WMDEDGT Dezember 2016

Wie immer am 5. eines jeden Monats fragt Frau Brüllen, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache.

Montag Morgen. Der Tag beginnt mit einem pünktlich zur Aufstehzeit (06:30 Uhr) quatschenden Kind und mit Kieferschmerzen und einem verspannten Rücken bei mir. Ich hab wohl mal wieder die Zähne nachts aufeinander gepresst. Auch der Mann ist nicht ausgeschlafen. Er steht auf und versucht das Kind anzuziehen, scheitert aber wie immer an der Hose. Die beiden gehen schon mal runter zum frühstücken, ich habe noch ein paar Minuten Schonfrist, die ich auch brauche um überhaupt halbwegs wach zu werden. Gut geschlafen ist was anderes.

Ich ziehe mich an und gehe ebenfalls runter. Frühstück vorbereiten, ein bisschen Radio hören, Frühstück essen, alles wie immer. Ich muss mit Müsli (mit viel Joghurt) im Mund niesen, das ist natürlich überflüssig. Das Kind sagt erst „Danke“ und dann „’sundheit!“
Der Mann verabschiedet sich sehr pünktlich, um 18 Uhr ist Eigentümerversammlung, da muss er rechtzeitig zu Hause sein. Das Kind verabschiedet ihn an der Tür und zieht sich dann ihre Stiefel und ihre Mütze an. In Kombination mit den nackten Beinen sieht das ziemlich lustig aus!

Ich beende mein Frühstück und gehe in die Küche. Das Kind darf die Spülmaschine anstellen, ich schmiere Brote. Schließlich überrede ich sie, die Stiefel auszuziehen und gehe mit ihr hoch, Zähneputzen. Das klappt so halbwegs, sie lässt sich auch willig Hände und Mund waschen, sowie Haare bürsten. Erst als es ans Hose anziehen geht, ist es nicht mehr so einfach. Die eigentlich angedachte Latzhose ist nicht genehm. Ich entscheide mich angesichts der Minustemperaturen für eine dünne Hose mit Strumpfhose drunter und muss dann doch einmal laut werden, weil sie sich so gar nicht anziehen lässt. Ich habe sofort ein schlechtes Gewissen und entschuldige mich. Schließlich ist sie fertig und wir können runter gehen.

Dort können jetzt enldich die Stiefel angezogen werden. Ich suche mir noch ein paar Ohrringe aus, was sofort das Kind auf den Plan ruft: „Ich auch!“ Ich gebe ihr einen großen Ohrring zum spielen, der aber bald uninteressant ist, schließlich sind da immer noch die Stiefel. Wir ziehen sie gemeinsam an an. Dann muss das Beebi her, also ihre Puppe. Die liegt auf dem Tisch. Ich darf sie aber nicht holen, das möchte das Kind selbst machen. Dann ist der Schal vom Beebi verschwunden. Ich habe den Mann im Verdacht, also dass er ihn am Freitag in der Kita vergessen hat. Kind und Puppe setzen sich in den Buggy. Ich bin jetzt auch fertig und wir können los. Tür abschließen, das Kind im Buggy zudecken und die großartige Winteratmosphäre bewundern. Es ist viertel vor acht und noch sehr dämmrig. außerdem etwas neblig und alles ist überfroren. Wunderschön!
Ich bringe den Müll weg, dann gehen wir zur Kita. Kaum sind wir unterwegs, zieht das Kind die Mütze aus und eine Minute später auch die Decke von ihren Beinen. Nicht zum ersten Mal kommt mir der Verdacht, dass das Kind entweder sehr viel Hitze oder überhaupt kein Temperaturgefühl hat. Es sind übrigens -4°C draußen.

Auf dem Weg zur Kita halte ich zweimal an und fotografiere die Eiskristalle, die alles überziehen. Ich bin ganz begeistert und denke wieder einmal, dass der Winter doch wirklich schön sein kann und dass es eigentlich keinen Schnee braucht. Nur Frost.

In der Kita angekommen, will das Kind zunächst nicht mit rein, sondern lieber das Gartentor öffnen und schließen. Schließlich kommt sie aber doch und ich ziehe sie aus. Leider ist ihre Lieblingserzieherin heute nicht da, weshalb sie bei der Übergabe etwas skeptisch ist. Aber auch die anwesende Erzieherin ist sehr lieb und alles geht gut.

Auf dem Weg zur Bahn werde ich wieder von den Eiskristallen in den Bann gezogen und verpasse fast meine U-Bahn. Aber es klappt doch noch. In der Bahn schreibe ich mit einer Freundin, die mit den Kitaerziehern nicht so viel Glück hat wie wir und lese in meinem Buch.

Auf dem Weg ins Büro treffe ich meinen Kollegen und unterhalte mich mit ihm über Kinofilme bzw. Kinos an sich.

