Trocken werden, weiter gehts

Vor fünf Monaten schrieb ich schon mal über das Thema.

Damals dachte ich wirklich, wir würden jetzt in großen Schritten Richtung Trocken werden und bald keine Windel mehr gehen. Tja, weit gefehlt. Ich muss noch viel lernen. ;)

Tatsächlich ebbte das Interesse am Klo bzw. Töpfchen bald wieder ab. Na gut, dachte ich mir, wickeln ist ja schon recht praktisch, vor allem, solange es noch kalt ist. Kind im Winterwind abhalten, muss nicht unbedingt sein. Meine Freundin in München erzählte unterdessen, ihre Tochter sei zwar sauber, aber noch nicht trocken (Spoiler: sie ist zum heutigen Zeitpunkt nicht viel weiter als unsere).

Wir setzten sie hin und wieder aufs Töpfchen bzw. sie ging freiwillig drauf, es ging aber für gewöhnlich nichts rein. Bis ich Mitte April mal selbst aufs Klo musste und plötzlich das Kind vor mir stand: „Mama, ich hab gepüschert!“ Tatsächlich, ja. Pipi im Töpfchen. Das war so aufregend für sie, dass sie noch mittendrin aufstehen musste, um mir das zu erzählen. :D Zum Glück ist das Bad gefliest.

Seitdem macht sie öfter mal ins Töpfchen und mittlerweile steht sie auch nicht mehr mittendrin auf. Einmal sagte sie sogar nach dem Baden, noch ohne Windel, dass sie Pipi machen wollte und ging dann auch tatsächlich erfolgreich auf den Topf.

Ich erfuhr etwa zeitgleich in der Kita, dass sie auch dort hin und wieder erfolgreich aufs Klo geht.

Vor einer Woche war schönstes Sommerwetter und ich hab beschlossen, mal zu prüfen, wie es so ist, wenn sie längere Zeit ohne Windel rumlaufen darf. Es war von der Quantität her ein sehr erfolgreicher Tag. Schon morgens, nach einer sehr trockenen Nachtwindel, ging was in den Topf und an dem Nachmittag folgten noch vier weitere Sitzungen (Freiluftpinkeln ins Töpfchen auf der Terrasse), die sie ganz selbstständig erledigte. Tatsächlich machte ich mir schon fast Sorgen, weil teilweise nur zehn Minuten dazwischen lagen. Aber ist es ja auch noch ne kleine Blase.

Dann wurden wir aber zu vertrauensselig, abgelenkt vom iPad ging die letzte Runde aufs Sofa. Naja. Selbst schuld. :D

Unter den passenden Bedingungen entwickelt sie wohl also allmählich ein Gefühl für ihre Blase. Beim großen Geschäft tut sich noch nichts.

Ursprünglich dachte ich, dass sie sicher trocken sein wird, bis das Baby auf der Welt ist, aber bis dahin sind es ja nur noch etwa acht Wochen. Und selbst wenn, wird es dann sicherlich nochmal zu einem Rückfall kommen, da sie auch wieder Baby sein möchte. Zumindest rechne ich damit. Aber darauf kann man sich ja einstellen.

Twitter sei dank konnte ich zuletzt auch mal wieder die große Zeitspanne sehen, in der Kinder trocken werden. Das eine Kind, 9 Monate jünger als unseres: trocken. Das andere Kind, ein Jahr älter als unseres: noch nicht trocken, jedenfalls nicht zuverlässig. Schon ziemlich interessant!

Unser Wochenende und so

Übers lange Wochenende waren wir in München, um Freunde zu besuchen. Unsere Töchter sind quasi gleichalt und bei deren Besuch im letzten September haben die beiden sich ganz prima verstanden. Ich war guter Dinge, ein paar entspannte Tage zu haben.

Ganz getreu dem Motto „Plane niemals mit Kleinkind“ freute ich m ich auch erst, als wir definitiv im Zug saßen. Ja, wir sind diesmal Zug gefahren, Fliegen war mit dem Feiertag einfach zu teuer. Sechs Stunden waren pro Fahrt angesetzt und mir graute davor. Nicht wegen der Schwangerschaft, ich kann auch im achten Monat noch ganz prima sitzen (die Kompressionsstrümpfe hab ich brav getragen), aber das Kind! Das muss ja auch bespaßt werden. Da wir erst nachmittags fuhren, hatte sie ihren Mittagsschlaf schon erledigt. Es ging dann aber ganz gut. Mit iPad funktionierendem WLAN im ICE, diversen Büchern, vielen Stickern und einigen Spaziergängen durch den Zug haben wir die Zeit ganz gut rumgekriegt.

Blöd nur: Das Kind hustete. Sie war ja eh schon erkältet und das seit zwei Wochen. Ein Schnupfen ist ja nun quasi Dauerzustand bei Kitakindern, weshalb der kein Ausschlusskriterium für die Fahrt war. Nun also noch Husten. Na gut, das war jetzt so.

Wir kamen gut an, die Kinder mussten sich noch kurz beschnuppern und waren dann ganz aufgedreht. Ruhe war erst gegen 22 Uhr. Die Nächte waren die ganze Zeit kurz und unruhig. Unser Kind wachte jeden Tag pünktlich um halb sieben auf. Ich habe ungefähr gar nicht geschlafen, wegen zu wenig Platz, zu warm, zu laut. Der Mann ist zwar später ins Wohnzimmer umgesiedelt, weil 1,20m Bettbreite für uns einfach nicht ausreichen, insbesondere nicht, wenn das Kind auch noch bei uns schlafen will.

Es ging dann aber auch mit wenig Schlaf. Bin ich ja gewohnt. Wir waren auf dem Spielplatz und im Biergarten. Am Samstag haben wir eine Schifffahrt auf dem Ammersee gemacht. Danach haben sich die Kinder unplanmäßig im Wasser getummelt, was angesichts der Erkältung vom Kind vielleicht nicht die beste Idee war. Und da verstärkte sich auch das nächste Symptom: Matschauge. Meh. Bindehautentzündung oder noch Erkältungssymptom? Die Augen waren nicht rot und schmerzhaft war es offenbar auch nicht.

