Es nimmt Formen an I

Am Samstag waren wir mal wieder im Haus.
Da die offizielle Übergabe noch nicht stattgefunden hat (noch zwei Wochen, bis Geld fließt; noch 18 Tage bis zur Übergabe), müssen wir uns immer mit den Vorbesitzern verständigen, dass die ebenfalls da sind und uns reinlassen.

Diesmal ging es ums Ausmessen. Wichtigste Renovierungsarbeiten sind ja neuen Teppich verlegen im Obergeschoss und überall streichen.
So schlugen wir also zu fünft auf, Mann, Kind, Schwiegermutter und ich plus den Onkel eines Freundes, der Maler ist. Das Kind war diesmal zum Glück sehr viel besser drauf. Als wir das letzte Mal dort waren, war sie fast nur am heulen und bestand darauf ausschließlich auf meinem Arm rumzuhängen. So war das nicht geplant gewesen.

Diesmal konnte ich aber fast in Ruhe ausmessen, das Kind lief hin und her und spielte mit dem Zollstock. Der Mann war mit dem Maler unterwegs, um alles zu besprechen. Das gesamte Haus streichen zu lassen, würde wohl etwa eine Woche dauern, wir werden daher auch einiges selbst erledigen.
Gestrichen weden zunächst die beiden Wohnstockwerke, der ausgebauten Dachboden hat allgemein niedrigere Priorität, auch was den Teppich angeht. Obwohl er es nötig hätte. Mal sehen, wann wir das hinkriegen.
Die schönste Geschmacksverirrung klebt allerdings im Keller an den Wänden: Tapete mit einem leichten Muster in Lila und Glitzer(!). Ich bin am überlegen, ob man die nicht einfach runterreißt und den nackten Putz stehen lässt. Ist ja bloß Keller. Ein Teppichboden liegt da auch rum, es ist eigentlich fast gemütlich.

Nach dem Ausmessen sind wir Teppichboden gucken gefahren. Das Kind schlief im Auto ein, weshalb zunächst Schwiegermutter und ich gucken gingen. Das erste was uns auffiel, war ein blauer Teppich mit HSV-Rauten drauf. Wir waren uns einig, dass der doch perfekt in den Keller passen würde. ;-)
Dann ernsthaft. Mir schwebte ein blauer Teppichboden vor, leicht meliert, das hatten wir zu Hause schon und mir gefiel das immer sehr gut. Tatsächlich entdeckte ich einen solchen Teppich, für einen angemessenen Preis, schön robust, allerdings nicht sehr weich. Ich tauschte Schwiegermutter gegen den Mann aus, und er war ebenfalls der Meinung, dass dieser Boden eine gute Idee wäre.
Dann haben wir noch Teppiche angeschaut, im Wohn- und Esszimmer liegen nämlich Fliesen und zwar keine besonders schönen. Da muss also dringend was drüber.

Gekauft haben wir jetzt erstmal noch nichts, erstmal wollten wir den genauen Bedarf errechnen. Wir haben übrigens noch nie Teppichboden verlegt. Dafür aber meine Schwiegermutter schon mal. Und wir haben handwerklich begabte Bekannte. Mal sehen, ob das reicht. Ich denke, ich werde mir mal noch das ein oder andere YouTube-Video zu Gemüte führen. ;-)

Daheim gings dann mit Möbeln weiter. Am wichtigsten: Sofa und Wohnwand.
Ich hätte gerne ein Sofa bzw. Wohnlandschaft komplett aus (Kunst-)Leder, mit einem Kleinkind ist je abwischbarer desto besser. Schwierig, gibts nicht. Ich hätte auch ein rotes Sofa cool gefunden, aber mit sowas brauch ich dem Mann nicht zu kommen. Nun haben wir ein schwarzes bestellt, mit Leder und Stoff. Bin gespannt, wann wir das mit dem Stoff bereuen. ^^
Die wohnwand war noch schwieriger. Derzeit haben wir von Ikea ein weißes Regal mit Platz für den Fernseher, das es so nicht mehr gibt, vermutlich aber ein Kallax ist. Es ist eigentlich ganz praktisch, weil viel Stauraum. Nachteil: Blöd zu putzen, man sieht immer den Staub, weshalb wir eigentlich nur mehr so sichtgeputzt haben.

