WMDEDGT Juni 2020

Wie an jedem fünften eines Monats fragt uns Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mir ist erst nach 21 Uhr aufgefallen, dass heute der fünfte ist, mal sehen, an was ich mich noch erinnern kann.

Der Tag beginnt gegen halb sieben. Da steht der Mann auf. Das große Kind ist auch bei uns im Schlafzimmer, sie ist momentan recht anhänglich und kommt nachts häufig zu uns rüber.

Ich döse weiter bis viertel nach sieben und messe dann meine Temperatur. Immer noch kein Abfall, na sowas. Morgen dann, pünktlich zum Urlaub.

Ich stehe auf und gehe ins Zimmer vom kleinen Kind, das gerade vom Mann angezogen wird. Sie umarmt mich ganz fest. Dann gehe ich ins Bad und ziehe mich schließlich ebenfalls an.

Frühstück, alles wie immer. Gegen halb neun setze ich mich an den Computer. In Pandemie- und Home Office-Zeiten ist der Arbeitsweg kurz. Gute zwei Meter etwa.
Statt zu arbeiten lese ich allerdings erstmal Twitter nach und muss dann feststellen, dass das mit dem Arbeiten kein Spaß wird. Wie schon in den letzten Tagen immer wieder, bricht die WLAN-Verbindung des MacBooks, an dem ich arbeite, ab. Wir wissen nicht woran es liegt, es ist wahnsinnig erratisch und der Mann schon ganz schlecht gelaunt, weil er den Fehler einfach nicht findet.

Um viertel nach neun läuft es plötzlich doch und ich kann eine halbe Stunde arbeiten. Danach wird es wieder schwieriger. Um 10 Uhr haben wir unseren täglichen Call über Slack. Dieser läuft wie immer völlig glatt, ohne Verbindungsabbrüche.

Danach mache ich den Kindern etwas im Fernsehen an, damit sie Ruhe geben. :D

Ich bin derweil auf der Suche nach hübscher Wolle, ich will mir ein bestimmtes Paar Stulpen stricken.

Die Verbindung bricht erneut ab, teilweise kann ich gar nichts tun. Der Mann probiert wieder alles mögliche.

Um viertel nach elf will ich meinem Chef schreiben, dass ich aufgrund der technischen Probleme nicht mehr weiterarbeiten kann. Ich hatte ihm schon am Tag zuvor davon berichtet und er hatte sich noch dazu zurückmelden wollen. Ich kann die Nachricht erst gar nicht absenden, da die Verbindung sich nicht aufbaut.

Schließlich klappt es doch. Er bietet mir an, mir per Kurier meinen Arbeitsrechner zustellen zu lassen. Das ist leider ein ziemlich großes Ding und da wir derzeit zu zweit im Home Office sind, habe ich keine Möglichkeit, ihn irgendwo dauerhaft aufzustellen. Auf dem Schreibtisch ist kein Platz, auf dem Dachboden wäre zwar Platz, aber da ist oft der Mann zum telefonieren. Yay. Ich hatte mir erhofft, er würde mir einen Laptop besorgen. Pustekuchen.

Nach dem urlaub werde ich einen weiteren Rechner vom Mann ausprobieren, der leider ne miese Tastatur hat, da brauch ich noch eine andere dazu. Es ist frustrierend.

Zwischendurch erholt sich die Verbindung und ich kann mich noch kurz mit Chef2 unterhalten.

Der Mann macht Mittagessen, die Kinder essen Nudeln, wir Kartoffeln mit Spinat und Spiegelei.

Dann arbeite ich noch ein wenig und bestelle zwei Stränge Wolle. Um halb zwei mache ich Feierabend und gehe Koffer packen. Morgen fahren wir nach Fehmarn. Das Wetter wird nicht so gut wie erhofft. Der Koffer ist schon halb voll, ich hatte dem großen Kind nämlich zwischendurch Anweisungen gegeben wieviel sie von welchen Kleidungsstücken raussuchen soll. Sie hat sie akkurat und ordentlich in den Koffer gepackt, ich bin ganz erstaunt.

Der Mann will mit den Kindern ein Eis essen gehen. Das große Kind tut so, als würde er ihr damit wer was antun und lässt sich auch nicht dazu überreden, mitzukommen. Also geht der Mann mit dem kleinen Kind allein.

Ich lege Wäsche zusammen, räume sie weg und lege mich dann eine Weile aufs Bett. Das große Kind will ein Buch vorgelesen bekommen. Ich mache ein paar Minuten die Augen zu.

Dann kommen der Mann und das kleine Kind zurück. Er will noch eine Runde spazieren gehen. Die Kinder wollen fernsehen. Okay. Ich mache ihnen was und lege mich aufs Sofa. Zwischendurch nicke ich tatsächlich ein.

Es ist 20 vor vier, als ich den Fernseher wieder aufmache und ich beschließe einen Tee zu trinken. Die Kinder wollen raus in den Garten.
Als ich auch rauskomme, werde ich ziemlich sauer. Die vorher ordentlich saubergeregnete Terrasse ist schon wieder voller Erde. Ich weise die Kinder an, die Terrasse wieder halbwegs sauber zu machen, Wasser ist ausnahmsweise genug da.

Dann sammle ich das Sandspielzeug ein und schreibe mit Edding unseren Nachnamen drauf. Ich räume ewtas die Terrasse auf und bringe das Töpfchen, welches wegen des Sommerwetters draußen stand, nach oben zum saubermachen. Oben erschreckt mich der Mann, ich hatte nicht mitgekriegt, dass sie schon wieder da sind.

Die Kinder wollen rein. Beide sind nass und werden weitestgehend ausgezogen.

Sie gehen nach oben spielen. Ich fange ein neues Buch an. Schließlich werden wir hochgerufen. DIe Kinder haben oben im Flur Stühle aufgebaut und wollen uns eine Show vorführen. Das große Kind singt improvisierte Lieder und versucht dem kleinen Kind was beizubringen, was aber nicht klappt. Das kleine Kind wird daraufhin kurzerhand für krank erklärt und in des Mannes Bett geschickt. Ich schwanke die ganze Zeit zwischen Unglauben, Stolz und Fremdscham.

Danach ist es Zeit zum Duschen. Ich fange die Kinder ein und dusche sie nacheinander, inklusive Haarewaschen.

Schließlich gibt es Abendessen für die Kinder. Das große Kind isst Brot, das kleine Kind „Babybrei und Gürki“. Eigentlich ist sie für Getreidebrei schon viel zu groß, aber es ist keine Alternative genehm. Selbst wenn sie Brot will, knabbert sie nur ein wenig dran. Sie spachtelt den Brei ziemlich flott und spuckt dann einen Teil wieder aus, auf den sauberen Schlafanzug. Juchhu.

Letzte Fernsehration für heute, danach geht es unter lautem Gebrüll der ganzen Familie (Gebrüll aus Spaß!) nach oben. Zähneputzen und noch eine Geschichte vorlesen, der Mann begleitet das kleine Kind in den Schlaf, das große Kind hört noch eine Bibi und Tina-Geschichte.

Ich gehe runter und mache mir Abendessen. Mir ist schon ziemlich schlecht vor Hunger. Ich lese beim Essen mein Buch weiter. Das liest sich ziemlich flott und ich überlege, ob ich es wohl schaffen werde, es noch vor unserer Abfahrt morgen fertig zu lesen, damit ich es nicht mitschleppen muss.

Um kurz vor acht steht das große Kind wieder im Wohnzimmer. Der Mann macht die Tagesschau an und ich rege mich über alles auf. Danach bringe ich das Kind hoch und hole mir eine Jacke.

Ich beschließe, dass ich Lust auf „Handwerkskunst“ habe und sehe mir auf YouTube, wie ein Kirchenfenster gemacht wird. Der Mann spielt Baseball am Computer.

Dann fällt mir auf, dass ich diesen Artikel noch schreiben muss und stelle fest, dass ich von meinem WordPress-Konto abgemeldet bin. Es dauert, bis ich das wieder hinkriege, auch, weil ich erstmal meine E-Mail-Adressen verwechsle.

Jetzt ist es 22 Uhr. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich den halben Nachmittag ein Buch gesucht habe, das die Kinder von meinen Eltern geschenkt bekommen haben. Ich habe das ganze Haus abgesucht, das Buch bleibt verschwunden.

Außerdem war ich den größten Teil des Tages ziemlich genervt. Weil ich permanent unterbrochen wurde, in egal was ich tat. Entweder von den Technikproblemen oder den Kindern.

Ich bin froh, dass wir morgen in den Urlaub fahren und freue mich darauf, mal was anderes zu sehen.

Gute Nacht!

WMDEDGT April 2020

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.
Heute in der Coronavirus-Edition.

Der Tag beginnt um viertel vor vier, da weint -huch!- das große Kind. Sie kann nicht mehr schlafen. Der Mann bringt sie ins Schlafzimmer und legt sich stattdessen in ihr Hochbett.
Eine Viertelstunde weint das kleine Kind, noch eine Viertelstunde später bringt er dann auch sie ins Schlafzimmer und meint, am besten solle ich mich ins Bett vom großen Kind legen, er würde bei den Kindern bleiben. Nun gut.
Es ist Ruhe bis ungefähr sieben Uhr, dann stehen die Kinder auf, spielen erst im Zimmer vom kleinen Kind, dann in dem, in dem ich liege, dann geht das große Kind aufs Klo mit dem kleinen Kind als Gast und weil alle Türen aufstehen, kriege ich auch alles im Dolby Surround Sound mit. Schön.
Der Mann macht den Kindern ein Peppa Wutz-Hörspiel an, ich schließe die Tür unauffällig. Die Kinder hören so viel Peppa Wutz in diesen Tagen, dass sie sich wahrscheinlich bald in Schweinchen verwandeln werden.

Der Mann steht auf und geht zum Bäcker, die Kinder besuchen mich im Hochbett. So um acht stehe ich aber auch auf. Klo, waschen, anziehen, ach nee, ich könnte mich mal auf die Waage stellen. Trotz sehr wenig Bewegung aktuell noch nicht nennenswert zugenommen, gut.

Ich habe, vermutlich von der relativ weichen Matratze im Kinderbett, Schmerzen im unteren Rücken. Ich mache ein paar Yogaübungen. Ganz schön steif bin ich geworden. Die Mitte 30 nähern sich mit großen Schritten.

Eine Runde mit dem Wäschekorb durch alle Zimmer, dann ab in den Keller. Oh, da hängt ja noch die Wäsche von vor ein paar Tage. Die Maschine wird auch gar nicht so ganz voll, na gut. Trotzdem einschalten.

Erstmal wieder nach oben, Tischdecken. Und die Spülmaschine muss auch ausgeräumt werden. Der Mann kommt mit den Brötchen zurück.
Ich koche Tee und ein Ei. Ich spare mir das Frühstücksei, schließlich esse ich grad jeden Abend ein hartgekochtes Osterei. Das reicht.

Bis wir frühstücken ist es halb neun.
Danach geht es ans Putzen bzw. vorher müssen wir natürlich noch aufräumen. Immer wieder ein Vergnügen. Was alles an Zeug rumliegt. Der Mann startet im Keller, da haben die Kinder nämlich vor einiger Zeit ein Döschen mit Glitzer ausgeleert und immer, wenn jetzt jemand in den Keller geht, glitzert auch der Rest vom Haus.

