WMDEDGT Mai 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Die Nacht ist unruhig, ich schlafe beim großen Kind und sie wird wahlweise wach, weil sie Angst im Dunkeln hat, was trinken will oder ihr Po juckt. Letzteres ist ein Alarmzeichen, schließlich hatte sie vor einem halben Jahr Würmer. Es scheint aber nur so ein Jucken zu sein.
Zwischendurch bin ich einfach so wach, auch weil mein Magen etwas Stress macht.

Um halb acht ist die Nacht endgültig vorbei, weil das kleine Kind antappst kommt. Der Mann geht Brötchen holen.
Ich ziehe die Kinder und mich an. Beim Frühstück reden wir darüber, dass wir heute 13 Jahre zusammen sind. Das große Kind will wissen, das bedeutet. Dass wir uns seit 13 Jahren Kussis geben, ist offenbar nicht so verständlich. 13 Jahre Sex finde ich etwas unpassend. Auf die einfachste Erklärung, dass wir uns seit 13 Jahren lieb haben, kommt mal wieder keiner. Wir sind wirklich rasend romantisch.

Nach dem Frühstück möchte das große Kind eine Geburtstagskarte für den Opa malen, der hat kommenden Samstag Geburtstag und wir werden zu Besuch sein. Leider ist sie mit keinem ihrer Entwürfe zufrieden, sie zerknüllt sie wegen eines falschen kleinen Striches in einer Wolke. Ich kann mit diesem Perfektionismus nicht umgehen, finde aber, ich könnte auch mal was malen und hole eines meiner Malbücher raus. Ich male ein Mandala aus, natürlich möchte das große Kind prompt auch. Das kleine Kind schmiert währenddessen mit einem Textmarker rum. Das große Kind macht das wirklich ganz toll und ordentlich. Sie lobt mich leider ungefähr alle zwei Minuten, was mit der Zeit etwas nervig wird. Sie möchte natürlich auch ständig zurückgelobt werden.

Irgendwann reicht es, räume auf und gehe dann Wäsche aufhängen und die Bäder putzen. Der Mann geht mit den Kindern raus, das große Kind möchte Radfahren üben. Der Knoten ist am ersten Mai geplatzt, nun folgt die Feinarbeit.

Das kleine Kind ist angeschlagen und jammerig. Ich hole sie wieder rein. Ich will ihr Nasentropfen geben, sie verweigert jedoch. Sie jammert im Schlafzimmer vor sich hin, während ich weiter das Bad putzen. Als ich wieder ins Schlafzimmer komme, hat sie sich in ihr Bett gelegt und ist eingeschlafen. Sie röchelt vor sich und wird in der kommenden Stunde noch dreimal, trotz später gegebener Nasentropfen und Hustensaft, aufwachen. Um 12 Uhr ist endgültig Schluss mit Schlafen. Das ist etwas wenig, aber sie ist nun zum Glück wieder besser drauf.

Das große Kind und ich haben in der Zwischenzeit die Sendung mit der Maus gesehen, der Mann hat sich um das Mittagessen gekümmert.

Wir machen etwas Quatsch in der Küche, die Kinder wollen Saft trinken. Dann gehen wir raus, damit der Mann in Ruhe weiter kochen kann. Es gibt Reis und Hühnchen. Ich muss mal wieder das große Kind aus ihrem Bett zerren. Vorher hatte sie mir noch erzählt, sie sei ja so hungrig, und nun kann ich sie kaum zum Essen überreden. Es ist so nervig.

Schließlich haben alle halbwegs gegessen. Es ist 13 Uhr. Der Mann legt sich auf meinen Vorschlag hin ein wenig im Schlafzimmer hin, ich mache solange die Küche sauber. Dann steht mal wieder Wickeln an. Das ist momentan ein mittleres Drama, das kleine Kind hasst das Sauber machen und ich weiß nicht, ob sie es nur unangenehm findet oder ob da mal was vorgefallen ist. Ich werde in der Kita nachfragen müssen.

Der Mann will mit den Kindern in den Park fahren, ich bin mit zwei Freundinnen zum Kuchenessen verabredet. Wir brechen gleichzeitig auf, sie mit dem Auto, ich mit dem Bus.

Ich erwische wider Erwarten die geplante Bahn und muss mich an der Zielstation durch die Menschenmenge quetschen, es findet ein Straßenfest statt.

Wir haben einen schönen Nachmittag zu dritt, meine eine Freundin hatte Geburtstag und wir feiern sie ein wenig. Meine andere Freundin hat ihr knapp fünf Monate altes Baby mitgebracht und wir betüdeln ihn ein wenig. Als er müde wird, verlassen wir das Café und stehen noch ein wenig im Park in der Sonne. Wir werden von einer älteren Frau angesprochen, die von Parents4Future ist und für die große Demo am 24. Mai wirbt. Ich weiß noch nicht, ob ich mich da aufraffen kann. Aber wichtig wäre es natürlich.

Schließlich verabschieden wir uns. Es ist mittlerweile 17 Uhr. Mit Bus, Bahn und Bus fahre ich nach Hause und bin gegen viertel vor sechs daheim. Hier ist das kleine Kind frisch gebadet, todmüde und entsprechend motzig drauf. Wir kredenzen den Kindern Abendbrot und ich lasse mir vom Nachmittag im Park erzählen. Dann dürfen beide noch ne Runde Paw Patrol gucken.

Schlafenszeit. Es ist erst 20 vor sieben, aber heute sind alle kaputt. Das kleine Kind heult vor sich hin, sie muss Zähneputzen, Schnodderabsaugen, Nasentropfen und Hustensaft geben über sich ergehen lassen und schläft auf dem Arm des Mannes ein, noch ehe ich mit dem Zähneputzen beim großen Kind fertig bin. Ich habe den Eindruck, dass ihr Husten besser geworden ist und hoffe auf eine halbwegs erholsame Nacht.

Der Mann und ich genießen etwas Zweisamkeit auf dem Sofa. Dann fällt mir ein, dass ich ja noch diesen Text schreiben wollte. Es ist jetzt 19:48 Uhr. Das kleine Kind hat schon ein paar Mal gehustet und gejammert, aber es ist insgesamt wirklich besser geworden. Ich werde noch zu Abend essen, neue Overnight Oats vorbereiten und meine Serie („Russian Doll“) weiter schauen.

Morgen ist wieder Montag und Alltag.

Gute Nacht!

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WMDEDGT April 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt um 3 Uhr, als ich von einem lauten „Mama! Mama!“ geweckt werde. Das große Kind hat ins Bett gemacht. Wunderbar. Ich ziehe sie um und das Bett ab und lege mich wieder hin.

Nach einiger Zeit schlafe ich wieder ein, bis um fünf nach sechs der Wecker klingelt. Ich bin sehr müde und würde alles dafür geben, einfach liegen bleiben zu dürfen. Ursprünglich hatte ich mir diesen Tag freigenommen, es dann aber wieder geändert. Hätte ich es mal bleiben lassen.

