WMDEDGT Dezember 2017

Wie jeden Monat fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Zum ersten Mal auf den Wecker schaue ich um fünf Uhr und stöhne innerlich. Das hatten wir zuletzt öfter, dass das Baby um diese unchristliche Uhrzeit knallwach war. Doch sie lässt sich wieder in den Schlaf stillen. Um viertel nach sechs klingelt des Mannes Wecker. Um halb sieben ruft das große Kind energisch nach dem Papa. Der geht hin. Zwei Minuten später singt sie lautstark „Single Bells“ im Flur. Da wird auch das Baby wach. Nacht vorbei. Immerhin habe ich heute Morgen keine Rückenschmerzen. Mir ist es zu eng mit dem Baby in meinem Bett, aber sobald ich sie von meiner Matratze entferne und 20 Zentimeter weiter in ihr Bett lege, wird sie unweigerlich wach. Spätestens nach ein paar Minuten. Nun gut.

Der Mann kümmert sich ums große Kind, erklärt ihr aber, dass er erstmal duschen müsste, bevor sie runtergehen könnten.
Das veranlasst sie zu der Aussage: „Dann gehe ich eben runter, nehme mir die Fünf und setze mich aufs Sofa, ganz einfach!“
Klar, unten steht der Adventskalender. Sie kommt dann aber erst doch kurz ins Schlafzimmer, um ihre Schwester zu begrüßen. Dann geht sie wieder raus, macht das Licht an und geht runter. Ich höre sie am Adventskalender kramen und bin gespannt, ob sie die Schokolade wohl sofort essen wird.

Ich stehe auch auf, wickle das Baby und ziehe sie an. Dann lege ich sie unters Mobile und mache mich selbst fertig.

Unten sitzen der Mann und das große Kind am FRühstückstisch. In der Fünf waren ein kleiner Dekoengel und einer aus Schokolade. Der Adventskalender kommt von meiner Schwiegermutter und die Figürchen sind niedlich, aber sinnlos. Ich stelle sie als Deko auf den Kaminsims. Ein paar Minuten später wird dann auch der Schokoengel seinem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Ich mache mir Frühstück. Besonders hungrig bin ich nicht. Am Wochenende hatte ich mir den Magen verdorben, das hat meinen Appetit etwas zurechtgestutzt.

Gegen halb acht verabschiedet sich der Mann. Er hat heute Weihnachtsfeier und wird erst spät nach Hause kommen. Das wird ein langer Tag für mich.

Das Baby spielt unterm Spielebogen und kullert ein bisschen vor sich hin.

Ich schaffe mein Frühstück nicht vollständig. Ich räume ab, packe das Baby in die Wippe und gehe mit ihr in den Keller. Eine Ladung Wäsche muss in die Maschine und die Ladung vom Vortag abgehängt und gefaltet werden. Das große Kind kommt mit und befragt mich zu des Mannes Hemden, die an der Leine hängen. Ich stelle die Maschine an und falte nur ein paar Kleidungsstücke. Der Rest reicht auch später noch. Dann gehen wir wieder hoch. Das Kind macht ein Puzzle, ich stille das Baby.

Es ist Dienstag, Ausflugstag der Kitagruppe. Da braucht das Kind ausnahmsweise einen Rucksack mit Brotdose und Wasserflasche. Ich gehe in die Küche, um das Brot zu schmieren. Das große Kind schleppt ihren Rucksack hinterher.

So, alles fertig. Fünf vor halb neun, Zeit zum Zähneputzen. Außerdem andere Klamotten obenrum (der Mann hat das Kind für den tiefsten Winter angezogen) und überhaupt ne Hose anziehen. Und Haare machen. Ich bereite das Kind drauf vor, dass sie heute einen Friseurtermin hat. Sie ist skeptisch. Ich hantiere mit Haarspangen und Haarbürsten und denke mal wieder drüber nach, dass ein Junge echt praktisch gewesen wäre. Haare auf 12 mm runterrasieren, fertig. (Disclaimer: Ich würde meine beiden Mädels niemals wieder hergeben und das mit dem Jungen ist lediglich in meinem Kopf, nicht in meinen Handlungen oder sonst irgendwo. Und ja, genderneutrale Erziehung blabla, bei den Haaren bin ich konservativ. Solange ich mich um die Haare kümmern muss, bestimme ich die Frisur.)

Endlich ist das Kind vollständig angezogen und frisiert. Wir gehen runter, ich ermahne sie mehrfach, sich jetzt bitte doch mal die Schuhe anzuziehen, stopfe das Baby in ihre Jacke und lege sie in den Kinderwagen. Sie ist müde (man kann die Uhr nach ihr stellen) und schreit. Kind fertig anziehen, selber Schuhe und Jacke anziehen, rausgehen. Beim Abschließen merken, dass ich meinen Schal vergessen habe. Wieder reingehen. Das Kind sieht meinen Schal und möchte auch einen. Vor zwei Minuten wollte sie noch keinen. Nochmal reingehen. Kinderschal holen. Abschließen.

