Abgestillt (2)

Das kleine Kind ist nun abgestillt. Wie so vieles verlief auch dieses völlig anders als beim großen Kind.

War sie als Baby an der Brust nur so mittelinteressiert, änderte sich dies in etwa, als sie ein Jahr alt wurde und in die Kita kam. Besonders die Nächte wurden deutlich schlechter und ich habe viel geflucht und zwischenzeitlich befürchtet, ich würde wohl ewig, also mindestens zwei Jahre lang stillen. Zumal der Mann nachts bzw. ab etwa 22 Uhr nicht mehr von ihr geduldet wurde. Da hatte dann bitte Mama samt Brust parat zu stehen.

Im Januar wollte ich dann mal einen Schnitt beim nächtlichen Stillen machen und mich ausquartieren, doch das ging schief, bevor ich überhaupt richtig ins Bett gegangen war. Das kleine Kind war kaum zu beruhigen, also haben wir es erstmal wieder sein gelassen.

Dennoch habe ich es mit dem neuen Jahr geschafft, tagsüber abzustillen. Das Interesse war einfach nicht mehr da, am Wochenende legt der Mann das kleine Kind zum Mittagsschlaf, da hatte sich das Thema tagsüber dann auch bald erledigt.

Als nächstes ging es dem Einschlafstillen an den Kragen. Zweimal bin ich gescheitert, beim dritten Mal klappte es endlich. Seitdem schläft sie einfach auf meinem Arm ein. Gleichzeitig ging es auch nachts in kleinen Schritten voran. Der Mann wurde wieder geduldet, sie schlief leichter wieder ein, manchmal auch einfach so. Wir hatten aber auch einige Nächte, in denen ich die Brust verweigert habe und wir dann alle sehr lange wach waren.

Vor einiger Zeit quartierte sich dann der Mann aus Krankheitsgründen zum großen Kind aus und Ende Februar beschloss ich dann, das jetzt mal durchzuziehen und habe die Brust verweigert und ausgehalten. In der ersten Nacht habe ich noch zweimal gestillt, in der zweiten Nacht nur noch einmal, allerdings beide Seiten und in der dritten Nacht gar nicht mehr. Und das war es dann auch. Hin und wieder würde sie nachts noch gerne, aber das Thema ist durch.

Die Nächte sind leider noch nicht nennenswert besser geworden. Zwar gab es zuletzt schon ein paar Nächte, in denen sie bis zu sieben Stunden am Stück schlief, aber vom wirklichen Durchschlafen sind wir noch weit entfernt. Nun ist sie auch wieder erkältet, zudem sind nach wie vor die Eckzähne auf dem Weg, es wird also vorerst nicht leichter werden.

Immerhin muss ich auch bei diesem Kind nichts weiter abgewöhnen. Keine Flasche, keinen Schnuller, keinen Daumen.

Das große Kind habe ich 19 Monate und neun Tage gestillt, das kleine Kind 18 Monate und 16 Tage. In den gut drei Jahren Stillzeit hatte ich bis auf einige kleinere und größere Milchstaus keine weiteren Probleme, tatsächlich fiel mir das Stillen sogar ziemlich leicht. Trotzdem kann ich jede Frau verstehen, die sich aus welchen Gründen auch immer dagegen entscheidet. Und fühle gleichzeitig mit jeder Frau mit, die gerne stillen möchte, es aber warum auch immer nicht kann.

Dieses große Thema ist also durch. Ich bin froh drum, nicht so krass erleichtert, wie damals beim großen Kind, dafür aber auch kaum wehmütig.

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18 Monate oder anderthalb Jahre (2)

Kleines Kind, nun bist du schon anderthalb. Haben wir nicht grad erst deinen ersten Geburtstag gefeiert?

Du hast dich im letzten halben Jahr sehr verändert. Gefühlt war das sogar mehr Veränderung als im ganzen Babyjahr. Du bist kein Baby mehr, auch wenn dich in der Kita immer noch viele als solches bezeichnen. Schuld daran sind sicher deine großen Augen und die immer noch irgendwie aus der Art geschlagenen blonden dünnen Haare auf deinem Kopf. Einen 1a Vokuhila hast du mittlerweile.

Gewachsen bist du auch, xx cm groß und wiegst etwa zehn Kg. Dazu hast du 12 Zähne, alle Schneidezähne und vier Backenzähne. Wir warten auf die Eckzähne, aber da lässt du dir mal wieder Zeit.

Du trägst bereits das zweite Paar Winterstiefel deiner Schwester auf und das ist immerhin schon Gr. 23. Was das angeht, kommst du eindeutig nicht nach mir.

Niedlich bist du! So unglaublich niedlich. Ich starre dich jeden Tag verliebt an und möchte dich ständig abknutschen vor lauter Niedlichkeit. Noch lässt du dir das gefallen. Du gibst auch selber Küsse, richtige, kein Abgelecke mit offenem Mund und wir konkurrieren alle darum, wer einen bekommt und wer nicht. Besonders deine große Schwester ist sauer, wenn sie mal keinen bekommt.

Laufen tust du bekanntlich seit deinem ersten Geburstag und das ist schon längst nichts besonderes mehr. Du wackelst fleißig durch die Gegend und läufst laut deinen Erzieherinnen auch beim Krippengruppenausflug immer mehr. Auch im Buggy zu sitzen ist dir leider nicht mehr so genehm, aber lasse ich dich laufen, stehst du gerne mal wie angewurzelt in der Gegend rum und irgendwann ist einfach die Zeit rum.

Überhaupt bist du gerne draußen. So ziemlich jeden Tag stehst du mit Jacke, Mütze und Schal in der Hand vor uns und hast auch schon mindestens einen Stiefel an, manchmal deinen, manchmal einen deiner Schwester. Ich freue mich darauf, wenn es endlich warm genug ist, dass man einfach so die Tür aufmachen kann.

In der Krippe gefällt es dir sehr gut. Du hast dich super eingewöhnt und deine Erzieher:innen sind sehr zufrieden mit dir. Schlafen und Essen klappt auch problemlos und du spielst immer mehr auch mit den anderen Kindern.

Wie es zu erwarten war, hast du direkt ein paar Viren eingesackt. Und noch ein paar mehr. Im November und Dezember warst du jede zweite Woche daheim. Jetzt im neuen Jahr ist es etwas besser geworden. Toitoitoi.

Du bist, wie schon deine Schwester, motorisch sehr geschickt, sowohl fein- also auch grobmotorisch. Tuben drehst du problemlos auf und übst dich an ersten puzzeln.