Ich hätte auch gerne wieder sowas in der Art, nein, der Mann möchte nicht, also gut. Mich überzeugt keine der Optionen so wirklich, aber schließlich können wir uns doch einigen.
Auch das ist bestellt. Beides hat drei Wochen Lieferzeit, das kommt hoffentlich zeitlich hin mit Übergabe und Co.

Ein anderer Punkt, über den wir grade fast täglich diskutieren, ist die Heizung. Die ist nämlich ein kleiner Wermutstropfen. Geheizt wird mit Strom. In den Wohnstockwerken liegt Fußbodenheizung, im Dachgeschoss und Keller stehen insgesamt drei Nachtspeicheröfen. Urks. Sehr up to date.
Strom ist natürlich nicht ganz günstig und die Vorbesitzer hatten offenbar keine Lust, sich mit der Steuerung auseinanderzusetzen, weshalb die Fußbodenheizung im Prinzip das ganze Jahr lief. Entsprechend die Stromrechnung.

Am liebsten würden wir die Heizung komplett austauschen und umstellen, aber das ist nicht ganz einfach. Ölheizung kommt nicht in Frage, Gas leider auch nicht, das Haus keine Gaszuleitung.
Vielleicht eine Pelletheizung, der Platz wäre im Prinzip da. Nur müsste man auf jeden Fall überall im Haus Heizkörper und die entsprechenden Rohre installieren, die fehlen ja bisher komplett.
Plan zunächst: Den Stromanbieter wechseln, bisher läuft gefühlt alles auf dem teuerstmöglichen Tarif. m( Uns in die Steuerung der Heizung einfuchsen. Den Spitzboden dämmen lassen, das Dachgeschoss heizt bisher quasi zum Himmel raus, wenn denn geheizt wird. Außerdem zeitnah einen Energieberater kommen und uns nochmal vernünftig die einzelnen Optionen aufzeigen lassen.
Und dann mal schauen.
Immerhin, das Wohnzimmer hat einen Kamin, den werden wir sicher auch des öfteren nutzen, jedenfalls in der kalten Jahreszeit. Wobei Holz natürlich auch nicht grade günstig ist.

Andere Themen sind der Garten (raus, alles muss raus!) und die Treppen, auf denen sich fürchterliche Teppichfliesen befinden. Helle Teppichfliesen. Die müssen alle weg! Das wird ein Spaß!

Wenn die wichtigesten Dinge geschafft sind, kommt noch was anderes gruseliges: der Umzug!!
Vorher aber: ausmisten! Momentan ist unsere Wohnung nämlcih ziemlich voll. Viele Dinge haben keinen festen Platz und werden nur ständig von A nach B geräumt. Im Haus werden wir zwar sehr viel Stauraum haben, ich will aber gar nicht erst anfangen, einfach alles irgendwo hinzustopfen. Ich habe letztens mal Magic Cleaning gelesen und auch wenn ich mit der KonMari-Methode nicht immer ganz einverstanden bin, werde ich wirklich radikal wegschmeißen. Also ich. Der Mann eher nicht so. Wir schauen seit Ewigkeiten keine DVDs mehr, die müssen aber auf jeden Fall alle mit umziehen. Auf dem Dachboden stehen zwei Kisten mit dicken Brockhausbüchern. Da hat noch nie jemand reingeschaut. Aber auch die werden wahrscheinlich mit umziehen, um dann auf einem anderen Dachboden rumzustehen. Der Mann wird aus Zeitgründen kein Football mehr spielen, seine Ausrüstung muss aber auf jeden Fall mit umziehen, damit er sie dann irgendwann (also nie) verticken kann. Warum denn nicht jetzt? (Er hat andere Sorgen…) Und dann steht da noch eine Umzugskiste im Arbeitszimmer. Genau, eine Umzugskiste. Von damals, dem Jahre 2008, als wir zusammengezogen sind. Da hat auch seitdem nie jemand reingeschaut und wenn ich es irgendwie hinkriege, wird das Ding auch ungeöffnet weggeworfen, denn was könnte man 8 Jahre später denn bloß so dringend daraus brauchen? Eben. Nichts. Das wird ein Spaß! ^^

