Twitter und die Dankbarkeit

Ich liebe ja Twitter. Die Idee dahinter ist einfach großartig. Man kann vor sich hinquatschen wie man will, und es müssen nur die lesen, die es wollen. Im Gegensatz zu Facebook, wo die Reichweite zwar im Prinzip auch begrenzt, aber man mit vielen Leuten ja oft nur aus einer Art Pflichtgefühl befreundet ist.
Das kann bei Twitter auch vorkommen, nach dem Motto „folgst du mir, folge ich dir auch“, aber das ist nicht meins. Ich folge nur Leuten, die mich auch interessieren.

Und das sind die unterschiedlichsten. Bei mir sind die berühmte, sich immer mehr ausbreitende Mami-Timeline, die News-Twitterer für alle möglichen Themen und die etwas irren Leute, mit denen ich nicht allzu viel anzufangen weiß, die aber irgendwie witzig sind.

Dank Twitter kann ich die unterschiedlichsten Leben hineinschnuppern. Klar, das sind immer nur Schnipsel von maximal 140 Zeichen, aber auch die können eine ganze Menge ausdrücken.

Und das führt dazu, dass ich im Laufe der Zeit eine Menge in meinem Leben gefunden habe, wofür ich dankbar sein kann.

Schon vor einiger Zeit fiel mir auf, dass eine Menge Leute Probleme mit ihrere Familie haben. Damit meine ich nicht die bucklige Verwandtschaft, sondern die direkte Familie, namentlich die Eltern. Zwei Zeitpunkte oder -phasen gibt es, in denen das besonders raus kommt. Einmal Weihnachten. Und zweitens, wenn die Kinder selber Kinder kriegen, also Shwangerschaft und Geburt.

Und wow, was ich da schon alles an Hass, Abneigung und ähnlich negativem gelesen habe. Da ist es nicht einfach nur mit Streit getan, da wird oftmals gleich der gesamte Kontakt abgebrochen. Man kriegt schon Wochen vor dem Treffen Magendrücken, weil man Mutter/Vater/Eltern wiedersieht. Zum ersten Mal seit einem Jahr oder länger.

Klar, es kann nicht nur perfekte Familien geben, aber von den verkorksten scheint es doch ne ganze Menge zu geben, als ich gedacht hätte.

Von daher: Ich bin froh, dass ich mich mit meinen Eltern (und natürlich meinem Bruder) gut verstehe. Ich freue mich, wenn ich sie sehe und bin, zumindest bisher, auch immer ganz froh um Ratschläge u.ä. Dass ich mehr als 600km von meinen Eltern entfernt wohne, tut allerdings sicher einiges dazu. ;-)

Auch froh bin ich um meinen Mann. Mit dem bin ich jetzt schon fast sieben Jahre zusammen und ich habe nie gezweifelt. Das Glück hat nicht jeder, das sehe ich nicht nur auf Twitter, sondern auch im Freundeskreis. Ich persönlich glaube, dass der Mensch nicht dazu geschaffen ist, allein zu sein und ich bin froh, dass dieses Thema für mich durch ist. Und ich hoffe auch, für immer.
Das ist allerdings nicht das einzige. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich mit meinem Mann zusammen wohnen kann und wir nicht aus beruflichen oder sonstigen Gründen getrennt wohnen müssen.

Ganz frisch: Ich werde meinen Kinderwunsch vor dem 30. Lebensjahr realisieren können. Also falls nix unvorhergesehenes dazwischen kommt. Und für ein zweites Kind wäre dann auch noch genug Zeit.

Ein paar kleinere, aber ebenfalls wichtige Punkte: Wir haben beide Arbeit, die uns Spaß macht und von der wir leben können. Wir wohnen in einer schönen Wohnung, in der außer uns maximal ein paar Spinnen und Wollmäuse leben. Wir haben keine fiesen Nachbarn. Wir haben Freunde. Es gibt kein Mobbing, es gab keinen sexuellen Missbrauch. Wir sind gesund.

Vieles davon kann sich ändern, aber für den Moment kann ich/können wir dankbar sein.

Und nun schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

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