Sprechen ist dafür überhaupt nicht deins. Dein Wortschatz besteht aus „Mama“, „Papa“, „Baba“ (Tschüss) und „Wow“. Dazukommen noch ein paar Laute wie „Oh-oh!“, „Ja“ und „da“. Der ganze Rest wird mit Geplapper und der Silbe „Ba“ in allen Variationen aufgefüllt. Außerdem kannst du ein paar Tierstimmen nachmachen, dein Paradegeräusch ist hierbei die Ente (manchmal auch Frosch), das ist schon täuschend echt.

Ich bin gespannt, wann es bei dir klick macht. Zwar kannst du dich mit verschiedenen Gesten, Nicken und Kopfschütteln ganz gut verständlich machen. Und an mangelnder Ansprache liegt es jedenfalls nicht und du verstehst auch wirklich alles, was wir sagen und befolgst Anweisungen wie „Bring die Hose bitte ins Schlafzimmer in den Wäschekorb!“ problemlos.

Bücher und Musik sind dein Leben, da bist du ganz Tochter deiner Mutter. Die Bücher guckst du gerne auch alleine an, und um uns klarzumachen, dass du Musik hören willst, zeigst du einfach auf „Alexa“. Du tanzt auch gerne mal und das ist natürlich zu süß!

Was nicht ganz so süß ist, sind unsere Nächte. Als Baby hast du ja ziemlich gut geschlafen, aber seit August werden die Nächste immer schlechter und jetzt mit dem neuen Jahr ist es nochmal ne Stufe runtergegangen. Aktuell wachst du gerne mal halbstündlich auf. Wirklich schön. Immerhin hab ich recht zuverlässig einen Feierabend, das ist auch viel wert.

Es wird Zeit abzustillen. Tagsüber haben wir das schon seit etwa anderthalb Monaten geschafft, nur nachts kommen wir nicht davon los und vorher werden die Nächte wohl auch nicht besser.

Erschwert wurde das Abstillen bisher dadurch, dass du deinen Papa nachts total abgelehnt hast. Ab etwa 22 Uhr war Schicht im Schacht, hat er versucht dich zu beruhigen, endete das in einem Höllengebrüll. Entsprechend war ich die restliche Nacht stets gezwungen, die Brust auszupacken, auch wenn der Papa immer wieder versucht hat, mich zu entlasten.

Aber, und das lässt mich etwas positiver in die Zukunft blicken, in den letzten Nächten machen wir kleine Fortschritte. Der Papa darf dich nun auch beruhigen und kann das auch sehr schnell. Leider hält das nicht sehr lange an, aber immerhin. Ich arbeite am Insbettbringen ohne Stillen und bin letztens auch fast erfolgreich gewesen, aber du wolltest dann doch lieber Papa haben. Außerdem hast du eine Plüscheule in dein Herz geschlossen und wenn du die im Arm hältst, klappt das mit dem Wiedereinschlafen oft ganz gut, auch ohne Brust.

Es wird also werden!

Wir sind sehr dankbar, dass es dich gibt, kleine Maus!

WMDEDGT Dezember 2018

An jedem 5. eines Monats fragt Fr. Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Ich werde nicht stündlich sondern nur anderthalb bis zweistündlich geweckt und frage mich, als um fünf nach sechs der Wecker klingelt, wie lange ich das wohl noch durchstehen werde.
Im neuen Jahr werden wir uns definitiv mit dem Thema Abstillen beschäftigen.
Ich Messe meine Temperatur und stehe um 20 nach sechs auf.
Als ich im Bad bin, kommt das kleine Kind in ihrem Schlafsack angerobbt. Hat die nicht grade noch auf dem Bett geschlafen?
Ich befreie sie und ziehe mich dann an. Währenddessen ist sie fest entschlossen, runter zu Papa und Schwester zu gehen.
Ich fange sie schließlich ein und ziehe sie an. Dann gehen wir runter.
Der Mann hat ihr schon Frühstück gemacht.
Ich bereite mein eigenes vor, außerdem die Rucksäcke der Kinder, heute ist Mittwoch und damit Ausflugstag für beide Kinder. Zwar bezweifle ich, dass die Krippengruppe rausgeht, aber sicher ist sicher.
Frühstück. Das kleine Kind verdrückt noch einiges von meinem Brötchen und Müsli und ist dann fertig. Sie holt ein paar Bücher, die ich nebenher anschaue. Ich stelle fest, dass sie bei Fragen wie: „Wo ist der Schlüssel?“ oder „Wo ist das Auto?“ korrekt auf die entsprechenden Dinge zeigt.
Um viertel nach sieben bin ich wieder in der Küche, schmiere Brote und höre die Radiocomedy. Der Mann hat sich wie üblich um kurz vor sieben verabschiedet.
Alle Rucksäcke packen und ab nach oben, großes Kind anziehen, kleines Kind nochmal wickeln, allen die Zähne putzen und dem großen Kind die Haare machen. Wie üblich sind wir ein paar Minuten zu spät dran, ich werde hektisch und meckere die Kinder an. Als ob das was nützen würde.
Wir gehen wieder runter und ich stelle fest, dass die Glühbirne der Wandleuchte am der Treppe kaputt ist. Ich schicke den Mann ein Bild und schlage vor, dass wir die beiden Wandleuchten, die wir noch von den Vorbesitzern übernommen haben, endlich mal ersetzen.
Ab in die Kita. Immer wieder muss ich das große Kind, das ohne Roller unterwegs ist, antreiben. Um zwei Minuten nach acht sind wir endlich da. Das abgeben funktioniert zum Glück ohne Probleme.
Ich gehe zum Bahnhof, wo die U-Bahn genau passend einfährt. Die Fahrt nutze ich zum Lesen und gehe dann durch den noch geschlossenen Weihnachtsmarkt zum Büro. Ich bin nur wenig zu spät. Ein Kollege ist schon da.
Ich mache meinen Kram, lese nebenher Twitter nach und recherchiere Lampen. Alle sind hässlich, aber es besteht Hoffnung.
Gegen zehn Uhr gibt’s erstmal Kaffee.
Der Vormittag vergeht, ich diskutiere über die Arbeit und mit dem Kollegen über Spielküchen.
Außerdem bringt der Paketdienst die Weihnachtskarten, die ich in Auftrag gegeben habe. Sie sind tatsächlich sehr hübsch geworden.
Um 13:30 Uhr mache ich Feierabend und fahre zur Kita. Auf dem Weg dorthin treffe ich meine Schwiegermutter, die heute das große Kind abholt. Das ist aber noch im Essensraum. Ich gehe hoch in die Krippe und hole ein blendend gelauntes kleines Kind ab, das gut gegessen und nur eine Stunde geschlafen hat. Wir gehen wieder runter und treffen da auch auf das große Kind. Sie waren heute auf einem Spielplatz.
Wir machen die Kinder fertig und verlassen die Kita. Das große Kind geht mit Oma, ich habe einige Besorgungen zu erledigen. In den nächsten anderthalb Stunden klappern das kleine Kind und ich die Post (Briefmarken), zwei Klamottenläden (Pullover, Socken, Mütze) und Budni (diverses, unter anderem die bestellten Fotokalender ab. Ich bin am Ende Schweißgebadet, Einkaufszentrum mit Wintermantel halt und froh, dass das kleine Kind so entspannt ist. Schließlich fahren wir mit dem Bus nach Hause. Ich räume sehr viel Kram aus Buggy und Rucksack. Dann möchte das kleine Kind stillen und wir setzen und aufs Sofa. Sie pennt gar nicht überraschenderweise ein und ich nutze die Gelegenheit, um ebenfalls kurz die Augen zu schließen. Nach etwa 20 Minuten versuche ich sie zu wecken und bin schließlich auch erfolgreich. Sie darf einen kleinen Schokoladennikolaus aus dem Adventskalender essen. Ich entdecke gefüllte Paprika im Gefrierfach und taue mir diese auf.
Wir essen und zwischendurch gucken wir Bücher an und hören Weihnachtsmusik.
Das kleine Kind möchte erneut stillen, dann beschließe ich, dass die Weihnachtskarten Unterschriften brauchen. Weil das kleine Kind noch nicht schreiben kann, will ich ihren Fingerabdruck nehmen. Leider finde ich unsere Stempelkissen nicht, also nehme ich die letztens gekaufte schminke. Das funktioniert so leidlich. Nach sieben Karten hat sie keine Lust mehr. Auf der Suche nach einem vernünftigen Stift öffne ich die Schranktür. Die Stempelkissen lachen mich an.
Halb sechs. Zeit für die Badewanne. Ich wundere mich, wo der Mann samt großem Kind bleibt. Als ich das kleine Kind gerade anziehe, kommen sie aber doch an.
Das große Kind kommt in die Wanne, das kleine Kind kriegt Abendessen, das große möchte nichts mehr. Also,eigentlich schon, nämlich Süßkram, aber davon hatte sie bei Oma schon genug, wie sie mir bereitwillig aufzählt. Außerdem eine Laugenstange, das genügt offenbar.
Gegen halb sieben packe ich meinen Kram zusammen. Es ist Mittwoch und da habe ich Chorprobe. Die Kinder dürfen noch eine Runde Paw Patrol gucken, ich verabschiede mich um viertel vor sieben. Wie üblich verpasse ich den Bus, und diesmal auch die entsprechende U- und S-Bahn und komme zu spät. An der Ampel treffe ich eine Mitsängerin. Wir amüsieren uns, weil wir uns eine Woche zuvor zur selben Zeit am selben Ort getroffen hatten. Und ich beides Mal Butterbrot gegessen habe.
Die Probe ist schön und erfolgreich. Nächste Woche kann ich leider nicht. Die Woche drauf ist die letzte Probe im Jahr, wir wollen es uns dann etwas gemütlich machen. Allerdings kommen an dem Tag auch meine Eltern an. Mal sehen.
Ich bin um viertel nach zehn zu Hause. Der Abend war wohl ruhig. Ich stecke noch rasch zwei Nikoläuse in die Stiefel der Kinder und hoffe dann auf Schlaf.

