Still, still, still

weils Kindlein schlafen will.

Dieser Liedanfang fasst meine Situation ganz gut zusammen.

Ich stille im Großen und Ganzen gerne. Es ging von Anfang an unkompliziert und ohne Schmerzen oder andere Probleme, bis auf zwei kleine Milchstaus. Weil es so einfach ging und geht, ist die Brust auch immer das ultimative Mittel für alles. Insbesondere fürs Einschlafen. Und nachts zum Trösten.

Auch tagsüber stillen wir fast nur noch zum Einschlafen. Außerdem gibt es mal noch einen Milchsnack oder auch zwei, je nachdem, wie wir unterwegs sind und wie es zeitlich mit dem Essen hinkommt.

Mit dem Einschlafstillen hab ich eigentlich grundsätzlich auch kein Problem, wenn es mich nicht so sehr binden würde. Tagsüber geht zum Einschlafen auch mal der Kinderwagen, aber seit das Kind so eine Art Rhythmus hat und mehr oder weniger deutlich ihr Schlafbedürfnis anzeigt, ist abends schon das Bett die erste Wahl zum Schlafen.

Nun bin ich ja für gewöhnlich zu Hause, alles kein Problem also, nur möchte ich hin und wieder doch auch mal weg. Zu meinem Chor oder mich mit meinen Freundinnen treffen. Oder gar zum Sport.
Und da ist das große Problem. Dadurch, dass ich immer mit den Brüsten zur Stelle war/bin, sobald das Kind abends weint, möchte sie bittedanke auch nur mich bzw. die Brust zur Beruhigung. Der Mann wird nicht geduldet bzw. völlig ignoriert. Sie wacht auf und schreit, bis ich da bin. Gerne auch eine halbe Stunde lang. Vermutlich würde sie auch länger durchhalten, aber bisher war ich spätestens dann immer vor Ort. Tja. Ich kann nur hoffen, dass sich das bessert, je älter sie wird.

Das nächtliche Stillen ist eine andere Sache. Es geschieht oftmals nur im Halbschlaf, ein paarmal kam es auch vor, dass ich das jammernde Kind ohne es zu merken zu mir geholt habe und erst später aufgewacht bin und mich gewundert habe, dass sie da liegt.
Wir stillen nachts für gewöhnlich etwa zweimal. Dazu kommen Nächte, in denen sie so richtig wach wird und die ganze Familie auf Trab hält oder Nächte wie die letzte, in denen sie dauernuckelt. Das liegt vermutlich an den derzeit durchbrechenden Zähnen und gibt sich hoffentlich zeitnah von allein.

Jedoch, das Wort „abstillen“ geistert immer häufiger durch meine Gedanken. Nicht so wirklich ernsthaft. Ich möchte ihr das noch nicht wegnehmen; noch sind die Kosten für mich auch noch nicht höher als der Nutzen (wir sprechen uns wieder, wenn ich wieder arbeite) und ich weiß auch gar nicht, wie ich das ersetzen könnte. Sie nimmt schließlich keine Flasche.

Trotzdem hab ich jetzt schon Alpträume zu dem Thema. Bescheuert, ich weiß.

Immerhin, blumenpost, die wohl dachte, auch ewig stillen zu müssen, hat es dann doch geschafft und nach dem Lesen des Artikels geht es mir etwas besser. Ich hab mir des Kindes anderthalbten Geburtstag als spätesten Zeitpunkt zum Abstillen vorgenommen. Das wäre in etwa nochmal so lange, wie ich jetzt schon stille.

Still, still, still, weils Kindlein schlafen will…

Advertisements

Schnell

Momentan bin ich nicht sehr eifrig beim Bloggen. Nicht, dass nichts passierte.
Tatsächlich ist sehr viel los, das Kind entwickelt sich so rasch, fast geht es mir zu schnell.

Nachdem sie grade krabbeln gelernt hat, zieht sie sich nun in den Stand. Und steht dann da. Lässig, auch mal mit nur einer Hand festgehalten. Dabei wackelt sie lustig mit dem Hintern und lacht. Fröhliches Baby!
(Nur heute beim Friseur nicht, ich musste mir dringend die Haare schneiden lassen und hatte keine Wahl, als sie mitzunehmen. Sie weinte fast eine halbe Stunde lang, länger dauert mein Aufenthalt dort zum Glück auch nicht. Irgendwie scheint ihr der Laden nicht zu gefallen. Zum Glück ist nächstes Mal wieder die Oma da, um in der Zwischenzeit auf sie aufzupassen.)

Aufgrund der neuesten Entwicklungen habe ich nun das erste Türschutzgitter angebracht. Die Küche ist ab jetzt babyfreier Ort. Besser ist das.