12 Minuten vor neun: Abmarsch. Das große Kind ausnahmsweise auf dem Buggyboard. Das Baby schreit weiterhin. Ich streichle sie hin und wieder und gebe ihr einen Schnuller, kann aber sonst nur abwarten. Kurz vor der Kita schläft sie ein.
Es nieselt übrigens. Acht Grad sollen es heute werden. Vor einem Jahr hatten wir Minusgrade und wunderbaren Frost.

Ich stelle den Kinderwagen in den Flur und gehe mit dem Kind in die Garderobe. Schnell ausziehen, Schläppchen an, ab in die Gruppe. Da ist es dunkel. Blöd. Wir gehen nochmal in den Flur gucken. Es sind auf jeden Fall schon Kinder aus der Gruppe da, aber wo sind die Erzieher. Nochmal in den Gruppenraum. Da ist jetzt Licht, aber statt der Erzieher sind da die Kitaleiterin und der Hausmeister. Die Erzieherin sei beim Frühstück, sagt sie mir. Das Kind findet das alles überhaupt nicht gut und klebt an mir. Die Leiterin nimmt uns mit zum Essraum, wo die Erzieherin auch tatsächlich sitzt. Das Kind möchte aber nicht frühstücken und klebt weiterhin an meinem Bein. Ich sage zu ihr, dass ich beim besten Willen nicht bleiben kann und verabschiede mich von ihr. Sie dreht sich um und geht Richtung Gruppenraum. Hm. Ok. Ich ziehe meine Schuhe an, gucke dann nochmal, ob ich sie sehe. Nein, gut, dann gehe ich jetzt nach Hause.

Das Baby schläft weiterhin. Zu Hause angekommen räume ich etwas auf, kümmere mich um die Wäsche, mache Betten und schaue immer mal wieder nach, ob das Baby nach wie vor pennt. Schließlich setze ich mich auf Sofa und lese Twitter nach. Nach ganzen anderthalb Stunden wird das Baby endlich wach. Wir stillen und spielen ein wenig. Auf der Krabbeldecke übt sie ernergisch das Drehen, aber es klappt nach wie vor nicht.

Ich recherchiere zum Thema Infrarotheizungen und mache mir etwas Gedanken, ob wir es wohl pünktlich zum Friseurtermin schaffen werden. Dank Ausflugstag isst die Kitagruppe heute spät, das hatte ich beim Terminausmachen nicht bedacht. Ich schaue nach, wie lang der Bus fährt. Drei Minuten? Huch? Oh. Das ist die U-Bahn. Natürlich, die gibt es ja auch noch, völlig vergessen. Na gut, wir werden wohl halbwegs pünktlich sein.

Um zwanzig nach 12 mache ich mir Essen warm. Es gibt klassischen Grünkohl mit Wurst. Das Baby sitzt auf meinem Schoß und grapscht mir immer wieder auf meinen Teller. Nein, meine Kleine, dafür bist du noch etwas zu jung!

Sie motzt und schläft nach ein paar Minuten an meiner Schulter ein. Ich setze mich mit ihr aufs Sofa, um diesen Beitrag zu beginnen. Da ist es kurz vor eins.

Es ist jetzt 13:22, das Baby wird wieder wach.

Wir  wickeln und stillen, ich gehe nochmal aufs Klo, dann gehen wir los. In der Kita müssen wir kurz warten, bis die Kinder mit dem Essen fertig sind. Leider hab ich den obligatorischen Fruchtriegel vergessen, aber ich hab genug Bestechungsschokolade eingepackt. Ähem.

Das Kind lässt sich zum Glück schnell anziehen, Jacke und Schal sind dreckig, der Ausflug war offenbar ein Erfolg.

Am Aufzug zur U-Bahn müssen wir warten und deshalb auf die Bahn und sind dann doch wieder in Verzug. Ich hasse es.

Wir kommen aber noch halbwegs pünktlich. Die Probleme fangen jetzt erst an, das Kind möchte sich nämlich trotz aller Versprechungen nicht die Haare schneiden lassen und klebt an meinem Hintern. 
Schließlich können wir sie überreden, sich die Jacke auszuziehen und sich auf den en Stuhl zu setzen. Umgang oder Handtuch werden nicht geduldet. Dann ohne.
Die Friseurin hat zum Glück Geduld und schließlich hat das Kind trotz Proteste und Gewackele die Haare wieder ordentlich. Ich gebe ordentlich Trinkgeld, dann verabschieden wir uns. Für ein paar Monate haben wir jetzt alle Ruhe. 

