18 Monate oder anderthalb Jahre (2)

Kleines Kind, nun bist du schon anderthalb. Haben wir nicht grad erst deinen ersten Geburtstag gefeiert?

Du hast dich im letzten halben Jahr sehr verändert. Gefühlt war das sogar mehr Veränderung als im ganzen Babyjahr. Du bist kein Baby mehr, auch wenn dich in der Kita immer noch viele als solches bezeichnen. Schuld daran sind sicher deine großen Augen und die immer noch irgendwie aus der Art geschlagenen blonden dünnen Haare auf deinem Kopf. Einen 1a Vokuhila hast du mittlerweile.

Gewachsen bist du auch, xx cm groß und wiegst etwa zehn Kg. Dazu hast du 12 Zähne, alle Schneidezähne und vier Backenzähne. Wir warten auf die Eckzähne, aber da lässt du dir mal wieder Zeit.

Du trägst bereits das zweite Paar Winterstiefel deiner Schwester auf und das ist immerhin schon Gr. 23. Was das angeht, kommst du eindeutig nicht nach mir.

Niedlich bist du! So unglaublich niedlich. Ich starre dich jeden Tag verliebt an und möchte dich ständig abknutschen vor lauter Niedlichkeit. Noch lässt du dir das gefallen. Du gibst auch selber Küsse, richtige, kein Abgelecke mit offenem Mund und wir konkurrieren alle darum, wer einen bekommt und wer nicht. Besonders deine große Schwester ist sauer, wenn sie mal keinen bekommt.

Laufen tust du bekanntlich seit deinem ersten Geburstag und das ist schon längst nichts besonderes mehr. Du wackelst fleißig durch die Gegend und läufst laut deinen Erzieherinnen auch beim Krippengruppenausflug immer mehr. Auch im Buggy zu sitzen ist dir leider nicht mehr so genehm, aber lasse ich dich laufen, stehst du gerne mal wie angewurzelt in der Gegend rum und irgendwann ist einfach die Zeit rum.

Überhaupt bist du gerne draußen. So ziemlich jeden Tag stehst du mit Jacke, Mütze und Schal in der Hand vor uns und hast auch schon mindestens einen Stiefel an, manchmal deinen, manchmal einen deiner Schwester. Ich freue mich darauf, wenn es endlich warm genug ist, dass man einfach so die Tür aufmachen kann.

In der Krippe gefällt es dir sehr gut. Du hast dich super eingewöhnt und deine Erzieher:innen sind sehr zufrieden mit dir. Schlafen und Essen klappt auch problemlos und du spielst immer mehr auch mit den anderen Kindern.

Wie es zu erwarten war, hast du direkt ein paar Viren eingesackt. Und noch ein paar mehr. Im November und Dezember warst du jede zweite Woche daheim. Jetzt im neuen Jahr ist es etwas besser geworden. Toitoitoi.

Du bist, wie schon deine Schwester, motorisch sehr geschickt, sowohl fein- also auch grobmotorisch. Tuben drehst du problemlos auf und übst dich an ersten puzzeln.

Sprechen ist dafür überhaupt nicht deins. Dein Wortschatz besteht aus „Mama“, „Papa“, „Baba“ (Tschüss) und „Wow“. Dazukommen noch ein paar Laute wie „Oh-oh!“, „Ja“ und „da“. Der ganze Rest wird mit Geplapper und der Silbe „Ba“ in allen Variationen aufgefüllt. Außerdem kannst du ein paar Tierstimmen nachmachen, dein Paradegeräusch ist hierbei die Ente (manchmal auch Frosch), das ist schon täuschend echt.

Ich bin gespannt, wann es bei dir klick macht. Zwar kannst du dich mit verschiedenen Gesten, Nicken und Kopfschütteln ganz gut verständlich machen. Und an mangelnder Ansprache liegt es jedenfalls nicht und du verstehst auch wirklich alles, was wir sagen und befolgst Anweisungen wie „Bring die Hose bitte ins Schlafzimmer in den Wäschekorb!“ problemlos.