Um viertel vor acht fange ich an, diesen Beitrag zu schreiben und arbeite dann erstmal.

Es klingelt. Unsere Steuerberaterin steht vor der Tür. Sie ist eine sehr liebe Frau (was meine Chefs anders sehen :D) und wir unterhalten uns eine Weile über Kinder (sie hat drei, ein Paradebeispiel für die berühmte Vereinbarkeit) und Hunde.

Nachdem sie gegangen ist, kocht der Kollege Kaffee.

Zum Dank erheitere ich ihn mit folgendem Tweet:

Feierabend um halb zwei.

Ich gehe zu Karstadt und kaufe Wolle für ein Puppenjäckchen. Die Tochter meiner Freundin wird demnächst ein Jahr alt und bekommt eine Puppe. Und die braucht unbedingt Kleidung! Vermutlich werde ich des Kindes Beebi dann auch eine Jacke stricken.

Um 14 Uhr hole ich das Kind aus der Kita. Wir wollen zusammen einkaufen gehen.

Abholen und einkaufen verlaufen erfreulich unkompliziert. An der Kasse bekommt das Kind einige Tiersticker geschenkt, die sie sehr interessant findet. Es ist sogar ein Tukan dabei, den sie aus einem Zoobuch kennt.

Wir fahren mit dem Bus nach Hause.

Dort möchte sie Wasser, Apfel und „Guja“. Wasser bekommt sie sofort, bei den anderen beiden bestehe ich auf vorherigem Händewaschen. Wie üblich dauert die Diskussion eine Weile an.

Ich lüfte das Wohnzimmer und betrachte seufzend das Hygrometer, welches 29% Luftfeuchtigkeit anzeigt. Zum Glück habe ich noch  eine Ladung Wäsche in Planung , die sollte das Problem vorübergehend entspannen.

Das Kind willigt ein, Hände zu waschen und bekommt ein Stück Schokolade und einen Apfel. Ich räume die Einkäufe ein und die Spülmaschine aus.

Dann gehe ich kurz in den Keller, um eine Maschine mit 60 Grad-Wäsche anzustellen. Das Kind bekommt unterdessen einen Wutanfall, ich finde aber nicht heraus, was das Problem ist.

Nun packt sie weitere Tiersticker aus. Dann finde ich im Rucksack das Päckchen vom Adventskalender aus der Kita. Da war das Kind nämlich heute dran. Sie packt es aus. Darin ein Kinderriegel und ein Schleich-Fuchs. Das gefällt mir.

Ich bastele ihr für die Aufkleber ein kleines Heftchen und  lege mich dann etwas aufs Sofa, um zu lesen. Das Kind isst ihren Riegel  und den Apfel. So und mit Quatsch machen verbringen wir einige Zeit.

Um 16 Uhr mache ich uns etwas zu essen warm, werde aber von einer sehr vollen Windel unterbrochen.

Dann essen wir Gemüse-Hackpfanne mit Reis. Das Kind isst geschickt um die Paprika herum.

Gegen viertel vor fünf beginne ich die Wäsche aufzuhängen.

Danach albern das Kind und ich herum, wobei ich feststelle, dass sie heimlich zwei weitere Zähne bekommen hat. Nun fehlen nur noch die beiden letzten Backenzähne oben.

Um 20 nach sechs klingelt der Mann. Das Kind öffnet ihm mit der Mundharmonika in der Hand und teilt ihm mit, dass ich auch da sei, was den Mann natürlich nicht so sehr überrascht.

Das Kind darf ein wenig mit dem iPad spielen, der Mann und ich unterhalten uns. Um kurz vor sechs geht er zur Eigentümerversammlung.

Das Kind darf baden und spielt dabei Whirlpool. Zum Glück kann man die Dusche zu machen. Sie gibt sich dafür Mühe, die Duschtür ordentlich sauber zu machen. ;)

Danach abtrocknen und anziehen. Um halb sieben gibt es Abendessen. Haferflocken wie meistens. Das Kind beschäftigt sich weiter mit den Tierbildern und lernt, was ein Faultier ist.

Kurze Zeit später kommt der Mann heim, mit Luftballontieren in der Hand. Die hat der Nachbar fürs Kind gemacht.

Die Versammlung war wohl recht ergiebig, nur dass die beiden Parteien um die es ging, gar nicht da waren. Wir bekommen demnächst neue Nachbarn und die machen sich direkt nach unbeliebt. Mal sehen,  was das noch wird.

Um kurz nach sieben nimmt der Mann das Kind mit nach oben und bringt sie ins Bett.

Ich stricke und schaue etwas Fernsehen.

Ich muss noch duschen, ansonsten wird der Abend nicht mehr lang.

Als ich später die Haustür abschließe, entdecke ich, dass der Nikolaus da war. Ein kleiner Sack voll  Süßigkeiten fürs Kind hängt am Türgriff. Wir haben tolle Nachbarn!

Gute Nacht!

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