Nein!

Eine der Sachen mit Kind, die mir derzeit am meisten Sorgen bereitet, ist die berühmte „Terrible Two“-Phase. Auch Trotzphase oder, etwas netter, Autonomiephase genannt.
Immer wieder liest man von am Boden liegenden und schreienden Kindern im Supermarkt oder meinetwegen auch beim amerikanischen Präsidenten.

Dazu dann Kommentare anderer Leute über das schlechterzogene Kind, wundervoll. Der Traum aller Eltern.

Meine Mutter behauptet, wir (also mein Bruder und ich) hätten diese Phase nie gehabt. Naja, wir haben ja aber schon mit ein paar Wochen alleine im Zimmer durchgeschlafen. Man weiß es nicht.

Das Kind wird also in etwa sechs Wochen zwei Jahre alt. (Hier Lamento über „Wo ist bloß die Zeit geblieben?“ einfügen.)
In der Autonomiephase stecken wir schon. Bisher geht es aber. Sie will alles, was sie kann alleine machen und nun mal auch eben vieles, was sie noch nicht so kann.

Aus einem vollen Tetrapak Milch in einen Becher gießen z.B. Oder alleine in den Bus einsteigen. Während Muttern noch mit dem Buggy hantiert. Überhaupt, Buggy. Eigentlich so praktisch. Und meistens nur ein Klotz am Bein, weil das Kind den größten Teil der Zeit nicht darin sitzen will. Und wehe man setzt sie rein, eben weil man in den Bus einstiegen oder eine große Straße überqueren will.

Das mit dem Bus führt also in letzter Zeit zu großen Dramen. Mit langanhaltenden Schluchzern. Großen Krokodilstränen. Sirenenartigem Geheul. Und das, so wie gestern in einem vollbesetzten Bus, mit mittelalten Damen, die meinen ihren Senf dazugeben zu müssen: „Geht das auch noch etwas lauter?“ „Was WILL sie denn?“ „Ach, Sie wissen das auch nicht??“ (Da hatte jemand eindeutig keine Ahnung von Kindern.)

Kleiner Exkurs zum Thema ÖPNV: Ich bin immer wieder fasziniert von den Menschen im öffentlichen Nahverkehr. Meistens wird man ignoriert, das ist für gewöhnlich in Ordnung, vor allem, wenn das Kind mal wieder den überaktiven Kasper gibt. Dann gibt es die, die einem unbedingt helfen wollen. Und wenn es beim Aussteigen aus dem Bus ist. Der abgesenkt ist. Und direkt am Randstein steht. Die greifen einem dann auch schon mal ungefragt an den Buggy und ich weiß dann wieder, wie Rollstuhlfahrer sich fühlen müssen, wenn ihnen ohne zu fragen „Hilfe“ aufgedrängt wird. Wenn man aber wirklich Hilfe braucht, weil beispielsweise mal wieder der Fahrstuhl kaputt ist und man eine große Treppe rauf- oder runter muss, dann laufen die Leute an einem vorbei und glotzen wie die Fische. Zum Glück kann das Kind laufen und der Buggy ist leicht, also läuft die Kleine die Treppen selbst rauf/runter und ich trage den Buggy.

Nun, also, unsere kleine Dramaqueen. Es ist natürlich hilfreich, wenn man das Kind soweit alles machen lässt, was es kann. Meinetwegen auch im Kochtopf rühren (natürlich nur, wenn ich direkt dabei stehe). Bisher war es aber auch recht einfach, herauszufinden, was denn das Problem ist bzw. was das Kind will. Ich fürchte, das wird sich auch mit der Zeit ändern.

Das gewünschteste Wunschkind empfiehlt, wenn es denn zu spät ist und das Kind in einem Wutanfall hängt, es mimisch und mit Worten zu spiegeln. Ich stelle mir das irgendwie schwierig vor. Immerhin ist es gut zu wissen, dass das eigene tröstende Gequatsche in dem Augenblick gar nicht zum Kind durchdringen kann. Ich werde mich mal selbst beobachten und schauen, wie ich das umsetzen kann.

Immerhin, das Bahnfahren hat ja demnächst ein Ende. Nur noch 20 Tage in der alten Kita! Und dann schleichen wir zu Fuß in die neue… ;)

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Alles in Butter

Nix neues bei uns. Alle gesund, das Kind redet endlich ein bisschen, will sagen, aus ihrem Gequatsche kristallisieren sich immer mehr Wörter heraus. Flugzeuge sind ihre aktuelle Leidenschaft. Immer wieder schaut sie zum Himmel auf und rennt auch sofort auf die Terrasse, wenn sie eines hört. Sie fordert das Baby meiner Freundin (8 Monate) zum Rutschen auf und füttert sie (naja, versucht es) mit ihrem Brot.
Sie ist veinfach wahnsinnig niedlich und ich bin jeden Tag dankbar, ihre Mutter sein zu dürfen.

