Abgestillt (2)

Das kleine Kind ist nun abgestillt. Wie so vieles verlief auch dieses völlig anders als beim großen Kind.

War sie als Baby an der Brust nur so mittelinteressiert, änderte sich dies in etwa, als sie ein Jahr alt wurde und in die Kita kam. Besonders die Nächte wurden deutlich schlechter und ich habe viel geflucht und zwischenzeitlich befürchtet, ich würde wohl ewig, also mindestens zwei Jahre lang stillen. Zumal der Mann nachts bzw. ab etwa 22 Uhr nicht mehr von ihr geduldet wurde. Da hatte dann bitte Mama samt Brust parat zu stehen.

Im Januar wollte ich dann mal einen Schnitt beim nächtlichen Stillen machen und mich ausquartieren, doch das ging schief, bevor ich überhaupt richtig ins Bett gegangen war. Das kleine Kind war kaum zu beruhigen, also haben wir es erstmal wieder sein gelassen.

Dennoch habe ich es mit dem neuen Jahr geschafft, tagsüber abzustillen. Das Interesse war einfach nicht mehr da, am Wochenende legt der Mann das kleine Kind zum Mittagsschlaf, da hatte sich das Thema tagsüber dann auch bald erledigt.

Als nächstes ging es dem Einschlafstillen an den Kragen. Zweimal bin ich gescheitert, beim dritten Mal klappte es endlich. Seitdem schläft sie einfach auf meinem Arm ein. Gleichzeitig ging es auch nachts in kleinen Schritten voran. Der Mann wurde wieder geduldet, sie schlief leichter wieder ein, manchmal auch einfach so. Wir hatten aber auch einige Nächte, in denen ich die Brust verweigert habe und wir dann alle sehr lange wach waren.

Vor einiger Zeit quartierte sich dann der Mann aus Krankheitsgründen zum großen Kind aus und Ende Februar beschloss ich dann, das jetzt mal durchzuziehen und habe die Brust verweigert und ausgehalten. In der ersten Nacht habe ich noch zweimal gestillt, in der zweiten Nacht nur noch einmal, allerdings beide Seiten und in der dritten Nacht gar nicht mehr. Und das war es dann auch. Hin und wieder würde sie nachts noch gerne, aber das Thema ist durch.

Die Nächte sind leider noch nicht nennenswert besser geworden. Zwar gab es zuletzt schon ein paar Nächte, in denen sie bis zu sieben Stunden am Stück schlief, aber vom wirklichen Durchschlafen sind wir noch weit entfernt. Nun ist sie auch wieder erkältet, zudem sind nach wie vor die Eckzähne auf dem Weg, es wird also vorerst nicht leichter werden.

Immerhin muss ich auch bei diesem Kind nichts weiter abgewöhnen. Keine Flasche, keinen Schnuller, keinen Daumen.

Das große Kind habe ich 19 Monate und neun Tage gestillt, das kleine Kind 18 Monate und 16 Tage. In den gut drei Jahren Stillzeit hatte ich bis auf einige kleinere und größere Milchstaus keine weiteren Probleme, tatsächlich fiel mir das Stillen sogar ziemlich leicht. Trotzdem kann ich jede Frau verstehen, die sich aus welchen Gründen auch immer dagegen entscheidet. Und fühle gleichzeitig mit jeder Frau mit, die gerne stillen möchte, es aber warum auch immer nicht kann.

Dieses große Thema ist also durch. Ich bin froh drum, nicht so krass erleichtert, wie damals beim großen Kind, dafür aber auch kaum wehmütig.

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WMDEDGT März 2019

Wie jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen was wir eigentlich den ganzen Tag so machen..

Die Nacht verbringe ich beim großen Kind. Die letzten Nächte mit dem kleinen Kind waren extrem schlauchend, aber nun ist sie abgestillt. Immerhin. Jetzt ist der Mann mal dran.

Ich schlafe etwa fünf Stunden, bis ich um kurz nach vier wach werde. Pünktlich mit dem großen Kind, das mal pinkeln muss. Ich gehe auch, kann aber erstmal ne Weile nicht wieder einschlafen.

Der Wecker klingelt um fünf nach sechs, ich stehe eine Viertelstunde später auf. Die Kinder schlafen beide noch selig.

Waschen, Anziehen, Frühstücken. Der Mann weckt die Kinder und zieht das kleine Kind an. Die Nacht war wohl ganz ok.

Der Mann verabschiedet sich um kurz vor sieben. Ich füttere die Kinder ab, schmiere mir Brote und ziehe das große Kind an und das kleine Kind müslibedingt um.

Zähneputzen, Haaremachen, jeden Morgen dasselbe Spiel.

Eigentlich will ich noch eine Waschmaschine anschmeißen, aber das schaffe ich zeitlich nicht mehr. Nun, ob ich die Wäsche um drei aufhänge oder um fünf, ist wahrscheinlich auch egal.

Ich bereite das Wohnzimmer für Ernie vor, der fährt immer um 9 Uhr los und saugt.