Wir gehen zum Einkaufszentrum. Auf dem Weg dahin muss das Kind Pipi. Ich lasse sie im Schutz vom Kinderwagen an einen Busch  pinkeln und trete dann zur Strafe in einen Hundehaufen.

Wir sitzen uns zum Stillen  und Schokolade essen auf eine Bank. Danach gehen wir einkaufen, was erfreulich reibungslos verläuft. Danach klettert das Kind noch in einem dieser Fahrzeuge rum, für die man Geld bezahlen muss, was ich aus Prinzip nicht tue, dann fahren wir mit dem Bus nach Hause. 

Wir sind um kurz nach vier zu Hause, fünf meter vor dem Haus schläft das Baby ein, so dass ich noch kurz draußen bleibe, um den Wagen zu schuckeln.
Das Kind ist irritiert und fragt mehrfach, ob ich jetzt reinkomme.

Ausziehen, Sachen aufhängen, Hände waschen. Letzteres ist ganz wichtig, da klebt sogar noch Ausflugsdreck dran. Abhärtung ist alles.

Das Kind darf die Smarties essen, die ich ihr versprochen hatte (ja, es gab viel Schokolade heute), ich esse Plätzchen und gucke kurz aufs Handy, dann machen wir die Kerze an, lesen das aktuelle Lieblingsbuch vom Kind („Alle Kinder dieser Welt“) und gleich zweimal die heutige Adventsgeschichte.

Gegen zwanzig vor fünf gehe ich in die Küche um einen nasses Tuch für die Hände vom Kind zu holen und stelle auf dem Rückweg fest, dass das Baby wach ist. Sie hat allerdings keinen Ton von sich gegeben. Ich überlege, ob sie wohl der Adventsgeschichte gelauscht hat.

Die Zeit vergeht mit Spielen, ein paar Lieder am Laptop gucken, Haferflocken essen, Stillen, einmal aufs Töpfchen und einmal aufs Klo gehen.

Um viertel vor sechs gehen wir hoch zum Baden. Ich puste mal wieder den Rand der Duschbadewanne auf und muss dann feststellen, dass da wohl nicht nur ein kleines Loch ist, sondern das Ventil kaputt ist. Die Luft geht so schnell raus wie rein. Der Pool kostet in der neuen Version mal eben 50€ und eigentlich hab ich keine Lust, das auszugeben. Ohne gehts zumindest die nächsten drei Jahre eher nicht.

Das Kind planscht im Bad, das Baby liegt mit den nackigen Beinen zappelnd auf dem Badvorleger und lutscht fröhlich an ihren Händen. Meine Kinder sind schon ziemlich toll!

Gegen zehn nach sechs hole ich das Kind aus der Wanne, dusche sie ab und gebe ihr das Handtuch. Sie legt sich neben ihre Schwester auf den Badvorleger. Ich bereite alles für die Nacht vor, hole eine Windel und den Schlafanzug und fülle den Becher fürs Kind. Ich ziehe das Kind an und putze ihr die Zähne. Immer wieder muss ich sie dazu vom Badvorleger holen und werde irgendwann ziemlich laut.

Dann kommt das Baby dran. Wickeln und in den Schlafanzug stopfen. Das Kind steht neben dem Wickeltisch auf einem kleinen Stuhl und fällt vor lauter Hampelei gleich zweimal runter. Das stört sie allerdings überhaupt nicht. Ob sie es wohl je lernen wird?

Das Baby kommt in den Schlafsack und ich lege sie ins Bett vom Kind. Das große Kind „liest“ ihr vor, während ich nochmal aufs Klo gehe. Dann stille ich das Baby und lese währenddessen zwei Geschichten vor. Gute Nacht, Licht aus, um zwanzig vor sieben schläft das Kind. War ein anstrengender Tag!

Ich gehe nochmal kurz mit dem Baby runter, sie ist noch nicht müde genug. Ich hole Geschenkpapier, der Mann hat morgen Schrottwichteln und hat mich gebeten, das Geschenk einzupacken. Das Baby knurrt mich an, wir gehen doch wieder hoch.

Ich wippe mit ihr auf dem Pezziball, bis sie schläft und lege mich dann mit ihr ins Bett, um sicherzugehen, dass sie wirklich schläft.

Um halb acht gehe ich runter, mache das Babyfon an und mir selbst Abendbrot. Dann packe ich das Geschenk ein, der Tee muss schließlich noch ziehen und esse dann vor dem Fernseher.

Mal schauen, wie der Abend wird, ich hoffe ruhig.

Gute Nacht!

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