu schlafen, sondern mal bitte aufzustehen. Vergiss es, denke ich mir und drehe mich weg. Sie rollt nochmal über mich drüber, ich gucke auf die Uhr. 4:40 Uhr. Wundervoll. Schließlich schaffe ich es, sie mit Stillen doch wieder zur Ruhe zu bringen. Die frühen Morgenstunden sind aber immer unruhig und um viertel vor sieben ist endgültig Schluss mit Schlafen. Das große Kind liegt in des Mannes Bett und flüstert schon eine Weile vor sich hin.

Wir hängen noch etwas rum, dann geht der Mann Brötchen holen. Ich ziehe das große Kind an, das kleine ist schon längst vom Mann gewickelt worden, und kümmere mich dann wie jeden Sonntag um frische Handtücher für alle. Außerdem räume ich etwas auf und öffne auf dem Dachboden die Fenster zum Lüften. Draußen ist es ungewohnt kühl. Dann gehen wir runter, Tisch decken. Der Mann kommt wieder und füttert schon mal das Baby. Zu fünfzig Prozent, den Rest füttert sie sich selber. Wir frühstücken.

Nach dem Abräumen schmeiße ich die Waschmaschine an, und nehme schon mal das Putzzeug mit nach oben. Dort steht der Staubsauger. Gut, dann erstmal auf dem Dachboden staubsaugen. Am Mittwoch kommen meine Eltern und was erledigt ist, ist erledigt. Als ich fast fertig bin, kommt das Baby die steile Treppe hochgekrabbelt, natürlich mit dem Mann im Schlepptau. Er nimmt sie wieder mit runter, ich bringe den Staubsauger runter. Den brauchen wir eher im Erdgeschoss. Jetzt heißt es Bäderputzen. Na gut, nur grob. Ich putze nochmal gründlich, bevor der Besuch kommt.

Das Baby wird müde. Ich lege sie hin, um kurz vor halb zehn schläft sie wieder. Das große Kind kommt ebenfalls zum Schlafen ins Schlafzimmer. Ein bisschen Ruhe ist ganz nett, am liebsten würde ich jetzt das Spielhäuschen im Garten aufstellen, aber der Mann ist nicht motiviert. Also nehme ich mir stattdessen des Babys Geburtstagskerze vor. Die wurde bei der Taufe im März etwas in Mitleidenschaft gezogen. Ich bin leider nicht ganz erfolgreich, die letztens bestellten Buchstaben sind viel zu groß und dick. Da muss ich nochmal in die Stadt kommende Woche.

Ich setze mich an den Computer, eine Überweisung tätigen und diesen Beitrag beginnen. Ich komme nicht weit, um kurz nach zehn ist das Baby wieder wach. Ich versuche, sie nochmal in den Schlaf zu stillen, da sie eindeutig noch nicht ausgeschlafen ist, es klappt aber leider nicht. Dann muss es jetzt so gehen. Bis halb zwei muss sie mindestens durchhalten.

Ich erledige dies und das, hänge Wäsche auf und lese in jeder freien Minute in meinem aktuellen Buch. Das möchte ich morgen zurückgeben und spannend ist es auch. Um halb zwölf gucken wir Sendung mit der Maus. Danach kriegt das Baby schon mal was zu essen, sie isst ne ganze Menge. Der Mann will sich ein halbes Stündchen hinlegen, seine Nacht war nämlich ziemlich kurz. Das große Kind möchte auch was essen, sie kriegt eine halbe Banane und Haferflocken. Das Baby haut zwischendurch zweimal in die Windel.

Zum xten Mal räume ich die Kinderbücher ins Regal, wo sie innerhalb kürzester Zeit vom Baby herausgezogen werden. Zu Büchern hat sie eine ganz besondere Beziehung. Gegen 13 Uhr habe ich mein Buch ausgelesen und empfehle es auf Twitter weiter.
Dann kann ich ja morgen beruhigt zur Bücherhalle gehen. Das letzte Mal musste ich ziemlich viele Gebühren zahlen, ich hatte das Verlängern schlicht vergessen. Das soll nicht nochmal vorkommen.

Heute nachmittag fahren wir zu Freunden zum Grillen in deren Kleingarten. Gegen 13:30 Uhr wollen wir los.
Ok, 13:30 Uhr war etwas übertrieben. Wir fahren um kurz vor zwei los und finden den Garten sogar ohne Navi.

Den Nachmittag verbringen wir mit Reden (die Erwachsenen), Essen (alle), Rasierschaumparty, Planschen, Spielen und Heulen (die Kinder). Das Baby macht zwischen viertel nach drei und vier einen Mittagsschlaf.

Gegen halb sieben fahren wir nach Hause. Die Kinder werden ohne Umwege in die Badewanne gesteckt, bekommen Abendbrot und dürfen noch zwei Folgen Paw Patrol gucken. Dann geht es hoch zum Zähneputzen. Das große Kind möchte im Schlafzimmer schlafen. In Papas Bett. Das Baby ist begeistert! Na gut. Das große Kind schläft innerhalb von Minuten ein. Das Baby stillt eine Weile, als ich sie jedoch endgültig in den Schlaf tragen will, ist sie gut gelaunt und macht keinerlei Anstalten zu schlafen.

Ich gehe mit ihr zum Mann ins Arbeitszimmer. Er guckt Baseball. Das Baby spielt. Ich lese ein bisschen und liege rum. Es ist ein bisschen Leerlauf. Ich bin müde, müsste aber eigentlich noch was essen, habe aber keinen Hunger.

