Wöchentlicher Statusbericht XIX

Wie weit bin ich: 22+0.
Bauchumfang: am Bauchnabel 93 cm
Gewicht: 62 kg
Der beste Moment diese Woche: Steak! Und alkoholfreier Sekt ist erfreulich lecker. Sonst war eigentlich nichts besonders gut.
Das war doof: Der Tod des Lebensgefährten meiner Schwiegermutter. Stress mit meinem Urlaub im August. Dass ich das Kind im Moment weniger spüre. Ich vermute aber, es wächst.
Ich vermisse: den Sommer. Meine Eltern, in letzter Zeit hab ich öfter Heimweh.
HeißhungerAppetit auf: Lachgummi. Und Kirschen. Ich muss dringend mal welche besorgen.
Wehwehchen/Symptome: alles ruhig.
Ich freue mich: auf den Schlagermove! Und das Spiel heute abend natürlich!
Gekauft/Bestellt: Wolle für Babyhose und -pullover

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Schwarz und bunt

Anfang des Monats schrieb ich über den Lebensgefährten meiner Schwiegermutter und seinen Zustand.
Dieser hat sich, je nachdem wie man es sehen will, rapide verschlechtert oder verbessert, er ist jedenfalls tot. Gestorben an Fronleichnam, ich kann mir nicht helfen, da eine gewissen Ironie drin zu sehen.

Meine Schwiegermutter war bei ihm, dank eines sechsten Sinns ist sie sehr früh morgens ins Krankenhaus gefahren. Als der Mann mir später die Nachricht schrieb, musste ich doch die eine oder andere Träne vedrücken. Ich stand ihm nie besonders nahe, aber er hatte sich sehr über meine Schwangerschaft gefreut und es tut mir sehr leid, dass er unser Kind nun nicht mehr kennenlernen kann.

So steht tatsächlich, wie ich es mir schon seit längerem dachte, vor der Geburt noch eine Beerdigung an. Ich hoffe, dass ich meine Beerdigungshose noch irgendwie zukriege. Mit schwarzen Klamotten bin ich allgemein nicht so reich gesegnet und ich werde mir garantiert keine schwarze Umstandshose kaufen. Zur Not muss es meine graue Jeans tun. Eine Messe gibt es eh nicht, alles wird kurz und schmerzlos und in kleinem Rahmen ablaufen (dieser Mann hatte vorher vier Frauen und mindestens ebenso viele Kinder. Es wird voraussichtlich keiner davon auftauchen, bis auf einen Stiefsohn *seufz*).

Meine nächste Sorge gilt nun meiner Schwiegermutter. Ich bin froh, dass sie sich so auf ihr Enkelkind freut. Ich glaube, das wird sie in vielerlei Hinsicht aufrichten. Trotzdem, wieder einen Mann beerdigen zu müssen, man wünscht es niemandem.

In der Überschrift steht was von bunt.
Vor der Beerdigung steht ein anderes Großereignis.

Am Samstag ist wieder Schlagermove. Ich verweise hierzu auf meine Erklärung vom letzten Jahr. Für mich wird es natürliclh diesmal eine sehr alkoholfreie Veranstaltung, aber ich kann das auch ohne. Außerdem war ich sowieso immer diejenige, die nur etwas angeschickert war und dann nur noch Wasser getrunken hat. Stockbesoffen in Menschenmassen, das muss ich nicht haben.

Die Wettervorhersage ist mittelmäßig, der Sommer lässt seit längerem auf sich warten.
Hier taucht auch wieder das Klamottenproblem auf. Mal schauen, ob ich mit ein bisschen Tricksen noch in meiner Schlagermovehose passe. Alternativ gehe ich nackig und male mir nur eine große Blume auf den Bauch. ;-)

Hossa!

Wöchentlicher Statusbericht XVIII

Wie weit bin ich: 21+0.
Bauchumfang: am Bauchnabel 92 cm
Gewicht: 61 kg
Der beste Moment diese Woche: Die Erkenntnis, dass das Kind schon Fußballfan ist. Seit Beginn der WM spüre ich es täglich. :D Außerdem darf ich wieder Steak Medium essen.
Das war doof: Dieser Moment, wenn einem plötzlich klar wird, wieviele Kosten auf uns zu kommen. Und das mit zunächst anderthalb Gehältern. Dass ich zum Zuckertest soll. Dass die Frauenärztin Stress macht, weil das Kind größenmäßig in der unteren Norm liegt.
Ich vermisse: stabiles Sommerwetter. Mal wieder eine durchschlafene Nacht.
HeißhungerAppetit auf: Lachgummi
Wehwehchen/Symptome: Bisschen Sodbrennen. Ein paar Rückenschmerzen.
Ich freue mich: auf ein ruhiges Wochenende.
Gekauft/Bestellt: Zufällig nichts. Aber ich mache mir Anschaffungslisten und Gedanken über den Kinderwagen.