Das kleine Kind ruft. Ich gehe ins Schlafzimmer, sie schläft aber schon unruhig weiter. Beide Kinder waren gestern Abend erst gegen 20:30 Uhr im Bett, die Kita hat heute zu, es wäre also ganz gut, wenn sie etwas länger schliefen.

Ich bin gerade im Bad, da tapst schon das große Kind herein. Soviel dazu.

Ich mache ihr ein paar Haarspangen rein und schicke sie runter zum Mann. Dann ziehe ich mich an, das kleine Kind schläft nach wie vor.

Dann gehe ich zum Frühstück runter. Die Kinder kriegen Brötchen, ich esse auch eins, dazu Müsli und Schwarztee. Im Großen und Ganzen das gleiche wie jeden Morgen. Der Mann berichtet von der Nacht. Einmal Wickeln und ein Ausraster vom kleinen Kind, man kann sie wohl als gut bezeichnen, die Nacht.

Wir besprechen den Tagesablauf, dann verabschiedet er sich gegen zehn vor sieben.

Das große Kind fragt, ob Oma und Opa schon wach sind (Oma ist grad aufgestanden), ob sie heute wieder fahren (nein), wann sie fahren (Montag).

Das kleine Kind wacht um viertel nach sieben auf, ich wickle sie und ziehe sie an. Unpraktischerweise hat sie schon eigene Vorstellungen, was sie anziehen möchte. Das Kleid und die Leggins werden verworfen, stattdessen ein T-Shirt über dem Body und eine bestimmte Strumpfhose. Auf diese Autonomie hätte ich ja gut noch verzichten können.

Jetzt aber, Frühstück. Das große Kind knabbert an einem Nutellabrötchen. Vor drei Tagen hat sie sich übergeben und hat das Essen seitdem irgendwie fast völlig aufgegeben. Ich weiß nicht, wovon sie lebt. Das kleine Kind isst fast ein ganzes Brötchen.

Meine Mutter und ich diskutieren über die Fridays-for-Future-Demos. Der Hamburger Ableger wird wohl wieder an meinem Bürofenster vorbeiführen.

Ich breche die Diskussion ab, als es um unseren Haushalt geht. Ich weiß genau, wo unsere Schwachpunkte sind und habe keine Lust ständig mit der Nase darauf gestoßen zu werden. Ich stehe, was das Thema angeht, allein auf weiter Flur. Den Mann interessiert es nicht, da ist es schwierig, in großem Stil was zu ändern.

Nun gut. Ich schmiere mir meine Brote und packe das Restessen von gestern ein. Heute werde ich von meinen Eltern und den Kindern von der Arbeit abgeholt, wir wollen in ein Café und dann eine neue gebrauchte Nähmaschine kaufen.

Um 8 Uhr verabschiede ich mich. Das kleine Kind ist nicht sehr erfreut darüber, aber da muss sie durch. Ich nehme den Bus, der praktischerweise grade kommt und fahre zur übernächsten U-Bahn-Haltestelle. Da verpasse ich die U-Bahn. Das wirft meine Pläne, vor der Arbeit noch zu Budni zu gehen, über den Haufen. Ich möchte ungerne zu spät kommen.

Im Büro angekommen, versuche ich mal wieder den Kinderarzt zu erreichen. Das kleine Kind braucht einen Termin für die U7 und eigentlich könnte ich auch gleich einen Termin für die U9 vom großen Kind ausmachen. Obwohl mein Anruf der erste in der Warteschleife ist, wie am Tag zuvor auch schon, wird das ganze abgebrochen. Ich spreche auf den Anrufbeantworter und bitte um einen Rückruf.

Dann kümmere ich mich um eine Rücksendung. Ich hatte dem großen Kind Schuhe bestellt, die sich als viel zu niedrig für ihren Spann herausgestellt haben. Wir müssen wohl doch mal ins Geschäft gehen. Ich hasse Schuhgeschäfte, die Auswahl ist meistens Mist.

Dann beginne ich diesen Beitrag. Es ist jetzt neun Uhr, außer mir ist noch keiner im Büro, ich hätte locker noch zu Budni gehen können. War ja klar.

Allmählich trudeln doch die ersten Kollegen ein.

Ich arbeite etwas, lese Twitter nach und werde schließlich gegen 10 Uhr von der Kinderarztpraxis angerufen. Ich bekomme einen Termin für in 3,5 Monaten. Es ist ein bisschen gruselig, dass man so früh anrufen muss, die Praxis ist völlig überlaufen. Zum Glück sind die Kinder meist fit und gesund.

Ich arbeite vor mich hin, entdecke zwischendurch ein halbes Dutzend Kleider bei Boden, die ich am liebsten alle hätte, sind halt nur ein bisschen teuer. Sehr.

Dann weise ich Chef1 auf ein bestimmtes, nach wie vor bestehendes Problem hin und erfreulicherweise nimmt er sich dessen an.

Gegen halb eins esse ich was. Meine Mutter hat gestern sehr großzügig und lecker gekocht und da ich heute sonst keine Zeit zum Mittag essen haben werde, esse ich halt mal im Büro.

Um halb zwei mache ich Feierabend und warte vor dem Büro auf meine Familie.

Ich warte ziemlich lange, will dann noch kurz zur Drogerie, erhalte dann aber einen Anruf von meiner Mutter. Einige Verwirrungen später haben wir uns schließlich gefunden und fahren mit dem Bus ins Nähmaschinenhaus. Dort werden wir recht schnell fündig. Zwar ist die Maschine teurer als gedacht, ich bekomme sie jedoch von meinen Eltern zum Geburtstag geschenkt. Wir bekommen noch ein Fläschchen Sekt und die Kinder Luftballons. So macht Geldausgeben Freude. ;)

Danach gehen wir ins Café nebenan und essen Kuchen und Eis.

Die Kinder benehmen sich die ganze Zeit vorbildlich.

Schließlich fahren wir mit Bus und Bahn nach Hause. Beim Aussteigen aus der Bahn lässt mein Vater die Nähmaschine fallen. Super! Ist aber nichts passiert. Die Familie fährt schon mal heim, ich erstehe bei Budni noch einige Dinge fürs Wochenende.

Zu Hause angekommen freut sich das große Kind über eine Karte ihrer Freundin. Wir beschließen, ihr auch eine zu schreiben. Praktischerweise hab ich kürzlich erst welche gekauft.

Ich ziehe Jacke und Schuhe gar nicht erst aus und fahre mit dem Mann und meinem Vater direkt wieder los zum Baumarkt.

Wir sind dort erfolgreich, ich verliere aber gleich zu Anfang aus Dämlichkeit meine Einkaufswagenmarke. Die hab ich schon ewig. Wirklich doof.

