Große Änderungen stehen ins Haus

Das Stichwort ist hierbei „Haus“. Wir haben nämlich eines gekauft.

Das gesamte letzte Jahr waren wir auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Unsere derzeitige Wohnung ist toll und wir haben die letzten 7,5 Jahre wirklich gerne darin gewohnt. Aber es sind eben nur 2,5 Zimmer. Und da wir ja auch in absehbarer Zeit ein zweites Kind wollen, muss mehr Platz her.

Nun ist der Wohnungsmarkt in Hamburg, so wie in vielen (Groß-)Städten natürlich zum Verzweifeln. Wir haben zwar das Glück, dass wir uns einig sind, nicht in den angesagten Vierteln im Westen der Stadt leben zu wollen, sondern im (für andere) dubiosen Ostteil, aber auch hier sind bezahlbare Wohnungen in angemessener Größe nicht unbedingt reichlich vorhanden. Vier Zimmer sollten es schon sein, wobei wir selbst das nur als Übergang angesehen hätten.

Die allerschönste Wohnung besichtigten wir gleich als erstes vor genau einem Jahr. Zweistöckig, mit riesigem Wohnzimmer, zwei großen Kinderzimmern, ein Traum. Leider zu teuer. Diese Wohnung spukte mir noch sehr lange im Kopf herum, aber es wäre schlicht unvernünftig gewesen.
Ende Februar besichtigten wir das erste Haus. Und wollten es haben. Aus verschiedenen Gründen haben wir dann doch davon abgesehen.

Wir besichtigten ein paar weitere Wohnungen. Nur eine kam wirklich in Frage, da war es schon Sommer. Wir wurden nicht genommen, bekamen aber direkt eine andere Wohnung weiter unten im selben Haus angeboten. Leider fuhren wir dann in den Urlaub, so dass auch diese Gelegenheit verstrich.
Anfang September folgte das nächste Haus, in das wir uns verliebten. Leider waren wir etwas zu langsam. Ein anderes Paar hatte die Finanzierung schneller abgeschlossen. Ich war ziemlich geknickt, es war wirklich schön und lag direkt um die Ecke zur alten Grundschule des Mannes.

Ende des Monats schauten wir ein weiteres Haus an, das mich aber überhaupt nicht vom Hocker riss. Schon beim Besichtigen war ich abgeneigt. Dass es in Strömen regnete, trug nicht unbedingt zum positiven Eindruck bei. Das Haus führte später zu einem Streit, denn der Mann meinte, wir müssten schließlich Kompromisse schließen! Natürlich, da gab ich ihm auch völlig recht, aber ein Kompromiss heißt für mich nicht, ein Haus zu kaufen, in dem ich mich von Anfang an nicht wohlfühle.

Danach war der Markt leer. Es gab nur wenige Häuser in unserer Preisklasse, die aber auch beim wiederholten Wälzen der Immobilienanzeigen nicht attraktiver wurden. Ich richtete mich auf das kommende Jahr ein.

Dann entdeckte ich Ende November das Haus. Es lag preislich etwas über unserem Budget, aber wir waren uns einige, Gucken kostet nix. Ich besichtigte das Haus zusammen mit dem Kind, denn der Mann war auf der Arbeit kurzfristig verhindert. Das ältere Besitzerehepaar war natürlich begeistert vom Kind und auch die Maklerin war angetan.

Das Haus überzeugte mich nicht auf Anhieb, aber das ist bei mir immer besser so. Ich berichtete dem Mann von dem vielen Platz und so schauten wir es uns zwei Tage später nochmal an, auch meine Schwiegermutter war dabei.

Wir waren uns einig und schickten unseren bewährten Gutachter durch. Denn wir sind Laien und ein Haus voller Schimmel oder Baupfusch möchte man doch ungerne kaufen. Doch er war zufrieden und konnte den Preis noch etwas drücken. Die Maklerin machte uns ein recht gute Angebot, „weil unsere kleine Familie ihr so sympathisch war“. Man sollte also immer ein niedliches Kind dabei haben. ;-)

Auch für die Finanzierung haben wir einen Fachmann und diese ging fast ohne Probleme über die Bühne, durch die Feiertage und den Jahreswechsel ging alles nur etwas verzögert von statten.