Wir gingen erstmal von letzterem aus, bis das Kind um 17 Uhr beschloss, sie wolle jetzt schlafen. Tat sie tatsächlich auch. Wir haben zwischendurch mal geweckt, damit sie was trank und haben dann doch mal Fieber gemessen: 38,4°C. Ja. Gut. Krank also. Sehr unangenehm, schließlich möchte man ungerne seine Keime zu anderen Kleinkindern schleppen.

Es wurde dann sehr lange diskutiert, ob wir in die Notfallpraxis fahren und wenn ja, wann und vielleicht sollte man doch erstmal telefonieren. Das Telefonat ergab die Ferndiagnose Bindehautentzündung. Wir sollten damit zum Arzt. Aha.

Um 20 Uhr wurde das Kind wieder wach und war gut drauf, allerdings mit verklebten Augen. Sie aß etwas Pizza, malte ein Bild, ließ sich duschen und ging dann wieder ins Bett. In der Nacht schlief sie wie ein Stein, im Gegensatz zu mir.

Am nächsten Tag konnte sie immer noch mit erhöhter Temperatur aufwarten, dafür waren die Augen wieder gut. Wir fuhren in die Bereitschaftspraxis, wo wir etwa eineinviertel Stunden verbrachten und mit einem Rezept für Augentropfen wieder entlassen wurden. Die es in der Apotheke dann nicht gab. Der Mann ging dann zur nächsten Apotheke und hatte dort Glück. Das Tropfen geben selbst ging auch ganz gut.

Nachmittags haben wir die Theresienwiese besucht, wo der Mann sein fast nagelneues Handy fallen ließ (und entsprechend schlecht gelaunt war) und das Kind immerhin bis zur Hälfte in die Statue der Bavaria hochkletterte, bevor es ihr zu unheimlich wurde. Ich selbst habe das übrigens nicht mehr geschafft und sie guten Gewissens unseren Freunden anvertrauen können. Der Mann musste ja sein Handy betrauern.

Danach gingen wir Eis essen zum Verrückten Eismacher. Der Name sagt schon viel, es gibt zwar relativ normal Eissorten, aber auch Biereis, Kartoffelsalateis, Wursteis, Cheesecake-Eis, und noch einige andere Sorten mehr, die ich mir leider nicht merken konnte. Ich hatte Schokoladensorbet und Erdbeer-Basilikum-Balsamico-Eis und es war ganz ausgesprochen köstlich! Ich überlege, wie ich letzteres nachbauen könnte.

Abends durften die Kinder dann nochmal gemeinsam baden. Und dabei das Bad unter Wasser setzen. Das kann ich ja nun gar nicht leiden, aber es war ja nicht mein Bad. Meine Freundin ist da etwas entspannter.

Gestern Vormittag haben wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Hamburg gemacht, diesmal mit einmal Umsteigen. Das Kind ist zum Glück direkt nach dem Umsteigen eingeschlafen, so nölig und motzig wie sie war, war das auch dringend nötig. Die Fahrt haben wir auch ganz gut rumgebracht, wieder ohne Verspätung oder sonstige Probleme. Mein Bedarf an Zugfahren ist allerdings jetzt erstmal gedeckt.

Das Kind war völlig fertig, als wir zu Hause ankamen und schlief um kurz nach sieben innerhalb kürzester Zeit ein. Ich hoffe, sie ist diese blöde Erkältung bald los!

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Hauptgesprächsthema am Wochenende: natürlich die Kinder. Kaum waren wir nämlich angekommen, wurde uns eröffnet, dass meine Freundin wieder schwanger ist. Genau das hatte ich geahnt! Sie haben gleichzeitig mit uns wieder angefangen zu hibbeln, waren bisher aber nicht erfolgreich. Und ich hatte so eine Ahnung, dass es entweder jetzt klappen würde und wir das dann ganz frisch erfahren würden oder dass es noch ewig dauern würde.

Nun hat es also geklappt und ich freue mich sehr für sie! Wir sind diesmal genau 25 Wochen auseinander. Lustigerweise geht es ihr genau wie mir. Keinerlei Symptome und die Sorge, ob das wohl was zu bedeuten hat. Sie hat dafür morgen schon einen Termin beim Frauenarzt, der stand eh schon seit Monaten fest. Da passt das ja jetzt.

Ansonsten musste ich mich schon sehr wundern, also so innerlich. Die Freundestochter ist ja so alt wie unsere. Und hat nach wie vor einen Schnuller. Ständig. Auch tagsüber. In der Kita wohl nicht, aber sonst. Dazu trinkt sie literweise Milch aus Nuckelflaschen. Ich krieg ja schon die Krise, wenn unser Kind mehr als zwei Becher Milch am Tag trinkt, weil Milch gleich Lebensmittel, nicht Getränk. Auch wenn beide Kinder eher schlank bzw. zart sind.

Da ging es dann teilweise tatsächlich so: Schnuller raus, Milchflasche rein, Milchflasche raus, Schnuller rein, Schnuller raus, Milchflasche rein usw. usf. Da hab ich echt blöd geguckt.

Die Eltern sind entspannt. Irgendwann wollen sie ihr das mal abgewöhnen. Meine Freundin möchte nicht, dass sie mit Schnuller im Mund spricht. Das wurde allerdings auch nicht sehr konsequent umgesetzt. Ich hab nur innerlich meinen Kopf geschüttelt.

Es war dann auch gut, dass wir gestern wieder gefahren sind. Unser Kind wollte dann nämlich ihre Milch zum Frühstück aus einer Puppennuckelflasche, die sie in der Spielküche gefunden hatte, trinken. Und machte allen Ernstes Anstalten, die Milch aus ihrem Becher in die Flasche zu schütten. Das haben wir dann doch mal unterbunden.