Schwer bepackt fahren wir wieder nach Hause. Morgen können die Kinder in sauberem neuem Sand spielen und ich kann bald Tomaten pflanzen.

Es ist halb sechs, beide Kinder müssen baden und Haare waschen. Das große Kind möchte eigentlich erst Abend essen, aber das kommt später.
Um viertel nach sechs, um genauer zu sein. Das kleine Kind verdrückt fast zwei Scheiben Brot, das große Kind immerhin eine.

Weil das kleine Kind nur eine Dreiviertelstunde geschlafen hat, muss sie direkt nach dem Abendessen ins Bett. Bis sie schläft, ist es 20 nach sieben. Derzeit ist es etwas nervig sie ins Bett zu bringen, weil sie nicht so wirklich zu Ruhe kommt.

Der Mann bringt das große Kind ins Bett. Den Rest des Abends hängen wir nur herum und sehen fern.

Gute Nacht!

Abgestillt (2)

Das kleine Kind ist nun abgestillt. Wie so vieles verlief auch dieses völlig anders als beim großen Kind.

War sie als Baby an der Brust nur so mittelinteressiert, änderte sich dies in etwa, als sie ein Jahr alt wurde und in die Kita kam. Besonders die Nächte wurden deutlich schlechter und ich habe viel geflucht und zwischenzeitlich befürchtet, ich würde wohl ewig, also mindestens zwei Jahre lang stillen. Zumal der Mann nachts bzw. ab etwa 22 Uhr nicht mehr von ihr geduldet wurde. Da hatte dann bitte Mama samt Brust parat zu stehen.

Im Januar wollte ich dann mal einen Schnitt beim nächtlichen Stillen machen und mich ausquartieren, doch das ging schief, bevor ich überhaupt richtig ins Bett gegangen war. Das kleine Kind war kaum zu beruhigen, also haben wir es erstmal wieder sein gelassen.

Dennoch habe ich es mit dem neuen Jahr geschafft, tagsüber abzustillen. Das Interesse war einfach nicht mehr da, am Wochenende legt der Mann das kleine Kind zum Mittagsschlaf, da hatte sich das Thema tagsüber dann auch bald erledigt.

Als nächstes ging es dem Einschlafstillen an den Kragen. Zweimal bin ich gescheitert, beim dritten Mal klappte es endlich. Seitdem schläft sie einfach auf meinem Arm ein. Gleichzeitig ging es auch nachts in kleinen Schritten voran. Der Mann wurde wieder geduldet, sie schlief leichter wieder ein, manchmal auch einfach so. Wir hatten aber auch einige Nächte, in denen ich die Brust verweigert habe und wir dann alle sehr lange wach waren.

Vor einiger Zeit quartierte sich dann der Mann aus Krankheitsgründen zum großen Kind aus und Ende Februar beschloss ich dann, das jetzt mal durchzuziehen und habe die Brust verweigert und ausgehalten. In der ersten Nacht habe ich noch zweimal gestillt, in der zweiten Nacht nur noch einmal, allerdings beide Seiten und in der dritten Nacht gar nicht mehr. Und das war es dann auch. Hin und wieder würde sie nachts noch gerne, aber das Thema ist durch.

Die Nächte sind leider noch nicht nennenswert besser geworden. Zwar gab es zuletzt schon ein paar Nächte, in denen sie bis zu sieben Stunden am Stück schlief, aber vom wirklichen Durchschlafen sind wir noch weit entfernt. Nun ist sie auch wieder erkältet, zudem sind nach wie vor die Eckzähne auf dem Weg, es wird also vorerst nicht leichter werden.

Immerhin muss ich auch bei diesem Kind nichts weiter abgewöhnen. Keine Flasche, keinen Schnuller, keinen Daumen.

Das große Kind habe ich 19 Monate und neun Tage gestillt, das kleine Kind 18 Monate und 16 Tage. In den gut drei Jahren Stillzeit hatte ich bis auf einige kleinere und größere Milchstaus keine weiteren Probleme, tatsächlich fiel mir das Stillen sogar ziemlich leicht. Trotzdem kann ich jede Frau verstehen, die sich aus welchen Gründen auch immer dagegen entscheidet. Und fühle gleichzeitig mit jeder Frau mit, die gerne stillen möchte, es aber warum auch immer nicht kann.

Dieses große Thema ist also durch. Ich bin froh drum, nicht so krass erleichtert, wie damals beim großen Kind, dafür aber auch kaum wehmütig.

Weiter geht’s!

WMDEDGT März 2019

Wie jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen was wir eigentlich den ganzen Tag so machen..

Die Nacht verbringe ich beim großen Kind. Die letzten Nächte mit dem kleinen Kind waren extrem schlauchend, aber nun ist sie abgestillt. Immerhin. Jetzt ist der Mann mal dran.

Ich schlafe etwa fünf Stunden, bis ich um kurz nach vier wach werde. Pünktlich mit dem großen Kind, das mal pinkeln muss. Ich gehe auch, kann aber erstmal ne Weile nicht wieder einschlafen.

Der Wecker klingelt um fünf nach sechs, ich stehe eine Viertelstunde später auf. Die Kinder schlafen beide noch selig.

Waschen, Anziehen, Frühstücken. Der Mann weckt die Kinder und zieht das kleine Kind an. Die Nacht war wohl ganz ok.

Der Mann verabschiedet sich um kurz vor sieben. Ich füttere die Kinder ab, schmiere mir Brote und ziehe das große Kind an und das kleine Kind müslibedingt um.

Zähneputzen, Haaremachen, jeden Morgen dasselbe Spiel.

Eigentlich will ich noch eine Waschmaschine anschmeißen, aber das schaffe ich zeitlich nicht mehr. Nun, ob ich die Wäsche um drei aufhänge oder um fünf, ist wahrscheinlich auch egal.

Ich bereite das Wohnzimmer für Ernie vor, der fährt immer um 9 Uhr los und saugt.

Als wir aus dem Haus kommen, steht wie immer in letzter Zeit das Auto der Eltern des Nachbarn. Die bringen momentan immer den Enkel in die Kita, um die Mama zu entlasten. Vor zwei Monaten kam da nämlich noch ein kleines Schwesterchen an. An sich finde ich diesen Oma-und-Opa-Service ja gut, aber allem Anschein nach haben sie keinen Kindersitz im Auto und ich bin die ganze Zeit am überlegen, ob ich da mal was sagen soll. Oder der Polizei einen Tipp geben, mal bei der Kita Kontrolle zu machen.

Wir kommen pünktlich in der Kita an. Das große Kind sucht ihre Hausschuhe. Die sind ein paar Tagen verschollen. Ärgerlich, natürlich sind die ganz neu.

Ich verabschiede mich problemlos und werde vom großen Kind rausgeworfen.

