Was so passiert

Zwei Wochen habe ich nichts geschrieben.

August, Urlaubszeit. Erst haben das Kind und ich ja bekanntlich meine Eltern besucht, dann haben wir die Landesgrenzen überwunden und sind nach Polen geflogen, um des Mannes Verwandtschaft, oder zumindest einen Teil davon, zu besuchen.

Das war schon monatelang geplant. Unter anderem sollte das Kind ihre eine Uroma kennenlernen, die andere ist meine Oma, die besuchen wir nächsten Monat.
Tja. Aber es kommt ja oft anders als man denkt. Zwei Tage vor Abflug die Nachricht: „Die Oma ist tot.“ Im Prinzip kerngesund gestorben, aber schon lange ohne Lebenslust. Offenbar konnte nicht mal der Besuch ihrer ersten Urenkelin etwas daran ändern. Schade!
So haben wir nur wenig umdisponiert, meine Schwiegermutter mitgenommen und sind dort dann erstmal auf eine Beerdigung gegangen.
Danach waren die Tage sehr schön, das Wetter war gut, wir haben viel gefaulenzt und das Kind hat alle begeistert.
Ich hab meine Polnischkenntnisse erweitert, wobei das nichts zu sagen hat. Ich finde diese Sprache wahnsinnig schwierig, aber man bescheinigte mir immerhin eine ziemlich gute Aussprache.

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Das Kind wächst und gedeiht und macht so ihre Fortschritte. Im Moment übt sie freies Stehen und hat immerhin schon so fünf bis sechs Sekunden geschafft.
Die beiden oberen Zähne sind durch und von dem einen hat sie es geschafft, eine Ecke abzuschlagen. Wie das genau passiert ist, wissen wir nicht, aber so schlimm wird es wohl nicht sein.
Die erste Beule und erste blutende Wunde im Mund gab es auch schon. Gehört alles dazu.

Gestern überraschte sie uns. Ich hatte mit dem Mann abgemacht, dass ich zumindest die erste Hälfte meiner Chorprobe besuchen kann. Das Kind hatte recht lange geschlafen nachmittags, war abends aber schlecht gelaunt und wollte nicht essen. Der Mann schrieb mir dann auch, sie mache Terz und ich beeilte mich heimzukommen. Schon zweimal hatte ich in letzter Zeit ein völlig aufgelöstes Kind in Empfang genommen und ich stellte mich auch diesmal darauf ein. Doch, Überraschung, sie lag neben dem Mann auf dem Sofa und schlief. Gegessen hatte sie immer noch nichts und war dann irgendwann an seiner Schulter eingeschlafen.
Ich vermute, dass das jetzt eine absolute Ausnahme war, aber es lässt hoffen. Nächste Woche ist wieder Chorprobe.

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Wir sind weiterhin auf Wohnungssuche. Es läuft schleppend. Leider haben wir durch den Urlaub eine sehr gute Gelegenheit verpasst. Wir hatten eine Wohnung besichtigt, für die wir den Zuschlag nicht erhalten hatten, aber wir waren offenbar auf Platz zwei der Favoritenliste. Daher rief uns die Maklerin an, als kurze Zeit später eine noch bessere Wohnung in der Gegend frei wurde. Leider fand die Besichtigung dann an dem Tag statt, an dem wir in den Urlaub flogen und nun hat sie natürlich jemand anderes bekommen. Schade, so eine gute Ausgangsposition werden wir so bald wohl nicht mehr haben.
Heute morgen haben wir eine Wohnung besichtigt, auf die ich über Twitter gestoßen bin. Lustigerweise ebenfalls in derselben Straße wie die anderen Wohnungen. Die Wohnung war hübsch und groß, aber mit ein paar kleinen Nachteilen, die sich zu sehr zu einem großen summieren. Zudem ist sie ziemlich teuer.

Es würde allerdings jetzt eh mit dem Urlaub knapp werden. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

Die nahe Zukunft

Wieder einmal bringt blumenpost mich zu einem Blogeintrag. Eigentlich kein Wunder, schließlich sind ihr Oktoberbaby und meines altermäßig keine 24 Stunden auseinander.

Sie schreibt über das Loslassen und den baldigen Start der Eingewöhnung in die Kita ihrer jüngeren Tochter.

Für uns ist dieser Moment noch etwas weiter weg, in etwa zwei Monaten geht es los. Es erscheint mir wie eine Ewigkeit und so habe ich bisher auch nur wenig darüber nachgedacht. Doch bekanntermaßen geht die Zeit immer schneller rum als man gedacht hat.

Momentan ist es unvorstellbar für mich, dass das Kind längere Zeit von mir getrennt sein könnte. Nicht weil ich so „gluckig“ bin und es ohne Baby kaum aushalte (tatsächlich kann ich das eigentlich ziemlich problemlos), aber das Kind ist derzeit so wahnsinnig abhängig von mir und klebt an mir, ich kann wirklich nur hoffen, dass sich das in den nächsten zwei Monaten etwas gibt.