Wir werden also noch sehr viel zu tun haben, und wir werden ganz sicher noch sehr viel fluchen und streiten, aber ich kanns kaum erwarten, dass es endlich losgeht!

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Leerlauf

Momentan erledigen wir vor allem theoretische Dinge. Und solche, die mit Geld zu tun haben.
Steuererklärung. Bankformulare. Kita-Gutschein.

Überhaupt, Geld. Ich darf mich ja zu den glücklichen Menschen zählen, die 1. niemals Geldsorgen hatten und 2. mit Geld umgehen können. Der Mann ebenso.
Nur deshalb haben wir uns überhaupt getraut, das Haus zu kaufen. Denn die abzuzahlenden Schulden sind ja nicht zu vernachlässigen. Dazu Renovierung, Umzug, Anschaffungen. Erstmal nur das wichtigste, aber trotzdem.

Nun leide ich mal wieder etwas darunter, dass mein Job, so sehr ich ihn mag, nur so mittelgut bezahlt ist. Und jetzt, mit 25 Stunden pro Woche und Steuerklasse 5, bleibt eher nicht so viel übrig. Und dann durfte ich noch erfahren, dass bei Kindkranktagen keine Lohnfortzahlung besteht. Sowas sagt einem ja auch keiner. Dazu noch eine Änderung bei der Lohnsteuer und prompt bleibt noch weniger übrig. Immerhin, ich kann bei der Krankenkasse Kinderkrankengeld beantragen. Da bin ich gespannt, wieviel das ist. Unsere Steuerdame sagte was von 2/3 vom Gehalt, die Twittertimeline was von 90-100%, es hängt wohl davon ab.

Jetzt frage ich mich nur, gibt es die Lohnfortzahlung nur dann nicht, wenn ich eine Bescheinigung vom Arzt übers kranke Kind habe, oder immer, wenn ich wegen kindkrank daheim bleibe? Wird sich wohl rausstellen.

Dafür habe ich ein anderes Geldthema angesprochen: Kitakostenzuschuss. Darauf brachte mich ebenfalls die Steuerdame und meine Chefs sind nicht abgeneigt.

Ich nehme, was ich kriegen kann. Eigentlich wäre das beste ein neuer Job. Wäre nach fast sieben Jahren sicher eh mal angebracht. Davon hält mich nur grade ab, dass wir ja eigentlich noch ein zweites Kind wollen und das nicht erst in zwei Jahren. Stattdessen also vielleicht eine Weiterbildung? Bloß was?
Nächsten Monat ist Mitarbeitergespräch, mal gucken, was da rauskommt.

———–

Haustechnisch geht es jetzt ganz langsam los. Am Samstag fahren wir hin, um auszumessen. Außerdem kommt ein Bekannter, der Maler ist, um mal die zu streichenden Wände zu begutachten.
Und vielleicht haben wir dann noch Zeit, einen Teppichboden auszusuchen.
Gestern sagte ich dem Dachdecker zu, mit dem machen wir heute einen Termin aus.