Am Freitag war dann der Notartermin und nun sind wir stolze Besitzer eines 150qm² großen Reihenhauses, mit kleinem Garten, riesen Keller und Carport, Baujahr 1980, renoviert 2009.
Die Übergabe ist für Mitte März angesetzt, umziehen wollen wir bis Mitte April, ob das realistisch ist, werden wir sehen. Bis dahin muss nämlich noch ein bisschen was gemacht werden.

Die Wohnung ist aber schon gekündigt.

Wir haben jetzt ein Haus. Und einen Arsch voll Schulden. :D

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11 Fragen, Version 2

Ich bekam einen Stock zugeworfen, diesmal von der Schwarzbefiederten. :D

1. Twitter oder Facebook?
Ich könnte eher auf Facebook verzichten. Wobei ich da eh trenne. Facebook mehr für die realen Bekanntschaften und Twitter ist meine große Elterngruppe.

2. Haustiere yay or nay? (Wollmäuse zählen in diesem Fall nur, wenn sie die Größe eines Tischtennisballs überschreiten.)
Nein danke, echt nicht. Die machen nur Dreck, stinken und kosten Geld.

3. Star Trek oder Star Wars?
Star Wars

4. Der erste Satz des Buches, welches du aktuell liest?
„Ein eisiger Wind pfiff durch das Gebälk im Dachgeschoss, und ich zog fröstelnd meine grauwollene Strickjacke enger um mich.“ (aus: Sarah Jio: Brombeerwinter)

5. Und wo wir schon dabei sind: analog oder eReader?
Beides

6. Team Edward oder Team Jakob?
Edward, weil ich grundsätzlich nicht schaffe mich von der vorgegebenen Story zu lösen.

7. Deine schönste Kindheitserinnerung?
Diverse Urlaub und Aufenthalte bei meinen Großeltern, denke ich mal.

8. Was bedeutet dir dein Lebensmotto?
Hab ich ein Lebensmotto? Eventuell: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

9. Handarbeiten findest du…
Super! Ich würde gerne mehr mit den Händen arbeiten, auch gröbere Dinge als Stricken.

10. Deine gruseligstes Bastel-/Heimwerker-/DIY
Äh. Wüsste ich nicht.

11. Dein liebstes „ratzfatz fertig“ Rezept?
Spaghetti mit Kräuterbutter

Ich bin jetzt zu faul, mir 11 neue Fragen auszudenken…

15 Monate oder eineinviertel Jahre

Wieder sind drei Monate vergangen. Das Kind ist 15 Monate alt. Sie hat in diesen drei Monaten eine ziemliche Entwicklung durchgemacht, woran die Kita, die sie ebenso lange besucht, sicher nicht ganz unschuldig ist.

Sie ist ein verrücktes Kleinkind, das liebend gerne grölend durch die Wohnung rennt. Besonders, wenn der Mann abends nach Hause kommt. Sie tippt mit Vorliebe auf dem iPad rum oder auf meinem Handy. Seit das aber ein paar Sprünge im Display hat, kriegt sie es kaum noch in die Hände. Musik findet sie toll und tanzt mit erhobenem Zeigefinger dazu, geht in die Knie und wackelt mit dem Hintern. Es sieht jedesmal zum Schießen aus. :D

Motorisch ist sie prima entwickelt. Das Laufen hat sie zehn Tage nach ihrem ersten Geburtstag für sich entdeckt. Sehr lange sah sie dabei aus wie ein Pinguin oder wie der betrunkene Butler aus Dinner for One, aber allmählich geht es doch etwas glatter.
Seit ein paar Wochen isst sie eigenständig mit Löffel oder Gabel, lässt sich aber auch bereitwillig füttern. Jedenfalls solange sie ein eigenes Besteck zum Rumspielen hat.

Derzeit warten wir auf den nächsten Zahn. Die ersten Backenzähne haben sich auf den Weg gemacht und führen seit längerem zu schlechten Nächten. Außer geschwollenem Zahnfleisch ist allerdings noch nichts zu sehen.  Pünktlich zum 15. Monatsgeburtstag hat sich dann oben links der erste Backenzahn durchgedrückt.
Wenn ich mich nicht völlig vermessen habe, ist sie in den letzten drei Monaten sechs Zentimeter gewachsen und steht damit bei ca. 83 cm. Das Gewicht kann ich nur schätzen, es dürfte bei ca. 10 kg oder etwas mehr liegen.
Seit dem neuen Jahr hat das Kind auch einen neuen Sitz im Auto, den sie prima findet. Endlich sieht man auch mal was!

