Drei Tage ohne Kind – Die Zeit nach der Geburt

Nun lag ich da also im Kreißsaal. Es war früher Morgen, ich bekam Frühstück und danach ein paar Schmerzmittel, denn die Betäubung hatte eindeutig nachgelassen.

Nur war ich allein. Das Baby mehrere Kilometer von mir entfernt. Aber der Mann war ja bei ihr. Es würde schon alles gut werden.

Gegen halb acht wurde ich in ein Zimmer auf der Wochenbettstation gebracht, zu einer sehr netten Mutter, die ebenfalls ihre zweite Tochter bekommen hatte. Wir stellten bald fest, dass wir auch noch weitere Gemeinsamkeiten hatten. Sie wurde allerdings noch am selben Tag entlassen, was ich durchaus bedauerte.

Man kümmerte sich die ganze Zeit hervorragend um mich. Das erstreckt sich über den gesamten Krankenhausaufenthalt. Alle Schwestern/Hebammen/Ärztinnen waren unwahrscheinlich lieb und aufmerksam. Natürlich war ich in einer besonderen Situation. Eindeutig nicht mehr schwanger, aber eben auch ohne Kind im Babybay, wie die ganzen anderen Mütter.

Doch noch etwas war anders. Es ging mir viel besser als nach dem ersten Kaiserschnitt. Eigentlich total unwahrscheinlich, denn ich hatte diese harte Nacht hinter mir, einen ungeplanten Kaiserschnitt, der kurz vor Not-KS war und überhaupt war es ja schon mein zweiter.

Aber nein. Um Mittag musste ich mal aufs Klo und klingelte nach der Schwester. Und konnte, mit ihrer Hilfe, tatsächlich aufstehen und über den Gang aufs Klo gehen. Natürlich tat es weh, aber es war kein Vergleich zu den brennenden, fast unerträglichen Schmerzen nach dem ersten KS. Die Schwester war auch recht beeindruckt.

Eine Stunde nachdem ich ins Zimmer verlegt worden war, bekam ich übrigens das erste Bild von unserer Tochter. Schlafend im Bett, intubiert, mit einer kleinen Strickmütze auf dem Kopf. Es nahm mich tatsächlich gar nicht so mit, denn darunter standen auch die Maße. Nachdem unser erstes Kind ein schmaler kleiner Winzling war, hatte unser zweites tatsächlich 3515 Gramm und offizielle 57 Zentimeter!! Besonders über die Länge kam ich kaum hinweg. Die mussten sich doch vermessen haben? So ein Riesenkind?

Für den Vormittag hatten sich meine Mutter, meine Schwiegermutter und das Kind angekündigt. Um viertel vor elf waren sie dann auch da. Das Kind war zunächst schüchtern und skeptisch, weil ich im Bett lag. Und überhaupt, wo war das Baby? Schließlich taute sie aber auf und befragte mich zu den Zugang in meiner Hand: „Hast du da ein Loch?“

Meine Mutter und Schwiegermutter wussten die Maße des Babys noch gar nicht und staunten genau wie ich.
Sie verabschiedeten sich bald.
Nachmittags kam der Mann nochmal vorbei, brachte mir einige fehlende Dinge und erzählte mir das neueste vom Baby. Er ging sehr in seiner Rolle als am Bett wachender Vater auf. <3

Abends brachte mir eine Schwester eine elektrische Milchpumpe. Eine meiner größten Sorge war ja: Wie würde es wohl mit dem Stillen gehen? Mir wurde geraten, alle drei Stunden zu pumpen und nachts, wenn ich halt mal aufwachen würde. Diesmal hatte ich ja immerhin den Vorteil, dass ich Wehen gehabt hatte. Mein Körper war also besser vorbereitet, als das letzte Mal.
Das Pumpen ergab zunächst nichts, aber ich stand ja noch ganz am Anfang.

Außerdem ging ich duschen. Es war noch recht unangenehm, aber nötig. Ich fühlte mich ziemlich verschwitzt und da klebte ja auch noch das ganze Jodzeug von der OP an mir. Danach zog mir die Schwester den Zugang aus dem Handrücken.

Die Nacht war ruhig. Ich war alleine im Zimmer und schlief ganz gut.

Für den nächsten Tag hatte ich direkt große Pläne. Das Frühstück brachte mir die Schwester ins Zimmer.
Später kamen dann der Mann und das Kind vorbei, um mich abzuholen. Ich wollte das Baby besuchen. Man hatte mir am Tag zuvor gesagt, dass ich zu diesem Zweck eine Beurlaubung für einige Stunden haben könnte.

So machten wir es dann auch. Ich schlich vor mich hin, auf dem Weg zum Ausgang und später zum Kinderkrankenhaus. Trotzdem staunte ich über mich selber, wie gut es ging. Das große Kind kriegte einen Anfall, als sie ins Auto steigen sollte, aber sonst ging es gut.

Auf der Intensivstation angekommen hieß es alles wegschließen, Hände waschen und desinfizieren. Der Mann kannte sich ja schon aus.

Endlich konnte ich mein Baby sehen! Die Beatmung war am frühen Morgen schon weggekommen und sie hatte nur noch den Schlauch für die Magensonde in der Nase. Die Schwester teilte uns mit, man sei sehr zufrieden mit ihr. Ob ich sie halten wollte? Natürlich!

Ich durfte mich hinsetzen und bekam sie auf den Arm. Als sie sofort anfing, wie wild an meinem Finger zu saugen, fragte ich nach, ob ich sie anlegen dürfte. Das durfte ich selbstverständlich und so hatte ich etwa 30 Stunden nach der Geburt zum ersten Mal mein Baby an der Brust. Sie wusste sofort, was zu tun war, was mich zu der Aussage: "Trinken und Kacken, das können meine Kinder!" veranlasste. Das Kindspech hatte die Kleine nämlich auch schon ziemlich flott ausgeschieden.

Das Kind war übrigens sehr beeindruckt von ihrer kleinen Schwester. Sie wollte sie direkt streicheln, auf den Arm und mit nach Hause nehmen. Na gut, das würde leider noch unbestimmte Zeit lang dauern.

Der Mann brachte dann schnell das Kind nach Hause, während ich weiter mit dem Baby da saß. Es war allerdings ziemlich anstrengend, auch weil die Nachwehen vom Stillen nicht ganz ohne waren und so war ich trotz allem froh, als er wieder da war und mich zurück ins Krankenhaus brachte.