Ich möchte auch wirklich endlich mal anfangen. Aber es dauert immer noch zweieinhalb Wochen, bis wir die Schlüssel kriegen. Und dann haben wir vier Wochen Zeit, um alles fertigzukriegen, inkl. packen für den Umzug. Uaah, da grauts mir vor! So viel Zeug! Ich werde ausmisten ohne Ende, aber trotzdem.

Und, wie läufts so…

…mit dem Kind?
Naja. Es ist niedlich, wirklich sehr. Aber es schläft nicht, vermutlich aufgrund der Zähne und raubt mir damit den letzten Nerv. Der mann ist letzte Nacht aufs Sofa umgezogen, das Kind wälzte sich die halbe Nacht jammernd durchs Bett. Das waren jetzt zwei Nächte mit nicht mehr als höchsten zwei Stunden Schlaf am Stück, wenn überhaupt und das ist nicht schön.
Aber wie gesagt, niedlich. Sie winkt und sagt „Tsche“ zum Abschied und ich könnte sie fressen.
Gestern war die Oma für anderthalb Stunden bei uns, weil ich einen Termin hatte. Das Kind war not amused und schrie sehr, als ich ging. Zum Glück ließ sie sich beruhigen und war doch ganz guter Dinge, als ich heimkam. Da kann ich ja doch beruhigt mal einen Friseurtermin ausmachen.
Sie neigt grade zu Megamittagsschläfchen in der Kita, aber klar, wer nachts nicht schläft, muss das tagsüber nachholen. Wird sich hoffentlich alles wieder einrenken.
Außerdem war vorgestern Fasching in der Kita und sie ging als Froschkönig. Ich bin ein bisschen stolz auf die Froschmütze. (Bild folgt)

…mit dem Abstillen?
Wir kommen voran, in winzigen Schrittchen. Immerhin habe ich es seit Freitag schon an drei Tagen geschafft, sie tagsüber (zwischen ca. sechs und 19 Uhr) nur ein einziges Mal zu stillen.
Das Einschlafen klappt meistens ebenfalls ohne Brust, natürlich nur nach vorherigem Stillen.
Das Wochenende ist immer ein Rückschritt. Aber auch hier fange ich jetzt an, was zu ändern. Sie muss lernen, dass man auch tagsüber bei Mama ohne Brust einschlafen kann. Sie scheint allmählich kuscheln als Ersatz zu akzeptieren. Am Sonntag schlief sie nach langem hin und her dann auf mir ein. Das hat auch abends schon zweimal geklappt.
Was noch gar nicht geht, ist das beruhigen, wenn sie aufwacht. Am Freitag hatte ich ein einziges Erfolgserlebnis, da konnte ich sie mit kuscheln und streicheln wieder zum Schlafen bringen. Aber das hielt aufgrund ihres Hustens und Schnupfens auch nicht lange.
Es wird. Sie lernt, dass das Stillen nicht mehr selbstverständlich ist. Dass die Milch manchmal „aje“ (alle) ist. Dass kuscheln und Bücher anschauen stattdessen auch wirklich schön ist. Vielleicht schaffen wir das tatsächlich bis Mitte April.

…gesundheitlich?
Grade gehts wieder. Nach der letzten Erkältung, die gar nicht soo schlimm war, dafür aber die Wirkung vom Nasenspray irgendwie aufgehoben hat, hatte ich seit Samstag Abend plötzlich starke Schluckbeschwerden, mit Schmerzen, die sich bis ins Ohr zogen. Möglicherweise wäre ein Arztbesuch angemessen gewesen, aber ich hatte keine Zeit. Gestern hat sich das Problem mehr oder minder von selbst gelöst, die Schmerzen sind weg. Nun also Ruhepause. Bis zur nächsten Erkältung.
Auch das Kind ist grade halbwegs fit. Sie schnoddert und hustet, aber grade ist es weniger. Muss nur noch der Zahn endlich durchbrechen.