Bücher und Musik sind dein Leben, da bist du ganz Tochter deiner Mutter. Die Bücher guckst du gerne auch alleine an, und um uns klarzumachen, dass du Musik hören willst, zeigst du einfach auf „Alexa“. Du tanzt auch gerne mal und das ist natürlich zu süß!

Was nicht ganz so süß ist, sind unsere Nächte. Als Baby hast du ja ziemlich gut geschlafen, aber seit August werden die Nächste immer schlechter und jetzt mit dem neuen Jahr ist es nochmal ne Stufe runtergegangen. Aktuell wachst du gerne mal halbstündlich auf. Wirklich schön. Immerhin hab ich recht zuverlässig einen Feierabend, das ist auch viel wert.

Es wird Zeit abzustillen. Tagsüber haben wir das schon seit etwa anderthalb Monaten geschafft, nur nachts kommen wir nicht davon los und vorher werden die Nächte wohl auch nicht besser.

Erschwert wurde das Abstillen bisher dadurch, dass du deinen Papa nachts total abgelehnt hast. Ab etwa 22 Uhr war Schicht im Schacht, hat er versucht dich zu beruhigen, endete das in einem Höllengebrüll. Entsprechend war ich die restliche Nacht stets gezwungen, die Brust auszupacken, auch wenn der Papa immer wieder versucht hat, mich zu entlasten.

Aber, und das lässt mich etwas positiver in die Zukunft blicken, in den letzten Nächten machen wir kleine Fortschritte. Der Papa darf dich nun auch beruhigen und kann das auch sehr schnell. Leider hält das nicht sehr lange an, aber immerhin. Ich arbeite am Insbettbringen ohne Stillen und bin letztens auch fast erfolgreich gewesen, aber du wolltest dann doch lieber Papa haben. Außerdem hast du eine Plüscheule in dein Herz geschlossen und wenn du die im Arm hältst, klappt das mit dem Wiedereinschlafen oft ganz gut, auch ohne Brust.

Es wird also werden!

Wir sind sehr dankbar, dass es dich gibt, kleine Maus!

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WMDEDGT Februar 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt eigentlich recht angenehm. Das kleine Kind hat erfreulich gut geschlafen. Da sie die Nacht zuvor sich mehrfach erbrochen hat, bleiben wir heute zu Hause und ich kann noch etwas liegen bleiben. Um viertel vor sieben wird sie wach. Wir gucken noch ein Buch an und stehen dann auf. Sie will sofort runter zu Papa und Schwester, ich bestehe aber doch erstmal auf Wickeln und Anziehen. Dann schicke ich sie runter und beginne mich anzuziehen.

Ich höre das große Kind unten jammern. Sie will hochgetragen werden. Ich frage sie, ob sie nicht vielleicht auch daheim bleiben will. Sie willigt ein und erzählt mir was von Bauchschmerzen. Na gut. Der Mann, der sie eigentlich in die Kita bringen soll, verabschiedet sich. Es ist etwa zwanzig nach sieben.
Ich helfe dem großen Kind beim Anziehen und sage dann in der Kita Bescheid.

Frühstückszeit. Das kleine Kind isst Brötchen und kriegt den Rest Haferflocken. Das große Kind hat schon gegessen und spielt vor sich hin. Ich frühstücke das übliche, lese in meinem Handy und gucke zwischendurch Bücher mit dem kleinen Kind, als es fertig ist mit Essen.

Dann kümmern wir uns gemeinschaftlich um die Wäsche. Zwischendurch muss ich das kleine Kind wickeln. Der Windelinhalt ist immer noch etwas fragwürdig. Dann lasse ich Ernie in der Küche fahren.

Das große Kind möchte ein Buch vorgelesen bekommen. Wir setzen uns aufs Sofa. Das kleine Kind fängt plötzlich an zu jammern und während ich noch denke: „Oh, oh!“, kotzt sie auch schon das Sofa voll. Klassischer Verlauf. Bis zu dem Zeitpunkt war sie nämlich scheinbar kerngesund und quietschfidel.

Ich schrubbe das Sofa ab und ärgere mich mal wieder, dass wir damals kein Glattledersofa bekommen haben. Genau aus diesem Grund war ich immer gegen den Webstoff. Wenigstens kann ich die großen Kissen abziehen und waschen.
Ich berichte dem Mann von der Chose. Wir besprechen, wer die nächsten zwei Tage daheimbleiben soll und ich melde mich schon mal kindkrank. Morgen geht es dann zum Arzt.