2. US: Es macht den Mund auf und zu

Freitag der 13, auf zum Ultraschall.

Ich musste mich direkt wieder aufregen, um 8:30 Uhr war der Termin, es war auch gar nix los in der Praxis, aber erst um 9 Uhr durften wir zum Ultraschall. Zwischendrin musste ich ins Labor und mich auf die Waage stellen und mich in den Finger pieksen lassen („Ihre Hebamme kontrolliert ja nie den Eisenwert!!“ *vorwurfsvoll*). Keine Ahnung, wie mein Eisenwert jetzt ist, aber ich gehe mal von gut aus.
Außerdem wurde mir mehrfach ans Herz gelegt, einen Zuckertest machen zu lassen. Um des lieben Friedens Willen hab ich eingewilligt und darf in vier Wochen wieder antanzen. Google zufolge muss ich dabei nicht mal nüchtern sein.

Dann also Ultraschall. Zum ersten Mal über die Bauchdecke.
Es ist soweit alles in Ordnung, Organe ließen sich prima darstellen, ich habe eine Vorderwandplazenta (wirklich keine Überraschung) und es hat gewunken und mit der Nabelschnur gespielt. Sehr süß!
Ein Outing gabs nicht, meine Ärztin konnte nichts erkennen. Auch recht.

Allerdings ist es ein bisschen klein geraten und sie meinte, ich hätte auch zu wenig zugenommen. Alles kein Grund zur Sorge, aber zusätzlich zum besagten Test in vier Wochen soll dann nochmal kontrolliert werden.

Dann hab ich mich noch ein bisschen (ein bisschen sehr) gewundert, dass ich Immunschutz gegen Cytomegalie und Toxoplasmose habe. Kann mir letzteres gar nicht erklären. Es sei denn, Kaninchen übertragen das auch, dann käme es hin, wir hatten längere Zeit welche.

Allerdings, dieser Zuckertest. Halte ich ja für überflüssig, aber gut. Bei erneutem Googlen und nachfragen auf Twitter, hieß es, auf jeden Fall nüchtern bleiben.
Ähm ja, der Termin ist um kurz nach 10 Uhr. Bis dahin bleibe ich bestimmt nicht nüchtern.
Allerdings wurde mir wiederum nichts von nüchternsein gesagt.
Möglichkeiten: Nochmal anrufen, nachfragen und evtl. Termin ändern (in der Hoffnung, dass es um 8 Uhr was gibt) oder einfach hingehen und das Beste hoffen, mal abgesehen davon, dass es deren Pflicht ist, mich aufzuklären.

Es stellte sich allerdings auch raus, dass man für den „kleinen“ Test nicht nüchtern bleiben muss, dafür ist der kaum aussagekräftig. Wird aber von der Kasse übernommen. Sehr sinnvoll das alles. Jedenfalls gehe ich jetzt einfach so hin und wenn es nicht klappt, dann Pech.

Allmählich wird es ernst. Meine Chefs möchten bald konkrete Aussagen über meine Zukunft. Auch das Stichwort Betreuung fiel. Wir müssen uns wohl doch sehr viel eher darum Gedanken machen als gedacht.
Nach einem Jahr will ich wieder arbeiten. Wie, das besprechen wir bald.

Die Vorstellung, für mein ungeborenes Kind einen Krippenplatz zu suchen… Irgendwie makaber.

Halbzeit!

Rein rechnerisch hab ich heute die Hälfte der Schwangerschaft geschafft.

Eigentlich besteht dieser Zustand doch vor allem aus Warten.
Erst wartet man darauf, dass es klappt. Dann darauf, dass endlich das erste Drittel rum ist. Dann wartet man auf die ersten Bewegungen. Dann auf die Halbzeit. Dann auf den Mutterschutz. Und dann darauf, dass das Kind sich bequemt auf die Welt zu kommen.

