WMDEDGT Juni 2018

Wie jeden 5. eines Monats möchte Frau Brüllen wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt um zehn nach fünf. Da ist das Baby endgültig wach und lässt sich nicht mehr in den Schlaf stillen. Ich bin genervt, denn ich bin todmüde und habe Halsschmerzen. Ich nehme das Baby mit, wickle sie und setze sie in das Zimmer des großen Kindes, wo sie spielen kann. Ich selbst lege mich ins Kinderbett und döse vor mich hin, bis das Baby zu quaken anfängt.
Nochmal wickeln. Dann hängen wir noch etwas rum, bis ich sie um kurz vor sechs dem Mann übergebe und nochmal eine halbe Stunde ins Bett gehe.

Das große Kind wird um halb sieben wach. Ich stehe um viertel vor sieben endgültig auf. Der Mann geht heute zum Glück etwas später zur Arbeit. Ich frühstücke und räume etwas auf. Der Mann ist mit dem Baby oben. Es ist verdächtig still. Sie ist wohl eingeschlafen. Klar, wer schon um fünf Party macht. Das große Kind und ich gehen Zähne putzen und Haare machen. Das ist jetzt etwas einfacher, war sie doch gestern beim Friseur. Dann beschließt sie, sich auch wieder hinlegen zu müssen. Ich gehe aufs Klo und stelle fest, dass ich meine Regel bekommen habe. Also Menstasse auskochen. Der Mann verabschiedet sich zur Arbeit. Ich gehe erneut aufs Klo. Um kurz nach halb neun wird das Baby wach und ich muss das große Kind etwas antreiben.

Wir gehen vermutlich pünktlich los. Ich habe meine Armbanduhr unauffindbar verlegt, weshalb ich etwas durch die Zeit schwebe.

Ich gebe sie in der Kita ab, nach einigem Hin und Her, denn eigentlich möchte sie mit ihren Freundinnen raus, es dürfen aber erstmal nur die Größeren raus.
Dann fahre ich nach Hause, wo ich eine Weile mit dem Baby abhänge. Dann versuche ich die Telefonnummer der Ansprechpartnerin von einer meiner offenen Bewerbungen herauszufinden. Es gibt keine. Also schreibe ich eine E-Mail und erhalte die Antwort, dass das Auswahlverfahren noch laufe. Wie nett, vielleicht hab ich ja Glück. Dann rufe ich beim Kinderarzt an, um einen Termin für die U8 vom großen Kind auszumachen. Mein Anruf kann nicht entgegen genommen werden. Ich hinterlasse eine Nachricht.

Gegen viertel vor elf mache ich die Gartenserie auf Netflix an, die ich kürzlich entdeckt habe. Das Baby spielt vor sich hin, wird dann aber unleidlich. Ich trage sie im Schlafzimmer in den Schlaf, es jetzt etwa 20 nach elf.

Dann beschäftige ich mich mit dem Briefkasten. Der ist rostig. Dabei ist das Edelstahl. Mit Putzstein kriege ich den Rost fast vollständig weg. Nun ist er ein wenig zerkratzt, aber das sieht man fast gar nicht.

Danach ist Zeit fürs Kochen. Heute soll es Bohnen-Kartoffel-Stampf geben. Ich schneide alles klein, setze die Kartoffeln auf und gehe dann die Serienfolge zu Ende anschauen. Jetzt sind die Bohnen dran mit Kochen. Im keller, wo ich das Bohnenkraut aus dem Gefrierfach holen will, erlebe ich eine kleine Enttäuschung. Das, was ich für Bohnenkraut hielt, ist in Wirklichkeit Thymian. Das Bohnenkraut hab ich dann wohl letztens versehentlich entsorgt. Wie schade, ich liebe Bohnenkraut.

Um viertel vor eins erwacht das Baby aus seinem Mittagsschlaf. Wir essen gemeinsam, danach spielt sie etwas und ich aktualisiere diesen Beitrag.

Gegen zehn vor zwei machen wir uns auf den Weg zur Kita. Das große Kind ist draußen im Garten und zum Glück willens mitzukommen. Das geht manchmal auch ganz anders. Sie freut sich, als ich sage, dass wir zur Bücherhalle gehen wollen. Das tun wir dann auch.
Dort angekommen, gebe ich die Bücher zurück und möchte dann erstmal dringend aufs Klo. Kaum habe ich das zum Kind gesagt, fällt ihr ein, dass sie dringend Kaka muss. Das Klo ist besetzt. Es ist sehr leise und ich hoffe, dass es überhaupt geöffnet ist. Schließlich hört man aber doch was. Ein Jugendlicher mit Handy in der Hand kommt heraus. Ich habe sofort unangenehme Bilder im Kopf. Jedenfalls können wir jetzt unsere Geschäfte erledigen.

