15 Monate oder eineinviertel Jahre (2)

Meine liebe kleine Maus,
soeben habe ich mir nochmal den Bericht zum 15. Monatsgeburtstag deiner großen Schwester durchgelesen und muss wieder einmal feststellen, wie unterschiedlich ihr doch seid. Zwei (Überraschung) völlig verschiedene Menschen.

15 Monate bist du nun also alt und doch wirklich endlich ein Kleindkind. Du bist ein stets gut gelauntes Mädchen und motzt eigentlich nur bei Müdigkeit, wenn deine Schwester dir mal wieder was weggenommen hat (oder wir) oder wenn du dir wehgetan hast, was leider öfter vorkommt. Du hast wohl meine Tollpatischigkeit geerbt.

Motorisch bist du total fit. Pünktlich zu deinem ersten Geburstag fingst du an zu laufen. Es sieht immer noch ziemlich witzig aus, weil du recht breitbeinig läufst, ein bisschen wie ein Cowboy, aber es geht gut. Die ersten Winterstiefel kannst du schon auftragen.

Sprachlich isses nicht so weit her. Du sagst recht zuverlässig Mama und Baba/Papa, aber das wars dann auch. Natürlich brabbelst du vor dich hin, aber irgendwelche eindeutigen Worte sind noch nicht dabei. Nun, das wird sicher kommen. Dafür kommunizierst du mit Kopfschütteln und Nicken, das klappt eigentlich auch sehr gut. Du verstehst uns jedenfalls prima, sogar Anweisungen wie: „Bring das mal in die Küche zu Papa!“ führst du prompt aus.

Bücher magst du sehr. Oft sitzt du vor unserem Bücherregel, räumst ein Fach aus, nimmst dir ein Buch nach dem anderen vor und guckst es dir ganz ernsthaft an. Mir fällt grad auf, dass ich sehr wenig Bücher angucke mit dir, vielleicht sollte ich das mal verstärken.

Musik ist ebenfalls großartig. Kaum läuft welche, oder es singt jemand, fängst du sofort an, dich zu bewegen. Entweder du gehst in die Knie und wackelst mit dem Hintern oder du bewegst deine Arme. Es hat manchmal viel von Schlangenbeschwörung.

In der Kita läuft es auch ganz gut. Das Abgeben ist allerdings momentan hart. Seit du vor zwei Wochen fünf Tage lang Fieber hattest (überhaupt hast du recht häufig Fieber, das bin ich gar nicht gewöhnt), ist ein bisschen der Wurm drin. Wir waren schon bei „die Arme nach der Erzieherin ausstrecken“, aber momentan schreist du ganz bitterlich, wenn ich dich an die Erzieherin übergeben will. Dass es nicht immer deine Bezugserzieherung ist und oft auch nicht der gewohnte Raum, ist allerdings sicher nicht ganz unschuldig daran. Da du dort aber problemlos isst und schläfst und eigentlich auch recht zufrieden wirkst, wenn ich dich abhole, denke ich schon, dass du dich wohl fühlst. Mir wurde bisher nichts gegenteiliges berichtet.

Apropos Essen: Du isst nach wie vor ziemlich gut (den Erzieherinnen zufolge auch gerne mal doppelte Portionen) und probierst recht bereitwillig alles. Obst ist nach wie vor deine absolute Favoritennahrung.

Zähne hast du schon ganze acht. Gestern kam der letzte Schneidezahn durch. Mal sehen, was als nächstes folgt.

Bis gestern bist du auch noch in der Babyschale gefahren. Diese scheint größer zu sein, als die die wir beim großen Kind hatten. Denn du bist eigentlich nicht kleiner als sie damals. Deine genauen Maße muss ich allerdings noch nehmen.
81 cm und etwas über 9 kg.
Gewachsen bist du seit deinem Geburtstag 3,5 cm und erstaunlicherweise 2 cm kleiner als deine große Schwester damals.
Jedenfalls wirst du ab sofort im ersten Folgesitz fahren und ich bin mir sicher, dass dir das Vorwärtsfahren zusagen wird.

