WMDEDGT September 2021

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.
Die letzten paar Monate hab ichs immer verkackt, diesmal denke ich endlich wieder dran.

Es ist Sonntag, wir können ausschlafen, zumindest so halb. Die Kinder, die in ihren Zimmern was hören, lenken so ein bisschen ab. Um kurz vor acht geht der Mann Brötchen holen, ich stehe um viertel nach acht auf.

Lecker frühstücken, Wäsche waschen, Sonntage beginnen immer ziemlich ähnlich.

Nach dem Frühstück hören die Kinder hören mal wieder was an, und dürfen dann auch was gucken. Danach muss das große Kind sich flott anziehen, weil der Schwimmkurs ansteht. Der Mann geht mit ihr hin. Ich stricke solange, das kleine Kind malt.

Schließlich kommen sie zurück, ich versuche rauszukriegen, wie weit das große Kind eigentlich beim Schwimmkurs mit, ob das Seepferdchen in Aussicht ist, aber das Kind sagt, sie sei noch nicht bei den Seepferdchen-Schüler:innen. Na gut.

Wir beschließen Pizza bzw. Pasta zu bestellen. Danach fährt der Mann zum Sport Ich lese den Kindern zwei Kapitel aus unserem aktuellen Buch vor, danach gucken wir die Sendung mit der Maus. Gleichzeitig mit dem Essen kommt auch der Mann wieder an.

Wir essen, danach gibt es noch etwas Süßes für die Kinder. Dann packen wir ein paar Sachen zusammen und fahren in den Park. Dort gibt es einen schönen Spielplatz mit viel Gelegenheit zum Klettern. Das Wetter ist auch bestens und in der Sonne ist es ziemlich heiß. Zum Glück können wir nach einiger Zeit auf eine schattigere Bank umziehen.

Ich spiele Pokémon GO, der Mann geht einen Kaffee holen. Danach wollen die Kinder eine Ecke weiter, wo es Sportgeräte gibt. Währenddessen habe ich eine etwas merkwürdige Begegnung mit einem Typen, der sich zu mir auf die Bank setzen will, eben wegen Schatten. Ich sage, nein, wir wären eigentlich zu viert. Sie seien auch geimpft (es handelt sich um ihn, seine Frau/Freundin und ein Baby im Kinderwagen). Ich sage, nein, trotzdem nicht. Die Sonne würde eh jetzt rumkommen, dann wäre es vorbei mit Schatten. Er meinte, was passieren würde, wenn er sich trotzdem hinsetzen würde. Ich antworte, dass dann irgendwann mein Mann käme und fragen würde, warum er da sitzt. Er murmelt noch irgendwas von „dann kriegt dein Mann halt Probleme mit mir“, zieht dann aber ab. Ich murmele noch „Arschloch“ hinter ihm her und schreibe dann dem Mann die ganze Chose.

Als sie zurückkommen, fragt er, wem er ne Schelle verpassen soll, aber die Leute sind zum Glück schon weg.

Wir unterhalten uns und überlegen, dass man doch prima den Geburtstag vom großen Kind in sechs Wochen auf diesem Spielplatz feiern könnte. Das große Kind ist tatsächlich auch sehr angetan von der Idee.

Schließlich verlassen wir den Spielplatz wieder. Ich fahre mit dem großen Kind mit der Bahn nach Hause, der Mann fährt mit dem kleinen Kind zu seiner Mutter.

Zuhause gucken das große Kind und ich das Video über Diabetes von der Maus an. Eine ihrer Mitschülerinnen hat nämlich Diabetes und eine Insulinpumpe, da finde ich ein bisschen Aufklärung nochmal ganz gut. Das große Kind guckt noch ein bisschen Maus und will dann Inliner fahren. Ich plünne sie an und lasse sie im Hof fahren. Ich stricke solange weiter.

Dann kommen der Mann und das kleine Kind zurück. SIe haben Kekse gekauft.
Die Kinder spielen und streiten draußen. Dann kommt das kleine Kind rein und will malen. Dann kommt auch das große Kind rein und meint, im Wohnzimmer Inliner fahren zu müssen.

Schließlich reicht es mir und ich packe das kleine Kind in die Badewanne. Das große Kind will lieber duschen und malt noch ein bisschen.

Der Mann holt das kleine Kind aus der Wanne, dann diskutiere ich das große KInd in die Dusche und wasche sie.

Danach gibts Abendessen, eine Folge Dinozug, Zähneputzen, ein bisschen vorlesen. Ich bin müde und lege mich auf des kleinen Kindes Bett. Die Kinder machen Blödsinn und wollen mich „wecken“.

Schließlich schaffe ich es, die Kinder in ihre jeweiligen Betten zu scheuchen.

Nachdem alle Musikwünsche erfüllt worden sind, gucken der Mann und ich noch eine Folge Akte X und ich schreibe diesen Beitrag fertig.

Jetzt ist es 20:45 Uhr. Gute Nacht!

Trocken werden (2)

Eine meiner Überzeugungen, als es ans Kinderkriegen ging, war, dass ich niemals Stoffwindeln verwenden würde. Ich konnte damit überhaupt nichts anfangen, alles daran fand ich seltsam. 
Mittlerweile bereue ich das doch sehr, denn hätte ich absehen können, dass wir das kleine Kind minimum vier Jahre lang wickeln würden, dann wäre ich umgestiegen. Diese Müllberge! Dieser blöde stinkende Mülleimer. Argh!
Aber was solls, nun ist es zu spät.  

Das Thema Trockenwerden beschäftigt mich bzw. uns schon eine ganze Weile. Das große Kind wurde ja sehr unkompliziert pünktlich zu ihrem dritten Geburtstag (tagsüber) trocken und das kleine Kind hat ja an ihrem zweiten Geburtstag das erste Mal Pipi ins Töpfchen gemacht. Ein toller Erfolg, den sie erst über anderthalb Jahre später wiederholen würde.  

Seit etwa zwei Monaten geht es nun aber doch voran. Mitte Juni ging das erste Mal erfolgreich Pipi ins Klo und das wurde dann tatsächlich mehr oder weniger häufiger wiederholt.  

Seitdem stellt mich das kleine Kind aber vor ziemliche Rätsel. Ist sie zu faul, um aufs Klo zu gehen? Oder zu stur? Ist es ihr einfach egal? Sie ist in den letzten Wochen häufiger ohne Windel gewesen, erfolgreich bis zu sechs Stunden. Auf die Frage, ob sie Pipi muss, erhalte ich fast immer ein „Nö!“. Gerne geht dann doch was in die Hose, das fällt ihr aber oftmals erst auf, wenn sie mal fühlt. Ist ihr auch völlig egal, so eine feuchte Hose, das stört doch keinen großen Geist.  

Lustigerweise ist es beim großen Geschäft ganz ähnlich. Das geht zwar immer in die Windel (die Kita hat erst eine Unterhose deswegen weggeschmissen), aber auch das ist ihr völlig egal. Sie sagt sehr selten Bescheid, antwortet auf die entsprechende Frage auch meist mit „Nö!“ Als ob sie sich mit einer vollen Windel sicherer fühlen würde. Oder geborgener.  

Trotz allem, es geht voran. Sie geht jetzt meist ohne Windel in die Kita und dort dann auch immer öfter aufs Klo. Gestern nachmittag ging sie zweimal nach Ansage „Ich muss Pipi“ erfolgreich pinkeln. Ob es Klick gemacht hat? Ich bin skeptisch.  

Aber ich freue mich drauf, wenn auch das große Geschäft endlich im Klo landet. Das zu wickeln macht bei so einem großen Kind echt einfach keinen Spaß mehr!  