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So wäre also auch dieser Besuch geschafft! Ich hoffe sehr, dass wir die Freundestochter nicht angesteckt haben und allgemein nicht zu anstrengende Gäste waren. :D
Das nächste Treffen ist für Anfang Oktober ausgemacht, da können sie dann unser Baby bewundern und ich Babybauch streicheln. <3

WMDEDGT Mai 2017

Der Tag beginnt um halb eins. Da hole ich das Kind zu uns ins Schlafzimmer, wo sie in ihrem kleinen Bett weiterschläft. Ich nutze die Gelegenheit und gehe mal noch kurz aufs Klo.
Dann schlafe ich leidlich gut bis um sechs Uhr. Die Rolläden gehen hoch und das Kind fängt laut an zu singen, bis es dem Mann zu viel wird und er sich noch etwas Ruhe erbittet. Das Kind schmollt und ist ruhig.
Er steht kurze Zeit später auf, ich döse noch rum bis zwanzig vor sieben und überrde dann das Kind zum aufstehen. Sie lässt sich wickeln und anziehen, die Nachtwindel ist erstaunlich leicht. Leider vergesse ich sie aufs Töpfchen zu setzen, das wäre bestimmt erfolgreich gewesen.
Socken anziehen ist erstmal noch nicht, der Mann ist im Bad und rasiert sich. Das kommt aufgrund seines Vollbartes seltener vor, also muss das Kind dringend nachschauen, was das für Geräusche sind. Ich gehe aufs Klo, wo sie mich aufspürt und verlangt, dass ich ihr die Socken anziehe. Was man nicht so alles macht als Mutter. Dafür möchte sie dann auch die Klospülung drücken.

Ich ziehe mich an, der Mann darf dem Kind Haarspangen in die Haare machen. Dann nimmt er sie mit runter und macht ihr Frühstück. Ich gehe ebenfalls runter und küsse den Mann. Gemeinsam freuen wir uns über elf gemeinsame Jahre. Schließlich ist heute der 5.5., unser Jahrestag!

Frühstück für mich, der Mann geht kurze Zeit später aus dem Haus. Der Rest des Morgens vergeht friedlich, das Kind isst ihr Brötchen, sieht dann, dass ich Quark habe und schmiert sich geschickt welchen auf den Rest ihres Brötchens. Und füttert dann ihre Puppe damit. Zähneputzen klappt auch, Haarebürsten so halb. Sie besteht darauf, es selbst zu tun, fummelt mit gewichtiger Miene mit der Bürste in ihren Haaren rum und verlangt dann: „Zopf!“ Ok, also einen Zopf.

Wir kommen mit einigen Minuten Verspätung los. Auf dem Weg zur Kita beobachte ich, wie eine landende Amsel direkt vor den Vorderreifen eines vorbeifahrenden Autos gerät. Sie kann sich wohl in ein Gebüsch retten, büßt aber einen Teil ihrer Federn ein. Puh!

Ich gebe das Kind wie üblich problemlos an ihre Lieblingserzieherin ab. Will sagen, ich bin abgeschrieben, sobald sie sie begrüßt hat. Ich freue mich jedesmal wieder, dass sie sich dort in der Kita so wohl fühlt.

Ab zur Arbeit. In der Bahn merke ich mal wieder, dass mein Kreislauf noch nicht zu 100% seinen Dienst angetreten hat. Es ist nicht schlimm, aber ungewohnt, da ich sonst wirklich nie unter Kreislaufproblemen leide. Aber so ist das wohl in der Schwangerschaft.

Im Büro angekommen lüfte ich gründlich und räume die Spülmaschine aus. Dann beginne ich diesen Beitrag und meine Arbeit.

Arbeiten ist heute unspektakulär. Ich trinke einen Kaffee und knapp einen Liter Wasser, gehe ein paarmal aufs Klo, frage mich, wo die Paketboten mit meinen beiden Bestellungen bleiben und mache meinen Kram. Die Entwickler sind fleißig und mein Chef reißt mehrere schlechte Witze. :D

Dann stelle ich fest, dass Hermes angeblich mein Paket zugestellt hat. Im. Büro. Nur war da  halt kein Paketbote. Weitere Info sind hab ich nicht. Sehr witzig. Ich bin  gespannt, ob sich das noch klären wird. 

Um 13:30 mache ich Feierabend. Ich will vor dem Abholen des Kindes noch schnell zu Budni. Dort sind die restlichen bestellten Fotos immer noch nicht angekommen sind. Sehr unüblich, normalerweise sind die sehr flott. Dafür finde ich einen kleinen Regenschirm fürs Kind, das wünscht sich unbedingt einen. 

In der Kita werde ich freudig begrüßt, sehr angenehm, nachdem das Kind am Tag zuvor ein ziemliches Drama gemacht hat, weil ich nicht die Oma war. Auch wenn ich nicht weiß, warum sie die Oma erwartet hat. Außer dem Kind stehen noch drei weitere Kinder um mich herum, die mir alle begeistert verschiedene Dinge zeigen. Ich erfahre noch, dass das Kind gut gegessen hat, dann gehen wir Richtung Garderobe. Dort entdeckt das Kind den Regenschirm und freut sich sehr. Sie bekommt noch einen Fruchtriegel und lässt sich sogar anziehen.

Den Weg nach Hause legen wir natürlich komplett zu Fuß zurück. Ich hab eigentlich ziemlich Hunger, aber der Regenschirm muss natürlich gewürdigt werden. An der Haltestelle vorm Haus treffen wir zufällig den Mann, den ich eigentlich erst eine Stunde später erwartet hatte. Offenbar gab es im Fitnessstudio einen Wasserschaden.

Zu Hause angekommen müssen wir dem Kind klarmachen, dass der Regenschirm erstmal im Flur trocknen muss. Die Schuhe will sie auch nicht ausziehen. Ich mache mir etwas zu essen, der Mann telefoniert mit seiner Mutter.

Ich ruhe mich etwas aus und esse dann. Als ich fast fertig bin, wünscht das Kind Haferflocken, welche der Mann ihr macht.
Dann gehen wir hoch, ich will nämlich vorm Einkaufen noch die Betten abziehen. Wir erledigen das gemeinsam, es sind jetzt immerhin schon vier Betten.

Ich schmeiße die Wäsche in die Waschmaschine und ziehe das Kind an. Erneut gibt es Drama, weil sie den Regenschirm nicht mitnehmen darf. Schließlich können wir zum Auto gehen. Wir holen meine Schwiegermutter ab, welche mit einkaufen und dann zum Baumarkt will.

Das Einkaufen verläuft recht problemlos. Im Baumarkt wird Schwiegermutter allerdings nicht fündig.

Wieder zu Hause angekommen, packe ich zwei Pakete aus, die ich vorher noch beim Nachbarn geholt hatte, hänge Wäsche ab und auf, stecke ich das Kind in die Wanne (Haarewaschen: Riesendrama!) und telefoniere mit meiner Mutter.
Dann Kind anziehen, sogar mit Socken. Ich beziehe die Betten neu, das Kind isst unterdessen Würstchen.