Dann kümmere ich mich um die Wäsche. Die alte Wäsche abhängen, die saubere aufhängen, vorher muss ich aber noch ein paar Minuten warten, bis die Maschine endlich fertig ist. Ich hänge nur einen Pullover in den Keller, der Rest kommt auf die Terrasse in die Sonne.
Danach gehe ich nach oben Zähne putzen und das große Kind mal ein bisschen grundreinigen. Zähne putzen, Haare bürsten, man verwahrlost ja völlig, wenn man unter der Woche keinen richtigen Rhythmus hat. Na gut, so schlimm ist es noch nicht.

Ich tausche die Handtücher aus, während der Mann mit dem Staubsauger nach oben kommt. Wieder ab in den Keller. Eine neue Maschine anstellen, diesmal mit Handtüchern und Unterwäsche.
Der Mann schickt sich zu wischen an, natürlich kommen die Kinder jetzt auch runter, ganz schlechter Zeitpunkt.
Ich locke sie wieder hoch und lese drei Bücher vor. Dann ist der Mann fertig mit Wischen und holt das kleine Kind zum Mittagsschlaf ab.

Es ist elf Uhr und ich gehe mit dem großen Kind hoch auf den Dachboden. Da steht meine Nähmaschine. Ich habe einer befreundeten Familie versprochen, „Rotzfahnen“, also behelfsmäßige Atemschutzmasken, zu nähen. Die Masken sind fast fertig, jetzt muss ich die Bindebänder nähen. Ganz fertig kann ich sie dann aber immer noch nicht machen, weil mir der Draht für die obere Verstärkung fehlt. Die dafür geplanten Wäscheklammern befinden sich im Zimmer vom kleinen Kind. Ok, es eilt ja nicht.

Um halb zwölf gehe ich runter, die Sendung mit der Maus läuft. Wir lernen was über Flughäfen und Waschanlagen.

Es ist Sonntag. Normal würden wir nach der Maus zu meiner Schwiegermutter zum Mittagessen fahren. Aufgrund der Pandemie soll aber jeder schön daheim bleiben, also tun wir das natürlich auch. Der Mann hat Lust auf Griechisch. Ich bestelle mir eine Ofenkartoffel. Dazu gibt es frischen Spinat, der war letzten Mittwoch in der Biokiste.

Der Mann geht das kleine Kind wecken, ich hänge Wäsche auf. Das große Kind matscht schon wieder auf der Terrasse mit Erde und Sand rum. Das Kärchern der Terrasse kann ich mir dieses Jahr wohl sparen.

Das kleine Kind ist wach und kommt runter, der Mann geht das Essen abholen. Jetzt matschen beide auf der Terrasse rum, ich verziehe mich in die Küche und bereite den Spinat auf. Das ist wie immer eine Riesenmenge und viel wird nicht davon übrig bleiben. Ich denke mir Spinat-Slogans aus: „Frischer Spinat – großes Gemüse ganz klein“ oder so ähnlich.

Zum Spinat kommen Zwiebeln, Knoblauch, Sahne und Gewürze in den Topf. Da kommt auch der Mann mit dem Rest vom Essen.
Jetzt müssen wir allerdings erstmal die Kinder von Sand und Dreck befreien. Wir tragen beide nach oben ins Bad, das große Kind kommt in die Dusche, das kleine säubere ich im Waschbecken.

13 Uhr, Mittagessen. Die Kinder essen Pommes. Meine Ofenkartoffel ist auch ganz lecker.

Danach beschließt das große Kind basteln zu müssen und erbitte ausgerechnte vom Mann Hilfe, der überhaupt gar nicht basteln kann.

Der Nachmittag vergeht bei den Kindern mit sehr viel Matsch und Sand, Roller- und Radfahren, bei mir mit Teetrinken, Lesen und Schwätzchen mit dem Nachbarn halten (schön mit Abstand natürlich). Außerdem spricht das große Kind ausführlich mit dem Nachbarn über Ostern und Kuscheltiere. Ich amüsiere ich sehr beim Zuhören. Die Nachbarn sind Muslime und feiern eher kein Ostern.

Gegen 16 Uhr fährt der Mann los, um mit seiner Mutter spazieren zu gehen. Er setzt sich auch eine der Masken auf.

Gegen später spielt das große Kind draußen mit dem Nachbarssohn. Die Nachbarn halten sich auch weitgehend zu Hause auf, die Ansteckungsgefahr wird also wohl gering sein. Zum Glück haben wir nicht noch mehr Nachbarskinder, man kann den Kontakt also gut kontrollieren. Und ich bin froh, dass die Kinder wenigstens einen Spielkameraden haben.

Ich ärgere mich ein wenig über die Sand-Matschmengen auf der Terrasse und schaufele einiges davon ins Beet zurück. Dort hat das große Kind schon ein kleines Schlammbad angelegt. Zum Glück ist der Garten eh ein einziges Chaos, da macht das auch nichts mehr aus. Im Sandkasten ist mittlerweile kaum noch was. Im Prinzip könnte man einfach einen Sandhaufen aufschütten.

Der Mann kommt nach etwa einer Stunde zurück und bereitet gegen viertel vor sechs die Badewanne vor. Das kleine Kind ist ausgesprochen dreckig und freut sich aufs Planschen.
Plötzlich steht das große Kind im Flur und möchte Luftballons haben. Ich kündige an, dass es keine Luftballons gibt, sie sich jetzt vom Nachbarn verabschieden soll, die Badwanne wartet.

Die Kinder baden fröhlich, dann möchte das kleine Kind raus. Ich trockne sie ab und ziehe sie an. Dann möchte sie noch etwas vorgelesen haben. Ich höre verdächtige Geräusche aus dem Bad und rufe dem Kind zu, sie möge bitte nicht alles unter Wasser setzen.

Vergeblich, als ich wieder zu ihr komme, ist natürlich alles nass. Ich bin ziemlich sauer und lasse sie das auch ziemlich deutlich wissen.

Der Mann kommt und kümmert sich um sie, während ich das Bad trockenlege.

Dann gibt es Abendessen für die Kinder. Das große Kind isst Butterbrot, das kleine Kind hat sich Brei gewünscht.

Anschließend dürfen sie noch etwas fernsehen, danach gehts Zähneputzen und ab ins Bett. Ich lese noch zwei Geschichten vor und verteile Wasser an alle. Der Mann bleibt beim kleinen Kind, ich gehe hoch auf den Dachboden, um noch etwas zu nähen. Es läuft ganz gut, aber natürlich fluche ich wieder und trenne ein paar Nähte auf. Es ist wie beim Stricken, ich muss alles nochmal aufgemacht haben, damit es fertig werden kann.

Um 20 Uhr gehe ich runter, um Abendessen zu essen.

Wir gucken Tagesschau, im Fernsehen läuft mal wieder nichts. Ich schreibe diesen Beitrag zu Ende.

Duschen muss ich noch, mehr tut sich heute nicht.

Gute Nacht!

WMDEDGT März 2020

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt wie üblich um fünf nach sechs mit dem Weckerklingeln. Das kleine Kind liegt neben mir und fummelt an meinem Bauch herum. Ich hatte sie gegen halb eins zu mir geholt und wohl trotz des kleinen Gastes unter meiner Decke ganz ok geschlafen. Jetzt wird mir aber die Nähe zu viel und ich herrsche sie irgendwann an, sie möge mich doch jetzt einfach mal für einen Moment in Ruhe lassen. Ich bin eh kein Morgenmensch und das Gefingere an meinem Körper macht mich irre.

Das kleine Kind ist verständlicherweise nicht amused, der Mann tröstet sie.

Ich messe meine Temperatur und stehe schließlich auf. Das kleine Kind verschwindet im Kinderzimmer vom großen Kind, wo sie aufs Hochbett klettert und die Spieluhr aufzieht. Das große Kind lässt sich nicht stören.

Aufs Klo gehen, waschen, anziehen, dann das kleine Kind zum Anziehen überreden, das große Kind guckt zwischendurch auch vorbei, lässt sich Haarspangen in die Haare machen und geht dann runter zum Mann. Das kleine Kind wünscht die pinke Hose anzuziehen. Die wird allmählich zu kurz, wie ich feststellen muss. Schade! Als Gegengewicht zum ganzen Pink ziehe ich ihr das Fischerhemd über. Das passt jetzt wie angegossen. Wenigstens das.

Ab zum Frühstück. Auch hier nichts Neues. Müsli, Brötchen, Schwarztee. Das kleine Kind hat ein Honigbrötchen vor sich. Nachdem wir jetzt wieder anderen Honig haben, ist Nuss-Nougat-Creme wohl nicht mehr der Aufstrich der Wahl. Ich erkenne da meinen Bruder wieder. 😊

Der Mann verabschiedet sich gegen kurz nach sieben. Die Kinder wollen Musik hören.

Ich gehe in die Küche, Brote schmieren, Radio hören. Dann schicke ich schon mal das große Kind hoch zum Anziehen, auch wenn ich nicht sehr optimistisch bin, dass sie das tun wird.

Das kleine Kind kommt mit ihrem Regenschirm in die Küche, den ich für sie öffnen soll. Wir gehen dann auch so die Treppe hoch, das heißt, ich darf den Regenschirm über sie halten. Passiert ja öfter, dass es im Haus urplötzlich zu regnen beginnt!

Oben liegt das große Kind auf ihrer Decke herum. Erfahrungsgemäß nützen Aufforderungen jetzt nichts mehr, also fange ich an, sie aus- und anzuziehen. Sie wünscht ein Kleid anzuziehen. Gemeinsam ziehen wir ihr die Strumpfhose an, das geht im Team einfach viel besser!

Danach ist Zähneputzen angesagt. Beide Kinder laufen weg, ich darf beim kleinen Kind nicht nachputzen, unterdessen ärgere ich mich über die Zahnputztabletten. Ich würde die ja echt gerne standardmäßig benutzen, aber überzeugt bin ich nicht.

Das große Kind fängt an, sich Blumenhaarspangen in die Haare zu machen. Dabei müssen wir die doch erst noch bürsten, seufz.

Also, alles wieder raus und Haare bürsten. Danach die Spangen wieder rein. Das kleine Kind möchte auch eine Blume haben. Eine blaue (naja, mintfarbene) ist noch da. Sie ist zufrieden, verhandelt aber drei Minuten später mit dem großen Kind darüber, dass sie eigentlich eine rosafarbene möchte. Der Tausch klappt zum Glück problemlos.

Schließlich sind wir fertig im Bad und gehen Schuhe und Jacken anziehen. Das klappt relativ problemlos und wir gehen gute fünf Minuten eher aus dem Haus als die Tage zuvor, ich muss nicht mal die Stimme erheben. Das ist auch mal ganz angenehm. Das kleine Kind läuft zunächst, möchte am Ende der ziemlich langen Einfahrt aber doch in den Buggy.

Das große Kind möchte mal wieder „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen, ist aber nicht sofort sauer, weil sie es nicht sofort errät. Sind Kinder in dem Alter eigentlich immer so schlechte Verlierer? Ich finde das anstrengend!

Ich liefere die Kinder in der Kita ab und gehe zur U-Bahn. In der Bahn beginne ich ein neues Buch: „Eat, Pray, Love“ von Elizabeth Gilbert. Das ist mir letztens als eines der am häufigsten abgebrochenen Bücher begegnet (vermutlich nicht repräsentative Stichprobe), ich bin aber optimistisch, dass es dieses Schicksal bei mir nicht erleiden wird. Ich bin sofort in den Bann gezogen und lese, ich gestehe es, auch im Büro noch weiter. Ist eh noch keiner da.