4 Jahre! (2)

Liebes kleines Kind,

vier Jahre bist du nun alt! Wieder einmal kann ich nur sagen, wo ist bloß die Zeit hin!
Das zurückliegende Lebensjahr war durch die Corona-Pandemie ein eher unübliches. Fünf Monate sind deine Schwester und du mit uns Eltern zu Hause geblieben. Scheinbar hat es euch wenig ausgemacht, doch deine ausgeprägte Schüchternheit im Umgang mit fremden Menschen ist sicherlich zumindest zum Teil darin begründet.
Vor ein paar Wochen war ich mit dir bei der U8 und du hast nur das allernötigste gesagt, eigentlich sogar weniger. Als die Ärztin mit dir etwas Ball spielen wollte, hast du dich hinter mir versteckt, doch dann wurde plötzlich eine Art Schalter in dir umgelegt und du hast fröhlich den Ball gekickt. Gefangen weniger. Das sollen wir mit dir üben, meinte dir Ärztin. Ich meine, es gibt wichtigere Dinge. Ich musste mit ihr auch sehr lange darüber diskutieren, warum du keine Freund:innen hast und lieber für dich bist. Tja, auch hier spielt sicherlich der lange Lockdown mit rein. Wie soll man Freund:innen finden, wenn man keine Kinder trifft? Du scheinst darüber jedoch nicht unglücklich zu sein. Wenn man dich in die Kita bringt, läufst du fröhlich in den Gruppenraum, schnappst dir das nächstliegende Buch und bist nicht mehr ansprechbar. Um dich herum kann das wilde Leben toben, du guckst Bücher. Ich erkenne mich sehr in darin wieder. Du spielst auch gerne Rollenspiele und quatscht den lieben langen Tag mit deinen unsichtbaren Freundinnen, deinen Puppen, deinen Kuscheltieren. Oder du laberst uns einen Knopf an die Backe.

Aber kommst du jetzt auch in der Kita mehr aus dir heraus. Sechs Wochen warst du jetzt während der Sommerferien zu Hause und hast am ersten Kitatag gleich von dir aus erzählt, was du alles schönes gemacht hast. Laut deiner Erzieherin bist du jetzt auch im Morgenkreis aktiver.

Der sch-/ch-Laut fehlt in deiner Sprache nach wie vor. Da das aber wohl normal ist und sich bis zum sechsten Lebensjahr auswachsen sollte, mache ich mir keine großen Gedanken darüber.

Mehr Gedanken mache ich mir über die Tatsache, dass du noch nicht trocken bist und auch gar kein wirkliches Interesse daran hast, es zu werden. Du kannst zwar über Stunden ohne Windel auskommen und auch erfolgreich aufs Klo/Töpfchen gehen, aber das scheint dir irgendwie zu lästig zu sein, das auch mehr oder weniger regelmäßig durchzuführen. Manchmal habe ich das Gefühl, die Windel ist eine Art Schutzschild für dich. Völlig egal, wie voll oder leer sie ist oder ob gar Kacka drin ist. Manchmal sagst du Bescheid, wenn welches drin. Oft aber auch nicht.
So richtig verstehe ich dich bei diesem Thema nicht, vermutlich fehlt da noch eine gewisse Reife im Hirn.

Du bist für gewöhnlich ein sehr gelassenes Kind. Die explosiven Wutanfälle deiner Schwester beobachtest du mit Interesse, und als sie vor einiger Zeit einen eher unangenehmen AB-Saft nehmen musste und sich entsprechend angestellt hat, war das für dich eine Art Sonderunterhaltung.
Was nicht heißt, dass du nicht auch eine kleine Drama Queen sein kannst. Du hasst es, wenn jemand dir etwas verbietet oder sagt, dass du bei etwas aufpassen sollst. Dann brichst du sofort in Tränen aus und suchst Schutz bei uns Eltern.

Wütend sein kannst du auch, du kreischst dann meistens und wirfst mit Dingen um dich. Du lässt dich aber für gewöhnlich sehr schnell ablenken und bist in kürzester Zeit wieder fröhlich, deine Stimmung kann dann in Sekundenbruchteilen umschlagen.

Dein Spezialinteresse ist derzeit Pokémon. Ich habe mit dem Spiel wieder angefangen und du kennst dich schon erstaunlich gut aus! Dein kleines Pikachu ist dein liebster Begleiter.

Nach wie vor sind aber auch Eulen deine favorisierten Tiere, neben Eichhörnchen.

Du bist immer noch ein ziemlich verkuscheltes Kind. Täglich wird geknuddelt und geküsst und wenn du dann besonders gut drauf bist, sagst du zärtlich: „Is mag dis!“ Das ist schon ziemlich niedlich.

Deine Haare, die ja so ganz anders sind als die der restlichen Familie, sind ganz ordentlich gewachsen. Ich habe euch mittlerweile zweimal die Haare geschnitten, Friseur ist ja grad nicht so. Sie sind ziemlich nachgedunkelt, leider, aber mittlerweile doch deutlich dichter geworden. Die Matte deiner Schwester wirst du aber wohl nie erreichen.

Du bist nach wie vor ein wahnsinnig dünnes Kind. Kurz vorm Untergewicht. Du isst relativ wenig, es sei denn, es sind Nudeln. Oder Schokolade. Dafür magst du sehr gerne Obst und rohes Gemüse und probierst auch gerne mal, allerdings eher selten gekochtes.

Deinen Geburtstag haben wir mit Oma, Opa und Babcia gefeiert. Einen wirklichen Kindergeburtstag wird es mangels einzuladender Kinder nicht geben, aber ein bisschen Besuch wird trotzdem kommen. Dir war es wichtiger, dass du in der Kita Pokémon-Muffins verteilen konntest und dass du Luftballons bekommen hast. Die Geschenke waren auch ganz nett, aber du bist in dem Punkt längst nicht so verkniffen wie deine Schwester. Auch ganz angenehm mal.

Liebes kleines Kind, du bist der Sonnenschein in unserem Leben und wir haben dich ganz furchtbar lieb!

Deine Mama, dein Papa

WNDEDGT Mai 2021

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich so machen.  

Und ich vergesse jeden fünften wieder, dass WMDEDGT ist. Liegt wahrscheinlich an der Pandemie und weil einfach jeder Tag gleich ist.  

Ich trage heute den fünften einfach mal nach.  

Der Tag beginnt relativ früh. Geschätzt gegen vier, halb fünf kommt das kleine Kind zu uns ins Bett und nimmt dem Mann Platz weg und nervt mich mit ihren Haaren, ihrem Gehampele und Gekratze (an sich selbst). Irgendwann ist dann aber doch Ruhe und ich schlafe wie üblich bis halb acht. Das ist übrigens das Beste an der Pandemie und daran, dass wir alle zu Hause sind. Nicht so abartig früh aufstehen müssen. Ok, der Mann steht trotzdem früh auf und macht Frühstück und arbeitet schon mal was, aber dem macht das auch nicht so viel aus.  

Um halb acht wechselt er immer nach oben an seinen Arbeitsplatz im Schlafzimmer. Wir umarmen und küssen uns, denn heute ist, omg! unser 15. Jahrestag. Wo um Gottes Willen ist die Zeit geblieben?  

Geplant ist natürlich nichts, denn, wie gesagt, Pandemie und außerdem regnet es. Und regnet. Und regnet. Ich freue mich zwar durchaus darüber, denn neben der Pandemie haben wir ja auch noch Klimawandel und in den letzten Jahren habe ich Regen sehr zu schätzen gelernt, aber trotzdem.. Reicht jetzt mal mit dem kalten Wetter. Anfang Mai möchte ich Sonne und warm.  