Also erstmal diesen Beitrag weiterschreiben. Es ist jetzt zwanzig vor neun.
Dann versuche ich, das Baby erneut ins Bett zu bringen und scheitere. Ich mache ihr eine neue Windel, lasse sie beim Papa und gehe erstmal was zu Abend essen. Im Wohnzimmer lese ich die 11 Freunde und esse. An den Geräuschen von oben höre ich, dass der Mann es wohl geschafft hat, das Baby zum Schlafen zu bringen und ins Bett zu legen.

Ich esse fertig und schreibe diesen Beitrag fertig. Es ist 21:29 Uhr. Gute Nacht!

WMDEDGT Juni 2018

Wie jeden 5. eines Monats möchte Frau Brüllen wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt um zehn nach fünf. Da ist das Baby endgültig wach und lässt sich nicht mehr in den Schlaf stillen. Ich bin genervt, denn ich bin todmüde und habe Halsschmerzen. Ich nehme das Baby mit, wickle sie und setze sie in das Zimmer des großen Kindes, wo sie spielen kann. Ich selbst lege mich ins Kinderbett und döse vor mich hin, bis das Baby zu quaken anfängt.
Nochmal wickeln. Dann hängen wir noch etwas rum, bis ich sie um kurz vor sechs dem Mann übergebe und nochmal eine halbe Stunde ins Bett gehe.

Das große Kind wird um halb sieben wach. Ich stehe um viertel vor sieben endgültig auf. Der Mann geht heute zum Glück etwas später zur Arbeit. Ich frühstücke und räume etwas auf. Der Mann ist mit dem Baby oben. Es ist verdächtig still. Sie ist wohl eingeschlafen. Klar, wer schon um fünf Party macht. Das große Kind und ich gehen Zähne putzen und Haare machen. Das ist jetzt etwas einfacher, war sie doch gestern beim Friseur. Dann beschließt sie, sich auch wieder hinlegen zu müssen. Ich gehe aufs Klo und stelle fest, dass ich meine Regel bekommen habe. Also Menstasse auskochen. Der Mann verabschiedet sich zur Arbeit. Ich gehe erneut aufs Klo. Um kurz nach halb neun wird das Baby wach und ich muss das große Kind etwas antreiben.

Wir gehen vermutlich pünktlich los. Ich habe meine Armbanduhr unauffindbar verlegt, weshalb ich etwas durch die Zeit schwebe.

Ich gebe sie in der Kita ab, nach einigem Hin und Her, denn eigentlich möchte sie mit ihren Freundinnen raus, es dürfen aber erstmal nur die Größeren raus.
Dann fahre ich nach Hause, wo ich eine Weile mit dem Baby abhänge. Dann versuche ich die Telefonnummer der Ansprechpartnerin von einer meiner offenen Bewerbungen herauszufinden. Es gibt keine. Also schreibe ich eine E-Mail und erhalte die Antwort, dass das Auswahlverfahren noch laufe. Wie nett, vielleicht hab ich ja Glück. Dann rufe ich beim Kinderarzt an, um einen Termin für die U8 vom großen Kind auszumachen. Mein Anruf kann nicht entgegen genommen werden. Ich hinterlasse eine Nachricht.

Gegen viertel vor elf mache ich die Gartenserie auf Netflix an, die ich kürzlich entdeckt habe. Das Baby spielt vor sich hin, wird dann aber unleidlich. Ich trage sie im Schlafzimmer in den Schlaf, es jetzt etwa 20 nach elf.

Dann beschäftige ich mich mit dem Briefkasten. Der ist rostig. Dabei ist das Edelstahl. Mit Putzstein kriege ich den Rost fast vollständig weg. Nun ist er ein wenig zerkratzt, aber das sieht man fast gar nicht.

Danach ist Zeit fürs Kochen. Heute soll es Bohnen-Kartoffel-Stampf geben. Ich schneide alles klein, setze die Kartoffeln auf und gehe dann die Serienfolge zu Ende anschauen. Jetzt sind die Bohnen dran mit Kochen. Im keller, wo ich das Bohnenkraut aus dem Gefrierfach holen will, erlebe ich eine kleine Enttäuschung. Das, was ich für Bohnenkraut hielt, ist in Wirklichkeit Thymian. Das Bohnenkraut hab ich dann wohl letztens versehentlich entsorgt. Wie schade, ich liebe Bohnenkraut.

Um viertel vor eins erwacht das Baby aus seinem Mittagsschlaf. Wir essen gemeinsam, danach spielt sie etwas und ich aktualisiere diesen Beitrag.

Gegen zehn vor zwei machen wir uns auf den Weg zur Kita. Das große Kind ist draußen im Garten und zum Glück willens mitzukommen. Das geht manchmal auch ganz anders. Sie freut sich, als ich sage, dass wir zur Bücherhalle gehen wollen. Das tun wir dann auch.
Dort angekommen, gebe ich die Bücher zurück und möchte dann erstmal dringend aufs Klo. Kaum habe ich das zum Kind gesagt, fällt ihr ein, dass sie dringend Kaka muss. Das Klo ist besetzt. Es ist sehr leise und ich hoffe, dass es überhaupt geöffnet ist. Schließlich hört man aber doch was. Ein Jugendlicher mit Handy in der Hand kommt heraus. Ich habe sofort unangenehme Bilder im Kopf. Jedenfalls können wir jetzt unsere Geschäfte erledigen.

