Ansichten

Vor kurzem erschien das Buch vom gewünschtesten Wunschkind. In meiner Twitter-Timeline las ich Lobeshymnen und weil es um genau die Phase geht, in der wir grade stecken, nämlich der Autonomiephase, habe ich es mir ebenfalls bestellt.

Was soll ich sagen? Ich kan mich den Lobeshymnen nur anschließen. Noch habe ich es nicht fertig gelesen, aber schon es hat mir schon nach der Hälfte immer wieder die Augen geöffnet. Es ist so unsagbar hilfreich! Ich denke, ich habe mich bisher ganz gut geschlagen als Mutter, aber wir fangen ja grade erst an und ich glaube, es tut mir und dem Kind sehr gut, wenn ich nochmal mehr Verständnis zeigen kann.

Gestern habe ich auch angefangen, mir Sätze anzustreichen. Was ich normalerweise nie tun würde, aber diesmal erschien es mir wichtig und richtig. Ich habe auch dem Mann schon einiges vermitteln können. Am liebsten hätte ich, dass er es liest, aber dazu werde ich ihn wohl nicht bringen können.

Am allerliebsten hätte ich, dass meine Mutter es liest. Ich bin derzeit wieder froh, über die Entfernung, die zwischen uns liegt. Denn meine Mutter hat für die ganzen, meines Erachtens völlig normalen, Eigenarten des Kindes nur wenig Verständnis. Denn wir (also mein Bruder und ich) hatten ja sowas alles nicht. Wir hatten auch keine Trotzphase.
Da frage ich mich immer: Liegen da jetzt einfach 25 Jahre Verklärung zwischen? Oder hat sie einfach instinktiv so viel richtig gemacht? Zumindest in diesem Punkt. Denn dass wir das Kind zu selbstständigem Verhalten ermuntern, findet sie ja durchaus gut. Das hat sie bei uns auch gemacht.

Ich weiß es nicht.

Nur dass ich mir gestern beim Skypen mal wieder anhören durfte, dass wir das Kind nicht in den Schlaf begleiten, sondern sie einfach ins Bett legen und die Tür hinter uns zu machen sollen, das hat mich doch wieder etwas fuchsig gemacht. Ich habe dann laut und duetlich gesagt, sie möge es bitte akzeptieren, dass wir das nicht tun werden, sondern sie weiterhin so wie bisher ins Bett bringen werden. Das wollte sie nicht.

Ich verstehe nicht, was ihr Problem ist.

Sie hat damals zur Geburt gesagt, sie wolle sich nicht in unsere Erziehung einmischen. Haha.
Meine Schwiegermutter hingegen hat noch kein einziges Mal irgendwas in die Richtung gesagt. Die meint, wir müssten das selbst am besten wissen. Danke, genauso ist es richtig.
Zum Glück wohnt meine Schwiegermutter in der Nähe und meine Eltern weit weg. Das klingt fies, ich habe ja sonst auch ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber in diesem Fall ist es wirklich besser so.

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Zwei Jahre!

Geliebtes Kind, zwei Jahre bist du nun schon bei uns und es waren die schönsten zwei Jahre meines bzw. unseres Lebens!

Auch in deinem zweiten Lebensjahr ist wieder viel mit dir passiert, auch wenn die Entwicklungen natürlich nicht mehr so ins Auge fallen, wie noch im ersten Jahr.

10 Tage nach deinem ersten Geburtstag konntest du laufen und ich staune immer noch darüber. Auch in der Zeit danach hat sich gezeigt, dass du motorisch wahnsinnig fit bist. Du kletterst sehr gerne (das hast du von Mama) und hängst dich wie ein Äffchen überall hin, wo es geht. Rutschen ist dein Liebstes und so hast du zum zweiten Geburtstag eine Rutsche von uns bekommen. Bis die aufgebaut war, hattest du eine harte Geduldsprobe zu bestehen. Geduld ist nicht so deins, aber das kann man in dem Alter wahrscheinlich auch nicht erwarten.

Reißverschlüsse sind gar kein Problem, du hältst den Stift beim Malen korrekt und auch Gabel oder Löffel sehen in deinen Händen schon ziemlich ordentlich aus.
Zum Geburtstag hast du ein sehr niedliches Holzpuzzle von den Großeltern bekommen, das kannst du mit ein bisschen (mehr) Hilfe tatsächlich auch schon legen.