Aber gut, was will man machen.  

Starten wir in den ganz normalen Tag. Frühstück, Arbeiten. Die Kinder wollen was gucken. Call um 10 Uhr. Mit dem Ende es Calls geben die Akkus meiner Kopfhörer auf. Kaum habe ich sie zum Laden angeschlossen, ruft Chef2 an. Ich hantiere herum, bis ich ihn höre.  

Er fährt derzeit den lieben langen Tag (gefühlt) seine kleine Tochter im Kinderwagen herum. Er gibt mit ein paar Anweisungen, dann wacht die Kleine auf und ich schmelze fast, als ich höre, wie niedlich er mit ihr interagiert. Hach!  

Danach fange ich an, seine Anweisungen umzusetzen. Der Mann fragt, ob wir uns was bestellen wollen. Ja, ok. Ich bin nicht begeistert, aber fürs Kochen kann ich mich grad auch nicht erwärmen. Die Kinder kriegen TK-Pizza, aber das wird ein Reinfall. Können wir wohl fürs erste vom Kindermenü streichen. *seufz *  

Wir diskutieren darüber, ob wir es angesichts der eindeutig sinkenden Zahlen in Hamburg wagen können, das große Kind nach den Maiferien wieder in die Schule zu geben. In der Hoffnung, dass der Wechselunterricht bestehen bleibt. Das kleine Kind soll erstmal noch zu Hause bleiben. Der Mann ist skeptisch, da die Trennung der Gruppen in der Kita nur schwer möglich ist. Zudem sind unsere letzten Informationen (die zugegebenermaßen aus dem Februar stammen), dass sich höchstens die Hälfte des Personals impfen lassen will. Das ist nicht gerade erfreulich.  

Immerhin, eine Perspektive fürs große Kind. Das ist schon mal was.  

Um 14 Uhr mache ich Feierabend. Das kleine Kind möchte geschminkt werden. Ich schminke sie nach ihren Anweisungen, sie sieht aus wie eine Mischung aus Pikachu und Blumenwiese. Das große Kind will erst nicht, weil „Ich muss das ja eh bald wieder abwaschen!“, aber ich schlage ihr vor, dass ich ihr ein paar Noten ins Gesicht malen könnte. Heute ist nämlich noch Online-Kinderchor.  

Das zieht, also verwandele ich sie mit weiß und dunkelblau (ich hätte schwarz vorgezogen) in ein Notenblatt. Es sieht ziemlich gut aus! Leider wird die Kinderchorleiterin das nicht sehen, da das große Kind alles vorher abwischt.  

Anschließend heißt es Zimmer aufräumen. Am nächsten Tag kommt unsere Putzhilfe und sie konnte schon das letzte Mal nicht in die Zimmer.  

Die Kinder haben derzeit irgendwie ein Faible für Schnipsel. Alles wird klein geschnibbelt und entsprechend sehen die Böden aus.  

Ich mache und tue, die Kinder tragen eher die Verantwortung. Schließlich verziehen sie sich zum Mann ins Schlafzimmer und turnen rum, bis das große Kind irgendeinen Scheiß baut und der Mann wahnsinnig sauer wird. Natürlich heult sie wie nichts Gutes, woraufhin sich das Schminkthema dann doch erledigt hat.  

Irgendwann sieht man doch Land in den Kinderzimmern. Um 16 Uhr macht der Mann Feierabend und wir spielen Pokémon Snap. Ich darf auch mal.  

Um 17 Uhr ist Online-Kinderchor. Ich wähle das Kind ein und sage schon mal Hallo, das Kind selbst rennt durchs Haus und sucht ihren Igel, der muss nämlich unbedingt dabei sein.  

IN der folgenden Dreiviertelstunde räume ich weiter auf, während die Kinder Spaß am Singen und Klatschen haben. Das kleine Kind macht begeistert mit und ich überlege herum, ob es möglich sein wird, in Zukunft beiden Kindern den Chor zu ermöglichen. Wenn er denn mal wieder live vor Ort stattfinden wird. Zeitlich wird das nämlich in Kombination mit der Schule echt eng.  

Als der Chor vorbei ist, schaffe ich es, die Kinder zu überreden mit mir wenigstens noch für eine kurze Weile rauszukommen. Wir brauchen alle dringend frische Luft und ich möchte zumindest ein paar Poké-Stops drehen. Ich plünne die Kinder mit Gummistiefeln und Regenhosen an.  

Wir laufen etwas durch die Gegend, die Kinder finden eine tiefe Pfütze, ich visiere die Poké-Stops an. Schließlich machen wir uns etwas beschleunigt auf den Heimweg, das große Kind muss plötzlich Pipi und es fängt an, deutlich stärker zu regnen. An der Ampel fällt das kleine Kind auch noch hin, es schüttet noch stärker, ich trage sie, sie verliert auf der Einfahrt einen Gummistiefel und wir kommen schließlich wie drei reichlich begossene Pudel zu Hause an.  

Der Mann hat schon den Tisch gedeckt, nach dem Abendessen dürfen die Kinder noch eine Folge Paw Patrol sehen, dann geht es ab nach oben. Umziehen, Zähneputzen, Vorlesen, die jeweiligen gewünschten Hörspiele anmachen, Feierabend.  

Es ist halb acht. Der Mann hat eine Podcast-Aufnahme, ich bleibe im Pokémon-Thema und sehe mir Meisterdetektiv Pikachu an. Erstaunlicherweise bleibt selbst das große Kind in ihrem Zimmer. Sonst kommt sie ein- bis zweimal nochmal runter, ehe sie endlich schläft.  

Gegen 22 Uhr ist der Mann endlich fertig mit Quatschen. Ich gehe noch schnell duschen und dann ins Bett. Ich wälze mich noch ewig, geschätzt anderthalb Stunden herum, ehe ich endlich einschlafe.  

Bücher-Auswertung 2020

Filme habe ich dank Pandemie quasi nicht gesehen und meine Serien habe ich schon im Jahresrückblick erwähnt.

Also nur die Bücher.

Ich habe erneut den zweitbestern Wert meiner Buchstatistik erreicht.
80,5 Bücher habe ich gelesen, davon 13 eBooks.
Das halbe Buch ist die Biografie von Alexander Hamilton, geschrieben von Ron Chernow. Daran lese ich schon seit dem Sommer rum, aber es zieht sich etwas und ist auf englisch und außerdem gut 800 Seiten lang, daher hab ich erst etwa die Hälfte geschafft. Weil 400 Seiten aber auch schon recht viel sind, darf es mit in die Zahl.

Mein Ziel, mehr Frauen zu lesen, habe ich definitiv erreicht.

Von den 81 Büchern wurden insgesamt 45 Stück von Frauen geschrieben, 32 von Männern, 3 von gemischten Teams und eines von einer nichtbinären Person.
Bei den Männern und Frauen war zudem jeweils eine Person trans.

Sieben Bücher wurden von People of Colour oder asiatischstämmigen Menschen geschrieben.

Thematisch ist es wieder ziemlich gemischt. Romane, Thriller, Krimis, Biografien, Fantasy, Sci-Fi, im Prinzip war alles dabei.

Von den Unmengen an Büchern, die ich vorgelesen habe, schweige ich lieber.

Zudem habe ich 2020 deutlich mehr Bücher gekauft, mindestens ein halbes Dutzend allein für mich plus Kinderbücher, was aber eindeutig der Pandemie geschuldet war. Die Bücherhallen waren längere Zeit zu und auch wenn wir uns kurz vor Schließung nochmal eingedeckt hatten, irgendwann ist alles durchgelesen.