Gute Nacht!

15 Monate oder eineinviertel Jahre (2)

Meine liebe kleine Maus,
soeben habe ich mir nochmal den Bericht zum 15. Monatsgeburtstag deiner großen Schwester durchgelesen und muss wieder einmal feststellen, wie unterschiedlich ihr doch seid. Zwei (Überraschung) völlig verschiedene Menschen.

15 Monate bist du nun also alt und doch wirklich endlich ein Kleindkind. Du bist ein stets gut gelauntes Mädchen und motzt eigentlich nur bei Müdigkeit, wenn deine Schwester dir mal wieder was weggenommen hat (oder wir) oder wenn du dir wehgetan hast, was leider öfter vorkommt. Du hast wohl meine Tollpatischigkeit geerbt.

Motorisch bist du total fit. Pünktlich zu deinem ersten Geburstag fingst du an zu laufen. Es sieht immer noch ziemlich witzig aus, weil du recht breitbeinig läufst, ein bisschen wie ein Cowboy, aber es geht gut. Die ersten Winterstiefel kannst du schon auftragen.

Sprachlich isses nicht so weit her. Du sagst recht zuverlässig Mama und Baba/Papa, aber das wars dann auch. Natürlich brabbelst du vor dich hin, aber irgendwelche eindeutigen Worte sind noch nicht dabei. Nun, das wird sicher kommen. Dafür kommunizierst du mit Kopfschütteln und Nicken, das klappt eigentlich auch sehr gut. Du verstehst uns jedenfalls prima, sogar Anweisungen wie: „Bring das mal in die Küche zu Papa!“ führst du prompt aus.

Bücher magst du sehr. Oft sitzt du vor unserem Bücherregel, räumst ein Fach aus, nimmst dir ein Buch nach dem anderen vor und guckst es dir ganz ernsthaft an. Mir fällt grad auf, dass ich sehr wenig Bücher angucke mit dir, vielleicht sollte ich das mal verstärken.

Musik ist ebenfalls großartig. Kaum läuft welche, oder es singt jemand, fängst du sofort an, dich zu bewegen. Entweder du gehst in die Knie und wackelst mit dem Hintern oder du bewegst deine Arme. Es hat manchmal viel von Schlangenbeschwörung.

In der Kita läuft es auch ganz gut. Das Abgeben ist allerdings momentan hart. Seit du vor zwei Wochen fünf Tage lang Fieber hattest (überhaupt hast du recht häufig Fieber, das bin ich gar nicht gewöhnt), ist ein bisschen der Wurm drin. Wir waren schon bei „die Arme nach der Erzieherin ausstrecken“, aber momentan schreist du ganz bitterlich, wenn ich dich an die Erzieherin übergeben will. Dass es nicht immer deine Bezugserzieherung ist und oft auch nicht der gewohnte Raum, ist allerdings sicher nicht ganz unschuldig daran. Da du dort aber problemlos isst und schläfst und eigentlich auch recht zufrieden wirkst, wenn ich dich abhole, denke ich schon, dass du dich wohl fühlst. Mir wurde bisher nichts gegenteiliges berichtet.

Apropos Essen: Du isst nach wie vor ziemlich gut (den Erzieherinnen zufolge auch gerne mal doppelte Portionen) und probierst recht bereitwillig alles. Obst ist nach wie vor deine absolute Favoritennahrung.

Zähne hast du schon ganze acht. Gestern kam der letzte Schneidezahn durch. Mal sehen, was als nächstes folgt.