Noch 140 Tage, falls es zufällig pünktlich kommen sollte. Ist das viel oder wenig? Es klingt nach wenig, aber bis Ende Oktober ist doch noch ne Weile hin.

Immerhin, wir haben jetzt das Namensthema abgehakt. Und so nebenbei auch das letztens erwähnte Aufklärungsproblem. Ich darf aufklären. Alles klar. ;-)

Morgen ist der nächste große Ultraschall. Ich bin unwahrscheinlich gespannt. Statistisch gesehen ist das Kind etwa 25 cm lang. Das kann ich mir kaum vorstellen, wo versteckt sich das denn?

Von einer ehemaligen Klassenkameradin, die schon zwei Kinder hat, wurde ich für meine Entspanntheit gelobt. Und sie gab mir den bekannten und beliebten Tipp, auf meine Instinkte und meinen Menschenverstand zu hören. Bisher ist das alles kein Problem. Ich hoffe, dass ich das die nächsten Jahre schaffe und so entspannt bleibe.

Wöchentlicher Statusbericht XVII

Wie weit bin ich: 20+0. Halbzeit!
Bauchumfang: am Bauchnabel 91 cm
Gewicht: 60,5 kg
Der beste Moment diese Woche: Herztöne hören! Klärung ein paar Dinge.
Das war doof: Die Verschlechterung des Zustandes des Lebensgefährten meiner Schwiegermutter. Die Sorgen um sie. Aufgrund von Rückenschmerzen zwischenzeitlich rumzulaufen wie ne alte Oma. Die Klamotten bei H&M. Dass der Mann kaum einen Samstag Zeit hat.
Ich vermisse: stabiles Sommerwetter.
HeißhungerAppetit auf: Grießpudding
Wehwehchen/Symptome: Iliosakralgelenk. Hebamme und Osteopathin brachten mich aber wieder ins Lot.
Ich freue mich: auf den zweiten Teil meiner Schwangerschaft, hoffentlich weiterhin möglichst beschwerdefrei. Auf den zweiten Ultraschall morgen. Aufs Wochenende.
Gekauft/Bestellt: Sommerhosen. Umstandsstrumpfhose. Bauchmassageöl.

Wöchentlicher Statusbericht XVI

Wie weit bin ich: 19+0
Bauchumfang: am Bauchnabel 90 cm
Gewicht: 60,5 kg
Der beste Moment diese Woche: Vier Tage ohne Kopfschmerzen. Und gestern abend ein ziemlich eindeutiges Stupsen! <3
Das war doof: Dass dem Mann kurz vor knapp einfiel, dass er zum Hebammentermin nicht da sein kann. Obwohl alles seit Wochen feststand. Dann wurde er krank und konnte doch dabei sein.
Ich vermisse: nichts.
HeißhungerAppetit auf: Schokoeis mit Sahne. Und dann hatte der Eisladen zu. *seufz*
Wehwehchen/Symptome: Bisschen Rücken, bisschen Hüfte, bisschen Kopf.
Ich freue mich: auf ein langes sonniges Pfingstwochenende.
Gekauft/Bestellt: Da die Umstandskleider Murks waren, ein normales (elastisches) Kleid, in das der Bauch gut reinpasst.

Und sonst so?

Meinem Blog zufolge dreht sich grade alles in meinem Leben um die Schwangerschaft. Ist eigentlich gar nicht so.
Ich hab ja auch noch ne Arbeit, wo ich, by the way, Ende Juni fünf Jahre beschäftigt sein werde. Ein halbes Jahrzehnt. Das hätte ich damals, als ich den Vertrag unterschrieben habe, auch nicht gedacht.

Ich hab auch eine Familie.
Von meinem Bruder höre ich allerdings nicht viel und von meinen Eltern derzeit auch nicht, die sind im Urlaub. Leider hab ich völlig vergessen, wann sie planen wiederzukommen und als ich gestern mal anrief, teilte mir eine freundliche Frauenstimme mit, die gewählte Rufnummer sei derzeit nicht erreichbar.
Nun denn, ich gehe mal davon aus, wenn was passiert wäre, hätten wir das schon irgendwie mitgekriegt.