Dazu kommt weiterhin das Thema Stillen und Essen. Sie isst ganz ok, doch die Mengen steigern sich kaum. Morgens kriege ich nach wie vor höchstens ein paar Löffel Obst und ein, zwei Bissen Brötchen in sie hinein. Das ist auch für ein zehn Monate altes Baby natürlich zu wenig und so schiebt sie den ganzen Vormittag Knast und möchte mir am liebsten die ganze Zeit an der Brust hängen. Ok, das möchte sie sowieso, aber gut.

Eigentlich würde ich ganz gerne allmählich tagsüber soweit wie möglich abstillen, aber es ist mir momentan kaum möglich.
Die längste stillfreie Phase waren bisher 7,5 Stunden und das auch nur, weil sie erst im Auto und später im Kinderwagen einschlief.

Dann war ich gestern Abend zweieinhalb Stunden unterwegs und nahm zu Hause ein völlig aufgelöstes Baby entgegen, das ganz offensichtlich müde war, sich vom Papa aber beim besten Willen nicht beruhigen ließ.
Wenn das mit einer bekannten Person schon nicht klappt, wie soll das in der Kita laufen? Wieder einmal wünschte ich, ich könnte die Zeit zurückdrehen, denn ich bin an irgendeiner Stelle falsch abgebogen.

Doch ich drehe mich nur im Kreis…

WMDEDGT August 2015

Wach um vier, um halb sechs und um halb sieben. Da wacht das Kind endgültig auf. Der Mann nimmt sie zu sich und ich kann noch ein paar Minuten dösen. Dann bringt er sie mir wieder, ich kann sie nur mit Mühe davon abhalten, sich vom Bett zu stürzen oder auf mir rumzublättern (immer schön auf die Brust, aua!).

Er verabschiedet sich um viertel nach sieben, 10 Minuten später stehe ich dann auch auf. Ich ziehe mich an, das Kind jault mich unterdessen voll, so geht das schon seit gestern. Anstrengend!

Ich bereite Frühstück vor, das Kind räumt unterdessen die Schubladen aus bzw. möchte unbedingt an der Steckdose im Flur fummeln. Ich bin gespannt, wie oft ich noch Nein! sagen muss, ehe sie es ganz kapiert. (Die Steckdosen sind natürlich gesichert, aber trotzdem kein Kinderspielzeug.)

Frühstück für alle! Also für mich. Das Kind beißt zweimal vom Brötchen ab, trinkt ein paar Schlucke Wasser, lässt sich aber beim besten Willen nicht zu mehr überreden, sondern jammert vor sich hin. Ich mache sie sauber und setze sie auf den Boden.
Ich esse fertig, das Kind jammert immer noch und reibt sich die Augen. Zwar ist es noch viel zu früh, aber ich beschließe einen Einschlafversuch zu wagen. Erfolglos. Ist ja auch erst kurz nach acht, wer will da schon schlafen?

Ich räume den Tisch ab und putze mir die Zähne. Dann hole ich die große Reisetasche aus der Abstellkammer. Morgen fliegen wir zu meinen Eltern und der Tag steht daher heute im Zeichen des Kofferpackens. Das Kind ist grade ausnahmsweise im Wohnzimmer beschäftigt und ich kann schon mal ein paar Sachen zusammensuchen. Eigentlich sollte das ganz einfach sein, die Wettervorhersage steht auf warm bis abartig heiß, aber ich kann nicht aus meiner Haut, vielleicht wird es doch kühler. Also doch noch ein oder zwei Langarm-Shirts einpacken.

Seit meine Mutter WhatsApp hat, möchte sie immer das Foto des Tages haben, also setze ich das Kind in die Reisetasche und fotografiere sie. „Das wichtigste ist schon eingepackt!“

Ca. 8:50 Uhr. Das Kind hat keine Geduld mehr. Ich schaffe es sie in den Schlaf zu stillen. Um kurz nach neun darf ich sogar wieder aufstehen.
Ich setze mich ins Wohnzimmer und beginne diesen Eintrag zu schreiben.

Um 10 vor 10 höre ich das Kind. Sie sitzt wach auf dem Bett und schaut mich mit großen Augen an, schiebt sich dann aber doch wieder jammernd über das Bett. Meines Erachtens ist sie noch nicht ausgeschlafen und ich versuche, sie wieder in den Schlaf zu bringen. Zunächst erfolgreich, doch als ich mich etwas bequemer hinlege und nach meinem Kindle greife, wird sie wach. Diesmal endgültig. Na gut.

Ihre Laune ist eher durchwachsen, ich mache ein paar Dönnekes, um sie aufzuheitern. Klappt auch immer nur punktuell. Also erstmal wickeln. Dann packe ich weiter Koffer und suche ein paar kleinere Dinge, die ich unbedingt mitnehmen will. Da ist auch wieder nur ein Teil auffindbar. Wie üblich.

Ich versuche, meine Schwiegermutter anzurufen, um mit ihr zu klären, wann sie morgen da sein soll. Sie bringt das Kind und mich zum Flughafen, da der Mann arbeiten muss. Sie ist allerdings grade nicht da.