Das Kind redet sehr viel. Leider in einer Sprache, die wir nicht wirklich verstehen. Zwar verwendet sie immer wieder die gleichen Ausdrücke, aber wir haben noch nicht rausgefunden, welche Bedeutung diese haben. Sie kann „Nein“ und „Ja“ sagen. Nicht immer hat das dann die erwartete Bedeutung, aber das kommt mit der Zeit, denke ich. Zugleich weigert sie sich Mama oder Papa zu sagen. Manchmal sagt sie Baba, das interpretiere ich dann als Papa, aber so richtig sicher ist das nicht.

Auch mit dem Zuordnen einzelner Personen oder Dinge zu Wörtern hapert es noch etwas. Sie weiß, was ein Ball ist und holt ihn auch, wenn man sie darum bittet. Fragt man, wo die Oma ist, zeigt sie auf die entsprechende Person, jedenfalls meistens. Auch den Papa kann sie des öfteren zuordnen, zeigt aber auch gerne ziellos in den Raum, was sie auch macht, wenn man nach der Mama fragt. Ähnlich ist es, wenn man ein Bilderbuch anschaut und nach der Katze fragt, die man schon 50x gezeigt an. Sie zeigt irgendwohin, aber nie auf die Katze.
Wirklich Sorgen macht mir das nicht, wahrscheinlich fehlt da einfach noch die entsprechende Reife, aber verwundern tuts mich schon.

In der Kita ist das Kind vollends angekommen. Auch die zwei Wochen Schließzeit über Weihnachten und Silvester haben dem keinen Abbruch getan. Am ersten Tag im neuen Jahr weinte sie noch beim Abgeben, aber am nächsten Tag war es schon wieder in Ordnung. Mittlerweile brauche ich sie auch nicht mehr einer Erzieherin übergeben, sondern kann sie einfach so dazu setzen bzw. sie setzt sich selbst hin. Auch beim Abholen rennt sie nicht mehr eifrig auf mich zu, sondern lässt sich Zeit. Die Erzieherinnen sind mit ihr sehr zufrieden.

Neueste Angewohnheit: Lautes, ärgerliches Quietschen, wenn etwas nicht so klappt, wie sie will. Helfen ist leider auch nicht erwünscht, da quietscht sie noch mehr!
Überhaupt entdeckt sie allmählich ihren eigenen Willen. So möchte sie in der U-Bahn unbedingt aus dem Buggy steigen und umherlaufen, aber das kann ich einfach nicht erlauben. Bin ich mit dem Mann unterwegs geht es grade noch so, aber alleine ist mir das zu gefährlich. Wir hatten daher schon so einige schöne Bahnfahrten mit hysterisch schreiendem und sich windendem Kind. Im Moment geht es, ich lenke sie mit einer Banane ab und vielleicht hat sie sich auch einfach damit abgefunden.

Ansonsten macht sie uns wirklich viel Freude und sind gespannt, was in den nächsten Monaten noch so auf uns zukommt. Insbesondere das Sprechenlernen wird eine interessante Sache!

11 Fragen

Ich hab ein Stöckchen bei Frau Bruellen mitgenommen.


1. Wovor hast Du Dich als Kind am meisten gefürchtet?

Vor Einbrechern und dass ein Feuer ausbricht. Beides eigentlich nur, wenn meine Eltern nicht da waren, was jeden Donnerstagabend der Fall war.

2. Und jetzt?

Einen geliebten Menschen zu verlieren. Schwere Krankheit. Die Liebe zu verlieren.

3. Worüber hast Du das letzte Mal aus vollem Halse gelacht?
Im Zweifelsfall über das Kind. ;-)

4. Wenn Du den Rest Deines Lebens nur noch ein Gericht essen dürftest, was wäre das?
Spontan würde ich sagen Zucchinigemüse mit Reis.

5. Wenn Du Dein früheres Ich besuchen könntest und ihm einen Rat geben, in welchem Lebensabschnitt würdest Du Dich besuchen und was würdest Du sagen?
Wahrscheinlich: Spar dir den dritten großen Ultraschall, das bringt nur Stress und macht dir den Rest der Schwangerschaft kaputt.

