WMDEDGT Januar 2016

Unruhige Nacht, wie üblich. Auf die Uhr schaue ich um viertel nach eins und um halb vier. Zwischendrin wirft das Kind sich hin und her und räumt mit ihrem Schlafsack meinen halben Nachttisch leer. Ich packe sie daraufhin in ihr Bett, wo sie nach kurzem Meckern tatsächlich einschläft. Zwar nur für etwa zwei Stunden, aber immerhin. Den ersten Teil der Nacht verbrachte sie übrigens auf des Mannes Bettseite. Auch mal schön, das Bett ganz für mich zu haben.
Um viertel nach sechs klingelt der Wecker. Ich bin erschlagen, denn in der Nacht zuvor gab es auch kaum mehr als zweimal zwei Stunden Schlaf.

Während wir aufstehen, wacht auch das Kind auf und grinst uns an. Wenigstens einer ist halbwegs ausgeschlafen. Der Mann geht ins Bad, während ich mir umständlich Unterwäsche raussuche (das Kinderbett steht fast direkt an dem entsprechenden Schubladenschrank, deshalb ist etwas herausfordernd). Dann zieht er sich an und nimmt das Kind zum Wickeln mit. Ich gehe ins Bad und fange an mich anzuziehen, und öffne dann das Fenster. Das ist total beschlagen. Draußen ist ausnahmsweise Winter, wir haben -7°C. Fenster wieder zu, ab ins Wohnzimmer und dort kurz lüften. Dann in die Küche, um Frühstück und Brotdosen vorzubereiten. Ich bin ziemlich tranig. Zum Glück kümmert der Mann sich ums Kind und ihr Frühstück. Sie isst morgens kaum etwas (nicht mein Kind…) und bekommt daher nur etwas Obst und etwas von meinem Müsli und Brötchen.

Von zehn vor sieben bis kurz nach sieben frühstücke ich, teils mit dem Kind auf dem Schoß und trage dann die Reste in die Küche, wo ich meine Brote schmiere und des Kindes Wasserflasche fülle. Ich bitte den Mann, dem Kind einen wärmeren Pullover anzuziehen. Das macht er dann auch und ich kann ihr übergangslos das Gesicht eincremen, die Haare bürsten und eine Haarspange reinmachen. Jetzt noch Zähneputzen, also ich.
Der Mann macht sich fertig zum Gehen. Als er angezogen ist, muss er aber doch nochmal ins Bad und sich die Nase eincremen. Oder so. Man wird mit Anfang 30 wohl eitel. ;-)
Dann verabschiedet er sich und geht.

Ich ziehe dem Kind Schuhe an. Dann fallen mir die Handschuhe ein und ich ziehe sie durch ihre Jacke. Schal umtun, Jacke anziehen. Meine eigenen Stiefel anziehen. Das Kind ist neugierig und möchte den Stiefel gerne durch die Gegend schleppen, aber das kommt jetzt nicht in Frage. Schal umtun, Mantel anziehen. Mütze vom Kind suchen, ihren Rucksack, meinen Rucksack. Kind raus aus der Tür. Sie geht schon mal Richtung Treppe. Ich schließe die Wohnungstür ab. Der Schlüssel dreht sich mit jedem Tag schwerer im Schloss. Ich nehme mir vor zu googlen, was man da machen kann.

An der Treppe nehme ich das Kind auf den Arm und gehe mit ihr die vier Stockwerke runter. Ich setze sie in den Buggy und packe sie warm ein. Dann mache ich mich ebenfalls bereit für die Kälte, will sagen, ich ziehe Handschuhe an und los gehts.

Auf dem Weg zur U-Bahn ist das Kind diesmal zum Glück ruhig, am Tag zuvor hat sie alles zusammengeschrien. Ich vermute, es lag am eisigen Ostwind, der uns genau ins Gesicht fuhr.
Am U-Bahnsteig steht plötzlich der Mann vor mir und erschreckt mich. Mit ihm hatte ich jetzt gar nicht gerechnet. Er regt sich über die Verkehrsbetriebe auf, die zur Rush Hour Kurzzüge fahren lassen. Angeblich sind das Entlastungszüge, aber die würden wohl kaum zur regulären Abfahrtszeit fahren. Wir fahren also zusammen die ersten vier Stationen. Das Kind meckert ein bisschen, sie will aussteigen.

Ich belausche zwei Schülerinnen, die sich offenbar längere Zeit nicht gesehen haben und die gemeinsam haben, dass sie gemobbt wurden und deshalb die Schule gewechselt haben. Es stellt sich raus, dass beide nicht genau wissen, wo eigentlich ihre neue Schulen liegen und dass sie dorthin mit GoogleMaps navigieren (wir sind mittem im Schuljahr). Die eine kann auch nach einem Jahr ihre Handynummer nicht auswendig und ich überlege, ob ich mal ein paar gute Ratschläge fürs Leben verteilen soll. Dann denke ich, dass es mir egal sein kann. Die eine steigt aus.