Bis gestern bist du auch noch in der Babyschale gefahren. Diese scheint größer zu sein, als die die wir beim großen Kind hatten. Denn du bist eigentlich nicht kleiner als sie damals. Deine genauen Maße muss ich allerdings noch nehmen.
81 cm und etwas über 9 kg.
Gewachsen bist du seit deinem Geburtstag 3,5 cm und erstaunlicherweise 2 cm kleiner als deine große Schwester damals.
Jedenfalls wirst du ab sofort im ersten Folgesitz fahren und ich bin mir sicher, dass dir das Vorwärtsfahren zusagen wird.

Schlaftechnisch sieht es derzeit eher mittelmäßig aus. Du wirst noch gestillt und das kann nachts gerne mal ausarten. Immerhin kann dich der Papa problemlos ins Bett bringen, sogar wenn ich zu Hause bin. Auch ein-, zweimal beruhigen geht, aber irgendwann hast du die Nase voll. Vorerst möchte ich aber nicht abstillen, der Winter steht vor der Tür und ich denke, es kann dir nicht schaden, noch ein paar Monate Muttermilch zu bekommen. Hin und wieder gibt es auch ganz gute Nächte. Es passt schon!

15 Monate also schon und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Monate!

Ein Jahr (zum zweiten)

Geliebtes kleines Sonnenscheinkind, ein Jahr bist du nun alt!
Kein Jahr meines Lebens ist schneller verflogen als dieses erste mit dir.

Vor einem Jahr lag ich alleine in einem Krankenhauszimmer, denn du befandest dich im Kinderkrankenhaus, mit Papa an deinem Bett. Im Nachhinein treibt mir das die Tränen in die Augen, damals fand ich es zwar nicht ideal, aber auch nicht soo schlimm. Es hat letztlich weder bei dir noch bei mir irgendwelche Spuren hinterlassen. Unsere Bindung ist wunderbar, tatsächlich bist du in letzter Zeit ein ziemliches Mamakind geworden.

Was du immer noch nicht so recht bist: ein Kleinkind. Du bist unser Baby und du wirst das auch noch eine ganze Weile bleiben. Äußerlich hast du dich in den letzten Monaten so gut wie gar nicht verändert, wenn man ins Fotoalbum sieht, könntest du vom Gesicht her auch erst ein halbes Jahr alt sein. Deine blonden Haare, die soviel kürzer sind, als damals die deiner Schwester, sind sicherlich nicht ganz unschuldig daran.

Ansonsten lässt du jedoch keinen Zweifel daran, dass du jetzt ein Kleinkind bist. Motorisch bist du schon weit entwickelt. Seit knapp drei Wochen stehst du frei auf und stehst dann wie ein Erdmännchen in der Gegend herum. Oft denken wir, dass du jetzt jeden Augenblick losläufst. Das hast du bisher nicht gemacht, doch vor zwei Tagen hat dich die Badewanne so sehr gelockt, dass du die ersten beiden freien Schritte getan hast. Am Lauflernwagen und an der Hand läufst du schon richtig gut!

Dein Hobby ist Essen. Egal, was man dir anbietet, du greifst begeistert zu und knabberst drauf rum. Und das mit erst fünf Zähnen. Aber es funktioniert. Bei den Zähnen lässt du dir immer sehr viel Zeit. An jedem Zahn wird mehrere Wochen gearbeitet, deshalb war ich sehr erstaunt, als ich plötzlich den fünften Zahn entdeckt habe.

Du bist das entspannteste Kind überhaupt. Dich bringt kaum etwas aus der Ruhe, es sei denn, man nimmt dir was weg. Spielzeug meistens. Oder wenn du mal wieder ein Tablet ergaunert hast. Das sehen wir aber nicht gern. Und dann ist das Geschrei groß.
Drama ist natürlich auch, wenn du dir weh tust. Du bist ein ziemlich unfallträchtiges Kind, und ich drohe oft, dich ab sofort komplett in Schaumstoff einzuwickeln. Bisher bist du zum Glück mit ein paar Beulen und Kratzern davon gekommen. Toitoioi!

In acht Tagen beginnt die Eingewöhnung in die Kita. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dir dort gefallen wird.
Aber eigentlich bin ich optimistisch. Du hast du liebste Bezugserzieherin der Welt und du magst es gerne, wenn Action ist!

Kleines Mädchen, ein Leben ohne dich ist unvorstellbar! Wir gratulieren dir ganz herzlich zum ersten Geburtstag und freuen uns auf unser weiteres Leben mit dir!

Ein dreiviertel Jahr Chillerbaby

Mein liebes kleines Mädchen,

9 Monate wirst du heute alt. Übermorgen bist du genauso lange aus dem Bauch, wie du darin warst. Und nur noch drei Monate wird es dauern, dann bist du kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind. Ich kann es kaum fassen.

Denn du bist immer noch sehr Baby. War deine große Schwester schon mit zehn, elf Monaten Kleinkind, mit Spängchen im Haar, so kultivierst du deine Babyfrisur und in Kombination mit deinen großen Kulleraugen wirst du gerne mal für zwei Monate jünger gehalten als du bist. Ein Blick ins Fotoalbum bestäigt das. Äußerlich hast du dich in den letzten Monaten wirklich kaum verändert.

Aber ums Äußerliche geht es ja eigentlich nicht. Motorisch hat sich seit meinem letzten Bericht natürlich einiges getan, wenn auch anders als ich erwartet hatte.

Ich war sicher, dass du mit acht, achteinhalb Monaten sitzen können würdest. Nun, setzt man dich hin, sitzt du auch ganz ok, aber das ist ja nicht so ganz das Richtige. Mit einem dicken Kissen im Rücken darfst du aber seit Mitte April trotzdem schon im TrippTrapp sitzen. Ich versuche aber, es nicht zu übertreiben.

Auch der Vierfüßlerstand, aus dem das Sitzen ja in den meisten Fällen hervorgeht, ist noch nicht so recht etabliert. Seit einigen Tagen ziehst du immer wieder die Knie an, scheinst aber entweder keinen Sinn darin zu sehen oder es fehlt noch die Kraft, denn für gewöhnlich platschst du nach ein paar Sekunden wieder auf den Bauch.

Das heißt aber natürlich nicht, dass hier nur Frust herrschen würde. Denn vorwärts kommst du. Ende März fingst du an, dich zu kullern. Dass das vorkommt, hatte ich wohl gewusst, aber noch nie gesehen. Du hattest die Seitwärtsdrehungen bald perfektioniert und kullertest dich durch Wohnzimmer, bis du etwas interessantes zum Spielen gefunden hattest. Du warst darin auch ziemlich flott und man musste bald gucken, wo das Baby denn jetzt schon wieder hin ist.