Zeit, hier mal den Beitrag zu aktualisieren. Dann lese ich dem Kind noch zwei Bücher vor, bis es gegen viertel nach sieben Zeit fürs Zähneputzen wird. Mit dem Insbettbringen ist heute aber der Mann dran.

Ich höre die beiden noch längere Zeit singen. Um 20 Uhr kommt er runter.

Wir genießen noch ein wenig Zweisamkeit und ich schaue Let’s dance.

Gedanken (26+3)

Ich habe ausgerechnet, dass ich nur noch 27 Tage arbeiten muss. Dann beginnen sechs Tage Resturlaub und danach schon der Mutterschutz. Das ist quasi nix mehr.

Gleichzeitig bedeutet es auch, dass ich eine, für mich, kritische Phase komme. Nämlich die, in der in der letzten Schwangerschaft der Stress anfing.

Bisher bin ich in dieser Schwangerschaft sehr entspannt. Sogar noch entspannter als beim letzten Mal. Ich esse fast alles (außer rohem Fleisch), auch mal Räucherfisch und einmal ja sogar eine rohe Lachs-Maki-Roll. ;)
Ich habe auch den Verdacht, dass es mir insgesamt sogar noch besser geht als letztes Mal. Das Baby ist ja, wie schon mal geschrieben, wahnsinnig aktiv. Ich habe den Verdacht, dass sie irgendwann alienmäßig aus meiner rechten Seite ausbrechen wird. Mit einem Kleinkind läuft die Schwangerschaft nur so nebenher, logisch und ich habe deshalb kaum Zeit vor mich hin zu jammern und zu ächzen. Höchstens abends auf dem Sofa.
Selbst das nächtliche aufstehen zum Pinkeln fällt leichter. Für gewöhnlich gehe ich aufs Klo, wenn das Kind ruft und zu uns möchte und selbst ein möglicher zweiter Toilettengang (wo kommt das bloß alles her?) fällt mir nicht so schwer. Schlaf ist wichtig!

Nun, wie gesagt, die kritische Phase. In drei Wochen habe ich einen Termin zum dritten großen Ultraschall bei meiner Frauenärztin. Und ich denke die ganze ZEit hin und her, ob ich den überhaupt machen soll. Meine Hausgeburtshebamme hatte mir ja damals schon davon abgeraten und ich bin immer noch der Meinung, dass sie recht hatte. Zwar kommen dann immer alle mit dem Argument: „Aber es war doch dann zurecht?“ Denn schließlich war das Kind ja dünn und es gab wenig Fruchtwasser (das einzige, was mir je wirklich Sorgen bereitet hat) und falschrum lags auch noch.

Tja und ich bin eben der Meinung, dass es umgekehrt war. Ja, das Kind war dünn. Aber es war auch kerngesund und war bei allen Untersuchungen immer prima versorgt. Auch die vielen CTGs waren immer in Ordnung und wenn nicht, dann lag es an „zu wenig getrunken“.
Erst die Überwachung und der Stress durch die ständigen Untersuchungen haben alles pathologisiert. Ich bin überzeugt, dass sie sich sogar noch gedreht hätte.

Aber auf mein Bauchgefühl hat nie jemand was gegeben und das möchte ich mir nicht nochmal antun.

Meine Angst, dass es beim nächsten US wieder heißt: wenig Fruchtwasser, dünnes Kind, gehen Sie bitte ins Krankenhaus zur Kontrolle, ist groß! gleichzeitig ist meine neue Frauenärztin deutlich entspannter als meine alte. Und ich hab ja jetzt etwas Erfahrung und weiß, dass ein dünnes Kind auch völlig normal und kerngesund sein kann.

Ich bin unschlüssig.

Meine anderen Gedanken drehen sich um die Geburt. Bekanntermaßen wünsche ich mir sehnlichst eine Spontangeburt. Nicht um jeden Preis, aber ich werde viel daran setzen, diesen Traum wahr werden zu lassen.
Derzeit klopft mein Herz oft ganz vorfreudig, wenn ich daran denke, dass es wirklich so kommen könnte. Schließlich ist noch alles offen. Ich stecke noch mitten in der Schwangerschaft und über die Lage des Babys lässt sich noch längst nichts endgültiges sagen. Ich hoffe sehr, dass ich irgendwann die Worte „Köpfchen ist schon fest im Becken“ höre.

Der Gedanke an einen erneuten Kaiserschnitt lässt sich jedoch nie ganz wegschieben. Die OP selbst macht mir auch keine Angst, aber die Vorstellung wieder tagelang mit starken Schmerzen im Krankenhaus zu liegen, die ist fast unerträglich. Wobei der lange Aufenthalt ja wiederum auch durch die Neugeborenengelbsucht vom Kind bedingt war. Und die kann ich nun wirklich nicht beeinflussen.

Ich drehe mich im Kreis…

Ausquartiert(?)

Seit Anfang des Monats schläft das Kind in ihrem eigenen Zimmer. Also, zumindest einen Teil der Zeit.

Für mich war es ja ein wichtiger Punkt, sie deutlich vor Ankunft ihres Geschwisterchens auszuquartieren. Am liebsten hätte ich das schon Anfang des Jahres gemacht, aber so haben wir doch erstmal nur das Lattenroste vom Gitterbett runtergesetzt, selbiges geschlossen und von meiner Seite auf die des Mannes gestellt. Das funktionierte auch ganz gut, manchmal schlief sie die ganze Nacht in ihrem Bett, oft holten wir sie aber auch zu uns. Das heißt, der Mann holte sie zu sich, sie scheint zu merken, dass ich es überhaupt nicht leiden kann, wenn man mir Platz wegnimmt und so nahm sie eben dem Papa dem Platz weg.

Ich hab dann ewig nach dem richtigen Bett fürs Kind gesucht. Es sollte direkt ein großes Bett werden, also 1 x 2m. Wenn schon, denn schon. Am liebsten ein umbaubares Bett, vom normalen zum Hochbett und wieder retour. Und um Himmels Willen nicht weiß, ich verstehe nach wie vor nicht, warum Kinderzimmermöbel so häufig weiß sind. Man legte mir die Möbel von Flexa ans Herz, aber die waren auch größtenteils weiß und außerdem sauteuer. Das wollte der Mann nicht einsehen.