WMDEDGT Januar 2021

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Das erste Mal bin ich um halb zwei wach, als das kleine Kind schmerzlich nach mir ruft. Ich bringe sie rüber ins Schlafzimmer und verziehe mich in ihr Bett. Darüber ist sie nicht begeistert, sie will dass Papa sein Bett räumt. Aber der ist im Halbschlaf und will sein Bett gewiss nicht verlassen.

Als ich wieder aufwache, sind die Rolläden bereits oben. Das Handy teilt mir mit, es sei bereits kurz vor sieben. Eine halbe Stunde Zeit habe ich noch, bevor ich auf jeden Fall aufstehen muss. Der Mann hat heute noch Urlaub, da kann man es gemütlich angehen lassen.

Schließlich stehe ich auf und ziehe mich an. Ausnahmsweise mache ich das Frühstück. Das ist unspektakulär.

Um halb neun gehe ich den weiten Weg von zwei Metern bis zum Schreibtisch und mache mich an die Arbeit. Der Mann liest den Kindern was vor. Ich setze mir Kopfhörer auf und lasse eine Doku über Marie-Antoinette nebeher laufen. Das ist der Vorteil daran, einen Job seit 11,5 Jahren zu machen. Man sitzt ihn auf der linken Arschbacke ab.

Die Kinder malen. Das tun sie im Moment jeden Tag, in den letzten zehn Monaten wurden Unmengen an Bildern mit Wasserfarbe produziert. Aber es wird offenbar nicht langweilig.

Der Mann beschließt, mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Allerdings hab ich am Tag zuvor die Wintersachen der Kinder gewaschen und des kleinen Kindes Schneehose ist noch nicht ganz trocken. Also heißt es föhnen. So ganz wird sie nicht trocken, aber mit einer gefütterten Hose drunter wird es schon gehen.

Sie verschwinden und ich arbeite weiter. Es klingelt, der Postmensch bittet mich, ein Paket für die Nachbarn anzunehmen. Kein Problem!

Da die Schneehose des großen Kindes zu kurz wird, forsche ich auf ebay Kleinanzeigen nach Ersatz. Ich schreibe einige Nachrichten mit einer Frau hin und her, die ihre Adresse nicht so recht rausrücken will. Ich schreibe den Mann an, ob er noch dort vorbeifahren kann, aber er liest es nicht mehr. Also kündige ich an, am frühen Nachmittag vorbeizukommen.

Gegen viertel vor zwölf klingelt es, die Familie ist wieder da. Kaum sind alle ausgezogen, klingelt es wieder. Des großen Kindes Lehrerin steht vor der Tür und bringt ihr die am Vortag angekündigten Aufgaben. Die Schule bleibt noch mindestens nächste Woche geschlossen und das Kind wird eh auf unbestimmte Zeit daheim bleiben. Da kommen ein paar Aufgaben gerade recht.

Wir verabschieden die Lehrerin, da klingelt es schon wieder. Diesmal ist es der Nachbar, der offenbar direkt aus dem Bett kommt, er trägt nur ein T-Shirt und eine kurze Hose. Bisschen kalt bei 4°C. Er nimmt sein Paket entgegen, bedankt sich und verschwindet wieder.

Zeit fürs Mittagessen. Ich bereite alles vor, es gibt nichts aufwändiges, der Mann beschäftigt die Kinder.
Wir essen, danach arbeite ich weiter.

Um 14 Uhr mache ich Feierabend und gehe kurz darauf los. Eine Viertelstunde hin, kurz die Hose abholen, eine Viertelstunde zurück. Endlich mal wieder Bewegung an der frischen Luft! Ich komme viel zu selten raus derzeit.

Als ich wieder da bin, verabschiedet sich der Mann zu einem Spaziergang und zum Einkaufen. Ich liege im Schlafzimmer herum und lese dem kleinen Kind vor. Das große hört in ihrem Zimmer ein Hörspiel.

Danach gehe ich ins Wohnzimmer und schmücke den Baum ab. Leider war der schon von den Kindern geplündert worden. Einige Teile finde ich nicht wieder, weshalb die Kiste mit dem Schmuck jetzt leider noch eine Weile herumstehen muss.

Der Baum kommt übergangsweise vor die Tür, dann räume ich den Kaminsims ab, auf dem die vier Adventskerzen mit einigen mittlerweile recht trockenen Tannenzweigen stehen.

Einmal alles auffegen, dann rufe ich meine Mutter an. Obwohl derzeit nicht wirklich viel passiert und man kaum etwas erlebt, reden wir doch immer so eine halbe Stunde. Corona ist das beherrschende Thema.
Wir überlegen, wann wir uns wiedersehen, nachdem der Weihnachtsbesuch ins Wasser gefallen ist, aber es lässt sich einfach noch nicht sagen.

Danach laufe ich treppauf und treppab. Die Nachttischlampe vom großen Kind ist kaputt und soll eingeschickt werden. Dazu muss ich die aber erstmal abschrauben, das ist komplizierter als gedacht und ich muss mehrfach Werkzeug aus dem Keller holen. Schließlich schaffe ich es aber doch und packe die Lampe in einen Karton. Wieder nach oben, den Drucker einschalten und Papier einlegen, wieder runter, Druckauftrag starten, wieder hoch, Blatt holen. Drucker ausmachen.
Ich muss aber später nochmal hoch und den Drucker erneut einschalten, weil ich noch was ausdrucken muss. Schließlich ist das Päckchen fertig und kann morgen zur Post.

Der Mann kommt vom Einkaufen zurück und zusammen verräumen wir alles.

Um viertel vor sechs gibt es Abendessen. Kaum sitzen alle, riecht es komisch. Also einmal kleines Kind wickeln und direkt Schlafanzug anziehen. Nach dem Essen dürfen die Kinder noch drei Folgen Peppa Wutz schauen. Als die rum sind, bringen wir sie hoch, umziehen, Zähne putzen, Zimmer lüften, zwei Bücher vorlesen, das kleine Kind ins Bett reiten lassen, das große Kind zurückreiten lassen. Jeweils Gute Nacht sagen, Feierabend.

Ab aufs Sofa und endlich diesen Beitrag schreiben. Das große Kind kommt noch zweimal runter, weil ihre Alexa nicht das tut, was sie tun soll. Der Mann kriegt das später zum Glück gelöst.

Ich werde mir wohl noch ein paar Folgen Big Bang Theory ansehen. Oder mein neues Buch anfangen.

Und halbwegs früh ins Bett gehen. Morgen muss auch der Mann wieder arbeiten. Juchhu!

Insgesamt war es ein recht entspannter Tag. In den obigen Ablauf muss man noch einen Haufen Streitereien, viel Bettelei um Schokolade und ein paar genervte Seufzer einfügen.

Gute Nacht!

Jahresrückblick 2020

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
6-7

Glücklich gewesen?
Trotz allem, ja. 
Ich habe in diesem Jahr immer mehr gelernt, was ich für ein glücklicher Mensch bin und sein kann, in allen Faktoren meines Lebens. 

Zugenommen oder abgenommen?
Ein bisschen zu, ein bisschen ab.

Haare länger oder kürzer?
Insgesamt gleich kurz, zwischendurch für meine Verhältnisse recht lang, jetzt geht es leider wieder in die Richtung. Der Friseurtermin kurz vorm Jahresende fiel aus…

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Auch keine Änderung

Mehr ausgegeben oder weniger?
Etwas weniger wegen weniger Gelegenheit.

Mehr Kohle oder weniger?
Gleich.

Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch derselbe. Dieses Jahr war ich wieder besonders froh darum, da meine Chefs im Angesicht der Pandemie sehr vernünftig reagiert und uns alle ins Homeoffice geschickt haben sowie uns jegliche Unterstützung haben zuteil werden lassen.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Sehr viele bittere Erkenntnisse im Bezug auf unsere Gesellschaft.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Vor allem in den drei Monaten Shutdown habe ich teilweise kaum mehr als 1000-2000 Schritte pro Tag gemacht.
Nachdem das große Kind in die Vorschule gekommen war, wurden es immerhin wieder bis 8000 Schritte pro Tag. 
Das einzige Mal regelmäßig Sport habe ich in der Woche gemacht, in der die Kinder mit Oma und Opa im Urlaub waren.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
eine Erkältung

Davon war für Dich die Schlimmste?

Der hirnrissigste Plan, der einfach nicht funktioniert hat?
Dieses Jahr haben sehr viele Pläne nicht funktioniert.
Am meisten ärgert es mich, dass wir im Frühjahr nicht meine Eltern und unsere Freunde in München besuchen konnten. Direkt nach kommt das nicht stattgefundene Rammstein-Konzert.

Die gefährlichste Unternehmung?
In einer Pandemie ist irgendwie alles gefährlich, zumindest wenn mehrere Menschen beteiligt sind.

Die teuerste Anschaffung?
Wir haben den Balkon machen lassen.

Das leckerste Essen?
Nichts, was mich jetzt übermäßig beeindruckt hätte.
Die Weihnachtsfeier fand pandemiebedingt im eigenen Wohnzimmer statt. Meine Chefs haben uns Essen liefern lassen, es war lecker, aber nicht außergewöhnlich. Die Geste jedoch war großartig!

Das beeindruckendste Buch?
„Mittagsstunde“ von Dörte Hansen. Es hat mich eingesogen, mit seinen Beschreibungen, seinen Bildern, seiner unglaublichen Atmosphäre und hinten wieder völlig verstrubbelt wieder ausgespuckt. Ein großartiges Buch!

Der ergreifendste/beeindruckendste Film?
Ich kann mich nur an „Rocketman“ und „Klaus“ erinnern, beide waren sowohl beeindruckend als auch ergreifend.
Ach ja und „Black Panther“ war auch recht gut, wenn ich auch nicht so toll wie erhofft. Am ergreifendsten war die Tatsache, dass der Hauptdarsteller, zwei Tage nachdem ich den Film gesehen hatte, gestorben ist.

Die beste Serie?
Ich sehe nur gute Serien. Mit was anderem verschwende ich meine Zeit nicht. Tatsächlich habe ich in diesem Jahr so viele Serien wie noch nie zuvor gesehen, dabei sage ich immer, ich gucke keine Serien.
Ich liste sie hier alle in der Reihenfolge auf, wie ich sie gesehen habe, und kann sie alle uneingeschränkt empfehlen:

Sex Education (2. Staffel)
Stranger Things (3. Staffel, haben wir sogar zweimal gesehen)
Fleabag (beide Staffeln)
Locke&Key 
Undone
What we do in the shadows (beide Staffeln)
The Umbrella Academy (2. Staffel)
The Queen’s Gambit
The Mandalorian (2. Staffel)
Bridgerton

Habe außerdem die ersten 10,5 Staffeln von The Big Bang Theory geschafft. 

Die beste CDMusik?
Diese Frage ist wieder sehr eindeutig zu beantworten: Anfang Juli wurde auf Disney+ das Musical „Hamilton“ veröffentlicht. Ich habe es mir acht Mal angesehen und unzählige Male auf Spotify angehört. Und das tue ich immer noch. 42 Songs und kein einziger davon ist auch nur annähernd langweilig. Lin-Manuel Miranda ist ein verdammtes Genie!

Das schönste Konzert?
Ich hatte das Glück, kurz vor Ausbruch der Pandemie noch ein Konzert singen zu dürfen und zwar mit meinem neuen Chor, der ein völlig anderes Repertoire als mein alter Chor hat.
Ich hatte mich im Januar bei der allerersten Probe sofort in das Stück verliebt und alles drangesetzt, es im Konzert mitsingen zu dürfen. Das hat auch geklappt und es war wirklich ziemlich großartig!

Die meiste Zeit verbracht mit…?
der Familie

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Schatz, meiner Familie, unseren Kindern

Vorherrschendes Gefühl 2020?
Seufz

2020 zum ersten Mal getan?
– vorgesungen, um bei einem Chor aufgenommen zu werden
– ein Konzert nach nur sechs Wochen Vorbereitung gesungen
– in der Laeiszhalle gesungen
– mit Orchester gesungen
– Mund-Nasen-Bedeckungen genäht und getragen
– ein Kind aus der Kita verabschiedet
– eine Schultüte gebastelt
– ein Kind in die Vorschule eingeschult
– mir selbst die Haare geschnitten (ein bisschen)
– den Kindern die Haare geschnitten (ziemlich gründlich)

2020 (nach langer Zeit) wieder getan?
– einen neuen Chor gesucht und gefunden
– im Homeoffice gearbeitet
– länger als acht Wochen nicht beim Friseur gewesen 
– meine Eltern weder zu Weihnachten noch zum Jahreswechsel gesehen

Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Wer hier nicht Pandemie schreibt ist vermutlich nicht ganz bei Trost
– die Ungewissheit über Monate hinweg
– drei Monate ohne Betreuung für die Kinder
– die sogennanten Querdenker und anderen widerlichen Gestalten, die sich unter anderem mit Nazis und Verschwörungstheroretikern gemein machen, um gegen ungefähr alles, was zum Schutz der Menschen geschehen soll, zu protestieren.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Ich würde gerne die Menschen davon überzeugen, dass es für alle besser ist, wenn wir zusammen anstatt gegeneinder zu arbeiten, aber das ist vermutlich vergebliche Liebesmüh. Und auf mich hört eh niemand.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich habe mich am Amigurumi-Häkeln versucht und insgesamt vier Baby Yodas hergestellt. Damit habe ich drei verschieden Leute, darunter meinen Bruder, sehr glücklich gemacht. Letzterer hatte mich auch überhaupt auf die Idee gemacht.

Kurz vor Weihnachten haben wir den Erzieher:innen unserer Kita eine Freude gemacht, indem wir bei einem Freund, der normalerweise auf Jahr- und Weihnachtsmärkten Schokofrüchten und gebrannte Mandeln verkauft und pandemiebedingt aufs Onlinegeschäft umgestiegen ist, eine große Bestellung aufgegeben und diese eben dem Kita-Team zum Jahresabschluss haben zukommen lassen. Alle Seiten haben sehr profitiert, wir haben eine sehr liebe Dankeskarte von der Kita bekommen und es steht mal wieder fest, dass Geben seliger denn nehmen ist.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Mann hat mir einmal anlasslos einen Blumenstrauß mitgebracht, das hat mich sehr gefreut.
Ich selbst habe mir ein neues Smartphone und vernünftige Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer gegönnt und letztere waren definitv das, was man einen Game Changer nennt.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ab Juni können die Kinder wieder in die Kita.“

Dein Wort des Jahres?
Impfung

Dein Unwort des Jahres?
Eigenverantwortung

2020 war mit 1 Wort…?
fragwürdig

Zum Vergleich: Verlinke deinen Rückblick vom letzten Jahr!

Jahresrückblick 2012

Jahresrückblick 2013

Jahresrückblick 2014

Jahresrückblick 2015

Jahresrückblick 2016

Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2019

WMDEDGT November 2020

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen. 