Unerschrocken bist du außerdem. Du stürzt dich ohne zu zögern eine fünf Meter lange Röhrenrutsche hinunter. Machst auf dem Spielplatz alles nach, was die größeren auch machen. Kletterst die steile Treppe zum Dachboden hoch. Und wieder runter. Als letztens der Teppichverleger da war, bist du ohne Not hoch zu ihm und hast ihm bei der Arbeit zugesehen.

Bei Menschen, die nicht Mama, Papa oder babcia sind, brauchst du immer erst ein wenig, um aufzutauen, aber dann lässt du dich begeistert bespaßen. Hauptsache Action!

Zwei größere Veränderungen gab es im letzten Jahr. Anfang April sind wir in unser Haus gezogen und Mitte Mai habe ich dich endgültig abgestillt. Beides hast du besser mitgemacht als erwartet.

Mit dem Essen hast du es nicht so. Zwar bist du nicht ganz so krüsch wie deine Mutter als Kind, aber phasenweise isst du nur ziemlich geringe Mengen und du bist auch nicht daran interessiert, neues Essen auszuprobieren.

Das Schlafen ist seit dem Abstillen deutlich besser geworden. Abends haben wir jetzt wirklich Feierabend. Wir bringen dich abwechselnd ins Bett und für gewöhnlich schläfst du gegen 20 Uhr und meldest dich dann auch nicht mehr. Du schläfst des öfteren durch, es gibt aber auch oft noch Nächte in denen du jammerst oder sogar kreischend aufwachst. Gerne auch mehrmals. Den Grund dafür haben wir noch nicht gefunden, aber auch das wird wohl vorübergehen.

Den Wechsel in die neue Kita hast du gut mitgemacht. Morgens bist du noch etwas unsicher, aber mittags hole ich bisher immer ein sehr gut gelauntes Kind ab, das ist schon große Verbesserung zur alten Kita.

Vor etwa zwei Monaten ist endlich der Knoten zum Sprechen geplatzt. Du wiederholst alles, was wir sagen (auch Schimpfwörter, natürlich. Ähem.) und sprichst verlässlich in Zwei-Wort-Sätzen. Das ist einfach toll, jeden Tag machen wir wieder große Augen, was für neue Wörter du benutzt.
Besonders konnten wir jetzt am Wochenende staunen, denn du kannst jetzt bis 10 zählen. Das finde ich in dem Alter schon ziemlich bemerkenswert. Deinen eigenen Namen hingegen sagst du immer noch nicht, nichtmal eine Abwandlung davon. Dafür tauchte kürzlich das erste Personalpronomen auf: „Ich auch!“

Du bist eine Kasperliese, wie meine Mutter immer sagt. Eine kleine verrückte Maus. Du lachst sehr viel und sehr albern, wenn du nicht grade Dramaqueen spielen musst, machst Blödsinn und beobachtest unsere Reaktion. Abends erzählen uns der Mann und ich gegenseitig, was du wieder von dir gegeben hast. Das wird noch sehr lustig in den nächsten Jahren!

Kleidung ist nicht so deins. Auch in der neuen Kita bist du schon berüchtig für „Socken ausziehen“, gerne auch die Hose dazu. Auch zu Hause bist du eigentlich immer barfuß und es kann auch vorkommen, dass du bei 12°C Außentemperatur nur mit einer Windel bekleidet herumläufst. Gut, im Haus ist es natürlich etwas wärmer, aber so warm? Eigentlich nicht. Im Winter wirst du wohl oft Strumpfhosen tragen müssen. Aber auch zu sonstiger Kleidung, also z.B. ein Shirt über dem Body muss man dich meist geduldig überreden. Und Schuhe gehen nur, wenn du dich gründlich an sie gewöhnt hast. Ich habe dir bereits Winterstiefel gekauft, die du bisher nur angewidert angesehen hast.

Wir nennen dich gerne unser Hippiemädchen. Dazu passen deine langen (wirklich langen, jeder macht Bemerkungen darüber) braunen Locken, bei denen ich es bisher nicht übers Herz bringe, sie mal etwas in Form zu schneiden. Einen Friseurbesuch würdest du ziemlich sicher noch nicht mitmachen. Bisher behelfen wir uns mit Haarspangen (3-4 Stück), gelegentlich einem Zopfgummi und vielleicht versuche ich mich mal am Flechten.