Ich las kürzlich, dass das Fremdeln für gewöhnlich etwa drei Wochen nach dem Krabbelnlernen beginnt. Genau zu dem Zeitpunkt sind wir bei meinen Eltern. Das wird lustig.

Ich bin sehr gespannt, was das Kind als nächstes lernt. Oder ob sie nun erstmal eine Pause macht und sich stattdessen ein paar neue Zähne wachsen lässt.

Ein Dreivierteljahr

Das Baby ist neun Monate alt.
Die letzten drei Monate waren geprägt von fast täglichen Fortschritten. Na gut, wöchentlichen.
Anfang Mai kamen die ersten beiden Zähne. Ich war der festen Überzeugung, dass sicherlich bald weitere folgen würden, aber die lassen auf sich warten.

Ende Mai haben wir meine Freundin mit der fast gleichaltrigen Tochter besucht und diese zeigte unserem Kind, wie man in den Vierfüßlerstand geht. Das hat sie sich abgeguckt und kurz nach unserem Urlaub mit den Großeltern hat sie es umgesetzt. Es folgte auch das obligatorische Schaukeln im Vierfüßlerstand. Irgendwie ist es witzig zu sehen, wie das Kind diese ganzen bekannten Punkte alle abhakt.

Lange hab ich ja auch drauf gewartet, dass sie sitzen kann. Man soll ja nichts erzwingen, woran ich mich auch halte, nur beim sitzen war ich da immer etwas laxer. Seit Anfang Juli muss ich mir da auch keine Gedanken mehr machen, sie setzt sich selber hin.

Nachdem sie seit Ende Mai robben konnte, wurde selbiges pünktlich zu ihrem 9. Monatsgeburtstag durch krabbeln abgelöst.

Unser Leben ist mittlerweile ziemlich aufregend, denn sie ist an allem interessiert und auch wenn ihr nicht viel passieren kann, müssen wir doch immer hinterher sein, dass sie nicht die Wohnung komplett umräumt.

Ansonsten gab es nicht allzuviel Entwicklung. Schlafen ist immer noch so lala, ich bin froh, wenn ich nicht öfter als zweimal pro Nacht geweckt werde und immerhin, es gibt auch mal ganz ruhige Abende ohne weinendes Kind.
Das Essen läuft ganz gut, ich weiß nur einfach nicht, was ich ihr zum Frühstück geben könnte. Möglicherweise kommt sie nach dem Mann und möchte morgens gar nichts. Ich weiß nicht, ob ich damit klar komme, denn ohne Frühstück ist ein Tag für mich gelaufen.

Allmählich fängt sie auch an zu brabbeln, das übliche „babababa“ oder „dadadada“, dazu viele langgezogene Vokale, wir nennen es singen. Oder jaulen. Je nach Situation. Und Ausgeschlafenheitsgrad.*

In drei Monaten wird sie ein Jahr alt. Dann startet die Eingewöhnung und es wird wieder völlig anders als jetzt. Es ist und bleibt spannend!

*Manchmal fragen der Mann und ich uns, was wir bloß ohne das Baby täten. Antwort: „Ausschlafen!“

WMDEDGT Juli 2015

Es ist heiß. Und schwül. Vor allem letzteres. Eigentlich muss ich zu diesem Tag nicht mehr schreiben.
Er beginnt um ca. 1 Uhr, ich liege im Bett und lechze nach einem Luftzug. Obwohl es draußen etwas abgekühlt hat, steht die Luft im Schlafzimmer. Die nächsten zweieinhalb Stunden stehe ich auf, öffne die Tür vom Balkon, wasche mich, schalte den Ventilator ein, das Kind wird wach und turnt ca. eine Stunde herum. Gegen halb vier ist wieder Ruhe und ich schaffe es, noch knapp drei Stunden zu schlafen.

Um halb sieben ist das Kind endgültig wach, der Mann steht mit ihr auf. Ich schlafe wieder ein, bis halb acht. Ich döse noch etwas, bis mir der Mann gegen acht Uhr das Kind wieder bringt. Sie quakt herum, schläft jedoch noch nicht wieder ein. Ich stehe auf, wechsle schon mal die Handtücher im Bad wie jeden Sonntag und fange an, mir Frühstück zu machen. Das wird unterbrochen von einmal wieder Kind ins Bett bringen.
Ich frühstücke in Ruhe und schreibe mit meiner Freundin, um zu besprechen, wann ich vorbei komme.
Um halb zehn bin ich abmarschbereit, da wacht das Kind auf. Ich schaffe es leider nicht, sie wieder zum Schlafen zu bringen und übergebe sie dem Mann.