Beim Kullern blieb es aber nicht lange, kurze Zeit später fingst du an zu robben, aber auch nur für ein paar Tage, dann kam das „Robbeln“. Ein Fortbewegungsart, die schon sehr an Krabbeln erinnert, allerdings mit dem Po unten und auf den Unterarmen. Da du damit in einem Affenzahn überall hinkommst, hast du vermutlich auch keine Interesse, „richtiges“ Krabbeln zu lernen.

Feinmotorisch geht es derzeit Richtung Pinzettengriff. Du bist an allem interessiert und grapschst auch alles an. Manchmal macht mich das wahnsinnig, weil ich die Sachen gar nicht so schnell in Sicherheit bringen kann.

Zwei Zähne hast du bekommen. Im Abstand von fast zwei Monaten. Jetzt ist aber erstmal wieder Pause.

Schlaftechnisch ist es ganz ok. Wenn du nicht gerade krank bist, schläfst du meist ganz gut, ich kann oft nicht sagen, wie oft du eigentlich aufwachst. Es gibt allerdings auch Nächte, in denen du plötzlich knallwach bist und das dann gerne mal für zwei Stunden. Es gibt schöneres, aber es ist auch nicht soo schlimm, wie man meinen könnte. Tagsüber stellst du dich derzeit von drei auf zwei Schläfchen um, es kommt allerdings immer darauf an, wann du aufgewacht bist. Du bist nach wie vor Frühaufsteherin und wir sind immer ganz froh, wenn du nicht schon um halb sechs guckst, ob Mama schon wach ist.

Ansonsten bist einfach ein gut gelauntes Strahlebaby, das bisher so gut wie gar nicht fremdelt.
Wir freuen uns jeden Tag über dich, kleine Maus!

Ein halbes Jahr Chillerbaby

Liebes kleines Mädchen,
6 Monate bist du nun schon bei uns. Es ist kaum zu glauben!

Du bist unser kleiner Sonnenschein, jeder der dir etwas Aufmerksamkeit schenkt, wird sofort angestrahlt. „Lächle und es wird zurückgelächelt“, ist dein Motto.
Nur bei deiner einer Oma bist du anfangs immer ziemlich skeptisch. Bei deiner großen Schwester war das damals auch so, wir haben noch nicht rausgefunden, woran das liegt.

Auch allgemein bist du ein echt entspanntes und gutmütiges Baby. Deine große Schwester kann sich fast alles mit dir erlauben. Sie ist deine große Heldin und du bist begeistert, wenn sie sich mit dir beschäftigt. Besonders gerne nimmt sie dir grundlos Spielzeug weg. Aber sie „liest“ dir auch vor und kümmert sich allgemein rührend um dich. Sie möchte dir wahnsinnig gerne ungesunde Dinge wie Muffins oder Smarties füttern und ist immer maßlos enttäuscht, wenn ich ihr das verbiete. Ich schmunzle dann immer in mich hinein und denke, dass ihr euch in einem Jahr um solche Zeug schlagen werdet.

Du bist nicht nur entspannt, du bist auch Frühaufsteherin. Die letze Woche bist du fast jeden Tag gegen fünf Uhr aufgestanden. Ich bin überhaupt keine Frühaufsteherin und fand das extrem anstrengend. Zwar schläfst du meist nach einer guten Stunde wieder, aber für mich ist das Thema Schlaf für den Tag erledigt. Die letzten drei Tage war es immerhin sechs Uhr, vielleicht ist diese Phase erstmal vorbei. Die Nächte sind ansonsten ganz ok, da will ich nicht klagen. Tagsüber hast du weiterhin deinen zwei/zweieinhalb Stunden-Rhythmus.

Motorisch bist du momentan sozusagen auf dem Sprung. Du drehst sich shcon seit zwei Monaten auf den Bauch, und seit einiger Zeit auch wieder zurück. Letzteres willst du nur meist nicht, sondern meckerst lieber. Manchmal hebst du schon den Hintern oder winkelst ein Bein an. Ich könnte mir vorstellen, dass du bald beginnst zu robben. Sitzen willst du auch unbedingt, aber das funktioniert noch nicht. Deine Füße hast du natürlich auch schon längst entdeckt, aber interessanterweise willst du sie nicht in den Mund stecken. Ich bin gespannt, ob das noch kommt.

Seit einem knappen Monat bekommst du Beikost. Zunächst warst du nicht so begeistert, aber nun isst du eigentlich alles, was man dir so gibt. Zähne sind übrigens noch keine in Sicht, aber es geht auch ohne.

Manchmal wirst übrigens sogar du laut, nämlich, wenn du für deinen Geschmack zu lange im Kinderwagen umhergefahren wirst oder wenn du Autofahren musst. Beides wird aber besser. Trotzdem mache ich drei Kreuze, wenn du groß genug für Buggy und den größeren Kindersitz fürs Auto bist.

Ansonsten bist du ein Riesenbaby, dass die 70cm-Marke schon geknackt hat und derzeit Strumpfhosen trägt, welche das große Kind mit 8-10 Monaten trug. Am Donnerstag ist U5, da erfahren wir auch dein Gewicht. Es dürfte nicht allzuviel sein, du bist nämlich ziemlich schlank.

Kleine Maus, die Hälfte der Babyzeit liegt schon hinter uns. Und ab jetzt wird es richtig interessant!

Ein Vierteljahr Chillerbaby 

Liebste kleine Tochter,

heute bist du schon ein Vierteljahr bei uns und natürlich ist es so, als wärest du nie fort gewesen. Wie langweilig war es doch mit einem Kind. ;)

Wobei du, wie der Titel schon andeutet, ein ziemlich entspanntes Baby bist. Dein Opa attestierte dir letztens eine gewisse Grundzufriedenheit, die deiner großen Schwester immer abging, besonders als Baby. Stoisch akzeptierst du es, wenn sie dich mal wieder vor lauter Liebe erdrückt, dir hundert Küsse aufdrückt oder an deinem Arm zieht. Oder sich gleich auf dich drauflegt.

Nach dem etwas blöden Start hast du dich zu Hause schnell in unsere Familie eingefügt. Es ist wirklich recht einfach mit dir, wobei wir natürlich beim zweiten Kind nochmal entspannter sind. Das Stillen klappte von Anfang an völlig problemlos. Hin und wieder bekommst du etwas, was für mich bei deiner Schwester ganz undenkbar war, nämlich ein Fläschchen mit Premilch. Dein Papa ist dadurch deutlich entspannter, weil er im Fall der Fälle quasi unabhängig von mir ist.
Das Fläschchen findest du ok. Deinen Schnuller auch, aber kommst auch ohne klar. Manchmal ist es aber ganz praktisch, wenn er da ist.

