Ein dreiviertel Jahr Chillerbaby

Mein liebes kleines Mädchen,

9 Monate wirst du heute alt. Übermorgen bist du genauso lange aus dem Bauch, wie du darin warst. Und nur noch drei Monate wird es dauern, dann bist du kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Ich kann es kaum fassen.

Denn du bist immer noch sehr Baby. War deine große Schwester schon mit zehn, elf Monaten Kleinkind, mit Spängchen im Haar, so kultivierst du deine Babyfrisur und in Kombination mit deinen großen Kulleraugen wirst du gerne mal für zwei Monate jünger gehalten als du bist. Ein Blick ins Fotoalbum bestäigt das. Äußerlich hast du dich in den letzten Monaten wirklich kaum verändert.

Aber ums Äußerliche geht es ja eigentlich nicht. Motorisch hat sich seit meinem letzten Bericht natürlich einiges getan, wenn auch anders als ich erwartet hatte.

Ich war sicher, dass du mit acht, achteinhalb Monaten sitzen können würdest. Nun, setzt man dich hin, sitzt du auch ganz ok, aber das ist ja nicht so ganz das Richtige. Mit einem dicken Kissen im Rücken darfst du aber seit Mitte April trotzdem schon im TrippTrapp sitzen. Ich versuche aber, es nicht zu übertreiben.

Auch der Vierfüßlerstand, aus dem das Sitzen ja in den meisten Fällen hervorgeht, ist noch nicht so recht etabliert. Seit einigen Tagen ziehst du immer wieder die Knie an, scheinst aber entweder keinen Sinn darin zu sehen oder es fehlt noch die Kraft, denn für gewöhnlich platschst du nach ein paar Sekunden wieder auf den Bauch.

Das heißt aber natürlich nicht, dass hier nur Frust herrschen würde. Denn vorwärts kommst du. Ende März fingst du an, dich zu kullern. Dass das vorkommt, hatte ich wohl gewusst, aber noch nie gesehen. Du hattest die Seitwärtsdrehungen bald perfektioniert und kullertest dich durch Wohnzimmer, bis du etwas interessantes zum Spielen gefunden hattest. Du warst darin auch ziemlich flott und man musste bald gucken, wo das Baby denn jetzt schon wieder hin ist.

Beim Kullern blieb es aber nicht lange, kurze Zeit später fingst du an zu robben, aber auch nur für ein paar Tage, dann kam das „Robbeln“. Ein Fortbewegungsart, die schon sehr an Krabbeln erinnert, allerdings mit dem Po unten und auf den Unterarmen. Da du damit in einem Affenzahn überall hinkommst, hast du vermutlich auch keine Interesse, „richtiges“ Krabbeln zu lernen.

Feinmotorisch geht es derzeit Richtung Pinzettengriff. Du bist an allem interessiert und grapschst auch alles an. Manchmal macht mich das wahnsinnig, weil ich die Sachen gar nicht so schnell in Sicherheit bringen kann.

Zwei Zähne hast du bekommen. Im Abstand von fast zwei Monaten. Jetzt ist aber erstmal wieder Pause.

Schlaftechnisch ist es ganz ok. Wenn du nicht gerade krank bist, schläfst du meist ganz gut, ich kann oft nicht sagen, wie oft du eigentlich aufwachst. Es gibt allerdings auch Nächte, in denen du plötzlich knallwach bist und das dann gerne mal für zwei Stunden. Es gibt schöneres, aber es ist auch nicht soo schlimm, wie man meinen könnte. Tagsüber stellst du dich derzeit von drei auf zwei Schläfchen um, es kommt allerdings immer darauf an, wann du aufgewacht bist. Du bist nach wie vor Frühaufsteherin und wir sind immer ganz froh, wenn du nicht schon um halb sechs guckst, ob Mama schon wach ist.

Ansonsten bist einfach ein gut gelauntes Strahlebaby, das bisher so gut wie gar nicht fremdelt.
Wir freuen uns jeden Tag über dich, kleine Maus!

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