Schließlich wurde ich doch fündig und im März konnten wir endlich das neue Bett aus hellem massivem Holz aufbauen. Dann fehlte nur noch die Matratze. Da hab ich auch wieder ewig gesucht, um dann doch bei Ikea zu landen. Kaum hatte ich die Matratze ausgepackt und zum Ausliegen ins Schlafzimmer gelegt, da pennte das Kind auch schon darauf ein. Vormittags, deutlich vor ihrer Zeit. Treffer, würde ich sagen.

Seit dem ersten April also steht das Bett samt Matratze und Bettzeug. Letzteres hat Schwiegermutter gekauft, inkl. eines normal großen Kissens, das meines Erachtens noch lange viel zu groß fürs Kind ist, aber seit ein paar Tagen besteht sie darauf.

Sie nahm das Bett von Anfang an als ihres an, tatsächlich war sie ganz begeistert und sie schläft auch jeden Abend anstandslos dort ein. Relativ zu Anfang gab es zwei Nächte, in denen sie bis sechs Uhr durchschlief, aber in den anderen wurde sie doch wach, meist weinend, so dass wir sie ins Schlafzimmer geholt haben. Dort schläft sie dann im Gitterbett problemlos weiter.
Die Uhrzeiten variieren, mal ist es Mitternacht, mal wird es halb vier.

Mein Plan ist es ja eigentlich, nicht mit beiden Kindern im Schlafzimmer zu schlafen. Ich denke aber, ich werde der Realität ins Auge sehen müssen. Gerade die ersten Monate sind wir wahrscheinlich alle froh um jeden Schlaf, den wir kriegen, ob nun zu dritt oder zu viert im Zimmer.

Lediglich über die Schlafgelegenheiten muss ich mir nochmal Gedanken machen. Das Gitterbett soll wieder Beistellbett werden und auch wenn das Baby wahrscheinlich erstmal nicht darin schlafen wird, braucht das große Kind eine Möglichkeit. Alle vier im Ehebett kommt nicht in Frage und wir werden jetzt auch kein Drei-Meter-Bett mehr bauen. Es wird wohl erstmal eine Matratze auf dem Boden werden.

Na denn, gute Nacht!

Versetzt (25+2)

Tja, eigentlich sollte hier ein Bericht über die erfolgreiche Vorsorge bei meiner Hebamme stehen.
Die tauchte leider gestern nicht auf. Ohne Nachricht. Ich hatte schon so ein Gefühl. Bisher war sie pünktlich gewesen bzw. höchstens zwanzig Minuten zu spät, was für mich bei einer Hebamme, die ja auch viel durch die Gegend fährt, immer noch als pünktlich gilt.

Gestern wurde ich also versetzt. Ich bin mittelmäßig angepisst, denn sie ist auch nicht per Handy erreichbar bzw. hat sich auf meine Mailboxnachricht hin noch nicht gemeldet. Das kann natürlich alles heißen. Vielleicht ist ja auch etwas passiert, man weiß es nicht. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man als Hebamme für solche Eventualiäten Vorkehrungen getroffen haben sollte.

Nun hänge ich in der Schwebe. Kann ich noch irgendwann mit ihr rechnen? Muss ich sie völlig abschreiben? Ich kann natürlich die Vorsorgen auch komplett bei meiner Frauenärztin machen, aber das möchte ich aus verschiedenen Gründen nur ungern. Sollte sie sich nicht mehr melden, bleibt mir aber nichts anderes übrig. Immerhin geht es mir gut und ich habe bisher eigentlich auch keine wirklichen FRagen oder Probleme.

Besonders ärgert es mich aber wegen der Nachsorge. Die war mir nie soo wichtig, auch bei Kind Nr. 1 haben wir die Hebamme deutlich weniger gebraucht und nun hat man ja schon etwas Erfahrung. Trotzdem wäre es mir lieber, wenn da jemand wäre, der käme und sich das Kind mal anschaut. Man weiß ja nie.

Ich bin ziemlich verärgert und eigentlich möchte ich bloß, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst. Aber irgendwie glaube ich nicht, dass es so kommt.

Edit: Es löste sich alles mehr oder weniger in Wohlgefallen auf, s. Kommentare.

Junge, Mädchen, Junge, Mädchen…

Eigentlich ist dieser Text mittlerweile überflüssig, aber mich möchte es gerne für mich für später aufschreiben.

Die beliebteste Frage anderer Leute an Schwangere ist ja die Frage nach dem Geschlecht. Ich nehme mich da selbst auch nicht aus, finde es aber auch bei anderen Leuten deutlich spannender als bei mir.
Mir selbst wurde die Frage ab der elften Woche gestellt, als das Baby noch ein Gummibärchen und ganz sicher nichts zu erkennen war. Dieser Freundin teilte ich irgendwann mit, dass ich mir das Geschlecht wahrscheinlich verraten lassen, aber das dann nicht unbedingt weitergeben würde. Da ruderte sie plötzlich zurück, so wichtig sei es ja auch nicht. Ach was. Nachdem sie die Frage jede Woche gestellt hatte. Menschen.

Nun denn. Bekanntlich habe ich mir das Geschlecht diesmal verraten lassen bzw. wollte es nach Möglichkeit wissen (im Gegensatz zum letzten Mal, als ich unbedingt ein Überraschungsei haben wollte) und zwar aus dem einfachen Grund, dass ich mich an ein mögliches zweites Mädchen erstmal gewöhnen müsste.

Denn mein größter Wunsch war immer ein Sohn. Ich weiß gar nicht so recht warum, aber ich wollte immer gerne einen kleinen Jungen. Tatsächlich war ich jetzt beim zweiten Kind auch eine ganz Weile davon überzeugt, dass es ein Junge wird. Es konnte gar nicht anders sein. Weder in meiner Familie noch der des Mannes gibt es viele Mädchen und schon gar keine Schwestern (Ausnahme: meine Schwiegermutter hat eine Schwester).

Auch mit dem Namen hatten wir Probleme. Diesmal stand schon sehr schnell ein Jungenname fest, also konnte es nur ein Junge werden, klar. Am Mädchennamen haben wir ewig rumgemacht und so hundertprozentig bin ich nach wie vor nicht überzeugt. Aber es gibt einfach keine sonst, die mir gefallen.