6. Was meinst Du, würde Dein früheres Ich diesen Rat befolgen?
Ziemlich sicher, ja.

7. Gummibärchen oder Schokolade?
Schokolade. Von Gummibärchen kriege ich Zahnschmerzen und einen ekligen Geschmack im Mund. Manchmal esse ich trotzdem welche.

8. Baden oder Duschen?
Duschen! Heiß und lange. Baden höchstens mal als Erkältungsbad, wenn ich krank bin.

9. Chips oder Flips oder Nüsse?
Weder noch. Wenn es unbedingt sein müsste, dann Nüsse, aber nur Walnüsse.
Wenn was nicht-süßes zum Knabbern, dann Salzstangen.

10. Was war die bisher weitreichendste Entscheidung Deines Lebens?
Zum Studieren nach Hamburg zu ziehen. Alles Gute, was bisher passiert ist, baut darauf auf.

11.Welches fandest Du die schwierigste Frage?
5, jedenfalls hab ich da am längsten drüber nachgedacht.

Wer mag, darf das Stöckchen mitnehmen. Ich werde glaube, nochmal ein anderes beantworten.

Still still still?

Ja, wir stillen immer noch. Meine Freundin, deren Tochter so alt ist wie unser Kind, ist jedesmal konsterniert. Sie hat schon vor Wochen abgestillt, geht aber auch schon seit Mai Vollzeit arbeiten, es sind also ganz andere Verhältnisse als bei uns.

Seit das Kind in die Kita geht, stillen wir tagsüber ca. zweimal. Die Milchmahlzeit direkt nach dem nach Hause kommen ist ihr und mir sehr wichtig, wobei hier auch die Dauer schon abgenommen hat. Später folgt meist nochmal ein Snack.

Mit dem Beginn des neuen Jahres hat sich mehr oder weniger zufällig ergeben, dass ich am Einschlafstillen arbeite. Dass sie auch ohne Brust einschlafen kann, beweist sie ja täglich in der Kita und immer dann, wenn ich abends mal weggehe und sie beim Papa bleibt. Sogar bei der Oma ist sie mal eingeschlafen, einfach so.
Es klappt so halbwegs. Vor ein paar Tagen schlief sie nach dem Stillen ohne zu meckern im eigenen Bett ein. Ich war ganz euphorisiert. Seitdem läuft es natürlich nicht mehr so gut.

Gleichzeitig sind seit ca. zwei Wochen unsere Nächte sehr mies. Schuld ist möglicherweise der erste Backenzahn oder ein Wachstumsschub oder ein Sack Reis in China. Schläft sie abends öfter mal zwei bis zweieinhalb Stunden ohne Mucks (oder sie meldet sich jede halbe bis ganze Stunde, es ist immer anders), wird es danach meist unruhiger. Meist, wenn wir ins Bett gehen, aber auf jeden Fall, wenn ich duschen gehen will. Da die Abende so unterschiedlich sind, ist Ausquartieren in meinen Augen keine Lösung. Sie braucht offenbar unsere Nähe.

Jedenfalls meldet sie sich nachts derzeit alle halbe Stunde bis maximal zwei Stunden. Drei Stunden Ruhe kommen sehr selten vor. Sie lässt sich nach wie vor nur mit der Brust beruhigen. Würde sie nur kurz nuckeln und weiterschlafen, wäre es ja ok, aber es ist ein ständiges hin und her zwischen ewig trinken, wegdrehen, nuckeln, schreien, wegdrehen, schlafen, wieder schreien usw.

Der Mann und ich giften uns jede zweite Nacht an, weil wir natürlich ziemlich übermüdet sind. Ich denke seit Wochen jede Nacht, dass ich endlich nachts abstillen sollte, konnte mich bisher aber nicht dazu aufraffen.

Jetzt reicht es. Ich habe schon oft gehört, dass man als Mutter 100%ig hinter dieser Entscheidung stehen muss, sonst kann man das vergessen und der Punkt ist nun erreicht.

