Schwarze Gedanken (34+1)

Gestern war ich recht entspannt und im Einklang mit dem, was nun vor mir liegt.

Doch im Dunkeln kamen die schwarzen Gedanken und als ich nach dem Besuch bei einer Freundin auf dem Heimweg war, liefen mir auf den letzten Fußwegmetern die Tränen nur so herunter.

Die ganzen Träume zerplatzt. Die monatelange Vorfreude, die Überlegungen, wann und wie es wohl so weit sein wird, alles weggewischt.
Niemand kann etwas dafür, weder ich, noch das Kind noch die Ärzte.

Alles, wovor ich mich mit einer Hausgeburt hatte schützen wollen, die Unruhe im Krankenhaus, die Nächte in einem fremden Bett, mit einer Zimmernachbarin, den Babyblues, die wahrscheinlichen unterschiedlichen Anweisungen, was das Stillen angeht, das kommt nun doch auf mich zu.
Dazu der ganze OP-Kram. Nichts mit Geburt bei sanftem Licht, stattdessen eine Bauch-OP. Schön ist was anderes.

Für mich war ein Kaiserschnitt nie eine Option. Und jetzt nicht mehr die Wahl zu haben, das nagt an mir. Das und der Neid auf jede Frau, die ihr Kind wie gewünscht auf die Welt bringen konnte.

Ja, ich weiß. Nur, weil ich entspannt war und ohne Angst vor der Geburt, heißt das nicht, dass die Geburt so stattgefunden hätte. Probleme sind immer möglich. Und ein Not-Kaiserschnitt ist nochmal die blödere Möglichkeit.

Die möglichen Probleme hab ich während der ganzen Schwangerschaft ausgeblendet.
Es geht mir doch gut, was soll schon sein? Beckenendlage? Kann ich mir nicht vorstellen. Ich war der festen Überzeugung, bestimmt eine Woche lang zu übertragen. Das Kind kommt vor Termin? Ich bin doch immer eher Schildkröte gewesen. Und kam selbst auch 10 Tage später.

Vielleicht ist es auch genau das, was mir so zu schaffen macht. Dass es mir so gut geht und keinerlei Schmerzen oder sonstige Wehwehchen habe. Dass ich nicht möchte, dass diese Schwangerschaft so viel eher endet. Dass ich mich körperlich und geistig in der Lage sehe, das Kind problemlos voll auszutragen.

Noch ungefähr drei Wochen. Ich hoffe, diese Zeit zu bekommen. Denn ich brauche sie sehr, um mit den Aussichten klarzukommen.

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8 thoughts on “Schwarze Gedanken (34+1)

  1. Ach ich drück dich mal ganz feste. (( )) So erging es mir beim letzten mal auch, und ich musste viel weinen als alle plötzlich von Kaiserschnitt wegen der BEL sprachen. Ich wurde aber belohnt dadurch, dass ich dann eine ganz spontane „normale“ wenn auch gesteuerte BEL-Geburt hatte. Vielleicht findest du auch so einen Haltpunkt in all dem Chaos… vielleicht darfst du dir ja einen Termin für die Op aussuchen. Ach, ich drück dir einfach die Daumen dass du trotz der Umstände bald dein kleines süßes und vor allem gesundes Mäuschen im Arm halten darfst. :-)

    1. Ich hatte nie mit einer BEL-Lage gerechnet, für mich kam das gar nicht vor. Und selbst wenn, hätte ich mir auch eine natürliche Geburt aus BEL-Lage vorstellen können.

      Aber bei Erstgebärenden ist das schwierig und nun kommt es eh nicht mehr in Frage.

      Ich hoffe sehr, dass ich den OP-Termin aussuchen kann!

      Danke dir fürs Daumendrücken!

  2. Ach Mensch, alles doof, da würden bei mir auch die Tränen laufen, in Massen. Aber ich würde dann versuchen das zu ändern, was Du ändern kannst. Ein Einzel- oder Familienzimmer kostet für die 3-4 Nächte nicht die Welt und es ist Gold wert. Ich wünschte ich hätte mich damals gleich dafür entschieden. Damit entgehst Du auch einem Großteil der Unruhe.

    Und mach dir keine Sorgen ums Stillen, Du kannst auch im KH mit Deiner Hebamme Kontakt halten und so cool wie Du jetzt mit den ganzen aufgeregten Ärzten bist, kannst Du auch mit Stilltipps umgehen. Man muss eh seinen eigenen Weg finden.

    Du schaffst das, und ja es wird weiter nagen, aber es wird irgendwann weniger.

    1. Das mit dem Einzel- oder Familienzimmer werde ich mir merken und auf jeden Fall ansprechen. Ich bin eh keine gute Schläferin und wenn dann noch jemand schnarcht und ein weiteres Baby schreit, na vielen Dank!

      Allmählich kann ich mich gut mit allem abfinden und auch die positiven Seiten sehen, die es zum Glück auch gibt. :)

  3. Ich verstehe deine Gefühle absolut. Von Hausgeburt zu geplantem Kaiserschnitt ist natürlich echt ein Sprung und so gar nicht das, was du dir vorgestellt hast.
    Vielleicht kannst du nun trotzdem versuchen so viel wie möglich zu planen bzw genau zu fragen wie was läuft. Vielleicht ein Familienzimmer im Krankenhaus, deine Beleghebamme an deiner Seite beim Kaiserschnitt und sowas? Irgendwie dass du das Gefühl haben kannst die Dinge wieder unter Kontrolle zu haben?
    Ich denke echt an dich!

    1. Ich warte grade sehr auf das Vorgespräch zum Kaiserschnitt.
      Bei der Anmeldung im KH wurde meines Erachtens erwähnt, dass das Kind der Mutter noch während der OP auf die Brust gelegt werden kann. Das würde mir unendlich viel bedeuten.

      Überhaupt gibt es ein paar Dinge, die ich gerne geklärt haben möchte. Am Donnerstag ist wieder Kontrolle, ich denke, dann bin ich klüger.

      Danke dir sehr für deine guten Gedanken!

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