WMDEDGT August 2015

Wach um vier, um halb sechs und um halb sieben. Da wacht das Kind endgültig auf. Der Mann nimmt sie zu sich und ich kann noch ein paar Minuten dösen. Dann bringt er sie mir wieder, ich kann sie nur mit Mühe davon abhalten, sich vom Bett zu stürzen oder auf mir rumzublättern (immer schön auf die Brust, aua!).

Er verabschiedet sich um viertel nach sieben, 10 Minuten später stehe ich dann auch auf. Ich ziehe mich an, das Kind jault mich unterdessen voll, so geht das schon seit gestern. Anstrengend!

Ich bereite Frühstück vor, das Kind räumt unterdessen die Schubladen aus bzw. möchte unbedingt an der Steckdose im Flur fummeln. Ich bin gespannt, wie oft ich noch Nein! sagen muss, ehe sie es ganz kapiert. (Die Steckdosen sind natürlich gesichert, aber trotzdem kein Kinderspielzeug.)

Frühstück für alle! Also für mich. Das Kind beißt zweimal vom Brötchen ab, trinkt ein paar Schlucke Wasser, lässt sich aber beim besten Willen nicht zu mehr überreden, sondern jammert vor sich hin. Ich mache sie sauber und setze sie auf den Boden.
Ich esse fertig, das Kind jammert immer noch und reibt sich die Augen. Zwar ist es noch viel zu früh, aber ich beschließe einen Einschlafversuch zu wagen. Erfolglos. Ist ja auch erst kurz nach acht, wer will da schon schlafen?

Ich räume den Tisch ab und putze mir die Zähne. Dann hole ich die große Reisetasche aus der Abstellkammer. Morgen fliegen wir zu meinen Eltern und der Tag steht daher heute im Zeichen des Kofferpackens. Das Kind ist grade ausnahmsweise im Wohnzimmer beschäftigt und ich kann schon mal ein paar Sachen zusammensuchen. Eigentlich sollte das ganz einfach sein, die Wettervorhersage steht auf warm bis abartig heiß, aber ich kann nicht aus meiner Haut, vielleicht wird es doch kühler. Also doch noch ein oder zwei Langarm-Shirts einpacken.

Seit meine Mutter WhatsApp hat, möchte sie immer das Foto des Tages haben, also setze ich das Kind in die Reisetasche und fotografiere sie. „Das wichtigste ist schon eingepackt!“

Ca. 8:50 Uhr. Das Kind hat keine Geduld mehr. Ich schaffe es sie in den Schlaf zu stillen. Um kurz nach neun darf ich sogar wieder aufstehen.
Ich setze mich ins Wohnzimmer und beginne diesen Eintrag zu schreiben.

Um 10 vor 10 höre ich das Kind. Sie sitzt wach auf dem Bett und schaut mich mit großen Augen an, schiebt sich dann aber doch wieder jammernd über das Bett. Meines Erachtens ist sie noch nicht ausgeschlafen und ich versuche, sie wieder in den Schlaf zu bringen. Zunächst erfolgreich, doch als ich mich etwas bequemer hinlege und nach meinem Kindle greife, wird sie wach. Diesmal endgültig. Na gut.

Ihre Laune ist eher durchwachsen, ich mache ein paar Dönnekes, um sie aufzuheitern. Klappt auch immer nur punktuell. Also erstmal wickeln. Dann packe ich weiter Koffer und suche ein paar kleinere Dinge, die ich unbedingt mitnehmen will. Da ist auch wieder nur ein Teil auffindbar. Wie üblich.

Ich versuche, meine Schwiegermutter anzurufen, um mit ihr zu klären, wann sie morgen da sein soll. Sie bringt das Kind und mich zum Flughafen, da der Mann arbeiten muss. Sie ist allerdings grade nicht da.

Ich trage ein wenig das Kind durch die Gegend, setze sie auf den Balkon oder in den Flur. Alles ist immer nur ein paar Minuten spannend, dann hängt sie wieder an mir. Ich versuche, einen Zeitplan zu erstellen.
Um 13:30 haben wir Musikgarten. Das wäre natürlich wieder genau ihre Schlafenszeit. Also will ich vorher noch etwas mit ihr spazieren gehen, damit sie hoffentlich noch ein kurzes Nickerchen hält.
Davor ist Mittagessen angesagt.

Das Baby heult vor sich hin. Ich diagnostiziere Zahlungsschmerzen. Es gibt Dentinox und Veilchenwurzel. Beides hilft für etwa 10 Minuten.

Gegen 12 gibt es schließlich Mittagessen fürs Kind. Sie isst ein paar Löffel, mehr aber auch nicht. Gut, dann halt nicht. Ich mache mir mein Essen warm, da ich vergessen habe, Zutaten einzukaufen, gibt es was aus dem Gefrierfach. Das Kind räumt derweil erneut die Schubladen aus und ich kann in Ruhe ein neues Buch anfangen.