Nun kam also vor drei Wochen der große Ultraschall und ich fragte irgendwann mal vorsichtig, ob man denn wohl und meine Ärztin, ja, könne man. (Ist wirklich so abgelaufen.)
Und tatsächlich. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich: Junge! Aber dann bestätigte es mir meinen Ärztin, das sei ganz eindeutig ein Mädchen.

Ja, ich war enttäuscht. Ganz ehrlich. Denn das Thema Kinder ist nach diesem zweiten Kind durch. Natürlich legt mir jetzt jeder nahe, noch ein drittes Kind zu kriegen, aber das ist nahezu ausgeschlossen. Der Wunsch nach einem kleinen Sohn wird also nicht merh erfüllt werden.

Die ersten Tage hat es immer gepiekt, wenn ich irgendwo was von „Sohn, Bruder, Junge“ oder ähnlichem las. Nach einer knappen Woche hatte ich es akzeptiert und ich konnte hin und wieder „sie“ statt „es“ denken. Es wird aber trotzdem wohl bis zur Geburt „das Baby“ bleiben.

Das Kind hat das mit der kleinen Schwester schon ziemlich akzeptiert. Verstehen tut sie es nicht, aber wenn man das Wort Bruder erwähnt, korrigiert sie einen schon.

Ich habe auch lange darüber nachgedacht, warum ich so gerne einen Sohn haben wollte. Letztlich ist das Geschlecht ja ziemlich egal. Jeder Mensch ist anders und wir sind ja nicht mehr im finsteren Mittelalter, wo Frauen quasi nur fürs Heiraten und Kinderkriegen zuständig waren, während die Männer alle Rechte hatten.
Auch wenn der Feminismus und die Emanzipation noch viel zu tun haben, bis Mann und Frau wirklich wirklich gleichgestellt sind. Nun ist es also meine/unsere Aufgabe, unsere Töchter zu selbstbewussten Mädchen bzw. Frauen zu erziehen, die ihren eigenen Weg gehen können.

Von der fehlenden Familiensymmetrie mal abgesehen ist mein Problem tatsächlich: Meine Neugierde wird nicht befriedigt. Ich hätte so gerne gewusst, wie es mit einem Sohn wäre. Wie hätte ich ihn behandelt und erzogen? Wirklich neutral, wie es ja eigentlich mein Ziel ist? Oder wäre ich doch wieder auf das Klischee vom rabaukigen Jungen reingefallen? Letztlich Quatsch, denn unsere große Tochter ist alles andere als eine zarte Prinzessin, die sich nichts zutraut und der auch nichts zugetraut wird.

Vorgestern unterhielt ich mich mit meiner Freundin über dieses Thema, der es ähnlich geht. Sie hat bereits eine Tochter und wünscht sich ebenfalls sehr einen Sohn. Im Gegensatz zu mir würde sie wohl sogar in Richtung drittes Kind gehen, falls das zweite Kind auch ein Mädchen wird.

Schon komisch, das Thema ist so tabu, und es heißt immer nur „Hauptsache gesund“, aber wenn man doch mal nachfragt, stellt sich raus, wieviele Menschen doch ziemlich konkrete Wünsche haben, was das Geschlecht angeht. Und dass auch da Enttäuschung herrscht. Wie es nun mal bei Wünschen passiert, die nicht in Erfüllung gehen.

Zwei Mädchen also. Ganz neue Zeiten.

WMDEDGT April 2017

Der Tag beginnt um zehn vor sechs. Da steht der Mann auf und holt das rufende Kind. Wir hatten sie am Wochenende in ihr eigenes Zimmer ausquartiert und sie hat jetzt die zweite Nacht dort durchgeschlafen. Er hatte sich noch beschwert, dass das so weit weg ist und er sie gar nicht hört. Nun, diesmal hab ich offenbar tiefer geschlafen als er.

Das Kind liegt zwischen uns und plappert vor sich hin. Sie schreit auf einmal „Aua aua!“, wir wissen aber nicht warum. Der Mann gibt ihr einen tröstenden Kuss, woraufhin sie motzt: „Nein, Pusten, nicht Kussi!“ Ok. Ich liege unterdessen da und spüre das Baby gegen meine Hand stupsen. <3

Schließlich steht der Mann auf. Das Kind hinterher, sie besteht aber darauf, dass er sich zuerst anzieht. Dann hängt sie sich an ihr Bett und ist nicht mehr ansprechbar. Der Mann geht also runter, Frühstück vorbereiten. Das Kind hängt weiterhin am Bett.

Um halb sieben geht sie schließlich zur Treppe, ruft nach Papa und lässt sich von ihm fertig machen. Ich stehe kurz danach auf, Klo, waschen, anziehen. Ich höre von unten, dass das Kind erst guten Appetit sagen will, bevor sich etwas isst. Dafür will sie auf mich warten. Nun denn.

Ich gehe runter, und bereite in der Küche schon mal alles vor. Schließlich ist das Kind bereit den Spruch mit den kleinen Fischen aufzusagen und danach die Teller zu verteilen. Also ihren und meinen, der Mann ist schon fertig mit essen. Er geht Zähneputzen, ich bin wieder in der Küche. Er verabschiedet sich, als ich am Tisch sitze und wir kuscheln kurz. Sofort kriegen wir wieder eins drauf: „Nein, nicht kuscheln! Meine Papa!“ Kuscheln will sie aber auch nicht mit ihm. Pff.

Frühstücken, kurz im Handy lesen, ein Buch angucken. Das Kind zieht einen Socken aus und beklagt sich, dass ihr Fuß warm ist. Danach Brote schmieren und Zähneputzen. Letzteres klappt ausnahmsweise mit verhältnismäßig wenig Überredung. Es ist ein täglicher Kampf.

Danach will ich das Kind komplett anziehen, findet aber ihren zweiten Socken nicht, den sie eben noch in der Hand hatte. Wie kann sowas in Sekundenbruchteilen verschwinden? Also andere Socken, dazu ein zweites Oberteil, es ist nicht so warm heute. Außerdem Haare bürsten. Wir waren gestern beim Friseur und nun stellt sich die Frage „Zopf ja oder nein?“ erstmal nicht mehr. Bürsten und Haarspangen müssen trotzdem sein.