Mein Kinderwunsch besteht nach wie vor, jetzt hat der Mann es wieder ein bisschen nach hinten geschoben. Ich übe mich in Geduld. Und habe die Hoffnung auf ein Frühlings- oder Sommerbaby schon längst begraben. Naja, irgendwann.

In der Kita läuft es gut, der Personalwechsel scheint keine größeren Spuren hinterlassen zu haben. Toll ist, dass sie nun wirklich jeden Vormittag raus gehen. Das war sehr lange nicht der Fall, da blieben sie aus Personalmangel oft auch bei schönem Wetter drinnen. Dennoch, in fünf Wochen werden wir uns verabschieden und das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Nächstes Wochenende gibts eine Premiere. Der Mann und ich werden zwei Tage und Nächte weg sein und das Kind kommt so lange zur Oma. Ich bin ein bisschen nervös. Und vermisse sie jetzt schon.

Derzeit herrscht Hochsommer, wie wohl überall in Deutschland. Doch langsam aber sicher schleicht der Herbst näher. Und in gut anderthalb Monaten wird das Kind schon zwei!

Hallo!

Oh, ich hatte mich ja gar nicht abgemeldet. Das Kind und ich waren ja im Urlaub.
10 Tage bei meinen Eltern, es war sehr schön, aber auch sehr anstregend. Wenn auch nicht so anstrengend wie letztes Jahr, als ich mit dem 10 Monate alten BAby unterwegs war. Diesmal ließ sie sich doch viel eher von Oma und Opa bespaßen und auch ohne mich zum Spielplatz nehmen o.ä.
Wie erwartet war das Insbettbringen das nervigste, es mussten natürlich viele neue Eindrücke verarbeitet werden und so konnte es auch schon mal 22 Uhr werden, bis endlich Ruhe war. Dafür haben wir morgens ausgeschlafen, auch mal schön.
Einen Tag war sie krank, ausgerechnet als wir an den Bodensee wollten, um Verwandte zu besuchen. Sie war sehr jammerig und atmete so merkwürdig ächzend, als würde sie sich demnächst übergeben. Dem war zum Glück nicht so und nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf wurde es dann schon besser. Sehr merkwürdig.

Außerdem haben wir eine Schulfreundin von mir besucht, deren Sohn jetzt sieben Monate alt ist. Sehr niedlich, aber ich habe mich schon sehr an die Zeit damals mit dem Kind in dem Alter erinnert gefühlt. Wenig Schlaf, immer nur das Kind rumtragen, weil sonst nicht zufrieden und so weiter.

Wir haben den Zoo besucht und waren Eis essen und es war wirklich eine schöne Zeit, aber ich bin froh, wieder beim Mann zu sein. Die Flüge waren übrigens jweils recht entspannt.

Mit dem Kind hatten wir aber viel Spaß. Meine Eltern haben verzweifelt versucht, ihr ein „Oma“ oder „Opa“ zu entlocken, doch sie weigert sich. Da sind wir Eltern ein bisschen dran schuld. Zur Unterscheidung der beiden Omas hatten wir ihr beigebracht, meine Schwiegermutter auf polnisch zu bennen, Oma bedeutet in dieser Sprache „babcia“. Das spricht sie ganz prima aus und nun nennt sie auch meine Mutter babcia. Den Opa benennt sie gar nicht. Lustig irgendwie, zumal die deutschen Wörter doch deutlich einfacher sind.
Meine Eltern sind jetzt ein bisschen konsterniert. Und natürlich traurig, weil sie ihre Enkelin erst im Oktober wiedersehen und dann auch nur kurz.

Überschattet wurde der Urlaub von der Nachricht, dass beide Haupterzieherinnen der Krippengruppe der Kita gekündigt haben. Die eine sollte Mitte August gehen, die andere Ende August. Letztere haben wir jetzt dann tatsächlich gar nicht mehr gesehen. Von der anderen werden wir uns heute verabschieden. Ich bin wirklich traurig, da beide das ganz toll gemacht haben und es ist natürlich auch blöd fürs Kind. Im Oktober muss sie sich eh umgewöhnen und jetzt wird sie in den letzten paar Wochen nochmal mit ganz neuen Leuten konfrontiert.
Es gab zu dem Thema auch einen Elternabend, den der Mann besucht hat. Er hatte einen guten Eindruck, aber ich bin ganz froh, dass wir nur noch anderthalb Monate dort sind. Auch wenn man natürlich keine Garantie hat, dass es in der neuen Kita besser laufen wird.

Ich hoffe das Beste.

Gestern und heute war Alltag, morgen machen wir uns wieder auf die Socken und fahren die Verwandtschaft besuchen. Und schieben vielleicht noch ein kleines Mittagessen auf dem Gut ein, auf dem wir vor fast vier Jahren geheiratet haben. Wie schnell doch die Zeit vergeht!