Das ändert sich aber bald, wobei es ziemlich ruhig bleibt. Mein einer Chef ist im Urlaub, ein Kollege noch krank.

Ich mache meinen Kram, gratuliere nebenher einem länger nicht gesehenen Kumpel zum Geburtstag, kontaktiere Freunde, die uns am Samstag besuchen wollen, mit der Frage, wann sie denn aufschlagen wollen und schicke eine kurze Nachricht an jemanden, mit dem ich eigentlich sehr eng befreundet bin, von dem ich aber länger absolut nichts gehört habe. Ich habe das ungute Gefühl, dass er mich ghostet. Das wäre sehr schade, aber man wird es wohl akzeptieren müssen.

Ich mache mir einen Tee. Als ich wegen der Ziehzeit auf die Uhr sehe, stelle ich fest, dass ich das zur exakt selben Zeit tue wie am Tag zuvor. 10:33 Uhr scheint meine Teetrinkzeit zu sein.

Ist nicht viel los heute. Ein Paketmensch liefert vier große Pakete mit Büro- und Hygienematerial ab. Unser Büro ist also voll versorgt. Auch mit Desinfektionsmittel. Brauchen tun wir es eigentlich nicht, aber was das angeht, stoße ich auf taube Ohren. *seufz*

Draußen scheint die Sonne, ich freue mich über den blauen Himmel. Letzten Monat hat es wahnsinnig viel geregnet, die Sonne war kaum zu sehen. Auch wenn wir keinen richtigen Winter hatten, allmählich würde ich mich über ein paar schöne warme Tage freuen.

Ich korrespondiere weiter mit besagten Personen (ich werde doch nicht geghostet, juchhu!) sowie mit dem Mann, der fragt, wann die Einschulung vom großen Kind in die Vorschule sei (voraussichtlich am Geburtstag vom kleinen Kind, Timing!) und ob sie bis dahin in der Kita bleiben könne. Ich denke schon. Ich versuche rauszukriegen, ob wir für die Hortbetreuung einen Gutschein brauchen, werde aber nicht so richtig fündig. Am besten warte ich erstmal ab, ob wir den Vorschulplatz überhaupt kriegen. In den nächsten Wochen sollte sich das klären.

Ich gehe zu Chef2, um ihn zum Thema IP und VPN zu befragen, aber irgendwie landen wir bei den Themen Paprikahendl und Zitronen. Sowas.

Plötzlich ist es 13 Uhr. Wann ist das passiert? Bald schon Feierabend!

Um halb zwei mache ich Feierabend und fahre zur Kita. Das große Kind ist draußen und buddelt in der Sandkiste. Ich bitte sie, nochmal die Hände zu waschen und es zieht sich alles ewig hin, weil sie dann doch nochmal pinkeln muss usw.
Dann holen wir das kleine Kind ab. Sie ist ausnahmsweise gut drauf und bereits angezogen. Die letzten Tage lag sie immer noch gemütlich im Bettchen und wollte nicht aufstehen.

Ich ziehe die Kinder an, dann gehen wir zur U-Bahn. Wir wollen in die Bücherhalle. Unsere eigentliche Bücherhalle ist derzeit geschlossen, also fahren wir zwei U-Bahn-Stationen weiter in den nächsten Stadtteil. Ausnahmsweise kommt der Aufzug sofort, ist leer und fährt tatsächlich auch unten. Das kommt ungefähr nie vor, normal verliere ich an diesem Aufzug Unmengen an Lebenszeit.
Ich bin froh, wenn wir keinen Buggy mehr brauchen werden.

In der Bücherhalle angekommen, gesellen sich die Kinder ziemlich schnell einer Mutter, die zwei Mädchen vorliest. Ich finde ein Buch, auf das ich schon seit Ewigkeiten warte, außerdem zwei weitere und suche noch ein Buch für die Kinder heraus. Die Kinder suchen sich auch noch zwei heraus und spielen mit den anderen beiden Mädchen.

Schließlich beschließe ich, dass es jetzt Zeit ist, weiterzugehen. Wir leihen die Bücher aus und ich scheuche alle runter zum Klo, ich habe das dringende Bedürfnis, mir die Hände zu waschen. Danach gehen wir ins Café direkt nebenan. Die Kinder möchten Waffeln, es gibt leider nur noch eine, ich bestelle mir ein Stück Schokokuchen. Dazu noch was zu trinken und zwei Brötchen für morgen. Wir setzen uns hin und das kleine Kind trinkt und trinkt und trinkt ihr Wasser. Das große Kind hingegen tut, als würde sie sterben, weil in dem Wasser nämlich ein Hauch Kohlensäure ist. Tja, Pech gehabt.

Gegen halb vier gehen wir wieder und gucken uns die ziemlich interessante Spielplatzlösung neben dem Stadteilhaus an. Hier kann man an und in einem Container spielen. Da aber bald noch einige Kinder am Start sind und ich auch irgendwie nicht so Lust habe, ewig da rumzustehen, gehen wir nach zwanzig Minuten wieder. Wir gehen zur Bushaltestelle, wo alles voller Menschen ist. Ich bin skeptisch und beschließe, die längere Variante zu nehemn und mit der U-Bahn zu fahren.

Um viertel nach vier etwa sind wir zu Hause. Die Kinder wollen sofort die neuen Bücher vorgelesen haben. Ich würde mich eigentlich gerne ausruhen, aber keine Chance. Also lese ich alle drei Bücher vor, eins davon sogar zweimal.

Danach möchte das große Kind Haferflocken und das kleine Kind Weintrauben. Ich leere endlich den Komposteimer aus und fülle bei der Gelegenheit Vogelfuttersäule und Futterhäuschen auf. Als ich danach im Keller bin, um den Komposteimer zu säubern, höre ich von oben das Kind brüllen. Es sitzt auf dem Klo und macht Kaka. Und ist sauer, weil ich sie nicht sofort gehört habe. Yay.

Also gehe ich nach oben, Hinternn abwischen und gebe ihr dann die gewünschten zwei Blatt Papier zum Malen.
Ich geselle mich wieder zum kleinen Kind, das jetzt auch Haferflocken möchte. Während wir am Tisch sitzen, kommt der Mann heim.
Das kleine Kind ist begeistert! Papa ist ihr Held!

Das große Kind kommt runter und präsentiert ihr Bild. Es ist sehr schön bunt, wie eigentlich alle ihre Bilder.

Aus irgendeinem Grund wird sie kurz darauf aber furchtbar sauer, verlangt ihr Bild zurück und verschanzt sich in ihrem Zimmer.

Na gut. Bis etwa 18 Uhr schlagen wir Zeit tot, danach gehts ab nach oben, Kinder umziehen. Ich kümmere mich um das motzige große Kind und ziehe sie erfolgreich um. Beide Kinder kriegen Zähne geputzt und dürfen danach runter, fernsehen. Ich bleibe oben und starre sehr angestrengt in den Vergrößerungsspiegel. Ich habe nämlich schon den ganz Nachmittag das Gefühl, am inneren linken Augenwinkel sei ein Haar oder ein Fussel. Es kitzelt ständig. Ich hantiere mit der Pinzette, bin aber erfolglos. Wahrscheinlich mal wieder Einbildung.

Gegen viertel vor sieben sind die Kinder fertig mit fernsehen und wir gehen wieder nach oben. Das große Kind klagt ausdauernd über Schmerzen in den Füßen. Ich tippe auf Wachstumsschmerzen und verabreiche Salbe und ein bisschen Schmerzsaft. Dann lese ich vier Geschichten vor. Danach bringe ich das kleine Kind rüber in ihr Zimmer, wo der Mann schon wartet. Ihre Windel fühlt sich ziemlich voll an, weshalb ich nochmal wickle. Das große Kind steht auch schon wieder auf der Matte. Ich creme des kleinen Kindes Arme ein und muss dann feststellen, dass das große Kind sich die Cremetube geschnappt hat und nun ordentlich Fettcreme auf ihren Füßen verteilt. Su-per.

Ab ins Bett. Der Mann singt dem kleinen Kind vor, ich mache für das große Kind ein Hörspiel an. Ich sage ihr Gute Nacht und muss mir, kaum, dass ich wieder unten bin, anhören, ich hätte sie ja gar nicht gefragt, ob sie nochmal aufs Klo muss. Ok, schuldig im Sinne der Anklage.

Ich setze mich mit dem Laptop hin und schreibe diesen Text weiter. Außerdem überlege ich, ob ich jetzt noch was esse. So richtig Hunger habe ich nicht, was ordentliches gegessen habe ich aber auch noch nicht und in der Küche wartet Kürbis mit Reis und ordentlich Knoblauch. Davon werde ich mir wohl gleich noch was warm machen.

Mal sehen, was der Abend noch bringt!

Gute Nacht!

WMDEDGT Februar 2020

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Die Nacht ist so lala. Nachdem wir die letzten Nächte durchgeschlafen haben, jeder in seinem Bett, tausche ich diesmal gegen eins mit dem kleinen Kind das Lager. Kurze Zeit später wird das große Kind wach, muss aufs Klo und wegen nasser Schlafanzughose selbige wechseln.

Um fünf nach sechs klingelt der Handywecker und ich frage mich, warum Nächte immer so schnell vorbei sein müssen. Ich bleibe wie üblich noch etwas liegen, messe meine Temperatur und höre, wie nebenan das große Kind ihre Zimmertür mit Karacho wieder zu zieht. Die Tür ist etwas krumm, daher muss man mehr Kraft aufwenden.

Ich gehe aufs Klo, ins Bad und dann ins Schlafzimmer. Das kleine Kind pennt noch friedlich.

Ich ziehe mich an und versuche dann, sie zu wecken. Sie ist not amused, schließlich kann ich sie aber in ihr Zimmer bringen, wickeln (huch, nicht nur Pipi) und anziehen. Das große Kind steht erfreulicherweise unterdessen auch auf und geht runter zum Frühstück.

Ich schicke das kleine Kind runter und komme dann mit dem vollen Wäschekorb nach. Ab in die Küche, Frühstück machen. Außerdem ist heute Ausflugstag, das bedeutet, noch zwei Brotdosen extra zu befüllen. Was freue ich mich drauf, wenn das große Kind in die Vorschule kommt und ich das jeden Tag machen muss. Wobei ich ja so oder so Brote für mich schmiere. Trotzdem.

Es zieht sich alles, kurz vor sieben sitze ich schließlich am Frühstückstisch und befrage den Mann nach der Krankenkassenkarte vom großen Kind. Heute Nachmittag findet nämlich das Highlight der Woche statt, die Kinder haben einen Zahnarzttermin. Ich kriege die Karte vom Mann, das große Kind möchte dann wissen, wann sie wieder zum Zahnarzt gehen. Ich sage, im Sommer.

Also, hoffentlich, das letzte Mal ist nämlich schon ein Jahr her. Sie will wissen, an welchem Datum. Ich bin genervt und motze sie an, dass ich das doch nun wirklich nicht weiß.

Das kleine Kind übt laut „Aaaah!“ zu machen. Na, hoffentlich führt sie das später bei der Zahnärztin genauso gut vor.

Der Mann verabschiedet sich.

Ich beende mein Frühstück, gehe mit der Wäsche in den Keller und stelle die Waschmasche an. Außerdem bringe ich die Kiste nach oben. Wir bekommen heute eine neue Biokiste und die alte soll natürlich mitgenommen werden. Dann bereite in der Küche die Rucksäcke vor und höre die Radiocomedy. Das kleine Kind kommt vorbei und teilt mir mit, sie habe Kaka gemacht.