Der Tag fängt ausnahmsweise früh an, gegen halb vier ruft das kleine Kind, der Mann zieht rüber in ihr Zimmer. Etwa 10 nach sechs kommt auch noch das große Kind an. Fünf Minuten später muss der Mann aufstehen.

Ich kann noch eine ganze Stunde im Bett rumgammeln. Da das große Kind in Quarantäne ist und das kleine Kind entsprechend auch daheim bleibt, muss niemand aus dem Haus. Sehr angenehm eigentlich.Die Kinder verziehen sich ins Kinderzimmer und wollen Dinosauriergeschichten hören. Das gestaltet sich schwierig, da diese spezielle Geschichte mit der Sprachsteuerung einfach nicht gefunden wird. Der Mann kriegt es dann mit dem Handy hin.

Ich stehe um kurz vor halb acht auf und ziehe erst mich und dann das kleine Kind an und gehe dann runter zum Frühstücken. Der Mann sitzt bereits am Tisch und arbeitet. Ich frage ihn, wie es in den USA bei der Präsidentenwahl steht. Nichts neues bisher. Na gut. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Das kleine Kind pfeift sich fast ein ganzes Brötchen, teils mit Nutella, teils mit Marmelade rein. Ich esse Müsli und ebenfalls ein halbes Brötchen. Kaum hab ich das Müsli aufgegessen, kommt das kleine Kind an und möchte welches. Also mache ich ihr auch eine Schüssel. 

Um halb neun gehe ich die zwei Meter zum Schreibtisch. Zeit zum Arbeiten. Besonders fleißig bin ich dieser Tage nicht. Ich arbeite meinen Kram ab, mache nebenher aber auch noch etwas Haushalt, lese den Kindern vor oder gucke, ähem, ein paar Folgen The Big Bang Theory. Nach elf Jahren in dem Job geht der Rest im Schlaf.

Um zehn Uhr ist wie immer Call, wo wir uns gegenseitig auf den neuesten Stand bringen. Der Kollege erzählt, dass er gestern mit seiner Tochter im Krankenhaus war. Das sind so Orte, wo man sich in der zweiten Welle einer Pandemie nicht unbedingt aufhalten möchte. Aber alles ist wieder gut.

Die Kinder kommen an und wollen was gucken. Kein Problem.Ich tausche mich per Sprachnachricht mit einer befreundeten Mutter aus, deren Tochter nächste Woche ein paar Tage bei uns ist. Da sie in derselben Klasse wie das große Kind ist, hatte sie die gleichen Kontakte. Vermutlich widerspricht das dem Quarantäne-Gedanken, aber solange beide gesund sind… Die Mutter ist alleinerziehend und kommt ohne Betreuung in die Bredouille.

Gegen zwölf machen der Mann und ich uns ans Kochen. Kartoffeln mit Spiegel und Fischstäbchen bzw. Mozzarella-Sticks. Nicht mordsmäßig ausgewogen, aber geht schnell und macht satt. Auch die Kinder essen halbwegs ordentlich. 

Danach arbeite ich noch etwas und mache um viertel vor zwei Feierabend. Die Kinder kommen erneut an und wollen was gucken. Ok. Ich fange an, diesen Text zu schreiben.

Den größten Teil des Nachmittags verbringe ich mit Häkeln. Es geht besser als gedacht, auch wenn mich die Kinder immer wieder rausbringen. Zwischendurch lese ich was vor oder mache den Kindern was zum Hören an. 

Irgendwann möchte das große Kind einen Weihnachtswunschzettel schreiben. Ich buchstabiere ihr „Schneekugel“, dann rennt sie nach oben zu Stift und Papier und will, dass ich es nochmal buchstabiere. Danach „Weihnachtsmann“. Buchstabieren durchs ganze Haus klappt nicht so. Es wird letztlich „EIKNACKTSMALN“ draus. Was natürlich wieder zu einem Drama und einem geheulten „Ich werde NIE schreiben lernen!“ führt. Dabei kann sie schon schreiben. Nur lesen halt noch nicht.

Um kurz vor vier macht auch der Mann Feierabend. Er liest dem kleinen Kind was vor und macht ihr einen Apfel. Das große Kind hört ausdauernd „Conni“-Hörspiele. 

Die Kinder schnappen sich das iPad und arbeiten sich durch die Maus-App. An der frischen Luft war heute irgendwie keiner, nur ich einmal, als ich den Müll rausgebracht habe. Das müssen wir morgen mal wieder ändern. Wirklich doof, wenn ein Familienmitglied nicht weiter als bis vor die Haustür darf. 

Der Mann berichtet von unserer befreundeten Familie, bei denen ebenfalls ein Kind in Quarantäne ist. Deren zwei Wochen sind morgen rum, aber nun liegt die Mutter seit gestern mit Erkältungssymptomen und Kopfschmerzen flach. Sie wurden bereits heute Morgen getestet und wir hoffen das Beste.

Ich schreibe mit einer Freundin, die auf meinen WhatsApp-Status reagiert hat. Darin hatte ich die bisher gestrickten Stulpen gezeigt und ihre Tochter wünscht sich jetzt dringend welche. Kein Problem, das mache ich gerne. Ich freue mich immer, wenn ich jemanden bestricken kann.

Um halb sechs begebe ich mich in die Küche. Da muss dringend mal aufgeräumt werden. Danach decke ich den Tisch. Das große Kind jammert seit einer Stunde, dass sie Hunger hat und mein Magen ist auch ziemlich leer. Um 18 Uhr sitzen wir alle am Abendbrottisch. Der Mann isst allerdings noch nichts. Na gut. 

Danach die übliche Abendroutine. Noch eine Folge Doc McStuffins, danach umziehen, Zähnputzen, was vorlesen, was zum Hören anmachen, Feierabend. Außerdem räume ich noch etwas in des großen Kindes Zimmer auf, weil man da kaum noch treten kann.

Es ist etwa halb acht, als ich mich aufs Sofa setze und diesen Text fertig schreibe. Das große Kind schläft definitiv noch nicht, ich höre sie oben lachen und spielen. Der Mann telefoniert mit einem Freund.

Für heute stehen nur noch Häkeln, Fernsehen und Duschen an. 

Gute Nacht!

Sechs Jahre!

Liebes großes Kind,


endlich bist du sechs Jahre alt! Anders als in den Jahren zuvor war dein Geburtstag zwar nicht mehr monatelang täglich Thema, doch in den letzten Tagen hast du es vor Spannung dann doch kaum ausgehalten!


Sechs Jahre, das ist so das klassische Alter, in dem es mit der Schule losgeht. Schulpflichtig bist du erst nächstes Jahr, doch den Schritt raus aus der Kita haben wir bereits gewagt, du gehst seit August in deiner (vermutlich) zukünftigen Grundschule in die Vorschule. Auch dies war langersehnt und es war definitiv eine gute Entscheidung. Du gehst sehr gerne dorthin, mittlerweile legst du das letzte Drittel des Schulwegs auch alleine zurück. Die Vorschule wurde ursprünglich zur Sprachförderung entwickelt, etwas, was du eigentlich überhaupt nicht brauchst. Die Ziffern kennst du bereits, seit du drei warst und die Buchstaben, und zwar alle, auch schon ziemlich lange. Lesen klappt allerdings interessanterweise noch nicht, der Knoten ist noch nicht geplatzt. Ich bin sehr gespannt, ob du das noch vor der „richtigen“ Einschulung lernst. Wenn nicht, wäre das aber auch  nicht schlimm, irgendwas sollst du in der ersten Klasse ja auch noch lernen. Beim Elternsprechtag letztens klingelten dem Papa jedenfalls vor lauter Lob auf dich die Ohren.

