Sinnkrise

Ich komme leider einfach nicht so oft zum Bloggen wie ich gerne würde.
Zu selten habe ich die Hände frei und wenn, erledige ich andere Dinge, meistens den Haushalt oder ich stricke.

Das Muttersein ist anstrengend. Damit erzähle ich vermutlich niemandem etwas neues. Es ist wunderschön, wirklich. Ich liebe dieses Kind über alle Maßen und könnte mir ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen, aber ich bin einfach ständig gefordert.
Einen Feierabend (oder sowas in der Art, halt mal ne Stunde kindfrei) hab ich eigentlich gar nicht mehr.

Kommt der Mann heim (meist zwischen 18 und 19 Uhr), drücke ich ihm die Kleine in die Hand, esse schnell was, dusche und mit etwas Glück kann ich sogar noch ein, zwei andere über Tag angefallene Dinge erledigen. Meist ist das Kind aber nach kurzer Zeit müde und knatschig und mir bleibt nichts anderes übrig, als mit ihr ins Bett zu gehen und sie in den Schlaf zu stillen bzw. nuckeln zu lassen.
Daher kriegen wir auch keine richtige Abend- oder Einschlafroutine hin. Ich hab keine Zeit dafür.

Gestern war das schon um 19 Uhr der Fall. Und ich dachte wirklich, das sei früh genug, um vielleicht für ein halbes Stündchen nochmal aufstehen zu können. Denkste. Nach einer guten halbe Stunde hatte ich keine Lust mehr, mich als Nuckel missbrauchen zu lassen und habe das Kind abgedockt. Großer Fehler. Also nochmal von vorne mit der anderen Seite.

Wieder wird sie bald wach und ich bin unwahrscheinlich genervt. Der Mann hat kein Verständnis für mich, wir streiten uns, das Kind kreischt als Antwort darauf. Das nützt also auch nichts.

Trotz des frühen Schlafengehens sind die Nächte gewohnt unruhig (ich bin froh, wenn ich zwei Stunden am Stück schlafen kann) und die Zappelei morgens ist nach wie vor da.
Na gut, gestern hat sie tagsüber auch extrem wenig geschlafen, das spielte sicher mit rein.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, ab Februar wieder mehr oder weniger regelmäßig zum Chor zu gehen. Das kann ich fürs Erste vergessen. Nächste Woche werde ich allerdings mal meine Prinzipien (kleine Kinder haben nach acht nix mehr draußen zu suchen) über Bord werfen, das Kind in eine Trage stopfen und meinen Chor besuchen. Mal sehen, wie lange das gut geht.

Und vielleicht lernt sie es ja doch noch in absehbarer Zeit, ein bisschen ohne mich zu schlafen. Dann könnte ich zumindest meine Freundinnen abends mal wieder einladen.

Bis dahin sage ich das Elternmantra vor mich hin: Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase…

——-

Immerhin, ich bin nicht die einzige. Alaskagirl hat mit ihrem Jüngsten ähnliche Probleme. Der ist allerdings schon etwas älter als madame. Das macht mir nicht unbedingt Mut.

Zudem schaffe ich, dank ebookreader, doch so einiges an Lesestoff weg, wenn ich abends so im Bett rumgammle. Hat auch was für sich.

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4 thoughts on “Sinnkrise

  1. Ich habe auch mal gedacht, daß ich nie wieder ohne Kind das Haus verlassen kann. Irgendwann gings dann wieder (ich weiß nicht ehr, wann). Auch wenns schwer fällt zu glauben: es geht tatsächlich irgendwann vorbei. Deswegen wünsche ich Dir ganz viel Durchhaltevermögen :-)
    Und berichte mal, wie der Ausflug zum Chor so gelaufen ist. Bin gespannt.

  2. Es ist diese Babyzeit, die so extrem fordernd ist, weil man eben rund um die Uhr da sein muss. Es wird besser, versprochen! Irgendwann wirst du abends auch wieder allein auf dem Sofa sitzen können und dein Kind schläft.
    (( ))

    1. Hab grad deinen aktuellsten Artikel gelesen. :) Bin immer wieder fasziniert, wie unterschiedlich das ist.
      Ich weiß, es wird besser werden. Zwar wahrscheinlich später als früher, aber so ist das halt.

      Momentan gehts wieder besser, auch weil ich mehr Schlaf kriege.

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