Ich werde im Großen und Ganzen die Gordon-Methode (im Link recht weit unten) anwenden. Im Prinzip soll das Kind nach und nach dran gewöhnt werden, sich ohne Brust zu beruhigen und weiterzuschlafen.
Zudem plane ich, dass abendliche Stillen ins Wohnzimmer zu verlegen und zu versuchen, dass sie dann im Schlafzimmer so einschläft. Eventuell ist das etwas viel auf einmal, aber mit letzterem haben wir ja schon angefangen. Ich werde es ausprobieren.

Und hoffe dann in ca. zwei Wochen auf ein bisschen mehr Schlaf am Stück in der Nacht…

Bücher und Filme 2015 – Auswertung

Letztes Jahr habe ich 87 Bücher gelesen. Ein Rekord, den ich vermutlich erst brechen werden kann, wenn ich mal in Rente gehe.
Mit dazu beigetragen hat natürlich der Kindle, den der Mann mir vor ziemlich genau einem Jahr schenkte.

Die 87 Bücher teilen sich daher auf in 49 gedruckte Bücher und 38 eBooks (43% Anteil).

Natürlich kann ich jetzt nicht behaupten, ich hätte wer weiß was für hohe Literatur gelesen. Vor allem die eBooks setzen sich zusammen aus günstigen bzw. bei Amazon entleihbaren Romanen und das ist eher leichter Lesestoff. Aber mit Stillhirn ist einem das auch ganz recht.

Ich hatte 2015 erneut ein Faible für Thriller, Krimis und Fantasy. Außerdem hab ich viel Sherlock Holmes gelesen. Dazu zwei Bücher über Baseball, das ein oder andere populärwissenschaftliche Sachbuch, sowie den Hobbit. Von dem ich dachte, dass ihn vor ca. 15 Jahren schon mal gelesen und furchtbar langweilig gefunden hätte. Tatsächlich kann ich mich an die Story überhaupt nicht erinnern und so frage ich mich, was ich denn stattdessen damals gelesen habe. Mittlerweile habe ich auch den dritten Teil der Verfilmung gesehen und fand ich sehr überflüssig und albern.

Außerdem habe ich, wie ich mir schon mal vorgenommen habe, ein paar Biografien gelesen und auch zwei Bücher auf Englisch.

Übrigens waren die „normalen“ Bücher, bis auf drei Stück, alle aus der Bücherei ausgeliehen. Müsste mich mir meinen Lesestoff kaufen, ich wäre schon längst arm und unter Bücherlawinen begraben. Ein Hoch auf die Bücherhallen!

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Filmtechnisch gab es keine Änderung. Wieder habe ich vier Filme gesehen, wovon am beeindruckendsten sicherlich der neue Star Wars-Film war. Zudem gab es den zweiten Teil von Pitch Perfect, Minions und den neusten Pixarfilm Alles steht Kopf.
Für dieses Jahr stehen schon wieder ein paar Filme auf meiner Liste. Bevorzugt lustige Sachen. ;-)

WMDEDGT Januar 2016

Unruhige Nacht, wie üblich. Auf die Uhr schaue ich um viertel nach eins und um halb vier. Zwischendrin wirft das Kind sich hin und her und räumt mit ihrem Schlafsack meinen halben Nachttisch leer. Ich packe sie daraufhin in ihr Bett, wo sie nach kurzem Meckern tatsächlich einschläft. Zwar nur für etwa zwei Stunden, aber immerhin. Den ersten Teil der Nacht verbrachte sie übrigens auf des Mannes Bettseite. Auch mal schön, das Bett ganz für mich zu haben.
Um viertel nach sechs klingelt der Wecker. Ich bin erschlagen, denn in der Nacht zuvor gab es auch kaum mehr als zweimal zwei Stunden Schlaf.

Während wir aufstehen, wacht auch das Kind auf und grinst uns an. Wenigstens einer ist halbwegs ausgeschlafen. Der Mann geht ins Bad, während ich mir umständlich Unterwäsche raussuche (das Kinderbett steht fast direkt an dem entsprechenden Schubladenschrank, deshalb ist etwas herausfordernd). Dann zieht er sich an und nimmt das Kind zum Wickeln mit. Ich gehe ins Bad und fange an mich anzuziehen, und öffne dann das Fenster. Das ist total beschlagen. Draußen ist ausnahmsweise Winter, wir haben -7°C. Fenster wieder zu, ab ins Wohnzimmer und dort kurz lüften. Dann in die Küche, um Frühstück und Brotdosen vorzubereiten. Ich bin ziemlich tranig. Zum Glück kümmert der Mann sich ums Kind und ihr Frühstück. Sie isst morgens kaum etwas (nicht mein Kind…) und bekommt daher nur etwas Obst und etwas von meinem Müsli und Brötchen.