Dann setze ich die Kinder in die Kinderbuchabteilung und gehe zu den Regalen mit Büchern für mich, dabei immer ein Auge auf dem Baby. Dort gibt es nämlich ein dreistufiges Podest zum draufsitzen und sie klettert später tatsächlich komplett drauf. Da stehe ich aber nebendran.

Ich finde einige Bücher und auch zwei Zeitschriften. Das Kind möchte sich merkwürdige Bücher und Spiele ausleihen. Ich überrede sie sanft zu einem Spiel und einem anderen Buch.

Nach dem Ausleihen und Verlassen der Bücherhalle gehen wir Richtung Einkaufszentrum. Ich habe ein Eis versprochen und muss vorher aber noch Geld holen. Das Eis gibt es im Einkaufszentrum selbst. Das Kind möchte ihre Eiskugel in der Waffel. Ich lasse ich breitschlagen und nehme selber Schokolade und Pfirsich im Becher. Wir setzen uns auf eine Bank. Das Baby darf auch mal probieren. Das Eis in der Waffel ist erwartungsgemäß eine Sauerei. Zumal sie die Waffel am Ende gar nicht isst. Es gibt das nächste Mal also wieder Eis im Becher.

Danach gehen Richtung Bus mit Halt beim Erdbeerhäuschen (3,50€ das Pfund, die von gestern hätten 2€ gekostet, das hab ich zu spät gesehen) und beim Bäcker, für eine Brezel.

Ab mit dem Bus nach Hause. Das Baby ist sehr müde und ich lege sie direkt hin. Gegen kurz vor vier schläft sie. Das Kind möchte das Spiel spielen. Es stellt sich heraus, dass die Anleitung fehlt. Super. Fürs Spielen nicht so dramatisch, aber ich fürchte, dass das auf uns zurückfällt. Denn eigentlich werden die Spiele beim Abgeben kontrolliert. Außerdem fällt uns auf, dass das Kind ihre Sonnenbrille in der Bücherhalle vergessen hat. Da kann ich frühstens Donnerstag nachfragen.

Um zwanzig nach vier wecke ich das Baby. Wir gehen nach draußen auf die Terrasse, wo der Sandkasten steht. Ich versuche ein wenig in einem meiner ausgeliehenen Bücher zu lesen, aber es ist hoffnungslos.

Das große Kind möchte ein Butterbrot. Ich mache ihr eins. Sie legt es auf den Sandkastenrand und wird sandig. Das Baby schleicht sich sofort heran und klaut das Brot. Beide manschen mit Brot und Wurst rum und spätestens als das Kind dem Baby die Wurst auf den Kopf legt, ist meine Geduld am Ende. Ich bin wütend und sammle alles ein.

Dann kommt zum Glück der Mann nach Hause. Das Kind darf ein bisschen fernsehen und er erzählt von der Veranstaltung, auf der er heute war. Dann baden wir die Kinder und ziehen sie an, wobei wir mehrere Kämpfe mit dem großen Kind ausfechten. Sie ist offenbar ziemlich müde und hat nur noch vollkommenen Blödsinn im Kopf.

Schließlich schaffen wir es auch, beide abzufüttern, eins kriegt Frischkäsebrot, eins Wurstbrot.

Um kurz nach sieben gehen wir nach oben, Windel anziehen und Zähne putzen. Mann und Kind gucken noch ein Wimmelbuch an, ich stille das Baby. Dann fährt er einkaufen. Die Kinder sind noch nicht müde und spielen noch ein wenig. Das Baby erkundet den Flur, reibt sich dann aber doch die Augen. Ich trage sie ausdauernd herum und singe, bis sie um kurz nach halb acht schläft. Das große Kind ist schon etwas eher eingeschlafen.

Im Wohnzimmer angekommen, räume ich etwas auf und schreibe diesen Beitrag zu Ende. Der Mann kommt vom einkaufen nach Hause und berichtet, dass es keine Haferflocken mehr gab. Oh oh!

Mein Tag wird nicht mehr lang sein. Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch, auf das ich mich noch etwas vorbereiten muss. Danach duschen und rechtzeitig ins Bett.

Gute Nacht!

Ein dreiviertel Jahr Chillerbaby

Mein liebes kleines Mädchen,

9 Monate wirst du heute alt. Übermorgen bist du genauso lange aus dem Bauch, wie du darin warst. Und nur noch drei Monate wird es dauern, dann bist du kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Ich kann es kaum fassen.

Denn du bist immer noch sehr Baby. War deine große Schwester schon mit zehn, elf Monaten Kleinkind, mit Spängchen im Haar, so kultivierst du deine Babyfrisur und in Kombination mit deinen großen Kulleraugen wirst du gerne mal für zwei Monate jünger gehalten als du bist. Ein Blick ins Fotoalbum bestäigt das. Äußerlich hast du dich in den letzten Monaten wirklich kaum verändert.

Aber ums Äußerliche geht es ja eigentlich nicht. Motorisch hat sich seit meinem letzten Bericht natürlich einiges getan, wenn auch anders als ich erwartet hatte.