Unser Hippiemädchen also. Unsere süße Maus, unser kleine Motte, unsere geliebte Tochter! Du bist das Beste, was uns passiert ist und wir sind jeden einzelnen Tag glücklich, dich bei uns zu haben!

Deine Mama, dein Papa!

Ein- und Umgewöhnung II – fertig

Nur fünf Tage hats gebraucht, dann war die Eingewöhnung in der neuen Kita beendet.

Am Montag bin ich mit ihr hin und saß dann eine gute Stunde mehr oder weniger tatenlos herum. Ok, ich hab ihr erklärt, dass sie jederzeit an das Tablett mit den Bechern und den kleinen Wasserkannen darf, um zu trinken bzw. dass sie immer die Erzieherin fragen darf. Ich glaube, sie hat es verstanden und mir wurde später auch gesagt, sie hätte gut getrunken und man würde jetzt auch nochmal eine extra Trinkpause machen.
Es war auch schön zu sehen, wie gut sich das Kind sich mit dieser einen Erzieherin versteht. Es ist zwar nicht ihre Bezugserzieherin, aber die, die morgens meist als erste da ist. Das Kind ist auch eine der ersten und bekommt so morgens extra viel Aufmerksamkeit, das finde ich eine schöne Sache.

Um kurz nach neun setzte sie sich erwartungsfroh an den Frühstückstisch und ich hab beschlossen, dass sie das ganz prima ohne mich kann. Ich hab mich verabschiedet und sie schien das auch völlig ok zu finden. Mittags bekam ich dann auch einen sehr positiven Bericht, musste aber nochmal darum bitten, dass sie um halb zwei geweckt wird, das kam das letzte Mal nicht an.
Übrigens war beim Abholen meine Schwiegermutter dabei, die außer uns ebenfalls die Erlaubnis hat, das Kind abzuholen und ich wollte sie schon einmal vorstellen und ihr zeigen, wo sie das Kind findet.

Gestern morgen war ich kaum eine Viertelstunde da, das Kind fuhr fröhlich auf einem kleinen Auto durch die Gegend und es war wieder ganz in Ordnung für sie, dass ich mich bald verabschiedet habe. Beim Abholen teilte mir die Bezugserzieherin mit, viele Kinder seien heute weinerlich gewesen, allerdings nicht dauerhaft, immer mal wieder habe sich auch was zum Lachen gefunden. Mein Kind war eben auch dabei. Ich weiß, dass sie aber gerne aus Solidarität mitheult.
Als ich in der Gruppe ankam, hüpfte sie fröhlich auf einem Hüpfpferd und, Wunder oh Wunder, ließ sich auch durch meine Ankunft überhaupt nicht dabei stören. Nachdem ich fast ein Jahr lang ein Kind abgeholt habe, das es kaum erwarten konnte, sich jammernd bis schluchzend in meine Arme zu werfen, ist das meines Erachtens ein sehr gutes Zeichen.

Heute Morgen dann der Härtetest. Ich habe eigentlich heute noch Urlaub, war mir aber sehr sicher, dass ich den nicht brauchen würde. Ich habe sie also heute Morgen verhältnismäßig flott abgegeben. Sie war nicht so richtig glücklich darüber, hat aber nicht geweint und mir dann nochmal mit der Erzieherin aus dem Fenster gewunken.
Zudem wird heute in ihrem LIeblingsspielraum (da sind z.B. die Puppen und die Kinderküche) eine Hochebene aufgebaut. Aber es ist ja Ausflugstag. Ablenkung dürfte es genug geben.

Ich meinte, man könne mich jederzeit anrufen, wenn etwas sei. Bisher ist das Handy ruhig.

Fünf Tage also nur. Ich köntne mir allerdings gut vorstellen, sich in zwei Wochen oder so nochmal was daran ändert und das Abgeben vielleicht mit Tränen verbunden sein wird. Wenn sie endgültig verstanden hat, dass sie jetzt dauerhaft in dieser Kita sein wird. Wir werden sehen.

Alles in allem bin ich sehr stolz auf mein großes Mädchen und froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben.