Dann müssen das Kind und ich ebenfalls raus, der Mann fährt weiter. Wir gehen über den Bahnsteig und steigen in die bereitstehende und zum Glück ziemlich leere Bahn. Ich mahce etwas Quatsch und halte so für die nächsten fünf Stationen das Kind bei Laune. Eine Frau sagt beim Aussteigen, das Kind sähe mit ihrer Pinguinmütze sehr niedlich aus.
An der nächsten Haltestelle müssen wir ebenfalls raus. Der Aufzug wartet schon und lässt sich nach einer Weile sogar überreden loszufahren. (Ich vermute, es gibt irgendeinen Trick, einfach nur Knopf drücken reich nicht. Einmal bin ich sogar wieder ausgestiegen, weil ich dachte, er sei kaputt. Später sah ich ihn doch fahren.)

Auf zur Kita, das sind nur noch ein paar Minuten Fußweg. Dort angekommen, fahre ich den Buggy in den Aufbewahrungsraum und hebe das Kind raus. Sie läuft los zur Tür, ich nehme ihren Rucksack und gehe hinterher. An der Garderobe angekommen, ziehe ich sie aus, auch die Hose und ziehe ihr dafür Stulpen über die Strumpfhose. In der Kita ist es ziemlich warm. Wir gehen zu dem Raum, wo um diese Zeit alle Kinder „gesammelt“ werden. Die Lieblingserzieherin des Kindes hat Frühdienst und so kann ich sie ohne Tränen übergeben.

Dann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Ich bin früh dran und gehe daher zu Fuß. Das Kind braucht neue Windeln für die Kita und so gehe ich rasch zu dm und kaufe welche, die ich beim Abholen mitbringen kann.

Um kurz vor halb neun bin ich bei der Arbeit. Ich öffne grade das Fenster um zu lüften (ich lüfte viel heute…), da kommt auch mein Kollege rein.

Neben der Arbeit unterhalten wir uns über diverse Dinge, er kocht Kaffee, ich bin dafür Schuld, weil der Büroboden schmutzig ist (Schneeränder). Außerdem singen wir „Und wenn das Trömmelsche jeht“.

Ich fange an diesen Text zu schreiben. :D

13:30 Uhr: Feierabend. Ich gehe zur Post, um ein Einschreiben aufzugeben und Briefmarken zu kaufen. Dafür gibt es zum Glück eine Extra-Schlange. In der Post ist es nämlich brechend voll.

Dann fahre ich zur Kita. Dort hängt jetzt ein Schild, das die Eltern bittet, ihre Schuhe oben am Eingang auszuziehen. Verständlich, unten in den Gruppenräumen laufen ja alle auf Socken oder mit Hausschuhen herum.

Das Kind freut sich, mich zu sehen und ich liefere die Windeln ab. Dann packe ich alles ein und ziehe das Kind an. Oben setze ich sie in den Buggy, worüber sie nicht sehr erfreut ist und ziehe meine Schuhe an.

Wir gehen zur U-Bahn. Übrigens schneit es schon fast den ganzen Tag, allerdings nur leicht. Im Aufzug zum Bahnsteig stinkt es nach Zigarettenrauch und ich denke mal wieder nur, was Raucher doch für asoziale Menschen sind.

In der Bahn ist das Kind unruhig, ich gebe ihr etwas Frikadelle aus meiner Brotdose. Bald ist es aber auch damit vorbei, sie schreit, und nachdem wir umgestiegen sind, nehme ich sie aus dem Buggy und aus dem Arm. Sie kreischt immer wieder, lässt sich zwar zwischendurch beruhigen, es wird jedoch immer schlimmer. Sie lässt sich nicht mehr in den Buggy setzen und ich steige mit ihr auf dem Arm aus. Am Bahnsteig schaffe ich es endlich mit viel Geduld, sie in den Buggy zu setzen (Stichwort hysterischer Bogen) und anzuschnallen. Dann schiebe ich das kreischende Kind nach Hause. Erstaunlich viele Menschen lächeln mich mitleidig und verständnisvoll an.

Zu Hause angekommen hole ich aus dem Briefkasten sehr wichtige und erwartete Unterlagen. Das Kind schreit immer noch. Ich balanciere Kind, Post und Rucksack in den Aufzug und nach oben. Vor der Tür setze ich das Kind ab, sie rutsch herum und wirft sich auf den Boden. Die Tür gegenüber öffnet sich und meine Lieblingsnachbarin, eine nette alte Dame, kommt heraus. Ich erkläre kurz was los ist und trage das Kind dann in die Wohnung.

