Die Sache mit dem zweiten Kind

Neben der Tatsache, dass auf jeden Fall Mutter zu werden, stand für mich schon immer fest: Bloß kein Einzelkind. Konnte ich mir einfach nicht vorstellen.
Nicht, dass ich mit meinem Bruder immer ein Herz und eine Seele gewesen wäre, auch heute haben wir kein sonderliches enges, aber im allgemeinen recht gutes Verhältnis, aber ohne ihn wäre es doch ziemlich langweilig gewesen, so in der Kindheit.

Gewünschte Anzahl von Kindern meinerseits: 2-3
Gewünschte Anzahl von Kindern seiten des Mannes: 1-2
Schnittmenge: 2. Wunderbar.

Nächstes Thema: Wann?
Gewünschter Abstand meinerseits: 2-3 Jahre
Gewünschter Abstand seiten des Mannes: 5 Jahre
Schnittmenge: keine. Schwierig.

Für mich waren selbst vier Jahre schon zuviel, während er sich auf unter fünf gar nicht einlassen konnte. Ohne Begründung natürlich.

Es ergab sich aber eine Wendung. Erstmal teilte der Mann mit, er wolle auf jeden Fall, dass das Kind nicht alleine bleibt. Und dann, dass wir doch, sofern das Hausthema sich zeitnah erledige (das war im Herbst, glaube ich), wir doch dann eigentlich 2016 wieder anfangen könnten. Genauer will ich das grade mal nicht schreiben. Ich war erstaunt und erfreut, stimmte zu und legte das Thema erstmal wieder zu den Akten.

Und nun sitze ich da. Und zweifle. Wirklich ein zweites Kind?

Einerseits: Klar, ja, natürlich. Nochmal hibbeln, nochmal schwanger sein, diesmal vielleicht die ersehnte Spontangeburt. Ein Brüderchen fürs Kind wäre fantastisch. Ich wollte doch immer zwei Kinder. Manchmal träume ich heimlich sogar von einem dritten. (Der Mann würde mir den Vogel zeigen.) Außerdem haben wir demnächst zwei Kinderzimmer, das passt doch super.
Eigentlich kann ich es kaum erwarten, wieder loszulegen.

Andererseits: Ein zweites Kind? Jetzt , demnächst? Geht doch grad ganz gut. Ich kann abends zum Chor, ohne mir ständig Sorgen machen zu müssen, ob daheim alles läuft. Überhaupt, Auszeiten sind mal möglich, einer passt aufs Kind auf, der andere macht sein eigenes Ding. Das wird mit zwei Kindern schon schwieriger. Vielleicht wären fünf Jahre doch besser als drei.
Und das Kind schläft ja noch nichtmal annähernd durch. Und stillt noch fröhlich vor sich hin. Mein Körper arbeitet hart noch daran, den Zyklus wieder auf „es ist möglich schwanger zu werden“ umzustellen.

Aber dann wieder: In ein zwei bis drei Jahren wäre es dann geschafft. Aus dem allergröbsten raus sein. Und nicht „wenn das Kind in die Schule kommt, nochmal ein Neugeborenes am Hals haben“.

Oder vielleicht doch nicht?

Ich sitze zwischen allen Stühlen. Es ist kompliziert.

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9 thoughts on “Die Sache mit dem zweiten Kind

  1. Es ist immer kompliziert ^^

    Vielleicht wartest Du jetzt auch einfach noch ab, und vielleicht sagt Dir Dein Körper ja, dass da noch ein Kind fehlt.
    Mein und des Gatten Plan waren 4 Kinder, nach Kind 2 hatte ich aufgrund von Komplikationen erst mal KEINEN Bock auf weitere Kinder. Dann, plötzlich, wollte ich doch wieder.
    Aber nach Kind 3 kann ich sagen: So und nicht anders ist es richtig, keiner mehr und keiner weniger. Und: Babys sind toll, ich liebe es sie zu knuddeln und zu knutschen, aber hinterher abgeben ist ganz genau so toll ^^

