WMDEDGT Februar 2016

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Und auch diesen Beitrag kann ich mit „Die Nacht ist gewohnt unruhig“ anfangen. Das Kind wird etwa stündlich wach, aus unerfindlichen Gründen, zwei Nächte zuvor hatte sie wenigstens noch ständig gehustet. Gegen fünf schläft sie endlich mal friedlich, dafür kann ich nicht mehr schlafen, weil meine Nase zu ist und das Nasenspray plötzlich nicht mehr wirkt. Ich bin sehr erschöpft und möchte unbedingt noch diese eine Stunde schlafen. Nachdem ich einmal kurz aufgestanden bin und ein anderes Nasenspray benutzt habe (ja, ich weiß, Suchtgefahr, aber ich bin da sehr vorsichtig) geht es wieder und ich kann zumindest dösen. Um fünf nach sechs wird das Kind wach. Der Mann kümmert sich um sie, sie ist aber motzig und ist erst glücklich, als sie auf seinem Handy rumtippen darf. Suchti!
Ich stehe auf und gehe duschen. Das tue ich normalerweise abends, aber da war der Mann nicht da und das Kind wurde ständig wach. Also duschen, anziehen, sich zwischenduch über das niedliche Kind freuen, das ausnahmsweise ein Kleidchen trägt. Die Hosen sind alle in der Wäsche…

Dann in die Küche, Frühstück machen, das übliche. Ich bin gut in der Zeit, habe aber vergessen Tee zu kochen. Irgendwas vergesse ich immer. Das Kind lutscht währenddessen erst an ihren Schuhen und an dann an ihren Stiefeln, die waren gestern nachmittag noch auf dem Spielplatz. Brr. Sie hört trotz Ermahnung nicht auf und ich nehme ihr die Schuhe weg und stelle sie in den Schrank.
06:45 Uhr Frühstück. Das Kind isst ausnahmsweise recht gut und bekleckert ihr Kleid. War ja klar. Aber man kann es ja saubermachen.
Ich versuche probeweise, dem Kind die fertige Froschmütze aufzusetzen. Die ist für ihr Faschingskostüm und ich konnte sie am Abend zuvor fertigstellen. Leider toleriert sie die Mütze überhaupt nicht, ich werde ihr am Montag also einfach einen Zettel anheften, auf dem „Frosch“ steht.

Dann dem Kind Augentropfen verpassen, sie hatte am Wochenende Bindehautentzündung und wir müssen bis morgen noch behandeln. Es klappt nur so mittelgut.
Ich schmiere Brote und putze mir die Zähne. Unterdessen versucht der Mann dem Kind die Stiefel anzuziehen, sie möchte aber ungewöhnlicherweise nicht und rennt immer wieder zu mir. Mir fällt ein, dass es eher kalt ist und die Strumpfhose vielleicht nicht ganz ausreicht. Ich gebe dem Mann eine dünne Hose zum drüberziehen und dann schafft er es auch, das Kind komplett anzuziehen.

Ich ziehe mich selbst an und dann gehen wir runter zum Buggy. Das Kind möchte partout nicht darin sitzen, aber es führt kein Weg dran vorbei. Sie motzt auf dem Weg zur U-Bahn noch etwas, brüllt aber nicht. Seit kurzem möchte sie auf jeden Knopf drücken, der ihr vor die Augen kommt. Auch im Aufzug. Leider ist der Startknopf sehr weit oben, aber sie darf auf den untersten Knopf „drücken“. Das ist zufällig der Notrufknopf. Es braucht allerdings viel Kraft diese Knöpfe zu bedienen, daher hoffe ich, dass sie bis dahin groß genug für den Startknopf ist.

Wir sind ziemlich früh dran. Die U-Bahn wird voll, aber wir passen noch rein. Das Kind hat also viele Leute zum Angucken und ist daher friedlich. In der zweiten Bahn ist es leerer und ich muss sie etwas bei Laune halten. Nach dem Aussteigen darf sie an der Ampel drücken. Endlich etwas in der richtigen Höhe!