Anziehen geht ebenfalls fast problemlos, bis sie austickt, weil ich ihre Jacke während des Anziehens angefasst habe. Manchmal muss man sich schon wundern…
Sie geht heulend raus, erzählt mir was von „Aua Bauch“ und will in den Buggy. Mir soll es recht sein. Wir sind pünktlich in der Kita, wo ich eine Mutter samt Tochter treffe, die ich schon seit einigen Wochen nicht mehr gesehen habe. Offenbar haben wir uns immer verpasst.

Das Kind rennt begeistert zu ihrer Erzieherin. Ich freue mich immer zu sehen, wie wohl sie sich dort fühlt und wie sehr sie ihre Erzieherinnen mag.

Ich unterhalte mich noch kurz mit der anderen Mutter über meine Schwangerschaft, lasse sie das Geschlecht raten (sie liegt richtig, bisher lag jeder richtig) und diskutiere die Möglichkeit eines dritten Kindes (nein!)

Dann auf zur U-Bahn. Ich steige eine Station eher aus und gehe zu Budni. Wir dürfen heute ein noch ziemlich frisches Baby bewundern und ich will sowohl dem Kleinen als auch der Mutter etwas mitbringen. Sie bekommt ein erfrischende Duschgel und einen Nervennahrungsosterhasen. Bei der Handcreme für mich erwische ich versehentlich den Tester. Der war noch komplett zu. Warum stellt man einen verschlossenen und versiegelten Tester ins Regal? Ich darf in trotzdem mitnehmen.

Ich bin etwas zu spät im Büro, aber wie so oft die erste, da merkt das keiner. Dann unterhalte ich mich mit einer Twitterfreundin über Agyrax, THE Zaubermittel bei Hyperemesis. Eine andere Bekannte leidet unter starkem Erbrechen in der Schwangerschaft und macht sich Sorgen, ob das Zeug dem Baby wirklich nicht schadet. Ich kann sie beruhigen und bin wieder einmal froh, dass mir die Kotzerei erspart geblieben ist. Hin und wieder muss ich etwas würgen, aber das ist ja zu vernachlässigen.

Dann beginne ich mit diesem Beitrag und arbeite etwas. Um 10 Uhr will ich zu Karstadt und ein kleines Geschenk für das Baby heute nachmittag besorgen.

Leider muss ich dann feststellen, dass eine Paket für mich nicht abgeliefert werden konnte, weil ich vergessen habe, die Firma anzugeben. Wie dämlich. Jetzt bestelle ich schon seit so vielen Jahren Pakete ins Büro… Mal schauen, wie ich jetzt an das Paket komme.

Nächster Punkt: Zugfahrkarten nach München buchen. Über das Himmelfahrt-Wochenende. Als wir vor anderthalb Monaten erstmalig die Preise gecheckt haben, wären wir drei für 95€ hin und zurück gekommen. Tja. Heute nicht mehr. Heute zahlen wir das dreifache. Ich werde es nie lernen.
Als ich endlich eine passende bezahlbare Verbindung gefunden habe, stellt sich heraus, dass auf der Hinfahrt bereits alle Sitzplätze ausgebucht sind. Ich möchte kotzen.
Vielleicht sollten wir doch fliegen. Das ist noch unbezahlbarer. Insbesondere, wenn man noch Gepäck hat. Vielleicht Hinflug und zurück mit der Bahn. Ich finde ein interessantes Angebot, welches sich aber zerschlägt, weil wir mit einer bestimmten, nicht vorhandenen Kreditkarte hätten buchen müssen.
Die günstigste Verbindung, die ich finde, kostet insgesamt 317€. Ich ärgere mich schwarz, dass ich nicht direkt vor einigen Wochen gebucht habe. Aber wir wollten halt erst die Urlaubstage fix haben. Noch mehr ärgere ich mich, dass ich auf Betreiben des Mannes meine BahnCard gekündigt habe. Weil er immer sparen will. Läuft.

Der Mann ist im Meeting, die Buchung verschiebt sich auf heute Abend.

Danach gehe ich zu Karstadt, ein Kullerbuch für das Baby kaufen. In der Bettenabteilung mache ich kurz halt und lasse mich zu Kissen für Kleinkinder beraten. Dem Kind wird ihr BAbykissen offenbar zu flach, aber das neue, das Schwiegermutter gekauft hat, ist noch viel zu groß und vor allem zu dick. Ich wünschte, sie würde mich in Zukunft vorher fragen. Die Verkäuferin empfielt mir eins, das allerdings relativ teuer ist, außerdem spricht sie immer vom „kleinen Wurm“, weshalb ich mich bedanke und unverrichteter Dinge wieder ins Büro gehe.

Jetzt erstmal wieder arbeiten. Es ist viertel nach elf.

Konzentriertes Arbeiten bis halb zwei. Zwischendurch mal ein Paket annehmen. Nun waren fast alle Paketdienste da, nur mein Paket, das ist jetzt halt irgendwo eingelagert.

Feierabend. Als nächstes: Kuchen kaufen und das Kind abholen.
Um 15 Uhr haben wir unser Babyguck-Date.

Zuhause schaffe ich es grade, das kleine Buch zu verpacken und ein paar Weintrauben zu spachteln. Das Kind ist seeeehr interessiert an dem Schoko-Osterhasen.

Wir sind pünktlich bei meiner Freundin, praktischerweise wohnt sie auf der anderen Seite der Straße. Der kleine Junge schläft, sogar abgelegt im Laufstall. Das bin ich ja gar nicht gewohnt, ich kenne nur Klebebabys. Er ist sehr niedlich und das Kind findet ihn auch ziemlich spannend.

Wir unterhalten uns und essen Kuchen. Meine Freundin erzählt von der Geburt und ich muss ziemlich lachen zwischendurch. Spannend, ob ich wohl auch eine natürliche Geburt erleben darf diesmal?

Das Kind krümelt alles mit Schokomuffin voll (ich vergaß, dass andere Menschen sowas wie Teppich im Wohnzimmer haben (könnten). Dann schleppt sie wieder den Osterhasen an und darf ihn auspacken und ein Stück davon essen.

Der Kleine wird wach, das Kind bringt ihm sofort die Flasche. Sehr niedlich!