Du bist ein Riesenbaby. Vor etwa einer Woche habe ich dich gemessen und bin auf 64 cm gekommen.  Tatsächlich räume ich schon die Klamotten in Gr. 68 in den Schrank. Mit zwei Monaten hast du Strampler getragen, die deine Schwester mit etwa einem halben Jahr trug und sie waren nicht so viel zu groß wie man meinen könnte. Besonders speckig bist du bisher aber nicht. Lang und schmal.  Demnächst haben wir U4, ich bin gespannt, was die anderen Werte so ergeben.

Dem Kinderarzt hast du auch schon  öfter gesehen, als ich es gewollt hätte. Du hast dir eine Bronchitis eingefangen, zumindest den Beginn davon und musstest inhalieren. Das ging aber erstaunlich gut und du bist auch während gelegentliche Husten-Spotz-Würg-Anfälle immer ganz ruhig geblieben.
Ganz ungewöhnlich finde ich dein Schlafverhalten. Von Anfang hattest du eine Art Rhythmus und zumindest die ersten Wochen hast du auch tagsüber wahnsinnig viel geschlafen. Das hat sich leider etwas gegeben, an manchen Tagen hast du später  kaum zwei Stunden geschlafen. Mittlerweile kommen wir auf etwa vier Schläfchen tagsüber, meist auf mir, meist nicht sehr lange, aber es ist ok. Nachts schläfst du erfreulich gut, es kommt oft vor, dass du nur zweimal aufwachst. Sogar durchgeschlafen hast du per Definition schon, zweimal fünf und Anfang Oktober einmal sogar unglaubliche sieben Stunden.

Abends gönnst du mir meist einen Feierabend. Die ersten Wochen bin ich noch um spätestens acht mit dir ins Bett gegangen, aber irgendwann konnte ich wieder problemlos aufstehen. Derzeit gehst du zur gleichen Zeit wie deine Schwester ins Bett. Und, noch etwas bisher absolut undenkbares: manchmal kann dich sogar der Papa ins Bett bringen.

Nur Unterwegssein findest du doof. Autofahren, oder mit dem Bus, das findest du zum Schreien. Leider nicht komisch. Du schläfst auch nicht einfach im Kinderwagen ein, wie ich es von deiner Schwester kenne. Das Tragetuch ist ok, aber auch nicht der Weisheit letzter Schuss.

Du bist ein kleines Strahlebaby, lachst uns oft ganz überraschend an, seit kurzem sogar mit Ton. Nichts macht mich glücklicher! Ganz aktuell entdeckst du allmählich deine Hände und übst fleißig deinen Kopf in Bauchlage zu halten.

Liebe kleine Maus, ich bin schon sehr gespannt, wie die nächsten Monate sein werden!

Die Zeit verfliegt!

Bei uns ist übrigens alles in Ordnung! Auch wenn das Baby sehr entspannt ist, man kommt doch selten mal zu etwas.

Morgen ist unsere kleine Tochter schon drei Wochen bei uns und man fragt sich wieder mal: Wie war es eigentlich vorher?

Allerdings, ganz im Alltag sind wir dank des Urlaubs vom Mann noch nicht angekommen. Die Kita hat aber zum Glück schon wieder angefangen. Wobei das große Kind diese Veränderung bisher erstaunlich gut und eifersuchtsfrei aufgenommen hat. Ich klopfe auf Holz und hoffe, dass es so bleibt!

Unterdessen feiern der Mann und ich heute unseren fünften Hochzeitstag und fragen uns, wo die Zeit nur geblieben ist? Und staunen, was in den fünf Jahren alles passiert ist! Fast nur Gutes, die nächsten fünf Jahre dürfen dann gerne genauso werden! <3

Drei Tage ohne Kind – Die Zeit nach der Geburt

Nun lag ich da also im Kreißsaal. Es war früher Morgen, ich bekam Frühstück und danach ein paar Schmerzmittel, denn die Betäubung hatte eindeutig nachgelassen.

Nur war ich allein. Das Baby mehrere Kilometer von mir entfernt. Aber der Mann war ja bei ihr. Es würde schon alles gut werden.

Gegen halb acht wurde ich in ein Zimmer auf der Wochenbettstation gebracht, zu einer sehr netten Mutter, die ebenfalls ihre zweite Tochter bekommen hatte. Wir stellten bald fest, dass wir auch noch weitere Gemeinsamkeiten hatten. Sie wurde allerdings noch am selben Tag entlassen, was ich durchaus bedauerte.

Man kümmerte sich die ganze Zeit hervorragend um mich. Das erstreckt sich über den gesamten Krankenhausaufenthalt. Alle Schwestern/Hebammen/Ärztinnen waren unwahrscheinlich lieb und aufmerksam. Natürlich war ich in einer besonderen Situation. Eindeutig nicht mehr schwanger, aber eben auch ohne Kind im Babybay, wie die ganzen anderen Mütter.

Doch noch etwas war anders. Es ging mir viel besser als nach dem ersten Kaiserschnitt. Eigentlich total unwahrscheinlich, denn ich hatte diese harte Nacht hinter mir, einen ungeplanten Kaiserschnitt, der kurz vor Not-KS war und überhaupt war es ja schon mein zweiter.

Aber nein. Um Mittag musste ich mal aufs Klo und klingelte nach der Schwester. Und konnte, mit ihrer Hilfe, tatsächlich aufstehen und über den Gang aufs Klo gehen. Natürlich tat es weh, aber es war kein Vergleich zu den brennenden, fast unerträglichen Schmerzen nach dem ersten KS. Die Schwester war auch recht beeindruckt.

Eine Stunde nachdem ich ins Zimmer verlegt worden war, bekam ich übrigens das erste Bild von unserer Tochter. Schlafend im Bett, intubiert, mit einer kleinen Strickmütze auf dem Kopf. Es nahm mich tatsächlich gar nicht so mit, denn darunter standen auch die Maße. Nachdem unser erstes Kind ein schmaler kleiner Winzling war, hatte unser zweites tatsächlich 3515 Gramm und offizielle 57 Zentimeter!! Besonders über die Länge kam ich kaum hinweg. Die mussten sich doch vermessen haben? So ein Riesenkind?