An der Kita angekommen, treffen wir, wie fast jeden Morgen, ein anderes Kind aus der Krippengruppe, natürlich samt Mutter. Der Kleine hatte auch am Wochenende Bindehautentzündung. Ob das wohl Zufall war? Wir unterhalten uns über die Schwierigkeiten, einem Kleinkind Augentropfen zu verabreichen. Der Kleine krabbelt schon mal vor, mein Kind läuft hinterher. An der Tür angekommen, will sie unbedingt rein, ein anderes, etwas größeres Kind macht ihr die Tür auf, was sie irritiert. Schließlich geht sie doch rein und läuft direkt auf den Spieleteppich zu, ohne mich weiter zu beachten. Zum Verabschieden kommt sie aber doch nochmal zu mir.

Ich gehe ins Büro und gebe dem Kitaleiter unseren neuen Kitabescheid und warne ihn schon mal vor, dass demnächst nochmal einer kommt, die Behörde hat jetzt erst meinen Gehaltszettel bekommen.
Da ich nach wie vor früh dran bin, gehe ich zu Fuß ins Büro. Auf meiner üblichen Strecke wird plötzlich fleißig gebaut. So macht das keinen Spaß! Außerdem geht meine Nase schon wieder zu. Diese Dreckserkältung!

In unserem Gebäude häufen sich merkwürde Menschen vor dem Aufzug, ich nehme also lieber die Treppe. Im Büro empfängt mich meine Kollege mit der Info, einer unserer externen Mitarbeiter habe sich krank gemeldet, es gibt also mehr zu tun als sonst. Naja, was solls.

Ich arbeite ein wenig vor mich hin und trinke Kaffee, bis um viertel nach neun eine schöne Nachricht kommt. Eine meiner Freundinnen ist schwanger. Dies kommt nicht unerwartet, sie hatten im September geheiratet und wir haben eigentlich nur auf diese Verkündigung gewartet. ;-) Ein paar freudige WhatsApp-Nachrichten gehen hin und her. Ich rechne den vermutlichen Zeugungstermin aus und bin etwas enttäuscht, dass sie es nicht klassisch in den Flitterwochen hingekriegt haben.

Dann diskutiere ich mit dem Kollegen über Brautkleider.

Wir arbeiten aber natürlich auch. Die Chefs kommen irgendwie nicht rein heute, dafür aber der andere Kollege. Die meiste Zeit schweigen wir.

Ich beschließe, ein paar Minuten eher zu gehen, denn das Kind braucht ja immer noch ein Faschingskostüm. Zum Glück arbeite ich in der Innenstadt.

Meine Nase ist übrigens fast komplett zu. Und das Nasenspray absichtlich daheim. Ich setze alles auf die kalte feuchte Luft draußen.

Im Kaufhaus gegenüber erstehe ich ein grünes Oberteil (leider kein froschgrün), mit einem Doppeldecker vorne drauf. Natürlich für Jungs, was sonst. Der Doppeldecker soll noch verdeckt werden, daher mache ich noch einen Abstecher in die Stoffabteilung und kaufe einen gelben Satinstoff. Kurz überlege ich, was von dem goldenen Stretchlack zu nehmen, aber die Farbe ist nicht sehr schön und das Material vielleicht doch etwas unpassend. Ich möchte übrigens einen gelben (goldenen) Kreis auf das Shirt nähen, als Anlehung an die goldene Kugel, die der Froschkönig für die Prinzessin aus dem Brunnen holt.

Dann fahre ich zur Kita. Dort erzähle ich der Erzieherin vor dem Gruppenraum von meinem Zettelplan (s.o.) und begrüße das Kind, welches mir drinnen entgegengelaufen kommt. Alles war prima, nur war sie wieder sehr müde, schon beim Mittagessen. Tja, wer nachts nicht schläft…

Ich kann sie ohne größere Umstände in den Buggy setzen und gebe ihr auf dem Weg zur Bahn schon mal was von meinem Butterbrot. Nach der Kita hat sie immer ziemlichen Hunger und entsprechende Laune. Ganz mein Kind.

