Ein ganzes Dorf…

— Ich hab einfach meine Gedanken runtergeschrieben, daher ist der Text vielleicht etwas wirr.—

„Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Ein Sprichwort, das scheinbar veraltet ist, an dem jedoch viel dran ist.

Heutzutage heißt es nicht mehr Dorf, sondern Netzwerk. Oder Clan. Leute, auch außerhalb der Familie, die irgendwie helfen können bzw. mit denen man sich gegenseitig hilft oder die einfach für einen da sind, egal wie.

Nichts entbehre ich derzeit mehr. Ich arbeite bekanntlich Teilzeit und bin dann nachmittags mit dem Kind allein. Wie gerne würde ich mich nachmittags mal mit jemandem zum Kaffetrinken verabreden, im Idealfall mit gleichaltrigen Kindern. Je mehr Leute, desto entspannter, da habe ich schon gelernt.

Doch da ist niemand. Die einzige Freundin, die in diese Kategorie fiel, ist ans andere Ende der Stadt gezogen. Ein spontanes Treffen fast unmöglich, zumal ihre Tochter dort in die Kita geht und meine eben bei uns zu Hause. Da bleibt nachmittags für ein Treffen keine Zeit mehr, die Kinder sollten schließlich dabei sein. Bleibt nur das Wochenende.

Auch meine restlichen Bekanntschaften mit kleinen Kindern wohnen irgendwo in der Stadt und weil es fast alles nur die Frauen der Schulfreunde vom Mann sind, treffen wir uns zwar ab und zu und finden das auch ganz nett, aber mega Freundschaften sind das jetzt auch nicht. Zumindest von meiner Seite nicht, ich passe oft nicht so richtig rein.

Das war schon immer mein Problem, alle, mit denen ich mich gut verstehe, haben immer jemanden, mit dem sie sich noch besser verstehen.
Zudem neige ich offenbar dazu, die Leute unbewusst vor den Kopf zu stoßen, was eigentlich das letzte ist, was ich will, aber so ist es wohl.

An Selbstbewusstsein mangelt es mir eigentlich nicht, aber wenn es darum geht, mit fremden Leuten in Kontakt zu kommen, bin ich eine feige Sau.

Auslöser für diesen Text war übrigens ein Streit mit dem Mann, der meinte, er würde gerne auf die Fahrt nach München zu meiner Schulfreundin samt Familie verzichten, aus finanziellen Gründen. Ich bin regelrecht zusammengebrochen, denn die wenigen Freundschaften, die ich habe, würde ich gerne pflegen. Ihm fehlt für das Thema das Verständnis. Er ist bei allen Leuten recht beliebt, kann super Kontakte knüpfen und pflegen, findet mit jedem ein Thema, über das er sich unterhalten kann. Er hat in den letzten Jahren mehrfach die Arbeitstelle gewechselt und hält noch Kontakt mit Leuten vor 10 Jahren. Ich bin mehr so: aus dem Auge, aus dem Sinn. Dank sozialer Medien schaffe ich es immerhin, mit drei meiner Schulfreundinnen regelmäßig in Kontakt zu bleiben. Leider wohnen diese alle weit weg.

Nun denn, wie lernt man also neue Leute kennen?

Seit drei Wochen gehe ich mit dem Kind zum Kinderturnen. Da haben wir einen Nachmittag was sinnvolles zu tun und es gibt genügend andere Mütter, mit denen man Smalltalk halten kann. Gestern habe ich das allerdings nicht geschafft, dafür war eine Bekannte da. Die wiederum eine sehr schwangere Freundin mit dabei hatte. Ich wusste, dass diese Bekannte kommen würde, hatte aber nicht mit der Freundin gerechnet. Und schon war ich gehemmt, konnte mit niemandem reden und habe mich ausschließlich aufs Kind konzentriert. Natürlich hab ich auch mit der Bekannten geredet, aber das waren kaum ein paar Sätze.
Immerhin, eine andere Mutter hat mich wieder erkannt und wir haben uns gegrüßt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Und sonst? Ich hatte auf die Kita gehofft. Aber da sieht man beim Bringen und Abholen doch auch imemr nur dieselben Eltern, die soweit alle recht nett sind, aber da ist dann auch niemand, mit dem man gerne mal näher in Kontakt kommen möchte.

Das ist auch so ein Problem: Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll. Aber mit den meisten Müttern (in erster Linie), mit denen man auf die eine oder andere Art verkehrt, möchte ich gar nichts weiter zu tun haben. Weil es einfach zu viele Unterschiede gibt. Angeblich lernt man auf dem Spielplatz gut Leute kennen. Tja, auf dem Spielplatz in der Nähe, der eh nicht besonders toll ist, gibt es nur rauchende Mütter, deren Töchter Renesmee heißen (kein Scherz!). Das sind völlig andere Welten. Ok, es liegt auch an unserem Stadtteil.

Unsere Nachbarn sind nur Rentner, wobei das Haus neben uns verkauft wurde, wo tatsächlich eine kleine Familie einziehen wird. Die sich leider schon unbeliebt gemacht haben. Es wurde zwar geklärt, aber ein Beigeschmack bleibt. Hier bleibt abzuwarten.

Und sonst? Auf Twitter habe ich viel Kontakt. Da wohnen die netten Menschen aber halt auch irgendwo in Deutschland oder gar der Schweiz oder Österreich. Auch keine Lösung.

Einen Teil meiner Hoffnungen setze ich auf nebenan.de. Vielleicht findet sich da ja jemand.

Zudem gibt es in Hamburg die sogenannten Elternschulen, die alles mögliche anbieten. Die café-ähnlichen Angebote sind leider meist vormittags, aber ab Juni werde ich dann ja mehr Zeit dafür haben.

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2 thoughts on “Ein ganzes Dorf…

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