Auf zum Bus. Es ist noch gar nicht so heiß, aber sehr schwül draußen. Der Bus kommt bald und ist leider umklimatisiert. Ich habe meinen Fächer vergessen und wie ich später feststelle, auch meine Wasserflasche. Zum Glück bin ich nicht lang unterwegs.
Angekommen, gehe ich erstmal Brötchen für meine Freundin und dann Geld holen. Bei ihr angekommen, überreiche ich ihr die Brötchen samt dem Stoff, aus dem sie mir ein Kleid nähen will. Wir unterhalten uns kurz, dann gehe ich wieder zum Bus.
Diesmal ist der Bus wunderbar klimatisiert. Eine halbe Stunde später bin ich wieder zu Hause.
Dort putze ich das Bad, während der Mann die Wohnung saugt und teilweise wischt. Dann gucken wir die Sendung mit der Maus.

Dann wird es Zeit für handwerkliche Tätigkeiten. Wir wollen unsere Küche endlich mit einer Spülmaschine aufrüsten. Dazu muss der Schubladenschrank, der bisher am einzig möglichen Platz für die Spülmaschine stand, niedriger gesägt werden, damit er unter unsere Arbeitsplatte passt. Ich fange an abzumessen, werde aber wieder vom müden Kind unterbrochen und bringe sie erstmal ins Bett. Dann geht es weiter. Dem Mann gefällt das alles nicht, er macht sich Sorgen, es könne etwas passieren. Allerdings haben wir keine andere Wahl, es gibt keine niedrigen Schubladenschränke und nun ist die Stichsäge schon mal geliehen, da kann man das auch machen. Ich zeichne fertig an und mache dann die Stichsäge parat. Das Sägen ist schwieriger als erwartet und ziemlich laut. Das allerletzte Eck säge ich mit der Bügelsäge ab. Fertig! Der Schrank passt grade eben so unter die Arbeitsplatte, die ist nämlich schief angebracht worden, wie ich feststellen muss. Jetzt dauert es hoffentlich nicht mehr lange, bis endlich eine Spülmaschine in unserer Küche steht.
Das Kind hat während der ganzen Aktion übrigens keinen Mucks gemacht.
Das schwierigste war am Schluss nur, das Sägeblatt wieder aus der Stichsäge zu kriegen. Erstaunlicherweise schafft es dann der Mann. :)

Das Kind pennt selig weiter. Wir sind allerdings bei meiner Schwiegermutter zum Essen eingeladen und so wecken wir sie gegen viertel vor zwei. Ich ziehe ihr ein Sommerkleidchen an, das meine Mutter ihr gekauft hat, während der Mann schon mal das Auto lüften geht.
Bei meiner Schwiegermutter gibt es Lachs mit Spinat und Kartoffeln und für das Kind Karotten mit Kalbfleisch und kleinen Nudeln. Sehr lecker. Meine Schwiegermutter fliegt demnächst für drei Wochen weg und freut sich, weil das Kind heute besonders niedlich und fröhlich ist.

Gegen viertel vor vier fahren wir wieder nach Hause. Das Kind wird motzig und ich lege sie gegen halb fünf nochmal hin. Der Mann macht ein Schläfchen, ich fange an zu bloggen. Um fünf wird sie wieder wach und ich gieße nochmal frisches Wasser ins Planschbecken. Es ist fast unerträglich schwülwarm, vor allem im Wohnzimmer. Das Kind kühlt sich etwas ab und vorübergehend gute Laune. Dann leere und säubere ich das Planschbecken. Das Kind ist wieder motzig und will alle naslang stillen. Um sechs gibt es Abendbrei für sie. Dann spielt sie ein bisschen, bis es viertel vor sieben doch mal Zeit für ein kleines lauwarmes Bad ist. Das Kind klebt seit morgens, wir haben zu dem Zeitpunkt über 70% Luftfeuchtigkeit im Wohnzimmer.

Dann esse ich zu Abend und versuche ab halb acht regelmäßig, das Kind ins Bett zu bringen. Einmal muss ich den Versuch abbrechen, weil ich es im Schlafzimmer kaum aushalte. Zwar kommt hin und wieder etwas Luft durchs offene Fenster, aber das reicht kaum. Wie will man da schlafen? Ich installiere den Ventilator wieder im Schlafzimmer und um 20 nach acht schläft das Kind endlich.

Zeit für ein Fruchtzwergeeis! Ich lese oder spiele am Handy, der Mann zockt, das Kind schläft brav.
Gegen 22 Uhr gehe ich duschen und ins Bett, der Mann folgt wenig später.

Gute Nacht!

Lieblingstweets im Juni 2015