Von zehn vor sieben bis kurz nach sieben frühstücke ich, teils mit dem Kind auf dem Schoß und trage dann die Reste in die Küche, wo ich meine Brote schmiere und des Kindes Wasserflasche fülle. Ich bitte den Mann, dem Kind einen wärmeren Pullover anzuziehen. Das macht er dann auch und ich kann ihr übergangslos das Gesicht eincremen, die Haare bürsten und eine Haarspange reinmachen. Jetzt noch Zähneputzen, also ich.
Der Mann macht sich fertig zum Gehen. Als er angezogen ist, muss er aber doch nochmal ins Bad und sich die Nase eincremen. Oder so. Man wird mit Anfang 30 wohl eitel. ;-)
Dann verabschiedet er sich und geht.

Ich ziehe dem Kind Schuhe an. Dann fallen mir die Handschuhe ein und ich ziehe sie durch ihre Jacke. Schal umtun, Jacke anziehen. Meine eigenen Stiefel anziehen. Das Kind ist neugierig und möchte den Stiefel gerne durch die Gegend schleppen, aber das kommt jetzt nicht in Frage. Schal umtun, Mantel anziehen. Mütze vom Kind suchen, ihren Rucksack, meinen Rucksack. Kind raus aus der Tür. Sie geht schon mal Richtung Treppe. Ich schließe die Wohnungstür ab. Der Schlüssel dreht sich mit jedem Tag schwerer im Schloss. Ich nehme mir vor zu googlen, was man da machen kann.

An der Treppe nehme ich das Kind auf den Arm und gehe mit ihr die vier Stockwerke runter. Ich setze sie in den Buggy und packe sie warm ein. Dann mache ich mich ebenfalls bereit für die Kälte, will sagen, ich ziehe Handschuhe an und los gehts.

Auf dem Weg zur U-Bahn ist das Kind diesmal zum Glück ruhig, am Tag zuvor hat sie alles zusammengeschrien. Ich vermute, es lag am eisigen Ostwind, der uns genau ins Gesicht fuhr.
Am U-Bahnsteig steht plötzlich der Mann vor mir und erschreckt mich. Mit ihm hatte ich jetzt gar nicht gerechnet. Er regt sich über die Verkehrsbetriebe auf, die zur Rush Hour Kurzzüge fahren lassen. Angeblich sind das Entlastungszüge, aber die würden wohl kaum zur regulären Abfahrtszeit fahren. Wir fahren also zusammen die ersten vier Stationen. Das Kind meckert ein bisschen, sie will aussteigen.

Ich belausche zwei Schülerinnen, die sich offenbar längere Zeit nicht gesehen haben und die gemeinsam haben, dass sie gemobbt wurden und deshalb die Schule gewechselt haben. Es stellt sich raus, dass beide nicht genau wissen, wo eigentlich ihre neue Schulen liegen und dass sie dorthin mit GoogleMaps navigieren (wir sind mittem im Schuljahr). Die eine kann auch nach einem Jahr ihre Handynummer nicht auswendig und ich überlege, ob ich mal ein paar gute Ratschläge fürs Leben verteilen soll. Dann denke ich, dass es mir egal sein kann. Die eine steigt aus.

Dann müssen das Kind und ich ebenfalls raus, der Mann fährt weiter. Wir gehen über den Bahnsteig und steigen in die bereitstehende und zum Glück ziemlich leere Bahn. Ich mahce etwas Quatsch und halte so für die nächsten fünf Stationen das Kind bei Laune. Eine Frau sagt beim Aussteigen, das Kind sähe mit ihrer Pinguinmütze sehr niedlich aus.
An der nächsten Haltestelle müssen wir ebenfalls raus. Der Aufzug wartet schon und lässt sich nach einer Weile sogar überreden loszufahren. (Ich vermute, es gibt irgendeinen Trick, einfach nur Knopf drücken reich nicht. Einmal bin ich sogar wieder ausgestiegen, weil ich dachte, er sei kaputt. Später sah ich ihn doch fahren.)