Ich darf ihn auch auf den Arm nehmen.  Wie klein und dünn die doch am Anfang sind.

Wickeln darf ich auch noch. Also mein großes Kind.

Nach zwei STunden verabschieden wir uns wieder. Als wir wieder zu Hause sind, fällt mir auf, dass ich eine Idiotin bin. Ich hatte vor zwei Tagen verdunkelnde Plissees für die kleinen Fenster in den Kinderzimmern bestellt. Und nun fällt mir auf, dass wir die gar nicht brauchen. Es gibt nämlich Rolläden. Die werden aber mit einem anderen Schalter bedient, den ich gekonnt übersehen habe. Nun versuche ich die Bestellung zu stornieren.  Bezahlt ist natürlich schon. Ich Trottel.

Um halb sieben kommt der Mann heim. Der Rest des Abends vergeht mit neues Handy einrichten, das Kind ins Bett bringen, essen, noch mehr Handy einrichten, mich ärgern wegen vergessener Passwörter, noch mehr essen, mich ärgern wegen nicht aktivierter SIMcard, duschen, noch ein paar Dinge und. 

Um halb elf mache ich das Licht aus. Gute Nacht!  

Urlaaaaaub!

Seit wirklich Ewigkeiten geplant (die Urlaubstage hab ich schon vor einen halbem Jahr blockiert) und morgen gehts nun los.

Das, was wir vor zwei Jahren schon mal gemacht haben, eine Woche Nordnerney mit meinen Eltern. Damals mit einem fünf Monate alten Baby, heute mit einer knapp zweieinhalbjährigen, die seit drei Wochen von nichts anderem spricht als: „Oma, Opa Zug fahren? Schiff? Urlaub? Noch drei Wochen!! Oma, Opa Zug fahren?“ Usw.

Der Mann bleibt daheim und hütet das Haus, bringt uns aber morgen bis Bremen, weil ich nicht alleine mit Kleinkind, Buggy UND Koffer (und dann noch Babybauch) umsteigen kann. Das hat sich das letzte Mal schon bewährt und ich hege die Hoffnung, dass das Kind diesmal nicht den gesamten Bremer Hauptbahnhof zusammenbrüllen wird.

Das Wetter ist recht vielversprechend, kühl aber trocken und ich freue mich wirklich sehr auf eine Woche ohne Verpflichtungen und viel lecker Schwarztee. Die ganzen wunderbaren Anwendungen im Badehaus kann ich mir diesmal aufgrund der Schwangerschaft (kann alles vorzeitige Wehen auslösen *seufz*) leider nicht angedeihen lassen, aber eine kleine Massage ist vielleicht drin. Außerdem gehen wir Schwimmen.

Blubb. Bis nächste Woche dann also!

P.S. Gestern noch ein Schreckmoment. Im Musikgarten kotzte ein anderes Mädchen direkt neben uns ihrer Mutter in den Schoß und mein einziger Gedanke war: „Bitte, bitte lass es nicht Noro sein!“

18 Stunden später sind wir nach wie vor kotzfrei, ich bleibe optimistisch!

Equal Care Day

Heute (eigentlich am 29. Februar) ist Equal Care Day, ein „Tag für mehr Wertschätzung und eine faire Verteilung der Fürsorgearbeit“.

Von „equal“ sind wir weit entfernt, aber ich will mal den akutellen Status aufschreiben. Vielleicht wird sich in den nächsten Jahren ja was daran ändern.

Wir haben die klassische Aufteilung: Der Mann arbeitet Vollzeit, ich arbeite 25 Stunden und betreue nachmittags das Kind und schmeiße den Haushalt, zumindest einen Teil davon. Vollzeit zu arbeiten kann ich mir derzeit nicht vorstellen, es würde sich auch finanziell kaum lohnen. Zudem ist mein Job ganz nett, aber längst nicht so erfüllend, dass ich ihn wieder den ganzen Tag machen möchte. Es war vom Arbeitgeber her zum Glück kein Problem, auf Teilzeit zu wechseln. Der Mann hat einen ziemlich familienfreundlichen Job. Er kann pünktlich Feierabend machen und, wenn es drauf ankommt, auch mal deutlich eher gehen oder später kommen.

Es sieht also so aus, dass der Mann mit dem Kind aufsteht, sie wickelt, anzieht und ihr Frühstück macht. Ich putze ihr dann später die Zähne und mache ihr eine Frisur, ziehe sie fertig an und bringe sie in die Kita. Ich hole sie auch wieder ab und verbringe den Nachmittag mit ihr, mit solchen Dingen wie Kinderturnen oder Musikgarten. Das würde der Mann z.B. nie machen, selbst wenn es zeitlich hinkäme.
Er hat sich allerdings diesmal um die Eingewöhnung in die neue Kita gekümmert. ;)
Ich habe auch den Überblick über Termine wie Kinderarzt, was ich auch fast ausschließlich erledige.

Das Ins-Bett-Bringen und das Fertigmachen vorher teilen wir uns ziemlich genau auf, wobei ich häufiger mal abends weg bin und der Mann das volle Programm macht.

Den Haushalt mache logischerweise eher ich. Wäsche waschen (und alles was dazu gehört, ich muss gestehen, ich mache es gerne), kochen, die Küche aufräumen (nicht so regelmäßig wie es müsste), Betten machen, Fenster putzen, irgendwelche Schränke sauber machen, usw. Auch die Gartenarbeit liegt komplett in meinen Händen.
Das Putzen teilen wir uns. Er saugt und wischt, ich bin für Bad und die Klos zuständig. Alles was darüber hinausgeht, bleibt an mir hängen. Er käme nie auf die Idee, den Kühlschrank sauberzumachen. Oder die Terrasse zu fegen. Oder die Küche aufzuräumen. Ich habe aber tatsächlich auch keine besonders hohen Ansprüche, was meine Mutter bei jedem Besuch wieder verzweifeln lässt. ;)

Jedenfalls, im Großen und Ganzen kann ich mich nicht beklagen. Es ist nicht gleich, nein, aber wir arbeiten ja auch nicht gleich. Mit dem Baby wird wieder alles anders, allerdings vermutlich weniger zu meinen Gunsten. ^^

Aber in ein paar Jahren kann schon wieder alles anders sein. Wir tasten uns ran.