Ich schicke das große Kind schon mal hoch zum Anziehen und gehe kurz darauf mit dem kleinen Kind hinterher. Also, nachdem ich sie eingefangen habe. Ich wickele sie rasch (hm, Durchfall?) und erfrage nebenbei beim großen Kind, wie weit sie mit dem Anziehen ist. Immerhin schon beim Unterhemd. Super, in der Zeit hätte sie sich komplett anziehen können.

Ich helfe ihr schnell und gehe dann mit dem kleinen Kind zum Zähneputzen. Wir sind spät dran, ich hasse das. Zum Glück kooperieren beide Kinder ganz gut. Heute Nachmittag müssen wir ja schon wieder Zähneputzen, yay.

Ab nach unten. Das kleine Kind kriegt einen Anfall, weil wir jetzt erstmal zur Kita fahren. Sie wollte wohl direkt zum Zahnarzt. Angaben wie „heute Nachmittag“ versteht sie natürlich noch nicht so wirklich.

Schließlich beruhigt sie sich, lässt sich anziehen und besteht darauf, einen Plüschigel vom großen Kind mit in die Kita zu nehmen. Das große Kind erlaubt es zum Glück.

Als die Kinder schon draußen sind, fällt mir ein, dass ich vergessen habe, meine Haare zu machen. Irgendwas fällt im Bad immer hintenüber. Also nochmal schnell nach oben, schon in Mantel und Schuhen.

Schließlich können wir los. Draußen ist wunderbares Wetter, es hat zum ersten Mal seit längerem wieder gefroren (und das Anfang Februar) und der Himmel ist ganz klar. Die Sonne ist auch schon aufgegangen. Ich wünsche mir zutiefst, das Wetter würde ein paar Tage so bleiben, aber für die nächsten Tage ist schon wieder milderes Wetter, Regen und Sturm angesagt. So werden die Winter in Zukunft vermutlich meistens aussehen. Die Kinder tun mir leid. Das kleine Kind hat noch nie bewusst Schnee erlebt, bis auf das bisschen Industrieschnee zu Anfang des Jahres. Traurig.

Auf zur Kita. Das kleine Kind sitzt friedlich im Buggy, das große Kind beschwert sich, weil wir so schnell laufen und ihre Beine würden ja schon soo weh tun. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Ich liefere die Kinder unerwartet pünktlich ab und schaffe sogar noch die frühere U-Bahn. Der Weg zur Arbeit verläuft ereignislos. In der Bank hole ich noch Geld und bin kurz nach halb neun im Büro. Mein Kollege ist schon da. Erstmal Fenster auf und dann aufs Klo gehen.

Die anderen Kollegen trudeln nach und nach ein. Ich suche Informationen für die Polizei heraus. Eine Person wird vermisst und die Beamten rücken erst nach und nach mit den wichtigen Details für meine Suche heraus. Nun sollte es aber geschafft sein.

Der Vormittag vergeht wie üblich. Ich kümmere mich um die Nutzer, trinke Tee und esse Kaffeeschokolade. Leider macht mein Magen derzeit schon beim Gedanken an Kaffee die Grätsche, daher muss die Schokolade herhalten. Zwischendurch bestelle ich einen Schwung Fotoabzüge für die Fotoalben der Kinder. Die letzte Aktualisierung ist schon wieder ein halbes Jahr her, wieso vergeht die Zeit so schnell? Ich freue mich schon aufs Einkleben, leider wird es noch ein paar Tage dauern, bis ich die Bilder abholen kann.

Ich schneide mir einen Apfel auf (es gibt jetzt Büroobst) und diskutiere mit Chef1 über Lebensmittel mit Z. Ich werfe Zyankali ein, aber er ist nicht überzeugt.

Außerdem auf meiner Agenda: Endlich das neue Video von Lindemann zu gucken. Es ist.. explizit. Sehr. Aber das war ja zu erwarten. Meine Freundin geht nächste Woche zum Konzert, ich bin ein bisschen neidisch.

Um 13:30 Uhr mache ich Feierabend und fahre die Kinder abholen. Das große Kind sitzt noch beim Essen, also hole ich erstmal das kleine Kind ab. Es guckt mit ihrer Erzieherin und ein paar anderen Kindern ein Buch an. Ich erfahre, dass sie einen Ausflug gemacht hat und viel gelaufen ist und gut gegessen hat.

Im unteren Stockwerk ist das große Kind immer noch nicht fertig mit Essen. Ich setze mich auf die Bank im Flur und unterhalte mich mit einer andere, sehr schwangeren Mutter. Sie bekommt das dritte Kind und ich bin sowas von nicht neidisch. Nach 5,5 Jahren (in ihrem Fall) nochmal mit dem Babykram anfangen, nein danke. Das kleine Kind kuschelt sich friedlich an mich. Da kommt endlich das große Kind und ihre Freundin angelaufen. Sie wollen wissen, wann die Freundin mal bei uns übernachten kann. Das wird schwierig die nächsten Wochenenden, zumal ja auch bald die kleine Schwester der Freundin auf die Welt kommt. Sie sind ziemlich enttäuscht. Wir verabreden, dass das große Kind bald mal zum Spiele vorbei kommt.

Ich ziehe die Kinder an, dann machen wir uns auf den Weg. Ich muss allerdings noch einmal umdrehen, weil wir den Rucksack vom großen Kind vergessen haben.

Zuhause will ich was essen. Ich schaffe immerhin die Suppe, dann muss das große Kind muss kacken. Kaum ist sie fertig, meldet sich das kleine Kind. Die sprechen sich irgendwie immer ab. Da wir schon mal oben sind, putze ich beiden Kindern die Zähne.
Dann setze ich sie vor den Fernseher, um mal kurz in Ruhe fertig essen zu können. Danach müssen wir auch schon los. um 20 vor vier sind wir unterwegs und erwischen grade so den Bus. Wir müssen einmal längs durchs Einkaufszentrum, daher haben wir den Buggy mitgenommen. Das bereue ich prompt, der Aufzug, ein neuer übrigens, größer und schicker als der alte, funktioniert nicht.

Ich danke mal wieder dem Himmel, dass wir kein Baby und entsprechend keinen großen Kinderwagen mehr haben, so dass ich die Kinder die Treppe hochschicken und den Buggy hochtragen kann.
Jetzt müssen wir ein kleines Stück übers Parkdeck. Das kleine Kind möchte nicht, lässt sich dann aber doch überreden. Um kurz vor vier sind wir in der Praxis angekommen. Das kleine Kind läuft begeistert herum: „Lila! Lila“ Richtig, in dieser Praxis ist wirklich alles lila. Wir müssen noch kurz ins Wartezimmer. Ich beschließe nochmal kurz aufs Klo zu gehen, aber da werden wir schon aufgerufen.

Ich bin gespannt, wie die Kinder sich schlagen werden und tatsächlich benehmen sie sich absolut vorbildlich. Erst ist das große Kind dran. Alles ist in Ordnung, die Zahnärztin entdeckt lediglich einen leicht verfärbten Zahn. Sie testet ihn auf Kälte. Offenbar ist er gesund. Ich kann von der Verfärbung nichts erkennen. Das große Kind macht alles ohne Mucks mit. Dann setze ich das kleine Kind auf den Stuhl und sie sperrt sofort den Mund auf. Auch hier ist alles prima, sie lässt auch ein bisschen kratzen am Zahn problemlos zu. Ich bin ziemlich stolz auf die beiden. Sie bekommen jede noch eine Zahnbürste geschenkt, dann verabschieden wir uns wieder.

Im Einkaufszentrum riecht es verführerisch nach Schmalzgebäck. Die Kinder lieben Schmalzgebäck und so kaufe ich eine Portion. Es wurde grade erst hergestellt und ist noch ganz heiß. Wir setzen und hin, um das Zeug zu essen. Neben uns sitzt ein älteres Ehepaar. Die Dame erzählt dem Mann, im Geschäft gegenüber gäbe es „Handeulen und Schaufeln“. Das ist das erste mal, dass ich das Wort „Handeule“ in der Öffentlichkeit höre. Bisher kannte ich das nur aus dem Fernsehen.

Nach dem kleinen Imbiss gehen wir zu Budni, das große Kind muss ich auf dem Weg dorthin zweimal von den Angeboten der Eisdielen wegziehen. Im Budni ist es etwas anstrengend, wir brauchen zwar nicht viel, aber die Kinder streiten sich ständig um das kleine Karussell, welche in dieser Filiale steht.

Endlich können wir bezahlen und zum Bus gehen. Die Kinder laufen hinter mir her, bis plötzlich das große Kind schreiend auf dem Boden liegt. Offenbar ist sie über ihre eigenen Füße gestolpert. Sie brüllt ziemlich laut, woraufhin ich sie erstmal in den Buggy verfrachte. Da kommt auch schon der Bus, welcher zwar die Tür vor unserer Nase zumacht, aber ein netter Mensch im Innenraum macht die Tür wieder auf. Ich setze das kleine Kind auf einen Sitz, der Buggy ist ja besetzt. Leider will sie dort nicht sitzen bleiben und so nehme ich sie schließlich auf den Arm.

Zuhause angekommen ist es zehn nach fünf. Ich verräume die Einkäufe und gehe dann in den Keller Wäsche ab- und aufhängen. Mit ersterem werde ich grade fertig, da brüllt es von oben schon wieder: „Mama, ich bin auf Klo, Kaka machen!“ Nie kann ich was in Ruhe erledigen.

Endlich hängt die Wäsche. Es wird Zeit, die Badewanne fertig zu machen. Der Mann ist leider immer noch nicht da. Ich quatsche die Kinder mühsam in die Wanne. Manchmal ist es ein bisschen anstrengend hier. Ich setze mich in den Flur und lese Twitter nach. Meine ganze Timeline ist voll mit Tweets zu Thüringen. Die Nazis dort freuen sich. Manchmal frage ich mich, ob auch irgendwann mal wieder was Gutes passieren wird. Der Klimawandel ist in vollem Gange und die Nazis nutzen jede kleine Möglichkeit, wieder an die Macht zu gelangen.

Schließlich kommt der Mann nach Hause. Er stattet den Kindern im Bad einen kurzen Besuch ab und geht dann runter, Abendessen vorbereiten. Ich wasche den Kindern die Haare und hole sie aus der Wanne. Bis ich sie angezogen habe, vergeht eine Ewigkeit.
Um viertel nach sechs sind wir endlich wieder unten. Das große Kind isst ein Butterbrot, das kleine Kind möchte nichts. Wovon lebt die bloß?

Die Kinder dürfen noch was gucken, ich schreibe solange an diesem Beitrag weiter.
Um zehn vor sieben gehen wir hoch. Das dritte Mal Zähneputzen an diesem Tag, dann lese ich noch drei Geschichten vor, während der Mann mit seiner Mutter telefoniert. Dann bringt er das kleine Kind ins Bett, ich gehe runter und lese in meinem Buch. Es dauert offenbar heute, bis das kleine Kind schläft. Er ist um etwa 20 vor acht unten und macht sich was zu essen. Kaum hat er sich hingesetzt, klingelt sein Handy, ein ehemaliger Kollege ruft an.

Ich mache mir auch etwas zu essen und schreibe dann diesen Beitrag fertig. Um viertel nach acht erscheint der Mann wieder unten.
Wir diskutieren die Ergebnisse in Thüringen.

Dann sieht er sich den Rest seiner Serie an, ich lese mein Buch fertig. Danach gucken wir die Halftimeshow von Prince beim Superbowl 2007.