Ab zur Arbeit. Dort bin ich die Erste und werde aus Urlaubs- und Krankheitsgründen wohl noch ne Weile allein bleiben. Ich nutze die Zeit, den Karton auszumessen, mit dem ich etwas verschicken muss. Leider ist er um einen Zentimeter zu breit. Ich verständige mich mit der Empfängerin und verkleinere den Karton mit Schere und Klebeband. Nun sollte es hinhauen.

Dann ist doch mal ein bisschen was zu tun. Da ich immer noch allein bin, lasse ich nebenher die Mädchensitzung des ZDF laufen. Ich liebe Karneval, in Hamburg ist da aber nicht viel los. Also gar nichts. Bis auf den Fasching in der Kita. Ich wundere mich mal wieder, dass auf der Mädchensitzung zwar der ganze Saal voller Frauen ist, auf der Bühne aber fast ausschließlich männliche Redner. Wäre genau diese Sitzung nicht mal eine super Möglichkeit das zu ändern?

Ich arbeite weiter vor mich hin, wundere mich über merkwürdige Nutzeranfragen und recherchiere noch ein Möbel für unser Schlafzimmer. Das gibt’s nur gar nicht so, wie ich es mir vorstelle.

Um halb eins mache ich mir mein Essen warm. Normalerweise esse ich im Büro nur Brot, aber heute passt es ausnahmsweise mit dem warmen Mittagessen. Wir sind heute auch nur zu dritt, da stört das nicht so.

Halb zwei, Feierabend. Ich fahre mit der U-Bahn und hole die Kinder aus der Kita. Heute Nachmittag treffen wir uns ein letztes Mal mit meiner Freundin und deren Tochter. Übermorgen ziehen sie leider weg, so dass wir uns nicht mehr regelmäßig sehen können. Sehr schade! Wir essen Eis und Waffeln in einer Eisdiele im Einkaufszentrum. Danach gehen wir noch zusammen zu Budni, wo ich einem Türstopper in Form einer Eule nicht widerstehen kann. Das kleine Kind auch nicht. Sie liebt Eulen!

Dann verabschieden wir uns. Wir müssen noch ein paar Dinge im Supermarkt kaufen. Auch das ist bald erledigt, wir gehen noch für Brezel und Brötchen zum Bäcker und fahren dann mit dem Bus nach Hause.

Gegen 20 nach vier sind wir da. Ich verräume die Einkäufe. Das große Kind muss mal aufs Klo. Um viertel vor fünf kann ich endlich die Waschmaschine anschmeißen. Ich bin ziemlich kaputt und möchte am liebsten auf dem Sofa rumgammeln, aber das ist natürlich keine Option. Wir hören etwas Musik und gucken Bücher. Ich wundere mich etwas, weil der Mann noch nicht da ist, kann mich aber erinnern, dass er noch irgendwo hinwollte nach der Arbeit. Leider fällt mir nicht mehr ein, was das war.

Um viertel vor sechs stecke ich die Kinder in die Badewanne äh das Planschbecken. Also erst das kleine Kind, das große weigert sich zunächst, da ich ihr Haarewaschen angedroht habe. Das kleine Kind will dann auch gar nicht, dass ihr die große Schwester Platz wegnimmt, aber schließlich sind alle drin. Da kommt auch der Mann. Er hat ein neues Notebook gekauft. Das war das also.

Das kleine Kind kommt zuerst aus der Badewanne, der Mann kümmert sich um sie, während ich dem großen Kind unter dem üblichen Geschrei die Haare wasche. Es ist so nervig.

Dann brüllt es von unten. Jemand möchte offenbar sein Abendessen nicht essen. Ich ziehe dem großen Kind den Schlafanzug an und schicke sie runter. Nach dem Abendessen gibt es noch die übliche Folge Paw Patrol, dann gehen alle vier nach oben, Zähneputzen und dann ins Bett. Ich lese noch eine Geschichte vor und bringe dann das kleine Kind ins Bett. Das ist mittlerweile sehr einfach, ich halte sie einfach auf dem Schoß, bis sie einschläft. Meist kann ich dabei sogar noch etwas lesen.

Um halb acht verlasse ich das Schlafzimmer. Der Mann zeigt mir unten das neue Notebook, dann genießen wir etwas Zweisamkeit auf dem Sofa.

Dienstags Abends läuft immer Visite im NDR, ich habe ein Faible für solche Sendungen und staune über die Möglichkeiten der Medizin.

Um 22 Uhr gehen wir ins Bett. Gute Nacht!

18 Monate oder anderthalb Jahre (2)

Kleines Kind, nun bist du schon anderthalb. Haben wir nicht grad erst deinen ersten Geburtstag gefeiert?

Du hast dich im letzten halben Jahr sehr verändert. Gefühlt war das sogar mehr Veränderung als im ganzen Babyjahr. Du bist kein Baby mehr, auch wenn dich in der Kita immer noch viele als solches bezeichnen. Schuld daran sind sicher deine großen Augen und die immer noch irgendwie aus der Art geschlagenen blonden dünnen Haare auf deinem Kopf. Einen 1a Vokuhila hast du mittlerweile.

Gewachsen bist du auch, xx cm groß und wiegst etwa zehn Kg. Dazu hast du 12 Zähne, alle Schneidezähne und vier Backenzähne. Wir warten auf die Eckzähne, aber da lässt du dir mal wieder Zeit.

Du trägst bereits das zweite Paar Winterstiefel deiner Schwester auf und das ist immerhin schon Gr. 23. Was das angeht, kommst du eindeutig nicht nach mir.

Niedlich bist du! So unglaublich niedlich. Ich starre dich jeden Tag verliebt an und möchte dich ständig abknutschen vor lauter Niedlichkeit. Noch lässt du dir das gefallen. Du gibst auch selber Küsse, richtige, kein Abgelecke mit offenem Mund und wir konkurrieren alle darum, wer einen bekommt und wer nicht. Besonders deine große Schwester ist sauer, wenn sie mal keinen bekommt.

Laufen tust du bekanntlich seit deinem ersten Geburstag und das ist schon längst nichts besonderes mehr. Du wackelst fleißig durch die Gegend und läufst laut deinen Erzieherinnen auch beim Krippengruppenausflug immer mehr. Auch im Buggy zu sitzen ist dir leider nicht mehr so genehm, aber lasse ich dich laufen, stehst du gerne mal wie angewurzelt in der Gegend rum und irgendwann ist einfach die Zeit rum.

Überhaupt bist du gerne draußen. So ziemlich jeden Tag stehst du mit Jacke, Mütze und Schal in der Hand vor uns und hast auch schon mindestens einen Stiefel an, manchmal deinen, manchmal einen deiner Schwester. Ich freue mich darauf, wenn es endlich warm genug ist, dass man einfach so die Tür aufmachen kann.

In der Krippe gefällt es dir sehr gut. Du hast dich super eingewöhnt und deine Erzieher:innen sind sehr zufrieden mit dir. Schlafen und Essen klappt auch problemlos und du spielst immer mehr auch mit den anderen Kindern.