Ein- und Umgewöhnung

Die neue Kita ist heute leider zu, ich kann also schon mal ein erstes Resümee der Eingewöhnung ziehen. Meine Infos sind allerdings fast alle aus zweiter Hand, da ja der Mann diese Woche mit ihr dort war.

Ich war ja überzeugt, dass sie das problemlos mitmachen würde und tatsächlich, es läuft prima. Gleich am ersten Tag, am Dienstag, blieb sie die gesamten sechs Stunden dort. Inkl. Frühstück, Morgenkreis, Geburtstag nachfeiern, Mittagessen und Mittagsschlaf. Der Mann war allerdings natürlich fast die ganze Zeit dabei. 

Nachdem er sie dort schlafen gelegt hatte, ist er nach Hause gegangen und ich habe sie dann abgeholt. Vermutlich ein bisschen fies, aber ich bin ja Fan von „ins kalte Wsser schmeißen“. ;) Sie war auch nur ganz kukrz verwirrt, als sie aufgewacht ist und ich bin dann auch bald darauf gekommen, um sie abzuholen. Sie hat übrigens nicht geweint beim abholen.
Lustig war noch eine Nachricht des Mannes, in der er aufzählte, was sie alles getan hatte, nämlich neben spielen vor allem essen. Brot, Geburtstagstorte, einen Teller Nudeln, und dazu zwei Monsterwindeln produziert.

Am nächsten Tag, dem Mittwoch, war ein Ausflug auf einen nahegelegenen Spielplatz geplant. Der Mann ging dorthin mit und wurde dann gegen viertel nach elf nach Hause geschickt. Das hat dem Kind offenbar nichts ausgemacht, mir wurde allerdings beim Abholen gesagt, sie habe quasi nichts gegessen (warum serviert man in einer Kita Krautsalat? Und den Grießbrei zum Nachtisch mochte sie auch nicht. Und auch kein Obst. Na gut.) und das Einschlafen habe etwas länger gedauert. Ihre Bezugserzieherin hat sich neben sie gelegt, bis sie schlief, das fand ich schon ziemlich gut.
Sie schlief übrigens noch, als ich ankam und ich habe darum gebeten, sie immer um halb zwei zu wecken.

Gestern ging der Mann kurz vorm Morgenkreis, auch hier ohne Probleme. Später erzählte man mir, sie habe einmal etwas geweint (nicht beim Abschied), sie ließ sich aber schnell wieder beruhigen. Beim Essen saß ein Junge neben ihr, der sich ihr offenbar ein bisschen verpflichtet fühlt (so drückte es die Erzieherin aus) und ihr immer wieder mal über den Arm gestrichen hat. Essen war wieder nicht so viel, was aber daran lag, dass schon wieder ein Geburtstag gefeiert wurde und sie sich entsprechend am Kuchen bedient hatte.

– Bevor jetzt jemand was denkt, es wird grundsätzlich in der Kita sehr auf gesunde Ernährung und nicht so viel Zucker geachtet, aber Geburtstage sind Ausnahmen und nun mal nicht gleichmäßig übers Jahr verteilt. Mir ist es gleich, ich verwehre ihr Süßigkeiten bekanntlich nicht (alles in Maßen) und wenn ich weiß, sie hatte vormittags Kuchen, kriegt sie halt nachmittags nichts mehr. –

Sie wurde gerade angezogen, als ich ankam, wollte aber natürlich dringend zu mir und sich von mir fertig anziehen lassen.
Dann entdeckte sie einen kleinen Ball, der ganz dringend mit nach Hause musste und die Erzieherin meinte, kein Problem, sie kann ihn ja am Montag wieder mitbringen.

Dann bin ich dran mit eingewöhnen, ich habe drei Tage Urlaub, bin mir aber recht sicher, dass ich die nicht alle brauchen werde.
Der Mann meinte gestern noch, dass die eine Erzieherin fände, dass das Kind schon recht weit in ihrer Entwicklung sei und dass das mit der Eingewöhnung ja wirklich außergewöhnlich gut klappen würde, was sie auch direkt ins Entwicklungsheft geschrieben habe. Soso. Da ist man ja doch ein bisschen stolz. ;)

Einzige kleine Sache, die ich am Montag dringend ansprechen muss: Ich fürchte, das Kind trinkt nicht genug bzw. hat nicht genug Gelegenheit zum Trinken. Sie verlangt beim Abholen immer noch recht vehement nach „‚assa!“ und saß wohl gestern direkt als erste am Frühstückstisch, weil sie so Durst hatte. Leider haben die Kinder dort nicht, wie in der alten Kita, wo sie (theoretisch, es hat nicht immer geklappt) jederzeit drauf Zugriff hatte. Ich hoffe, dass sich eine Lösung finden wird.