Ich trage ein wenig das Kind durch die Gegend, setze sie auf den Balkon oder in den Flur. Alles ist immer nur ein paar Minuten spannend, dann hängt sie wieder an mir. Ich versuche, einen Zeitplan zu erstellen.
Um 13:30 haben wir Musikgarten. Das wäre natürlich wieder genau ihre Schlafenszeit. Also will ich vorher noch etwas mit ihr spazieren gehen, damit sie hoffentlich noch ein kurzes Nickerchen hält.
Davor ist Mittagessen angesagt.

Das Baby heult vor sich hin. Ich diagnostiziere Zahlungsschmerzen. Es gibt Dentinox und Veilchenwurzel. Beides hilft für etwa 10 Minuten.

Gegen 12 gibt es schließlich Mittagessen fürs Kind. Sie isst ein paar Löffel, mehr aber auch nicht. Gut, dann halt nicht. Ich mache mir mein Essen warm, da ich vergessen habe, Zutaten einzukaufen, gibt es was aus dem Gefrierfach. Das Kind räumt derweil erneut die Schubladen aus und ich kann in Ruhe ein neues Buch anfangen.

Ich ziehe dem Kind ein Kleidchen an, was unfassbar niedlich aussieht. Ggegen 20 vor eins machen wir uns auf den Weg, erstmal eine Runde spazieren gehen. Ich will auf die nahegelegene Rennbahn, doch dort steht die Unterführung, die in den Park führt, unter Wasser. Wir müssen an der vielbefahrenen Straße lang, das ist natürlich nicht sehr hilfreich beim Einschlafen. Ich kaufe mir am U-Bahn-Kiosk ein Eis (der Stiel vom Eis sagt, dass ich was gewonnen habe, das muss ich mal noch überprüfen) und fahre zum Musikgarten. Einschlafen weiterhin Pustekuchen. Dann eben nicht.

Wir sind die ersten. Ich gehe nochmal rasch aufs Klo. Als ich wiederkomme, spielt das Kind mit der Demonstrationspuppe. Dann kommen die anderen beiden Mütter samt Kindern. Eigentlich sind wir zu fünft, aber die anderen haben sich schon länger nicht mehr blicken lassen. Sehr merkwürdig, das ganze kostet immerhin Geld.
Das Kind ist trotz Müdigkeit recht gut drauf und amüsiert alle mit ihrem Prusten, trockenen Lachen und ihrer Entdeckerfreudigkeit. Ihr wird bescheinigt, dass sie wohl mal eine ziemliche Stimmungskanone wird. Keine Ahnung, von wem sie das hat.
Um viertel vor drei siegt dann aber doch die Müdigkeit und ich verabschiede mich. Jetzt ist erstmal vier Wochen Pause, erst sind wir im Urlaub, dann die Anleiterin.

In der Bahn schläft das Kind ein. Zu Hause schaffe ich es sie schlafend abzulegen und gönne mir erstmal ein Stück Pflaumenkuchen.

Ruhe bis 16 Uhr. Das Kind wacht auf, ist darüber aber, wie oft in letzter Zeit, nicht erfreut. Ich stille sie ein wenig und sie schläft nochmal zehn Minuten auf meinem Schoß. Dann heißt es wieder Kind aufheitern. Als sie sich beruhigt hat, wickle ich sie.

Die nächsten anderhalb Stunden bestehen aus Kind bespaßen und irritiert sein, weil sie immer wieder anfängt zu heulen. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich nur die Zähne sind. Zwischenzeitlich ist sie auf dem Balkon mal für geschätzte 10 Minuten ruhig und glücklich. Wirklich Ruhe ist erst ab etwa halb sechs. Sie beschäftigt sich zu meinen Füßen selber und ich kann lesen.

Um zehn nach sechs koche ich ihren Abendbrei, heute Grießbrei mit etwas Obstmus. Leider will sie nichts essen und fängt immer wieder an zu weinen. Ich breche das fürs erste ab und setze sie auf den Boden. Vielleicht hat der Papa mehr Glück, wenn er nach Hause kommt.

Der kommt erst um zehn vor sieben. Wir vertreiben uns bis dahin die Zeit, sie isst sogar ein paar Löffel Brei.
Der Mann ist glücklich, seine Tochter wiederzusehen. Für eine Kollegin, die demnächst aufhört, dreht er ein kleines Abschiedsvideo, das Kind muss selbstverständlich mit drauf.
Dann füttert er sie noch ein wenig, ich lese solange und mache mir dann Abendbrot.

Ich esse, das Kind ist müde und knatscht. Um halb acht versuche ich sie hinzulegen. Klappt nicht. Die letzten beiden Abende ging da alles sehr gut, diesmal haben wir wohl den Punkt verpasst. Ich probiere es anderthalb Stunden lang und bin zusehends genervter. Um 21 Uhr schläft sie schließlich.

Wir genießen ein wenig Zweisamkeit im Wohnzimmer. Dann gehe ich ins Bad, epiliere meine Beine mal wieder und dusche.

Es ist schon zehn vor zehn. Lang wird der Abend nicht mehr. Der nächste Tag wird spannend, ich hoffe auf eine ruhige Reise.

Gute Nacht!

Lieblingstweets im Juli 2015

Weitere Lieblingstweets wie immer bei Anne.