Ich war sicher, dass du mit acht, achteinhalb Monaten sitzen können würdest. Nun, setzt man dich hin, sitzt du auch ganz ok, aber das ist ja nicht so ganz das Richtige. Mit einem dicken Kissen im Rücken darfst du aber seit Mitte April trotzdem schon im TrippTrapp sitzen. Ich versuche aber, es nicht zu übertreiben.

Auch der Vierfüßlerstand, aus dem das Sitzen ja in den meisten Fällen hervorgeht, ist noch nicht so recht etabliert. Seit einigen Tagen ziehst du immer wieder die Knie an, scheinst aber entweder keinen Sinn darin zu sehen oder es fehlt noch die Kraft, denn für gewöhnlich platschst du nach ein paar Sekunden wieder auf den Bauch.

Das heißt aber natürlich nicht, dass hier nur Frust herrschen würde. Denn vorwärts kommst du. Ende März fingst du an, dich zu kullern. Dass das vorkommt, hatte ich wohl gewusst, aber noch nie gesehen. Du hattest die Seitwärtsdrehungen bald perfektioniert und kullertest dich durch Wohnzimmer, bis du etwas interessantes zum Spielen gefunden hattest. Du warst darin auch ziemlich flott und man musste bald gucken, wo das Baby denn jetzt schon wieder hin ist.

Beim Kullern blieb es aber nicht lange, kurze Zeit später fingst du an zu robben, aber auch nur für ein paar Tage, dann kam das „Robbeln“. Ein Fortbewegungsart, die schon sehr an Krabbeln erinnert, allerdings mit dem Po unten und auf den Unterarmen. Da du damit in einem Affenzahn überall hinkommst, hast du vermutlich auch keine Interesse, „richtiges“ Krabbeln zu lernen.

Feinmotorisch geht es derzeit Richtung Pinzettengriff. Du bist an allem interessiert und grapschst auch alles an. Manchmal macht mich das wahnsinnig, weil ich die Sachen gar nicht so schnell in Sicherheit bringen kann.

Zwei Zähne hast du bekommen. Im Abstand von fast zwei Monaten. Jetzt ist aber erstmal wieder Pause.

Schlaftechnisch ist es ganz ok. Wenn du nicht gerade krank bist, schläfst du meist ganz gut, ich kann oft nicht sagen, wie oft du eigentlich aufwachst. Es gibt allerdings auch Nächte, in denen du plötzlich knallwach bist und das dann gerne mal für zwei Stunden. Es gibt schöneres, aber es ist auch nicht soo schlimm, wie man meinen könnte. Tagsüber stellst du dich derzeit von drei auf zwei Schläfchen um, es kommt allerdings immer darauf an, wann du aufgewacht bist. Du bist nach wie vor Frühaufsteherin und wir sind immer ganz froh, wenn du nicht schon um halb sechs guckst, ob Mama schon wach ist.

Ansonsten bist einfach ein gut gelauntes Strahlebaby, das bisher so gut wie gar nicht fremdelt.
Wir freuen uns jeden Tag über dich, kleine Maus!

WMDEDGT April 2018

(Seit fünf Jahren schon sammelt Frau Brüllen unsere Berichte an jedem 5. eines Monats!)

So früh hab ich noch nie angefangen, einen Bericht zu schreiben. Es zehn vor eins in der Nacht. Vor ungefähr einer Stunde fing plötzlich das große Kind an zu kotzen. Perfektes Timing, ist doch der Mann die nächsten anderthalb Tage nicht da und ich hatte uns extra für heute Nachmittag verabredet, damit wir nicht zu Hause rumsitzen müssen. Daraus wird wohl nichts. Nun hoffe ich, dass das Kind nichts ansteckendes hat. Eine Runde Magen-Darm für die ganze Familie können wir eher nicht gebrauchen. Aber wenn kann man das schon.

Wir diskutieren, was die Ursache war. Viel Schlaf wird es heute Nacht wohl nicht geben. Immer lauschen wir auf verdächtige Geräusche aus dem Kinderzimmer. Die Matratze im Schlafzimmer ist ja nun leider vorerst unbenutzbar.

Nach dem zweiten übergeben ist Ruhe. Ich sitze bis zehn vor zwei an ihrem Bett, bis ich mich in mein eigenes wage. Es dauert eine Weile, bis ich einschlafe. Die Nacht ist um 6 vorbei, da ruft das große Kind nach mir. Sie kommt mit ins Schlafzimmer, wo sie sich ins Kinderbett legt und vor sich hin flüstert. Das Baby regt sich auch schon und ich möchte einfach nur schlafen. Um halb sieben klingelt der Wecker vom Mann.

Er zieht sich an, geht Brötchen holen und packt dann seinen Kram. Er nimmt das Baby mit, das Kind und ich liegen noch eine Weile rum. Schließlich stehen wir auf und ich stecke das Kind in die Wanne. Sie riecht trotz des nächtlichen Duschens immer noch ungut.

Dann legt sie sich in ihr Bett und ich rufe in der Kita an, um sie für heute abzumelden. Ich lass offen, ob sie morgen hingeht. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass es nur ein verdorbener Magen ist. Mir ist eingefallen, dass sie am Tag zuvor ihr Brötchen an einem Mülleimer gerieben hat. Wenn man einmal eine Sekunde wegguckt..

Ich schaue nach der Wäsche. Und stelle fest, dass sie nicht sauber geworden ist, da war die Waschmaschine mal wieder zu voll. Also einen Teil nochmal rein.