    Jo, und wenn Du jetzt sagst, erstmal ist alles prima so bei Euch, dann ist es doch toll, oder? Ein Kind zu haben ist auch super, und ich kenne jede Menge äußerst gut geratener Einzelkinder! (Und *hüstel* dritte Kinder, die mit fünf Jahren schon unanständige Lieder gröhlen können und der Schrecken der Einzelkindeltern im Kindergarten sind. Und ich spreche selbstverständlich nicht von meinem Kind 3 *husthust* *odervielleichtdoch*)

    1. Nachdem ich das alles aufgeschrieben hatte, und nochmal unauffällig mit dem Mann über das Thema Elterngeld geredet hab, bin ich mir grade doch wieder sehr sicher, noch ein Kind zu wollen. Zumal auch die Nächte grade wieder besser sind und so..
      Aber noch fangen wir nicht an. Wer weiß, wie ich in ein paar Monaten denke. ;-)

      Unanständige Lieder, sehr schön! Ich freu mich drauf! :D

  2. Ich sag dir mal was ganz ehrliches: ich würde nicht nochmal mit einem Abstand von unter 3 Jahren ein weiteres Kind bekommen. Aber andere sehen das vermutlich wieder anders.
    Geschwister sind super und ich bin sehr glücklich darüber zwei Kinder zu haben.
    Das Julimädchen war 2,3 als die Kleine kam. Zwei Wickelkinder, die Große zahnte noch (sehr doll), schlief schlecht und war natürlich noch total unselbstständig. Wenn ich ihre Freundin sehe, die ein Jahr später erst große Schwester wurde, sind dazwischen Welten.
    Aus meiner Sicht also lieber bis Ende 2016 warten mit Loslegen. ;)

    1. Es gibt wirklich unterschiedliche Meinungen. Wobei in letzter Zeit die für einen größeren Altersabstand tatsächlich überwiegen. Ich stelle grade fest, dass ich oben nicht ganz korrekt war. Drei Jahre wären ok, zwei wäre mir zu wenig.

      Unter zweieinhalb wirds auf jeden Fall nicht werden, auch wenn ich ja eigentlich gerne ein Frühlingskind hätte. ;-)
      Was den Rest angeht, das Zahnen dürften wir bis dahin auf jeden Fall durchhaben. Das Schlafen, tja. Ich hab die Hoffnugn nicht aufgegeben. Aber dein Julimädchen hat es ja auch hingekriegt, ich bin mal optimistisch!

  3. Ich bin auch für 3-4 Jahre Abstand… wenn man denn planen kann. ;-) Ich fand das Alter zwischen 2 und 3 furchtbar anstrengend (Hallo Trotzphase!) und wollte auch, dass die Große schon trocken ist, bevor wieder ein Wickelkind kommt. Und unsere zwei haben jetzt auch ein ganz tolles Verhältnis und spielen schön zusammen oder jeder für sich. Es gibt keine Eifersucht (noch?), weil die Große eben schon verständig genug ist und jeder seine „Welt“ (Spielzeug, Interessen, Freunde) hat, aber es gibt noch genug Schnittmengen.
    Interessant finde ich die Tatsache, dass die Prinzessin damals mit 3 sich aber so überhaupt nicht für Babys interessiert hat und auch gut 6 Monate brauchte, um echte wirklich Liebe zu ihrem Bruder zu empfinden, während sie jetzt mit knapp 5 sich total süß auf ihre kleine Schwester freut und einfach noch viel mehr von der Schwangerschaft mitbekommt und mitfiebert usw. Aber 5 Jahre wäre mir auch zu viel Abstand gewesen.
    Nun kommt ja Kind 3 ungeplant schon 20 Monate nach Kind 2 und ich habe bis zu diesem Moment großen Respekt vor der ersten Zeit. Vor allem weil der Prinz ins Kinderzimmer ausquartiert wird und gerade wegen den Zähnen wieder schlecht schläft. Ich habe Angst, dass er die Große dann vom Schlafen abhält. Aber vielleicht sind wir das Zahnthema ja in 3 Monaten so gut wie durch.. noch 6 Zähne to go. *hoff* Die letzten Backenzähne kommen dann ja erst später mit ca. 3 Jahren. ;-)
    Auf jeden Fall kann ich ein bisschen die Mamas verstehen, die sich einen engen Abstand (U2) wünschen… weil man ist noch total drin im Wickel-, Fläschen- und Fütterthema. Da wird es mir in wenigen Wochen nach de rGeburt von Nr. 3 leicht von der Hand gehen. 2014 war das nämlich schon sowas wie ein kleiner Neuanfang wieder mit Baby und selbstständigem Kleinkind… aber auch das spielte sich dann recht schnell wieder ein.