Dort hatte man mir netterweise mein Mittagessen aufbewahrt.
Außerdem bekam ich eine neue ZImmernachbarin, eine noch schwangere Türkin mit einem sehr alten Freund. Sie war ziemlich nett und auch ziemlich redselig. Sie hatte einen Blasensprung gehabt, doch die Wehen ließen auf sich warten. Nun sollte sie eingeleitet werden.

Nachmittags kam dann wieder meine gesamte Familie. Wir trafen uns aber im Bistro. Sie wollten später dann ins Kinderkrankenhaus, um die Kleine selbst in Augenschein zu nehmen. Natürlich nicht alle auf einmal.

Das Abpumpen ergab nun statt einigen Tröpfchen immerhin etwa anderthalb Milliliter.

In der Nacht bekam ich nicht so viel Schlaf, da nun doch die Wehen bei meiner Nachbarin eingesetzt hatten. Sie lag irgendwann "Hilfe, Hilfe!" wimmernd im Bett und ich kam mir selbst recht hilflos vor. Der Kreißsaal war informiert, aber irgendwie schienen die das nicht so recht ernst zu nehmen. Bis sie meinte: "Ich spüre den Kopf! Das Baby kommt!"
Da bin ich aber hurtig in den Kreißsaal gegangen und habe die Hebamme geholt (zufälligerweise dieselbe wie mir), denn das wurde mir nun doch zu heiß.
Tatsächlich bekam sie ziemlich genau eine Stunde (und auch ziemlich genau 24 Stunden nach mir) ihren Sohn. Ein bisschen fraß der Neid an mir, dass sowas auch in ganz unkompliziert geht. Aber was sollte ich machen?

Da ich eh wach war, hab ich noch ein bisschen gepumpt, aber nicht wirklich was zustande gebracht.

Am nächsten Tag waren wir also alle ziemlich müde und ich musste mich ein bisschen über meine Nachbarin wundern, die es nicht normal fand, dass ihr frischgepresster Sohn nicht alleine in seinem Bettchen liegen wollte.

Diesmal holten Mann und Kind mich nach dem Mittagessen ab. Ich konnte nun schon deutlich besser laufen. Am nächsten Tag wollte ich entlassen werden und hatte das auch mit den Schwestern besprochen. Ich war allerdings unsicher. Sollte ich nach Hause gehen, was eigentlich am meisten meinem Gefühl entsprach oder mich als Begleitperson ins Kkh einweisen?
Die Intensivschwester riet mir, lieber nach Hause zu gehen. Dort hätte ich mehr Ruhe und so gemütlich seien die Zimmer für die Eltern im Kkh wirklich nicht.

Eine Prognose zur Entlassung des Babys gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Frühestens Mittwoch hieß es. Sie müsse 48 Stunden alles ohne Hilfe und Abfälle, also atmen, essen u.ä., schaffen. Na gut, es war jedenfalls absehbar. Alle waren sehr zufrieden mit der Entwicklung der Kleinen. Die Beatmung war noch am Tag zuvor komplett weggekommen und, wie ich nun sehen konnte, auch die Magensonde.

Ich durfte sie wieder anlegen, was zunächst nicht ganz so gut klappte. Der Mann ging nach einigen Minuten mit dem aufgeregten großen Kind auf den Spielplatz und was essen.

Gegen 17 Uhr verabschiedete ich mich wieder. Auf dem Rückweg standen wir fürchterlich im Stau und ich hatte Angst, nichts mehr vom Abendbrot mitzubekommen. Es hat aber doch noch geklappt. Während ich da so saß und mich mit einer anderen Mutter unterhielt, kam die zuständige Hebamme und fragte mich, ob ich wünsche, dass meine Zimmernachbarin verlegt würde. Normalerweise würden sie nämlich nur Mütter mit Babys zusammenlegen und eben Frauen ohne Babys. Ich fand meine Zimmernachbarin ja ganz nett, aber Schlaf fand ich noch viel netter. Ich meinte also, wenn es hinhauen würde, fände ich eine Verlegung so schlecht nicht. Aber wenn es doch nicht gehen würde, dann wäre das eben so.

Es ging tatsächlich, nachts hatte ich also meine Ruhe. Mit Schlaf war es trotzdem nicht so weit her. Das Anlegen des Babys hatte jetzt ordentlich was bewirkt. Das Abpumpen ergab zwar immer nur etwa zehn Milliliter, aber ich war voll im Milcheinschuss. Auf dem Rücken liege fand ich nach wie vor unangenehm und auf der Seite liegen ging wegen der vollen Brüste nicht. Juchhu!
Daher fiel es mir dann auch nicht so schwer, nachts um halb drei zum Pumpen aufzustehen. Diesmal im Stillzimmer, "meine" Pumpe hatte man mir entführt. Es war recht voll auf der Station und alles wurde benötigt.
Leider gab es auch jetzt kaum Erleichterung. Die Schwestern meinten, das nächste Mal würden wir ordentlich Wärme drauf packen, dann würde alles besser fließen.

Aber dazu sollte es nicht mehr kommen. Am nächsten Tag stand meine Entlassung an, wobei ich damit kaum vor Mittag rechnete. Beim Zähne putzen sinnierte ich darüber, wie toll es wäre, wenn das Baby tatsächlich schon am nächsten Tag entlassen würde.
Kaum hatte ich den letzten Schaum ausgespuckt, rief der Mann an. Mit der schönsten Nachricht: Das Baby würde am selben Tag entlassen werden. Sie hatte sich so gut entwickelt, dass man sie guten Gewissens nach Hause gehen lassen würde.

Ich grinste über das ganze Gesicht und ging sofort zum Pflegestützpunkt, wo zufälligerweise auch die beiden Ärzte am Start waren, die mich operiert hatten. Natürlich freuten sich alle sehr für mich.

Der Rest ging dann auch schnell. Es gab eine kurze Abschlussuntersuchung, ein paar Ermahnungen, noch ein paar Tabletten, außerdem die letzten vier Anti-Thrombose-Spritzen, die ich mir zu Hause setzen sollte. Bäh!

Um elf etwa kam der Mann an. Wir nahmen mein Zeug, holten noch rasch die Spritzen mit dem Abgepumpten ab und ich verabschiedete mich dankbar von den Schwestern und Hebammen.