Mir ist auch ziemlich flau, aber das ist wohl mehr solidarisch.

Um acht wird das Baby müde, ich stille sie und trage sie in den Schlaf.

Um halb neun kommen die Kollegen vom Mann. Sie stellen sich mir vor, dann steigen alle ins Auto und weg sind sie. Bis morgen Mittag bin ich nun Strohwitwe.

Das große Kind hat unterdessen einen kleinen Zusammenbruch, weil sie nicht in die Kita darf heute. Nun ja. Morgen vielleicht.
Sie möchte auf dem Sofa liegen und ihr Freundebuch vorgelesen bekommen. Dann gehe ich in die Küche und setze Brotteig an. Das Baby wird um kurz vor neun wach. Das Kind möchte nun lieber im Bett liegen, wo sie auch bald einschläft.

So, Zeit fürs Frühstück. Das flaue Gefühl wurde von Hunger abgelöst.

Dann hängen wir Wäsche auf und ich schmeiße direkt die nächste Maschine an. Danach muss der Brotteig in die Formen verfrachtet werden. Ich hab diesmal ziemlich viel Wasser genommen. Da geht der zwar schön auf, aber es besteht immer die Gefahr, dass er zu löchrig wird.

Ich telefoniere mit meiner Mutter und erzähle ihr von der aktuellen Lage. Das Baby ist müde und schläft um kurz vor elf beim Stillen ein. Zeit, sich um den Teppichboden zu kümmern. Der hat ein bisschen was abgekriegt letzte Nacht. Das Brot kommt ind en Ofen. Dann ist der Abwasch dran. Als ich fast fertig bin, wird das Baby wach. Gemeinsam versuchen wir, das große Kind mal zum Aufstehen und vor allem zum Zähneputzen zu überreden. Sie möchte nochmal ihr Freundebuch vorgelesen bekommen und beschließt dann, noch eine Weile liegen zu bleiben.

Es ist zwölf Uhr, jetzt kriegt erstmal das Baby was zu essen. Ich erwärme etwas und zunächst isst sie begeistert, um sich dann wieder jammernd zu winden. Das ist grad fast jedes Mal der Fall. Schließlich geht aber doch ein bisschen was rein.

Das Brot ist fertig, es kommt raus aus dem Ofen, ich gehe wieder hoch zum Kind, da klingelt es. Die Nachbarin steht mit ihrem kleinen Sohn vor der Tür, sie hat mal wieder köstliche türkische Dinge gebacken und bringt uns etwas davon vorbei. Ich gebe ihr im Gegenzug etwas von dem frischen Brot mit.

Wir unterhalten uns kurz, dann verabschiedet sie sich. Das große Kind legt sich aufs Sofa und guckt iPad. Ich schreibe Schwiegermutter, ob sie Zeit hat, kurz vorbeizukommen, damit ich einkaufen gehen kann. Sie sagt zu, gegen 14 Uhr vorbeizukomen.
Ich packe das motzende Baby in die Rückentrage und fege eine Menge Dreck zusammen. Das große Kind möchte Haferflocken und verlangt, einen Kinderriegel vom Einkaufen mitgebracht zu bekommen.

Um viertel vor zwei klingelt es schon. Wir essen rasch eine Scheibe Brot mit Butter zusammen, dann gehen das Baby und ich einkaufen. Während der ganzen Aktion macht sie keinen mucks, schläft aber auch nicht ein.
Gegen kurz vor drei sind wir wieder daheim und meine Schwiegermutter verabschiedet sich wieder.

Das große Kind verabschiedet sich nach ihrem Kinderriegel mal wieder ins Bett und auch das Baby ist jetzt endgültig müde. Bis sie um viertel vor vier wieder wach wird, habe ich etwas Zeit für mich und schreibe an diesem Beitrag.

Ich mache dem Baby etwas Obst mit Haferflocken, doch das Spielchen wiederholt sich. Zwei, drei Löffel sind genehm, danach Geschrei. Gut, dann nicht. Ich stille sie, das zumindest geht problemlos. Um zehn nach vier beschließe ich, mal nach dem Kind zu gucken und lege das Baby zu ihr ins Bett. Ich muss mal wieder das Freundebuch vorlesen.

Schließlich kann ich sie mit Paw Patrol nochmal ins Wohnzimmer locken, doch bald ist sie wieder müde. Da geht jemand morgen definitiv nicht in die Kita. Das Baby motzt weiter vor sich hin und ich zähle die Minuten, bis beide endlich im Bett sind. Ich mache den Fernseher an. Es läuft eine Zoosendung aus der Wilhelma. Allein wegen des Dialektes bleibe ich dort hängen. Irgendwann lege ich das Baby ab und schneide in der Küche mein Brot auf. Danach koche ich Griesbrei und füttere das Baby. Selbes Spielchen, siehe oben.

Es ist 18 Uhr. Wir gehen jetzt mal hoch. Keine Lust mehr. Das Kind wird wach. Wir machen ein klein bisschen Quatsch. Dann ziehe sie um und putze ihr endlich die Zähne. Weil sie sich warm anfühlt, messe ich Fieber. 38,4. Nun denn. Das erklärt, warum sie so schlapp ist. Danach ist das Baby dran. Ich packe sie in den Schlafsack. Sie schläft beim Stillen ein.

