Schwarzes Loch

Unsere Wohnung ist ein bisschen voll. Dinge ziehen andere Dinge an, auch wenn eigentlich kein Platz mehr dafür da ist.

Ich will schon lange mal entrümpeln, aber immer wenn ich total motiviert dazu bin, habe ich keine Zeit (meistens morgens, wenn ich zur Arbeit muss) und wenn ich Zeit habe, habe ich natürlich keine Lust (für gewöhnlich am Wochenende). Der Mann hat die ganze Woche frei, sieht grundsätzlich die Notwendigkeit auch ein, ist aber offenbar genauso wenig motiviert, sich mal der Sache anzunehmen.

Hinderlich ist auch die Tatsache, dass ich nicht weiß, was man mit dem Aussortierten machen könnte. Wegschmeißen ist doof, verkaufen, naja, ein Käufer fände sich vielleicht noch, aber der Aufwand. Und diese Umsonstläden, die es manchmal gibt, liegen für gewöhnlich am anderen Ende der Stadt, von den Öffnungszeiten ganz zu schweigen.

Es wäre ganz cool, wenn mal jemand käme und unsere Wohnung für uns aufräumte. Man selbst denkt ja immer „Ach, das kann ich noch gebrauchen“ und legt es wieder für die nächsten fünf Jahre in die Ecke.

Weshalb ich jetzt aber auf das Thema komme: In unserer Wohnung befindet sich eindeutig ein schwarzes Loch. Denn in letzter Zeit verschwinden immer mal Gegenstände und zwar spurlos. So unordentlich ist es bei uns aber eigentlich auch nicht.

Bisher verschwunden: Ein Pfannenwender (entgegen aller Erwartungen tauchte er auch nicht wieder auf, als ich einen neuen kaufte), mein Reihenzähler, die Zeitschaltuhr, die ich letztes Jahr kaufte und der Arbeitsvertrag vom Mann, also sein persönliches Exemplar.

All diese Dinge können nicht weit gekommen sein, aber weg sind sie trotzdem. Besonders mysteriös finde ich grade die Zeitschaltuhr. Die habe ich ausschließlich für die Lichterkette, die in der Adventszeit ans Küchenfenster kommt, gekauft. Daher hatte ich erwartet, dass sie sich bei der Lichterkette befindet. Unterm Bett. Die Lichterkette hängt schon wieder am Fenster, die Zeitschaltuhr hingegen…

Ich bin gespannt, ob irgendeines dieser Dinge wieder auftaucht, wenn wir mal umziehen. Oder doch mal jemanden zum Entrümpeln beauftragen. o_O

Noch 36 Tage

bis Heilig Abend.

Nur noch? Wirklich?

In der Innenstadt werden fleißig die Weihnachtsmärkte aufgebaut, doch wenn ich das sehe, bin ich ungemein irritiert. Wieso bauen die schon auf? Das dauert doch noch ewig? Dabei ist nächste Woche schon der erste Advent. Selbst Silvester erscheint mir näher und „wirklicher“ diesmal.

Mein innerer Kalender scheint Mitte Oktober stehen geblieben zu sein, das Wetter trägt vermutlich seinen Teil dazu bei. Immerhin soll es in den nächsten Tage mal Nachtfrost geben.

Auch ist Weihnachten eben nicht mehr so dieses Highlight wie früher, als ich noch nach Hause fuhr.

Ich scheine aber nicht die einzige mit diesem Problem zu sein. Mir fällt auf, dass bisher kaum Fenster geschmückt sind. Sonst war das oft schon vor dem Totensonntag der Fall.

Und dann ist da das Geschenke-Thema. Mindestens drei Mann bzw. Frau kriegen Fotokalender, die hab ich gestern schon fast fertig gemacht. Dieses Jahr war ich ganz gut, was das Fotografieren anging.

Aber was schenke ich dem Mann? Meinem Vater? Was wünsche ich mir selbst? Letzteres ist fast am schwierigsten, ich kann mir meine Wünsche schließlich selbst erfüllen.

Natürlich könnte man die Schenkerei auch abschaffen, aber ohne wärs doch auch irgendwie doof, oder?

Ich hoffe, dass das nächstes Jahr alles anders sein wird.

Der Hund schaut immer noch nach unten

Nun war ich gestern also beim Yoga. Ich war viel zu früh dran und stand im nassen Dunklen und fragte mich, ob ich hier wohl richtig bin, denn es gab zwei Türen und nur eine war erleuchtet. Kaum hatte ich nochmal die Adresse zu Rate gezogen, kam auch schon die erste Yogaschülerin an. Und direkt danach der Yogalehrer. Mehr waren es dann auch nicht, das fand ich irgendwie lustig.

Umziehen (nächstes Mal unbedingt ein anderes T-Shirt, das gestrige war viel zu weit), Tee, Wasser für alle, in die Liste eintragen, Geld bezahlen, eine Yogamatte hervorkramen und dann gings auch schon los.

Ich bin ja recht unvoreingenommen dahin gegangen und hab beschlossen, alles auf mich zukommen zu lassen. Frau Federschwarze schickte mir noch ihre eigenen Erfahrungen mit Yoga zu, aber es war doch deutlich weniger räucherstäbchenhaft und ich war nur ein Hund, ein Tisch und eine Planke.