Wie es zu erwarten war, hast du direkt ein paar Viren eingesackt. Und noch ein paar mehr. Im November und Dezember warst du jede zweite Woche daheim. Jetzt im neuen Jahr ist es etwas besser geworden. Toitoitoi.

Du bist, wie schon deine Schwester, motorisch sehr geschickt, sowohl fein- also auch grobmotorisch. Tuben drehst du problemlos auf und übst dich an ersten puzzeln.

Sprechen ist dafür überhaupt nicht deins. Dein Wortschatz besteht aus „Mama“, „Papa“, „Baba“ (Tschüss) und „Wow“. Dazukommen noch ein paar Laute wie „Oh-oh!“, „Ja“ und „da“. Der ganze Rest wird mit Geplapper und der Silbe „Ba“ in allen Variationen aufgefüllt. Außerdem kannst du ein paar Tierstimmen nachmachen, dein Paradegeräusch ist hierbei die Ente (manchmal auch Frosch), das ist schon täuschend echt.

Ich bin gespannt, wann es bei dir klick macht. Zwar kannst du dich mit verschiedenen Gesten, Nicken und Kopfschütteln ganz gut verständlich machen. Und an mangelnder Ansprache liegt es jedenfalls nicht und du verstehst auch wirklich alles, was wir sagen und befolgst Anweisungen wie „Bring die Hose bitte ins Schlafzimmer in den Wäschekorb!“ problemlos.

Bücher und Musik sind dein Leben, da bist du ganz Tochter deiner Mutter. Die Bücher guckst du gerne auch alleine an, und um uns klarzumachen, dass du Musik hören willst, zeigst du einfach auf „Alexa“. Du tanzt auch gerne mal und das ist natürlich zu süß!

Was nicht ganz so süß ist, sind unsere Nächte. Als Baby hast du ja ziemlich gut geschlafen, aber seit August werden die Nächste immer schlechter und jetzt mit dem neuen Jahr ist es nochmal ne Stufe runtergegangen. Aktuell wachst du gerne mal halbstündlich auf. Wirklich schön. Immerhin hab ich recht zuverlässig einen Feierabend, das ist auch viel wert.

Es wird Zeit abzustillen. Tagsüber haben wir das schon seit etwa anderthalb Monaten geschafft, nur nachts kommen wir nicht davon los und vorher werden die Nächte wohl auch nicht besser.

Erschwert wurde das Abstillen bisher dadurch, dass du deinen Papa nachts total abgelehnt hast. Ab etwa 22 Uhr war Schicht im Schacht, hat er versucht dich zu beruhigen, endete das in einem Höllengebrüll. Entsprechend war ich die restliche Nacht stets gezwungen, die Brust auszupacken, auch wenn der Papa immer wieder versucht hat, mich zu entlasten.

Aber, und das lässt mich etwas positiver in die Zukunft blicken, in den letzten Nächten machen wir kleine Fortschritte. Der Papa darf dich nun auch beruhigen und kann das auch sehr schnell. Leider hält das nicht sehr lange an, aber immerhin. Ich arbeite am Insbettbringen ohne Stillen und bin letztens auch fast erfolgreich gewesen, aber du wolltest dann doch lieber Papa haben. Außerdem hast du eine Plüscheule in dein Herz geschlossen und wenn du die im Arm hältst, klappt das mit dem Wiedereinschlafen oft ganz gut, auch ohne Brust.

Es wird also werden!

Wir sind sehr dankbar, dass es dich gibt, kleine Maus!

WMDEDGT Februar 2019

Wie jeden fünften eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Mein Tag beginnt eigentlich recht angenehm. Das kleine Kind hat erfreulich gut geschlafen. Da sie die Nacht zuvor sich mehrfach erbrochen hat, bleiben wir heute zu Hause und ich kann noch etwas liegen bleiben. Um viertel vor sieben wird sie wach. Wir gucken noch ein Buch an und stehen dann auf. Sie will sofort runter zu Papa und Schwester, ich bestehe aber doch erstmal auf Wickeln und Anziehen. Dann schicke ich sie runter und beginne mich anzuziehen.

Ich höre das große Kind unten jammern. Sie will hochgetragen werden. Ich frage sie, ob sie nicht vielleicht auch daheim bleiben will. Sie willigt ein und erzählt mir was von Bauchschmerzen. Na gut. Der Mann, der sie eigentlich in die Kita bringen soll, verabschiedet sich. Es ist etwa zwanzig nach sieben.
Ich helfe dem großen Kind beim Anziehen und sage dann in der Kita Bescheid.

Frühstückszeit. Das kleine Kind isst Brötchen und kriegt den Rest Haferflocken. Das große Kind hat schon gegessen und spielt vor sich hin. Ich frühstücke das übliche, lese in meinem Handy und gucke zwischendurch Bücher mit dem kleinen Kind, als es fertig ist mit Essen.

Dann kümmern wir uns gemeinschaftlich um die Wäsche. Zwischendurch muss ich das kleine Kind wickeln. Der Windelinhalt ist immer noch etwas fragwürdig. Dann lasse ich Ernie in der Küche fahren.

Das große Kind möchte ein Buch vorgelesen bekommen. Wir setzen uns aufs Sofa. Das kleine Kind fängt plötzlich an zu jammern und während ich noch denke: „Oh, oh!“, kotzt sie auch schon das Sofa voll. Klassischer Verlauf. Bis zu dem Zeitpunkt war sie nämlich scheinbar kerngesund und quietschfidel.

Ich schrubbe das Sofa ab und ärgere mich mal wieder, dass wir damals kein Glattledersofa bekommen haben. Genau aus diesem Grund war ich immer gegen den Webstoff. Wenigstens kann ich die großen Kissen abziehen und waschen.
Ich berichte dem Mann von der Chose. Wir besprechen, wer die nächsten zwei Tage daheimbleiben soll und ich melde mich schon mal kindkrank. Morgen geht es dann zum Arzt.

Das kleine Kind ist fit und lässt sich nichts anmerken. Ich bin aber noch skeptisch. Eine Stunde nach dem ersten Ausbruch sitzt sie auf einem Stuhl, ist motzig und kotzt dann auf Tisch, Stuhl und Boden. Und wischt natürlich sofort mit den Händen drin rum, war ja eh das meiste Wasser. Brrrr. Ich putze und ziehe sie dann um.

Das große Kind hat sich mittlerweile ins Bett verzogen und will offenbar die Gelegenheit zu einem Mittagsschlaf nutzen.
Nach dem Umziehen ist das kleine Kind müde und schlecht drauf. Ich trage sie in den Schlaf. Gegen viertel vor elf kann ich sie ins Bett legen. Auch das große Kind pennt. Ich lege mich aufs Sofa und lese Twitter nach. Frau Brüllen erinnert daran, dass heute der 5. ist. Ich hätte es mal wieder vergessen.