WMDEDGT Oktober 2016

Die anderen gibts wie immer bei Frau Brüllen.

Die Nacht ist erfreulich ruhig und mit genügend Schlaf. Das Kind lag nach ihrer üblichen unruhigen Phase gegen 23 Uhr den Rest der Nacht zwischen uns und schon konnte ich bis viertel nach sechs (geschätzt) durchschlafen. Durch den Kitawechsel dürfen wir jetzt eine halbe Stunde länger im Bett bleiben, das freut die Langschläferin in mir.

Bis der Wecker klingelt, flüstert sie vor sich hin und wälzt sich herum. Kaum ist das Licht an, schält sie sich aus ihrem Schlafsack, klettert vom Bett und verlangt die Öffnung der Schlafzimmertür. Der Mann geht mit ihr, um sie zu wickeln und anzuziehen. Ich hab allerdings mal wieder die Klamotten des Kindes umgeräumt und vergessen, ihm zu sagen, wo was liegt (nein, er ist nicht in der Lage danach zu suchen. Männer!), weshalb ich mich hinzugeselle. Das führt dazu, dass das Kind nur von mir fertig gemacht werden möchte. Ja gut, ok. Als sie parat ist, hebe ich sie vom Wickeltisch und schicke sie hinunter zum Mann. Wie jeden Morgen ist sie aber urplötzlich nicht mehr in der Lage, die Treppe alleine hinunterzugehen, so dass er sie holen muss.

Ich wasche mich und ziehe mich an und stelle fest, dass es nur noch 19°C im Schlafzimmer hat. Die Fußbodenheizung ist in dem Raum nämlich ausgeschaltet. Das wird noch interessant werden im Winter.

Gegen sieben Uhr gehe ich hinunter, wo das Kind sich an einem Joghurt gütlich tut. Der Mann hat bereits drei Brötchen aus dem Gefrierfach geholt, die ich auftaue. Eins kommt auf den Toaster, das ist für mich. Müsli vorbereiten, dann alles rübertragen, mich wundern, dass das jetzt so schnell ging… Tee vergessen. Also Wasser kochen, die ZEit nutzen, selbst nochmal in den Keller zu dackeln und das Brot aus dem Gefrierfach zu holen. Ich muss nur noch für mich Brote schmieren, das Kind darf in der Kita ein zweites Frühstück zu sich nehmen, welches dort gestellt wird. Sehr angenehm, finde ich.

Ich frühstücke und biete dem Kind die eine Hälfte meines Brötchens an. Sie verlangt „‚tella“. Wir berschließen, dass es unter der Woche kein Nutella mehr gibt und sie gibt sich mit „Butta“ (bzw. Margarine) zufrieden.

Brot schmieren in der Küche, das Kind möchte aus ihrer Flasche trinken, die ist nur leider leer. Der Mann nimmt sie mit zum Zähneputzen, ich folge kurz darauf. Er putzt ihr die Zähne und bringt sie zum Lachen, damit sie den Mund schön aufmacht. So geht das also! ;)

Dann alle Mann wieder runter, Socken und Schuhe anziehen, um 20 vor acht ziehen die beiden ab Richtung Kita. Ich will eigentlich kurz darauf folgen, muss aber doch erst nochmal aufs Klo.

Um fünf vor acht schließe ich die Haustür ab und mache mich auf zur U-Bahn. Zu Fuß, ich muss noch Eier ausbrüten. In der U-Bahn lese ich (endlcih kann ich wieder in Ruhe U-bahn fahren, juchhu!) und beschließe, eine Station weiterzufahren. Ich muss noch zum Drogeriemarkt und hoffe auf eine zu besetzende Pokemon-Arena. Die Hoffnung erfüllt sich nicht, ich kann aber die benötigten Sachen einkaufen. Und vergesse prompt des Kindes geliebte Fruchtriegel. Einen hab ich noch, da muss ich morgen wohl nochmal los. Auf dem Weg ins Büro wird ein Ei fertig, sehr schön!