Später schreibe ich noch mit meiner Freundin.

Bis ich abends das Licht ausmache, ist es halb elf.

Gute Nacht!

Bücher, Kinofilme und Serien 2019 – Auswertung

2019 habe ich den zweitbesten Wert meiner Buchstatistik erreicht: 78 Bücher habe ich gelesen, davon 9 eBooks. Mein im letzten Jahr gesetztes Ziel von 60 Büchern habe ich also weit übertroffen, das ist sehr erfreulich!

Thematisch war es extrem gemischt, bis auf ein gewisses Faible für Romane, die in einer wie auch immer gearteten Zukunft spielen (allerdings keine Dystopien), gibt es keine wirklichen Themenschwerpunkte.

Dafür habe ich zum ersten Mal darauf geachtet, wer denn die Bücher, die ich so lese, eigentlich geschrieben hat, will sagen, ich wollte mehr Frauen lesen.
Es ist recht ausgeglichen, 40 Bücher wurden von Männern geschrieben, 36 von Frauen und zwei von gemischten Teams.
Ziel für 2020: Mehr von Frauen (außerdem Enbys, trans Personen, usw.) als von Männern lesen.

2019 war ich wieder öfter im Kino, viermal, das scheint so mein Maximalwert zu sein, schon seit Jahren. Ich habe auch meine Abneigung gegenüber das „Alleine ins Kino“-Gehen überwunden und war im Januar in Der Junge muss an die frische Luft und im Dezember in Die Eiskönigin 2. Beide waren wirklich toll und berührend!

Zwischendrin war ich noch in Once upon a time in Hollywood, der war ganz nett, zog sich aber ziemlich und außerdem in Star Wars – Rise of Skywalker. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, finde aber, dass es jetzt gut ist mit den Star Wars-Trilogien.

Zudem habe ich im letzten Jahr Serien für mich entdeckt. Ich binge zwar immer noch nicht dutzende von Serien wie andere Leute, aber für meine Verhältnisse war es doch recht viel.
Begonnen habe ich mit The Sinner, Staffel 2, danach folgten The Umbrella Academy und Russian Doll.
Natürlich haben wir uns im Frühjahr die letzte Staffel Game of Thrones angesehen.
Im Mai kam Good Omens raus und ja, möglicherweise habe ich diese Serien gleich dreimal innerhalb weniger Monate angesehen. Im Sommer wurde die dritte Staffel Stranger Things veröffentlicht, welche wir uns im Winter gleich nochmal ansahen.
Außerdem kamen dazu noch The Mandalorian und The Witcher, die wir jeweils aber erst im Januar beenden konnten. Ebenso Sex Education, welches ich schon im Frühjahr begonnen, nach der dritten Folge aber abgebrochen habe. Fertig gesehen hab ich es ebenfalls im Januar. Zwischenduch gab es noch ein paar Folgen The Crown, ob ich das je fertig sehen werde, steht in den Sternen.
Ich habe außerdem begonnen, Scrubs von vorne anzuschauen, bin zu diesem Zeitpunkt aber immer noch in der ersten Staffel.

WMDEDGT Januar 2020

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt um 6:22 Uhr, da werfe ich einen Blick aufs Handy. Eigentlich hat er schon sehr viel früher angefangen, das kleine Kind hat bei mir im Schlafzimmer geschlafen und war sehr unruhig und hat immer mal wieder geweint oder gewimmert. Da sie gesund ist, schiebe ich das auf den Umbau im Gehirn. So langsam scheint der Knoten in ihrer Sprachentwicklung geplatzt zu sein und sie lernt jeden Tag dazu. Da kann man dann auch schon mal schlecht schlafen.
Ich bin allerdings nicht ganz so begeistert, dass sie jetzt schon aufstehen will. Sie will ihr Beebi haben, das liegt nur leider in ihrem Zimmer und dort schläft der Mann. Ich kann sie dazu überreden, noch etwas zu kuscheln und so dösen wir noch eine gute Stunde vor uns hin. Schließlich schicke ich sie zum Mann und schlafe, nun wo ich mein Bett wieder ganz für mich alleine habe, fast wieder ein.

Der Mann steht auf, zieht sich an und geht Brötchen holen. Ich schaffe es schließlich, die Augen lange genug offen zu halten und lese etwas im Handy. Die Kinder spielen schon fröhlich und machen Quatsch. Ich stehe um kurz nach acht auf und versuche grade, das kleine Kind zum Anziehen zu überreden, da ist auch schon der Mann zurück. Ich höre ihn den Tisch decken und freue mich schon auf mein Croissant. Ich schicke die Kinder runter und ziehe mich selbst fertig an.

Unten kümmere ich mich um meinen Tee und die Eier. Tatsächlich liegt da ein Croissant auf meinem Teller, mmh.
Beim Frühstück unterhalten wir uns über das Thema Putzhilfe. Wir hatten uns letztens drauf verständigt, dass wir uns doch mal nach einer umsehen wollen und überlegen nun, wie man das am besten angehen könnte.

Vorerst müssen wir aber selbst putzen. Nach dem Frühstücken beginnt der Mann mit Staubsaugen. Ich wechsle die Handtücher und stelle die Waschmaschine an. Außerdem bereite ich schon mal das Bad und die Klos zum Putzen vor. Das große Kind muss sich auch endlich mal anziehen. Endlich ist das geschafft. Ich kümmere mich um ihre Haare, die sind endlich lang genug, um mal geflochten werden. Ich mache ihr zwei Zöpfe und sie freut sich, dass sie jetzt wie Anna aussieht. Nur halt mit sehr kurzen Zöpfen.

Zähneputzen ist auch noch angesagt und ich beschließe, dem kleinen Kind mal mit der elektrischen Zahnbürste die Zähne zu putzen. Das findet sie erfreulicherweise total super. Zum Glück hatten wir noch weitere Bürstenköpfe.

Danach gehts in die Küche. Wir sind heute nachmittag noch eingeladen und ich möchte ein paar Schokomuffins backen, da sind die Kinder natürlich voll dabei. Jedes darf ein Ei anknacksen und mal mit der Maschine rühren. Und natürlich die Rührbesen ablecken.

Der Mann ist mittlerweile mit Wischen beschäftigt. Die Kinder müssen ab nach oben, ich passe solange auf die Muffins im Ofen auf. Als die fertig sind, mache ich mich an die Bäder und die Klos. Vorher suche ich aber noch den Essigreiniger. Meine Eltern waren kürzlich zu Besuch und meine Mutter hat mal wieder aufgeräumt. Ich finde den Essigreiniger oben im Bad.

Als ich mit Putzen (und zwischendurch Twitter nachlesen) fertig bin, ist auch die Waschmaschine am Ende ihres Programms. Ich hänge schnell die Handtücher auf und suche dann in meinem Wollvorrat im Keller nach einem Baumwollgarn. Ich habe mir ein festes Shampoo gekauft, welches zwar mit einem Band zum Aufhängen versehen, aber leider durchgebrochen ist. Ich möchte daher ein Seifensäckchen häkeln. Ich finde ein relativ dickes fliederfarbenes Garn, das war mal ein Pullover von mir.

Der Mann hat den Kindern Zelda und Link vorgestellt, nun ist es aber Zeit für den Mittagsschlaf vom kleinen Kind. Es ist viertel nach elf.
Ich suche meine Häkelnadel und finde im Schrank ein Chaos aus Stricknadeln vor. Die habe ich schon länger nicht mehr angefasst. Normalerweise überfällt mich pünktlich im Herbst die Stricklust, das ist diesmal ausgeblieben.
Bis es Zeit für die Sendung mit der Maus ist, wünscht das große Kind noch was vorgelesen bekommen.
Dann fange ich an das Seifensäckchen zu häkeln. Der Mann kommt vorbei und fragt, was ich stricke. Ich bin entsetzt! Jetzt hat er mich schon so viele Jahre stricken sehen und erkennt nicht, wenn ich mit nur einer Nadel arbeite. Sowas.

Nach der Sendung mit der Maus, beginne ich diesen Beitrag. Der Mann sieht Football, das große Kind langweilt sich. Sie möchte wieder was vorgelesen bekommen, aber das muss jetzt mal kurz warten.

Wir schicken sie schließlich hoch, das kleine Kind zu wecken, aber sie will nicht. Ok, dann nicht. Der Mann weckt sie gegen halb eins selbst.

Nun fahren wir erstmal zu meiner Schwiegermutter zum Mittagessen und dann zu unseren Freunden. Die haben Anfang Dezember ein Baby bekommen, dass wir gerne kennenlernen möchten.

Bei meiner Schwiegermutter gibt es Fisch mit Kartoffelbrei und Gemüse. Die Kinder essen nur wenig. Vermutlich lassen sie sich Platz für die Muffins.
Nach dem Essen lege ich mich etwas hin, kann aber nicht schlafen, weil das kleine Kind unbedingt ein Musikbuch mit Weihnachtsliedern abspielen muss. Außerdem bringt meine Schwiegermutter Zitronensorbet zum Nachtisch, das schmeckt aber leider nicht so gut. Das große Kind hat noch einen Zusammenbruch, weil etwas an ihrer Kamera nicht so funktioniert wie gedacht.

Gegen viertel nach zwei machen wir uns auf den Weg, stellen vorher aber noch das mitgegebene Essen zu Hause ab, ich packe außerdem eine Windel fürs Kind und ein Paar Wollsocken für mich ein.
Pünktlich um drei sind wir bei unseren Freunden. Die Kinder waren zwar voller Vorfreude, brauchen aber alle ungewöhnlich lange zum Auftauen. Das große Kind hat schon wieder irgendein Problem. Schließlich sitzen alle am Tisch und essen Muffins und Kuchen und zum Glück gibt es auch Kaffee.

Wir unterhalten uns über diverses, die Kinder spielen ein wenig und hören Musik und Hörspiele mit der Toniebox. Ich darf das Baby auf dem Arm halten und sogar wickeln. Bei so kleinen Babys ist das schon ziemlich niedlich. Die Kleine ist eine sehr ruhige und ich fühle mich an die Babyzeit vom kleinen Kind erinnert. Ich bin trotzdem weiterhin froh, kein Baby mehr zu haben.

Um 20 vor sechs machen wir uns auf den Heimweg. Die Kinder bekommen Abendessen und dürfen noch zwei Folgen im Fernsehen sehen.

Wir putzen erfolgreich elektrisch die Zähne. Heute bin ausnahmsweise ich dran, das kleine Kind ins Bett zu bringen, da der Mann gerne seine Lieblings-Footballmannschaft anfeuern möchte. Er gibt mir ein paar Tipps. Verkehrte Welt.

Ich lese dem kleinen Kind drei Peppa-Wutz-Geschichten vor, danach darf sie noch ein kurzes Hörspiel hören, danach mache ich die bewährte Schlaflieder-Playlist an.
Ich setze mich am Bett und lese mein eBook. Das kleine Kind wälzt sich, spielt mit ihrer Puppe und möchte noch was trinken. Dann wälzt sie sich wieder und verlangt nach Papa.

Nach einer Dreiviertelstunde kommt der Mann, um mich abzulösen. Ich komme mir wie eine Versagerin vor. Nach gut fünf Minuten kommt er wieder aus dem Zimmer. Ich komme mir wie eine Riesenversagerin vor. Wie macht er das bloß, es ist mir ein Rätsel.

Das große Kind kann ebenfalls noch nicht schlafen und darf jetzt auch die Schlaflieder-Playlist hören.