    Die Wissenschaft sagt ja 3 Jahre wäre der perfekte Altersabstand: Da sind die alt genug um sich nicht mehr als Rivalen zu sehen und jung genug um noch etwas miteinander anfangen zu können (Interessen und Spielewelten). :-D
    Aber in der Realität gibt es kein Geheimrezept! Ich kenne Geschwister mit kleinem Abstand, die sind wie Zwillinge und verstehen sich prächtig und Kinder mit 3 Jahren, die sind wie Hund und Katz oder welche mit 8 Jahren Abstand, die ein sehr gutes Verhältnis haben (aber da gehen die Interessen dann nach wenigen Kindheitsjahren einfach zu weit auseinander und sie wachsen eher wie zwei Einzelkinder auf). Oft kommt es auch darauf an ob Mädchen-Mädchen bzw. Junge-Junge oder Mädchen-Junge/Junge-Mädchen

    1. Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Du bist wieder schwanger? Ich muss doch mal dringend bei dir vorbeischauen!

      Letztlich kommt es doch überall drauf an. Es gibt Beispiele für alle Altersabstände und mal verstehen sie sich so, mal so. Man weiß es halt nicht vorher.
      Man weiß ja auch nicht, wann klappt es wieder.

      Unter zweieinhalb Jahren wäre mir auf jeden Fall zu wenig. Mein Bruder und ich haben zweidreiviertel Jahre Abstand und das lief ganz gut.

      Wobei mein Mann letzte Nacht mal wieder meinte, ihm vergeht grad die Lust auf ein zweites Kind, unsere Kleine wollte sich nämlich mal wieder gar nicht beruhigen…

      Und was, die letzten Backenzähne kommen erst so mit drei? Wahh! Ich hatte gehofft, wir hätten das Thema mit zwei Jahren durch. Hier fehlen auch noch insgesamt 6 Zähne.

      Jedenfalls, wir warten erstmal noch ein bisschen und werden das Thema zum Herbst wieder diskutieren. Aktuell auf jeden Fall noch nicht.

  4. Spannend! Genau die Gedanken hatte ich auch. Ich persönlich finde jeden Abstand von unter drei Jahren schlichtweg gesundheitsgefährdend. In meinem Bekanntenkreis sind das immer Eltern, deren erstes Kind total entspannt war, schnell durchschlief etc. Das zweite Kind wurde dann IMMER ganz anders, und v.a. die Mütter gehen echt auf dem Zahnfleisch.
    Na ja, inzwischen versuchen wir es fast seit einem Jahr, und es passiert nüscht. Mein Körper findet anscheinend einen Abstand von mindestens vier Jahren besser :-)

    1. Meine Mutter hatte ja das Glück zwei ganz toll schlafende zu Kinder zu haben. Ich werde dementsprechen dann irgendwann wohl noch ein zweites mies schlafendes Kind bekommen. Die Frage ist, lernt das erste Kind vorher durchzuschlafen?
      Letztlich kann man es eh nicht planen.

      Dass es bei euch nicht klappt ist ja doof. :( Ich drücke die Daumen!

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