Ein Jahr (zum zweiten)

Geliebtes kleines Sonnenscheinkind, ein Jahr bist du nun alt!
Kein Jahr meines Lebens ist schneller verflogen als dieses erste mit dir.

Vor einem Jahr lag ich alleine in einem Krankenhauszimmer, denn du befandest dich im Kinderkrankenhaus, mit Papa an deinem Bett. Im Nachhinein treibt mir das die Tränen in die Augen, damals fand ich es zwar nicht ideal, aber auch nicht soo schlimm. Es hat letztlich weder bei dir noch bei mir irgendwelche Spuren hinterlassen. Unsere Bindung ist wunderbar, tatsächlich bist du in letzter Zeit ein ziemliches Mamakind geworden.

Was du immer noch nicht so recht bist: ein Kleinkind. Du bist unser Baby und du wirst das auch noch eine ganze Weile bleiben. Äußerlich hast du dich in den letzten Monaten so gut wie gar nicht verändert, wenn man ins Fotoalbum sieht, könntest du vom Gesicht her auch erst ein halbes Jahr alt sein. Deine blonden Haare, die soviel kürzer sind, als damals die deiner Schwester, sind sicherlich nicht ganz unschuldig daran.

Ansonsten lässt du jedoch keinen Zweifel daran, dass du jetzt ein Kleinkind bist. Motorisch bist du schon weit entwickelt. Seit knapp drei Wochen stehst du frei auf und stehst dann wie ein Erdmännchen in der Gegend herum. Oft denken wir, dass du jetzt jeden Augenblick losläufst. Das hast du bisher nicht gemacht, doch vor zwei Tagen hat dich die Badewanne so sehr gelockt, dass du die ersten beiden freien Schritte getan hast. Am Lauflernwagen und an der Hand läufst du schon richtig gut!

Dein Hobby ist Essen. Egal, was man dir anbietet, du greifst begeistert zu und knabberst drauf rum. Und das mit erst fünf Zähnen. Aber es funktioniert. Bei den Zähnen lässt du dir immer sehr viel Zeit. An jedem Zahn wird mehrere Wochen gearbeitet, deshalb war ich sehr erstaunt, als ich plötzlich den fünften Zahn entdeckt habe.

Du bist das entspannteste Kind überhaupt. Dich bringt kaum etwas aus der Ruhe, es sei denn, man nimmt dir was weg. Spielzeug meistens. Oder wenn du mal wieder ein Tablet ergaunert hast. Das sehen wir aber nicht gern. Und dann ist das Geschrei groß.
Drama ist natürlich auch, wenn du dir weh tust. Du bist ein ziemlich unfallträchtiges Kind, und ich drohe oft, dich ab sofort komplett in Schaumstoff einzuwickeln. Bisher bist du zum Glück mit ein paar Beulen und Kratzern davon gekommen. Toitoioi!

In acht Tagen beginnt die Eingewöhnung in die Kita. Ich bin schon sehr gespannt, wie es dir dort gefallen wird.
Aber eigentlich bin ich optimistisch. Du hast du liebste Bezugserzieherin der Welt und du magst es gerne, wenn Action ist!

Kleines Mädchen, ein Leben ohne dich ist unvorstellbar! Wir gratulieren dir ganz herzlich zum ersten Geburtstag und freuen uns auf unser weiteres Leben mit dir!

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WMDEDGT August 2018

Jeden fünften eines Monats sammelt Frau Brüllen unseren Beiträge.

Die Nacht ist mittelgut. Irgendwann, es ist noch dunkel, ist das Baby auf einmal wach, sehr wach und scheint Anstalten zu machen, jetzt nicht mehr zu schlafen, sondern mal bitte aufzustehen. Vergiss es, denke ich mir und drehe mich weg. Sie rollt nochmal über mich drüber, ich gucke auf die Uhr. 4:40 Uhr. Wundervoll. Schließlich schaffe ich es, sie mit Stillen doch wieder zur Ruhe zu bringen. Die frühen Morgenstunden sind aber immer unruhig und um viertel vor sieben ist endgültig Schluss mit Schlafen. Das große Kind liegt in des Mannes Bett und flüstert schon eine Weile vor sich hin.

Wir hängen noch etwas rum, dann geht der Mann Brötchen holen. Ich ziehe das große Kind an, das kleine ist schon längst vom Mann gewickelt worden, und kümmere mich dann wie jeden Sonntag um frische Handtücher für alle. Außerdem räume ich etwas auf und öffne auf dem Dachboden die Fenster zum Lüften. Draußen ist es ungewohnt kühl. Dann gehen wir runter, Tisch decken. Der Mann kommt wieder und füttert schon mal das Baby. Zu fünfzig Prozent, den Rest füttert sie sich selber. Wir frühstücken.