Du bist höflich, freundlich, hilfsbereit, ordentlich, meldest dich immer brav, usw. usf. Fairerweise muss man sagen, dass du in unserem Stadtteil als Kind ohne Migrationshintergrund oder ähnlichem sicherlich Vorteile hast. Deine Lehrerinnen sind auf jeden Fall begeistert von dir und befürchten, du könntest dich langweilen und deshalb gar die Schule wechseln wollen.Dass du eine angepasste Schülerin bist, wundert mich nicht, der Papa und ich waren auch nicht gerade rebellisch.


Dein Lieblingstier ist nach wie vor der Igel und es gibt kaum ein Tier, das besser zu dir passen würde. Niedlich und gleichzeitig stachlig, das ist auch eine Beschreibung, die auch auf dich passt. Mal bist du so lieb und friedlich und anschmiegsam und dann wieder gehst du bei jeder Kleinigkeit hoch und hast legendäre Wutanfälle. Überhaupt unterhältst du dich gerne in stark erhöhter Lautstärke mit uns und wie oft ich schon: „Kind, schrei doch bitte nicht so!“ gesagt habe, geht auf keine Kuhhaut. Ich nenne es auch gerne Topfschlagen im Minenfeld. Man weiß nie, wie du gerade drauf bist. Wachst du gut gelaunt auf, ist es prima, aber das kann sich schon beim Frühstück ändern. Oder kommst du mit Gewittermiene von Oma zurück, dann möchte ich am liebsten in Deckung gehen.Am schlimmsten ist es, und da erkenne ich mich auch selbst wieder, wenn du etwas nicht hinkriegst. Dann ist Holland in Not. Um Hilfe bitten, ist offenbar unmöglich. 
Ich hoffe, dass diese starken Schwankungen sich mit der Zeit noch etwas ausgleichen werden. Es wäre für uns alle angenehmer. 

Körperlich bist du natürlich auch gewachsen. Du bist im letzten Lebensjahr fast doppelt so viel gewachsen wie im Jahr davor. Ich hoffe, diese Rate bleibt nicht so. :D Außerdem bestehst du gefühlt fast nur aus Muskeln. Du kletterst und turnst sehr viel, ansonsten bist du im Großen und Ganzen doch eher faul.

Du hast ansonsten bis zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Milchzähne verloren und der Dritte hängt nur noch am seidenen Faden. Die Zahnfee, die es zu meiner Zeit gar nicht gab, ist ein selbstverständlicher Teil deiner Welt. Du bekommst aber nur Schokotaler von uns, mit richtigem Geld kannst du bisher nichts anfangen.

Dafür hast du immerhin vor kurzem das erste Mal ganz alleine Eis in einem kleinen Laden bei uns um die Ecke gekauft und hast das wirklich toll gemacht.
Du gehst übrigens auch bereits das letzte Drittel deines Schulwegs alleine. Ich finde es toll, wie selbstständig zu teilweise schon bist!

Ansonsten bist du sehr kreativ und bastelst viel. Dein Verbrauch an Papier, Tackernadeln, Klebstoff und Klebeband ist exorbitant. Derzeit bastelst du am liebsten kleine Heftchen, die du liebevoll bemalst und verzierst. Babcia liefert dazu einen endlosen Vorrat an Stiften, Stickern und ähnlichem.Überhaupt wird alles angemalt. Alles. Die Zimmerwände unter deinem Hochbett, das Bett selbst, der Esstisch, die Bettlaken, die Kuscheltiere (na gut, deine Schwester ist nicht ganz unschuldig). Alternativ wird kaputt gemacht. Ich sage oft, dass man euch beide in einen vollbetonierten Raum setzen könnte und ihr würdet immer noch was zum Zerstören finden. 

Seit sieben Monaten ist die Covid-19-Pandemie das bestimmende Thema unseres Lebens. Von Mitte März bis Mitte Juni wart ihr nicht in der Kita und ihr habt das beide super gemacht. Ich war zwischenzeitlich sehr traurig, weil ich die Befürchtung hatte, du würdest vor der Einschulung in die Vorschule gar nicht mehr in die Kita gehen, aber das hat sich dann doch nicht bewahrheitet. Es wurde ausnahmsweise eine Ferienbetreuung angeboten, die wir auch wahrgenommen haben. Unter anderem wart ihr bei einer Tierstation, wo du zum ersten Mal einen echten lebendigen Igel sehen und sogar halten durftest.

Aufgrund der Pandemie ist seit März auch der Kinderchor ausgesetzt. Glücklicherweise vermisst du ihn nicht so sehr. Ich hoffe, dass ich dich nächstes Jahr zusammen mit deiner Schwester wieder dorthin schicken kann.

Kurz bevor alles zugemacht wurde, hatten wir mit deinem Schwimmkurs begonnen. Zuerst warst du extrem unsicher, dann machte es doch Spaß, zumal dann auch ein Freund von dir mitmachte. Nach drei Sonntagen war es dfinde. Über deine Fortschritte erfahre ich nicht so viel, aber naja, irgendwann wirst du sicher das Seepferdchen machen.

Geliebtes großes Kind, du bist eine sehr faszinierende Persönlichkeit! Auch wenn es anstrengend ist, dich ständig mit Samthandschuhen anzupassen, sind wir sehr stolz auf dich und lieben dich über alles!

Herzlichen Glückwunsch!

Deine Mama, dein Papa

WMDEDGT September 2020

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Ich wache im Zimmer des kleinen Kindes auf, es ist hell, die Rolläden sind schon oben, es wird also nach halb sieben sein.
Offenbar habe ich komplett durchgepennt, seit ich das kleine Kind gegen halb eins ins Schlafzimmer gebracht habe. Das ist doch auch mal erfreulich. Die Kinder sind leise, ich döse weiter. Irgendwann steht das kleine Kind im Zimmer, den Frosch aus meinem Bett im Arm. Sie winkt mir freundlich zu, ich sage „Hallo Mäuschen!“ und drehe mich wieder um.
Das große Kind hört den Eiskönigin-Soundtrack.

Gegen halb acht kommt das kleine Kind zum Kuscheln zu mir ins Bett. Nach etwa zehn Minuten wird es aber doch mal Zeit, dass ich aufstehe. Ich gehe ins Zimmer vom großen Kind und begrüße sie. Sie ist erstaunlich friedlich. Beim großen Kind weiß man nie, in welcher Stimmung man sie vorfinden wird.

Frühstückszeit. Es ist nicht mehr ganz so ruhig. Das kleine Kind hat momentan Anfälle von Dreijährigkeit. Ständig ist alles falsch, sie weiß nicht so recht, was sie will, aber das auf keinen Fall. Das ist sehr ungewohnt für uns, da sie normalerweise unser ausgeglichener Sonnenschein ist. Das Ergebnis ist jedenfalls Marmelade allüberall, besonders auf dem Kind.

Ich befrage die Kinder, ob wir in die Bücherhalle gehen wollen. Sie sind begeistert und wollen wissen, wie wir dahinkommen und ob sie ihre Masken tragen müssen.

Vor dem Losgehen steht aber etwas Haushalt. Der Mann verabschiedet sich zum Sport, ich gehe in den Keller, schmeiße eine Maschine 40°-Wäsche an und lege die trockene zusammen. Außerdem müssen die Betten bezogen werden, das ist schon wieder länger her als eigentlich geplant. Die Kinder dürfen sich die gewünschte Bettwäsche ausziehen und dann eine Runde „Doc McStuffins“ gucken.