Für den Vormittag hatten sich meine Mutter, meine Schwiegermutter und das Kind angekündigt. Um viertel vor elf waren sie dann auch da. Das Kind war zunächst schüchtern und skeptisch, weil ich im Bett lag. Und überhaupt, wo war das Baby? Schließlich taute sie aber auf und befragte mich zu den Zugang in meiner Hand: „Hast du da ein Loch?“

Meine Mutter und Schwiegermutter wussten die Maße des Babys noch gar nicht und staunten genau wie ich.
Sie verabschiedeten sich bald.
Nachmittags kam der Mann nochmal vorbei, brachte mir einige fehlende Dinge und erzählte mir das neueste vom Baby. Er ging sehr in seiner Rolle als am Bett wachender Vater auf. <3

Abends brachte mir eine Schwester eine elektrische Milchpumpe. Eine meiner größten Sorge war ja: Wie würde es wohl mit dem Stillen gehen? Mir wurde geraten, alle drei Stunden zu pumpen und nachts, wenn ich halt mal aufwachen würde. Diesmal hatte ich ja immerhin den Vorteil, dass ich Wehen gehabt hatte. Mein Körper war also besser vorbereitet, als das letzte Mal.
Das Pumpen ergab zunächst nichts, aber ich stand ja noch ganz am Anfang.

Außerdem ging ich duschen. Es war noch recht unangenehm, aber nötig. Ich fühlte mich ziemlich verschwitzt und da klebte ja auch noch das ganze Jodzeug von der OP an mir. Danach zog mir die Schwester den Zugang aus dem Handrücken.

Die Nacht war ruhig. Ich war alleine im Zimmer und schlief ganz gut.

Für den nächsten Tag hatte ich direkt große Pläne. Das Frühstück brachte mir die Schwester ins Zimmer.
Später kamen dann der Mann und das Kind vorbei, um mich abzuholen. Ich wollte das Baby besuchen. Man hatte mir am Tag zuvor gesagt, dass ich zu diesem Zweck eine Beurlaubung für einige Stunden haben könnte.

So machten wir es dann auch. Ich schlich vor mich hin, auf dem Weg zum Ausgang und später zum Kinderkrankenhaus. Trotzdem staunte ich über mich selber, wie gut es ging. Das große Kind kriegte einen Anfall, als sie ins Auto steigen sollte, aber sonst ging es gut.

Auf der Intensivstation angekommen hieß es alles wegschließen, Hände waschen und desinfizieren. Der Mann kannte sich ja schon aus.

Endlich konnte ich mein Baby sehen! Die Beatmung war am frühen Morgen schon weggekommen und sie hatte nur noch den Schlauch für die Magensonde in der Nase. Die Schwester teilte uns mit, man sei sehr zufrieden mit ihr. Ob ich sie halten wollte? Natürlich!

Ich durfte mich hinsetzen und bekam sie auf den Arm. Als sie sofort anfing, wie wild an meinem Finger zu saugen, fragte ich nach, ob ich sie anlegen dürfte. Das durfte ich selbstverständlich und so hatte ich etwa 30 Stunden nach der Geburt zum ersten Mal mein Baby an der Brust. Sie wusste sofort, was zu tun war, was mich zu der Aussage: "Trinken und Kacken, das können meine Kinder!" veranlasste. Das Kindspech hatte die Kleine nämlich auch schon ziemlich flott ausgeschieden.

Das Kind war übrigens sehr beeindruckt von ihrer kleinen Schwester. Sie wollte sie direkt streicheln, auf den Arm und mit nach Hause nehmen. Na gut, das würde leider noch unbestimmte Zeit lang dauern.

Der Mann brachte dann schnell das Kind nach Hause, während ich weiter mit dem Baby da saß. Es war allerdings ziemlich anstrengend, auch weil die Nachwehen vom Stillen nicht ganz ohne waren und so war ich trotz allem froh, als er wieder da war und mich zurück ins Krankenhaus brachte.

Dort hatte man mir netterweise mein Mittagessen aufbewahrt.
Außerdem bekam ich eine neue ZImmernachbarin, eine noch schwangere Türkin mit einem sehr alten Freund. Sie war ziemlich nett und auch ziemlich redselig. Sie hatte einen Blasensprung gehabt, doch die Wehen ließen auf sich warten. Nun sollte sie eingeleitet werden.

Nachmittags kam dann wieder meine gesamte Familie. Wir trafen uns aber im Bistro. Sie wollten später dann ins Kinderkrankenhaus, um die Kleine selbst in Augenschein zu nehmen. Natürlich nicht alle auf einmal.

Das Abpumpen ergab nun statt einigen Tröpfchen immerhin etwa anderthalb Milliliter.

In der Nacht bekam ich nicht so viel Schlaf, da nun doch die Wehen bei meiner Nachbarin eingesetzt hatten. Sie lag irgendwann "Hilfe, Hilfe!" wimmernd im Bett und ich kam mir selbst recht hilflos vor. Der Kreißsaal war informiert, aber irgendwie schienen die das nicht so recht ernst zu nehmen. Bis sie meinte: "Ich spüre den Kopf! Das Baby kommt!"
Da bin ich aber hurtig in den Kreißsaal gegangen und habe die Hebamme geholt (zufälligerweise dieselbe wie mir), denn das wurde mir nun doch zu heiß.
Tatsächlich bekam sie ziemlich genau eine Stunde (und auch ziemlich genau 24 Stunden nach mir) ihren Sohn. Ein bisschen fraß der Neid an mir, dass sowas auch in ganz unkompliziert geht. Aber was sollte ich machen?

Da ich eh wach war, hab ich noch ein bisschen gepumpt, aber nicht wirklich was zustande gebracht.

Am nächsten Tag waren wir also alle ziemlich müde und ich musste mich ein bisschen über meine Nachbarin wundern, die es nicht normal fand, dass ihr frischgepresster Sohn nicht alleine in seinem Bettchen liegen wollte.

Diesmal holten Mann und Kind mich nach dem Mittagessen ab. Ich konnte nun schon deutlich besser laufen. Am nächsten Tag wollte ich entlassen werden und hatte das auch mit den Schwestern besprochen. Ich war allerdings unsicher. Sollte ich nach Hause gehen, was eigentlich am meisten meinem Gefühl entsprach oder mich als Begleitperson ins Kkh einweisen?
Die Intensivschwester riet mir, lieber nach Hause zu gehen. Dort hätte ich mehr Ruhe und so gemütlich seien die Zimmer für die Eltern im Kkh wirklich nicht.

Eine Prognose zur Entlassung des Babys gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Frühestens Mittwoch hieß es. Sie müsse 48 Stunden alles ohne Hilfe und Abfälle, also atmen, essen u.ä., schaffen. Na gut, es war jedenfalls absehbar. Alle waren sehr zufrieden mit der Entwicklung der Kleinen. Die Beatmung war noch am Tag zuvor komplett weggekommen und, wie ich nun sehen konnte, auch die Magensonde.

Ich durfte sie wieder anlegen, was zunächst nicht ganz so gut klappte. Der Mann ging nach einigen Minuten mit dem aufgeregten großen Kind auf den Spielplatz und was essen.