Wir fahren heim. Auf dem Weg nach Hause tanzt sie ein wenig im Buggy und ist sehr traurig, als wir am Spielplatz vorbei fahren. Doch es hat geregnet und alles ist nass und ihre Matschsachen sind in der Wohnung.

Im Haus treffe ich gleich drei verschiedene Nachbarinnen, von denen eine mich meint, mein Mann würde doch als Arzt in Reinbek arbeiten. Ähm nein, weder als Arzt noch in Reinbek. Surreal. Offenbar hat der Mann einen Doppelgänger.

Wir fahren hoch zur Wohnung, das Kind ist nach wie vor nicht begeistert. Erfreut stelle ich beim Aufschließen fest, dass der Mann schon da ist. Er hatte diese Woche Schulung und Freitags macht man dann halt schon mittags Schluss. Sehr angenehm!

Ich wasche dem Kind die Hände und stille sie, wie üblich. Dann amüsiert sie sich mit dem iPad und ich esse den Rest vom Mittagessen vom Tag zuvor. Ich schlage dem Mann vor, er könnte ja mit ihr auf den Spielplatz gehen. „Bei dem Wetter??!!?“ Wohlgemerkt, es regnet grade nicht. Mal sehen, was das noch wird.

Mittlerweile ist es 15:40 Uhr.

Ich schmeiße Wäsche in die Maschine und lese dann in meinem Buch. Danach fülle ich ein Formular der Stadt zu unserer neuen Immobilie aus.

Das Kind bringt ihre Jacke und versucht sie sich anzuziehen. Der Mann meint, ich solle sie anziehen, dann würde er mit ihr auf den Spielplatz gehen. Na gut.

Nach einer Viertelstunde sind die beiden schon wieder da, ich konnte immerhin auf dem Sofa meine Zeitschrift fertig lesen.

Ich hänge die Wäsche auf, der Mann isst noch was. Dann baden wir das Kind. Baden ist super, leider werden wir im Haus keine Badewanne mehr haben. Aber auch dafür gibt es Lösungen. Nach dem Baden rennt das Kind wie üblich nackig durch die Wohnung, lässt sich dann aber noch anziehen.

Um kurz vor fünf macht der Mann sich auf den Weg zum Footballtraining. Ich mache kölsche Musik an. Ist schließlich Karneval!

Wir hören die Bläck Fööss und machen Quatsch. Dabei entdecke ich, dass ein weiterer Backenzahn durchgebrochen ist. Das würde möglicherweise die schlechten Nächte erklären.

Als ich sie frage, ob sie etwas essen möchte, geht sie zum Kühlschrank und holt sich den Frischkäse heraus. Das Zeug ist ihr Liebstes. Ich finde den ziemlich eklig, aber sie isst begeistert die ganze restliche Packung. Dazu mache ich ihr noch etwas Müsli.

In der Küche liegt auch grade die Froschmütze und sie zieht sie tatsächlich freiwillig auf. Ich kann sogar zwei Fotos machen. Einfach niedlich!

Gegen 20 vor sieben wird sie müde und ich mache sie bettfertig. Dann dreht sie natürlich wieder auf und ich lasse sie noch etwas spielen. Freitag Abend muss sie nicht unbedingt so früh ins Bett. Ich tausche einige Sprachnachrichten mit meiner Freundin, die vor ein paar Tagen Mutter geworden ist und noch ein paar Schwierigkeiten hat. Ich bin mal wieder froh, diese Neugeborenenzeit hinter mir zu haben. Das war doch verdammt anstrengend.

Schließlich bringe ich das Kind ins Bett, stille sie, verabreiche ihr Nasentropfen und warte bis sie schläft, was sie nach einigem Protest gegen halb acht auch tut.

Ich mache mir etwas zum Abendbrot und schreibe diesen Beitrag zu Ende. Das Kind hustet mal wieder vor sich hin. Mal sehen, wie häufig ich heute zu ihr muss.

Heute Abend läuft Mainz bleibt Mainz. Das ist jedes Jahr Pflichtprogramm.

Schönen Abend euch!

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