Ich ziehe dem Kind ein Kleidchen an, was unfassbar niedlich aussieht. Ggegen 20 vor eins machen wir uns auf den Weg, erstmal eine Runde spazieren gehen. Ich will auf die nahegelegene Rennbahn, doch dort steht die Unterführung, die in den Park führt, unter Wasser. Wir müssen an der vielbefahrenen Straße lang, das ist natürlich nicht sehr hilfreich beim Einschlafen. Ich kaufe mir am U-Bahn-Kiosk ein Eis (der Stiel vom Eis sagt, dass ich was gewonnen habe, das muss ich mal noch überprüfen) und fahre zum Musikgarten. Einschlafen weiterhin Pustekuchen. Dann eben nicht.

Wir sind die ersten. Ich gehe nochmal rasch aufs Klo. Als ich wiederkomme, spielt das Kind mit der Demonstrationspuppe. Dann kommen die anderen beiden Mütter samt Kindern. Eigentlich sind wir zu fünft, aber die anderen haben sich schon länger nicht mehr blicken lassen. Sehr merkwürdig, das ganze kostet immerhin Geld.
Das Kind ist trotz Müdigkeit recht gut drauf und amüsiert alle mit ihrem Prusten, trockenen Lachen und ihrer Entdeckerfreudigkeit. Ihr wird bescheinigt, dass sie wohl mal eine ziemliche Stimmungskanone wird. Keine Ahnung, von wem sie das hat.
Um viertel vor drei siegt dann aber doch die Müdigkeit und ich verabschiede mich. Jetzt ist erstmal vier Wochen Pause, erst sind wir im Urlaub, dann die Anleiterin.

In der Bahn schläft das Kind ein. Zu Hause schaffe ich es sie schlafend abzulegen und gönne mir erstmal ein Stück Pflaumenkuchen.

Ruhe bis 16 Uhr. Das Kind wacht auf, ist darüber aber, wie oft in letzter Zeit, nicht erfreut. Ich stille sie ein wenig und sie schläft nochmal zehn Minuten auf meinem Schoß. Dann heißt es wieder Kind aufheitern. Als sie sich beruhigt hat, wickle ich sie.

Die nächsten anderhalb Stunden bestehen aus Kind bespaßen und irritiert sein, weil sie immer wieder anfängt zu heulen. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich nur die Zähne sind. Zwischenzeitlich ist sie auf dem Balkon mal für geschätzte 10 Minuten ruhig und glücklich. Wirklich Ruhe ist erst ab etwa halb sechs. Sie beschäftigt sich zu meinen Füßen selber und ich kann lesen.

Um zehn nach sechs koche ich ihren Abendbrei, heute Grießbrei mit etwas Obstmus. Leider will sie nichts essen und fängt immer wieder an zu weinen. Ich breche das fürs erste ab und setze sie auf den Boden. Vielleicht hat der Papa mehr Glück, wenn er nach Hause kommt.

Der kommt erst um zehn vor sieben. Wir vertreiben uns bis dahin die Zeit, sie isst sogar ein paar Löffel Brei.
Der Mann ist glücklich, seine Tochter wiederzusehen. Für eine Kollegin, die demnächst aufhört, dreht er ein kleines Abschiedsvideo, das Kind muss selbstverständlich mit drauf.
Dann füttert er sie noch ein wenig, ich lese solange und mache mir dann Abendbrot.

Ich esse, das Kind ist müde und knatscht. Um halb acht versuche ich sie hinzulegen. Klappt nicht. Die letzten beiden Abende ging da alles sehr gut, diesmal haben wir wohl den Punkt verpasst. Ich probiere es anderthalb Stunden lang und bin zusehends genervter. Um 21 Uhr schläft sie schließlich.

Wir genießen ein wenig Zweisamkeit im Wohnzimmer. Dann gehe ich ins Bad, epiliere meine Beine mal wieder und dusche.

Es ist schon zehn vor zehn. Lang wird der Abend nicht mehr. Der nächste Tag wird spannend, ich hoffe auf eine ruhige Reise.

Gute Nacht!

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2 thoughts on “WMDEDGT August 2015

  1. Hihi. Wie ich das mit den Steckdosen noch kenne. ;-) Da kannst Du sichern, was willst Du. Das Spiel ist ja: Baby geht an die Steckdose, damit Mama guckt und nein sagt. Funktioniert prima. Funktioniert erst dann nicht mehr, wenn die Mama nicht mehr guckt und nein sagt. Dann ist es langweilig… aber nur, wenn die Steckdosen gesichert sind. ;-)
    Viel Vergnügen

    1. Bisher funktioniert das mit dem Nein-Sagen erstaunlich gut. Ich bin optimistisch. Bei den Großeltern in den nächsten Tagen wird das ganze kritischer, da ist natürlich nichts gesichert. ;-)

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