…mit dem Haus?
Es gibt viel zu tun, packen wir es an. Tja, würde ich gerne, aber die Übergabe ist erst Mitte März, bis dahin können wir nur virtuell vorbereiten, sozusagen.
Gestern hatte ich ein Date mit dem Dachdecker, der sich mal die Dämmung anschauen sollte. Die ist nämlich auf dem Stand von 1980 und da hat sich ja einiges getan. Zudem wird das Haus mit Strom geheizt, eine anständige Dämmung wäre daher doppelt wünschenswert. Nun sind die Schrägen im Haus aber leider alle hübsch verkleidet, es wäre also sehr viel Arbeit, die Dämmung da zu verbessern. Es stellte sich aber heraus, dass der Spitzboden über dem ausgebauten Dachgeschoss gar nicht gedämmt ist. Das wäre also das erste, was wir machen lassen würden. Den Rest vom Dach würde man dann wohl machen lassen, wenn alle Nachbarn ihre Dächer neu machen lassen, aber das wird wohl noch gut und gerne 10 Jahre dauern.
Bis dahin fuchsen wir uns in die Heizungsanlage ein (die Voreigentümer haben die einfach das ganze Jahr laufen lassen und dementsprechende Stromrechnungen bezahlt…), überprüfen die Dichtungen an Fenstern und Türen und nutzen den Kamin. Und denken darüber noch, ob eine Pelletheizung vielleicht doch sinnvoller wäre.
Des Weiteren müssen wir im ersten Stock einen neuen Teppichboden verlegen. Haben wir noch nie gemacht, aber wie schwer kann das schon sein. Motto: Man muss sich nur dranbegeben.
Außerdem soll natürlich das ganze Haus innen gestrichen werden, das lassen wir aber machen, da haben wir keinen Nerv für.
Denn: Wir haben ja noch die Wohnung, die wir verlassen. Die wird zwar von der Baugenossenschaft saniert (nach 55 Jahren wirds da auch mal Zeit für), aber ganz die Hände in den Schoß legen können wir deswegen nicht. Der Laminatboden muss rausgerissen werden und, wie ich gestern erfuhr: auch die Tapeten müssen runter.
Ich lese grade das Renovierungstagebuch von Daily Pia und kriege etwas Panik, weil das alles ewig dauern wird. Naja, wird schon werden. Sonst spendieren wir Alkohol und feiern eine Abrissparty. Wenigstens können wir in der Wohnung dann ohne Rücksicht auf Verluste arbeiten.

Weiteres Projekt übers Jahr ist der Garten. Das ist natürlich nur ein Handtuch, wie das bei so einem Reihenhaus in der Großstadt üblich ist. Das Handtuch ist ziemlich zugepflanzt. Unter anderem steht an der linken Seite ein riesiges zylinderförmiges immergrünes Gewächs, wohl so eine Art Konifere. Geschätzte Maße 3m Höhe, 2m Durchmesser. Das Ding war mir schon bei der ersten Besichtigung ein Dorn im Auge und muss auf jeden Fall weg. Hinten im Garten steht eine Art Rankgitter und nimmt nochmal etwa anderthalb Meter in der Länge weg. Kommt auch weg und ich frage mich, ob man das Holz nach entsprechender Lagerung wohl verbrennen kann.
Den Rest lasse ich auf mich zukommen. Ach ja, die Terrasse müsste mal hochdruckgereinigt werden.

Ich glaube, es wird Zeit für eine Priotätenliste.

WMDEDGT Februar 2016

(Weitere Beiträge hier.)