Ich bekomme Hunger, esse einen Keks und hänge dann die Wäsche auf. Danach koche ich One-Pot-Pasta. Und hoffe weiterhin, dass der Magen-Darm-Virus niemand anderen befällt.

Gegen viertel vor zwölf versuche ich, das große Kind zu wecken. Sie wird wach, weigert sich aber vorerst aufzustehen. Das kleine Kind schläft noch friedlich. Als ich wirklich endlich mit Kochen anfangen will (natürlich hab ich erstmal noch fünf andere Dinge erledigt), höre ich sie aber quaken. Es ist zwölf Uhr, sie hätte ruhig etwas länger schlafen können.

Die Kinder dürfen zwei Folgen Paw Patrol gucken, ich schnibbele in Ruhe mein Gemüse und koche eine extra Portion Nudeln fürs große Kind. Sie isst sie mit Ketchup. Das kleine Kind kriegt ein paar Nudeln von meiner One-Pot-Pasta. Ich esse zwei Portionen.

Den Nachmittag vertreiben wir uns mit Musik hören, Bücher angucken, Lesen und Kekse essen (ich), das Alphabet am Computer schreiben und ein Eis essen und Butterbrot essen (das große Kind), noch zweimal ein bisschen kotzen und ein paar Kekse essen (das kleine Kind), eine Höhle bauen, ein Kartenspiel spielen usw. usf.

Um zehn nach fünf kommt der Mann nach Hause. Er erkundigt sich nach dem Gesundheitszustand des kleinen Kindes und badet sie dann. Danach ist das große Kind dran. Mit Haarewaschen. Drama! Immer dasselbe.

Mir ist ein bisschen flau, ich kann mich aber nicht so recht entscheiden, ob ich Hunger habe oder mir jetzt auch schlecht wird.

Schließlich sind alle Kinder im Schlafanzug und kriegen noch etwas Butterbrot. Das kleine Kind hat nicht so recht Hunger, verständlich.

Es folgen nochmal zwei Folgen Paw Patrol, danach geht es nach oben, Zähne putzen. Der Mann bringt das kleine Kind ins Bett, ich das große. Ich hatte ihr eigentlich empfohlen, direkt unten zu bleiben, da sie sicher eh noch nicht schlafen, aber sie wollte ins Bett.

Ich schmökere in einem alten Buch und lese danach Twitter, während ich überlege, ob ich vielleicht doch mal was essen sollte. Gegen viertel nach sieben entscheide ich mich fürs Abendessen und gehe in die Küche. Als ich gerade fertig bin, höre ich, wie der Mann mit dem großen Kind spricht. Wusste ichs doch.

Sie kommt zu uns aufs Sofa. Der Mann zockt, ich aktualisiere diesen Beitrag.

Das große Kind geht gegen 20 vor acht wieder ins Bett. Ich sehe mir eine Dokumentation über den Buckingham-Palast an, während der Mann zockt. Das kleine Kind wird nur einmal wach.

Um kurz nach zehn gehen wir ins Bett. Gute Nacht!

Bücher und Filme 2018 – Auswertung

Im vergangenen Jahr habe ich 59 Bücher gelesen, davon 14 eBooks. Das ist mein persönlicher Minusrekord, so macht sich das zweite Kind eben doch bemerkbar. Da konnte ich aber direkt ein Ziel für mich definieren, nämlich 2019 mindestens 60 Bücher zu lesen.

Thematisch war das Jahr sehr gemischt. Ich habe einige Bücher verschiedener Serien gelesen, teilweise auch zum wiederholten Male. Der Kindle bietet sich dafür einfach sehr gut an.
Besondere Literatur war nicht dabei, ich taste mich ganz allmählich an das Thema Feminismus heran. Da wird im neuen Jahr sicher noch einiges zu kommen.

Filmtechnisch war es wieder kein gutes Jahr, ich war erneut nur ein einziges Mal im Kino, nämlich in dem mittelmäßigen Phantastische Tierwesen 2.
Das würde ich 2019 ebenfalls gerne ändern, aber ich musste mal wieder feststellen, wie wahnsinnig teuer Kino mittlerweile ist.

Jahresrückblick 2018

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
8

Glücklich gewesen?
Ja. Sehr.

Zugenommen oder abgenommen?
Weiterhin abgenommen, ich hab jetzt mein persönliches Idealgewicht.

Haare länger oder kürzer?
Gleich kurz

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Auch keine Änderung

Mehr ausgegeben oder weniger?
Ich schätze mal gleichbleibend.

Mehr Kohle oder weniger?
Etwas mehr, dank Wiedereinstieg in den Job

Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch derselbe Job, aber er ist irgendwie besser geworden.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn ja, was?
Nein.

Mehr bewegt oder weniger?
Vielleicht ein bisschen mehr, da nicht schwanger.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Vielleicht so 7-8

Davon war für Dich die Schlimmste?
Tja. Der unkontrollierbare Durchfall Anfang April, mit mehreren Tagen Übelkeit vorher und nachher
oder
Die diversen -itisse im Mai (Halsentzündung mit allem was dazu gehört), da ging es mir richtig beschissen
oder
Der relativ schwere Milchstau Ende August, mit Schmerzen und Fieber allüberall?

Ich kann mich nicht entscheiden. Ich hätte gut auf alle drei verzichten mögen.

Der hirnrissigste Plan, der einfach nicht funktioniert hat?
Mir einen neuen Job zu suchen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Wahrscheinlich, mich regelmäßig abends im Dunkeln durch Hamburg zu bewegen.

Die teuerste Anschaffung?
Das Auto hatte einiges an Reparaturkosten.

Das leckerste Essen?
Da gabs eigentlich nicht viel besonderes. Einmal das Essen bei der Firmenweihnachtsfeier und einmal bracht der Chef etwas Ibericoschwein mit ins Büro, das war schon sehr sehr lecker!

Das beeindruckendste Buch?
Beeindruckend ist vielleicht das falsche Wort, aber am meisten gefesselt hat mich dieses Jahr die Clifton-Saga von Jeffrey Archer. Sehr spannend geschrieben, manchmal etwas zu konstruiert, manchmal ein bisschen arg unwahrscheinliche Wendungen, aber dennoch bin ich richtig in die Geschichte, die über mehrere Jahrzehnte geht, eingesogen worden. Insgesamt gibt es sieben Bücher, zwei hab ich noch vor mir.

Der ergreifendste beeindruckendste Film?
Ich hab kaum Filme gesehen und im Kino war ich nur einmal, in Phantastische Tierwesen 2, der war durchaus beeindruckend, aber insgesamt nur so mittel.

Das schönste Konzert?
Ich war bei unseren beiden Chorkonzerten dabei, da war das zweite schon sehr schön!