Auf zum Kinderkrankenhaus. Gegen zwölf standen wir am Bett der Kleinen, die tief und fest schlief. Die Schwester kam und teilte uns mit, dass die U2 wohl frühestens um halb zwei statt finden würde. Am besten würden wir erstmal essen gehen. Gut, in Ordnung. Um 13 Uhr waren wir wieder auf der Station, wo wir das Kind wecken durften. Sie hatte zuletzt um 9 Uhr eine Flasche gehabt, sie würde sowieso bald wach werden. Dann kam die Ärztin und erzählte uns nochmal einiges und führte dann die U2 durch. Ein bisschen schlapp war die Kleine noch, aber alles im Rahmen. Dann zum ersten Mal in eigene Sachen kleiden, was heute schon viel besser ging. Am Tag zuvor hatte ich mich noch angestellt, als würde ich das zum ersten Mal machen. Man verlernt das echt schnell.

Endlich konnte ich sie anlegen. Das wurde aber auch Zeit! Sie trank fleißig, dann verabschiedeten wir uns erneut von den netten Schwestern, legten das Kind in den Autositz und konnten endlich heimfahren!

Zu Hause war niemand, da meine Eltern das große Kind auf einen Ausflug mitgenommen hatten. Das war sehr angenehm, so konnten wir in Ruhe ankommen. Endlich daheim!

Fazit: Auch wenn die Geburt und die erste Zeit im Krankenhaus so völlig anders verliefen als gedacht und erhofft, habe ich alles erstaunlich gut verkraftet. Die einzigen Tränen flossen kurz nach der Geburt, als das Baby abtransportiert wurde. Im Krankenhaus wurde ich ganz wunderbar umsorgt und auch wenn wir garantiert kein drittes Kind planen und dieses KH keine Kinderstation hat, ich würde wieder dorthin gehen! Was ich vom Krankenhaus, in dem das große Kind auf die Welt kam, nicht behaupten kann.

Auch körperlich ging es mir wider Erwarten die ganze Zeit gut. Natürlich hatte ich Schmerzen, aber ich war vom ersten Moment an deutlich beweglicher und fitter als nach dem ersten Kaiserschnitt, obwohl die Voraussetzungen meines Erachtens viel schlechter waren. Eine Re-Sectio nach vorangegangenen strapaziösen Wehen, eine um drei Wochen längere Schwangerschaft, ein viel größeres Kind und die zerstörte Hoffnung auf die ersehnte Spontangeburt.

Überhaupt, wie geht es mir, nachdem diese Hoffnung nun endgültig begraben wurde? Die meiste Zeit gut. Ich habe festgestellt, dass eine Spontangeburt ganz offensichtlich nichts für mich ist. Die Geburt durfte von selbst losgehen, ich durfte Wehen haben. Ich möchte nie wieder welche.

Nicht zu vernachlässigen ist, so fies auch irgendwie klingt: Dass ich mich in diesen drei Tagen der Trennung die meiste Zeit nur um mich selbst kümmern musste und mich erholen konnte, hat sicher ihren Teil zu meinem Wohlbefinden beigetragen. Die ersten Nächte damals im Krankenhaus mit dem schreienden Kind, während ich unter Schmerzen litt, sind mir in bleibender negativer Erinnerung.

Das Baby selbst zeigt bisher keine Nachwirkungen. Die ersten Tage bestanden aus Dauerstillen, kuscheln und zwischendurch viel schlafen. Sie ist sehr entspannt, liebt natürlich Körperkontakt, den sie dank Oma und Opa auch zunächst wirklich die meiste Zeit hatte. Das Stillen klappt auch problemlos.

Abschließend bleibt mir noch der Gedanke, den ich recht bald nach der Geburt hatte: Ohne die moderne (Geburts-)Medizin hätte ich höchstwahrscheinlich keine zwei gesunden Kinder. Sondern null.

Ich bin dankbar!

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Es kommt doch immer anders – Wie unsere zweite Tochter geboren wurde 

Die Schwangerschaft habe ich ja relativ ausführlich festgehalten, auch mein Erstaunen darüber, dass ich tatsächlich bis zum Termin und letztlich sogar deutlich darüber gekommen bin. 

Die Wartezeit hat ziemlich an meinen Nerven gezerrt. Zum Glück ging es mir die ganze Zeit gut, aber die Angst, es könnte nicht von alleine los gehen, blieb. 

Ich beginne am 9.8., bei 40+3. Dieses Datum war mein favorisiertes Datum und tatsächlich wachte ich an dem Tag gegen fünf Uhr mit menstrustionsartigen Schmerzen auf. Das war neu und ich voller Hoffnung. Praktischerweise hatte der Mann frei, da ich nachmittags wieder zur Vorsorge musste und das Kind ungerne mitnehmen wollte. Meine Schwiegermutter hatte selbst einen Termin.

Ich fühlte ein wenig in mich hinein, aber so richtig tat sich nichts. Der Mann brachte das Kind in die Kita, dann fuhren wir einkaufen. Sicherheitshalber nahm ich ein Handtuch mit. Das Umhergehen in dem Laden veränderte den Schmerz zu eindeutig differenzierbaren Wehen. Noch nicht sehr stark, aber eindeutig vorhanden. Ich begann sie zu tracken und sagte meiner Schwiegermutter, die wir zum Einkaufen mitgenommen hatten, Bescheid.

Zuhause räumten wir die Einkäufe ein und der Mann holte meinen Koffer aus dem Schlafzimmer. Die Abstände der Wehen lagen teilweise nur bei etwa 4 Minuten, doch sie waren recht kurz und auch noch nicht sehr stark. Ich hatte plötzlich ziemlichen Hunger, also bereiteten wir das Essen zu und aßen schon gegen halb zwölf zu Mittag. Mit dem Essen verschwanden die Wehen.

Wir besprachen, dass der Mann wie geplant das Kind aus der Kita holen sollte und wir dann alle zusammen in die Stadt zu meiner Frauenärztin fahren würden. Alleine wollte ich nicht los, da hatte ich kein gutes Gefühl bei.

Gesagt, getan. Ich teilte meinen Eltern, die am Morgen losgefahren waren, mit, dass wir unterwegs seien und wo der Haustürschlüssel liegen würde.

Bei der Vorsorge war alles soweit in Ordnung. Das CTG zeigte zwei eindeutige Wehen und auch, dass das Baby sich davon nicht besonders beeindrucken ließ. Die Tastuntersuchung ergab leider nur einen ziemlich unreifen Befund, Muttermund weiterhin hinten und zu. Meine Ärztin war jedoch optimistisch, dass wir uns nicht mehr sehen würden. Ich solle mal ordentlich spazieren gehen und nachts versuchen Kraft zu tanken.