Dann setze ich die Kinder in die Kinderbuchabteilung und gehe zu den Regalen mit Büchern für mich, dabei immer ein Auge auf dem Baby. Dort gibt es nämlich ein dreistufiges Podest zum draufsitzen und sie klettert später tatsächlich komplett drauf. Da stehe ich aber nebendran.

Ich finde einige Bücher und auch zwei Zeitschriften. Das Kind möchte sich merkwürdige Bücher und Spiele ausleihen. Ich überrede sie sanft zu einem Spiel und einem anderen Buch.

Nach dem Ausleihen und Verlassen der Bücherhalle gehen wir Richtung Einkaufszentrum. Ich habe ein Eis versprochen und muss vorher aber noch Geld holen. Das Eis gibt es im Einkaufszentrum selbst. Das Kind möchte ihre Eiskugel in der Waffel. Ich lasse ich breitschlagen und nehme selber Schokolade und Pfirsich im Becher. Wir setzen uns auf eine Bank. Das Baby darf auch mal probieren. Das Eis in der Waffel ist erwartungsgemäß eine Sauerei. Zumal sie die Waffel am Ende gar nicht isst. Es gibt das nächste Mal also wieder Eis im Becher.

Danach gehen Richtung Bus mit Halt beim Erdbeerhäuschen (3,50€ das Pfund, die von gestern hätten 2€ gekostet, das hab ich zu spät gesehen) und beim Bäcker, für eine Brezel.

Ab mit dem Bus nach Hause. Das Baby ist sehr müde und ich lege sie direkt hin. Gegen kurz vor vier schläft sie. Das Kind möchte das Spiel spielen. Es stellt sich heraus, dass die Anleitung fehlt. Super. Fürs Spielen nicht so dramatisch, aber ich fürchte, dass das auf uns zurückfällt. Denn eigentlich werden die Spiele beim Abgeben kontrolliert. Außerdem fällt uns auf, dass das Kind ihre Sonnenbrille in der Bücherhalle vergessen hat. Da kann ich frühstens Donnerstag nachfragen.

Um zwanzig nach vier wecke ich das Baby. Wir gehen nach draußen auf die Terrasse, wo der Sandkasten steht. Ich versuche ein wenig in einem meiner ausgeliehenen Bücher zu lesen, aber es ist hoffnungslos.

Das große Kind möchte ein Butterbrot. Ich mache ihr eins. Sie legt es auf den Sandkastenrand und wird sandig. Das Baby schleicht sich sofort heran und klaut das Brot. Beide manschen mit Brot und Wurst rum und spätestens als das Kind dem Baby die Wurst auf den Kopf legt, ist meine Geduld am Ende. Ich bin wütend und sammle alles ein.

Dann kommt zum Glück der Mann nach Hause. Das Kind darf ein bisschen fernsehen und er erzählt von der Veranstaltung, auf der er heute war. Dann baden wir die Kinder und ziehen sie an, wobei wir mehrere Kämpfe mit dem großen Kind ausfechten. Sie ist offenbar ziemlich müde und hat nur noch vollkommenen Blödsinn im Kopf.

Schließlich schaffen wir es auch, beide abzufüttern, eins kriegt Frischkäsebrot, eins Wurstbrot.

Um kurz nach sieben gehen wir nach oben, Windel anziehen und Zähne putzen. Mann und Kind gucken noch ein Wimmelbuch an, ich stille das Baby. Dann fährt er einkaufen. Die Kinder sind noch nicht müde und spielen noch ein wenig. Das Baby erkundet den Flur, reibt sich dann aber doch die Augen. Ich trage sie ausdauernd herum und singe, bis sie um kurz nach halb acht schläft. Das große Kind ist schon etwas eher eingeschlafen.

Im Wohnzimmer angekommen, räume ich etwas auf und schreibe diesen Beitrag zu Ende. Der Mann kommt vom einkaufen nach Hause und berichtet, dass es keine Haferflocken mehr gab. Oh oh!

Mein Tag wird nicht mehr lang sein. Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch, auf das ich mich noch etwas vorbereiten muss. Danach duschen und rechtzeitig ins Bett.

Gute Nacht!

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