Das große Kind kommt mit mir runter und darf nochmal iPad gucken. Ich schreibe weiter an diesem Text. Dann wird das Baby wach und es dauert eine ganze Weile, sie zu beruhigen. Als ich runter komme, hängt das Kind immer noch am iPad, lässt es sich aber widerstandslos wegnehmen und meint, sie sei müde. Sie möchte in Papas Bett. Dorthin lege ich sie und bleibe noch ein wenig mit meinem Kindle im Zimmer. Dann wird das Baby wach, ich trage sie herum. Um halb acht ist endgültig Ruhe.

Ich schreibe diesen Text zu Ende. Mir ist mal wieder flau und ich wünsche mir ganz fest, dass alle ruhig schlafen heute nacht. Ohne Kotzerei oder ähnlichem.

Gute Nacht!

WMDEDGT März 2018

Wie jeden Monat fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den gazen Tag so machen.

Zusammenfassend kann ich sagen: Husten und Schniefen. Die ganze Familie ist erkältet oder zumindest angeschlagen. Das Baby hatte gestern abend auch Fieber.

Aber gut, ich bin dankbar, dass es nichts schlimmeres ist.

Zum ersten Mal auf die Uhr schaue ich um kurz vor halb fünf. Das Baby hatte erst um 22:15 abends die Kurve gekriegt, seitdem haben wir maximal einmal gestillt. War also ziemlich gut die Nacht.
Sie ist aber jetzt mehr oder weniger vorbei. Es ist noch etwa eine Stunde Ruhe, aber um zwanzig nach fünf quatscht das Baby fröhlich vor sich hin. Der Mann nimmt sie zu sich ins Bett, ich döse noch etwas. Dann packt er sie aus dem Schlafsack, meint sie sei nass und geht wickeln.

Ich höre meine Eltern aufstehen. Die müssen heute schon um sieben los, sie fahren heute auf einen Nordseeinsel in den Urlaub und die Nachmittagsfähre fällt witterungsbedingt aus. Ärgerlich!

Ich stehe um viertel vor sechs auf und ziehe mich und das Baby an. Als ich runterkomme, sitzen tatsächlich alle um den Frühstückstisch. Bis auf das große Kind, das schläft ungewöhnlicherweise noch. Auch mein Bruder ist da, der fährt heute ebenfalls in den Urlaub. Wir haben am Samstag die Kinder taufen lassen, daher ist meine Familie versammelt.

Es wird etwas chaotisch. Mein Mutter hat es morgens regnen hören und der Blick aus dem Fenster offenbart einen Eispanzer auf den Gehwegen. Blitzeis, genau das, was man braucht, wenn man noch ne Weile Auto fahren muss. Prompt gerät mein Vater in Stress.

Miene Familie holt das ganze Gepäck zusammen. Sieht aus, als wollten sie ausziehen, so viel ist es. Ich frühstücke nebenher, das Baby mümmelt an einem Zwieback. Um halb sieben wacht das große Kind auf, will sich aber nicht anziehen lassen und sitzt schließlich im Schlafanzug am Tisch.

Um kurz vor sieben verabschiedet sich der Mann, gefolgt von meinem Vater mit einem Eimer heißen Wassers in der Hand. Irgendwie muss das Auto ja enteist werden. Dann geht auch mein Bruder, der muss zum Flughafen.

Eine Viertelstunde später ist das Auto enteist und beladen und meine Eltern verabschieden sich. Das große Kind sperrt sich erst noch, sie ist nicht begeistert, dass Oma und Opa schon wieder fahren, lässt sich dann aber dann doch dazu herab, aus der Tür zu winken. Sie ruft: „Auf Wiederhören!“

Dann frühstücken wir zu Ende. Das Baby kullert ein wenig im Wohnzimmer umher.
Ich räume den Frühstückstisch ab, dann möchte das Kind etwas Bandolino spielen.
Um kurz nach acht gehen wir schließlich nach oben. Zähneputzen, anziehen. Außerdem die benutzten Gästehandtucher abnehmen und in den Keller schmeißen.

Es dauert natürlich alles etwas länger, als es sich liest. Um halb neun gehen wir wieder runter, angesichts des Eises draußen möchte ich, dass wir rechtzeitig losgehen und ziehe uns alle an.
Draußen ist es nicht so glatt wie befürchtet. Trotzdem brauchen wir für den Weg zur Kita fast eine halbe Stunde, da das große Kind in Zeitlupe läuft und dazu noch durch jeden Schneehaufen und jede Schneefeld. Ich bin unwahrscheinlich genervt. Das Baby schläft zum Glück friedlich.

Schließlich sind wir in der Kita angelangt, wo ich erfreut das Freundebuch des Kindes im Fach finde. Das war bei einem anderen Kind und die eigentlich zuverlässige Mutter hatte es wohl völlig vergessen. Na, macht nix. Eine Sorge weniger.

Ich gebe das Kind ab und gehe dann mit dem Baby einkaufen. Mit Besuch schrumpfen die Vorräte doch immer deutlich schneller.
Als ich aus dem Supermarkt komme, werde ich angesprochen. Es ist eine Mutter aus dem Babyschwimmkurs, mit der ich mich die letzten Male immer gut unterhalten habe. Wir reden eine Weile über Krankheiten, wie das halt so ist mit kleinen Kindern und verabreden uns für spätestens die nächste Woche im Schwimmbad.