Es ergab sich aber weiter nichts. Am Donnerstag hab ich die Wehenapp nicht einmal aufgerufen, trotz Treppensteigen und Gartenarbeit. Lediglich der Schleimpropf verabschiedete sich.

Dann kam der Freitagmorgen. Ab etwa drei Uhr war ich wach. Und hatte Wehen. Diesmal etwas eindrücklichere, aber immer noch nicht sonderlich lang oder stark. Ich stand auf, um das Ganze etwas mehr in Gang zu bringen. Als ich einige Zeit später aufs Klo ging, entdeckte ich etwas frisches Blut. Und beschloss, ab in die Klinik. Ich weckte den Mann, der noch rasch duschen ging und sagte meiner Mutter Bescheid, die sich daraufhin in mein Bett legte.

Ich rief noch rasch im Kreißsaal an und gegen fünf Uhr waren wir auf wunderbar freien Straßen unterwegs.
Im Kreißsaal wurde ein Aufnahme-CTG geschrieben. Ich hatte weiterhin Wehen und war voller Hoffnung. Leider war die zuständige Hebamme nicht ganz so optimistisch. Die Wehen waren zu kurz, selten länger als 30 Sekunden und auch noch zu selten. Auch die Tastuntersuchung ergab einen weiterhin geschlossenen Muttermund. Wir sollten wieder nach Hause fahren und wieder kommen, wenn die Wehen etwa eine Minute lang wären und mindestens alle fünf Minuten kämen.

Naaa gut. Reichlich desillusioniert fuhren wir nach Hause. Ich schickte den Mann arbeiten und legte mich noch eine halbe Stunde hin, bevor ich was frühstückte. Meine Eltern waren natürlich auch ziemlich irritiert, dass wir auf einmal wieder da waren.

Gegen halb zehn sagte ich, mit dem quatschenden großen Kind am Bein, meinen Vorsorgetermin, der um elf Uhr gewesen wäre, ab. Ich sah keinen Grund, hinzugehen, CTG und Untersuchung hatte ich ja nun schon gehabt. Die Sprechstundehilfe versicherte mir, ich könne mich jederzeit melden und sie würden alle Daumen drücken. Ich hab wirklich die beste Praxis der Welt!

Ich hatte übrigens keine Wehen mehr. Und psychisch ging es nun auch bergab. Ich war ziemlich verzweifelt, lag weinend auf dem Sofa, als ich allein war und fragte mich, wie lange das wohl so weitergehen sollte. Zumal nun auch das Wochenende vor der Tür stand. Schon bereute ich es, den Vorsorgetermin abgesagt zu haben. Aber was hätte meine Frauenärztin machen sollen? Sie kann ja auch nicht zaubern.

Meine Mutter und auch eine Freundin rieten mir, doch wenigstens mal mit meiner Frauenärztin zu telefonieren, vielleicht konnte die mir was raten. Das tat ich dann auch und erfuhr, dass ab sieben Tage über ET die Verantwortung sowieso ans Krankenhaus abgeben würde, in meinem Fall am Sonntag und dass ich auf jeden Fall zwei Tage später ins Krankenhaus zur Vorsorge müsste, um den Rhythmus zu erhalten. Sie wunderte sich sehr, dass ich immer noch ohne Baby rumsaß und wünschte mir natürlich alles Gute.

Nach dem Telefonat ging es mir deutlich besser. Den Rest des Tages passierte nicht viel. Ich hatte einzelne Wehen, aber nichts aufregendes.

Gegen halb sieben fand ich, ich müsste mal raus. Es hatte fast den ganzen Tag geregnet, nun wurde es doch mal Zeit für frische Luft. Der Mann machte dem Kind Abendessen, sonst hatte noch keiner wirklich Hunger. Meine Mutter ging mit mir.

Und das war irgendwie der Startschuss. Wir waren eine gute halbe Stunde unterwegs und in der Zeit musste ich etwa alle zehn bis zwanzig Meter stehen bleiben und eime Wehe veratmen. Außerdem spürte ich mit der Zeit, dass etwas flüssiges aus mir herauslief und ich machte mir große Hoffnungen, dass es Fruchtwasser sein könnte. Um 20 nach sieben waren wir wieder daheim und ich ging sofort aufs Klo. Dort wurden die Wehen nochmal etwas nachdrücklicher. Ob die Flüssigkeit wirklich Fruchtwasser war, konnte ich nicht so recht erkennen, aber da auch wieder etwas frisches Blut zu sehen war, beschloss ich, dass das ausreichend war, um ins Krankenhaus zu fahren.

Vorher wollte ich noch was zu Abend essen. Der Mann brachte grade das große Kind ins Bett, auf den musste ich sowieso warten. Beim Abendessen gab es noch ein paar hübsche Wehen, aber auch die waren wieder nicht sonderlich lang, trotzdem konnte ich es allmählich kaum erwarten, loszukommen. Der Mann war immer noch nicht wieder am Start. Meine Mutter holte schon mal meinen Kulturbeutel. Schließlich ging ich selbst hoch, erstmal aufs Klo. Dann kam der Mann doch aus dem Kinderzimmer. Wo das Kind leider noch nicht schlief. Ich sagte ihm Bescheid, dass ich los wollte und brachte das Kind runter zu meinen Eltern. Wir erklärten ihr, dass ihre kleine Schwester auf die Welt kommen wollte. Wir verabschiedeten uns und fuhren um kurz vor acht los. Im Auto rief ich den Kreißsaal an, wir sollten vorbeikommen.

Dort empfing uns eine Hebamme, die mir deutlich sympathischer war, als die vom Morgen. Sie befragte mich nach dem potentiellen Fruchtwasserabgang und untersuchte mich auch direkt. Der Muttermund war fingerdurchlässig und der Gebärmutterhals hatte sich deutlich verkürzt. Immerhin. Dann ging ich nochmal aufs Klo, bekam eine frische Vorlage und wurde ans CTG angeschlossen.