Nach dem Abräumen schmeiße ich die Waschmaschine an, und nehme schon mal das Putzzeug mit nach oben. Dort steht der Staubsauger. Gut, dann erstmal auf dem Dachboden staubsaugen. Am Mittwoch kommen meine Eltern und was erledigt ist, ist erledigt. Als ich fast fertig bin, kommt das Baby die steile Treppe hochgekrabbelt, natürlich mit dem Mann im Schlepptau. Er nimmt sie wieder mit runter, ich bringe den Staubsauger runter. Den brauchen wir eher im Erdgeschoss. Jetzt heißt es Bäderputzen. Na gut, nur grob. Ich putze nochmal gründlich, bevor der Besuch kommt.

Das Baby wird müde. Ich lege sie hin, um kurz vor halb zehn schläft sie wieder. Das große Kind kommt ebenfalls zum Schlafen ins Schlafzimmer. Ein bisschen Ruhe ist ganz nett, am liebsten würde ich jetzt das Spielhäuschen im Garten aufstellen, aber der Mann ist nicht motiviert. Also nehme ich mir stattdessen des Babys Geburtstagskerze vor. Die wurde bei der Taufe im März etwas in Mitleidenschaft gezogen. Ich bin leider nicht ganz erfolgreich, die letztens bestellten Buchstaben sind viel zu groß und dick. Da muss ich nochmal in die Stadt kommende Woche.

Ich setze mich an den Computer, eine Überweisung tätigen und diesen Beitrag beginnen. Ich komme nicht weit, um kurz nach zehn ist das Baby wieder wach. Ich versuche, sie nochmal in den Schlaf zu stillen, da sie eindeutig noch nicht ausgeschlafen ist, es klappt aber leider nicht. Dann muss es jetzt so gehen. Bis halb zwei muss sie mindestens durchhalten.

Ich erledige dies und das, hänge Wäsche auf und lese in jeder freien Minute in meinem aktuellen Buch. Das möchte ich morgen zurückgeben und spannend ist es auch. Um halb zwölf gucken wir Sendung mit der Maus. Danach kriegt das Baby schon mal was zu essen, sie isst ne ganze Menge. Der Mann will sich ein halbes Stündchen hinlegen, seine Nacht war nämlich ziemlich kurz. Das große Kind möchte auch was essen, sie kriegt eine halbe Banane und Haferflocken. Das Baby haut zwischendurch zweimal in die Windel.

Zum xten Mal räume ich die Kinderbücher ins Regal, wo sie innerhalb kürzester Zeit vom Baby herausgezogen werden. Zu Büchern hat sie eine ganz besondere Beziehung. Gegen 13 Uhr habe ich mein Buch ausgelesen und empfehle es auf Twitter weiter.
Dann kann ich ja morgen beruhigt zur Bücherhalle gehen. Das letzte Mal musste ich ziemlich viele Gebühren zahlen, ich hatte das Verlängern schlicht vergessen. Das soll nicht nochmal vorkommen.

Heute nachmittag fahren wir zu Freunden zum Grillen in deren Kleingarten. Gegen 13:30 Uhr wollen wir los.
Ok, 13:30 Uhr war etwas übertrieben. Wir fahren um kurz vor zwei los und finden den Garten sogar ohne Navi.

Den Nachmittag verbringen wir mit Reden (die Erwachsenen), Essen (alle), Rasierschaumparty, Planschen, Spielen und Heulen (die Kinder). Das Baby macht zwischen viertel nach drei und vier einen Mittagsschlaf.

Gegen halb sieben fahren wir nach Hause. Die Kinder werden ohne Umwege in die Badewanne gesteckt, bekommen Abendbrot und dürfen noch zwei Folgen Paw Patrol gucken. Dann geht es hoch zum Zähneputzen. Das große Kind möchte im Schlafzimmer schlafen. In Papas Bett. Das Baby ist begeistert! Na gut. Das große Kind schläft innerhalb von Minuten ein. Das Baby stillt eine Weile, als ich sie jedoch endgültig in den Schlaf tragen will, ist sie gut gelaunt und macht keinerlei Anstalten zu schlafen.

Ich gehe mit ihr zum Mann ins Arbeitszimmer. Er guckt Baseball. Das Baby spielt. Ich lese ein bisschen und liege rum. Es ist ein bisschen Leerlauf. Ich bin müde, müsste aber eigentlich noch was essen, habe aber keinen Hunger.

Also erstmal diesen Beitrag weiterschreiben. Es ist jetzt zwanzig vor neun.
Dann versuche ich, das Baby erneut ins Bett zu bringen und scheitere. Ich mache ihr eine neue Windel, lasse sie beim Papa und gehe erstmal was zu Abend essen. Im Wohnzimmer lese ich die 11 Freunde und esse. An den Geräuschen von oben höre ich, dass der Mann es wohl geschafft hat, das Baby zum Schlafen zu bringen und ins Bett zu legen.

Ich esse fertig und schreibe diesen Beitrag fertig. Es ist 21:29 Uhr. Gute Nacht!