Und auch diesen Beitrag kann ich mit „Die Nacht ist gewohnt unruhig“ anfangen. Das Kind wird etwa stündlich wach, aus unerfindlichen Gründen, zwei Nächte zuvor hatte sie wenigstens noch ständig gehustet. Gegen fünf schläft sie endlich mal friedlich, dafür kann ich nicht mehr schlafen, weil meine Nase zu ist und das Nasenspray plötzlich nicht mehr wirkt. Ich bin sehr erschöpft und möchte unbedingt noch diese eine Stunde schlafen. Nachdem ich einmal kurz aufgestanden bin und ein anderes Nasenspray benutzt habe (ja, ich weiß, Suchtgefahr, aber ich bin da sehr vorsichtig) geht es wieder und ich kann zumindest dösen. Um fünf nach sechs wird das Kind wach. Der Mann kümmert sich um sie, sie ist aber motzig und ist erst glücklich, als sie auf seinem Handy rumtippen darf. Suchti!
Ich stehe auf und gehe duschen. Das tue ich normalerweise abends, aber da war der Mann nicht da und das Kind wurde ständig wach. Also duschen, anziehen, sich zwischenduch über das niedliche Kind freuen, das ausnahmsweise ein Kleidchen trägt. Die Hosen sind alle in der Wäsche…

Dann in die Küche, Frühstück machen, das übliche. Ich bin gut in der Zeit, habe aber vergessen Tee zu kochen. Irgendwas vergesse ich immer. Das Kind lutscht währenddessen erst an ihren Schuhen und an dann an ihren Stiefeln, die waren gestern nachmittag noch auf dem Spielplatz. Brr. Sie hört trotz Ermahnung nicht auf und ich nehme ihr die Schuhe weg und stelle sie in den Schrank.
06:45 Uhr Frühstück. Das Kind isst ausnahmsweise recht gut und bekleckert ihr Kleid. War ja klar. Aber man kann es ja saubermachen.
Ich versuche probeweise, dem Kind die fertige Froschmütze aufzusetzen. Die ist für ihr Faschingskostüm und ich konnte sie am Abend zuvor fertigstellen. Leider toleriert sie die Mütze überhaupt nicht, ich werde ihr am Montag also einfach einen Zettel anheften, auf dem „Frosch“ steht.

Dann dem Kind Augentropfen verpassen, sie hatte am Wochenende Bindehautentzündung und wir müssen bis morgen noch behandeln. Es klappt nur so mittelgut.
Ich schmiere Brote und putze mir die Zähne. Unterdessen versucht der Mann dem Kind die Stiefel anzuziehen, sie möchte aber ungewöhnlicherweise nicht und rennt immer wieder zu mir. Mir fällt ein, dass es eher kalt ist und die Strumpfhose vielleicht nicht ganz ausreicht. Ich gebe dem Mann eine dünne Hose zum drüberziehen und dann schafft er es auch, das Kind komplett anzuziehen.

Ich ziehe mich selbst an und dann gehen wir runter zum Buggy. Das Kind möchte partout nicht darin sitzen, aber es führt kein Weg dran vorbei. Sie motzt auf dem Weg zur U-Bahn noch etwas, brüllt aber nicht. Seit kurzem möchte sie auf jeden Knopf drücken, der ihr vor die Augen kommt. Auch im Aufzug. Leider ist der Startknopf sehr weit oben, aber sie darf auf den untersten Knopf „drücken“. Das ist zufällig der Notrufknopf. Es braucht allerdings viel Kraft diese Knöpfe zu bedienen, daher hoffe ich, dass sie bis dahin groß genug für den Startknopf ist.

Wir sind ziemlich früh dran. Die U-Bahn wird voll, aber wir passen noch rein. Das Kind hat also viele Leute zum Angucken und ist daher friedlich. In der zweiten Bahn ist es leerer und ich muss sie etwas bei Laune halten. Nach dem Aussteigen darf sie an der Ampel drücken. Endlich etwas in der richtigen Höhe!