Selbiges wurde dann über eine Stunde geschrieben, da dann auch noch Schichtwechsel und Übergabe war. Ich stand die meiste Zeit, weil ich fürchtete, im Liegen könnten die Wehen weggehen. Tatsächlich wurden sie in dieser Zeit stärker, so dass ich nicht veratmete, sondern anfing, sie zu vertönen. Schließlich kam eine andere Hebamme. Sie machte mich vom CTG ab und bat mich um meine Vorlage, die sie auf Fruchtwasser untersuchte. Mit dem Ergebnis, dass das wohl alles mögliche war, aber kein Fruchtwasser.

Sie meinte, sie sei etwas ratlos, was sie mit mir machen sollte. Ich war eindeutig noch nicht unter Geburt und die Wehen nach wie vor zu kurz und zu ineffektiv. Wenn ich wollte, könnte ich wieder nach Hause fahren. Das kam für mich eindeutig nicht in Frage, schon allein, weil wir gute 20 Minuten mit dem Auto brauchen und das auch nur bei guter Verkehrslage. Außerdem hatte ich mittlerweile echt Schmerzen.

Sie bot mir an, ich könnte also erstmal ein Bett haben und ein Schmerzmittel, das würde vielleicht alles etwas entspannen. Das klang für mich sehr erstrebenswert. Ich wurde also in einen Raum direkt neben dem Kreißsaal geführt. Dort legte ich mich aufs Bett und bekam eine ziemlich fiese Opiatspritze in den Po. Die machte mich ziemlich wirr, aber es schien zu helfen. Der Mann holte mir Wasser und legte mir alles nötige parat, dann schickte ich ihn nach Hause. Da war es etwa 23 Uhr.

Ab jetzt kommt die wirklich unangenehme Phase der Geburt. Die Spritze half, wie gesagt, aber leider nicht sehr lange. Natürlich waren die Schmerzen nicht weggewesen, aber sie wurden gedämpft. Nach ein oder zwei Stunden, wenn überhaupt, ich weiß es nicht genau, ließ die Wirkung nach und ich wurde mit jeder Wehe immer lauter. Solange ich es noch schaffte, trackte ich die Wehen mit. Sie kamen alle 2-4 Minuten und waren weiterhin zu kurz. Durch das laute Vertönen hatte ich wahnsinnigen Durst und irgendwann raffte ich mich auf, ging aufs Klo und holte mir neues Wasser. Dann ging ich zum Kreißsaal und bat, dass man mir irgendwie helfen möge, so würde ich es nicht lange aushalten. Die Hebamme kam und meinte, allzuviel könnte man jetzt nicht machen. Sie hätte eventuell die Badewanne vorgeschlagen, aber dafür war ich noch zu belämmert von der Spritze. Sie verabreichte mir erstmal zwei Zäpfchen zur Linderung und Krampflösung. Das Ganze blieb ohne Wirkung.

Die nächsten Stunden vergingen in einer Art Nebel. Zwischen den Wehen döste ich weg, um dann aufzuwachen und zu schreien, bis die Wehe wieder weg war. Und dann wieder einzuschlafen. Ich versuchte mir immer wieder klarzumachen, dass ich das ja gewollt hatte, aber das half auch nicht viel und ich wurde immer verzweifelter. Schließlich wusste ich, dass ich noch ganz am Anfang stand. Die 10 cm Muttermund hatte ich ja noch vor mir.

Gegen drei Uhr morgens stand wieder die Hebamme im Zimmer und meinte, wenn es für mich in Ordnung wäre, würde man mir eine PDA legen. So ging es nicht weiter. Normalerweise macht man das nicht so früh, aber hier schien es für sie angeraten zu sein. Ich willigte sofort ein und schaffte es in einer Wehenpause in den Kreißsaal. Ich hätte auch noch den Mann anrufen können, aber ich wollte ihn ungerne wecken. Ich ging nach wie vor davon aus, dass es alles noch lange dauern würde.

An den genauen Hergang im Kreißsaal kann ich mich nicht so recht erinnern, außer, dass die Ärztin schon da war bzw. kurz darauf kam. Ich wurde aufgeklärt und musste unterschreiben. In den Wehenpausen hing ich recht weggetreten auf dem Kreißsaalbett. Das Legen der PDA ging zum Glück problemlos. Die Ärztin spritzte mir eine Testdosis und meinte, die nächste Wehe sollte auf jeden Fall schon gedämpft sein. Dem war dann auch so. Ich wurde auch noch untersucht und siehe da, der Muttermund war immerhin 3 cm offen.

Ich war natürlich auch wieder ans CTG angeschlossen worden, woran ich mich gar nicht erinnern kann, aber plötzlich wurde die Hebamme irgendwie besorgt. Die Herztöne waren nicht so ganz, wie sie sein sollten. Ich musste mich auf die Seite legen und tief in den Bauch atmen. Das half nix. Ich war nicht besonders beunruhigt, aber die Damen um mich offenbar schon. Auch unter diversen wehenhemmenden Mitteln erholten sich die Herztöne nicht.

Die Ärztin, die die ganze Zeit an meiner Seite gesessen hatte, teilte mir freundlich mit, dass das Baby offenbar Probleme habe und jetzt doch sehr zeitnah raus müsse. Ob das Kaiserschnitt bedeute und wie viel Zeit ich noch hätte, fragte ich nach.
Denn ich wollte schon ganz gerne den Mann dabei haben. Wie lange er zum Krankenhaus bräuchte? 20 Minuten, meinte ich.
Das würde knapp, aber ich sollte ihn auf jeden Fall anrufen.

Man brachte mir mein Handy und um halb fünf rief ich den Mann an und sagte, dass er sofort losfahren sollte, man wolle einen Kaiserschnitt machen.

Als das erledigt war, bekam ich den „Scheiß-egal-Schnaps“, den man vor OPs immer kriegt. Ich fand ihn lecker. So irritiert man Leute.

Dann ging es ab in die Operationsabteilung, ein Stockwerk tiefer. Ich fand das alles wahnsinnig spannend, auch wenn ich sicher nur die Hälfte mitkriegte. Ich wurde umgelagert und in den OP-Saal gebracht, wo ich mich dann auf die Liege setzen sollte. Das kannte ich ja schon. Man teilte mir mit, es gäbe genau einen Versuch, die spinale Anästhesie zu legen, ansonsten müsste man mich leider vollnarkotisieren. Zum Glück klappte alles auf Anhieb. Die PDA wurde gezogen und die Spinale gelegt. Die wirkte auch sofort. Es wurde nochmal mit dem Dopton gecheckt, was das Baby machte. Ich war sehr erleichtert, weiterhin die Herztöne zu hören.