Ich gehe noch rasch zur Apotheke und fahre dann mit dem Bus nach Hause. Gegen viertel vor zehn bin ich daheim. Das Wetter wird freundlicher und es taut hörbar. Ich verräume die Einkäufe und nehme das Baby mit nach oben, sicherheitshalber doch nochmal Fieber messen. Aber es ist alles gut. Meine Eltern schreiben, dass sie gut am Fähranleger angekommen sind.

Das Baby wird motzig. Ich verabreiche ihr Nasentropfen und stille sie, sie ist aber doch noch nicht müde. Ich lese, dass der 5. des Monats ist und beginne diesen Text. Ohne Hinweis wäre mir das wohl nicht aufgefallen. ^^

Wir gehen wieder ins Wohnzimmer. Ich hole mir den Rest des Brötchens vom großen Kind aus dem Kühlschrank. Das Baby amüsiert sich ein wenig auf ihrer Krabbeldecke.

Um elf wird sie aber doch motzig und ich stille sie im Schlafzimmer in den Schlaf. Dann gibts noch Nasentropfen für mich selbst.
Ich schreibe an diesem Beitrag weiter und sinniere beim Blick aus dem Fenster darüber nach, ob wir heute zum Spielplatz gehen sollen oder nicht.

Das Baby schläft unerwartet zwei Stunden am Stück. Ich schaue YouTube, kümmere mich um die Wäsche und mache mir Reste vom Tag zuvor als Mittagessen warm. Außerdem habe ich beschlossen, dass wir zum Spielplatz gehen werden und bereite alles dafür vor. Dann gehe ich gucken, ob das Baby noch atmet. Tut sie. Also ist noch Zeit fürs Nägel feilen. Um kurz nach eins wird sie schließlich wach. Ich wickele sie und gebe ihr etwas zu essen. Besonders viel Hunger hat sie allerdings nicht.

Um zehn vor zwei machen wir uns auf den Weg zur Kita. Dort finde ich das Kind im Garten. Sie will erst nicht mitkommen, lässt sich dann aber doch überreden. Die Erzieherin meint, wir müssten demnächst mal ein Gespräch führen, sie möchte gerne einen Überblick haben. Das letzte Gespräch ist auch schon eine Weile her und war noch mit der vorherigen Erzieherin.

Um zehn nach zwei machen wir uns auf den Weg zum Spielplatz. Beim üblichen „mit Kind unterwegs“-Tempo brauchen wir dafür 15-20 Minuten. Heute sind es 50. Denn das Kind muss durch jede Pfütze, jedes Splittkorn zählen, jeden Schneematschhaufen mitnehmen, mit Steinen und Müll spielen, auf den Trimm-Dich-Geräten Sport machen und noch vieles mehr. Wenn sie nicht irgendwo steht oder hockt, bewegt sie sich in Zeitlupe. Für mich als bekennende Schnellgeherin ist das eine absolute Qual und mehr als einmal flehe ich sie an, doch wenigstens mal ein kleines bisschen schneller zu gehen.

Tatsächlich sind meine Freundin und ihre Tochter schon auf dem Spielplatz, das kommt sonst nie vor. Wir stecken die Kinder in Matschsachen und machen es uns gemütlich, soweit das bei den Temperaturen geht. Das Baby ist unbemerkt eingeschlafen, wie praktisch.

Spielen ist aber erstmal noch nicht. Die Kinder haben Hunger und stehen alle zwei Minuten bei uns am Tisch, um Brot, Kuchen, Kekse oder Obst zu essen. Dann wollen sie schaukeln, wir müssen anschubsen.
Es kommt zu einigen Tränen und ziemlich dreckigen Klamotten, also einem ganz normalen Spielplatznachmittag. Gegen zwanzig vor fünf verschwindet die Sonne hinter den Häusern. Wir wollen gehen, aber natürlich müssen die Kinder genau jetzt ganz dringend und völlig vertieft mit Schneematsch und Sand spielen.

Schließlich können wir sie loseisen und gehen los. Weil ich keinen Nerv auf weiteres Geschleiche habe, fahren wir heute mit dem Bus, der kommt auch nach ein paar Minuten. Das Kind ist ziemlich irritiert, normalerweise laufen wir erst ein ganzes Stück und fahren dann mit dem Bus. Heute steigen wir halt mal um.

Der Weg von der Bushaltestelle nach Hause ist ziemlich kurz, aber auf dem ersten Drittel der Einfahrt kommt wieder alles ins Stocken. Ich kann das Kind nicht bewegen, vorwärts zu gehen, aber in dem Moment kommt glücklicherweise der Mann nach Hause.
Vor der Haustür fällt das Kind noch in den letzten Haufen Schneematsch, so dass Klamotten waschen und Kind baden so richtig lohnen. Sie darf in Unterwäsche Bobo Siebenschläfer gucken, das Baby kriegt solange etwas Obst.
Dann überreden wir das Kind zum Baden, ich koche noch etwas Abendbrei, da ich mir sicher bin, dass das Obst nicht reicht. Das Baby hat derzeit nämlich ziemlich viel Hunger. Tatsächlich geht vom Abendbrei auch das meiste noch hinein.

Dann mache ich sie bettfertig und übergebe sie dem Mann. Nun muss das große Kind natürlich auch wieder überredet werden, aus der Wanne rauszukommen. Ich wasche sie und dusche sie ab, danach kommt sie ohne größere Widerrede raus und versteckt sich wie üblich auf dem Boden unter ihrem Handtuch. Sie plant, dort liegenzubleiben, weshalb ich sie in ihr Zimmer trage und in den Schlafanzug stopfe. Der Mann teilt mir mit, das Baby röche komisch. Tatsächlich ist die Windel voll. Das hätte ich wohl nicht gerochen, mein Geruchssinn macht erkältungsbedingt eine Pause.