An der Kita angekommen, treffen wir, wie fast jeden Morgen, ein anderes Kind aus der Krippengruppe, natürlich samt Mutter. Der Kleine hatte auch am Wochenende Bindehautentzündung. Ob das wohl Zufall war? Wir unterhalten uns über die Schwierigkeiten, einem Kleinkind Augentropfen zu verabreichen. Der Kleine krabbelt schon mal vor, mein Kind läuft hinterher. An der Tür angekommen, will sie unbedingt rein, ein anderes, etwas größeres Kind macht ihr die Tür auf, was sie irritiert. Schließlich geht sie doch rein und läuft direkt auf den Spieleteppich zu, ohne mich weiter zu beachten. Zum Verabschieden kommt sie aber doch nochmal zu mir.

Ich gehe ins Büro und gebe dem Kitaleiter unseren neuen Kitabescheid und warne ihn schon mal vor, dass demnächst nochmal einer kommt, die Behörde hat jetzt erst meinen Gehaltszettel bekommen.
Da ich nach wie vor früh dran bin, gehe ich zu Fuß ins Büro. Auf meiner üblichen Strecke wird plötzlich fleißig gebaut. So macht das keinen Spaß! Außerdem geht meine Nase schon wieder zu. Diese Dreckserkältung!

In unserem Gebäude häufen sich merkwürde Menschen vor dem Aufzug, ich nehme also lieber die Treppe. Im Büro empfängt mich meine Kollege mit der Info, einer unserer externen Mitarbeiter habe sich krank gemeldet, es gibt also mehr zu tun als sonst. Naja, was solls.

Ich arbeite ein wenig vor mich hin und trinke Kaffee, bis um viertel nach neun eine schöne Nachricht kommt. Eine meiner Freundinnen ist schwanger. Dies kommt nicht unerwartet, sie hatten im September geheiratet und wir haben eigentlich nur auf diese Verkündigung gewartet. ;-) Ein paar freudige WhatsApp-Nachrichten gehen hin und her. Ich rechne den vermutlichen Zeugungstermin aus und bin etwas enttäuscht, dass sie es nicht klassisch in den Flitterwochen hingekriegt haben.

Dann diskutiere ich mit dem Kollegen über Brautkleider.

Wir arbeiten aber natürlich auch. Die Chefs kommen irgendwie nicht rein heute, dafür aber der andere Kollege. Die meiste Zeit schweigen wir.

Ich beschließe, ein paar Minuten eher zu gehen, denn das Kind braucht ja immer noch ein Faschingskostüm. Zum Glück arbeite ich in der Innenstadt.

Meine Nase ist übrigens fast komplett zu. Und das Nasenspray absichtlich daheim. Ich setze alles auf die kalte feuchte Luft draußen.

Im Kaufhaus gegenüber erstehe ich ein grünes Oberteil (leider kein froschgrün), mit einem Doppeldecker vorne drauf. Natürlich für Jungs, was sonst. Der Doppeldecker soll noch verdeckt werden, daher mache ich noch einen Abstecher in die Stoffabteilung und kaufe einen gelben Satinstoff. Kurz überlege ich, was von dem goldenen Stretchlack zu nehmen, aber die Farbe ist nicht sehr schön und das Material vielleicht doch etwas unpassend. Ich möchte übrigens einen gelben (goldenen) Kreis auf das Shirt nähen, als Anlehung an die goldene Kugel, die der Froschkönig für die Prinzessin aus dem Brunnen holt.

Dann fahre ich zur Kita. Dort erzähle ich der Erzieherin vor dem Gruppenraum von meinem Zettelplan (s.o.) und begrüße das Kind, welches mir drinnen entgegengelaufen kommt. Alles war prima, nur war sie wieder sehr müde, schon beim Mittagessen. Tja, wer nachts nicht schläft…

Ich kann sie ohne größere Umstände in den Buggy setzen und gebe ihr auf dem Weg zur Bahn schon mal was von meinem Butterbrot. Nach der Kita hat sie immer ziemlichen Hunger und entsprechende Laune. Ganz mein Kind.

Wir fahren heim. Auf dem Weg nach Hause tanzt sie ein wenig im Buggy und ist sehr traurig, als wir am Spielplatz vorbei fahren. Doch es hat geregnet und alles ist nass und ihre Matschsachen sind in der Wohnung.