Dann ging es auch schon los. Der Mann war leider noch nicht da, aber darauf konnte keine Rücksicht genommen werden. Nun gut. Während der OP rutschte mir immer mal wieder Kreislauf weg und ich lag da und sagte immer nur: „Hallo. Hallo?“ und dann hatte ich auch noch das Gefühl, mich übergeben zu müssen. Seufz.

Endlich hieß es: „Sie ist da. Sehr niedlich. Das war in letzter Minute!“ Ich hörte nur leises Quäken und dann bekam ich sie wider Erwarten auf die Brust gelegt. An der Schläfe hatte sie einen Schnitt, wo man sie versehentlich mit dem Skalpell erwischt hatte. Sie sah ganz anders aus als ihre Schwester. Ich begrüßte sie mit ihrem Namen und fragte dann, ich bin halt ein bisschen bekloppt, um wieviel Uhr sie da gewesen wäre. 4:49 Uhr hieß es. Komische Uhrzeit.

Danach ging es leider etwas bergab. Man nahm mir das Kind voller Bedauern ab, weil man nicht so recht zufrieden mit ihrem Aussehen und ihrem Verhalten war. Mir war nichts aufgefallen. Auf meiner Brust hatte sie ganz normal vor sich hin gequäkt.

Während ich zugenäht und versorgt wurde, teilte man mir mit, dass es dem Kind nicht gut ginge und man bereits die Kinderärzte aus dem Kinderkrankenhaus angefordert habe (tja, wer wollte nicht in ein KH mit Neugeborenenstation?). Eventuell müsste sie sofort verlegt werden und ein, zwei Nächte bleiben.

Die Tragweite war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht so recht bewusst. Schließlich war ich fertig und wurde in ein Bett umgelagert und in den Aufwachraum gebracht. Dort traf auch endlich der Mann ein. Der bekam natürlich direkt die schlechten Nachrichten zu hören. Die Kinderärzte waren auch grade eingetroffen.

Kurze Zeit später wurde ich zu ihr gefahren. Sie lag unter einem Tuch und guckte mich mit großen Augen an. Der Mann durfte auch gucken, musste sich aber vorher erst noch entsprechend umziehen.
Dann ging es zurück in den Aufwachraum und es hieß warten. Ich durfte was trinken und nickte immer wieder weg, um beim Aufwachen voller Ungeduld zu fragen, was die denn da drin so ewig machten. Ich machte mir wahnsinnige Sorgen und man versuchte mich zu beruhigen.

Gegen halb sieben schickte ich den Mann los, er sollte mal gucken gehen, aber da kamen sie auch schon. Mit dem Baby im Inkubator, für den Transport vorbereitet.

Sie hätte Atemprobleme und allgemein Anpassungsstörungen und müsste definitiv für ein paar Tage ins Kinderkrankenhaus verlegt werden. Ich konnte noch einen letzten Blick auf sie werfen, kurz winken und dann war sie weg.

In dem Augenblick brach ich in Tränen aus. Die Vorstellung, mein Kind nach den ganzen Strapazen jetzt nicht bei mir zu haben und zwar für längere ungewisse Zeit, war zu viel für mich. Der Mann und die Ärztin, die mich operiert hatte, taten ihr Bestes um mich zu trösten.

Es ließ sich nicht ändern. Gegen sieben Uhr wurde ich in den Kreißsaal gebracht, wo sich die Hebamme von mir verabschiedete. Sie hatte ja auch längst Feierabend. Eine neue Hebamme stellte sich mir vor und versprach, mir etwas zum Frühstück zu bringen. Außerdem würde sicherlich bald die Betäubung nachlassen, dann würde sie mir was gegen die Schmerzen geben.

Der Mann informierte unterdessen seine Mutter und meine Eltern und verabschiedete sich dann Richtung Kinderkrankenhaus. Ich bat ihn dringend um ein Foto von unserer Tochter.

Hier ende ich erstmal. Unser Kind war da, aber wir hatten noch kein Bild und auch immer noch keine Maße. Dabei war ich so neugierig.

Über die Zeit im Krankenhaus schreibe ich dann in einem gesonderten Artikel.

Warten – nicht mehr lange (40+2)

Nun, da ich über Termin bin, darf ich alle zwei Tage bei Frau Doktor antanzen. Was höchstens aufgrund der Nachmittagstermine ein bisschen unpraktisch ist, aber es lässt sich alles regeln.

So war ich also gestern wieder dort. Die coolste Arzthelferin der Welt führte das übliche Prozedere durch und schloss mich ans CTG an. Das Baby müssten wir mal aufwecken, meinte sie, was auch gelang. Außerdem stellte sie „eine leichte Wehenbereitschaft“ fest. Will sagen, die Wehenlinie war nicht mehr so flach wie ein Brett. Gespürt habe ich davon nicht wirklich was, aber immerhin.

Dann musste ich eine Weile auf meine Ärztin warten, aber ich hatte ein erfreulich gutes Buch dabei, von daher kein Problem.

Als sie kam, meinte sie, sie würde gerne mal nach dem Fruchtwasser schauen. Gesagt getan. Es stellte sich im US heraus, dass das Fruchtwasser nun tatsächlich deutlich weniger wird, nur mehr Pfützen und auch die Plazenta ist ziemlich eindeutig verkalkt. Für einen Tag über Termin sind das wohl schon recht eindeutige Übertragungsanzeichen. Eine ganze Woche lässt sich mich so definitiv nicht mehr rumlaufen.

Die Tastuntersuchung ergab leider nichts neues. Der Muttermund ist weiterhin recht weit hinten und zu. Sie hätte sich gerne die Farbe vom Fruchtwasser angeschaut, aber da war nichts zu machen.

Da die Herztöne auf dem CTG weiterhin super sind, hat sie mich für morgen nachmittag wieder einbestellt.

Ich schätze, da entscheidet es sich dann. Ich rechne derzeit damit, dass sie mich spätestens Freitag zur Einleitung schickt, falls sich bis dahin nichts von selbst tut.

Im Großen und Ganzen wäre das ok für mich, einfach, weil es so absehbar wird. Meine größte Sorge ist, dass die Einleitung nicht funktioniert und man letztlich doch einen KS machen müsste. Gleichzeitig hab ich das Gefühl, dass mein Körper nur einen kleinen Anschubser braucht.

Ich warte ab. Derzeit bin ich so entspannt wie die meiste Zeit. Wehenmäßig tut sich nichts, bis auf den üblichen harten Bauch.