Kurz nach halb sieben: Ich bringe das Baby ins Bett. Stillen, umhertragen, singen, wippen, singen, umhertragen, doch nochmal stillen. Schließlich schläft sie. Zwischendurch höre ich, wie das Kind den Mann anmotzt, weil er ihr nie „bis zur Musik“ die Zähne putzt. Ihre Zahnbürste spielt nach der Hälfte der Putzzeit eine Melodie, aber ihr eine Minute die Zähne zu putzen scheint dem Mann unmöglich zu sein. Tse.

Ich gehe runter und esse den Rest Brot vom Nachmittag. Dann lese ich in meinem Buch. Ich habe im Februar nur ein einziges Buch gelesen und mein aktuelles liegt nun seit fast vier Wochen herum. Ich hatte zuviel mit meiner Strickerei zu tun. Das ist jetzt aber alles fertig und nun habe ich wieder Zeit für Lektüre.

Bis 21 Uhr muss ich zweimal zum Baby rein, esse noch ein Brot und trinke Kakao und bereite zwei Behälter mit Kuchen vor. Wir haben von der Tauffeier soviel übrig, dass wir schon die Nachbarn verköstigen konnten und nun muss der Mann noch etwas für seine Kollegen mit zur Arbeit nehmen.

Aktuell ist es 21:19 Uhr. Ich werde noch etwas lesen und dann bald ins Bett gehen. Mal sehen, wie die Nacht wird.

Gute Nacht!

Ein halbes Jahr Chillerbaby

Liebes kleines Mädchen,
6 Monate bist du nun schon bei uns. Es ist kaum zu glauben!

Du bist unser kleiner Sonnenschein, jeder der dir etwas Aufmerksamkeit schenkt, wird sofort angestrahlt. „Lächle und es wird zurückgelächelt“, ist dein Motto.
Nur bei deiner einer Oma bist du anfangs immer ziemlich skeptisch. Bei deiner großen Schwester war das damals auch so, wir haben noch nicht rausgefunden, woran das liegt.

Auch allgemein bist du ein echt entspanntes und gutmütiges Baby. Deine große Schwester kann sich fast alles mit dir erlauben. Sie ist deine große Heldin und du bist begeistert, wenn sie sich mit dir beschäftigt. Besonders gerne nimmt sie dir grundlos Spielzeug weg. Aber sie „liest“ dir auch vor und kümmert sich allgemein rührend um dich. Sie möchte dir wahnsinnig gerne ungesunde Dinge wie Muffins oder Smarties füttern und ist immer maßlos enttäuscht, wenn ich ihr das verbiete. Ich schmunzle dann immer in mich hinein und denke, dass ihr euch in einem Jahr um solche Zeug schlagen werdet.

Du bist nicht nur entspannt, du bist auch Frühaufsteherin. Die letze Woche bist du fast jeden Tag gegen fünf Uhr aufgestanden. Ich bin überhaupt keine Frühaufsteherin und fand das extrem anstrengend. Zwar schläfst du meist nach einer guten Stunde wieder, aber für mich ist das Thema Schlaf für den Tag erledigt. Die letzten drei Tage war es immerhin sechs Uhr, vielleicht ist diese Phase erstmal vorbei. Die Nächte sind ansonsten ganz ok, da will ich nicht klagen. Tagsüber hast du weiterhin deinen zwei/zweieinhalb Stunden-Rhythmus.

Motorisch bist du momentan sozusagen auf dem Sprung. Du drehst sich shcon seit zwei Monaten auf den Bauch, und seit einiger Zeit auch wieder zurück. Letzteres willst du nur meist nicht, sondern meckerst lieber. Manchmal hebst du schon den Hintern oder winkelst ein Bein an. Ich könnte mir vorstellen, dass du bald beginnst zu robben. Sitzen willst du auch unbedingt, aber das funktioniert noch nicht. Deine Füße hast du natürlich auch schon längst entdeckt, aber interessanterweise willst du sie nicht in den Mund stecken. Ich bin gespannt, ob das noch kommt.

Seit einem knappen Monat bekommst du Beikost. Zunächst warst du nicht so begeistert, aber nun isst du eigentlich alles, was man dir so gibt. Zähne sind übrigens noch keine in Sicht, aber es geht auch ohne.

Manchmal wirst übrigens sogar du laut, nämlich, wenn du für deinen Geschmack zu lange im Kinderwagen umhergefahren wirst oder wenn du Autofahren musst. Beides wird aber besser. Trotzdem mache ich drei Kreuze, wenn du groß genug für Buggy und den größeren Kindersitz fürs Auto bist.

Ansonsten bist du ein Riesenbaby, dass die 70cm-Marke schon geknackt hat und derzeit Strumpfhosen trägt, welche das große Kind mit 8-10 Monaten trug. Am Donnerstag ist U5, da erfahren wir auch dein Gewicht. Es dürfte nicht allzuviel sein, du bist nämlich ziemlich schlank.

Kleine Maus, die Hälfte der Babyzeit liegt schon hinter uns. Und ab jetzt wird es richtig interessant!