Im Haus treffe ich gleich drei verschiedene Nachbarinnen, von denen eine mich meint, mein Mann würde doch als Arzt in Reinbek arbeiten. Ähm nein, weder als Arzt noch in Reinbek. Surreal. Offenbar hat der Mann einen Doppelgänger.

Wir fahren hoch zur Wohnung, das Kind ist nach wie vor nicht begeistert. Erfreut stelle ich beim Aufschließen fest, dass der Mann schon da ist. Er hatte diese Woche Schulung und Freitags macht man dann halt schon mittags Schluss. Sehr angenehm!

Ich wasche dem Kind die Hände und stille sie, wie üblich. Dann amüsiert sie sich mit dem iPad und ich esse den Rest vom Mittagessen vom Tag zuvor. Ich schlage dem Mann vor, er könnte ja mit ihr auf den Spielplatz gehen. „Bei dem Wetter??!!?“ Wohlgemerkt, es regnet grade nicht. Mal sehen, was das noch wird.

Mittlerweile ist es 15:40 Uhr.

Ich schmeiße Wäsche in die Maschine und lese dann in meinem Buch. Danach fülle ich ein Formular der Stadt zu unserer neuen Immobilie aus.

Das Kind bringt ihre Jacke und versucht sie sich anzuziehen. Der Mann meint, ich solle sie anziehen, dann würde er mit ihr auf den Spielplatz gehen. Na gut.

Nach einer Viertelstunde sind die beiden schon wieder da, ich konnte immerhin auf dem Sofa meine Zeitschrift fertig lesen.

Ich hänge die Wäsche auf, der Mann isst noch was. Dann baden wir das Kind. Baden ist super, leider werden wir im Haus keine Badewanne mehr haben. Aber auch dafür gibt es Lösungen. Nach dem Baden rennt das Kind wie üblich nackig durch die Wohnung, lässt sich dann aber noch anziehen.

Um kurz vor fünf macht der Mann sich auf den Weg zum Footballtraining. Ich mache kölsche Musik an. Ist schließlich Karneval!

Wir hören die Bläck Fööss und machen Quatsch. Dabei entdecke ich, dass ein weiterer Backenzahn durchgebrochen ist. Das würde möglicherweise die schlechten Nächte erklären.

Als ich sie frage, ob sie etwas essen möchte, geht sie zum Kühlschrank und holt sich den Frischkäse heraus. Das Zeug ist ihr Liebstes. Ich finde den ziemlich eklig, aber sie isst begeistert die ganze restliche Packung. Dazu mache ich ihr noch etwas Müsli.

In der Küche liegt auch grade die Froschmütze und sie zieht sie tatsächlich freiwillig auf. Ich kann sogar zwei Fotos machen. Einfach niedlich!

Gegen 20 vor sieben wird sie müde und ich mache sie bettfertig. Dann dreht sie natürlich wieder auf und ich lasse sie noch etwas spielen. Freitag Abend muss sie nicht unbedingt so früh ins Bett. Ich tausche einige Sprachnachrichten mit meiner Freundin, die vor ein paar Tagen Mutter geworden ist und noch ein paar Schwierigkeiten hat. Ich bin mal wieder froh, diese Neugeborenenzeit hinter mir zu haben. Das war doch verdammt anstrengend.

Schließlich bringe ich das Kind ins Bett, stille sie, verabreiche ihr Nasentropfen und warte bis sie schläft, was sie nach einigem Protest gegen halb acht auch tut.

Ich mache mir etwas zum Abendbrot und schreibe diesen Beitrag zu Ende. Das Kind hustet mal wieder vor sich hin. Mal sehen, wie häufig ich heute zu ihr muss.

Heute Abend läuft Mainz bleibt Mainz. Das ist jedes Jahr Pflichtprogramm.

Schönen Abend euch!