Die meiste Zeit verbracht mit…?
den Kindern

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Schatz, meiner Familie, unseren Kindern

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Mhmpf

2018 zum ersten Mal getan?
-nicht in meiner Heimat gewesen. Insgesamt werden es wohl sogar zwei Jahre werden.

2018 (nach langer Zeit) wieder getan?
-Bewerbungen geschrieben
-Ein Vorstellungsgespräch geführt
-Eine Jobzusage erhalten.
-einen Job abgesagt
-im Freibad gewesen
-Urlaub auf Rügen gemacht
-von einer Wespe gestochen worden

Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
-s. meine Krankheiten
-die vielen Infekte vom kleinen Kind
-die vielen schlechten Nächte, besonders in der zweiten Jahreshälfte
-dass es bei der Jobzusage ausgerechnet am Gehalt gescheitert ist.
-die Nachricht am 1. Weihnachtsfeiertag, dass meine quasi beste Freundin, deren Tochter die quasi beste Freundin vom großen Kind in den nächsten Wochen wegziehen wird.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass Geld vielleicht doch nicht so wichtig ist bzw. dass ich mehr Gehalt möchte.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dem Mann einen neuen Rucksack. Der alte war seit ungefähr zehn Jahren reif für den Müll.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Mann hatte sich überlegt, mir ein bestimmtes Buch zu schenken, während ich mir gleichzeitig überlegt hatte, mir genau dieses von ihm zu wünschen. Solche Sachen kommen selten bei uns vor.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Dein Wort des Jahres?
Knutschbrosch!

Dein Unwort des Jahres?
Werbeverbot (Thema Abtreibung)

2018 war mit 1 Wort…?
gut

Zum Vergleich: Verlinke deinen Rückblick vom letzten Jahr!

Jahresrückblick 2012

Jahresrückblick 2013

Jahresrückblick 2014

Jahresrückblick 2015

Jahresrückblick 2016

Jahresrückblick 2017

WMDEDGT Dezember 2018

An jedem 5. eines Monats fragt Fr. Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Ich werde nicht stündlich sondern nur anderthalb bis zweistündlich geweckt und frage mich, als um fünf nach sechs der Wecker klingelt, wie lange ich das wohl noch durchstehen werde.
Im neuen Jahr werden wir uns definitiv mit dem Thema Abstillen beschäftigen.
Ich Messe meine Temperatur und stehe um 20 nach sechs auf.
Als ich im Bad bin, kommt das kleine Kind in ihrem Schlafsack angerobbt. Hat die nicht grade noch auf dem Bett geschlafen?
Ich befreie sie und ziehe mich dann an. Währenddessen ist sie fest entschlossen, runter zu Papa und Schwester zu gehen.
Ich fange sie schließlich ein und ziehe sie an. Dann gehen wir runter.
Der Mann hat ihr schon Frühstück gemacht.
Ich bereite mein eigenes vor, außerdem die Rucksäcke der Kinder, heute ist Mittwoch und damit Ausflugstag für beide Kinder. Zwar bezweifle ich, dass die Krippengruppe rausgeht, aber sicher ist sicher.
Frühstück. Das kleine Kind verdrückt noch einiges von meinem Brötchen und Müsli und ist dann fertig. Sie holt ein paar Bücher, die ich nebenher anschaue. Ich stelle fest, dass sie bei Fragen wie: „Wo ist der Schlüssel?“ oder „Wo ist das Auto?“ korrekt auf die entsprechenden Dinge zeigt.
Um viertel nach sieben bin ich wieder in der Küche, schmiere Brote und höre die Radiocomedy. Der Mann hat sich wie üblich um kurz vor sieben verabschiedet.
Alle Rucksäcke packen und ab nach oben, großes Kind anziehen, kleines Kind nochmal wickeln, allen die Zähne putzen und dem großen Kind die Haare machen. Wie üblich sind wir ein paar Minuten zu spät dran, ich werde hektisch und meckere die Kinder an. Als ob das was nützen würde.
Wir gehen wieder runter und ich stelle fest, dass die Glühbirne der Wandleuchte am der Treppe kaputt ist. Ich schicke den Mann ein Bild und schlage vor, dass wir die beiden Wandleuchten, die wir noch von den Vorbesitzern übernommen haben, endlich mal ersetzen.
Ab in die Kita. Immer wieder muss ich das große Kind, das ohne Roller unterwegs ist, antreiben. Um zwei Minuten nach acht sind wir endlich da. Das abgeben funktioniert zum Glück ohne Probleme.
Ich gehe zum Bahnhof, wo die U-Bahn genau passend einfährt. Die Fahrt nutze ich zum Lesen und gehe dann durch den noch geschlossenen Weihnachtsmarkt zum Büro. Ich bin nur wenig zu spät. Ein Kollege ist schon da.
Ich mache meinen Kram, lese nebenher Twitter nach und recherchiere Lampen. Alle sind hässlich, aber es besteht Hoffnung.
Gegen zehn Uhr gibt’s erstmal Kaffee.
Der Vormittag vergeht, ich diskutiere über die Arbeit und mit dem Kollegen über Spielküchen.
Außerdem bringt der Paketdienst die Weihnachtskarten, die ich in Auftrag gegeben habe. Sie sind tatsächlich sehr hübsch geworden.
Um 13:30 Uhr mache ich Feierabend und fahre zur Kita. Auf dem Weg dorthin treffe ich meine Schwiegermutter, die heute das große Kind abholt. Das ist aber noch im Essensraum. Ich gehe hoch in die Krippe und hole ein blendend gelauntes kleines Kind ab, das gut gegessen und nur eine Stunde geschlafen hat. Wir gehen wieder runter und treffen da auch auf das große Kind. Sie waren heute auf einem Spielplatz.
Wir machen die Kinder fertig und verlassen die Kita. Das große Kind geht mit Oma, ich habe einige Besorgungen zu erledigen. In den nächsten anderthalb Stunden klappern das kleine Kind und ich die Post (Briefmarken), zwei Klamottenläden (Pullover, Socken, Mütze) und Budni (diverses, unter anderem die bestellten Fotokalender ab. Ich bin am Ende Schweißgebadet, Einkaufszentrum mit Wintermantel halt und froh, dass das kleine Kind so entspannt ist. Schließlich fahren wir mit dem Bus nach Hause. Ich räume sehr viel Kram aus Buggy und Rucksack. Dann möchte das kleine Kind stillen und wir setzen und aufs Sofa. Sie pennt gar nicht überraschenderweise ein und ich nutze die Gelegenheit, um ebenfalls kurz die Augen zu schließen. Nach etwa 20 Minuten versuche ich sie zu wecken und bin schließlich auch erfolgreich. Sie darf einen kleinen Schokoladennikolaus aus dem Adventskalender essen. Ich entdecke gefüllte Paprika im Gefrierfach und taue mir diese auf.
Wir essen und zwischendurch gucken wir Bücher an und hören Weihnachtsmusik.
Das kleine Kind möchte erneut stillen, dann beschließe ich, dass die Weihnachtskarten Unterschriften brauchen. Weil das kleine Kind noch nicht schreiben kann, will ich ihren Fingerabdruck nehmen. Leider finde ich unsere Stempelkissen nicht, also nehme ich die letztens gekaufte schminke. Das funktioniert so leidlich. Nach sieben Karten hat sie keine Lust mehr. Auf der Suche nach einem vernünftigen Stift öffne ich die Schranktür. Die Stempelkissen lachen mich an.
Halb sechs. Zeit für die Badewanne. Ich wundere mich, wo der Mann samt großem Kind bleibt. Als ich das kleine Kind gerade anziehe, kommen sie aber doch an.
Das große Kind kommt in die Wanne, das kleine Kind kriegt Abendessen, das große möchte nichts mehr. Also,eigentlich schon, nämlich Süßkram, aber davon hatte sie bei Oma schon genug, wie sie mir bereitwillig aufzählt. Außerdem eine Laugenstange, das genügt offenbar.
Gegen halb sieben packe ich meinen Kram zusammen. Es ist Mittwoch und da habe ich Chorprobe. Die Kinder dürfen noch eine Runde Paw Patrol gucken, ich verabschiede mich um viertel vor sieben. Wie üblich verpasse ich den Bus, und diesmal auch die entsprechende U- und S-Bahn und komme zu spät. An der Ampel treffe ich eine Mitsängerin. Wir amüsieren uns, weil wir uns eine Woche zuvor zur selben Zeit am selben Ort getroffen hatten. Und ich beides Mal Butterbrot gegessen habe.
Die Probe ist schön und erfolgreich. Nächste Woche kann ich leider nicht. Die Woche drauf ist die letzte Probe im Jahr, wir wollen es uns dann etwas gemütlich machen. Allerdings kommen an dem Tag auch meine Eltern an. Mal sehen.
Ich bin um viertel nach zehn zu Hause. Der Abend war wohl ruhig. Ich stecke noch rasch zwei Nikoläuse in die Stiefel der Kinder und hoffe dann auf Schlaf.