Ich weiß dann jetzt, was ein Sonnengruß ist und dass ich eine Menge Ziele habe, die ich erreichen kann. Hübsch ist, wenn der Lehrer was von „die Finger in die Zehen einhaken“ oder „bei gestreckten Beinen die Handflächen ganz auf den Boden“ erzählt und man selbst kommt kaum weiter als bis zur Wade. Aber wäre ja auch langweilig, wenn alles sofort ginge.

Es war intensiv und anstrengend, aber gut machbar. Ich war stolz auf mich, alle Übungen mitgemacht zu haben, mir wurde gesagt, ich könne jederzeit aussetzen.

Am Schluss kam dann noch die bekannte Ruhephase, man liegt in eine Decke eingewickelt auf dem Boden und soll sich fallen lassen, während beruhigend auf einen eingeschwätzt wird. Fiel mir jetzt nicht so leicht, ich kann sowas grundsätzlich nicht besonders und dass der Lehrer auch noch geradezu unverschämt gut aussieht, machte es nicht leichter.

Er verwendete auch noch das Wort „Poschi“. Das hab ich bisher auch nur von einer Freundin gehört. *g* Passte irgendwie nicht so ganz in die Stimmung.

Entgegen meiner Befürchtungen hab ich heute kaum Muskelkater, den aber vor allem in den Schultern, aber ich warte mal morgen ab.

Nächste Woche geh ich wieder hin.

P.S. Ach ja, der herabschauende Hund sieht so aus und wird ironischerweise als eine Position zum Ausruhen verwendet.

Der nach unten schauende Hund

Sport und ich, das ist ja nicht unbedingt eine Liebesgeschichte.
Aus Vernunftgründen gehe ich seit ein paar Jahren ein bis zweimal die Woche ins Fitnessstudio. Das ist auch gar nicht schlecht, aber ich möchte doch mal ein bisschen Abwechslung.

Yoga hat mich schon immer gereizt. Und nach einem sehr interessanten Artikel in der Juniausgabe der GEO hab ich die Suche nach einem Studio etwas forciert. Drei hab ich gefunden, zwei davon angeschrieben, von einem kam ne Antwort. Da gehe ich heute abend mal hin.

Ich habe eigentlich keine wirkliche Ahnung, was mich erwartet.

Doch. Ganz am Ende: Shavasana

Passend dazu auch dieses GIF. Das konnte ich auch mal. Ist leider etwa 15 Jahre her.

Ein bisschen nebenan

Kennt jemand Californication? Die Serie mit David Duchovny als sexsüchtigem Schriftsteller? Falls nicht, sie ist sehr zu empfehlen.
In der letzten Staffel dazugekommen ist Tim Minchin als durchgeknallter (und drogensüchtiger) Rockstart. Tim Minchin ist australisch-britischer Komiker und, obwohl er mit Dreadlocks und Kajal, gar nicht so aussieht, auch noch ein studierter Mann. Letztens hat er an seiner Uni, der University of Western Australia, die Ehrendoktorwürde erhalten und dazu eine ganz tolle Rede gehalten mit sehr interessanten Lebensansichten. Ich bin über den Fakeblog darauf gestoßen und kann mich dem „Man braucht keinen Traum“ nur anschließen.
-> Großartige Lebensansichten von Tim Minchin

Nun waren wir ja in Miami und auf einen Abstecher auf den Bahamas und haben weißen Sand und türkises Wasser gesehen, aber diese Bilder beweisen mir mal wieder, dass meine wahre Meeresliebe doch der Nordsee gehört.
-> Büsum und Helgoland

Frau Brüllen fasst in ihrem aktuellen Blogpost meine Gedanken zu dieser ganzen Spionage- und Edward-Snowden-Sache ganz gut zusammen. Wozu sind die Geheimdienste denn da, wenn nicht zum Spionieren? Überrascht das echt jemanden? Man kann das jetzt so gut oder schlecht finden, wie man will, aber überraschend?
-> Jetzt mal ernsthaft

Ich hatte ja unter anderem Erdkunde als vierstündiges Fach. Vor der Reform hieß das noch Leistungskurs, falls jemand nicht weiß, was ich meine. Das war eine großartige Wahl! Auch wenn unser Erdkundelehrer ein bisschen gewöhnungsbedürftig war, haben wir richtig viel gelernt. Vor allem dank der Protokolle, die in jeder Stunde zu schreiben und in der nächsten Stunde vorzutragen hatten. Und ich habe längere Zeit überlegt, eventuell Meteorologie zu studieren, bis mir einfiel, dass man dafür vielleicht ein bisschen mehr Ahnung von Mathe und Physik haben sollte.
Besager Erdkundelehrer rechnete jedenfalls eine Zeit lang zu Beginn jeder Stunde mit irgendeiner obskuren Formel den aktuellen Stand der Erdbevölkerung aus. War natürlich jedesmal ein bisschen mehr.
Viel beeindruckender aber ist doch diese Animation, die nach statistischen Daten Todesfälle und Geburten in Echtzeit aufzeigt. Dass die Erde noch nicht aus allen Nähten platzt, wundert mich ja.
-> A real Time-Map of Births and Deaths

Derzeit stricke ich noch an einem Tuch, aber mein nächstes Projekt wird ein Pullover. Ich hoffe, es sieht dann nicht so aus.
-> Happy knitting T-Rex

Lieblings-Tweets im Oktober 2013

Mehr Lieblingstweets bei Anne. Diesmal besonders zu empfehlen.