Schließlich sind alle Betten neu bezogen und meine Zähne geputzt. Die Kinder kommen hoch und lassen sich ebenfalls die Zähne putzen.

Um viertel nach zehn machen wir uns bereit zum Losgehen. Es hat den ganzen Morgen geregnet, aber nun kommt die Sonne raus. Timing!

Wir fahren mit dem Bus. Die Kinder wollen schon an der Haustür ihre Masken aufsetzen. Etwa 20 Minuten später sind wir an der Bücherhalle angelangt. Dort ist irgendwas komisch, die Menschen verhalten sich merkwürdig. Ich wundere mich etwas, bis das große Kind sagt: „Oh, da ist ja eine Taube“. „Eine Taube? Hier drin?“, frage ich? „Ja“, sagt sie in einem total neutralen Ton, als ob das jeden Tag geschähe. Kinder sind schon seltsam manchmal.

Wir sind jedenfalls recht erfolgreich, ich habe rasch drei Bücher zusammen und auch für die Kinder finden wir relativ schnell vier interessante Bücher. Dann möchte ich mir noch ein paar Zeitschriften ausleihen. Die sind eigentlich im Saal nebenan, aber die Tür ist abgeschlossen. Ich frage am Schalter nach und erfahre, dass der Saal gesperrt ist, weil die Decke runtergekommen ist. o_O Und das in einem nur wenige Jahre alten Gebäude. Kaum zu fassen!

Die Kinder möchten draußen noch etwas auf dem kleinen Spielplatz spielen, ich sitze in der Sonne und ärgere mich, keine Sonnenbrille mitgenommen zu haben. Nach einer Weile gehen wir ins kleine Einkaufszentrum, wo ich im Rewe eine Diskussion über Trockenhefe anfange. Die Kinder wünschen Schokoriegel. Na gut. Außerdem fachsimpeln sie über die Luftballonauswahl, aber wenn wir irgendwas nicht brauchen, dann sind es Luftballons.

Nach dem Bezahlen spielen sie noch in einem dieser Fahrzeuge, in die man Geld einwerfen muss, was ich allerdings nie tue. Die Kinder störts nicht, nach dem Hubschrauber wird begeistert die Feuerwehr bespielt, danach gehts mit der U-Bahn und dem Bus heim.

Dort nimmt uns der Mann in Empfang, ich packe alles aus und gehe Wäsche aufhängen. Er bereitet das Essen vor und liest dann den Kindern aus den ausgeliehenen Büchern vor. Danach gibts Essen. Das kleine Kind kriegt schon wieder einen Anfall, weil sie mit dem Angebot nicht zufrieden ist, aber irgendwann isst sie doch etwas.

Nach dem Essen muss ich kurz ausrasten, weil die Kinder auf der Terrasse mit ollem Regenwasser rumspritzen, dort steht halt nur zufällig auch die saubere Wäsche. Ich zitiere beide rein und schließe die Tür. Keine Sternstunde meinerseits. Naja.

Die Kinder geben sich erstaunlicherweise damit zufrieden und beschäftigen sich anderweitig. Ich gehe in die Küche, um abzuwaschen. Ich will heute meinen neuen elektrischen Zerkleinerer ausprobieren, der muss erstmal gereinigt werden.

Danach lese ich dem großen Kind ein weiteres Buch vor, das ich ziemlich witzig finde, während der Mann das kleine Kind wickelt und anzieht.
Wie fast jeden Nachmittag fahren sie heute zu des Mannes Mutter. Für mich immer ein paar Stunden Ruhe und ich kann mich gar nicht so recht entscheiden, was ich heute alles erledigen will. Also, nachdem ich diesen Text geschrieben habe.

Jetzt ist es 14:27 Uhr.

Ich beschließe, meinen neuen elektrischen Häcksler auszuprobieren und zum ersten Mal seit Jahren mal wieder gekörnte Brühe herzustellen. In Rekordzeit habe ich Sellerie, Möhren, Zwiebeln, Chili, Knoblauch und Lauch zerkleinert. Ich bin begeistert! Ganz neue Zeiten brechen an. Am liebsten würde ich direkt mit meinen Lieblingskeksen weitermachen, für die ich gehackte Walnüsse und Schokolade brauche, aber der Ofen ist jetzt eh erstmal belegt. Ich schiebe das zerkleinerte Gemüse bei 80°C in den Ofen, mache mir eine Tasse Tee und gehe nach oben auf den Dachboden. Da ist mein Nähplatz. Des Mannes Hose ist im Schritt gerissen und meine eigene Jeans ist am Knie ganz dünn. Die ist ja auch bloß erst xmal geflickt. Hält alles nicht ewig. Beide Hosen lassen sich ohne großen Widerstand flicken und an meiner ist es sogar fast unsichtbar. Sehr schön!

Dann gehe ich runter, um meinen Rücken auszuruhen. Ich lese in meiner neuesten Errungenschaft „Hamilton – The Revolution“. Von dem Musical bin ich seit zwei Monaten quasi besessen und verschlinge alles, was ich dazu finde.

Mehr mache ich nicht bis die Kinder kommen, außer irgendwann noch die zweite Ladung Wäsche, diesmal Bettwäsche aufzuhängen.
Außerdem nervt mich sehr ausdauernd eine Fliege, ich kriege sie aber nicht erwischt.
Ansonsten habe ich den ganzen Nachmittag total Lust auf irgendwas wirklich leckeres Süßes, aber es ist leider nichts da. Ich begnüge mich mit zwei Stücken Schokolade und ein paar Mokkabohnen.

Um halb sechs trudelt der Rest der Familie ein. Die Kinder haben bei Oma offenbar Pizza gegessen und gebadet, außerdem gemalt und, wie ich später erfahre, eine Tierdokumentation im Fernsehen gesehen. Igel essen auch tote Vögel. Weiß ich das jetzt auch.

Die Kinder spielen „Doc McStuffins“ nach und untersuchen alles und jeden. Ich bin ziemlich fasziniert. Der Mann meinte mal, er hätte früher auch immer Fernsehserien nachgespielt, aber ich habe offenbar nie irgendwas passendes in meiner Kindheit gesehen.

Um halb sieben muss ich nochmal haushaltstechnisch aktiv werden. Die Kinder hatten sich beim Einkaufen herbstliche Fensterdekorationen ausgesucht, dafür müssen aber erst die Fenster geputzt werden. Das hab ich um die Uhrzeit auch noch nie gemacht. Ich putze alle Fenster im ersten Stock und wo ich grad schon mal dabei bin, auch das in der KÜche. Das ist immer am dreckigsten und da werde ich später auch nochmal ranmüssen, ganz sauber ist es nicht geworden.

Die sauberen Fenster sind verführerisch und so kleben die Kinder nicht nur Aufkleber an die Glasscheiben, sondern holen auch die Fenstermaler aus dem Regal. Ok, ich bin selbst schuld, ich hab ihnen gesagt, wo die Dinger stehen.
Streit bricht aus, weil das kleine Kind nur „Krikelkrakel“ malt, obwohl das große Kind doch so genaue Vorstellungen hat, wie das Bild aussehen soll.

Der Mann kümmert sich ums kleine Kind, ich putze das Fenster nochmal und lasse sie ihr Werk vollenden.

Um kurz nach sieben geht das kleine Kind ins Bett, danach folgt das große, nachdem ich sie ausdauernd in ihren Schlafanzug quatschen musste.

Um viertel vor acht mache mir was zu essen und schreibe diesen Text fertig.

Der Mann guckt College Football in der Pandemie-Variante und ich lese in meinem Buch weiter.

Gute Nacht!