Meine zweites favorisiertes Geburtsdatum ist übrigens der 9.8. Also morgen. Und wer weiß!

Wöchentlicher Statusbericht XXXVII

Wie weit bin ich: 40+0
Bauchumfang: am Bauchnabel 112 cm.
Gewicht: 73 kg
Das war schön: Ich hab den ET erreicht! Juchhu! Ansonsten Wartestellung. Das Wetter wird endlich besser. Und es ist nicht der 5.8. geworden. :D
Das war doof: Warten brüten warten. Der Mann will gewisse Dinge nicht mehr. Körper ist laut Tastuntersuchung doch nocht nicht so geburtsbereit wie ich dachte.
Ich vermisse: Nichts.
Heißhunger auf: Nichts.
Wehwehchen/Symptome: Sodbrennen. Kreuzbein. Ischias. Leichte Wassereinlagerungen. Stärkere Senkwehen und Übungswehen.
Ich freue mich: über jeden Schmerz. Und wenn es endlich überstanden ist. Wenn wir endlich die Geburt verkünden können.
Gekauft/Bestellt/Erledigt: Elternzeitantrag, naja, nicht geschrieben, aber angefangen.

WMDEDGT August 2017

Die Nacht ist gewohnt unruhig. Wie überhaupt fast alle der letzten Nächte. Ich wälze mich herum (immer schön übers schmerzende Kreuzbein und der Bauch wurde ja auch nicht kleiner in den letzten Wochen), plage mich mit Sodbrennen (diesmal in der schmerzhaften, nicht der brennenden Variante) und träume zwischendurch Blödsinn. Gegen halb eins muss ich mal aufs Klo. Das Kind jammert im Schlaf.
Später schlafe ich dann doch noch. Plötzlich ist es viertel vor sieben. Um zehn nach sieben gehen unsere Rolläden hoch. Das Kind wird auch wach. Der Mann kümmert sich um sie. Ich höre zu, wie er sie wickelt und anzieht. Ausnahmsweise geht alles ohne großes Drama von statten und ich bin sehr verliebt in die beiden.

Das Kind kommt vorbei und sagt mir Hallo, dann gehen sie runter frühstücken. Um halb acht quäle ich mich auch aus dem Bett. Wie mittlerweile jeden Morgen habe ich ziemliche Kreuzbeinschmerzen. Klo, Waschen, Anziehen, runtergehen, Frühstück für mich machen.

Der Mann beschließt, dass er Bewegung braucht und verabschiedet sich um acht für einen Gang in den Park. Als ich fast fertig bin mit Essen, steht das Kind plötzlich so komisch ruhig da. Gut, dann gehen wir erstmal wickeln. Zähneputzen ist ja auch noch nötig. Und eine Runde Haarebürsten. Oben möchte das Kind sich lieber verstecken, aber ich schaffe es doch noch, sie zu überreden.

Dann mache ich die Betten. Sie versteckt sich mit diversen Kuscheltieren unter ihrer kleinen Bettdecke und ich muss da zu singen: „$Kind, Bär, Kikaninchen und Löwe sind verschwunden…“ Ein ganzer Sermon.

Ich hatte am Tag zuvor die Betten neu bezogen. Ein Teil der Bettwäsche ist schon gewaschen und größtenteils trocken, heute kommt der Rest an die Reihe. Im Keller hilft mir das Kind, die Wäsche in die Waschmaschine zu packen. Dann darf sie Waschpulver einfüllen und die Maschine anstellen. Zwei Spannbettlaken von gestern sind noch nicht ganz trocken. Ich nehme sie mit nach oben und hänge sie auf die Terrasse. Ganz eventuell bleibt es heute wieder trocken. Absolute Ausnahmetage zur Zeit.

Das Kind und ich spielen Arzt. Und Verstecken. Außerdem fahren wir mit dem Auto, dem Schiff, der Eisenbahn. Dann klingelt es, der Papa ist wieder zurück. Ich gehe nochmal nach draußen. Ich will den Sandkasten überprüfen. Tatsächlich, der viele Regen in den letzten Wochen hat dazu geführt, dass das Wasser regelrecht darin steht und das trotz Abdeckung. Ich fange an, das Wasser rauszuschöpfen und muss das Kind davon abhalten, ihre Füße darin zu baden. Sie beschließt, im Garten zu „arbeiten“. Komischerweise braucht sie dafür Wäscheklammern. Ich frage lieber nicht nach.

Um halb zehn macht der Mann sich nochmal auf den Weg. Im Briefkasten lag gestern eine Benachrichtigung über ein Päckchen. Ich vermute, dass es meine Stillkugeln sind.

Unterdessen ist die Waschmaschine fertig. Wieder hilft mir das Kind, die Wäsche rauszuholen und verliert dabei im Wäschekorb irgendeinen Deckel, den sie mit sich rumgeschleppt hat. Ich verspreche ihr, dass wir den wiederfinden. Einen Teil der Wäsche hänge ich im Keller auf, den Rest auf der Terrasse. Der Deckel findet sich auch wieder. Das Kind ist begeistert.

Wieder steht der Mann vor der Tür. Tatsächlich hat er das Päckchen mit den Stillkugeln dabei. Das Kind überreicht es mir stolz. Wir machen alle ein Päuschen, das Kind darf noch kurz iPad gucken, dann bringt der Mann sie ins Bett.
Gegen elf geht er zu den Nachbarn rüber, dort muss eine Pumpe gereinigt werden und Hilfe ist immer gut.

Ich beschließe diesen, Beitrag zu beginnen.
Als nächstes steht die Vorbereitung des Mittagessens auf dem Plan. Heute gibt es Mangold-Lachs-Lasagne.

Gegegn 12 Uhr fange ich also an zu kochen. Es ist ein bisschen wenig Mangold, dafür gibt es umso mehr Lachs. Außerdem Mozzarella. Die Bechamelsauce wird klumpig, wie immer. Ich hab einfach kein Händchen dafür.

Als ich wieder ins Wohnzimmer komme, sehe ich, dass der Mann Ghostbusters im Fernsehen gefunden hat. Die gehören zu unseren gemeinsamen LIeblingsfilmen und wir können sie immer wieder ansehen. Eigentlich halte ich nichts vom Fernsehen tagsüber, aber naja.