Auf zur Kita, das sind nur noch ein paar Minuten Fußweg. Dort angekommen, fahre ich den Buggy in den Aufbewahrungsraum und hebe das Kind raus. Sie läuft los zur Tür, ich nehme ihren Rucksack und gehe hinterher. An der Garderobe angekommen, ziehe ich sie aus, auch die Hose und ziehe ihr dafür Stulpen über die Strumpfhose. In der Kita ist es ziemlich warm. Wir gehen zu dem Raum, wo um diese Zeit alle Kinder „gesammelt“ werden. Die Lieblingserzieherin des Kindes hat Frühdienst und so kann ich sie ohne Tränen übergeben.

Dann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Ich bin früh dran und gehe daher zu Fuß. Das Kind braucht neue Windeln für die Kita und so gehe ich rasch zu dm und kaufe welche, die ich beim Abholen mitbringen kann.

Um kurz vor halb neun bin ich bei der Arbeit. Ich öffne grade das Fenster um zu lüften (ich lüfte viel heute…), da kommt auch mein Kollege rein.

Neben der Arbeit unterhalten wir uns über diverse Dinge, er kocht Kaffee, ich bin dafür Schuld, weil der Büroboden schmutzig ist (Schneeränder). Außerdem singen wir „Und wenn das Trömmelsche jeht“.

Ich fange an diesen Text zu schreiben. :D

13:30 Uhr: Feierabend. Ich gehe zur Post, um ein Einschreiben aufzugeben und Briefmarken zu kaufen. Dafür gibt es zum Glück eine Extra-Schlange. In der Post ist es nämlich brechend voll.

Dann fahre ich zur Kita. Dort hängt jetzt ein Schild, das die Eltern bittet, ihre Schuhe oben am Eingang auszuziehen. Verständlich, unten in den Gruppenräumen laufen ja alle auf Socken oder mit Hausschuhen herum.

Das Kind freut sich, mich zu sehen und ich liefere die Windeln ab. Dann packe ich alles ein und ziehe das Kind an. Oben setze ich sie in den Buggy, worüber sie nicht sehr erfreut ist und ziehe meine Schuhe an.

Wir gehen zur U-Bahn. Übrigens schneit es schon fast den ganzen Tag, allerdings nur leicht. Im Aufzug zum Bahnsteig stinkt es nach Zigarettenrauch und ich denke mal wieder nur, was Raucher doch für asoziale Menschen sind.

In der Bahn ist das Kind unruhig, ich gebe ihr etwas Frikadelle aus meiner Brotdose. Bald ist es aber auch damit vorbei, sie schreit, und nachdem wir umgestiegen sind, nehme ich sie aus dem Buggy und aus dem Arm. Sie kreischt immer wieder, lässt sich zwar zwischendurch beruhigen, es wird jedoch immer schlimmer. Sie lässt sich nicht mehr in den Buggy setzen und ich steige mit ihr auf dem Arm aus. Am Bahnsteig schaffe ich es endlich mit viel Geduld, sie in den Buggy zu setzen (Stichwort hysterischer Bogen) und anzuschnallen. Dann schiebe ich das kreischende Kind nach Hause. Erstaunlich viele Menschen lächeln mich mitleidig und verständnisvoll an.

Zu Hause angekommen hole ich aus dem Briefkasten sehr wichtige und erwartete Unterlagen. Das Kind schreit immer noch. Ich balanciere Kind, Post und Rucksack in den Aufzug und nach oben. Vor der Tür setze ich das Kind ab, sie rutsch herum und wirft sich auf den Boden. Die Tür gegenüber öffnet sich und meine Lieblingsnachbarin, eine nette alte Dame, kommt heraus. Ich erkläre kurz was los ist und trage das Kind dann in die Wohnung.

Selbigs beruhigt sich erst an der Brust. Mit Grauen denke ich daran, wie es wohl wird, wenn ich erstmal abgestillt habe. Hysterische Anfälle wird es ja wohl noch öfter geben. Schließlich schläft sie ein.