Schlaftechnisch sieht es derzeit eher mittelmäßig aus. Du wirst noch gestillt und das kann nachts gerne mal ausarten. Immerhin kann dich der Papa problemlos ins Bett bringen, sogar wenn ich zu Hause bin. Auch ein-, zweimal beruhigen geht, aber irgendwann hast du die Nase voll. Vorerst möchte ich aber nicht abstillen, der Winter steht vor der Tür und ich denke, es kann dir nicht schaden, noch ein paar Monate Muttermilch zu bekommen. Hin und wieder gibt es auch ganz gute Nächte. Es passt schon!

15 Monate also schon und ich bin sehr gespannt auf die nächsten Monate!

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WMDEDGT November 2018

Endlich hab ich mal wieder dran gedacht.
Am jeden 5. eines Monats fragt Frau Brüllen, was wir eigentlich den ganzen Tag so machen.

Der Tag beginnt um 6:18 Uhr. Ich bin erstaunt, weil es schon so spät ist. Hat das kleine Kind etwa seit viertel vor elf durchgeschlafen? Ich kann mich an kein Aufwachen erinnern. Eine ziemlich gute Nacht also, die haben schon seit vielen Wochen Seltenheitswert.
Der Mann steht auf, geht aufs Klo und teilt mir mit, das große Kind befinde sich nicht in ihrem Bett. Viele Orte kann es nicht geben, wo sie sein kann und ich erhalte dann auch eine Nachricht von meiner Freundin, das Kind sei oben bei ihnen auf dem Dachboden.
Dort nächtigen seit Donnerstag unsere Freunde aus München. Die beiden großen Mädchen, die eigentlich im Kinderzimmer schlafen, haben sich nach oben geschlichen und meine Freundin um eine Geschichte angebettelt.
Ich stehe auf, wickle das kleine Kind und ziehe sie an und gehe dann hoch auf den Dachboden. Vier kleine Mädchen im Alter von 9 Monaten bis genau vier Jahre wuseln durcheinander. Alle hatten eine gute Nacht. Sehr schön!
Der Mann kommt vom Brötchen holen zurück und deckt den Tisch.
Alle bis auf den Besuchspapa sitzen gegen halb neun am Tisch. Schließlich kommt auch er runter und bekommt von seiner Tochter und Frau ein Lied vorgesungen.
Das große Kind fragt nach der Medizin, die sie vor ein paar Tagen nehmen musste. Es hat sich herausgestellt, dass sie Würmer hat. Wie unangenehm, besonders mit dem Besuch. Sie sind aber entspannt und das Entwurmungsmittel scheint auch zu wirken. Sie muss sie erst nächste Woche wieder nehmen und dann zwei Wochen später nochmal.
Schließlich haben alle gegessen. Ich denke darüber nach, ob die vorhandenen Reste fürs MIttagessen ausreichen werden.
Tisch abräumen und spülen. Die Kinder werden fertig angezogen.
Gegen halb zehn den Lapt auf den Tisch und logge mich bei Eventim ein. Um Punkt zehn Uhr beginnt der Vorverkauf für Fanclubmitglieder für die Rammstein-Stadion-Tour nächstes Jahr und meine Freundin und ich wollen beim Münchner Konzert auf jeden Fall dabei sein. Nach Hamburg kommen sie leider nicht.
Dann gehe ich in den KEller und kümmere mich mal wieder um die Wäsche. Würmerbedingt wasche ich derzeit sehr viel. Um kurz vor zehn ruft meine Freundin mich aufgeregt nach oben. Die letzten paar Minuten hibbeln wir vor dem PC, um zehn Uhr aktualisiere ich die Seite und natürlich ist die Anfrage überwältigend. Wir sind im Warteraum. 30 Sekunden. Nochmal 30 Sekunden und nochmal. Nach ein paar Minuten haben wir tatsächlich die Möglichkeit, Karten auszuwählen. Wir entscheiden uns für die zweitbeste Kategorie im Rang. Meine Freundin wäre gerne in den Innenraum gegangen, aber das halte ich einfach nicht aus, so leid es mir tut.
Zweimal 3 Minuten später kann ich den Kauf abschließen und kaufe dann direkt noch Innenraumkarten für meinen Bruder.
Wir klatschen uns ab, ziehen alle an und gehen auf den Spielplatz. Meine Freundin teilt direkt allen auf Facebook unsere Pläne mit, was dazu führt, dass ich später noch weitere Tickets für München kaufen muss, eine gemeinsame Freundin will sie ihrem Freund und ihrem Bruder schenken. Nun sind meine sechs Tickets aufgebraucht und wir sehr zufrieden. Wir nutzen das entsprechende Wochenende (Pfingsten) direkt für den Gegenbesuch in München. Wunderbar! Nur noch sieben Monate!