Ich gehe ins die Küche und mache mir was zu essen. Ich höre den Mann nach oben stürmen. Das große Kind möchte noch was trinken.
Dann setze ich mich mit meinem Teller zum Mann. Die Lieblingsmannschaft spielt nur so mittelgut.

Für heute sind nur noch die letzte Folge meiner Serie und eine Runde Duschen geplant. Ich hoffe, die kommende Nacht wird besser als die letzte.

Gute Nacht!

Jahresrückblick 2019

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
8

Glücklich gewesen?
Im Großen und Ganzen schon.

Zugenommen oder abgenommen?
Ein bisschen ab, ein bisschen zu, ein bisschen ab.

Haare länger oder kürzer?
Gleich kurz

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Auch keine Änderung

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ich schätze mal gleichbleibend.

Mehr Kohle oder weniger?
Gleich, evtl. etwas mehr.

Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch derselbe Job, aber er ist irgendwie besser geworden.
Im Moment bin ich sogar ausgesprochen zufrieden.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Die Erkenntnis, dass geben seliger denn nehmen ist und das auch umgesetzt.

Mehr bewegt oder weniger?
Vielleicht ein bisschen mehr, da nicht schwanger.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
ca. 4

Davon war für Dich die Schlimmste?
Diesmal nahezu keine Erkältungen. Höchstens zwei.
Dafür Magen (Gastritis) und Rücken (gereiztes IGS bzw. Kreuz-Darmbein-Gelenk). Während ersteres immer wieder aufflammt und mir Probleme macht, hat mich letzteres für ein Wochenende komplett außer Gefecht gesetzt.
In Zukunft nehme ich glaube wieder lieber die Erkältungen.

Der hirnrissigste Plan, der einfach nicht funktioniert hat?
Zu hoffen, dass alles bleibt wie es ist.

Die gefährlichste Unternehmung?
Nach wie vor, mich regelmäßig abends im Dunkeln durch Hamburg zu bewegen.

Die teuerste Anschaffung?
Ein neuer, in meinen Augen eher überflüssiger Fernseher ^^

Das leckerste Essen?
Nichts, was mich jetzt übermäßig beeindruckt hätte.

Das beeindruckendste Buch?
Mal wieder war keins wirklich beeindruckend, obwohl ich doch recht viel gelesen habe.

Vielleicht Kurt von Sarah Kuttner. Vor dem Buch habe ich mich aufgrund des Themas lange gescheut und es dann letztlich an einem Nachmittag durchgelesen.

Viel gelernt habe ich auf jeden Fall aus Fern von Aleppo von Faisal Hamdo.
Am meisten gerätselt habe ich über Der Fänger im Roggen von J.D. Salinger.

Der ergreifendste/beeindruckendste Film?
Die Eiskönigin 2, ich habe quasi den ganzen Film lang geheult.

Die beste Serie?
Ich habe Good Omens in diesem Jahr gleich dreimal angesehen, innerhalb von sechs Monaten sogar.
Dazu zweimal die dritte Staffel Stranger Things.

Ebenfalls beeindruckend waren die Umbrella Academy und Matrjoschka.
Aktuell sehen wir The Witcher, das lässt sich ebenfalls super an.

Die beste CD?
Diese Frage hatte ich eigentlich schon vor Jahren rausgeworfen, weil, wer kauft heute noch CDs?
Aber dieses Jahr habe ich gleich zwei Alben gekauft, nämlich das neue von Rammstein („Rammstein“, eigentlich unbetitelt) und „F&M“ von Lindemann, einem Projekt des Rammstein-Sängers Till Lindemann.

Beide höre ich seitdem in Dauerschleife.

Das schönste Konzert?
Ich war neben den Chorkonzerten nur auf einem Konzert: Das Rammstein-Konzert an Pfingsten in München und es war schlichtweg der beste Abend meines Lebens!

Die meiste Zeit verbracht mit…?
den Kindern

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Schatz, meiner Familie, unseren Kindern

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Mhmpf

2019 zum ersten Mal getan?
– Mich tätowieren lassen
– alleine ins Kino gegangen
– einen Chor verlassen, ohne dass es an einem Umzug oder ähnlichem lag
– Spiekeroog besucht (s. Bucket List)
– Die Elbphilharmonie besucht (Silvesterkonzert)

2019 (nach langer Zeit) wieder getan?
– zwei Nächte beim Chorwochenende verbracht
– Schlittschuhlaufen gewesen

Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Die Änderungen in meinem Chor, mich im November dazu gebracht haben, auszutreten.
– Klimawandel, die Veränderungen auf der Welt und die daraus resultierende Angst vor der Zukunft. Die mich manchmal nachts nicht schlafen ließ.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Im Chor wieder zur Routine zurückzukehren.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Die Fotokalender
Habe außerdem dem kleinen Kind das Wort „Oma“ beigebracht und selbige damit an ihrem Geburtstag sehr glücklich gemacht

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich werde immer mehr zum Geschenke-Grinch, aber über die Vogelfuttersäule von meiner Mutter hab ich mich schon sehr gefreut.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Dein WortSatz des Jahres?
Das trocknet schon wieder!

Dein Unwort des Jahres?
Nazis

2019 war mit 1 Wort…?
ok

Zum Vergleich: Verlinke deinen Rückblick vom letzten Jahr!

Jahresrückblick 2012

Jahresrückblick 2013

Jahresrückblick 2014

Jahresrückblick 2015

Jahresrückblick 2016

Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2018

WMDEDGT November 2019

Wie an jedem fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Ich stehe wie üblich um 20 nach sechs auf und bin nahezu schmerzfrei. Das war die letzten drei Tage nicht gegeben, ich habe nach elf Jahren offenbar einen erneuten Bandscheibenvorfall und konnte übers Wochenende kaum laufen. So sehr außer Gefecht gesetzt war ich selten.

Heute ist aber alles ganz ok, ich beschließe, dass ich auf jeden Fall arbeiten gehen kann.

Der Mann hat sich bereits um das kleine Kind und ums Frühstück gekümmert. Während ich mich anziehe, höre ich aber unten Gebrüll, was ist das denn jetzt schon wieder? Der Lärm ruft auch das große Kind auf den Plan, wir gehen zusammen runter. Ein runtergefallener Joghurt, na wenn es weiter nichts ist.

Ich bereite meinen Kram in der Küche vor. Heute inkl. Menstasse auskochen. Meine Temperatur ist gesunken, da muss frau auf alles vorbereitet sein.

Der Mann verabschiedet sich wie üblich gegen sieben und nimmt den Müll mit. Je weniger ich tragen muss, desto besser.

Ich lese in der Elbvertiefung über einen Mann, der mal eine Waschmaschine aus dem sechsten Stock geworfen hat. Ich versuche vergeblich, mir das vorzustellen.

Ich fange schon mal an, etwas aufzuräumen, heute soll Ernie mal wieder durchs Wohnzimmer fahren. Dann schmiere ich Brote in der Küche und höre die Radiocomedy. Vergeblich versuche ich das kleine Kind zu überreden, das Kochen in der Kinderküche einzustellen und trage sie schließlich nach oben. Klappt super, meine Rückenschonung.

Oben heißt es anziehen, Zähne putzen, Haare machen. Wir liegen ganz gut in der Zeit.

Wieder unten angekommen, stelle ich die letzten Stühle zusammen und schalte Ernie ein.

Dann heißt es wieder „überreden“, das kleine Kind will unbedingt die Winterstiefel anstelle der Halbschuhe anziehen, aber dafür ist es echt nicht kalt genug. Die Jacke vom großen Kind sieht aus wie Sau. Pech.

Schließlich sind alle angezogen und wir können los. Das große Kind erzählt mir ausdauernd von einer Party, die in ihrer Tanzschule und vor allem nur in ihrer Fantasie existiert. Sie erklärt mir auch ausführlich den Weg zu besagter Tanzschule.

Ich gebe die Kinder problemlos ab und dackele zur U-Bahn. Ich bin fast pünktlich im Büro und als erste da. Ich war nur einen Tag nicht da, aber es ist viel nachzulesen. Ein technisches Problem taucht auf, dafür muss ich auf Chef1 warten.

Ich arbeite vor mich hin, lasse das Problem lösen, ein anderes taucht auf, ich trinke Kaffee und bitte Chef1 mir ein Sitzkissen zu bestellen. Ich bin immer sehr froh, dass das so problemlos läuft bei uns.

Außerdem merke ich, dass meine Wangen anfangen zu glühen, davor bin ich gestern gewarnt worden. Das könne durch die Cortisonspritze vorkommen.

Ansonsten verläuft der Vormittag recht entspannt.

Feierabend um 13:30 Uhr. Ich hole die Kinder ab, was ewig dauert, weil ich erst noch mit den Krippenerzieher:innen quatsche (die sind aber auch super!) und die Kinder dann nochmal genauso ewig an ihren Fruchtriegeln knabbern, sich durch die Garderobe jagen und zehnmal aufgefordert werden müssen, sich endlich mal die Schuhe anzuziehen.

Schließlich gehen wir los. Wir wollen einkaufen. Da der R*we im Einkaufszentrum umgebaut wird, wollen wir mit der U-Bahn zwei Stationen weiter fahren und dort zu R*we. Wir verplempern wahnsinnig viel Zeit am Aufzug. Normal würde ich den Buggy einfach die Treppe runter tragen, aber das geht mit meine Rücken grad nicht. So stehen wir in der Mitte, der Aufzug fährt nach oben und nach unten und ist ständig zu voll, als das wir noch reingepasst hätten. Bestimmt fünfmal drücke ich auf den Knopf, bis wir endlich reinkönnen. Und fahren dann doch erstmal nach oben. Später wird der Mann fragen, warum wir nicht einfach zu Fuß zum L*dl gegangen sind, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen.

Wir fahren also mit der U-Bahn und hasten zum Supermarkt. Es regnet zu allem Überfluss auch noch sehr ausgiebig. Wir haben diesmal nicht so viel einzukaufen. An der Wursttheke ärgere ich mich über den Typen vor mir, der offenbar noch nie von den Worten „Hallo“, „Bitte“ und „Danke“ gehört hat. Ich kaufe drei Sorten, die Kinder bekommen noch Würstchen geschenkt. Ich denke angesichts der Umverpackung drüber nach, ob ich wohl mal mit einer Tupperdose einkaufen gehen sollte. Aber das kommt wahrscheinlich nicht so gut an.

Wir bezahlen und gehen noch zu Budni. Auf dem sehr kurzen Weg dahin ärgere ich mich massiv über die Leute, die kackfrech neben dem „Rauchen verboten“-Schild stehen und rauchen. In einem Einkaufszentrum. Ok, es ist ein halb offenes, aber trotzdem. Unsereiner muss es immer ausbaden.

Budni also. Hier steht auch nicht viel auf der Liste. Danach kommen wir an einem dieser Fahrzeuge vorbei, in die man doch bitte einen Euro einschmeißen soll. Ich schmeiße zwar niemals Geld da rein, die Kinder lieben sie trotzdem. Sie spielen zehn Minuten lang Polizeiauto, dann gehen wir durch den immer noch fallenden Regen zum Bus. Der kommt erst in 9 Minuten. Normalerweise würde ich umdrehen und mit der Bahn fahren, aber dann hätten wir wieder das Aufzug-Problem. Also stehen wir im Regen und warten.
Der Bus ist aufgrund der Verspätung knackevoll, alles ist nass, es kommen noch mehr Kinderwagen rein, wunderbar. Zum Glück bekam das große Kind einen Platz am Fenster, das kleine Kind ist recht friedlich im Buggy.