Gute Nacht!

15 Monate oder eineinviertel Jahre (2)

Meine liebe kleine Maus,
soeben habe ich mir nochmal den Bericht zum 15. Monatsgeburtstag deiner großen Schwester durchgelesen und muss wieder einmal feststellen, wie unterschiedlich ihr doch seid. Zwei (Überraschung) völlig verschiedene Menschen.

15 Monate bist du nun also alt und doch wirklich endlich ein Kleindkind. Du bist ein stets gut gelauntes Mädchen und motzt eigentlich nur bei Müdigkeit, wenn deine Schwester dir mal wieder was weggenommen hat (oder wir) oder wenn du dir wehgetan hast, was leider öfter vorkommt. Du hast wohl meine Tollpatischigkeit geerbt.

Motorisch bist du total fit. Pünktlich zu deinem ersten Geburstag fingst du an zu laufen. Es sieht immer noch ziemlich witzig aus, weil du recht breitbeinig läufst, ein bisschen wie ein Cowboy, aber es geht gut. Die ersten Winterstiefel kannst du schon auftragen.

Sprachlich isses nicht so weit her. Du sagst recht zuverlässig Mama und Baba/Papa, aber das wars dann auch. Natürlich brabbelst du vor dich hin, aber irgendwelche eindeutigen Worte sind noch nicht dabei. Nun, das wird sicher kommen. Dafür kommunizierst du mit Kopfschütteln und Nicken, das klappt eigentlich auch sehr gut. Du verstehst uns jedenfalls prima, sogar Anweisungen wie: „Bring das mal in die Küche zu Papa!“ führst du prompt aus.

Bücher magst du sehr. Oft sitzt du vor unserem Bücherregel, räumst ein Fach aus, nimmst dir ein Buch nach dem anderen vor und guckst es dir ganz ernsthaft an. Mir fällt grad auf, dass ich sehr wenig Bücher angucke mit dir, vielleicht sollte ich das mal verstärken.

Musik ist ebenfalls großartig. Kaum läuft welche, oder es singt jemand, fängst du sofort an, dich zu bewegen. Entweder du gehst in die Knie und wackelst mit dem Hintern oder du bewegst deine Arme. Es hat manchmal viel von Schlangenbeschwörung.

In der Kita läuft es auch ganz gut. Das Abgeben ist allerdings momentan hart. Seit du vor zwei Wochen fünf Tage lang Fieber hattest (überhaupt hast du recht häufig Fieber, das bin ich gar nicht gewöhnt), ist ein bisschen der Wurm drin. Wir waren schon bei „die Arme nach der Erzieherin ausstrecken“, aber momentan schreist du ganz bitterlich, wenn ich dich an die Erzieherin übergeben will. Dass es nicht immer deine Bezugserzieherung ist und oft auch nicht der gewohnte Raum, ist allerdings sicher nicht ganz unschuldig daran. Da du dort aber problemlos isst und schläfst und eigentlich auch recht zufrieden wirkst, wenn ich dich abhole, denke ich schon, dass du dich wohl fühlst. Mir wurde bisher nichts gegenteiliges berichtet.

Apropos Essen: Du isst nach wie vor ziemlich gut (den Erzieherinnen zufolge auch gerne mal doppelte Portionen) und probierst recht bereitwillig alles. Obst ist nach wie vor deine absolute Favoritennahrung.

Zähne hast du schon ganze acht. Gestern kam der letzte Schneidezahn durch. Mal sehen, was als nächstes folgt.

Bis gestern bist du auch noch in der Babyschale gefahren. Diese scheint größer zu sein, als die die wir beim großen Kind hatten. Denn du bist eigentlich nicht kleiner als sie damals. Deine genauen Maße muss ich allerdings noch nehmen.
81 cm und etwas über 9 kg.
Gewachsen bist du seit deinem Geburtstag 3,5 cm und erstaunlicherweise 2 cm kleiner als deine große Schwester damals.
Jedenfalls wirst du ab sofort im ersten Folgesitz fahren und ich bin mir sicher, dass dir das Vorwärtsfahren zusagen wird.

Schlaftechnisch sieht es derzeit eher mittelmäßig aus. Du wirst noch gestillt und das kann nachts gerne mal ausarten. Immerhin kann dich der Papa problemlos ins Bett bringen, sogar wenn ich zu Hause bin. Auch ein-, zweimal beruhigen geht, aber irgendwann hast du die Nase voll. Vorerst möchte ich aber nicht abstillen, der Winter steht vor der Tür und ich denke, es kann dir nicht schaden, noch ein paar Monate Muttermilch zu bekommen. Hin und wieder gibt es auch ganz gute Nächte. Es passt schon!

15 Monate also schon und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Monate!