Ich setze mich kurz ins Wohnzimmer und öffne die Unterlagen. Nach knapp fünfzehn MInuten höre ich das Kind wieder quaken. Es ist fünf vor halb vier. Ich stille sie noch einmal, bis sie schließlich zufrieden ist und mich anlächelt. Währenddessen versuche ich meine Mutter anzurufen, aber die ist nicht da.

Dann hole ich Bettwäsche aus der Kommode und beziehe das Bett neu. Endlich Biberbettwäsche! Das Kind turnt auf dem Bett herum und versucht das Telefon unter dem Bettlaken zu verstecken.
Als ich fast fertig bin, entdeckt sie das Glas auf meinem Nachttisch. Natürlich muss sie es dringend anfassen und reagiert auch auf mein scharfes „Nein!“ nicht. Sie leert das Wasserglas zum Glück nicht auf, sondern neben mein Kopfkissen. Die Matratze ist glücklicherweise durch einen Allergiebezug geschützt. Ich bin sauer und motze sie an. Kurzfristig ist auch meine Geduld mal aufgebraucht. Sie jammert kurz und fällt dann vom Bett, allerdings auf den Haufen mit der Schmutzwäsche, weshalb auch das nächste Jammern wieder nur kurz ist.

Ich werfe die Waschmaschine an und gebe dem Kind eine Banane. Schließlich spielt sie ruhig vor sich hin und ich kann meinen Beitrag weiterschreiben.

Es ist kurz vor halb fünf.

Sie reicht mir auffordernd ein Buch, das ich vorlese. Dann spielen wir Hoppe Hoppe Reiter. Schließlich mache ich mir was zu essen warm. Es ist noch Fenchel-Möhren-Risotto vom Tag zuvor da. Das Kind guckt immer wieder gierig, möchte aber nichts. Schließlich lässt sie sich doch überreden und isst ein paar Bissen. Dann findet sie ein Stücke hartes Brötchen und lutscht darauf herum. Und will mir dann mit vollem offenen Mund einen Kuss geben. Nun ja.

Ich wundere mich, dass der Mann noch nicht da ist. Für gewöhnlich kommt er zwischen halb sechs und sechs nach Hause. Eine Weile stehe ich am Fenster und betrachte den Schnee. Das Kind spielt mit einem Marmeladenglas. Dann toaste ich einen Toast und esse ihn zusammen mit ihr.

Der Mann kreuzt gegen 20 nach sechs auf. Das Kind ist begeistert, ich bin einfach nur müde. Er schaut sich unsere Unterlagen an und ich erzähle ihm von des Kindes Kreischerei.

Um sieben rufe ich meine Eltern an, erreiche aber nur meinen Bruder. Meine Eltern sind bis morgen abend weg, das hatte ich ganz vergessen.

Gegen viertel nach sieben mache ich das Kind bettfertig. Sie lässt sich sogar die Zähne putzen. Dann lüfte ich das Schlafzimmer. Es klingelt an der Wohnungstür. Eine unserer Nachbarinnen teilt mit, sie habe ein Päckchen für uns. Das hatte ich aufgrund des kreischenden Kindes nicht direkt beim Heimkommen abholen können. Der Mann holt das Päckchen und bringt dann den Müll der alten Dame raus.

Im Päckchen ist eine neue Haarbürste fürs Kind. Ihre andere hatte sie letzens verschleppt, sie ist aber schon wieder aufgetaucht. Wir spielen mit der Bürste und dem Karton. Der Mann telefoniert mit seiner Mutter.

Um kurz nach halb acht finde ich, dass Bettzeit ist. Das Kind sagt Gute Nacht zum Papa und wird von mir in den Schlafsack gesteckt, wo sie sich auch direkt die Augen reibt.

Wir stillen ein wenig und dann schläft sie nach kurzem Gemecker OHNE die Brustwarze ein.

Dann diskutieren der Mann und ich die Unterlagen. Zwischendurch muss ich zweimal zum Kind, das ständig im Schlaf hustet und dabei wach wird.

Ich esse etwas, dann wird sie wieder wach und ich bleibe erstmal bei ihr. Ich schaffe es noch einmal sie ohne Brust zu beruhigen. Vielleicht wird doch noch alles gut.

Viel passiert heute nicht mehr. Ich esse noch etwas und gehe früh ins Bett.

Gute Nacht!

Lieblingstweets im Dezember 2015

(Ja.)