Gegen 17 Uhr verabschiedete ich mich wieder. Auf dem Rückweg standen wir fürchterlich im Stau und ich hatte Angst, nichts mehr vom Abendbrot mitzubekommen. Es hat aber doch noch geklappt. Während ich da so saß und mich mit einer anderen Mutter unterhielt, kam die zuständige Hebamme und fragte mich, ob ich wünsche, dass meine Zimmernachbarin verlegt würde. Normalerweise würden sie nämlich nur Mütter mit Babys zusammenlegen und eben Frauen ohne Babys. Ich fand meine Zimmernachbarin ja ganz nett, aber Schlaf fand ich noch viel netter. Ich meinte also, wenn es hinhauen würde, fände ich eine Verlegung so schlecht nicht. Aber wenn es doch nicht gehen würde, dann wäre das eben so.

Es ging tatsächlich, nachts hatte ich also meine Ruhe. Mit Schlaf war es trotzdem nicht so weit her. Das Anlegen des Babys hatte jetzt ordentlich was bewirkt. Das Abpumpen ergab zwar immer nur etwa zehn Milliliter, aber ich war voll im Milcheinschuss. Auf dem Rücken liege fand ich nach wie vor unangenehm und auf der Seite liegen ging wegen der vollen Brüste nicht. Juchhu!
Daher fiel es mir dann auch nicht so schwer, nachts um halb drei zum Pumpen aufzustehen. Diesmal im Stillzimmer, "meine" Pumpe hatte man mir entführt. Es war recht voll auf der Station und alles wurde benötigt.
Leider gab es auch jetzt kaum Erleichterung. Die Schwestern meinten, das nächste Mal würden wir ordentlich Wärme drauf packen, dann würde alles besser fließen.

Aber dazu sollte es nicht mehr kommen. Am nächsten Tag stand meine Entlassung an, wobei ich damit kaum vor Mittag rechnete. Beim Zähne putzen sinnierte ich darüber, wie toll es wäre, wenn das Baby tatsächlich schon am nächsten Tag entlassen würde.
Kaum hatte ich den letzten Schaum ausgespuckt, rief der Mann an. Mit der schönsten Nachricht: Das Baby würde am selben Tag entlassen werden. Sie hatte sich so gut entwickelt, dass man sie guten Gewissens nach Hause gehen lassen würde.

Ich grinste über das ganze Gesicht und ging sofort zum Pflegestützpunkt, wo zufälligerweise auch die beiden Ärzte am Start waren, die mich operiert hatten. Natürlich freuten sich alle sehr für mich.

Der Rest ging dann auch schnell. Es gab eine kurze Abschlussuntersuchung, ein paar Ermahnungen, noch ein paar Tabletten, außerdem die letzten vier Anti-Thrombose-Spritzen, die ich mir zu Hause setzen sollte. Bäh!

Um elf etwa kam der Mann an. Wir nahmen mein Zeug, holten noch rasch die Spritzen mit dem Abgepumpten ab und ich verabschiedete mich dankbar von den Schwestern und Hebammen.

Auf zum Kinderkrankenhaus. Gegen zwölf standen wir am Bett der Kleinen, die tief und fest schlief. Die Schwester kam und teilte uns mit, dass die U2 wohl frühestens um halb zwei statt finden würde. Am besten würden wir erstmal essen gehen. Gut, in Ordnung. Um 13 Uhr waren wir wieder auf der Station, wo wir das Kind wecken durften. Sie hatte zuletzt um 9 Uhr eine Flasche gehabt, sie würde sowieso bald wach werden. Dann kam die Ärztin und erzählte uns nochmal einiges und führte dann die U2 durch. Ein bisschen schlapp war die Kleine noch, aber alles im Rahmen. Dann zum ersten Mal in eigene Sachen kleiden, was heute schon viel besser ging. Am Tag zuvor hatte ich mich noch angestellt, als würde ich das zum ersten Mal machen. Man verlernt das echt schnell.

Endlich konnte ich sie anlegen. Das wurde aber auch Zeit! Sie trank fleißig, dann verabschiedeten wir uns erneut von den netten Schwestern, legten das Kind in den Autositz und konnten endlich heimfahren!

Zu Hause war niemand, da meine Eltern das große Kind auf einen Ausflug mitgenommen hatten. Das war sehr angenehm, so konnten wir in Ruhe ankommen. Endlich daheim!

Fazit: Auch wenn die Geburt und die erste Zeit im Krankenhaus so völlig anders verliefen als gedacht und erhofft, habe ich alles erstaunlich gut verkraftet. Die einzigen Tränen flossen kurz nach der Geburt, als das Baby abtransportiert wurde. Im Krankenhaus wurde ich ganz wunderbar umsorgt und auch wenn wir garantiert kein drittes Kind planen und dieses KH keine Kinderstation hat, ich würde wieder dorthin gehen! Was ich vom Krankenhaus, in dem das große Kind auf die Welt kam, nicht behaupten kann.

Auch körperlich ging es mir wider Erwarten die ganze Zeit gut. Natürlich hatte ich Schmerzen, aber ich war vom ersten Moment an deutlich beweglicher und fitter als nach dem ersten Kaiserschnitt, obwohl die Voraussetzungen meines Erachtens viel schlechter waren. Eine Re-Sectio nach vorangegangenen strapaziösen Wehen, eine um drei Wochen längere Schwangerschaft, ein viel größeres Kind und die zerstörte Hoffnung auf die ersehnte Spontangeburt.

Überhaupt, wie geht es mir, nachdem diese Hoffnung nun endgültig begraben wurde? Die meiste Zeit gut. Ich habe festgestellt, dass eine Spontangeburt ganz offensichtlich nichts für mich ist. Die Geburt durfte von selbst losgehen, ich durfte Wehen haben. Ich möchte nie wieder welche.

Nicht zu vernachlässigen ist, so fies auch irgendwie klingt: Dass ich mich in diesen drei Tagen der Trennung die meiste Zeit nur um mich selbst kümmern musste und mich erholen konnte, hat sicher ihren Teil zu meinem Wohlbefinden beigetragen. Die ersten Nächte damals im Krankenhaus mit dem schreienden Kind, während ich unter Schmerzen litt, sind mir in bleibender negativer Erinnerung.

Das Baby selbst zeigt bisher keine Nachwirkungen. Die ersten Tage bestanden aus Dauerstillen, kuscheln und zwischendurch viel schlafen. Sie ist sehr entspannt, liebt natürlich Körperkontakt, den sie dank Oma und Opa auch zunächst wirklich die meiste Zeit hatte. Das Stillen klappt auch problemlos.

Abschließend bleibt mir noch der Gedanke, den ich recht bald nach der Geburt hatte: Ohne die moderne (Geburts-)Medizin hätte ich höchstwahrscheinlich keine zwei gesunden Kinder. Sondern null.

Ich bin dankbar!