Noch rasch Geld holen und um 20 vor neun bin ich auch schon da. Ich bin die Erste, wie eigentlich fast immer.

Ich trage meine Temperatur in meine Kurve ein und lache mich dann schlapp über diesen Comic: Objekte! :D

Kaum habe ich fertig gelacht, kommt der Kollege rein. Um 20 nach neun erinnert Twitter mich daran, dass heute der 5. ist und ich beginne mit diesem Beitrag.

Die Arbeit gestaltet sich aufgrund von Serverproblemen schwierig. Zwischenzeitlich recherchiere ich Übergangsjacken fürs Kind, trinke Kaffee, erhalte Nachricht vom Mann aus der Eingewöhnung (läuft!), finde das Paket mit den neuen Kinderwinterstiefeln im Büro und überlege, was ich heute kochen könnte.

Um kurz nach 12 bin ich noch zu keinem Ergebnis gekommen, aber ich hab ja noch Zeit. Leider habe ich aufgrund des Kitawechsels keine Möglichkeit mehr, nach der Arbeit noch einkaufen zu gehen, da der Zeitpuffer fast völlig für die Bahnfahrt draufgeht. Das ist ein bisschen ärgerlich und ich habe auch noch keine wirkliche Lösung gefunden. Außer vernünftiger Vorratshaltung. Aber das hilft mir aktuell auch nicht weiter.

Um 13:30 Uhr mache ich Feierabend und fahre zur Kita. Dort angekommen, sagt man mir, dass das Kind noch schläft. Ich bitte darum, sie in Zukunft gegen halb zwei zu wecken. Sie wacht auf, als ich in den Raum komme. Ich lasse mir erzählen, wie es war und erfahre, dass sie nichts zu Mittag gegessen hat. Dann wickle ich sie. Schuhe an und ab nach Hause. 

Dort ist das Kind mies drauf. Sie hat zwischenzeitlich einen Fruchtriegel und etwas Brot gegessen und lehnt die angebotenen Nudeln zunächst ab. Sie verlangt dringend nach etwas zu trinken und ich beschließe, nochmal in der Kita nachzufragen, wie das dort mit den Getränken geregelt ist. 

Wir kuscheln auf der Couch. Das ist ungewöhnlich und ich mache mir etwas Sorgen. Sie spielt und versucht, eine Nasentropfenflasche unters Sofa zu schieben. Das klappt nicht und die Laune wird nicht besser. 

Da mit mittlerweile selbst fast schlecht ist vor Hunger, koche ich Nudeln, mache ein paar Fischstäbchen und schneide frisches Gemüse klein. 

Bis wir mit Essen fertig sind, Ist es viertel vor vier und ich sage meinen Freundinnen ab, mit denen wir eigentlich verabredet sind. 
Zu allem Überfluss plagen mich den ganzen Tag mal Bauchkrämpfe. Meine Verdauung spinnt seit dem Vortag. 

Das Kind ist jetzt etwas besser drauf und füllt die Windeln, will sich aber nicht Wickeln sich. Ich lasse sie gewähren, lese etwas, bis sie sich auf den Wickeltisch packen lässt. 

Der Mann ist bei seiner Mutter und kommt erst gegen 10 vor sechs nach Hause.   Kurz vorher beschließe ich, das Kind zu baden. Mittendrin klingelt es, der Mann ist da. Natürlich hat er einen Schlüssel, das Kind besteht jedoch darauf, ihm die Tür zu öffnen. Also normalerweise. Heute ist sie ja in der Wanne. Sie  steht direkt auf und will raus. Ich wickle sie in ihr Handtuch und trage sie runter. Zum Glück akzeptiert sie es, dass der Mann schon drin ist. Wir baden  weiter. 
Dann ziehe ich sie an, sie darf kurz mit dem iPad spielen und bekommt dann ihre Haferflocken. 

Ich suche meine Sachen zusammen, es ist Mittwoch, da habe ich Chorprobe. Um viertel vor sieben verabschiede ich mich und gehe zur Bahn. Während der Fahrt schreibe ich diesen Text fertig. 

Die Probe ist um kurz nach halb zehn zu Ende. Gegen viertel nach zehn werde ich zu Hause sein. 

Gute Nacht!