Das kleine Kind ist fit und lässt sich nichts anmerken. Ich bin aber noch skeptisch. Eine Stunde nach dem ersten Ausbruch sitzt sie auf einem Stuhl, ist motzig und kotzt dann auf Tisch, Stuhl und Boden. Und wischt natürlich sofort mit den Händen drin rum, war ja eh das meiste Wasser. Brrrr. Ich putze und ziehe sie dann um.

Das große Kind hat sich mittlerweile ins Bett verzogen und will offenbar die Gelegenheit zu einem Mittagsschlaf nutzen.
Nach dem Umziehen ist das kleine Kind müde und schlecht drauf. Ich trage sie in den Schlaf. Gegen viertel vor elf kann ich sie ins Bett legen. Auch das große Kind pennt. Ich lege mich aufs Sofa und lese Twitter nach. Frau Brüllen erinnert daran, dass heute der 5. ist. Ich hätte es mal wieder vergessen.

Ich bekomme Hunger, esse einen Keks und hänge dann die Wäsche auf. Danach koche ich One-Pot-Pasta. Und hoffe weiterhin, dass der Magen-Darm-Virus niemand anderen befällt.

Gegen viertel vor zwölf versuche ich, das große Kind zu wecken. Sie wird wach, weigert sich aber vorerst aufzustehen. Das kleine Kind schläft noch friedlich. Als ich wirklich endlich mit Kochen anfangen will (natürlich hab ich erstmal noch fünf andere Dinge erledigt), höre ich sie aber quaken. Es ist zwölf Uhr, sie hätte ruhig etwas länger schlafen können.

Die Kinder dürfen zwei Folgen Paw Patrol gucken, ich schnibbele in Ruhe mein Gemüse und koche eine extra Portion Nudeln fürs große Kind. Sie isst sie mit Ketchup. Das kleine Kind kriegt ein paar Nudeln von meiner One-Pot-Pasta. Ich esse zwei Portionen.

Den Nachmittag vertreiben wir uns mit Musik hören, Bücher angucken, Lesen und Kekse essen (ich), das Alphabet am Computer schreiben und ein Eis essen und Butterbrot essen (das große Kind), noch zweimal ein bisschen kotzen und ein paar Kekse essen (das kleine Kind), eine Höhle bauen, ein Kartenspiel spielen usw. usf.

Um zehn nach fünf kommt der Mann nach Hause. Er erkundigt sich nach dem Gesundheitszustand des kleinen Kindes und badet sie dann. Danach ist das große Kind dran. Mit Haarewaschen. Drama! Immer dasselbe.

Mir ist ein bisschen flau, ich kann mich aber nicht so recht entscheiden, ob ich Hunger habe oder mir jetzt auch schlecht wird.

Schließlich sind alle Kinder im Schlafanzug und kriegen noch etwas Butterbrot. Das kleine Kind hat nicht so recht Hunger, verständlich.

Es folgen nochmal zwei Folgen Paw Patrol, danach geht es nach oben, Zähne putzen. Der Mann bringt das kleine Kind ins Bett, ich das große. Ich hatte ihr eigentlich empfohlen, direkt unten zu bleiben, da sie sicher eh noch nicht schlafen, aber sie wollte ins Bett.

Ich schmökere in einem alten Buch und lese danach Twitter, während ich überlege, ob ich vielleicht doch mal was essen sollte. Gegen viertel nach sieben entscheide ich mich fürs Abendessen und gehe in die Küche. Als ich gerade fertig bin, höre ich, wie der Mann mit dem großen Kind spricht. Wusste ichs doch.

Sie kommt zu uns aufs Sofa. Der Mann zockt, ich aktualisiere diesen Beitrag.

Das große Kind geht gegen 20 vor acht wieder ins Bett. Ich sehe mir eine Dokumentation über den Buckingham-Palast an, während der Mann zockt. Das kleine Kind wird nur einmal wach.

Um kurz nach zehn gehen wir ins Bett. Gute Nacht!