Wir steigen aus und gehen nach Hause. Es regnet immer noch. Es ist 16 Uhr. Ich packe die Einkäufe aus und rufe dann meine Mutter an. Die ist heute aus der Reha gekommen. Sie meint, es gehe ihr ganz gut, aber sie habe noch einen weiten Weg vor sich. Ich bringe sie wegen meines Rückens auf Stand. Dann unterhalten wir uns über die Kinder und Weihnachtsgeschenke. Die Kinder brüllen „Tschüss“ ins Telefon.

Danach lese ich vor, das große Kind wird wegen irgendwas sauer, das kleine Kind und ich hören Musik. Da fällt mir ein, dass ich beim Orthopäden anrufen muss, um einen Termin zur Besprechung des MRTs auszumachen. Das erledige ich rasch. Dann gehe ich hoch, um zu verhindern, dass das große Kind mal wieder einschläft. Das kleine Kind folgt mir und will was vorgelesen haben. Dann spielen wir Feuerwehr. Ich bin der Mann am Verteiler, die Kinder arbeiten im Trupp zusammen und löschen.

Wir gehen wieder runter. Meine Schwiegermutter ruft an und erkundigt sich, wie es mir geht und wie ich die Orthopädiepraxis fand. Ich bin sehr zufrieden.

Wir gucken ein weiteres Buch an. Der Mann kommt heute spät, es ist schon 18 Uhr, als wir die Tür gehen hören.
Er regt sich über Busfahrer auf, geht sich umziehen und macht den Kindern Abendessen. Wir essen mehr oder weniger zusammen.

Um viertel vor sieben dürfen die Kinder noch was gucken, dann bringen wir sie hoch. Umziehen, nochmal lüften, Zähneputzen, Händewaschen, dem großen Kind ein Hörspiel anmachen, das kleine Kind wird vom Mann ins Bett gebracht.

Ich beginne diesen Beitrag. Um 20 vor acht kommt der Mann runter.

Heute passiert voraussichtlich nicht mehr viel. Ich werde auf jeden Fall noch duschen und vielleicht mal vor halb elf das Licht ausmachen.

Gute Nacht!

Fünf Jahre!

Liebstes großes Kind, endlich bist du fünf Jahre alt!

Die letzten Monate und Wochen wurden uns ziemlich lang, jeden einzelnen Tag hast du von deinem Geburtstag gesprochen, von deinen Vorstellungen, vor allem von der Schatzsuche, die auf jeden Fall stattfinden sollte. Fast täglich hast du die Namen deiner Gäste aufgeschrieben und eine (von Peppa Wutz) inspirierte Schatzkarte gezeichnet. Dass es irgendwie sinnvoller ist, wenn Mama und Papa sich um die Schatzsuche kümmern, wollte dir irgendwie nicht so recht in den Sinn.

Du bist so ein großes Mädchen. In zehn Monaten kommst du endlich in die Vorschule und du kannst es kaum erwarten. Diesen Sommer hast du bereits bitterlich geweint, weil ja ALLE schon in die

(Vor-)Schule kamen, nur du nicht. Bei ALLE handelte es sich um etwa drei Kinder, deine ganzen Freunde sind noch in der Kita, aber gut. Ich bin froh, dass es in Hamburg die Vorschule gibt. Nicht, dass ich dir nicht noch ein Jahr Kita gönnen würde, aber ich glaube, es ist das richtige. Du schreibst recht viel, ich soll dir des öfteren alle möglichen Worte buchstabieren. Lesen ist noch nicht drin und ich bin mir auch unsicher, ob du das, wie ursprünglich mal geahnt, schon vor der Schule lernen wirst. Du erkennst natürlich alle Buchstaben und dir bekannte Worte, aber Zusammensetzen oder überhaupt verstehen, aus was für Buchstaben ein Wort besteht, soweit bist du noch nicht. Aber das ist ja auch nicht schlimm.

Vor einigen Wochen hatte ich das sogenannten „Viereinhalbjährigen-Gespräch“ in der Kita und deine Erzieherin war voll des Lobes für dich. Sie meinte, du hättest im letzten Jahr eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. Du seist sehr sozial, würdest dich immer um andere kümmern und besonders auf die Kinder zugehen, die gerade allein und ohne Spielpartner seien. Ich muss gestehen, ich war überrascht, das zu hören, aber natürlich ist die Kita immer eine andere Situation als Zuhause.

Sie betonte auch, wie gut du beobachten kannst, wie höflich du seist und wie gut du immer den Überblick behalten würdest. Datum, Monat, Wochentag, da wärest du immer auf Stand und du erinnerst zuverlässig an vergessene Dinge, im Morgenkreis z.B.

Sie würden dich natürlich gerne noch das Vorschuljahr in der Kita behalten, da die kleineren Kinder von den Großen nur profitieren können, aber sie verstehen natürlich, dass es doch mal Zeit für eine Änderung ist.

Dass sich was ändern wird, zeigst du auch selbst. Es gibt den merkwürdigen Ausdruck der „Wackelzahn-Pubertät“ oder „Vorschul-Pubertät“ und auch wenn du natürlich noch keine Wackelzähne hast, die entsprechenden Änderungen scheinen schon in deinem Hirn vorzugehen. Bei der kleinsten Ungerechtigkeit verfällst du in Wutanfälle, die teilweise schon in Hysterie umschlagen. Es ist kaum möglich, dich da rauszuholen. Gleichzeitig verbalisierst du, wie du dich fühlst: „Ich bin jetzt echt stinkesauer! Ich hab jetzt so schlechte Laune!“ Ein bisschen lustig ist das dann schon, aber lachen natürlich keine gute Idee in dem Moment. Ganz neu ist auch, wenn du weinst: „Ich weine jetzt schon so lange, aber niemand tröstet mich! Wer weint, muss getröstet werden!“ Und dann fühle ich mich für einen Moment immer wie die schlechteste Mutter der Welt. Aber ich finde es auch sehr beeindruckend, wie gut du deine Emotionen beschreiben kannst.

Über deine Sprache staune ich eh immer wieder. Du drückst dich oft wahnsinnig gewählt aus, nutzt die irrsten Wörter, um dann gleichzeitig anzukommen und mich nach den Bedeutungen von Wörtern zu fragen, die du doch eigentlich schon ewig völlig korrekt nutzt. Fragen stellen kannst du eh ganz wunderbar und manchmal möchte ich schreien, wenn du wieder anfängst mit: „Mama?? Wieso…?“

Seit dem Ende der Sommerferien gehst du in den Kinderchor. Es hat dir direkt sehr gut gefallen und du freust dich jede Woche wieder darauf. Ich freue mich wiederum sehr, dass du mir in dem Punkt so ähnlich bist. Nach grade mal drei Proben bist du bereits völlig unerschrocken mit dem Chor beim Gottesdienst aufgetreten und auch ohne zu Zögern mit in die unteren Räume zur Kinderkirche gegangen. Ohne uns Eltern. Das fand ich sehr beeindruckend!

Dafür traust du dich jetzt schon seit längerem nicht mehr alleine in den Raum beim Kinderturnen. Dort ist jetzt eine andere Anleiterin und diese scheint dir irgendwie Angst zu machen. Momentan gehen wir gar nicht dorthin, mal sehen, ob sich das noch irgendwie lösen lässt.

Was gibt es noch über dich zu berichten? Fahrradfahren hast du gelernt im letzten Lebensjahr. Nachdem wir für ein paar Wochen die Pedale abmontiert hatten, ging es dann auf einmal. Ich war fast so aufgeregt, wie damals als du Laufen lerntest.

Deine kleine Schwester ist dein ein und alles. Ihr liebt euch wirklich sehr und mir geht oft das Herz auf, wie ihr beide interagiert. Natürlich ärgerst du sie nach wie vor, aber oft beruht es auf Gegenseitigkeit.

Vor einigen Monaten hast du eine Vorliebe für Igel entwickelt. Auslöser war das Geschenk einer entfernten Verwandten, ein großer runder Plüschigel. Seitdem muss ich alles igelig sein und du vergehst vor Verzücken, wenn du irgendwo irgendwas mit Igeln siehst. Einen echten lebenden Igel hast du bisher leider nicht gesehen, nur mal einen toten auf dem Weg zur Kita, der war zum Glück äußerlich unversehrt. Ich bin gespannt, wie lange diese Liebe noch anhält, denn tatsächlich finde ich den Igel ein sehr passendes Tier für dich. Niedlich, aber gleichzeitig stachelig!

Du malst nach wie vor sehr gerne, oftmals immer wieder dasselbe Sujet. Und du verbrauchst Unmengen an Papier. Als ich das Papier außer Reichweite räumte und dich bat, doch auch mal die Rückseite der Blätter zu verwenden, war das wohl das größte Unrecht überhaupt.

Am anstrengendsten sind übrigens schon seit längerem die Nachmittage, an denen wir nichts weiter vorhaben. Du weißt oftmals nichts mit dir anzufangen, bist natürlich auch etwas erschöpft von der Kita und dann muss ich dich ständig vom Einschlafen abhalten. Ich hasse das und hoffe, dass sich das bald bessert. Denn natürlich bin ich dann immer die böse Mama, die rumschreit. Leider haben wir nicht so viele soziale Kontakte, wie ich es gerne hätte. Eine gute Freundin von dir, mit deren Mutter ich auch sehr gut befreundet war, ist leider im Frühjahr weggezogen und wir vermissen sie schmerzlichst. Einen passenden „Ersatz“ haben wir leider noch nicht gefunden.

Geliebte große Tochter, ein halbes Jahrzehnt bin ich nun schon deine Mama! Manchmal sehe ich Fotos von früher an und kann mich kaum an das kleine dünne Baby bzw. später das knuddlige Kleinkind mit diesem unglaublichen Haarschopf erinnern. Du bist schon so ein großes Mädchen und wir lieben dich über alles!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Deine Mama, dein Papa

WMDEDGT September 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt gegen halb fünf, etwa. Das kleine Kind weint in ihrem Zimmer, der Mann holt sie zu uns rüber und sie kuschelt sich an mich. Da es noch sehr dunkel ist, gehe ich davon aus, dass es noch recht früh ist. Ich kann leider nicht mehr einschlafen und muss eigentlich auch mal aufs Klo. Ich döse vor mich hin und gucke irgendwann aufs Handy. 5:03 Uhr. Super. Weder schlafen noch auf Klo gehen lohnt noch.

Ich schlafe natürlich trotzdem wieder ein und träume einen wirren Traum, in dem der Mann, ein Zug, ein Boot, viel Eis und Schnee und meine Hausschuhe vorkommen. Oh, und ich flirte mit jemandem, ich kann aber nicht mehr rekonstruieren, mit wem. Der Mann wird’s wohl nicht gewesen sein.

Der Wecker klingelt um 6:05 Uhr und ich penne sofort wieder weg. Zehn Minuten später werde ich wieder wach, der Mann ist bereits angezogen. Ich messe meine Temperatur (hallo Hochlage) und stehe um 20 nach sechs auf.

Das kleine Kind ist auch schon wach und berührt mich immer wieder, während ich mich anziehe. Ich staune immer, wieviel mehr Körperkontakt sie sucht und braucht im Gegensatz zu ihrer großen Schwester.

Ich wickle sie und ziehe sie ebenfalls an. Dann gehen wir runter zum Frühstück. Same procedure as every day. Die Kinder möchten Musik hören und suchen sich abwechselnd ein Lied aus. Um 7:00 Uhr geht der Mann aus dem Haus.