Um viertel vor eins höre ich oben die Tür gehen. Das Kind hat ausgeschlafen und kommt die Treppe runter. So ist es mir am liebsten, weil sie dann meist ganz gut drauf ist. Wecken aus dem Mittagsschlaf ist immer keine so schöne Sache.

Essen möchte sie außer Banane nichts. Der Mann gibt ihr außerdem zwei Scheiben Wurst. Blöde Idee, sie isst die nie auf.

Wir essen die Lasagne. Dann tragen wir ein paar Kämpfe aus, weil das Kind einerseits gerne sofort zu Oma möchte, andererseits noch eine frische Windel braucht und drittens außerdem noch ganz dringend diverse Sachen spielen möchte. Eine gefühlte halbe Stunde heißt es: „Aba wir müssen noch verstecken/Hallihallo singen/hüpfen.“

Schließlich ist es geschafft. Der Mann fährt das Kind zu seiner Mutter. Ich räume ein wenig auf. Und beschließe mir den zweiten Ghostbustersfilm anzusehen. Der Mittagsschlaf kann noch warten. Ein Eis gibt es auch noch.

Mittagsschlaf von viertel nach drei bis viertel nach vier. Vorher übe ich noch die tiefe Hocke. Allmählich möchte ich das Kind doch mal rauslocken, weshalb ich nach dem Mittagsschlaf einen Chai-Tee trinke. Der Glaube versetzt Berge.

Übrigens möchte ich, so passend es für diesen Beitrag wäre, heute kein Baby bekommen. Heute haben schon viele Leute in meinem Umfeld Geburtstag und außerdem gefällt mir das Datum nicht. Ich bin bescheuert, ich weiß. Bisher tut mir das Baby den Gefallen und bleibt noch drin.

Wäsche abhängen ist angesagt. Ich betrachte den Sandkasten, der nun schon ein klein wenig trockener ist. Der Himmel wird aber schon wieder verdächtig dunkel. Was für ein Sommer…

Es beginnt wider Erwarten nicht zu regnen. Ich gammle etwas rum und lese meine Twitter-Timeline und meine Blogroll nach.

Schwiegermutter ruft an und berichtet offenbar vom sehr ausführlichen und erfolgreichen Spielplatzbesuch mit dem Kind. Außerdem bekommen wir sie wohl gebadet zurück, sehr praktisch!

Der Mann macht sich was zu Essen und fährt um 18 Uhr los, das Kind abzuholen.

Die beiden kommen etwa eine halbe Stunde später zurück. Das Kind geht grußlos an mir vorbei und macht sich dran, die Tüte mit den Klamotten auszupacken, die die Oma ihr mitgegeben hat. Darin unter anderem eine Dose blaue Knete. Ich bin nicht ganz so begeistert. Wir haben super selbstgemachte Knete, diese künstliche gefällt mir weder vom Geruch noch von der Konsistenz her. Das Kind krümelt 20 Minuten lang den Esstisch und ihre Duplosteine voll. Dann nimmt der Mann sie mit, um sie bettfertig zu machen. Es artet mal wieder zu einem Kampf aus, was meines Erachtens nicht hätte sein müssen.

Ich bin dann dran, das Kind zum Schlafen zu bringen. Wir gucken uns sehr ausführlich eines ihrer Wimmelbücher an. Am Schluss lobt sie mich. :D

Sie lässt die Rolläden runter, dann mache ich das Licht aus. Ich singe noch drei Lieder und lese etwas in meinem E-Reader, bis sie gegen 20 Uhr schläft.

Im Wohnzimmer duftet es nach Popcorn, da kann ich nicht widerstehen. Um halb neun mache ich mir aber doch Abendessen.

Wir gucken Leichtathletik WM. Ich schreibe kurz mit einer Freundin, die sich nach dem Stand der Dinge erkundigt und sie rät mir, früh ins Bett zu gehen.

Na, mal sehen. Wir haben noch Pläne für heute Abend!

Gute Nacht!

Warten (39+4)

Nun sitze ich tatsächlich hier, drei Tage vor ET und warte. Und brüte. Und warte.
Nie hätte ich gedacht, so weit zu kommen. Ich war ziemlich sicher, auf jeden Fall ein Julikind zu bekommen. Das ist jetzt auf jeden Fall ausgeschlossen.

Mir geht es im Großen und Ganzen ziemlich gut. Meine Reichweite (zu Fuß) beschränkt sich auf Kita hin und zurück und da beklagt sich der Bauch schon hin und wieder. Abends habe ich kräftige Senkwehen in den Oberschenkeln, die dabei ziemlich krampfen.
Das Baby wühlt eifrig in meinem Bauch herum, macht aber weiter keine Anstalten rauszukommen.

Anfang der Woche hatte ich so gar keine Lust mehr. Ich hatte Schmerzen und konnte kaum laufen. Die Schmerzen waren aber doch nur ein Muskelkater und wenn ich derzeit ohne Rückenschmerzen habe, bin ich doch immer noch ziemlich beweglich.

Die letzte Nacht war gut, ich habe ganz wunderbar geschlafen, die drei Nächte davor hatte ich mich stundenlang hin- und hergewälzt. Zum Glück habe ich immer Gelegenheit, ein Mittagsschläfchen einzulegen.

Verabredungen habe ich keine mehr. Ich habe auch kaum das Bedürfnis danach. Das Kind ist heute zum zweiten Mal diese Woche nachmittags bei der Oma. Es ist sehr angenehm für mich, aber tatsächlich langweile ich mich auch phasenweise.

Heute hat mich kurz die Putzwut gepackt und ich hab die Dusche mal gründlich gesäubert und andere Dinge, die mir so unter die Hände kamen. Längeres Stehen geht nicht mehr, ich bekomme ziemlich schnell Rücken- und auch Bauchschmerzen.

Hin und wieder habe ich ein verdächtiges Ziehen im Bauch, aber es löst sich dann doch immer in Wohlgefallen auf, wenn ich auf die Toilette gehe.

Ich esse Datteln, trinke Himbeerblättertee und übe die tiefe Hocke. Ich glaube, dass das durchaus alles was bringt. Morgen vormittage habe ich wieder Vorsorge bei meiner Frauenärztin und ich bin gespannt, ob ich sich ganz eventuell was getan hat. So richtig glaube ich aber nicht dran.

(Wer weiß, am Ende übertrage ich noch eine Woche. Als Ausgleich für die verkürzte Schwangerschaft beim letzten Mal. ;) )

Komm raus, Baby, wir können es kaum erwarten, dich kennenzulernen!