Als wir aus dem Haus kommen, steht wie immer in letzter Zeit das Auto der Eltern des Nachbarn. Die bringen momentan immer den Enkel in die Kita, um die Mama zu entlasten. Vor zwei Monaten kam da nämlich noch ein kleines Schwesterchen an. An sich finde ich diesen Oma-und-Opa-Service ja gut, aber allem Anschein nach haben sie keinen Kindersitz im Auto und ich bin die ganze Zeit am überlegen, ob ich da mal was sagen soll. Oder der Polizei einen Tipp geben, mal bei der Kita Kontrolle zu machen.

Wir kommen pünktlich in der Kita an. Das große Kind sucht ihre Hausschuhe. Die sind ein paar Tagen verschollen. Ärgerlich, natürlich sind die ganz neu.

Ich verabschiede mich problemlos und werde vom großen Kind rausgeworfen.

Ab zur Arbeit. Dort bin ich die Erste und werde aus Urlaubs- und Krankheitsgründen wohl noch ne Weile allein bleiben. Ich nutze die Zeit, den Karton auszumessen, mit dem ich etwas verschicken muss. Leider ist er um einen Zentimeter zu breit. Ich verständige mich mit der Empfängerin und verkleinere den Karton mit Schere und Klebeband. Nun sollte es hinhauen.

Dann ist doch mal ein bisschen was zu tun. Da ich immer noch allein bin, lasse ich nebenher die Mädchensitzung des ZDF laufen. Ich liebe Karneval, in Hamburg ist da aber nicht viel los. Also gar nichts. Bis auf den Fasching in der Kita. Ich wundere mich mal wieder, dass auf der Mädchensitzung zwar der ganze Saal voller Frauen ist, auf der Bühne aber fast ausschließlich männliche Redner. Wäre genau diese Sitzung nicht mal eine super Möglichkeit das zu ändern?

Ich arbeite weiter vor mich hin, wundere mich über merkwürdige Nutzeranfragen und recherchiere noch ein Möbel für unser Schlafzimmer. Das gibt’s nur gar nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Um halb eins mache ich mir mein Essen warm. Normalerweise esse ich im Büro nur Brot, aber heute passt es ausnahmsweise mit dem warmen Mittagessen. Wir sind heute auch nur zu dritt, da stört das nicht so.

Halb zwei, Feierabend. Ich fahre mit der U-Bahn und hole die Kinder aus der Kita. Heute Nachmittag treffen wir uns ein letztes Mal mit meiner Freundin und deren Tochter. Übermorgen ziehen sie leider weg, so dass wir uns nicht mehr regelmäßig sehen können. Sehr schade! Wir essen Eis und Waffeln in einer Eisdiele im Einkaufszentrum. Danach gehen wir noch zusammen zu Budni, wo ich einem Türstopper in Form einer Eule nicht widerstehen kann. Das kleine Kind auch nicht. Sie liebt Eulen!

Dann verabschieden wir uns. Wir müssen noch ein paar Dinge im Supermarkt kaufen. Auch das ist bald erledigt, wir gehen noch für Brezel und Brötchen zum Bäcker und fahren dann mit dem Bus nach Hause.

Gegen 20 nach vier sind wir da. Ich verräume die Einkäufe. Das große Kind muss mal aufs Klo. Um viertel vor fünf kann ich endlich die Waschmaschine anschmeißen. Ich bin ziemlich kaputt und möchte am liebsten auf dem Sofa rumgammeln, aber das ist natürlich keine Option. Wir hören etwas Musik und gucken Bücher. Ich wundere mich etwas, weil der Mann noch nicht da ist, kann mich aber erinnern, dass er noch irgendwo hinwollte nach der Arbeit. Leider fällt mir nicht mehr ein, was das war.

Um viertel vor sechs stecke ich die Kinder in die Badewanne äh das Planschbecken. Also erst das kleine Kind, das große weigert sich zunächst, da ich ihr Haarewaschen angedroht habe. Das kleine Kind will dann auch gar nicht, dass ihr die große Schwester Platz wegnimmt, aber schließlich sind alle drin. Da kommt auch der Mann. Er hat ein neues Notebook gekauft. Das war das also.

Das kleine Kind kommt zuerst aus der Badewanne, der Mann kümmert sich um sie, während ich dem großen Kind unter dem üblichen Geschrei die Haare wasche. Es ist so nervig.

Dann brüllt es von unten. Jemand möchte offenbar sein Abendessen nicht essen. Ich ziehe dem großen Kind den Schlafanzug an und schicke sie runter. Nach dem Abendessen gibt es noch die übliche Folge Paw Patrol, dann gehen alle vier nach oben, Zähneputzen und dann ins Bett. Ich lese noch eine Geschichte vor und bringe dann das kleine Kind ins Bett. Das ist mittlerweile sehr einfach, ich halte sie einfach auf dem Schoß, bis sie einschläft. Meist kann ich dabei sogar noch etwas lesen.

Um halb acht verlasse ich das Schlafzimmer. Der Mann zeigt mir unten das neue Notebook, dann genießen wir etwas Zweisamkeit auf dem Sofa.

Dienstags Abends läuft immer Visite im NDR, ich habe ein Faible für solche Sendungen und staune über die Möglichkeiten der Medizin.

Um 22 Uhr gehen wir ins Bett. Gute Nacht!