Das kleine Kind hat mittlerweile aus zwei Brötchenhälften das Innere gezupft und etwas von der Kruste gegessen und steuert jetzt die dritte Hälfte an, was ich unterbinde. Sie kriegt ein Viertel vom Brötchen, ist damit aber nicht zufrieden. Aber ich möchte halt auch gerne noch was essen und sie kriegt schließlich in der Kita nochmal Frühstück.

Der Frust fürs Kind geht weiter, denn sie möchte ein Lied hören, kann mir aber nicht verständlich machen, welches sie meint. „Kind, lern sprechen!“, denke ich mir und gehe in die Küche, Brote schmieren.

Um kurz vor halb acht gehen wir nach oben, das große Kind muss sich noch anziehen, außerdem Zähneputzen, Haare machen und so weiter.

Halbwegs pünktlich sind wir wieder unten, ich räume noch ein paar Dinge vom Boden und stelle die Stühle hoch, damit Ernie, unser Staubsaugerroboter, mal wieder seinen Job verrichten kann. Das große Kind vermisst ihre Schuhe und sitzt untätig auf dem Boden herum. Das ist natürlich sehr hilfreich.

Ich finde die Schuhe unter meiner Tasche. Das kleine Kind haut auf Socken nach draußen ab, wo ich sie mir kralle und ohne Umstände in den Buggy setze. Das große Kind will mit dem Fahrrad fahren. Ok.

Also, alles nach draußen. Kind mit Fahrradhelm versorgen und das Fahrrad aus dem Schuppen holen. Es ist zehn vor acht, los geht’s.

Wir kommen ohne Zwischenfälle fast pünktlich in der Kita an. Ich gebe die Kinder im Bewegungsraum ab und lasse mich vom großen Kind und ihrer Freundin rausschubsen.

Ich gehe zur U-Bahn und fahre in die Innenstadt. Auf dem Weg zum Büro denke ich über das Datum nach. Beim Aufwachen war ich sicher, es sei der fünfte, also WMDEDGT. Dann kam ich aber über Umwege darauf, dass doch erst der vierte sein müsste und hab ich mich geärgert. Schließlich rechne ich von Samstag rückwärts, da ist nämlich hundertprozentig der siebte und komme drauf, dass wirklich der fünfte ist.

Im Büro ist noch keiner, das finde ich ganz angenehm. Kaum bin ich online, schreibt mich ein Kollege an. Wir diskutieren eine Weile, wie wir verhindern, dass einer unserer Nutzer sehenden Auges in sein Unglück läuft, finden aber keine Möglichkeit.

Dann beginne ich diesen Beitrag.

Gegen halb zehn tätige ich ein paar Anrufe. Bzw. ich versuche es. Zunächst rufe ich den Vermieter unserer Ferienwohnung an. Wir wollen nächste Woche anreisen und haben bisher noch keine Rechnung erhalten. Ich will sichergehen, dass alles in Ordnung ist. Ich erreiche ihn nicht. Dann rufe ich meine Frauenärztin an, um einen Termin auszumachen. Ich rufe wider Erwarten außerhalb der Sprechzeiten an (hä?) und erfahre von der Ansage, dass Sie eh bis 13.09. im Urlaub ist. Ich mache mir eine Notiz, nach dem Urlaub wieder anzurufen.

Danach folgte ein Anruf beim Kinderarzt. Ich brauche einen Termin für die U9 vom großen Kind. Ich hatte schon eine Mail geschrieben, aber außer „Danke, wir suchen einen Termin raus und melden uns wieder bei Ihnen“ kam noch nichts weiter. Es ist nicht dringend, aber ich hätte das gerne erledigt.

Die Praxis legt mich in die Warteschlange und dann auf den AB. Ich bitte um Rückruf.

Kaum bin ich wieder am Platz, ruft mich der Vermieter an. Er sei grade auf der Autobahn (ich hoffe für ihn, dass er eine Freisprechanlage hat), er sei sich aber sicher, dass alles in Ordnung ist, er würde bei der nächsten Raststätte aber sicherheitshalber mal nachsehen. Nun gut.

Ich aktualisiere meinen Text und arbeite weiter vor mich hin. Außerdem trinke ich Kaffee.

Um kurz nach elf ruft die Kinderarztpraxis zurück. Ich stünde auf der Liste, man würde sich zurückmelden, sobald es wieder Termine gäbe, offenbar ist alles grade ganz furchtbar eng. Soso. Das ging aus der E-Mail damals nicht so hervor, dann hätte ich ja gar nicht erst angerufen.

Ich lösche mal wieder viele Fake-Nutzer.

Ich bin müde. Ich beobachte das Schauer-Wetter. Ich lese mal wieder etwas darüber, dass es für die Rettung der Welt (Stichwort Klimawandel) wohl zu spät ist. Aber ich bin wohl abgestumpft. Ich habe resigniert. In 30 Jahren sind wir alle tot, spätestens in 50. Mir tut es sehr leid für die Kinder und ich hoffe, dass ich das ganze Thema noch so lange wie möglich von ihnen fern halten kann.

Um 13:30 Uhr ist Feierabend. Ich fahre zur Kita und hole erst das große Kind, sie ist gerade beim Tauziehen, und dann das kleine Kind ab. Die ist noch nicht ganz angezogen und freut sich, mich zu sehen. Ich ziehe sie vollständig an und lasse dann kurz ihren Erzieher, der wie immer ein bisschen zu gut gelaunt ist, an meinen dystopischen Überlegungen zur Klimakrise teilhaben. Er ist ein bisschen irritiert. Vielleicht hätte ich die Klappe halten sollen, aber totschweigen nützt ja auch nichts. Ich habe oftmals den Eindruck, dass das Ausmaß des Ganzen noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist.

In der Garderobe spreche ich mit einer Mutter, bei der wir morgen eingeladen sind. Das große Kind will ihre Freundin schon seit Monaten besuchen und nun klappt es wohl endlich. Sie fragt mich, was ich eigentlich beruflich mache und ich erkläre es ihr, auf englisch, deutsch spricht sie nur sehr gebrochen. Sie ist überrascht, von so etwas hat sie noch nie gehört. Ich wundere mich mal wieder.
Der Besuch morgen setzt mich mal wieder unter Druck. Ich sollte vermutlich was mitbringen, weiß aber nicht so recht, was.
Ich will auch nicht als die unhöfliche Deutsche gelten.

Die Kinder und ich gehen heim. Das Wetter ist weiterhin schauerlich, ich habe die Hülle für den Buggy nicht dabei und so beeilen wir uns. Zu Hause angekommen, überfällt mich tiefe Müdigkeit und daraufhin Genervtheit. Außerdem habe ich seltsame Unterbauchschmerzen. Sie fühle sich an wie Mittelschmerz, aber den hatte ich doch gestern abgehakt?
Am liebsten würde ich mich aufs Sofa legen und schlafen, aber ich muss auch noch kochen. Ich mache den Kindern Haferflocken und gehe dann in die Küche. Ich koche One-Pot-Pasta mit Spinat, Champignons und Lachs. Zwischendurch muss ich das frustrierte kleine Kind beruhigen, welches mir mal wieder nicht klarmachen kann, welches Lied sie hören will. Und dann fällt sie auch noch vom Stuhl. Herrgott!

Als ich fertig bin mit Kochen, bin ich total kaputt und setze mich aufs Sofa. Leider ist keine Zeit für ein Nickerchen. Die Kinder dürfen ein Safteis essen, ich esse meine Nudeln. Um viertel vor vier fällt mir auf, dass wir allmählich mal lossollten. Das große Kind braucht fünf Minuten, um sich Socken anzuziehen, weshalb wir später loskommen, als geplant. Der nächste Bus reicht auch noch, rechne ich mir auch. Tatsächlich hätten wir locker pünktlich sein können, wenn denn der Anschlussbus gekommen wäre. Ich bin stinkesauer, denn dieser Bus ist vor vier Wochen auch schon mal ausgefallen. Er wird angezeigt in der App, aber wenn man dann rumsteht und wartet, wird er auf einmal gestrichen. Nächstes Mal nehmen wir wieder die andere Strecke, egal, wie das Wetter ist. Diesmal laufen wir also die zwei Stationen und kommen ganz knapp pünktlich.

Der Raum, in dem die Eltern warten können, ist schon ungewohnt voll. Die letzten zwei Wochen war ich fast allein mit dem kleinen Kind, heute sind da noch Babys und Eltern sitzen am Tisch und essen Kuchen. Mir wird auch was angeboten, aber Bienenstich geht leider aufgrund der Mandeln nicht. Ich sollte vermutlich socializen, spätestens, als ich der Name unserer zukünftigen Grundschule fällt, aber ich bin zu müde und so sitze ich nur auf dem Sofa und lese mein Buch. Das kleine Kind ist irritiert von den Babys und klebt die meiste Zeit an meinem Bein. Trotzdem geht die Dreiviertelstunde recht schnell rum.

Um viertel nach fünf kommt das große Kind strahlend aus dem Raum. Ich freue mich sehr, dass es ihr so viel Spaß macht!
Ich frage sie, ob sie nochmal Pipi muss, sie verneint. Fehler. Im Bus muss sie ntürlich doch! Memo an mich selbst: Nach der Probe immer aufs Klo. Drei von viermal war jetzt was.
Sie muss jetzt aber aushalten bis zu Hause. So weit ist es auch nicht. An der Bushaltestelle versucht sie aus mir rauszuleiern, dass wir einen zweiten Buggy anschaffen. Oder noch einen Sitz an den vorhandenen Buggy machen. Ich bin echt irritiert. Wie kann man so faul sein? Dann spricht mich eine ältere Frau an, was ich eigentlich von der u-Bahn-Streckenverlängerung halten würde, da wäre ja hier alles dicht. Ich meine, ich hätte mich noch nicht so recht damit beschäftigt, es würde uns nur indirekt betreffen. Dann kommt auch der Bus.

Nach dem Aussteigen treffen wir an der Ampel auf den Mann. Das große Kind überredet ihn, dass er sie trägt. Seufz. Lange kann er sie aber auch nicht tragen. Ich erwähne das Wort „Pipi“ und plötzlich können alle ganz schnell laufen. Geschafft!

Die Kinder haben Hunger. Das große Kind kriegt Brot, das kleine Kind Griesbrei. Ich lege Wäsche zusammen.
Nach dem Essen wird geduscht, mit Haarewaschen. Ich brauche ewig, bis ich das große Kind zum Ausziehen überredet habe. Ich drohe, sie mit Klamotten in die Dusche zu stellen.

Schließlich sind alle sauber und im Schlafanzug. Die Kinder dürfen noch „Stinky und Dirty“ und „Peppa Wutz“ sehen, dann gehts ins Bett. Das große Kind möchte Bibi Blocksberg hören. Das kleine Kind wird vom Mann ins Bett gebracht, ist darüber aber nicht erfreut, sie wollte, dass ich das mache. Nee, heute nicht. Ab nächstem Mittwoch muss ich das für elf Tage jeden Tag machen.

Ich schreibe diesen Teil vom Beitrag. Es ist 20 vor acht. Vielleicht schaffe ich es heute mal, rechtzeitig ins Bett zu gehen. Nötig wärs. Immerhin sind die komischen Bauchschmerzen verschwunden. Vielleicht war es doch Mittelschmerz.
Ich muss noch was essen und nachher noch ein wenig Yoga üben.

Gute Nacht!