Selbigs beruhigt sich erst an der Brust. Mit Grauen denke ich daran, wie es wohl wird, wenn ich erstmal abgestillt habe. Hysterische Anfälle wird es ja wohl noch öfter geben. Schließlich schläft sie ein.

Ich setze mich kurz ins Wohnzimmer und öffne die Unterlagen. Nach knapp fünfzehn MInuten höre ich das Kind wieder quaken. Es ist fünf vor halb vier. Ich stille sie noch einmal, bis sie schließlich zufrieden ist und mich anlächelt. Währenddessen versuche ich meine Mutter anzurufen, aber die ist nicht da.

Dann hole ich Bettwäsche aus der Kommode und beziehe das Bett neu. Endlich Biberbettwäsche! Das Kind turnt auf dem Bett herum und versucht das Telefon unter dem Bettlaken zu verstecken.
Als ich fast fertig bin, entdeckt sie das Glas auf meinem Nachttisch. Natürlich muss sie es dringend anfassen und reagiert auch auf mein scharfes „Nein!“ nicht. Sie leert das Wasserglas zum Glück nicht auf, sondern neben mein Kopfkissen. Die Matratze ist glücklicherweise durch einen Allergiebezug geschützt. Ich bin sauer und motze sie an. Kurzfristig ist auch meine Geduld mal aufgebraucht. Sie jammert kurz und fällt dann vom Bett, allerdings auf den Haufen mit der Schmutzwäsche, weshalb auch das nächste Jammern wieder nur kurz ist.

Ich werfe die Waschmaschine an und gebe dem Kind eine Banane. Schließlich spielt sie ruhig vor sich hin und ich kann meinen Beitrag weiterschreiben.

Es ist kurz vor halb fünf.

Sie reicht mir auffordernd ein Buch, das ich vorlese. Dann spielen wir Hoppe Hoppe Reiter. Schließlich mache ich mir was zu essen warm. Es ist noch Fenchel-Möhren-Risotto vom Tag zuvor da. Das Kind guckt immer wieder gierig, möchte aber nichts. Schließlich lässt sie sich doch überreden und isst ein paar Bissen. Dann findet sie ein Stücke hartes Brötchen und lutscht darauf herum. Und will mir dann mit vollem offenen Mund einen Kuss geben. Nun ja.

Ich wundere mich, dass der Mann noch nicht da ist. Für gewöhnlich kommt er zwischen halb sechs und sechs nach Hause. Eine Weile stehe ich am Fenster und betrachte den Schnee. Das Kind spielt mit einem Marmeladenglas. Dann toaste ich einen Toast und esse ihn zusammen mit ihr.

Der Mann kreuzt gegen 20 nach sechs auf. Das Kind ist begeistert, ich bin einfach nur müde. Er schaut sich unsere Unterlagen an und ich erzähle ihm von des Kindes Kreischerei.

Um sieben rufe ich meine Eltern an, erreiche aber nur meinen Bruder. Meine Eltern sind bis morgen abend weg, das hatte ich ganz vergessen.

Gegen viertel nach sieben mache ich das Kind bettfertig. Sie lässt sich sogar die Zähne putzen. Dann lüfte ich das Schlafzimmer. Es klingelt an der Wohnungstür. Eine unserer Nachbarinnen teilt mit, sie habe ein Päckchen für uns. Das hatte ich aufgrund des kreischenden Kindes nicht direkt beim Heimkommen abholen können. Der Mann holt das Päckchen und bringt dann den Müll der alten Dame raus.

Im Päckchen ist eine neue Haarbürste fürs Kind. Ihre andere hatte sie letzens verschleppt, sie ist aber schon wieder aufgetaucht. Wir spielen mit der Bürste und dem Karton. Der Mann telefoniert mit seiner Mutter.

Um kurz nach halb acht finde ich, dass Bettzeit ist. Das Kind sagt Gute Nacht zum Papa und wird von mir in den Schlafsack gesteckt, wo sie sich auch direkt die Augen reibt.

Wir stillen ein wenig und dann schläft sie nach kurzem Gemecker OHNE die Brustwarze ein.

Dann diskutieren der Mann und ich die Unterlagen. Zwischendurch muss ich zweimal zum Kind, das ständig im Schlaf hustet und dabei wach wird.

Ich esse etwas, dann wird sie wieder wach und ich bleibe erstmal bei ihr. Ich schaffe es noch einmal sie ohne Brust zu beruhigen. Vielleicht wird doch noch alles gut.

Viel passiert heute nicht mehr. Ich esse noch etwas und gehe früh ins Bett.

Gute Nacht!

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