Das ist die eine Seite der Familie.
Die andere Seite besteht aus meiner Schwiegermutter und ihrem Lebensgefährten. Allerdings wohl nicht mehr lange. Letzerer hat seit längerem mit schweren Lungenproblemen zu kämpfen und jedesmal, wenn ich dort bin, sieht er schlimmer aus. Mein Gedanke war immer, na, ob er die Geburt wohl noch erlebt?
Der Mann teilte mir dann gestern mit, der Hausarzt sei dort gewesen und er hätte zu meiner Schwiegermutter gesagt, das würde nicht mehr lange dauern. *seufz*
Nicht. Gut.

Ein Nebeneffekt dieser Krankheitssache, ist, dass wir jetzt quasi ein Auto haben.
Nämlich das Auto, dass die beiden sich vor ein paar Jahren gekauft haben. Meine Schwiegermutter fährt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr und bevor es verkauft wird, sollen wir es lieber haben.
Es ist nicht ideal, ein dreitüriger Kleinwagen, aber wir kommen ganz gut damit zurecht, sogar der Mann, der ja seit Jahren nicht mehr gefahren ist.
Nun jonglieren wir mit Versicherung und Ummeldung. Alles nicht so einfach.

Wir haben immer noch keinen Plan, wohin wir im August in Urlaub fahren wollen.
So lang isses nicht mehr hin. Vielleicht bleiben wir einfach da und machen Ausflüge. Wir haben ja jetzt ein Auto. Ist auch teuer genug.

Uneins (18+5)

Als ich im Büro meine Schwangerschaft verkündete, bekam ich von meinem Kollegen, der zwar unser Programmierer ist, aber früher mal irgendwas pädagogisches studiert hat, einen interessanten Rat: Seid euch in der Erziehung immer einig, sonst werdet ihr gegeneinander ausgespielt.

Ich weiß nicht, ob ich das so unterschreiben kann, weder mein Bruder noch ich haben unsere Eltern gegeneinander ausgespielt, was aber sicher vor allem daran lag, dass die Erziehung fast ausschließlich bei unserer Mutter lag. Mein Vater hatte da nicht viel zu melden, er war ja mehr Wochenend-Papa.

Der Rat brachte mich jedoch dazu, mal drüber nachzudenken, wie das wohl bei uns so sein wird.
Bekanntlich sind der Mann und ich ein Paradebeispiel von „Gegensätze ziehen sich an“ und das zeigt sich auch in unseren Gesprächen über unser zukünftiges Leben mit Kind.

Angefangen beim Thema Outing über die Namen und die potentielle Taufe über religiösen Erziehung und „Wann soll das Kind in die Krippe?“ bis hin zu Aufklärung. Ganz zu schweigen von solchen noch weit entfernten Dingen wie Übernachten beim Freund/Freundin.

Tja. Bescheuerterweise machen mir die beiden letzten Punkte am meisten Sorgen. Der Mann hegt da nämlich einige extrem mittelalterliche Ansichten. Unter anderem ist er, verkürzt gesagt, der Meinung, dass frühzeitige Aufklärung (damit meine ich alles zum Thema „Wo kommen die Babys her? „Wie kommen sie da rein/raus?“ „Wie verhindert man Schwangerschaften/Übertragung sexueller Krankheiten?“ „Muss ich etwas machen, was ich nicht will, weil Freund/Freundin das verlangt?“ und zwar sobald diese Fragen auftauchen und nicht erst in der Pubertät) zu Promiskuität führt. Und zu frühen Schwangerschaften. Und zu Sodom und Gomorrha. Dass er da zwar nur Gegenbeispiele für kennt, hält ihn nicht davon ab.

Das Thema kam vor ein paar Jahren auf. Als er mir das erzählte, ist mir alles aus dem Gesicht gefallen und ich habe sehnlichst auf die versteckte Kamera gewartet. Die tauchte leider nicht auf. Es wurde seither nicht mehr erwähnt und allein beim Gedanken daran steigt mein Blutdruck himmelhoch.

Aber bis diese Dinge aktuell werden, vergehen zum Glück noch ein paar Jahre.

Es gibt zum Glück auch ein paar Dinge, über die wir uns einig sind. Den potenziellen Jungennamen, wo ich unser Kind auf die Welt bringen werde, dass gebrauchte Sachen genauso gut sind wie neue, dass wir Pro-Impfen sind, dass der Mann später mal zu den Elternabenden geht (er ist da viel besser geeignet für) und bestimmt noch zwei, drei andere Dinge, die ich im Zuge der Schwangerschaftsdemenz aber vergessen habe.

Lieblings-Tweets im Mai 2014

Weitere Lieblings-Tweets wie immer bei Anne.