Auf dem Spielplatz powern wir die Kinder aus. Das große Kind fällt von der Seilbahn, das kleine will unbedingt Karussell fahren, darf dann die steile Rutsche runterrutschen und wird von Papa aufgefangen. Der Hit! Wir machen viele Fotos von den Kindern.
Dann schläft das Baby ein, das kleine Kind wird kurze Zeit später vom Mann schon mal heim- und ins Bett gebracht. Der Rest macht sich dann auch bald auf den Weg.

Zu Hause gibt es Mittagessen. Der Mann hat noch ein paar kleine Pizzen gekauft, die die großen Kinder begeistert weghauen. Wir essen Kartoffelsuppe und Lasagne. Alles ist leer, alle sind satt. So soll es sein!
Die kleinen Kinder schlafen noch ziemlich lange. Das kleine Kind wacht um viertel nach eins auf, das Baby etwas später. Nun kriegen auch sie Mittagessen.

Unsere Freunde packen ihr Zeug zusammen und suchen einen orangenen Stapelbecher. Sie suchen ihn sehr ausdauernd und als wir ihn schon abgeschrieben haben, findet meine Freundin ihn im Regal.
Die Kinder malen noch eine Runde und dürfen dann eine Folge Paw Patrol schauen. Wir kümmern uns um den Proviant.
Gegen 15 Uhr verabschieden wir unsere Freunde. Sie werden jetzt sechs Stunden mit dem Zug zurückfahren.
Es war ein schönes Wochenende und wir freuen uns auf das Wiedersehen!

Es wird Zeit, aufzuräumen und zumindest die Bäder zu putzen. Letzteres macht der Mann. Danach geht er mit dem großen Kind eine Runde Fahrrad fahren, während ich endlich meine Mutter anrufe. Wir haben aufgrund ständiger Besucher in letzter Zeit seit anderhtalb Wochen nicht gesprochen. Ich bringe sie bezüglich Besuch, Würmer und Chorkonzert auf den neuesten Stand und wir überlegen, wann wir uns nächstes Jahr sehen. Vielleicht machen wir im September Urlaub zusammen.
Ich erfahre, dass mein Vater eine Wundrose hatte. Ich halte mit der Thrombose meiner Schwiegermutter dagegen. Ein bisschen mehr Gesundheit für alle wäre schön!

Danach beschließe ich, endlich die ganzen Bananen im Kühlschrank zu verarbeiten und Schoko-Bananen-Muffins zu backen. Das große Kind möchte gerne helfen. Das kleine Kind räumt die Schränke aus und wird immer wieder vom Mann eingefangen. Schließlich schafft sie es, eine Packung Paniermehl auszuleeren, aber ich bin tiefenentspannt. Kann man auffegen.

Um halb sechs kommt das kleine Kind in die Badewanne. Ich räume unterdessen den Dachboden auf. Noch mehr zu waschen!
Etwa 20 Minuten später folgt das große Kind, sie hockt eine halbe Ewigkeit darin. Währenddessen bekommt das kleine Kind Abendessen.
Als das große Kind aus der Wanne kommt, fangen die Kinder an, sich kichernd und kreischend durch den Flur zu jagen. Davon hab ich immer geträumt. Kinder sind was tolles!
Nach dem Anziehen gibt es noch Haferflocken für das große Kind und die üblichen Folge Paw Patrol vor dem Schlafen gehen. Ich esse solange zu Abend.
Um kurz nach sieben bringen wir die Kinder ins Bett. Der Mann das kleine und ich das große Kind.

Danach genießen wir etwas Zweisamkeit auf dem Sofa. Dann guckt der Mann Football, ich muss direkt rein zum kleinen Kind. Es ist etwa 20 Uhr. Mir fällt ein, dass ich noch diesen Beitrag schreiben will und notiere ein paar stichpunkte auf dem Handy.

Es ist jetzt 20:43 Uhr. Ich werde noch etwas stricken, dann duschen und ins Bett gehen. Morgen ist wieder Allltag.

Gute Nacht!